„Ja, Mein Freund, eine Sonne, eine Erde und alle Dinge auf ihr zu erschaffen, ist eine leichte Sache! Dazu bedarf es keiner so langen Zeit. Auch gerichtete Tier- und Pflanzenseelen erschaffen ist nicht schwer. Aber eine Seele herzustellen, die in allem Mir völlig ähnlich sei, ist auch für den allmächtigen Schöpfer eine durchaus schwere Sache, weil Mir da die Allmacht nichts nützen kann, sondern nur die Weisheit und die größte Geduld und Langmut!" (GEJ.04_246,05)



Über die Seele

 

Die Seele als etwas Zusammengefügtes / Die Seele im Jenseits / Das Soll- und Muß-Gesetz / Zur Seelenwanderung / Feindschaft unter den Kreaturen / Hier auf Erden zählt eine Stunde mehr als im Jenseits tausend Jahre...

 

1
Der Herr: „Sehet, der Leib ist Materie und besteht aus den gröbsten urseelischen Substanzen, die durch die Macht und Weisheit des göttlichen und ewigen Geistes in jene organische Form gezwängt werden, die der einen solchen Formleib bewohnenden freieren Seele in allem Nötigen wohl entspricht.

 

Die in einem Leib wohnende Seele aber ist natürlich anfangs um nicht viel reiner als ihr Leib, weil sie aus der unreinen Urseele des gefallenen Satans stammt. (Siehe auch unter „Satan und Materiewelt“)

 

Der Leib ist für die noch unlautere Seele eigentlich nichts als eine höchst weise und übergut und zweckmäßig eingerichtete Läuterungsmaschine.

 

In der Seele aber wohnt schon der reine Funke des Geistes Gottes, aus dem sie ein rechtes Bewusstsein ihrer selbst und der göttlichen Ordnung in der Stimme des Gewissens überkommt.

 

Daneben ist der Leib für außen hin mit allerlei Sinnen versehen und kann hören, sehen, fühlen, riechen und schmecken; dadurch bekommt die Seele allerlei Kunde von der Außenwelt, gute und wahre, schlechte und falsche.

 

Aus dem Urteile des in ihr wohnenden Geistes fühlt sie in sich bald, was da gut und was schlecht ist; anderseits macht sie auch durch die äußeren Sinne ihres Leibes Erfahrungen von guten und schlechten, wohltuenden und schmerzlichen und anderen Eindrücken, und überdies wird der Seele von Gott, auf dem Wege der außerordentlichen Offenbarung von innen und von außen her, durchs Wort, der Weg der Ordnung Gottes gezeigt.

 

Also ausgerüstet, kann dann die Seele allerdings ganz nach der leicht zu erkennenden göttlichen Ordnung sich frei selbst zu bestimmen imstande sein, was natürlich nicht anders sein kann, weil die Seele sonst unmöglich zu irgendeiner für ewig andauernden, in sich abgeschlossenen, aber doch freien Existenz gelangen könnte.

 

Denn jede Seele, die fortbestehen will, muß sich durch die ihr gegebenen Mittel selbst als fortbestandsfähig gestalten und gewisserart ausbauen, ansonst sie am Ende entweder das Los des Leibes teilen kann, oder sie tritt als noch zu dreiviertel unausgebildet aus dem Leibe, der als völlig verdorben zur weiteren und gänzlichen Ausbildung der Seele gar nicht mehr taugt, und dann wird sie genötigt sein, in einer viel unbequemeren Maschine auf eine gewöhnlich sehr traurige und schmerzliche Weise ihre weitere Vollendung fortzusetzen.

 

Der Leib aber ist, weil aus lauter in tiefem Gerichte noch seienden Teilen bestehend und darum des Todes fähig, bei und für jeden Menschen die Hölle im engsten Sinne; die Materie aller Welten aber ist die Hölle im weitesten Sinne, in die der Mensch durch seinen Leib gegeben ist.

 

Wer nun viel für seinen Leib sorgt, der sorgt offenbar auch für seine höchst eigene Hölle und nährt und mästet sein Gericht und seinen Tod zu seinem höchst eigenen Untergange.

 

Der Leib muß zwar eine gewisse Nahrung bekommen, damit er stets fähig ist, der Seele für die hohen Lebenszwecke die entsprechenden Dienste zu leisten; aber wer da zu ängstlich sorgt für den Leib und nahezu Tag und Nacht hadert und arbeitet und handelt, der sorgt offenbar für seine Hölle und für seinen Tod.

 

Wenn der Leib die Seele reizt, sich für seine sinnliche Befriedigung in alle Tätigkeit zu werfen, so rührt das stets von den vielen unlauteren Natur- oder gerichteten Materiegeistern her, die so ganz eigentlich das Wesen des Leibes ausmachen.

 

Gibt die Seele den Anforderungen des Leibes zuviel Gehör und tut danach, so tritt sie mit ihnen in Verbindung und steigt auf diese Weise in ihre höchst eigene Hölle und in ihren höchst eigenen Tod. Und tut die Seele solches, so begeht sie eine Sünde wider die Ordnung Gottes in ihr.

 

Verharrt die Seele darin mit Liebe und köstlichem Behagen, so ist sie ebenso unrein wie ihres Leibes unreinste und gerichtete Geister, bleibt dadurch in der Sünde, somit in der Hölle und im Tode.

 

Wenn sie auf der Welt auch gleich ihrem Leibe nach fortlebt, so ist sie aber dennoch so gut wie tot, fühlt auch den Tod in sich und hat eine große Furcht vor ihm. Denn die Seele kann in solcher ihrer Sünde und Hölle tun, was sie nur immer will, so kann sie dennoch kein Leben finden, obschon sie dasselbe liebt über alle Maßen.

 

Sehet, darin liegt auch der Grund, aus dem heraus nun viele tausendmal Tausende von Menschen von einem Leben der Seele nach dem Tode ihres Leibes ebensoviel wissen wie ein Stein, der am Wege liegt; und so man ihnen irgend etwas davon sagt, so lachen sie höchstens oder werden gar erbost, treiben den Weisen zur Tür hinaus und weisen ihn, solche Dummheiten, die nichts als eine Lüge seien, den Windschweinen vorzutragen!

 

Und doch soll ein jeder Mensch längstens bis in sein dreißigstes Jahr in sich so weit mit der Bildung seines Ichs fertig sein, dass ihm das folgende freieste, seligste Leben nach dem Tode des Leibes so vollbewusst und sicher wäre wie einem Aar der Flug in der hohen freien Luft!

 

Aber wie weit sind Menschen, die danach erst zu fragen anfangen, noch entfernt davon! Und wie weit aber erst hernach jene, die davon gar nichts hören wollen und einen solchen Glauben sogar für eine Dummheit halten, die kaum irgendeiner erheiternden Lache wert sei! – Solche Menschen befinden sich demnach ihr ganzes Erdenleben hindurch in der vollsten Hölle und im schon vollsten Tode.

 

Nun aber kann sich eine Seele schon ganz gereinigt haben, und es wird ihr oft dennoch eine geraume Zeit gegeben nun zur Mitreinigung zunächst ihres in und an und für sich noch immer unlauteren Leibes und seiner Geister, wodurch der ganz edlere Leibesteil sich endlich auch aus der Seele die Unsterblichkeit anzieht und jüngst nach dem Tode des gröbsten Teiles seiner Wesenheit mit der Seele zu ihrer Vollkräftigung mit erweckt wird.

 

Bei solchen schon reinen Seelen geschieht es denn auch, dass sie dennoch dann und wann, so ihre Hölle, das heißt ihr Leib, nicht selten noch sehr begehrend auftritt, auf eine kurze Zeit in solche ihre eigene Hölle treten, mit anderen Worten gesagt, in das Begehren des Leibes und seiner Geister eingehen.

 

Solche Seelen aber können dann nicht mehr völlig unrein gemacht werden, sondern sind nur für so lange unrein, als sie sich im Pfuhle ihrer Leibesgeister aufhalten; sie aber können es darinnen nimmer lange aushalten und kehren sonach gar bald in ihren ganz reinen Zustand zurück, in dem sie dann wieder ebenso rein sind, als wären sie nie unrein gewesen.

 

Dabei aber haben sie in ihrer Hölle auf eine Zeitlang Ruhe und Ordnung hergestellt und können sich hernach wieder desto ungestörter im Lichte ihres Geistes bewegen und stärken.“ (GEJ.02_210,01 ff)


2
Der Herr: „Du meinst aber nun ebenfalls großirrtümlich, dass von jetzt an nur jene Seelen ein ewiges Leben nach des Leibes Tod haben werden, die nun Mein Wort hören, an Mich glauben und nach Meiner Lehre leben und handeln, alle andern Seelen aber für ewig vernichtet würden.

 

Gegen solche deine Meinung, die nun auch vielen andern Menschen eigen ist, kann Ich dir auf pur vernunftgründigem Wege vorerst nur das sagen, dass eines jeden Menschen Leben eine Kraft aus Gott ist, die Gott Selbst mit aller Seiner Allmacht ebensowenig zerstören und vernichten kann wie Sich Selbst; denn würde Gott die aus Ihm allein hervorgegangenen Lebenskräfte zerstören und vernichten können, so müsste Er da bei Sich zuerst anfangen, weil im Grund des Grundes ja eben Er selbst alles in allem von Ewigkeit her ist!

 

Gott kann wohl jegliche Materie, die nichts als Seine durch Seinen Willen festgehaltene Idee ist, auflösen und sie in Geistiges und Unwandelbares zurücktreten lassen, aber vernichten ewig nicht, weil Er sich Selbst und Seine Ihm ewig klaren Gedanken und Ideen nicht vernichten kann.

 

Daß aber aller Menschen Seelen, ob gute oder böse, nach des Leibes Tod fortleben, davon haben bei allen Völkern der Erde gewisse mehr in sich gekehrte Menschen mehr als viele tausendmal Tausende von allersprechendsten und überzeugendsten Beispielen erlebt, indem sie mit den Seelen der leiblich Verstorbenen oft sogar jahrelangen Verkehr und belehrenden Umgang hatten.

 

So aber pure und ganz materielle Weltmenschen daran nicht glauben aus dem Grunde, weil ihnen noch nie etwas Ähnliches zu Gesichte gekommen sei, kann da etwa auch Gott die Schuld gegeben werden? Diese Weltmenschen suchen das ja nie, und so finden sie es auch nicht; die es aber suchen, die finden es auch unter allen Völkern der Erde.

 

Sieh, diese Römer hatten Mir Selbst von solchen Erscheinungen erzählt, die sie selbst erlebt haben! Sind sie darum unwahr für dich, weil du noch nichts Ähnliches gesehen und wahrgenommen hast?

 

Hinter Asias höchsten Bergen im weiten Osten besteht ein großes Kaiserreich, das Sihna oder China heißt. Besteht es darum etwa nicht, weil du es noch niemals gesehen hast? Und noch weiter im Osten, ganz vom großen Weltmeere umflossen, besteht abermals ein großes Kaiserreich namens Jhipon (Japan). Besteht es etwa deshalb auch nicht, weil du bis jetzt noch nie etwas davon gehört hast?

 

Ja, Freund, auf dieser Erde bestehen noch gar große Reiche und Weltteile außer den dir bekannten drei Weltteilen, wenn du sie auch nicht kennst; aber Ich kenne sie und kann dir sagen, dass sie da sind und von den Menschen in der Zukunft auch aufgefunden werden.

 

Überall aber leben schon Menschen und sind nicht ohne Offenbarung von oben und von seiten solcher Geister, die einst dort auch im Fleische gewandelt haben.

 

Daß aber solcher Menschen Seelen nicht alsogleich beim Hinübertritt ins Reich der Geister sich in einer solchen Lebenslichtvollendung befinden können, das ist doch sicher und leicht daraus erklärbar, weil auch hier die Menschen, deren Seelen sehr weltliebig geworden sind, nur schwer und mühsam auf den rechten Lebenslichtweg zu bringen sind.

 

Der Leib des Menschen kann weder etwas glauben noch wollen; er dient der Seele eine kurze Zeit nur als ein Werkzeug zur Tätigkeit nach außen und sonach auch zu ihrer Ausbildung. Das Denken, Lieben, Wollen und Handeln nach den erkannten Wahrheiten ist Sache der Seele.

 

Wie schwer und mühsam aber oft eine weltliebige und zur Trägheit geneigte Seele das reine Gute und Wahre begreift und sich danach zu handeln entschließt, das kannst du an deinen eigenen Kindern merken; und so geht es einer hier verwahrlosten Seele im großen Jenseits sicher noch um vieles schlimmer, weil sie sich in dem Leibesleben in allerlei Irrtümer und daraus im Falschen und Bösen begründet hat.

 

Eine solche Begründung aber ist gleich wie eine Erhärtung der Liebe und des Willens der Seele, welche beide aber eben das Leben und das individuelle Sein ausmachen.

 

Wenn Ich da einer solchen Seele ihre Liebe und ihren Willen auf einmal hinwegschaffte, so wäre dadurch ja auch die ganze Seele hinweggeschafft!

 

Es muß daher mit solchen Seelen gar behutsam zu Werke gegangen werden, um sie so nach und nach, von ihnen ganz unbemerkt, auf den rechten Weg zu bringen.

 

Dazu gehört aber eine gar allerhöchste göttliche Liebe, Weisheit und Geduld; denn man muß eine solche Seele, stets nur wie von außen her einwirkend, in solche Zustände durch ihr Wollen, Trachten und Handeln kommen lassen, in denen sie aus sich innezuwerden anfängt, dass sie sich in großen Irrtümern befindet.

 

Fängt eine Seele an, diese in sich wahrzunehmen, dann wird in ihr auch schon der Wunsch rege, den Grund zu erfahren, aus dem sie, sozusagen, auf kein grünes Gras, sondern nur auf düsterem und fruchtlosere Wüsteneien gelangt.

 

Nun, in solch einem Zustande ist es dann erst an der Zeit, solch einer Seele einen ihr wie ganz ebenbürtig aussehenden weisen Geist entgegenkommen zu lassen, der sich dann mit ihr über dies und jenes besprechen kann, wodurch es denn in solch einer verirrten Seele dann auch schon lichter wird und sie nun wie völlig aus sich zu erkennen anfängt, dass sie sich in großen Irrtümern befindet und sich nach dem wahren Lichte stets mehr und mehr zu sehnen anfängt.

 

Du siehst nun ganz leicht, dass in einem solchen schon besseren Zustande eine Seele schon anders zu denken anfängt und ihre Liebe und ihr Wollen als ihr eigentliches Ich, Leben und Sein eine andere Richtung aus sich selbst nimmt; ist das nun da, so kommt dann eine ehedem noch so im Finstern wandelnde Seele auch bald und leicht zum wahren Lebenslichte.

 

Aber eine nach deiner Meinung urplötzliche Umwandlung der Seele wäre soviel wie ihre völlige Vernichtung.

 

Ich hätte ja auch, statt hier bei den Juden, bei euch Römern oder auch bei einem andern Heidenvolke als das, was Ich hier bin, auftreten können; aber was hätte das bei dem blinden und sehr abergläubischen Volke für eine Wirkung gemacht, gegen die auch die weiseste Lehre nicht gefruchtet hätte?

 

Siehe, das Volk hätte Mich für einen oder den andern Gott zu halten und anzubeten angefangen und Mir Opfer gebracht in Hülle und Fülle, und Meine Jünger, die auch schon so manches in Meinem Namen zu wirken vermögen, hätte es als Halbgötter angestaunt und ihnen auch Opferaltäre und sogar Tempel erbaut, und so hätte Ich bei einem heidnischen Volke sein Götzentum nicht nur nicht zerstört und aufgehoben, sondern nur vermehrt.

 

Die Juden aber, die besonders in dieser Zeit zumeist ganz glaubenslos geworden sind, obschon sie die Schrift und die Verheißung Meiner Herniederkunft haben, aber aus der Tradition doch noch wissen, wie Gott das Volk geführt hat, wenn sie daran auch zweifeln, sind eben am geeignetsten noch, Meine persönliche Gegenwart zu ertragen, da sie mit Mir keine Abgötterei treiben können.

 

Denn die Mich erkennen, die wissen es aus dem rechten Grunde, wer Ich bin; die Ungläubigen aber halten Mich für einen Magier und die Mittelklasse für einen Propheten.

 

Da ist sonach mit Meiner Gegenwart keine Seele in ihrer Eigentümlichkeit und in ihrem freien Willen gefährdet, und so muß denn das Licht auch von dem Judenvolke in alle Welt ausgehen.

 

Wenn du mit deiner Verstandesschärfe nun dies von Mir dir Gesagte so ganz genau prüfst, dann wirst du schon innewerden, dass du Mir gegenüber mit einer ganz irrigen Meinung aufgetreten bist.

 

Wenn Gott nicht der Menschen zur stets größeren Sättigung Seiner Liebe bedurft hätte, so hätte Er sie auch nie erschaffen; da Er sie aber erschaffen hat, so kümmert Er sich auch um sie und um ihre ewige Erhaltung und zeigt dadurch, dass Ihm gar alles an den Menschen gelegen ist. Es sollte den Menschen darum aber auch alles an Gott gelegen sein! Hast du, Mein Freund, das nun wohl begriffen?“ (GEJ.08_128,08 ff)


3
Sagte Agrikola: „Herr und Meister, dass des Menschen Seele auch nach dem Tode des Leibes fortlebt, das ist nun eine völlig abgemachte Sache der klarsten Wahrheit. Aber wo kommt sie hin, und was ist eigentlich ihr Wesen und was das des ganz reinen Geistes?

 

Da Raum nach Deiner Belehrung unendlich ist, so müssen ja auch die Seelen selbst der reinsten Geister sich innerhalb des endlos ewig großen Raumes befinden; denn ein Außerhalb desselben kann es ja unmöglich irgend geben.

 

Dann noch eine Frage: Welche Gestalt hat für sich eine Seele oder gar ein reiner Geist, und warum kann ein natürlicher Mensch nicht immer die Seelen und Geister sehen?

 

Herr, nur auf diese meine Fragen gib mir noch eine lichtvolle Antwort, und ich will Dich dann um nichts mehr fragen; denn unsere volle Unwissenheit in dieser Sache ist eigentlich dasjenige, was uns das Sterben gar bitter und angstvoll macht. Haben wir Menschen aber auch darin ein genügend helles Licht, so werden wir leicht sterben und nicht ängstlich am tollen Leben des Fleisches hängen.“

 

Sagte Ich: „Ja, das wäre Mir etwas sehr Leichtes, dir das zu erklären, wenn du nur das freie Verständnis dafür besäßest; aber das besitzest du eben noch nicht, obwohl du seit deinem Hiersein schon gar vieles in eben dieser Hinsicht von Mir wohlbeleuchtet vernommen und auch in wohlgeordneten Wunderzeichen selbst gesehen und erfahren hast. Und so ist das eine schwere Sache, dir diese Sache noch näher zu beleuchten, als sie dir schon beleuchtet worden ist.

 

Die Seele des Menschen ist eine rein ätherische Substanz, also – wenn du das fassen kannst – aus sehr vielen Lichtatomen oder möglich kleinsten Teilchen zu einer vollkommenen Menschenform zusammengesetzt durch die Weisheit und durch den allmächtigen Willen Gottes, und der reine Geist ist eben der von Gott ausgehende Wille, der da ist das Feuer der reinsten Liebe in Gott.

 

Der reine Geist ist ein Gedanke Gottes, hervorgehend aus Seiner Liebe und Weisheit, und wird zum wahren Sein durch den Willen Gottes.

 

Da aber Gott in Sich ist ein Feuer aus Seiner Liebe und Weisheit, so ist das gleiche auch der in ein eigenes Sein realisierte und gewisserart aus Gott getretene Gedanke. Wie aber das Feuer eine Kraft ist, so ist dann solch ein Gedanke aus Gott auch eine Kraft in sich, ist sicher selbst bewusst und kann für sich wirken in eben jener Klarheit, aus der er hervorgegangen ist. Als eine Reinkraft durchdringt er alles, was du Materie nennst, kann aber von der Materie nicht durchdrungen werden, weil die Materie im weiteren Verlaufe nichts ist als eine Außenäußerung des Geistes aus Gott.

 

Die Seele ist gewisserart durch die Kraft des Geistes wieder aufgelöste Materie, die in des Geistes eigene Urform, durch seine Kraft genötigt, übergeht und sodann, mit ihrem Geiste vereint, gleichsam seinen lichtätherisch-substantiellen Leib ausmacht, so wie die Seele aus der sie umgebenden Fleischmaterie, wenn diese völlig verwest und aufgelöst worden ist, sich durch ihren rein geistkräftigen Willen ihr einstiges Kleid formt und bildet.

 

Da hast du nun eine ganz kurze und vollwahre Darstellung dessen, was die Seele für sich ist und was der reine Geist für sich ist.

 

Wohin aber eine Seele beim Austritt aus ihrem Leibe kommt, das dem Ort im Raume nach zu bestimmen, wird für dich wohl noch schwerer zu fassen sein; aber Ich will dir dessen ungeachtet einen Wink geben, aus dem du für dich einiges Licht ziehen kannst.

 

Denn das Eigentliche wirst du erst dann in dir selbst erfahren, wenn du eben auch in dir selbst zur vollen Wiedergeburt oder vollen Einigung des Geistes mit deiner Seele gelangt sein wirst, weil solches die Seele so lange nie völlig fassen kann, solange sie sich nicht durch die Kraft des Geistes in ihr also gestaltet, dass sie fähig ist, sich mit dem Geiste völlig zu einen.

 

Raumörtlich hält sich eine Seele nach dem Abfalle ihres Leibes – besonders in ihrer ersten Seinsperiode – gewöhnlich dort auf, wo sie sich im Leibe auf der Erde aufgehalten hat, das heißt, wenn sie also noch nicht vollends ins  fleischlose jenseitige Reich übertritt.

 

In solchem Falle sieht und hört sie aber von der Naturwelt, die sie im Leibe bewohnt hat, dennoch nichts, wenn sie sich auch räumlich auf eben derselben Welt befindet.

 

Ihr Sein ist mehr oder weniger wie ein heller Traum, in welchem die Seele auch in einer gleichsam aus ihr hervorgegangenen Gegend oder Landschaft lebt und ganz so tut und handelt, als befände sie sich in einer ganz natürlichen Welt, und es geht ihr die verlassene Naturwelt nicht im geringsten ab.

 

Aber durch Zulassungen von Gott aus wird die von ihr bewohnte Gegend oft vernichtet, und die Seele befindet sich in einer andern, die ihrem inneren Zustande ganz angemessen ist.

 

Bei einer solchen Seele dauert es dann oft wohl lange, bis sie durch manche Belehrung dahin kommt, dass das alles, was sie dort zu besitzen wähnt, eitel und nichtig ist.

 

Kommt sie einmal aus manchen Erfahrungen und Erscheinungen zu dieser Einsicht, so fängt sie dann erst an, ernstlicher über ihren Zustand und ihr Sein Betrachtungen zu machen und daraus auch eben mehr und mehr innezuwerden, dass sie die frühere, irdische Welt verlassen hat, und die Sehnsucht wird in ihr wacher, eine bleibendere und unwandelbarere Lebensstätte zu bekommen.

 

In solch einem Zustande wird sie von schon vollendeteren Geistern belehrt, was sie zu tun hat; und tut sie das, so wird es denn auch heller und heller in ihr, weil ihr innerer Geist sie mehr und mehr durchdringt.

 

Je mehr sie aber der innere Geist durchdringt und gleichsam in ihr wächst wie ein Kind im Mutterleibe, desto mehr Bestand fängt um sie herum alles anzunehmen an.

 

Wenn aber eine Seele einmal dahin kommt, dass ihr innerer Geist sie ganz durchdringt, dann kommt sie auch zum vollen Hellsehen und klaren Erkennen, zum vollsten Bewusstsein und zur klaren Erinnerung an alles: was sie war, wie sie geworden ist, was sie gemacht hat und wie die Welt, in der sie im Leibe gelebt, ausgesehen hat, und wie sie bestellt war.

 

Solch eine Seele kann dann sowohl diese Erde als auch den Mond, die Sonne, alle die andern um diese Sonne kreisenden Planeten oder Erden – was bisher freilich noch kein Sternkundiger, weder ein Grieche noch einer der alten ägyptischen PDOLOMEUZE (Feldmesser) erkannt hat – und auch die anderen Sonnen in einer oder mehreren Hülsengloben, die Ich euch schon gestern hinreichend erklärt habe, auf das allergenaueste durchschauen und sich an ihrer wunderbaren Gestaltung und Einrichtung wahrhaft im höchsten Grade ergötzen und die wahre und höchste Freude haben an der Liebe, Weisheit und Macht des einen Gottes. (Siehe auch unter "Startseite: Die Neuoffenbarung zu...", „Das Universum“)

 

Das steht also solch einer vollendeten Seele sicher und sogar notwendig bevor, und doch ist diese Eigenschaft einer lebensvollendeten Seele als ein mindester Grad der eigentlichen großen Seligkeit anzusehen, weil das allein eine vollendete Seele mit der Weile ebenso anzuwidern anfangen würde, wie es dich hier anwidern würde, wenn du diese noch so schöne Landschaft nur hundert Jahre nacheinander fort betrachten und bewundern müsstest.

 

Die größere Seligkeit einer Seele besteht doch offenbar nur darin, dass die vollendete Seele auch mit der wahrhaften göttlichen Schöpferkraft ausgerüstet und versehen ist und aus gottähnlicher Weisheit alles bewirken kann, was Gott Selbst auf ganz dieselbe Art und Weise bewirkt und hervorbringt.

 

Ein noch höherer und eigentlich schon beinahe allerhöchster Seligkeitsgrad einer vollendeten Seele aber besteht darin, dass sie Gott, den alleinigen Herrn und Schöpfer der Unendlichkeit, als ihren höchsten Lebensfreund fort und fort um sich haben und Ihn ohne alles Maß und ohne alle Grenzen lieben kann und mit Ihm in einem Augenblick die ganze geistige und materielle Schöpfung übersehen kann.

 

Das gar Allerhöchste der Seligkeit einer vollendeten Seele aber besteht darin, dass sie sich, als mit Gott durch die Liebe völlig vereint, auch in der vollsten göttlichen Freiheit befindet.“ (GEJ.07_066,02 ff)


4
Sage Ich: „Mein lieber Freund! Deine Ansichten gefallen Mir ganz gut, und der heilige Vater im Himmel hat stets eine rechte Freude daran, wenn Seine Kinder sich mit Ihm weise beraten; aber es sind gewisse Dinge, die einmal so sein müssen, und es muß dies und jenes zur Erreichung eines bestimmten Zweckes also geschehen, wie es geschieht, ohne das der Zweck unmöglich erreicht werden könnte.

 

Daher gibt es von Gott aus ein zweifaches Gesetz. Das eine ist ein rein mechanisches und heißt `Muß!`. Aus diesem Gesetz heraus gehen alle Formen und deren Gliederungen, nach denen sich dann die Tauglichkeit der Form erweist; an diesem mechanischen Gesetze kann ewig kein Häkchen verändert werden.

 

Das andere Gesetz heißt `Soll!`. Und diesem allein gilt die Lehre des Lebens!

Nach dem Gesetz des Lebens kannst du alle Häkchen des Ganzen vertilgen, zerstören oder gar vernichten, so macht das eben soviel nicht und ist eins; was da frei werden soll, das muß auch schon in seiner ersten Entwicklung frei sein!

 

Verbildet es sich auch ganz im freien innern Sein, so kann es darum das Mussgesetz über sich doch nicht aufheben; in der Form aber liegt gleichfort der Keim, der von neuem wieder zu treiben beginnt in der rechten Ordnung, das in der freien Lebenssphäre Verdorbene wieder ergreift und in die rechte Ordnung herüberzieht.

 

So siehst du Völker auf der Erde in aller Verdorbenheit stecken, was die Seele betrifft, aber ihre Gestalt bleibt, und so du sie ansiehst, musst du bekennen, dass es Menschen sind. Ihre Seelen zwar sind verzerrt durch allerlei Lügen, Falschheit und Bosheiten; zur rechten Zeit aber lasse Ich irgend mehr Wärme in den Lebenskeim dringen, und er fängt an zu wachsen, verzehrt die alte Unordnung der Seele wie die Graswurzel den auch schon faul gewordenen Wassertropfen, und es geht dann ein ganz gesunder, lebenskräftiger und in allen Teilen reiner Grashalm mit Blüte und Samen hervor.

 

Aus dem Grunde sollet ihr nicht und nie über ein verdorbenes Volk ein zu hartes Urteil fassen! Denn solange die Form bleibt, bleibt auch der reine Kern im Menschen, bleibt aber der, da kann auch noch ein Teufel zum Engel werden!

 

Gewöhnlich sind irrige Lehrer, Herrsch- und Habsucht einiger Mächtiger und eine zeitweilige Besitznahme von bösen Geistern, die das Fleisch und den Nervengeist der Menschen beschleichen, die steten Ursachen der Verderbung der Menschen und ihrer Seelen. Aber von einer gänzlichen Verderbung etwa auch des innersten Leibenskeimes kann keine Rede sein.

 

Sieh an den Mathael und seine vier Gefährten; wie waren sie von den argen Geistern zugerichtet! Ich erlöste die fünf davon und erweckte den Lebenskeim in ihnen, und siehe, was für vollkommene Menschen das nun sind!

 

Freilich gibt es Unterschiede unter den Menschen! Einige Seelen sind von oben her. Diese sind kräftiger, und die argen Geister dieser Erde können denn auch eine stärkere Fleischlebensprobe aushalten, ohne irgendeinen bedeutenden Schaden zu erleiden.

 

Wird bei denen der Geist, das ist der verborgene Urlebenskeim, erweckt, und durchdringt er dann mit seinen ewigen Lebenswurzeln die Seele durch und durch, so wird das nur wenig Verdorbene an solch einer Seele sogleich ausgeheilt, und der ganze Mensch steht vollendet da, - wie du solches an Mathael, Philopold und noch etlichen anderen ersehen kannst.

 

Mancher Menschen Seelen sind gar vormalige Engel der Himmel gewesen. Nun, bei denen kann leichtlich nichts verdorben werden!

 

Johannes der Täufer und mehrere Propheten, wie Moses, Elias, Jesaja und noch andere mehr, können dir als Beispiele dienen, und es gibt solcher noch jetzt mehrere auf dieser Erde, die aus den Himmeln gekommen sind, um hier mit Mir den schmalsten Weg des Fleisches durchzumachen.

 

Solche Menschen sind einer schon starken Fleischlebensprobe fähig und ertragen sie auch stets mit der größten Aufopferung.“ (GEJ.04_034,01 ff)


5
Der Herr: „Daß aber eine Menschenseele und entsprechend sogar ihr anfangs höchst unbehilflicher Leib also zusammengefügt sind, kann der tiefer denkende und fühlende Mensch aus gar manchen Erscheinungen an sich wenigsten nicht in zu unklaren Linien zu ahnen imstande sein.

 

Nimm die Unzahl der verschiedenartigsten Begriffe und Ideen, die eine Seele von nur einiger Bildung aus sich entwickeln und von denen allen sie sich auch eine Vorstellung – ob mehr oder weniger richtig, ist vorderhand gleich – machen kann, was ihr, wenn sie nicht aus einer Allumfassenheit gewisserart zusammengesetzt wäre, ebensowenig möglich wäre wie einem Ochsen oder Esel, den Plan zum Bau einer königlichen Burg zu zeichnen und sie nach demselben zu erbauen.

 

So du aber alle die verschiedenen Tiere sowohl in der Luft – wie allerlei Insekten und Vögel -, also auch die Tiere auf dem festen Erdboden und jene im Wasser betrachtest, so wirst du bei den meisten eine Baufähigkeit entdecken.

 

Siehe an die Bienen und andere diesem Insekt mehr oder weniger ähnliche Lufttierchen; siehe und betrachte die höchst verschieden erbauten Nester der Vögel; siehe an die Ameisen und noch andere Erdinsekten, die Spinne und die Raupen, weiter die Mäuse aller Art und Gattung, den Biber, der sich eine förmliche Hütte erbaut, die Füchse, Wölfe, Bären und noch eine Menge anderer Tiere, wie sie sich ihre Wohnungen für ihre Natur ganz zweckmäßig herstellen und einrichten; weiter betrachte die verschiedenen Tiere im Meere, namentlich die Schaltiere, - und du wirst bei ihnen eine oft selbst den besten Baumeister in großes Erstaunen setzende Bautätigkeit antreffen!

 

Nun, ein jedes Tier, vom kleinsten bis zum größten, hat freilich nur eine seiner einfachen Tierseelenintelligenz eigentümliche Baufähigkeit, kennt dazu das Baumaterial und benutzt es in seiner stets gleichförmigen Art und Weise; aber in der Menschenseele sind alle die tierischen Bauintelligenzfähigkeiten in einer Unzahl vorhanden, aus denen sie, wie durch ein stummes Bewusstwerden, auch eine Unzahl Begriffe und Ideen zusammenstellen und so ganz neue und große Formen schaffen kann.

 

Und so kann daher der Mensch bei nur einiger Bildung denn auch allerlei Wohnhäuser von höchster Verschiedenheit und zahllos viele andere Dinge aus sich erfinden und sie mit seinem Willen, Verstande und Fleiß auch ins Werk setzen.

 

Könnte er das, so in seiner Seele nicht alle die verschiedenartigsten Fähigkeiten auf dem gezeigten Wege vorhanden wären? Sicher nicht; denn selbst das nach dem Menschen intelligenteste Tier hat keine Phantasie und somit auch keine allumfassende Kompositionsgabe (Gestaltungsgabe).

 

Du sagst bei dir nun freilich: `Ja, warum musste denn eine Menschenseele auf solch einem langen und langwierigen Wege zu solchen Fähigkeiten gelangen?`

 

Und Ich sage es dir: Der ewig beste und weiseste Baumeister aller Dinge und Wesen weiß es am allerbesten, warum Er auf dieser Erde eben diesen Weg zur Bildung einer vollkommenen Menschenseele eingerichtet hat, und damit kannst du nach Meinem Worte zufrieden sein. Wenn du selbst in dir vollendeter werden wirst, dann wirst du auch den Grund deines langen und langwierigen Weges einsehen.

 

Ihr Römer, die Griechen und die Phönizier, wie auch die Ägypter, glaubten an eine Seelenwanderung und glauben an sie noch heutzutage (zur Lebenszeit Jesus) so wie die Perser, Indier, die Sihiniten jenseits der Hochberge im weiten, großen und fernen Osten auf großen Inseln, die vom größten Meere dieser Erde umflossen sind, wohnendes großes Volk, und so noch viele andere Völkerschaften auf der weiten Erde; aber allenthalben ist die den Urvätern der Erde wohlbekannte Wahrheit durch ihre mit der Zeit aufgestandenen habsüchtigen, anfänglichen Volkslehrer und späteren Priester voll Ehrgeiz und voll Herrschgier ganz verunstaltet und völlig verkehrt worden, - denn die wahre Art der Seelenwanderung hätte ihnen keine Opfer und Zinsen getragen, und so ließen sie die Menschenseelen in die Tiere zurückwandern und in den Tieren leiden, von welchen Leiden sie nur Priester um große Opfer befreien konnten. (GEJ.10_022,01 ff)


6
Der Herr: „Du kannst auf der ganzen Erde hin- und hergehen und du wirst der äußeren Erscheinung nach nichts als lauter Erzfeindschaft unter den Kreaturen finden.

 

Betrachte nur einmal die Sonne, die doch sicher die größte Wohltäterin für die Erde und alle Kreaturen ist, denn durch ihr Licht und ihre Wärme fängt alles an, sich neu zu beleben und wächst und wird stark. Das Pflanzenreich entsprießt wie neu auf dem Boden der Erde, bringt Frucht in der Ordnung seiner Art, und die Bäume werden saftig, treiben Knospen, Blätter, Blüten, und ihnen folgt die nach und nach reifende Frucht.

 

Eine zahllose Menge der mannigfachsten Art von geflügelten Insekten haben Eier gelegt, der Sonne Licht und ihre Wärme brüten sie aus und erfüllen die Luft mit zahllosen kleinen und größeren Kreaturen.

 

So geht es mit den Vögeln, mit den Fischen im Wasser und zahllos anderem Getier in diesem Element, und selbst die andern Tiere (auf dem Festland) und die Menschen haben die größte Freude an der Sonne, und sie ist somit, was Ich gesagt habe, wohl sicher die größte Wohltäterin der Erde und ihrer Kreaturen, - aber auch zugleich die größte Feindin der Erde und ihrer Kreaturen.

 

Denn siehe, es geht (dauert) gar nicht lange und die Sonne hat alles auf dem Erdboden ins Leben gerufen; sie nimmt dann zu an Licht und Wärme, und das in einem solchen Grade, dass sie im Sommer alles wieder tötet, was sie im Winter und Frühjahr geschaffen hat.

 

Eure Gegend hier ist selbst ein Beispiel davon. In der zweiten Hälfte des Winters bis zur ersten Hälfte des Frühjahrs grünt alles, und eure Gegend sieht wie ein Paradies aus. Was ist sie jetzt? Kaum im halben Herbst eine Steppe, in der man nur höchst selten irgend etwas Grünes noch findet. Alles ist verdorrt und ausgestorben.

 

Begib dich aber erst nach Afrika hinein, oder in die südlichsten Teile Arabiens, und du wirst viele Tagereisen weit zu machen haben, ohne irgend etwas Lebendes anzutreffen; denn die Hitze der Sonne tötet alles, was sie allenfalls in einem Winter noch zum Vorschein gebracht hatte.

 

In den sogenannten gemäßigten Erdgürteln geht es noch am löblichsten zu; aber dafür dauern dort die Winterzeiten um vieles länger denn hier, und Pflanzen und Tiere gedeihen nicht mehr in solch üppiger Fülle wie in diesen warmen Erdstrichen.

 

Und so wirst du allenthalben auf der Erde finden, dass die Sonne einesteils die größte Wohltäterin der Erde, andernteils aber wieder ihre größte Feindin ist.

 

Selbst das Meer, das unter den hauptheißen Gürteln liegt, ist, wenn die Sonne ihre größte Kraft entwickelt, sehr wenig von Fischen und andern Meerestieren belebt; diese flüchten sich dann entweder mehr gegen Norden oder mehr gegen Süden, je nachdem die Sonne entweder mehr auf der einen oder auf der andern Hälfte ihre größte Hitzkraft entfaltet.

 

Und siehe, in welchem Verhältnis die Sonne zur Erde steht, in demselben Verhältnis befinden sich alle die Kreaturen auf Erden gegenseitig mehr oder weniger!

 

So ist dies zum Beispiel schon unter den Elementen der Fall. Ist das Wasser nach der Sonne nicht einer der größten Wohltäter auf der Erde? Wünscht sich nicht ein jeder Landmann, dessen Äcker, Wiesen und Gärten trocken werden, einen segenvollen Regen? Und so dieser kommt, jauchzt gewisserart alle Kreatur voll Freuden auf!

 

Lassen wir aber statt eines segensvollen Regens heftige Wolkenbrüche kommen, und niemand auf der ganzen Erde wird deren Nützlichkeit loben; denn sie zerstören durch ihre mächtigen Fluten alles, was ihnen unterkommt, und hinterlassen dann weit gedehnt einen wüstern Boden, welchem der Menschenfleiß oft nach Jahrhunderten bei aller Anstrengung keine Nutzbarkeit mehr abgewinnen kann.

 

Ebenso sind die verschiedenen Winde überaus große Wohltäter für den Boden der Erde und für die physische Gesundheit aller Kreaturen. Arten sie aber in große Stürme und Orkane aus, da stiften sie wenig Nutzen, sondern nur Schaden, das heißt vom Gesichtspunkt eurer menschlichen Vernunft aus betrachtet, weil diese die vehementen Erscheinungen in ihrem Wirken zu einem großartigen nützlichen Zwecke hin nicht zu beurteilen imstande ist.

 

Also geht es auch unter den Pflanzen, unter denen es viele edle gibt, aber noch mehr unedle, die ihr mit dem Worte `Unkraut` bezeichnet.

 

So jemand einen reinen Acker hat zur Aussaat des Weizens und der Gerste, so werden diese zwei edlen Getreidegattungen auch rein und wohl gut gedeihen, so aber ein Feind käme und säte ihm zur Nachtzeit eine Menge Unkrautsamen auf seinen Weizen- und Gerstenacker, und das Unkraut ginge dann zwischen dem edlen Getreide auf, so wird es dasselbe bald erdrücken und ersticken.

 

Es gibt überhaupt Pflanzengattungen, die keine andere Pflanze emporkommen lassen, wenn sie sich irgendeines größeren oder kleineren Landstriches ordentlich bemächtigt haben.

 

Und ebenso hast du jetzt dasselbe auch im Reiche der Tiere vor dir. Eines dient dem andern dem Fleische nach zum Fraße und zur Nahrung, und der Mensch, als seinem Fleische nach selbst tierischer Art, ist und bleibt das größte Raubtier. Denn eine Gazelle, ein Schaf flüchten, so sie einen Wolf, Bären, Löwen, Tiger oder dergleichen reißende Tiere mehr in ihre Nähe kommen sehen; der Mensch aber, so er mit allerlei durch seinen Verstand erfundenen Waffen versehen ist, ergreift die Flucht vor solchen bösen Tieren nicht, sondern macht nur gierig Jagd auf sie, um sich ihres Pelzwerks zu bemächtigen und mitunter auch ihr Fleisch in einen wohlschmeckenden Braten am Feuer umzuwandeln.

 

Deine Frage besteht aber eigentlich darin: warum Ich solche Feindseligkeiten auf einem Weltkörper, wie diese Erde einer ist, zulasse. Und Ich sage dir darauf, dass es außer dieser Erde eine zahllose Menge von viel größeren Erdkörpern gibt, und du wirst auf ihnen entweder gar keine oder nur höchst wenige der diesirdischen Feindseligkeiten unter den Kreaturen antreffen.

 

Ja, warum denn das gerade auf dieser Erde? Und Ich sage dir: Weil eben die Menschen dieser Erde ihrer Seele und ihrem Geiste nach also gestellt sind, dass sie Kinder Gottes werden können, wodurch sie dann eben dasselbe vermögen, was Ich Selbst vermag, darum es denn auch schon zu den Alten ist gesagt worden durch den Mund der Propheten: `Ihr seid Meine Kinder und somit Götter, wie Ich, als euer Vater, Gott bin!`

 

Um aber eine Seele so zu stellen, so muß sie, wie man zu sagen pflegt, nach einer langen Reihe von Jahren aus einer Unzahl von Seelenpartikeln aus dem Reiche aller Kreaturen auf dieser Erde gewisserart zusammengefügt werden, und es ist dieses Zusammenfügen der oft endlos vielen Kreaturseelen eben das, was die alten Weisen, die davon wohl Kenntnis hatten, die `Wanderung der Seelen`nannten.

 

Die äußeren materiellen Formen der Kreaturen verzehren sich wohl gegenseitig, dadurch aber werden viele in den Kreaturen wohnende Seelen frei, und es vereinigen sich die gleichartigen und werden in eine nächste, höhere Stufe wieder in eine materielle Form eingezeugt, und so fort bis zum Menschen.

 

Und wie es mit der Seele geht, so geht es auch mit ihrem jenseitigen Geiste, der der eigentliche Erwecker, Fortführer, Bildner und Erhalter der Seelen ist bis zur Menschenseele, die dann erst in ihre volle Freiheitssphäre tritt und sich selbst in der moralischen Hinsicht weiter fortzubilden imstande ist.

 

Wenn die Seele sich bis zu einem gewissen Grade der geistigen Vollkommenheit durch sich selbst erhoben hat, dann erst vereinigt sich ihr jenseitiger Licht- und Liebegeist mit ihr, und der ganze Mensch beginnt von da an, Gott in allem ähnlicher und ähnlicher zu werden; und wird dann der Leib von der Seele genommen, so ist sie dann schon ein vollkommen gottähnliches Wesen und kann aus sich heraus alles ins Dasein rufen und auch weise erhalten.

 

Das, was Ich dir jetzt gesagt habe, findet aber nur auf dieser Erde statt und auf keinem andern Weltkörper sonst in solch überschwänglicher Fülle wie eben auf dieser Erde, und wer Verstand hat, der verstehe aus dem Grunde: Weil diese Erde eben Meinem Herzen entspricht, Ich Selbst aber auch nur ein Herz und nicht mehrere besitze, so kann es auch nur einen Weltkörper geben, von Mir aus gestellt, der Meinem Herzen und zwar dessen innerstem Lebenspunkte völlig entspricht.

 

Das wirst du nun freilich nicht ganz klar einsehen, und wollte Ich das deinem Verstande möglichst klarmachen, so hätten wir über tausend Jahre lang zu tun, bis du Meine innere Weisheit nur ein wenig heller zu verstehen anfingst.

 

Wenn aber du eins wirst mit Meinem Geiste in deiner Seele, so wirst du auch in einem Augenblick mehr einsehen und begreifen, als du jetzt selbst auf dem Wege des mühsamsten Forschens in tausend Jahren begreifen und einsehen würdest.

 

Und jetzt, weil Ich gerade da bin und Mir alle Dinge möglich sind, will Ich dir zeigen, was aus der heutigen, von dir gesehenen und beobachteten Jagd in seelischer Hinsicht geworden ist.

 

Du hast doch gesehen, wie ein Riesenaar sich am Ende des schon mit der Gazelle gesättigten Schakals bemächtigt hat, mit ihm in die Höhe flog und ihn dann auf einen steinigen Boden herabfallen ließ, bei welcher Gelegenheit dieses Raubtier auch seinen sicheren Tod fand, darauf aber von dem Aar wieder ergriffen und weit nach Süden hin getragen wurde, wo der Aar zwischen den Steinfelsen sein Nest und Domizil hatte.

 

Dort mit seiner Beute angekommen, ließ er sie abermals, da sie ihm schon etwas zu schwer wurde, von einer ziemlichen Höhe hinabfallen. Die Beute aber prallte gegen eine Felswand und fiel in eine ziemlich tiefe Talschlucht hinab. In dieser Talschlucht weideten arabische Hirten ihre spärlichen Herden und ersahen bald, wie sich der Riesenaar, als ein diesen Hirten bekannter Feind ihrer Herden, stets mehr und mehr in die Tiefe herabsenkte, um seine ihm zu tief ins Tal hinabfallende Beute zu holen.

 

Als die Hirten solches merkten, spannten sie sogleich ihre Bogen und zielten nach dem sich stets tiefer herabsenkenden Aar, und als er nach ihrer Berechnung tief genug herunter kam, schossen sie ihre Bogen mit den scharfen Pfeilen los, - und siehe, der Aar ward von drei Hirten wohl getroffen, fiel tot in die Talschlucht und ward als eine ordentliche Siegestrophäe von den Hirten in Empfang genommen.

 

Der arme Schakal mit seiner Gazelle aber liegt noch zwischen den niederen Felsen, in die er hinabgefallen ist, und wird erst nach einiger Zeit von andern Raubvögeln verzehrt werden.

 

Und nun sieh her! Da vor der Tür steht schon eine Menschengestalt, wie die eines Kindes, und wartet, bei einer nächsten Zeugung in den Leib einer Mutter aufgenommen zu werden.

 

Und hinter dieser Seelenerscheinung siehst du eine Lichtgestalt; das ist schon dieser Seele jenseitiger Geist, der dafür Sorge tragen wird, dass diese – gegenwärtig noch – Naturseele bei der allernächsten Gelegenheit in einem Mutterleibe versorgt wird.

 

Und nun hast du auch das gesehen, wie aus den letzten drei, schon vollkommenen Tierstufen – freilich mit vielen tausend Verangängen – eine Menschenseele zum Vorschein gekommen ist.

 

Es wird davon ein männliches Kind zur Welt geboren werden, aus dem, so es wohl erzogen wird, ein großer Mann werden kann. Das Gemütliche (Gemütvolle) der Gazelle wird sein Herz regieren, das Schlaue des Schakals seine Vernunft und das Kräftige des Riesenaars seinen Verstand, seinen Mut und seinen Willen. Sein Hauptcharakter wird ein kriegerischer sein, den er aber durch sein Gemüt und durch sein Klugheit mäßigen und als ein sehr brauchbarer Mensch in was immer für einem Stande werden kann. Wird er aber ein Krieger, so wird er zwar auch durch seinen Mut Glück haben, aber ebenfalls eine Beute der andern kriegerischen Waffen werden.

 

Damit du das Kind aber gleich von der Geburt an beobachten kannst, so wird dein irdischer Nachbar schon im nächsten Jahre als sein Vater auftreten können.

 

Und nun weißt du alles, und Ich habe dir nun etwas gesagt und gezeigt, was Ich bis jetzt noch keinem Menschen in der Art gesagt und gezeigt habe." – (GEJ.10_183,01 ff)


7
Der Herr: „Es ist ganz wahr, dass auf dieser Erde alles Leben fortwährend allerlei Feinden ausgesetzt ist und stets kampfbereit dastehen muß, um sich als Leben zu behaupten.

 

Allein dieser Kampf gilt ja nur der durch den allmächtigen Willen Gottes gerichteten Materie, die stets dann am meisten zu leiden hat, so ihr inneres Geistwesen, das wir Seele nennen, sich von der losen Materie trennt und in einen vollkommeneren Lebensgrad aufsteigt.

 

Siehe, alle Materie dieser Erde – vom härtesten Steine bis zum Äther hoch über den Wolken – ist Seelensubstanz, aber in einem notwendig gerichteten und somit gefesteten Zustande.

 

Ihre Bestimmung aber ist, wieder ins ungebundene, rein geistige Sein zurückzukehren, so sie eben durch diese Isolierung die  Lebensselbständigkeit erreicht hat.

 

Um aber diese durch eine stets erhöhte Selbsttätigkeit zu erlangen, so muß die aus der gebundenen Materie frei gemachte Seele alle möglichen Lebensstufen durchmachen und muß sich in jeder neuen Lebensstufe auch wieder von neuem in einen materiellen Leib einpuppen, aus dem sie dann wieder neue Lebens- und Tätigkeitssubstanzen an sich zieht und solche sich zu eigen macht.

 

Ist eine Seele – was ihr jenseitiger Geist aus Gott gar helle sieht – einmal in einem Leibe, sei es der einer Pflanze oder der eines Tieren, durch die erforderliche Ausreifung fähig, in eine höhere Lebensstufe aufzusteigen, so veranlasst ihr sie stets fortbildender jenseitiger Geist, dass ihr der für fernerhin unbrauchbare Leib abgenommen wird, damit sie dann, als schon mit höheren Intelligenzen begabt, sich einen andern Leib bilden kann, in welchem sie eine kürzere oder auch längere Zeit hindurch sich wieder zu einer größeren Lebens- und Tätigkeitsintelligenz emporarbeiten kann, und das so fort bis zum Menschen hinauf, wo sie, als schon völlig frei, dann als im letzten Leibe zum vollen Selbstbewusstsein gelangen wird, zur Erkenntnis Gottes, zur Liebe zu Ihm und dadurch zur vollen Vereinigung mit ihrem jenseitigen Geiste gelangen wird, welche Vereinigung wir die Neu- oder Wiedergeburt im Geiste nennen.

 

Hat eine Menschenseele diesen Lebensgrad erreicht, so ist sie vollendet und kann als dann als ein vollkommen selbständiges Sein und Leben nicht mehr von dem allgemeinsten göttlichen Allsein und All-Leben zerstört und verschlungen werden.

 

Das sicherste Zeichen der schon erlangten Lebensselbständigkeit einer Menschenseele ist und besteht darin, dass sie Gott erkennt und Ihn sogar aus allen ihren Kräften liebt.

 

Denn solange eine Seele Gott nicht erkennt als ein Wesen wie außer ihr seiend, ist sie noch wie blind und stumm von der Gewalt der göttlichen Allmacht nicht ledig; da muß sie dann noch gar gewaltig kämpfen, um sich aus solchen Fesseln loszumachen.

 

Aber sowie eine Seele anfängt, den wahren Gott wie außer ihr seiend zu erkennen und durch das Gefühl ihrer Liebe zu Ihm Ihn ordentlich wesenhaft wahrzunehmen, dann ist sie schon von den Banden der göttlichen Allmacht frei und gehört dann auch schon stets mehr und mehr sich selbst an und ist sonach Selbstschöpferin ihres eigenen Seins und Lebens und dadurch eine selbständige Freundin Gottes für alle Ewigkeiten der Ewigkeiten.

 

Wenn aber also, so verliert das eigentlich Wesen ja eigentlich gar nichts, so demselben der für es weiterhin unbrauchbare Leib abgenommen wird, damit es dann schneller seine endliche Bestimmung erreichen kann.

 

Was liegt denn am Leibe dieses Kaninchens, mit dem sich der Aar seinen Hunger stillt, - dabei aber des Tierchens Seele frei macht, so dass diese nun schon in der vollen Fähigkeit steht, in eine höhere Lebensstufe aufzusteigen?

 

Der Aar aber hat eben auch seine Seele, die derselben Bestimmung entgegengeht.

 

Im Fleische und Blute des Kaninchens aber befinden sich auch noch gröbere Seelensubstanzen. Diese werden mit den Seelensubstanzen des Aars darum vereinigt, damit des Aars Seele dadurch etwas sanfter und intelligenter wird und nach dem Verluste ihres Leibes schon etwa gar zu einer Menschenseele werden kann, und das zu einer ganz ansehnlichen, mit viel Licht, Mut und Kraft begabten.

 

Auf dieser Erde ist einmal die Einrichtung als für die auf ihr zu erziehenden Kinder Gottes. Das Leben ist und bleibt so lange ein Kampf mit allerlei Feinden, bis es sich über alle Materie als ein Sieger aus eigener Kraft emporgerungen hat.

 

Und so darfst du dich über die materiellen Lebensfeinde gar nicht wundern; denn sie sind nicht Feinde des eigentlichen Lebens, sondern nur Feinde des materiellen Scheinlebens, das eigentlich gar kein Leben ist, sondern nur ein Werkzeug des wahren, inneren, geistigen Seelenlebens, mittels welchem sich dieses stets höher und höher zur wahrsten eigentlichsten Lebensfreiheit emporarbeiten kann, was ohne dieses zeitliche Mitleben gar nicht denkbar möglich wäre.

 

Gott kann infolge Seiner Allmacht freilich einen Geist mit vollendeter Weisheit und Macht aus Sich hinausstellen oder erschaffen, und das in einem Momente gleich zahllose viele, - aber alle solche Geister haben keine Selbständigkeit; denn ihr Wollen und Handeln ist kein anderes als das göttliche Selbst, das unaufhörlich in sie einfließen muß, auf dass sie sind, sich bewegen und handeln nach dem Zuge des göttlichen Willens. Sie sind für sich gar nichts, sondern pur momentane Gedanken und Ideen Gottes.

 

Sollen sie aber mit der Zeit möglich selbständig werden, so müssen sie den Weg der Materie oder des gerichteten und also gefesteten Willens Gottes durchmachen, auf die Art, wie ihr sie auf dieser Erde vor euren Augen habt.

 

Haben sie das, dann sind sie erst aus sich selbständige, selbstdenkende und freiwillig handelnde Kinder Gottes, die zwar auch allzeit den Willen Gottes tun, aber nicht weil er ihnen durch die Allmacht Gottes aufgedrungen ist, sondern sie erkennen solchen als höchst weise und bestimmen sich selbst, nach solchem zu handeln, was dann für sie selbst lebensverdienstlich ist und ihnen erst des Lebens höchste Seligkeit und Wonne gibt.

 

Siehe, du Mein lieber Freund, so stehen diese Sachen, und eben daran, dass sie so stehen, kannst du des einigen, wahren Gottes höchste Weisheit immer mehr erkennen und bewundern, da du daraus ersehen kannst, wie Gott aus Seiner höchsten Liebe und Weisheit Seine höchsteigenen Gedanken und Ideen zu selbständigen, Ihm vollkommen ähnlichen Kindern gestaltet und erzieht!

 

Wenn du das nur so einigermaßen begriffen hast, so sage Mir nun dein Urteil über all das Naturleben!“ (GEJ.06_133,02 ff)


8
Der Herr:
„Darum suche ein jeder von euch, seine Seele durch ihre eigene Kraft zu retten; denn so sie ins Gericht kommt, wird sie sich dann wohl retten können ohne Mittel dazu, so sie hier mit so vielen Mitteln, die ihr zu Gebote stehen, sich nicht retten kann, ohne zu bedenken, dass sie sich selbst ein unschätzbares Gut sein sollte, das, so es verloren geht, aus sich mit nichts wieder erkauft oder erworben werden kann?!

 

Jeder suche daher vor allem zu retten seine Seele! Denn Ich sage es allen, dass es jenseits also sein wird: Wer da hat die Liebe, die Wahrheit und also die rechte Ordnung Gottes in sich, dem wird dort alsogleich noch gar vieles hinzugegeben werden; wer aber das nicht hat oder viel zuwenig hat, dem wird auch noch das, was er allenfalls noch hat, genommen werden, auf dass er dann gar nichts habe und nackt, mittellos und somit ohne Hilfe dastehe.

 

Wer wird sich da seiner erbarmen und für ihn geben eine Löse?!

 

Wahrlich, sage Ich euch: Hier zählt eine Stunde mehr denn dort tausend Jahre! – Diese Worte schreibet euch tief ins Herz; aber vorderhand behalte sie ein jeder bei sich!“ (GEJ.06_013,09 f)

 

 

Siehe auch linke Randspalte unter "Grundbegriffe der Neuoffenbarung", "Texte der Neuoffenbarung zu...", Themen "Körper, Seele und Geist", "Vernunft, Verstand und freier Wille", "Kommentare / Dokumentationen", Thema "Die Geist- und Seelebegriffe im Jesuswerk durch Jakob Lorber" u.a.

„Ja, Mein Freund, eine Sonne, eine Erde und alle Dinge auf

ihr zu erschaffen, ist eine leichte Sache! Dazu bedarf es keiner

so langen Zeit. Auch gerichtete Tier- und Pflanzenseelen

erschaffen ist nicht schwer. Aber eine Seele herzustellen, die in

allem Mir völlig ähnlich sei, ist auch für den allmächtigen

Schöpfer eine durchaus schwere Sache, weil Mir da die Allmacht

nichts nützen kann, sondern nur die Weisheit und die größte

Geduld und Langmut! (GEJ.04_246,05)

Über die Seele

Die Seele als etwas Zusammengefügtes / die Seele im Jenseits / das Soll- und Muß-Gesetz / zur Seelenwanderung / Feindschaft unter den Kreaturen / hier auf Erden zählt eine Stunde mehr als im Jenseits tausend Jahre...

1

Der Herr: „Sehet, der Leib ist Materie und besteht aus den gröbsten urseelischen Substanzen, die durch die Macht und Weisheit des göttlichen und ewigen Geistes in jene organische Form gezwängt werden, die der einen solchen Formleib bewohnenden freieren Seele in allem Nötigen wohl entspricht.

Die in einem Leib wohnende Seele aber ist natürlich anfangs um nicht viel reiner als ihr Leib, weil sie aus der unreinen Urseele des gefallenen Satans stammt. (Siehe auch unter „Satan und Materiewelt“) Der Leib ist für die noch unlautere Seele eigentlich nichts als eine höchst weise und übergut und zweckmäßig eingerichtete Läuterungsmaschine.

In der Seele aber wohnt schon der reine Funke des Geistes Gottes, aus dem sie ein rechtes Bewusstsein ihrer selbst und der göttlichen Ordnung in der Stimme des Gewissens überkommt.

Daneben ist der Leib für außen hin mit allerlei Sinnen versehen und kann hören, sehen, fühlen, riechen und schmecken; dadurch bekommt die Seele allerlei Kunde von der Außenwelt, gute und wahre, schlechte und falsche.

Aus dem Urteile des in ihr wohnenden Geistes fühlt sie in sich bald, was da gut und was schlecht ist; anderseits macht sie auch durch die äußeren Sinne ihres Leibes Erfahrungen von guten und schlechten, wohltuenden und schmerzlichen und anderen Eindrücken, und überdies wird der Seele von Gott, auf dem Wege der außerordentlichen Offenbarung von innen und von außen her, durchs Wort, der Weg der Ordnung Gottes gezeigt.

Also ausgerüstet, kann dann die Seele allerdings ganz nach der leicht zu erkennenden göttlichen Ordnung sich frei selbst zu bestimmen imstande sein, was natürlich nicht anders sein kann, weil die Seele sonst unmöglich zu irgendeiner für ewig andauernden, in sich abgeschlossenen, aber doch freien Existenz gelangen könnte.

Denn jede Seele, die fortbestehen will, muß sich durch die ihr gegebenen Mittel selbst als fortbestandsfähig gestalten und gewisserart ausbauen, ansonst sie am Ende entweder das Los des Leibes teilen kann, oder sie tritt als noch zu dreiviertel unausgebildet aus dem Leibe, der als völlig verdorben zur weiteren und gänzlichen Ausbildung der Seele gar nicht mehr taugt, und dann wird sie genötigt sein, in einer viel unbequemeren Maschine auf eine gewöhnlich sehr traurige und schmerzliche Weise ihre weitere Vollendung fortzusetzen.

Der Leib aber ist, weil aus lauter in tiefem Gerichte noch seienden Teilen bestehend und darum des Todes fähig, bei und für jeden Menschen die Hölle im engsten Sinne; die Materie aller Welten aber ist die Hölle im weitesten Sinne, in die der Mensch durch seinen Leib gegeben ist.

Wer nun viel für seinen Leib sorgt, der sorgt offenbar auch für seine höchst eigene Hölle und nährt und mästet sein Gericht und seinen Tod zu seinem höchst eigenen Untergange.

Der Leib muß zwar eine gewisse Nahrung bekommen, damit er stets fähig ist, der Seele für die hohen Lebenszwecke die entsprechenden Dienste zu leisten; aber wer da zu ängstlich sorgt für den Leib und nahezu Tag und Nacht hadert und arbeitet und handelt, der sorgt offenbar für seine Hölle und für seinen Tod.

Wenn der Leib die Seele reizt, sich für seine sinnliche Befriedigung in alle Tätigkeit zu werfen, so rührt das stets von den vielen unlauteren Natur- oder gerichteten Materiegeistern her, die so ganz eigentlich das Wesen des Leibes ausmachen. Gibt die Seele den Anforderungen des Leibes zuviel Gehör und tut danach, so tritt sie mit ihnen in Verbindung und steigt auf diese Weise in ihre höchst eigene Hölle und in ihren höchst eigenen Tod. Und tut die Seele solches, so begeht sie eine Sünde wider die Ordnung Gottes in ihr.

Verharrt die Seele darin mit Liebe und köstlichem Behagen, so ist sie ebenso unrein wie ihres Leibes unreinste und gerichtete Geister, bleibt dadurch in der Sünde, somit in der Hölle und im Tode. Wenn sie auf der Welt auch gleich ihrem Leibe nach fortlebt, so ist sie aber dennoch so gut wie tot, fühlt auch den Tod in sich und hat eine große Furcht vor ihm. Denn die Seele kann in solcher ihrer Sünde und Hölle tun, was sie nur immer will, so kann sie dennoch kein Leben finden, obschon sie dasselbe liebt über alle Maßen.

Sehet, darin liegt auch der Grund, aus dem heraus nun viele tausendmal Tausende von Menschen von einem Leben der Seele nach dem Tode ihres Leibes ebensoviel wissen wie ein Stein, der am Wege liegt; und so man ihnen irgend etwas davon sagt, so lachen sie höchstens oder werden gar erbost, treiben den Weisen zur Tür hinaus und weisen ihn, solche Dummheiten, die nichts als eine Lüge seien, den Windschweinen vorzutragen!

Und doch soll ein jeder Mensch längstens bis in sein dreißigstes Jahr in sich so weit mit der Bildung seines Ichs fertig sein, dass ihm das folgende freieste, seligste Leben nach dem Tode des Leibes so vollbewusst und sicher wäre wie einem Aar der Flug in der hohen freien Luft!

Aber wie weit sind Menschen, die danach erst zu fragen anfangen, noch entfernt davon! Und wie weit aber erst hernach jene, die davon gar nichts hören wollen und einen solchen Glauben sogar für eine Dummheit halten, die kaum irgendeiner erheiternden Lache wert sei! – Solche Menschen befinden sich demnach ihr ganzes Erdenleben hindurch in der vollsten Hölle und im schon vollsten Tode.

Nun aber kann sich eine Seele schon ganz gereinigt haben, und es wird ihr oft dennoch eine geraume Zeit gegeben nun zur Mitreinigung zunächst ihres in und an und für sich noch immer unlauteren Leibes und seiner Geister, wodurch der ganz edlere Leibesteil sich endlich auch aus der Seele die Unsterblichkeit anzieht und jüngst nach dem Tode des gröbsten Teiles seiner Wesenheit mit der Seele zu ihrer Vollkräftigung mit erweckt wird.

Bei solchen schon reinen Seelen geschieht es denn auch, dass sie dennoch dann und wann, so ihre Hölle, das heißt ihr Leibe, nicht selten noch sehr begehrend auftritt, auf eine kurze Zeit in solche ihre eigene Hölle treten, mit anderen Worten gesagt, in das Begehren des Leibes und seiner Geister eingehen. Solche Seelen aber können dann nicht mehr völlig unrein gemacht werden, sondern sind nur für so lange unrein, als sie sich im Pfuhle ihrer Leibesgeister aufhalten; sie aber können es darinnen nimmer lange aushalten und kehren sonach gar bald in ihren ganz reinen Zustand zurück, in dem sie dann wieder ebenso rein sind, als wären sie nie unrein gewesen. Dabei aber haben sie in ihrer Hölle auf eine Zeitlang Ruhe und Ordnung hergestellt und können sich hernach wieder desto ungestörter im Lichte ihres Geistes bewegen und stärken.“ (GEJ.02_210,01 ff)

2

Der Herr: „Du meinst aber nun ebenfalls großirrtümlich, dass von jetzt an nur jene Seelen ein ewiges Leben nach des Leibes Tod haben werden, die nun Mein Wort hören, an Mich glauben und nach Meiner Lehre leben und handeln, alle andern Seelen aber für ewig vernichtet würden.

Gegen solche deine Meinung, die nun auch vielen andern Menschen eigen ist, kann Ich dir auf pur vernunftgründigem Wege vorerst nur das sagen, dass eines jeden Menschen Leben eine Kraft aus Gott ist, die Gott Selbst mit aller Seiner Allmacht ebensowenig zerstören und vernichten kann wie Sich Selbst; denn würde Gott die aus Ihm allein hervorgegangenen Lebenskräfte zerstören und vernichten können, so müsste Er da bei Sich zuerst anfangen, weil im Grund des Grundes ja eben Er selbst alles in allem von Ewigkeit her ist!

Gott kann wohl jegliche Materie, die nichts als Seine durch Seinen Willen festgehaltene Idee ist, auflösen und sie in Geistiges und Unwandelbares zurücktreten lassen, aber vernichten ewig nicht, weil Er sich Selbst und Seine Ihm ewig klaren Gedanken und Ideen nicht vernichten kann.

Daß aber aller Menschen Seelen, ob gute oder böse, nach des Leibes Tod fortleben, davon haben bei allen Völkern der Erde gewisse mehr in sich gekehrte Menschen mehr als viele tausendmal Tausende von allersprechendsten und überzeugendsten Beispielen erlebt, indem sie mit den Seelen der leiblich Verstorbenen oft sogar jahrelangen Verkehr und belehrenden Umgang hatten.

So aber pure und ganz materielle Weltmenschen daran nicht glauben aus dem Grunde, weil ihnen noch nie etwas Ähnliches zu Gesichte gekommen sei, kann da etwa auch Gott die Schuld gegeben werden? Diese Weltmenschen suchen das ja nie, und so finden sie es auch nicht; die es aber suchen, die finden es auch unter allen Völkern der Erde.

Sieh, diese Römer hatten Mir Selbst von solchen Erscheinungen erzählt, die sie selbst erlebt haben! Sind sie darum unwahr für dich, weil du noch nichts Ähnliches gesehen und wahrgenommen hast?

Hinter Asias höchsten Bergen im weiten Osten besteht ein großes Kaiserreich, das Sihna oder China heißt. Besteht es darum etwa nicht, weil du es noch niemals gesehen hast? Und noch weiter im Osten, ganz vom großen Weltmeere

umflossen, besteht abermals ein großes Kaiserreich namens Jhipon (Japan). Besteht es etwa deshalb auch nicht, weil du bis jetzt noch nie etwas davon gehört hast? Ja, Freund, auf dieser Erde bestehen noch gar große Reiche und Weltteile außer den dir bekannten drei Weltteilen, wenn du sie auch nicht kennst; aber Ich kenne sie und kann dir sagen, dass sie da sind und von den Menschen in der Zukunft auch aufgefunden werden.

Überall aber leben schon Menschen und sind nicht ohne Offenbarung von oben und von seiten solcher Geister, die einst dort auch im Fleische gewandelt haben. Daß aber solcher Menschen Seelen nicht alsogleich beim Hinübertritt ins Reich der Geister sich in einer solchen Lebenslichtvollendung befinden können, das ist doch sicher und leicht daraus erklärbar, weil auch hier die Menschen, deren Seelen sehr weltliebig geworden sind, nur schwer und mühsam auf den rechten Lebenslichtweg zu bringen sind.

Der Leib des Menschen kann weder etwas glauben noch wollen; er dient der Seele eine kurze Zeit nur als ein Werkzeug zur Tätigkeit nach außen und sonach auch zu ihrer Ausbildung. Das Denken, Lieben, Wollen und Handeln nach den erkannten Wahrheiten ist Sache der Seele.

Wie schwer und mühsam aber oft eine weltliebige und zur Trägheit geneigte Seele das reine Gute und Wahre begreift und sich danach zu handeln entschließt, das kannst du an deinen eigenen Kindern merken; und so geht es einer hier verwahrlosten Seele im großen Jenseits sicher noch um vieles schlimmer, weil sie sich in dem Leibesleben in allerlei Irrtümer und daraus im Falschen und Bösen begründet hat. Eine solche Begründung aber ist gleich wie eine Erhärtung der Liebe und des Willens der Seele, welche beide aber eben das Leben und das individuelle Sein ausmachen. Wenn Ich da einer solchen Seele ihre Liebe und ihren Willen auf einmal hinwegschaffte, so wäre dadurch ja auch die ganze Seele hinweggeschafft!

Es muß daher mit solchen Seelen gar behutsam zu Werke gegangen werden, um sie so nach und nach, von ihnen ganz unbemerkt, auf den rechten Weg zu bringen. Dazu gehört aber eine gar allerhöchste göttliche Liebe, Weisheit und Geduld; denn man muß eine solche Seele, stets nur wie von außen her einwirkend, in solche Zustände durch ihr Wollen, Trachten und Handeln kommen lassen, in denen sie aus sich innezuwerden anfängt, dass sie sich in großen Irrtümern befindet. Fängt eine Seele an, diese in sich wahrzunehmen, dann wird in ihr auch schon der Wunsch rege, den Grund zu erfahren, aus dem sie, sozusagen, auf kein grünes Gras, sondern nur auf düsterem und fruchtlosere Wüsteneien gelangt.

Nun, in solch einem Zustande ist es dann erst an der Zeit, solch einer Seele einen ihr wie ganz ebenbürtig aussehenden weisen Geist entgegenkommen zu lassen, der sich dann mit ihr über dies und jenes besprechen kann, wodurch es denn in solch einer verirrten Seele dann auch schon lichter wird und sie nun wie völlig aus sich zu erkennen anfängt, dass sie sich in großen Irrtümern befindet und sich nach dem wahren Lichte stets mehr und mehr zu sehnen anfängt.

Du siehst nun ganz leicht, dass in einem solchen schon besseren Zustande eine Seele schon anders zu denken anfängt und ihre Liebe und ihr Wollen als ihr eigentliches Ich, Leben und Sein eine andere Richtung aus sich selbst nimmt; ist das nun da, so kommt dann eine ehedem noch so im Finstern wandelnde Seele auch bald und leicht zum wahren Lebenslichte.

Aber eine nach deiner Meinung urplötzliche Umwandlung der Seele wäre soviel wie ihre völlige Vernichtung. Ich hätte ja auch, statt hier bei den Juden, bei euch Römern oder auch bei einem andern Heidenvolke als das, was Ich hier bin, auftreten können; aber was hätte das bei dem blinden und sehr abergläubischen Volke für eine Wirkung gemacht, gegen die auch die weiseste Lehre nicht gefruchtet hätte? Siehe, das Volk hätte Mich für einen oder den andern Gott zu halten und anzubeten angefangen und Mir Opfer gebracht in Hülle und Fülle, und Meine Jünger, die auch schon so manches in Meinem Namen zu wirken vermögen, hätte es als Halbgötter angestaunt und ihnen auch Opferaltäre und sogar Tempel erbaut, und so hätte Ich bei einem heidnischen Volke sein Götzentum nicht nur nicht zerstört und aufgehoben, sondern nur vermehrt.

Die Juden aber, die besonders in dieser Zeit zumeist ganz glaubenslos geworden sind, obschon sie die Schrift und die Verheißung Meiner Herniederkunft haben, aber aus der Tradition doch noch wissen, wie Gott das Volk geführt hat, wenn sie daran auch zweifeln, sind eben am geeignetsten noch, Meine persönliche Gegenwart zu ertragen, da sie mit Mir keine Abgötterei treiben können. Denn die Mich erkennen, die wissen es aus dem rechten Grunde, wer Ich bin; die Ungläubigen aber halten Mich für einen Magier und die Mittelklasse für einen Propheten. Da ist sonach mit Meiner Gegenwart keine Seele in ihrer Eigentümlichkeit und in ihrem freien Willen gefährdet, und so muß denn das Licht auch von dem Judenvolke in alle Welt ausgehen.

Wenn du mit deiner Verstandesschärfe nun dies von Mir dir Gesagte so ganz genau prüfst, dann wirst du schon innewerden, dass du Mir gegenüber mit einer ganz irrigen Meinung aufgetreten bist.

Wenn Gott nicht der Menschen zur stets größeren Sättigung Seiner Liebe bedurft hätte, so hätte Er sie auch nie erschaffen; da Er sie aber erschaffen hat, so kümmert Er sich auch um sie und um ihre ewige Erhaltung und zeigt dadurch, dass Ihm gar alles an den Menschen gelegen ist. Es sollte den Menschen darum aber auch alles an Gott gelegen sein! Hast du, Mein Freund, das nun wohl begriffen?“(GEJ.08_128,08)

3

Sagte Agrikola: „Herr und Meister, dass des Menschen Seele auch nach dem Tode des Leibes fortlebt, das ist nun eine völlig abgemachte Sache der klarsten Wahrheit. Aber wo kommt sie hin, und was ist eigentlich ihr Wesen und was das des ganz reinen Geistes? Da Raum nach Deiner Belehrung unendlich ist, so müssen ja auch die Seelen selbst der reinsten Geister sich innerhalb des endlos ewig großen Raumes befinden; denn ein Außerhalb desselben kann es ja unmöglich irgend geben.

Dann noch eine Frage: Welche Gestalt hat für sich eine Seele oder gar ein reiner Geist, und warum kann ein natürlicher Mensch nicht immer die Seelen und Geister sehen? Herr, nur auf diese meine Fragen gib mir noch eine lichtvolle Antwort, und ich will Dich dann um nichts mehr fragen; denn unsere volle Unwissenheit in dieser Sache ist eigentlich dasjenige, was uns das Sterben gar bitter und angstvoll macht. Haben wir Menschen aber auch darin ein genügend helles Licht, so werden wir leicht sterben und nicht ängstlich am tollen Leben des Fleisches hängen.“

Sagte Ich: „Ja, das wäre Mir etwas sehr Leichtes, dir das zu erklären, wenn du nur das freie Verständnis dafür besäßest; aber das besitzest du eben noch nicht, obwohl du seit deinem Hiersein schon gar vieles in eben dieser Hinsicht von Mir wohlbeleuchtet vernommen und auch in wohlgeordneten Wunderzeichen selbst gesehen und erfahren hast. Und so ist das eine schwere Sache, dir diese Sache noch näher zu beleuchten, als sie dir schon beleuchtet worden ist.

Die Seele des Menschen ist eine rein ätherische Substanz, also – wenn du das fassen kannst – aus sehr vielen Lichtatomen oder möglich kleinsten Teilchen zu einer vollkommenen Menschenform zusammengesetzt durch die Weisheit und durch den allmächtigen Willen Gottes, und der reine Geist ist eben der von Gott ausgehende Wille, der da ist das Feuer der reinsten Liebe in Gott.

Der reine Geist ist ein Gedanke Gottes, hervorgehend aus Seiner Liebe und Weisheit, und wird zum wahren Sein durch den Willen Gottes.

Da aber Gott in Sich ist ein Feuer aus Seiner Liebe und Weisheit, so ist das gleiche auch der in ein eigenes Sein realisierte und gewisserart aus Gott getretene Gedanke. Wie aber das Feuer eine Kraft ist, so ist dann solch ein Gedanke aus Gott auch eine Kraft in sich, ist sicher selbst bewusst und kann

für sich wirken in eben jener Klarheit, aus der er hervorgegangen ist. Als eine Reinkraft durchdringt er alles, was du Materie nennst, kann aber von der Materie nicht durchdrungen werden, weil die Materie im weiteren Verlaufe nichts ist als eine Außenäußerung des Geistes aus Gott.

Die Seele ist gewisserart durch die Kraft des Geistes wieder aufgelöste Materie, die in des Geistes eigene Urform, durch seine Kraft genötigt, übergeht und sodann, mit ihrem Geiste vereint, gleichsam seinen lichtätherisch-substantiellen Leib ausmacht, so wie die Seele aus der sie umgebenden Fleischmaterie, wenn diese völlig verwest und aufgelöst worden ist, sich durch ihren rein geistkräftigen Willen ihr einstiges Kleid formt und bildet.

Da hast du nun eine ganz kurze und vollwahre Darstellung dessen, was die Seele für sich ist und was der reine Geist für sich ist. (Siehe hierzu auch die Randspalte unter „Seele und Geist“)

Wohin aber eine Seele beim Austritt aus ihrem Leibe kommt, das dem Ort im Raume nach zu bestimmen, wird für dich wohl noch schwerer zu fassen sein; aber Ich will dir dessen ungeachtet einen Wink geben, aus dem du für dich einiges Licht ziehen kannst. Denn das Eigentliche wirst du erst dann in dir selbst erfahren, wenn du eben auch in dir selbst zur vollen Wiedergeburt oder vollen Einigung des Geistes mit deiner Seele gelangt sein wirst, weil solches die Seele so lange nie völlig fassen kann, solange sie sich nicht durch die Kraft des Geistes in ihr also gestaltet, dass sie fähig ist, sich mit dem Geiste völlig zu einen.

Raumörtlich hält sich eine Seele nach dem Abfalle ihres Leibes – besonders in ihrer ersten Seinsperiode – gewöhnlich dort auf, wo sie sich im Leibe auf der Erde aufgehalten hat, das heißt, wenn sie also noch nicht völlig vollends ins fleischlose jenseitige Reich übertritt.

In solchem Falle sieht und hört sie aber von der Naturwelt, die sie im Leibe bewohnt hat, dennoch nichts, wenn sie sich auch räumlich auf eben derselben Welt befindet. Ihr Sein ist mehr oder weniger wie ein heller Traum, in welchem die Seele auch in einer gleichsam aus ihr hervorgegangenen Gegend oder Landschaft lebt und ganz so tut und handelt, als befände sie sich in einer ganz natürlichen Welt, und es geht ihr die verlassene Naturwelt nicht im geringsten ab.

Aber durch Zulassungen von Gott aus wird die von ihr bewohnte Gegen oft vernichtet, und die Seele befindet sich in einer andern, die ihrem inneren Zustande ganz angemessen ist. Bei einer solchen Seele dauert es dann oft wohl

lange, bis sie durch manche Belehrung dahin kommt, dass das alles, was sie dort zu besitzen wähnt, eitel und nichtig ist. Kommt sie einmal aus manchen Erfahrungen und Erscheinungen zu dieser Einsicht, so fängt sie dann erst an, ernstlicher über ihren Zustand und ihr Sein Betrachtungen zu machen und daraus auch eben mehr und mehr innezuwerden, dass sie die frühere, irdische Welt verlassen hat, und die Sehnsucht wird in ihr wacher, eine bleibendere und unwandelbarere Lebensstätte zu bekommen.

In solch einem Zustande wird sie von schon vollendeteren Geistern belehrt, was sie zu tun hat; und tut sie das, so wird es denn auch heller und heller in ihr, weil ihr innerer Geist sie mehr und mehr durchdringt. Je mehr sie aber der innere Geist durchdringt und gleichsam in ihr wächst wie ein Kind im Mutterleibe, desto mehr Bestand fängt um sie herum alles anzunehmen an.

Wenn aber eine Seele einmal dahin kommt, dass ihr innerer Geist sie ganz durchdringt, dann kommt sie auch zum vollen Hellsehen und klaren Erkennen, zum vollsten Bewusstsein und zur klaren Erinnerung an alles: was sie war, wie sie geworden ist, was sie gemacht hat und wie die Welt, in der sie im Leibe gelebt, ausgesehen hat, und wie sie bestellt war.

Solch eine Seele kann dann sowohl diese Erde als auch den Mond, die Sonne, alle die andern um diese Sonne kreisenden Planeten oder Erden – was bisher freilich noch kein Sternkundiger, weder ein Grieche noch einer der alten ägyptischen PDOLOMEUZE (Feldmesser) erkannt hat – und auch die anderen Sonnen in einer oder mehreren Hülsengloben, die Ich euch schon gestern hinreichend erklärt habe, auf das allergenaueste durchschauen und sich an ihrer wunderbaren Gestaltung und Einrichtung wahrhaft im höchsten Grade ergötzen und die wahre und höchste Freude haben an der Liebe, Weisheit und Macht des einen Gottes. (Siehe auch unter „Das Universum“)

Das steht also solch einer vollendeten Seele sicher und sogar notwendig bevor, und doch ist diese Eigenschaft einer lebensvollendeten Seele als ein mindester Grad der eigentlichen großen Seligkeit anzusehen, weil das allein eine vollendete Seele mit der Weile ebenso anzuwidern anfangen würde, wie es dich hier anwidern würde, wenn du diese noch so schöne Landschaft nur hundert Jahre nacheinander fort betrachten und bewundern müsstest.

Die größere Seligkeit einer Seele besteht doch offenbar nur darin, dass die vollendete Seele auch mit der wahrhaften göttlichen Schöpferkraft ausgerüstet und versehen ist und aus gottähnlicher Weisheit alles bewirken kann, was Gott Selbst auf ganz dieselbe Art und Weise bewirkt und hervorbringt.

Ein noch höherer und eigentlich schon beinahe allerhöchster Seligkeitsgrad einer vollendeten Seele aber besteht darin, dass sie Gott, den alleinigen Herrn und Schöpfer der Unendlichkeit, als ihren höchsten Lebensfreund fort und fort um sich haben und  Ihn ohne alles Maß und ohne alle Grenzen lieben kann und mit Ihm in einem Augenblick die ganze geistige und materielle Schöpfung übersehen kann.

Das gar Allerhöchste der Seligkeit einer vollendeten Seele aber besteht darin, dass sie sich, als mit Gott durch die Liebe völlig vereint, auch in der vollsten göttlichen Freiheit befindet.“ (GEJ.07_066,02 ff)

4

Sage Ich: „Mein lieber Freund! Deine Ansichten gefallen Mir ganz gut, und der heilige Vater im Himmel hat stets eine rechte Freude daran, wenn Seine Kinder sich mit Ihm weise beraten; aber es sind gewisse Dinge, die einmal so sein müssen, und es muß dies und jenes zur Erreichung eines bestimmten Zweckes also geschehen, wie es geschieht, ohne das der Zweck unmöglich erreicht werden könnte.

Daher gibt es von Gott aus ein zweifaches Gesetz. Das eine ist ein rein mechanisches und heißt `Muß!`. Aus diesem Gesetz heraus gehen alle Formen und deren Gliederungen, nach denen sich dann die Tauglichkeit der Form erweist; an diesem mechanischen Gesetze kann ewig kein Häkchen verändert werden. Das andere Gesetz heißt `Soll!`. Und diesem allein gilt die Lehre des Lebens!

Nach dem Gesetz des Lebens kannst du alle Häkchen des Ganzen vertilgen, zerstören oder gar vernichten, so macht das eben soviel nicht und ist eins; was da frei werden soll, das muß auch schon in seiner ersten Entwicklung frei sein! Verbildet es sich auch ganz im freien innern Sein, so kann es darum das Mussgesetz über sich doch nicht aufheben; in der Form aber liegt gleichfort der Keim, der von neuen wieder zu treiben beginnt in der rechten Ordnung, das in der freien Lebenssphäre Verdorbene wieder ergreift und in die rechte Ordnung herüberzieht.

So siehst du Völker auf der Erde in aller Verdorbenheit stecken, was die Seele betrifft, aber ihre Gestalt bleibt, und so du sie ansiehst, musst du bekennen, dass es Menschen sind. Ihre Seelen zwar sind verzerrt durch allerlei Lügen, Falschheit und Bosheiten; zur rechten Zeit aber lasse Ich irgend mehr Wärme in den Lebenskeim dringen, und er fängt an zu wachsen, verzehrt die alte Unordnung der Seele wie die Graswurzel den auch schon faul gewordenen Wassertropfen, und es geht dann ein ganz gesunder, lebenskräftiger und in allen Teilen reiner Grashalm mit Blüte und Samen hervor.

Aus dem Grunde sollet ihr nicht und nie über ein verdorbenes Volk ein zu hartes Urteil fassen! Denn solange die Form bleibt, bleibt auch der reine Kern im Menschen, bleibt aber der, da kann auch noch ein Teufel zum Engel werden!

Gewöhnlich sind irrige Lehrer, Herrsch- und Habsucht einiger Mächtiger und eine zeitweilige Besitznahme von bösen Geistern, die das Fleisch und den Nervengeist der Menschen beschleichen, die steten Ursachen der Verderbung

der Menschen und ihrer Seelen. Aber von einer gänzlichen Verderbung etwa auch des innersten Leibenskeimes kann keine Rede sein.

Sieh an den Mathael und seine vier Gefährten; wie waren sie von den argen Geistern zugerichtet! Ich erlöste die fünf davon und erweckte den Lebenskeim in ihnen, und siehe, was für vollkommene Menschen das nun sind!

Freilich gibt es Unterschiede unter den Menschen! Einige Seelen sind von oben her. Diese sind kräftiger, und die argen Geister dieser Erde können denn auch eine stärkere Fleischlebensprobe aushalten, ohne irgendeinen bedeutenden Schaden zu erleiden. Wird bei denen der Geist, das ist der verborgene Urlebenskeim, erweckt, und durchdringt er dann mit seinen ewigen Lebenswurzeln die Seele durch und durch, so wird das nur wenig Verdorbene an solch einer Seele sogleich ausgeheilt, und der ganze Mensch steht vollendet da, - wie du solches an Mathael, Philopold und noch etlichen anderen ersehen kannst.

Mancher Menschen Seelen sind gar vormalige Engel der Himmel gewesen. Nun, bei denen kann leichtlich nichts verdorben werden!

Johannes der Täufer und mehrere Propheten, wie Moses, Elias, Jesaja und noch andere mehr, können dir als Beispiele dienen, und es gibt solcher noch jetzt mehrere auf dieser Erde, die aus den Himmeln gekommen sind, um hier mit Mir den schmalsten Weg des Fleisches durchzumachen. Solche Menschen sind einer schon starken Fleischlebensprobe fähig und ertragen sie auch stets mit der größten Aufopferung.“ (GEJ.04_034,01 ff)

5

Der Herr: „Daß aber eine Menschenseele und entsprechend sogar ihr anfangs höchst unbehilflicher Leib also zusammengefügt sind, kann der tiefer denkende und fühlende Mensch aus gar manchen Erscheinungen an sich wenigsten nicht in zu unklaren Linien zu ahnen imstande sein.

Nimm die Unzahl der verschiedenartigsten Begriffe und Ideen, die eine Seele von nur einiger Bildung aus sich entwickeln und von denen allen sie sich auch eine Vorstellung – ob mehr oder weniger richtig, ist vorderhand gleich – machen kann, was ihr, wenn sie nicht aus einer Allumfassenheit gewisserart zusammengesetzt wäre, ebensowenig möglich wäre wie einem Ochsen oder Esel, den Plan zum Bau einer königlichen Burg zu zeichnen und sie nach demselben zu erbauen.

So du aber alle die verschiedenen Tiere sowohl in der Luft – wie allerlei Insekten und Vögel -, also auch die Tiere auf dem festen Erdboden und jene im Wasser betrachtest, so wirst du bei den meisten eine Baufähigkeit entdecken. Siehe an die Bienen und andere diesem Insekt mehr oder weniger ähnliche Lufttierchen; siehe und betrachte die höchst verschieden erbauten Nester der Vögel; siehe an die Ameisen und noch andere Erdinsekten, die Spinne und die Raupen, weiter die Mäuse aller Art und Gattung, den Biber, der sich eine förmliche Hütte erbaut, die Füchse, Wölfe, Bären und noch eine Menge anderer Tiere, wie sie sich ihre Wohnungen für ihre Natur ganz zweckmäßig herstellen und einrichten; weiter betrachte die verschiedenen Tiere im Meere, namentlich die Schaltiere, - und du wirst bei ihnen eine oft selbst den besten Baumeister in großes Erstaunen setzende Bautätigkeit antreffen!

Nun, ein jedes Tier, vom kleinsten bis zum größten, hat freilich nur eine seiner einfachen Tierseelenintelligenz eigentümliche Baufähigkeit, kennt dazu das Baumaterial und benutzt es in seiner stets gleichförmigen Art und Weise; aber in der Menschenseele sind alle die tierischen Bauintelligenzfähigkeiten in einer Unzahl vorhanden, aus denen sie, wie durch ein stummes Bewusstwerden, auch eine Unzahl Begriffe und Ideen zusammenstellen und so ganz neue und große Formen schaffen kann.

Und so kann daher der Mensch bei nur einiger Bildung denn auch allerlei Wohnhäuser von höchster Verschiedenheit und zahllos viele andere Dinge aus sich erfinden und sie mit seinem Willen, Verstande und Fleiß auch ins Werk setzen. Könnte er das, so in seiner Seele nicht alle die verschiedenartigsten Fähigkeiten auf dem gezeigten Wege vorhanden wären? Sicher nicht; denn

selbst das nach dem Menschen intelligenteste Tier hat keine Phantasie und somit auch keine allumfassende Kompositionsgabe (Gestaltungsgabe).

Du sagst bei dir nun freilich: `Ja, warum musste denn eine Menschenseele auf solch einem langen und langwierigen Wege zu solchen Fähigkeiten gelangen?`

Und Ich sage es dir: Der ewig beste und weiseste Baumeister aller Dinge und Wesen weiß es am allerbesten, warum Er auf dieser Erde eben diesen Weg zur Bildung einer vollkommenen Menschenseele eingerichtet hat, und damit kannst du nach Meinem Worte zufrieden sein. Wenn du selbst in dir vollendeter werden wirst, dann wirst du auch den Grund deines langen und langwierigen Weges einsehen.

Ihr Römer, die Griechen und die Phönizier, wie auch die Ägypter, glaubten an eine Seelenwanderung und glauben an sie noch heutzutage (zur Lebenszeit Jesus) so wie die Perser, Indier, die Sihiniten jenseits der Hochberge im weiten, großen und fernen Osten auf großen Inseln, die vom größten Meere dieser Erde umflossen sind, wohnendes großes Volk, und so noch viele andere Völkerschaften auf der weiten Erde; aber allenthalben ist die den Urvätern der Erde wohlbekannte Wahrheit durch ihre mit der Zeit aufgestandenen habsüchtigen, anfänglichen Volkslehrer und späteren Priester voll Ehrgeiz und voll Herrschgier ganz verunstaltet und völlig verkehrt worden, - denn die wahre Art der Seelenwanderung hätte ihnen keine Opfer und Zinsen getragen, und so ließen sie die Menschenseelen in die Tiere zurückwandern und in den Tieren leiden, von welchen Leiden sie nur Priester um große Opfer befreien konnten.

(GEJ.10_022,01 ff)

6

Der Herr: „Du kannst auf der ganzen Erde hin- und hergehen und du wirst der äußeren Erscheinung nach nichts als lauter Erzfeindschaft unter den Kreaturen finden.

Betrachte nur einmal die Sonne, die doch sicher die größte Wohltäterin für die Erde und alle Kreaturen ist, denn durch ihr Licht und ihre Wärme fängt alles an, sich neu zu beleben und wächst und wird stark. Das Pflanzenreich entsprießt wie neu auf dem Boden der Erde, bringt Frucht in der Ordnung seiner Art, und die Bäume werden saftig, treiben Knospen, Blätter, Blüten, und ihnen folgt die nach und nach reifende Frucht.

Eine zahllose Menge der mannigfachsten Art von geflügelten Insekten haben Eier gelegt, der Sonne Licht und ihre Wärme brüten sie aus und erfüllen die Luft mit zahllosen kleinen und größeren Kreaturen.

So geht es mit den Vögeln, mit den Fischen im Wasser und zahllos anderem Getier in diesem Element, und selbst die andern Tiere (auf dem Festland) und die Menschen haben die größte Freude an der Sonne, und sie ist somit, was Ich gesagt habe, wohl sicher die größte Wohltäterin der Erde und ihrer Kreaturen, - aber auch zugleich die größte Feindin der Erde und ihrer Kreaturen.

Denn siehe, es geht (dauert) gar nicht lange und die Sonne hat alles auf dem Erdboden ins Leben gerufen; sie nimmt dann zu an Licht und Wärme, und das in einem solchen Grade, dass sie im Sommer alles wieder tötet, was sie im Winter und Frühjahr geschaffen hat.

Eure Gegend hier ist selbst ein Beispiel davon. In der zweiten Hälfte des Winters bis zur ersten Hälfte des Frühjahrs grünt alles, und eure Gegend sieht wie ein Paradies aus. Was ist sie jetzt? Kaum im halben Herbst eine Steppe, in der man nur höchst selten irgend etwas Grünes noch findet. Alles ist verdorrt und ausgestorben.

Begib dich aber erst nach Afrika hinein, oder in die südlichsten Teile Arabiens, und du wirst viele Tagereisen weit zu machen haben, ohne irgend etwas Lebendes anzutreffen; denn die Hitze der Sonne tötet alles, was sie allenfalls in einem Winter noch zum Vorschein gebracht hatte.

In den sogenannten gemäßigten Erdgürteln geht es noch am löblichsten zu; aber dafür dauern dort die Winterzeiten um vieles länger denn hier, und Pflanzen und Tiere gedeihen nicht mehr in solch üppiger Fülle wie in diesen warmen Erdstrichen. Und so wirst du allenthalben auf der Erde finden, dass die Sonne einesteils die größte Wohltäterin der Erde, andernteils aber wieder ihre größte Feindin ist.

Selbst das Meer, das unter den hauptheißen Gürteln liegt, ist, wenn die Sonne ihre größte Kraft entwickelt, sehr wenig von Fischen und andern Meerestieren belebt; diese flüchten sich dann entweder mehr gegen Norden oder mehr gegen Süden, je nachdem die Sonne entweder mehr auf der einen oder auf der andern Hälfte ihre größte Hitzkraft entfaltet.

Und siehe, in welchem Verhältnis die Sonne zur Erde steht, in demselben Verhältnis befinden sich alle die Kreaturen auf Erden gegenseitig mehr oder weniger!

So ist dies zum Beispiel schon unter den Elementen der Fall. Ist das Wasser nach der Sonne nicht einer der größten Wohltäter auf der Erde? Wünscht sich nicht ein jeder Landmann, dessen Äcker, Wiesen und Gärten trocken werden, einen segenvollen Regen? Und so dieser kommt, jauchzt gewisserart alle Kreatur voll Freuden auf!

Lassen wir aber statt eines segensvollen Regens heftige Wolkenbrüche kommen, und niemand auf der ganzen Erde wird deren Nützlichkeit loben; denn sie zerstören durch ihre mächtigen Fluten alles, was ihnen unterkommt, und hinterlassen dann weit gedehnt einen wüstern Boden, welchem der Menschenfleiß oft nach Jahrhunderten bei aller Anstrengung keine Nutzbarkeit mehr abgewinnen kann.

Ebenso sind die verschiedenen Winde überaus große Wohltäter für den Boden der Erde und für die physische Gesundheit aller Kreaturen. Arten sie aber in große Stürme und Orkane aus, da stiften sie wenig Nutzen, sondern nur Schaden, das heißt vom Gesichtspunkt eurer menschlichen Vernunft aus betrachtet, weil diese die vehementen Erscheinungen in ihrem Wirken zu einem großartigen nützlichen Zwecke hin nicht zu beurteilen imstande ist.

Also geht es auch unter den Pflanzen, unter denen es viele edle gibt, aber noch mehr unedle, die ihr mit dem Worte `Unkraut` bezeichnet.

So jemand einen reinen Acker hat zur Aussaat des Weizens und der Gerste, so werden diese zwei edlen Getreidegattungen auch rein und wohl gut gedeihen, so aber ein Feind käme und säte ihm zur Nachtzeit eine Menge Unkrautsamen auf seinen Weizen- und Gerstenacker, und das Unkraut ginge dann zwischen dem edlen Getreide auf, so wird es dasselbe bald erdrücken und ersticken.

Es gibt überhaupt Pflanzengattungen, die keine andere Pflanze emporkommen lassen, wenn sie sich irgendeines größeren oder kleineren Landstriches ordentlich bemächtigt haben.

Und ebenso hast du jetzt dasselbe auch im Reiche der Tiere vor dir. Eines dient dem andern dem Fleische nach zum Fraße und zur Nahrung, und der Mensch, als seinem Fleische nach selbst tierischer Art, ist und bleibt das größte Raubtier. Denn eine Gazelle, ein Schaf flüchten, so sie einen Wolf, Bären, Löwen, Tiger oder dergleichen reißende Tiere mehr in ihre Nähe kommen sehen; der Mensch aber, so er mit allerlei durch seinen Verstand erfundenen Waffen versehen ist, ergreift die Flucht vor solchen bösen Tieren nicht, sondern macht nur gierig Jagd auf sie, um sich ihres Pelzwerks zu bemächtigen und mitunter auch ihr Fleisch in einen wohlschmeckenden Braten am Feuer umzuwandeln.

Deine Frage besteht aber eigentlich darin: warum Ich solche Feindseligkeiten auf einem Weltkörper, wie diese Erde einer ist, zulasse. Und Ich sage dir darauf, dass es außer dieser Erde eine zahllose Menge von viel größeren Erdkörpern gibt, und du wirst auf ihnen entweder gar keine oder nur höchst wenige der diesirdischen Feindseligkeiten unter den Kreaturen antreffen.

Ja, warum denn das gerade auf dieser Erde? Und Ich sage dir: Weil eben die Menschen dieser Erde ihrer Seele und ihrem Geiste nach also gestellt sind, dass sie Kinder Gottes werden können, wodurch sie dann eben dasselbe vermögen, was Ich Selbst vermag, darum es denn auch schon zu den Alten ist gesagt worden durch den Mund der Propheten: `Ihr seid Meine Kinder und somit Götter, wie Ich, als euer Vater, Gott bin!`

Um aber eine Seele so zu stellen, so muß sie, wie man zu sagen pflegt, nach einer langen Reihe von Jahren aus einer Unzahl von Seelenpartikeln aus dem Reiche aller Kreaturen auf dieser Erde gewisserart zusammengefügt werden, und es ist dieses Zusammenfügen der oft endlos vielen Kreaturseelen eben das, was die alten Weisen, die davon wohl Kenntnis hatten, die `Wanderung der Seelen`nannten.

Die äußeren materiellen Formen der Kreaturen verzehren sich wohl gegenseitig, dadurch aber werden viele in den Kreaturen wohnende Seelen frei, und es vereinigen sich die gleichartigen und werden in eine nächste, höhere Stufe wieder in eine materielle Form eingezeugt, und so fort bis zum Menschen.

Und wie es mit der Seele geht, so geht es auch mit ihrem jenseitigen Geiste, der der eigentliche Erwecker, Fortführer, Bildner und Erhalter der Seelen ist bis zur Menschenseele, die dann erst in ihre volle Freiheitssphäre tritt und sich selbst in der moralischen Hinsicht weiter fortzubilden imstande ist.

Wenn die Seele sich bis zu einem gewissen Grade der geistigen Vollkommenheit durch sich selbst erhoben hat, dann erst vereinigt sich ihr jenseitiger Licht- und Liebegeist mit ihr, und der ganze Mensch beginnt von da an, Gott in allem ähnlicher und ähnlicher zu werden; und wird dann der Leib von der Seele genommen, so ist sie dann schon ein vollkommen gottähnliches Wesen und kann aus sich heraus alles ins Dasein rufen und auch weise erhalten.

Das, was Ich dir jetzt gesagt habe, findet aber nur auf dieser Erde statt und auf keinem andern Weltkörper sonst in solch überschwänglicher Fülle wie eben auf dieser Erde, und wer Verstand hat, der verstehe aus dem Grunde: Weil diese Erde eben Meinem Herzen entspricht, Ich Selbst aber auch nur ein Herz und nicht mehrere besitze, so kann es auch nur einen Weltkörper geben, von Mir aus gestellt, der Meinem Herzen und zwar dessen innerstem Lebenspunkte völlig entspricht.

Das wirst du nun freilich nicht ganz klar einsehen, und wollte Ich das deinem Verstande möglichst klarmachen, so hätten wir über tausend Jahre lang zu tun, bis du Meine innere Weisheit nur ein wenig heller zu verstehen anfingst.

Wenn aber du eins wirst mit Meinem Geiste in deiner Seele, so wirst du auch in einem Augenblick mehr einsehen und begreifen, als du jetzt selbst auf dem Wege des mühsamsten Forschens in tausend Jahren begreifen und einsehen würdest.

Und jetzt, weil Ich gerade da bin und Mir alle Dinge möglich sind, will Ich dir zeigen, was aus der heutigen, von dir gesehenen und beobachteten Jagd in seelischer Hinsicht geworden ist.

Du hast doch gesehen, wie ein Riesenaar sich am Ende des schon mit der Gazelle gesättigten Schakals bemächtigt hat, mit ihm in die Höhe flog und ihn dann auf einen steinigen Boden herabfallen ließ, bei welcher Gelegenheit dieses Raubtier auch seinen sicheren Tod fand, darauf aber von dem Aar wieder ergriffen und weit nach Süden hin getragen wurde, wo der Aar zwischen den Steinfelsen sein Nest und Domizil hatte. Dort mit seiner Beute angekommen,

ließ er sie abermals, da sie ihm schon etwas zu schwer wurde, von einer ziemlichen Höhe hinabfallen.

Die Beute aber prallte gegen eine Felswand und fiel in eine ziemlich tiefe Talschlucht hinab. In dieser Talschlucht weideten arabische Hirten ihre spärlichen Herden und ersahen bald, wie sich der Riesenaar, als ein diesen Hirten bekannter Feind ihrer Herden, stets mehr und mehr in die Tiefe herabsenkte, um seine ihm zu tief ins Tal hinabfallende Beute zu holen.

Als die Hirten solches merkten, spannten sie sogleich ihre Bogen und zielten nach dem sich stets tiefer herabsenkenden Aar, und als er nach ihrer Berechnung tief genug herunter kam, schossen sie ihre Bogen mit den scharfen Pfeilen los, - und siehe, der Aar ward von drei Hirten wohl getroffen, fiel tot in die Talschlucht und ward als eine ordentliche Siegestrophäe von den Hirten in Empfang genommen. Der arme Schakal mit seiner Gazelle aber liegt noch zwischen den niederen Felsen, in die er hinabgefallen ist, und wird erst nach einiger Zeit von andern Raubvögeln verzehrt werden.

Und nun sieh her! Da vor der Tür steht schon eine Menschengestalt, wie die eines Kindes, und wartet, bei einer nächsten Zeugung in den Leib einer Mutter aufgenommen zu werden. (Siehe hierzu auch Randspalte, unter  „Vom Menschen“, 7. und 8.) Und hinter dieser Seelenerscheinung siehst du eine Lichtgestalt; das ist schon dieser Seele jenseitiger Geist, der dafür Sorge tragen wird, dass diese – gegenwärtig noch – Naturseele bei der allernächsten Gelegenheit in einem Mutterleibe versorgt wird.

Und nun hast du auch das gesehen, wie aus den letzten drei, schon vollkommenen Tierstufen – freilich mit vielen tausend Verangängen – eine Menschenseele zum Vorschein gekommen ist.

Es wird davon ein männliches Kind zur Welt geboren werden, aus dem, so es wohl erzogen wird, ein großer Mann werden kann. Das Gemütliche (Gemütvolle) der Gazelle wird sein Herz regieren, das Schlaue des Schakals seine Vernunft und das Kräftige des Riesenaars seinen Verstand, seinen Mut und seinen Willen. Sein Hauptcharakter wird ein kriegerischer sein, den er aber durch sein Gemüt und durch sein Klugheit mäßigen und als ein sehr brauchbarer Mensch in was immer für einem Stande werden kann. Wird er aber ein Krieger, so wird er zwar auch durch seinen Mut Glück haben, aber ebenfalls eine Beute der andern kriegerischen Waffen werden.

Damit du das Kind aber gleich von der Geburt an beobachten kannst, so wird dein irdischer Nachbar schon im nächsten Jahre als sein Vater auftreten können.

Und nun weißt du alles, und Ich habe dir nun etwas gesagt und gezeigt, was Ich bis jetzt noch keinem Menschen in der Art gesagt und gezeigt habe. – Aber nun nehmen wir wieder etwas Brot und Wein und stärken uns nach dieser ziemlich lang anhaltenden Erklärung!“ (GEJ.10_183,01 ff)

7

Der Herr: „Es ist ganz wahr, dass auf dieser Erde alles Leben fortwährend allerlei Feinden ausgesetzt ist und stets kampfbereit dastehen muß, um sich als Leben zu behaupten. Allein dieser Kampf gilt ja nur der durch den allmächtigen Willen Gottes gerichteten Materie, die stets dann am meisten zu leiden hat, so ihr inneres Geistwesen, das wir Seele nennen, sich von der losen Materie trennt und in einen vollkommeneren Lebensgrad aufsteigt.

Siehe, alle Materie dieser Erde – vom härtesten Steine bis zum Äther hoch über den Wolken – ist Seelensubstanz, aber in einem notwendig gerichteten und somit gefesteten Zustande. Ihre Bestimmung aber ist, wieder ins ungebundene, rein geistige Sein zurückzukehren, so sie eben durch diese Isolierung die Lebensselbständigkeit erreicht hat. Um aber diese durch eine stets erhöhte Selbsttätigkeit zu erlangen, so muß die aus der gebundenen Materie frei gemachte Seele alle möglichen Lebensstufen durchmachen und muß sich in jeder neuen Lebensstufe auch wieder von neuem in einen materiellen Leib einpuppen, aus dem sie dann wieder neue Lebens- und Tätigkeitssubstanzen an sich zieht und solche sich zu eigen macht.

Ist eine Seele – was ihr jenseitiger Geist aus Gott gar helle sieht – einmal in einem Leibe, sei es der einer Pflanze oder der eines Tieren, durch die erforderliche Ausreifung fähig, in eine höhere Lebensstufe aufzusteigen, so veranlasst ihr sie stets fortbildender jenseitiger Geist, dass ihr der für fernerhin unbrauchbare Leib abgenommen wird, damit sie dann, als schon mit höheren Intelligenzen begabt, sich einen andern Leib bilden kann, in welchem sie eine kürzere oder auch längere Zeit hindurch sich wieder zu einer größeren Lebens- und Tätigkeitsintelligenz emporarbeiten kann, und das so fort bis zum Menschen hinauf, wo sie, als schon völlig frei, dann als im letzten Leibe zum vollen Selbstbewusstsein gelangen wird, zur Erkenntnis Gottes, zur Liebe zu Ihm und dadurch zur vollen Vereinigung mit ihrem jenseitigen Geiste gelangen wird, welche Vereinigung wir die Neu- oder Wiedergeburt im Geiste nennen.

Hat eine Menschenseele diesen Lebensgrad erreicht, so ist sie vollendet und kann als dann als ein vollkommen selbständiges Sein und Leben nicht mehr von dem allgemeinsten göttlichen Allsein und All-Leben zerstört und verschlungen werden.

Das sicherste Zeichen der schon erlangten Lebensselbständigkeit einer Menschenseele ist und besteht darin, dass sie Gott erkennt und Ihn sogar aus allen ihren Kräften liebt. Denn solange eine Seele Gott nicht erkennt als ein Wesen wie außer ihr seiend, ist sie noch wie blind und stumm von der Gewalt der göttlichen Allmacht nicht ledig; da muß sie dann noch gar gewaltig kämpfen, um sich aus solchen Fesseln loszumachen. Aber sowie eine Seele anfängt, den wahren Gott wie außer ihr seiend zu erkennen und durch das Gefühl ihrer Liebe zu Ihm Ihn ordentlich wesenhaft wahrzunehmen, dann ist sie schon von den Banden der göttlichen Allmacht frei und gehört dann auch schon stets mehr und mehr sich selbst an und ist sonach Selbstschöpferin ihres eigenen Seins und Lebens und dadurch eine selbständige Freundin Gottes für alle Ewigkeiten der Ewigkeiten.

Wenn aber also, so verliert das eigentlich Wesen ja eigentlich gar nichts, so demselben der für es weiterhin unbrauchbare Leib abgenommen wird, damit es dann schneller seine endliche Bestimmung erreichen kann.

Was liegt denn am Leibe dieses Kaninchens, mit dem sich der Aar seinen Hunger stillt, - dabei aber des Tierchens Seele frei macht, so dass diese nun schon in der vollen Fähigkeit steht, in eine höhere Lebensstufe aufzusteigen? Der Aar aber hat eben auch seine Seele, die derselben Bestimmung entgegengeht. Im Fleische und Blute des Kaninchens aber befinden sich auch noch gröbere Seelensubstanzen. Diese werden mit den Seelensubstanzen des Aars darum vereinigt, damit des Aars Seele dadurch etwas sanfter und intelligenter wird und nach dem Verluste ihres Leibes schon etwa gar zu einer Menschenseele werden kann, und das zu einer ganz ansehnlichen, mit viel Licht, Mut und Kraft begabten.

Auf dieser Erde ist einmal die Einrichtung als für die auf ihr zu erziehenden Kinder Gottes. Das Leben ist und bleibt so lange ein Kampf mit allerlei Feinden, bis es sich über alle Materie als ein Sieger aus eigener Kraft emporgerungen hat.

Und so darfst du dich über die materiellen Lebensfeinde gar nicht wundern; denn sie sind nicht Feinde des eigentlichen Lebens, sondern nur Feinde des materiellen Scheinlebens, das eigentlich gar kein Leben ist, sondern nur ein Werkzeug des wahren, inneren, geistigen Seelenlebens, mittels welchem sich dieses stets höher und höher zur wahrsten eigentlichsten Lebensfreiheit emporarbeiten kann, was ohne dieses zeitliche Mitleben gar nicht denkbar möglich wäre.

Gott kann infolge Seiner Allmacht freilich einen Geist mit vollendeter Weisheit und Macht aus Sich hinausstellen oder erschaffen, und das in einem Momente gleich zahllose viele, - aber alle solche Geister haben keine Selbständigkeit; denn ihr Wollen und Handeln ist kein anderes als das göttliche Selbst, das unaufhörlich in sie einfließen muß, auf dass sie sind, sich bewegen und handeln nach dem Zuge des göttlichen Willens. Sie sind für sich gar nichts, sondern pur momentane Gedanken und Ideen Gottes.

Sollen sie aber mit der Zeit möglich selbständig werden, so müssen sie den Weg der Materie oder des gerichteten und also gefesteten Willens Gottes durchmachen, auf die Art, wie ihr sie auf dieser Erde vor euren Augen habt. Haben sie das, dann sind sie erst aus sich selbständige, selbstdenkende und freiwillig handelnde Kinder Gottes, die zwar auch allzeit den Willen Gottes tun, aber nicht weil er ihnen durch die Allmacht Gottes aufgedrungen ist, sondern sie erkennen solchen als höchst weise und bestimmen sich selbst, nach solchem zu handeln, was dann für sie selbst lebensverdienstlich ist und ihnen erst des Lebens höchste Seligkeit und Wonne gibt.

Siehe, du Mein lieber Freund, so stehen diese Sachen, und eben daran, dass sie so stehen, kannst du des einigen, wahren Gottes höchste Weisheit immer mehr erkennen und bewundern, da du daraus ersehen kannst, wie Gott aus Seiner höchsten Liebe und Weisheit Seine höchsteigenen Gedanken und Ideen zu selbständigen, Ihm vollkommen ähnlichen Kindern gestaltet und erzieht! Wenn du das nur so einigermaßen begriffen hast, so sage Mir nun dein Urteil über all das Naturleben!“ (GEJ.06_133,02 ff)

8

Der Herr: „Darum suche ein jeder von euch, seine Seele durch ihre eigene Kraft zu retten; denn so sie ins Gericht kommt, wird sie sich dann wohl retten können ohne Mittel dazu, so sie hier mit so vielen Mitteln, die ihr zu Gebote stehen, sich nicht retten kann, ohne zu bedenken, dass sie sich selbst ein unschätzbares Gut sein sollte, das, so es verloren geht, aus sich mit nichts wieder erkauft oder erworben werden kann?!

Jeder suche daher vor allem zu retten seine Seele! Denn Ich sage es allen, dass es jenseits also sein wird: Wer da hat die Liebe, die Wahrheit und also die rechte Ordnung Gottes in sich, dem wird dort alsogleich noch gar vieles hinzugegeben werden; wer aber das nicht hat oder viel zuwenig hat, dem wird auch noch das, was er allenfalls noch hat, genommen werden, auf dass er dann gar nichts habe und nackt, mittellos und somit ohne Hilfe dastehe. Wer wird sich da seiner erbarmen und für ihn geben eine Löse?! Wahrlich, sage Ich euch: Hier zählt eine Stunde mehr denn dort tausend Jahre! – Diese Worte schreibet euch tief ins Herz; aber vorderhand behalte sie ein jeder bei sich!“ (GEJ.06_013,09 f)