„...Ihr sehet daraus, dass selbst Gott, so er nicht aus Sich Sich Selbst den für eure Begriffe endlos großen Gegenpol gestellt hätte, keine Schöpfung als materiell bestehend aus Sich hätte hervorrufen und hinstellen könne, weil eben der große Gegenpol die Schöpfung selbst ist.“ (GEJ.05_230,01)


 

Gottes Schöpfungs- und Erlösungsplan

 

Die materielle Weltenschöpfung aus geistiger Sicht / Die Seele Satans als Gegenpol / Der Grund für Gottes Menschwerdung


1
Der Herr: "Sehet, so wie nun die Menschen durch die Eigenliebe, durch die Selbstsucht, durch den Hochmut und durch die daraus hervorgehende Herrschsucht derartig aller Materie voll werden, daß sie viele tausendmal Tausende von Jahren hindurch sich nicht völlig davon zu befreien imstande sein werden, - ebenso gab es dereinst auch urgeschaffene Geister (zum Verständnis des Begriffs Geister siehe Erklärung unter "Hauptstartseite / Kleine Einführung"), die auch durch den ihnen verliehenen Reiz zu sehr eigenliebig, selbstsüchtig, hochmütig und am Ende herrschsüchtig wurden, und die Folge davon war, daß sie sich in die purste Materie verwandelten.

 

Sie haben sich abgesondert in große Vereine und stellten sich in für euch nicht denkbar großen Entfernungen auf. Ein jeder Verein wollte von einem zweiten nichts mehr hören, sehen und erfahren, um nur der Eigenliebe so recht weltendick frönen zu können.

 

Durch dieses stets wachsende Eingehen in die Eigenliebe und Selbstsucht, in den dadurch mehr und mehr erwachten Hochmut und in eine absolute Herrschsucht schrumpften die zahllos vielen Lebensformen endlich nach dem Gesetze der Schwere, das sich aus der Eigenliebe und Selbstsucht von selbst entwickelt hatte, zu einem übergroßen Klumpen zusammen, - und die materielle Urzentralsonne einer Hülsenglobe (die Zusammenfassung einer Unzahl von Sonnengebieten, die, wie einzelne Planeten um ihre Sonne, in unmeßbar weiten Bahnen sich um die Urzentralsonne bewegen. J.Lorber) war fertig.

 

Nun aber gibt es im unendlichen Raume ebenfalls eine Unzahl solcher Systeme und Hülsengloben, wo überall eine besprochene Urzentralsonne zahllosen Weltengebieten zum gemeinsamen Mittelpunkte dient, und diese Urzentralsonnen sind eben die zusammengeschrumpften Urgeistervereine, aus denen mit den Zeiten der Zeiten alle andern Sonnenalle, Sonnengebiete, Nebenzentralsonnen, Planetarsonnen, Planeten, Monde und Kometen hervorgegangen sind. (Siehe auch linke Randspalte unter "Naturwissenschaftliches (1)", Thema "Das Universum")

 

Wie aber ging das zu? Seht, in der Urzentralsonne ward vielen großen Geistern der Druck zu mächtig! Sie entzündeten sich zornglühend und machten sich vom Urdrucke los. Sie flohen förmlich endlos weit von ihrem ersten Vereinsklumpen.

 

Eine Zeitlang schwärmten sie ganz frei und harmlos für sich in aller Ungebundenheit im endlosen Raume umher und machten eine gute Miene, von selbst in die rein geistige Ordnung überzugehen; aber weil sie des Elementes der Eigenliebe nicht ledig werden konnten, so fingen sie endlich auch wieder an, zu einem festen Klumpen zusammenzuschrumpfen, und es entstanden daraus Zentralsonnen zweiten Ranges in einer wie in der andern der zahllos vielen Hülsengloben.

 

In diesen Zentralsonnen zweiten Ranges ergrimmten mit der Zeit der Zeiten die Hauptgeister ob des stets zunehmenden Druckes, entzündeten sich und machten sich in zahllosen Massen von den Gemeinklumpen zweiten Ranges los. Sie machten nun wieder die besten Mienen zu einem rein geistigen Übergange; da sie aber mit der Weile dennoch wieder ein großes Wohlgefallen an sich fanden und nicht völlig von der Eigenliebe lassen wollten, so wuchsen sie auch abermals im materiellen Gewichte und schrumpften ebenfalls wieder in große Klumpen zusammen, und es wurden daraus Zentralsonnen dritten Ranges.

 

Aber bald erhob sich da derselbe Anstand, wie bei den früheren Zentralsonnen. Die höheren Geister, als die wenigeren an der Zahl, wurden nach und nach von den noch immer zahllos vielen untergeordneten Geistern zu mächtig gedrückt, ergrimmten bald wieder und rissen sich zu vielen tausendmal Tausenden mit großer Gewalt vom gemeinsamen Klumpen los, mit dem festen Vorsatze, nun endliche ins völlig rein Geistige überzugehen.

 

Undenkbar lange Zeiten schwebten sie als voneinander weit getrennte Ätherdunstmassen im weiten Schöpfungsraume. Diese Freiheit gefiel ihnen in der Rückerinnerung an den mächtigen Druck, den sie ausgestanden hatten. Aber in dieser untätigen Freiheit fing es sie mit der Zeit zu hungern an, und sie fingen an, im Raume Nahrung zu suchen, - also eine Sättigung von außen irgendwoher. Diese fanden sie und mußten sie finden; denn die Begierde ist gleich jenem nordischen Magnetsteine, der alles Eisen, wie auch alle eisenhaltigen Minerale mit einer unwiderstehlichen Gewalt an sich zieht.

 

Was aber war davon die unvermeidbare Folge? Ihre Wesenheit fing sich nach und nach sehr zu verdichten an; damit erwachte auch bald wieder die Eigenliebe und ihr Gefolge, und die unausweichbare Folge war wieder die Einschrumpfung zu einem gemeinsamen Klumpen, wozu freilich wohl stets eine Unzahl von Erdjahren vonnöten war.

 

Allein, was ist eine noch so lange Zeitendauer vor dem ewigen Gott?! Ein Seher der Vorzeit sagte: `Tausend Jahre sind vor Gott wie ein Tag!` Ich sage euch: Tausendmal tausend Jahre sind vor Gott im Ernste kaum ein Augenblick! Wer ein Müßiggänger ist, dem werden aus lauter Langeweile die Stunden zu Tagen und die Tage zu Jahren. Dem Fleißigen und vielfach Tätigen werden die Stunden zu Augenblicken und Wochen zu Tagen.

 

Gott aber ist von einem unendlichen Tätigkeitseifer von Ewigkeit her erfüllt und in einem fort unendlich tätig, und die seligste Folge davon ist, daß Ihm für euch undenkbar lange Zeiten wie einzelne Augenblicke vorkommen müssen, - und eine volle Ausbildung einer Sonne dauert vor Seinen Augen dann nur ganz kurz.

 

Aus der nun zuletzt bezeichneten Einschrumpfung entstanden und entstehen noch die Planetarsonnen, wie die da eine ist, die dieser Erde leuchtet. Diese Art Sonnen sind zwar in ihrer Wesenheit viel zarter und sanfter als die Zentralsonnen, haben aber dennoch eine ungeheure Masse von schwerer Materie als Folge der Eigenliebe ihrer äonenmal Äonen Geister, aus deren Eigenliebe eben solch eine Sonne zusammengeklumpt ist.

 

Den edleren und besseren Geistern in diesem Leuchtklumpen wird mit den Zeiten der Zeiten der Druck von seiten der gemeinen Geister, die ganz Materie geworden sind, dennoch doch wieder viel zu schwer und unerträglich; die Folge davon ist, wie bei den früheren Sonnen, Gewalttätigkeit, Eruptionen über Eruptionen, und die edleren Geister machen sich frei.

 

Hier erwacht dann in ihnen der schon ganz ernstliche Wille, ins Urreingeistige durch die Befolgung der wahren Ordnung Gottes überzugehen. Viele bekämpfen den in sie gelegten Reiz und werden zu urgeschaffenen Engeln, ohne einen Fleischesweg vorderhand durchzumachen.

 

Denen, die sich demselben aber entweder gleich auf der Sonne oder gar auf dieser Erde unterziehen wollen, wird solches freigestellt, was aber auch, hier nacherinnerlich, bei den vorher beschriebenen Zentralsonnen der Fall ist, - aber nicht so häufig, wie namentlich und besonders bei dieser Planetarsonne, die dieser Erde das Licht, das zumeist von der großen Tätigkeit ihrer Geister abstammt, verleiht.

 

Aber einige Geistervereine, die sich aus dem Sonnenklumpen auch mit den besten Vorsätzen losmachten, konnten sich von der Eigenliebe doch wieder nicht ganz losmachen und fingen so nach und nach wieder an, dem in sie gelegten Urreize zu frönen; von eins kamen sie bald auf zwei, und so fort und fort unvermerkt weiter hinauf!

 

Bald darauf wurden sie als dunstige Kometen mit einem langen Schweife schon materiell ersichtlich. Was besagt dieser Schweif? Er zeigt an den Hunger der schon materiell werdenden Geister und die große Gier nach materieller Sättigung. Diese Gier zieht aus dem Äther ihr zusagendes Materielles, und so ein Komet, als ein Kompendium (Zusammenfassung) von schon sehr materiell gewordenen Geistern, irrt dann gar viele Jahrtausende im großen Ätherraume umher und sucht Nahrung wie ein reißender Wolf.

 

Durch dieses stete Einsaugen und Fressen wird er ebenfalls stets dichter und dichter und schwerer und schwerer. Mit der Zeit wird er von der Sonne, der er durchgegangen ist, wieder insoweit angezogen, daß er ordnungsgemäß um sie zu kreisen beginnen muß. Muß er sich einmal solch eine Ordnung gefallen lassen, so wird er ein Planet, wie diese Erde, der Morgen- und Abendstern, oder der Mars, der Jupiter und der Saturn und etliche der euch unbekannten jeder für sich einer ist.

 

Nun ist ein Planet da und hat stets einen ungeheuren Hunger, und da er der Sonne näher steht denn früher als Komet, so bekommt er von ihr aus auch eine genügende Nahrung, die zugleich ein Köder ist, um den Entlaufenwollenden wieder stets näher und näher an sich zu ziehen und ihn nach langen Zeiten ganz wieder in sich zu begraben, - ein löblicher Wunsch der urgeschaffenen Geister in der Sonne, der aber in Anbetracht der gar großen Planeten, zu denen auch diese Erde gerechnet werden kann, gar nie in seiner Art in Erfüllung geht; denn obschon die in den Planeten gebannten Geister noch sehr materiell sind, so kennen sie aber der Sonne Materie und haben kein besonderes Bedürfnis und gar keine Lust, sich je mehr mit der Sonne völlig zu vereinen.

 

Sie nehmen die aus der Sonne zu ihnen kommenden Geister und Geisterlein als eine gute Stärkung und Nahrung recht gerne auf, aber von einer völligen Vereinigung mit der Sonne wollen sie nichts wissen.

 

Es geschieht auch zuweilen, daß die einmal entflohenen Geister in ihrem materiellen Klumpenkompendium ganz in die Nähe der Sonne gelockt und gezogen werden; aber der ungeheure Tätigkeitseifer der den harten Klumpen der Sonne umgebenden freieren Geister, dem hauptsächlich das Leuchten der äußeren Sonnenoberfläche zu verdanken ist, bewirkt, daß alle in den starren Klumpen zusammengeschrumpften Geister nahe augenblicklich insgesamt sich zu der möglich höchsten Tätigkeit erheben, auseinanderfahren und ein jeder für sich dann, wie man zu sagen pflegt, das Weite zu suchen anfängt.

 

Die Folge solch einer erwachten Tätigkeit der in einem Planeten oder wenigstens schon reiferen Kometen lange zusammengeklumpt gewesenen Geister ist die plötzliche und gänzliche Auflösung des Klumpens und die Erlösung vieler tausendmal tausend und abermals tausendmal tausend Geister, von denen die meisten, durch solch eine Lektion gewitzigt und belehrt, sich sogleich in die rechte Lebensordnung begeben und zu urgeschaffenen Engelsgeistern werden und zu nützlichen Hütern ihrer weniger freien Lebensbrüder, wie auch jener in harten Klumpen schmachtenden, und zur schnelleren Erlösung derselben vieles beitragen.

 

Ein Teil solcher aufgelöster Geister aber will noch auf irgendeinem Planeten den Weg des Fleisches durchmachen. Einige machen ihn auch in der Sonne durch, auf irgendeinem Gürtel, der ihnen natürlich am besten zusagt; nur auf diese Erde begeben sich höchst wenige, weil ihnen da der Weg des Fleisches zu beschwerlich vorkommt, denn hier müssen sie sogar alle Erinnerung an einen früheren Zustand aufgeben und ganz in ein von Anfang an neues Sein eintreten, was auf den anderen Planeten und Weltkörpern nicht der Fall ist.

 

Denn fürs erste bleibt den eingefleischten Geistern dort stets eine traumartige Rückerinnerung an die früheren Zustände, und die Folge davon ist, daß die Menschen auf den anderen Planeten und Weltkörpern vom Grunde aus schon um vieles weiser und nüchterner sind denn auf dieser Erde. Aber dafür sind sie auch keines Fortschrittes in eine höhere Stufe des freien Lebens fähig.

 

Sie gleichen, wie schon einmal berührt, mehr den Tieren dieser Erde, die schon von Natur aus für ihr Sein die gewisse Instinktbildung haben, worin wie stets eine große Fertigkeit und Vollendung an den Tag legen, so daß ihnen der Mensch mit all seinem Verstande gar manches nicht nachzumachen imstande wäre. Versuchet nun aber, ein Tier darüber hinaus zu unterrichten, und ihr werdet nicht viel Ersprießliches ihm beizubringen imstande sein! Wohl gibt es welche, die so viel Bildung annehmen, daß sie dann für eine höchst einfache und allergröbste Arbeit zur Not verwendet werden können, wie der Ochse zum Ziehen, das Pferd, der Esel und das Kamel zum Tragen, ein Hund zum Aufspüren, Jagen und Treiben; aber darüber hinaus werdet ihr ihnen nicht viel Weiteres beizubringen imstande sein, und mit der Sprache wird es schon gar nicht gehen.

 

Die einfache Ursache liegt auch darin, daß eine stumpfe Rückerinnerung an ihre früheren Zustände die Tierseelen gleichfort noch wie ein Gericht gefangenhält und beschäftigt, und daß sie sonach in einer gewissen Betäubung leben.

 

Allein bei allen Menschen dieser Erde tritt der sonst nirgends mehr vorkommende Fall ein, daß sie aller Rückerinnerung bar werden und daher eine ganz neue Lebensordnung und -bildung vom Anfange an beginnen, die also gestellt ist, daß mit ihr ein jeder Mensch bis zur vollsten Gottähnlichkeit emporwachsen kann.

 

Darum kann aber auch nur eine solche Seele auf dieser Erde eingefleischt werden, die entweder aus einer Sonne, in der noch alle Urelemente beisammen sind, herstammt, alldort aber schon einen Fleischweg durchgemacht hat und somit alle jenen Seelenintelligenzspezifika in sich faßt, die für die Vollendung eines höchsten Geisteslebens nötig sind, - oder eine Seele stammt unmittelbar von dieser Erde und hat zuvor alle die drei sogenannten Naturreiche durchgemacht von der plumpsten Steinmaterie durch alle Mineralschichten, von da durch die gesamte Pflanzenwelt und zuletzt durch die ganze Tierwelt im Wasser, auf der Erde und in der Luft.

 

Man nehme aber hier ja nicht den Materieleib, sondern das in dessen Gehülse enthaltene seelisch-geistige Element; denn das Gehülse ist zwar auch seelisch-geistig in der weiteren Analyse, aber es ist in sich noch zu gemein, zu träge und zu plump und ist noch ein zu schwerer Ausdruck der Eigenliebe, der Selbstsucht, des Hochmutes und des trägsten, faulen Genusses der gierigsten, geizigen und todbringend zornigen Herrschsucht.

 

Solche Materie muß erst durch ein vielfaches Verwesen und nur teilweises Übergehen in die reinere Seelenumhäutungs- und -bekleidungssubstanz aufgenommen werden; zur eigentlichen Seelensubstanz wird daraus wohl nie etwas verwendbar sein.

 

Es gibt darum auf dieser Erde aber auch mehr verschiedene Gattungen von Mineralien, Pflanzen und Tieren als auf allen anderen Planeten und Sonnen, natürlich für sich einzeln genommen.

 

Alle zusammen würden wohl eine größere Gattungssumme herausbringen, aber auf einem jeden anderwärtigen Weltkörper einzeln gibt es im ganzen Schöpfungsraume nicht den hunderttausendsten Teil so vieler Gattungen wie hier auf dieser Erde in jedem ihrer drei Reiche.

 

Eben darum ist aber auch nur diese Erde allein bestimmt, im vollwahrsten Sinne Gottes Kinder zu tragen. Wie und warum solches?

 

Es hat mit dieser Erde eine höchst eigentümliche Bewandtnis. Sie gehört zwar nun als Planet zu dieser Sonne; aber sie ist, streng genommen, nicht so wie alle die anderen Planeten - mit Ausnahme des einen zwischen Mars und Jupiter, der aber aus gewissen bösen Gründen schon vor sechstausend Jahren (von heute aus gerechnet achttausend Jahren) zerstört worden ist oder eigentlich durch sich selbst und durch seine Bewohner zerstört wurde - aus dieser Sonne, sondern hat ihre Entstehung ursprünglich schon aus der Urzentralsonne und ist in einer gewissen Hinsicht ums für euch Undenkliche der Zeit nach älter denn diese Sonne.

 

Doch hat sie eigentlich erst körperlich zu werden angefangen, nachdem diese Sonne schon lange als ein ausgebildeter Weltenklumpen den erstmaligen Umlauf um ihre Zentralsonne begonnen hatte, und hat aber dann ihr eigentlich Materiell-Körperliches dennoch hauptsächlich aus dieser Sonne an sich gezogen.

 

Vor vielen tausendmal Tausenden von Erdjahren war sie (die Erde) körperlich noch bedeutend schwerer, und ihre Geister wurden sehr gedrückt.

 

Da ergrimmten aber die ärgeren Geister und trennten sich mit sogar viel gröbstmaterieller Masse von ihr und schwärmten viele Jahrtausende hindurch in einer sehr ungeordneten Bahn um diese Erde.

 

Da aber alle die Teile dennoch bis auf einige Klumpen ganz weich und zur Hälfte flüssig waren und die ganze Masse in einem beständigen Rotieren war, so gestaltete sich endlich die ganze Masse zu einer großen Kugel, deren Achsenumschwingung für ihren kleinen Durchmesser viel zu langsam war, um auf ihrer dennoch nicht ganz unbedeutenden Oberfläche die Flüssigkeit gleichmäßig zu erhalten, weil deren Umlauf um diese Erde dagegen ein sehr geschwinder war, demzufolge alles Flüssige stets auf der der Erde entgegengesetzten Seite den Aufenthalt nehmen mußte, vermöge der alten Wurfschwere.

 

Dadurch aber ward dieses runden Klumpens eigentlicher Schwerpunkt stets mehr nach jener Seite hin verschoben, wo sich gleichfort sämtliche Flüssigkeit aufhielt, und so mußte mit der Zeit dieses Klumpens eigene, zu langsame Achsenrotation endlich - als der Klumpen selbst kompakter war, durch den das Wasser nicht mehr so schnell durchsickern konnte und mitgenommenen Wogen an den gewordenen hohen Bergwänden zu schwer und widerhaltig anbrandeten - ganz aufhören, und der ganze Klumpen fing dann an, der Erde, von der er ausgeworfen ward, nur ein und dasselbe Gesicht zu zeigen.

 

Und das war auch gut so, auf daß dessen zu hartnäckige Geister genießen können, wie gut es ist, in einer trockensten und nahe aller Nahrung baren Materie zu stecken.

 

Und zugleich dient dieser Mondesteil (denn der in der Rede stehende Klumpen ist eben unser Mond), seit diese Erde von Menschen bewohnt ist, auch dazu, daß die allerweltliebigsten Menschenseelen dorthin beschieden werden und sich von dort aus, mit einer luftig-materiellen Umhäutung versehen, ihre schöne Erde von einer über hunderttausend Stunden langen Weges weiten Ferne etliche Tausende von Jahren hindurch recht sattsam ansehen können und sich selbst bedauern, daß sie nicht mehr ihre geizigen Bewohner sind.

 

Daß sie aber trotz aller ihrer Begierde nicht wieder herab zur Erde gelangen können, dafür ist schon allerbestens gesorgt. Aber etliche Äonen von Erdenjahren werden nach und nach auch die Allerhartnäckigsten zur Besinnung bringen!

 

Ihr habt nun denn gesehen, wie die ganze materielle Weltenschöpfung entstanden ist, bis zu den Monden der Planeten, die fast überall, wo sie bestehen, auf dieselbe Weise entstanden sind, dieselbe Natur haben und nun zum selben Zwecke dienen.

 

Wie aber und aus welchem Grund ursprünglich aus in sich selbst hineingefallenen Geistern die gesamte materielle Weltenschöpfung, bis zu den Monden herab, hervorgegangen ist, auf eben dieselbe Weise sind mit der Zeit auf den harten und schweren Weltkörpern die Berge, als die ersten Riesenpflanzen einer Welt, und nachher allerlei Pflanzen, Tiere und zuletzt der Mensch selbst hervorgegangen.

 

Bessere Geister entwinden sich gewaltsam dem stets zunehmenden Drucke der Materie, ihre eigene auflösend mit der Kraft ihres Willens. Sie konnten sogleich in die Ordnung der reinen Geister übergehen; aber der alte Reiz übt noch immer auch seine alte Gewalt aus. Die Eigenliebe wird gleich wieder wach, die Pflanze saugt, das Tier frißt, und des Menschen Seele sucht, kaum von neuem in die alte Gottform eintretend, gierigst materielle Kost und ein gleiches, träges Wohlbehagen; sie muß sich darum gleich wieder mit einem materiellen Leibe umgeben, der aber dennoch zarter ist als die alte, sündige Materie. Trotz des zarteren Leibes aber nimmt im selben die pure Seele doch so sehr in der Eigenliebe zu, daß sie ganz wieder zur härtesten Materie würde, so Ich in ihr Herz nicht einen Wächter, ein Fünklein Meines Liebegeistes gesteckt hätte.

 

Ihr habt von dem Erbübel gehört - wenigstens ihr Juden sicher! Was ist dieses, und worin besteht es? Sehet und höret!

 

Es ist die alte Eigenliebe als der Vater der Lüge und aller Übel aus ihr; die Lüge aber ist die alte, sündige Materie, die an und für sich nichts ist als eine lose und sündige Erscheinlichkeit der Eigenliebe, der Selbstsucht, des Hochmutes und der Herrschsucht.

 

Alles das entstand zwar aus dem notwendigen Reize, den Ich wegen der Erkenntnis des eigenen freien Willens in die Geister legen mußte; aber obschon der Reiz notwendig war, so war ihm als Folge die sündige Werdung der materiellen Welten durchaus keine Notwendigkeit. Sie war nur eine aus Meiner Ordnung zugelassene, leider notwendige Folge dessen, daß so viele Geister dem Reize nicht widerstehen wollten, obschon sie es vermocht hätten, - ebensogut wie es sechsmal so viele urgeschaffene Geister vermochten, von denen uns zu Diensten nun einer hier stehet und den Namen Rapahel führt.

 

Der Feind, der stets das Unkraut unter den reinen Weizen streute, und noch streut, und noch lange streuen wird, ist demnach die alte Eigenliebe, und ihr euch nun bekanntes Gefolge ist das Unkraut und im weitesten Sinne der Inbegriff aller wie immer gearteten Materie, Lüge, Satan, Teufel.

 

Mein Wort aber ist das edle und reine Weizenkorn, und euer freier Wille ist der Acker, in den Ich als Sämann alles Lebens das reinste Korn Meiner ewigen Ordnung streue und säe. Lasset ihr euch nicht von der Eigenliebe überwältigen, sondern bekämpfet ihr dieselbe leicht und mächtig mit dem glühenden Schwerte der wahren, alleruneigennützigsten Liebe zu Mir und zu euren nächsten Brüdern und Schwestern, so werdet ihr den Acker von allem Unkraute rein erhalten und jüngst selbst als reinste und kostbarste Frucht in Mein Reich eingehen und dort neue und rein geistige Schöpfungen schauen und leiten in Ewigkeit!

 

Aber achtet wohl darauf, daß der Feind oder die Eigenliebe in euch, auch nicht um ein Atom groß Platz greife; denn dieses Atom ist schon ein Same des wahren Unkrautes, das mit der Zeit euren freien Willen ganz für sich in Beschlag nehmen kann, und euer rein Geistiges geht dann stets mehr und mehr in das Unkraut der Materie über, wo ihr dann selbst zur Lüge werdet, weil alle Materie als das, was sie ist, sichtlich eine allerbarste Lüge ist!

 

Das kleinste Atom Eigenliebe in euch, Meinen Jüngern nun, wird in tausend Jahren zu ganzen Bergen voll des giftigsten Unkrautes, und Mein Wort wird man auf den Gassen und Straßen mit dem schlechtesten Kote einmauern, auf daß sich ja keine Lüge voll Hochmutes und Hasses daran stoße! Bleibet ihr aber rein in Meiner Ordnung, so werdet ihr bald die Wölfe mit den Lämmern aus einem Bache trinken sehen.

 

Ich habe euch nun eine Erklärung gegeben, von der bisher noch keinem Geiste etwas in den Sinn gelegt wurde, auf daß ihr daraus entnehmen könnet, wer Derjenige ist, der allein euch solch eine Lehre geben kann und warum.

 

Der Lehre wegen allein sicher nicht, sondern wegen der wahren Tat danach! Darum aber sollet ihr nicht nur eilte und erstaunte Hörer von Lehren sein, die vor Mir noch nie jemand so offen wie Ich nun zu den Menschen gepredigt hat; auch ist es nicht genug, daß ihr nun klar erkennt, daß solches Gott Selbst, der Vater von Ewigkeit, zu euch geredet hat, sondern ihr müßt euer Herz streng erforschen, ob in seiner Liebe kein Unkrautsatom rastet. Findet ihr das, so jätet es mit allen noch so kleinsten Würzelchen aus und werdet sodann tätig in Hülle und Fülle nach Meiner euch nicht mehr unbekannte Ordnung, so werdet ihr den wahren Lebensnutzen für ewig daraus ernten!

 

Damit ihr auch sehen möget, wie das alles so ist, was Ich euch nun erklärt habe, so will Ich euch denn für eine kurze Zeit die Augen öffnen, auf daß ihr das alles auch selbsterfahrlich schauen könnet. Gebet darum nun auf alles wohl acht, was ihr sehen werdet!"

 

Auf diese Erklärung war aus leicht begreiflichen Gründen wohl niemand gefaßt, und es ging da ein Staunen und Verwundern durch alle Anwesenden, das ebenso wie Meine Erklärung nichts Ähnliches hatte. Viele schlugen sich auf die Brust und schrien überlaut: "Herr, Herr, Herr, töte uns, denn wir stehen als zu große und grobe Sündenklötze vor Dir; und das alles durch unsere höchst eigene bewußte und unbewußte Schuld! Du allein bist gut und heilig; alles andere aber, was da trägt eine materielle Umhüllung, ist schlecht und in sich fluchwürdig. O Herr, wie lange werden wir in unserer eigenen Materie wandeln? Wann werden wir vom alten Fluche erlöst werden?"

 

Sage Ich: "Eben jetzt, da Ich Selbst alle Materie dadurch segne, daß Ich Mich Selbst in euren alten Fluch hineingeschoben und ihm dadurch den Segen gebracht habe! Alle alte Ordnung der alten Himmel samt den Himmeln hört auf, und es wird nun auf die Grundlage der nun durch Mich gesegneten Materie eine neue Ordnung und ein neuer Himmel gemacht, und die ganze Schöpfung, wie auch diese Erde, muß eine neue Einrichtung bekommen.

 

Nach der alten Ordnung konnte niemand in die Himmel kommen, der einmal in der Materie gesteckt ist, von nun an aber wird niemand wahrhaft zu Mir in den höchsten und reinsten Himmel kommen können, der nicht gleich Mir den Weg der Materie und des Fleisches durchgemacht hat.

 

Wer immer von nun an in Meinem Namen getauft wird mit dem lebendigen Wasser Meiner Liebe und mit dem Geiste Meiner Lehre und in Meinem Namen der Kraft und Tat nach, von dem ist die alte Erbsünde für ewig abgewischt, und sein Leib wird dadurch nicht mehr sein eine alte Mördergrube der Sünde, sondern ein Tempel des Heiligen Geistes.

 

Aber ein jeglicher gebe da acht, daß er ihn nicht von neuem verunreinige durch das alte, giftige Unkraut der Eigenliebe! Hütet euch nur vor der, dann werdet ihr heiligen auch euer Fleisch und Blut; und wenn der reine Geist in euch zur Alleinherrschaft gelangen wird, so wird dann in ihm und durch ihn nicht nur zum vollendeten, ewigen Leben auferstehen die Seele, sondern auch des Leibes Fleisch und Blut samt Haut und Haaren!

 

Sehet, welch ein Unterschied da ist zwischen früher und jetzt! Wie es aber nun eingerichtet wird, so wird es auch bleiben in Ewigkeit. Sie Sonne, die ehedem voll Fluches war, wird von nun an voll Segens, und ebenso alles, was im endlosen Raume ein wie immer geartetes Dasein hat! Denn wie Ich´s euch gesagt habe, so mache Ich nun alles neu, und alle alten Verhältnisse müssen umgewandelt werden, dieweil Ich Mich Selbst umgewandelt habe dadurch, daß Ich Selbst die Materie angezogen habe.

 

Aber das setze Ich hinzu und sage: Wer da nicht glaubt und getauft wird aus dem Wasser und aus dem Geiste in und auf Meinen Namen und auf Mein Wort, für den wird es bleiben beim alten! Solche werden nicht kommen in Mein Reich und nicht zu Meiner Anschauung jenseits, sondern werden bleiben an den äußeren Grenzen Meines Reiches, allda es viel Dunkelnis und Nacht geben wird und viel Heulens und Zähneknirschens.

 

Und es wird der Himmel reinstes Lebenslicht nicht anders zu ihnen dringen, als da dringt das Licht eines kleinsten Fixsternes auf diese Erde, und sie werden vollends von Meinen wahren Lebenshimmeln geradesoviel wissen, als wie die Menschen hier nun wissen, wie dort aussehen die Fixsterne, und was in ihnen ist.

Und die Menschen mögen Tag und Nacht tausendmal tausend Jahrhunderte hindurch stets nachdenken, was dort eben diese glänzenden Punkte sind, so werden sie auch nach dieser langen Periode der Zeit ebensoviel wissen, wie sie jetzt wissen. Wohl werden mit der Weile Menschen aufstehen, die da Augenwaffen erfinden, um ferne Gegenstände ganz so zu sehen, als ständen sie in der vollen Nähe; aber mit den Fixsternen werden sie dennoch nie etwas ausrichten, weil diese viel zu weit von der Erde abstehen.

 

Und ebenso werden im Jenseits die Heiden, die nicht glaubten und getauft worden sind, in ihrer besten Sphäre also gestellt sein und werden von weitester Ferne Meine Himmel schauen und über sie urteilen, wie nun die Menschen schauen den irdisch gestirnten Himmel, und welche Urteile sie darüber schöpfen.

 

Sie werden nach einem Jahrtausend wohl etwas mehreres wissen denn jetzt und werden allenfalls herausfinden, daß dies lauter Sonnen sind; aber was eine Sonne ist, wie sie leuchtet, wie groß und wie weit entfernt sie ist, wie viele Planeten um sie kreisen, und wie diese beschaffen sind, welche Bewohner sie tragen, welche Sitten, Sprachen und Gebräuche dort vorhanden sind, - das werden sie mit ihrem Verstande nicht herausbringen!

 

Und so ihr, die ihr nun viel wisset, es ihnen möglicherweise sagen würdet, so würden sie es euch doch nicht glauben; denn ein reiner Weltverstand, wie er nun bei vielen Heiden so recht kernfest zu Hause ist, glaubt an nichts, was er nicht sehen und mit Händen greifen kann.

 

Ja. Ich werde in jenen künftigen Zeiten wohl auch hie und da unter den wahren Bekennern Meines Namens Männer und Mägde erwecken, denen alle Geheimnisse der Himmel und der Welten von Mir aus eröffnet werden durch ihr liebevolles Herz; aber es werden wenige sein, die das als etwas wie überzeugend Wahres annehmen werden!

 

Denen es aber geoffenbart wird, die werden im Schauen sein, und werden eine große Freude haben, und werden loben und preisen den Namen dessen, der ihnen solche Dinge als für sie vollüberzeugend wahr geoffenbart hat, zu denen sonst keines Menschen Sinn je dringen kann.

 

Ja es wird auf dieser Erde dereinst noch Menschen geben, vor deren Sehe die ganze Schöpfung wie eine geheime Schrift Gottes offen aufgerollt sein wird; aber niemandem, der zuvor nicht geglaubt hat an Meinen Namen und getauft ward in selbem, wird solch eine Gnade erteilt werden!" (GEJ.04_105,01 ff)


2
S
age Ich (Jesus):
Wenn der ewige, allerfreiest weiseste und allmächtige Geist Gottes Sich nicht eben auch schon von Ewigkeit aus Sich heraus einen Gegenpol gesetzt hätte, so wäre es ihm als pur positivem Gott nie möglich geworden, Sonnen, Welten und all die zahllos vielen Wesen auf ihnen ins Dasein zu rufen.

 

Wie aber sieht dieser Gottesgegenpol aus, und worin besteht er? Ist er eine dem positiven, freien Gotteslebens- und Machtpole ganz fremder oder ein in einer gewissen Hinsicht gleichartiger? Ist er ein Selbstherr, oder hängt er in allen seinen Teilen nur von dem positiven Gottesmachtpole ab?

 

Seht, diese gar wichtigen Fragen werde Ich euch nun so lichtvoll als möglich beantworten, und ihr werdet dann gleich einsehen, wer der sogenannte Satan, und wer so ganz eigentlich seine Teufel sind!

 

Und so habet nun acht!

 

Wenn ein Mensch zum Beispiel etwas darstellen will, so fängt er an zu denken, und es werden eine Menge flüchtige Bilder als einzelne  Gedanken sein Gemüt durchstürmen.

 

Wenn sich der Denker eine längere Zeit mit der Beschauung seiner inneren Geistbilder, die man `Gedanken` nennt, abgibt und sie auch mehr und mehr festzuhalten beginnt, so wird er bald und leicht gewahr, dass sich einige bessere Gedanken angezogen und gewisserart schon zu einer lichteren Idee verbunden haben.

 

Solch eine Idee behält dann die Seele wie ein ausgeprägtes Bild festhaftend in ihrem Gedächtnissensorium, und man könnte das eine Grundidee nennen.

 

Nun geht aber der Gedankenflug fort, gleichwie das Wasser eines Stromes, und unter den vielen vorüberströmenden Gedanken kommt denn wieder so etwas Gediegeneres, wird von der Grundidee sogleich angezogen und vereint sich mit derselben, wodurch die Grundidee dann schon heller und noch bestimmter ausgeprägt wird.

 

Das geht dann eine Zeitlang sogestaltig fort, bis neben der Grundidee sich mehrere nachfolgende, mit der ersten harmonierende Seitenideen gebildet haben und dadurch schon den Begriff von irgendeiner konkreten Sache oder vorzunehmenden Handlung und deren Erfolgen darstellen.

 

Ist der Denker einmal zu solch einem gänzlich ausgeprägten, klaren Begriffe gekommen, da findet er ein Wohlgefallen an ihm und erfasst und durchdringt ihn sofort mit dem Lebensfeuer seiner Liebe.

 

Die Liebe erweckt den Willen und die Tatkraft des Denkers, und es wird sodann ungehalten der innere Begriff zur materiellen Verwirklichung erhoben.

 

Nun steht der frühere, pur geistige Begriff nicht mehr allein nur als ein geistiges Bild in seiner vollen Klarheit im Sensorium der Seele, sondern auch als ein gleichsam gerichtetes festes Ebenmaß des innern, geistigen Bildes in der materiellen Natur und ist gestellt zur Benutzung dessen, der es früher erdacht hatte.

 

Die einzelnen Gedanken und Ideen, aus denen dann ein vollständig konkreter Begriff gebildet ward, sind noch ganz geistiger Art und machen mit dem Geiste einen und denselben Pol aus, und wir wollen ihn den Haupt- und Lebenspol nennen.

 

Der konkrete, aus vielen verschiedenen Gedanken und Ideen bestehende Gesamtbegriff – wenn auch noch als ein pures, geistiges Bild in der Seele – ist, weil er schon ein gewisses fixiertes Bestehen hat, nicht mehr dem Hauptpole, weil er gewisserart so wie ein ausgeschiedenes Ganzes für sich der Seele gegenüber beschaulich in allen seinen Teilen dasteht und durch die weitere Tätigkeit ganz als materielle Sache hinausgestellt werden kann und also als ein gerichtetes und fixiertes Ding nicht mehr der Lebenssphäre des Geistes und der Seele angehören kann. –

 

Jetzt höret Mich nur noch weiter an!

 

Du, Epiphan, dachtest dir wohl, dass auch eine aus mehreren Einzelgedanken zusammengestellte Idee schon ein begriffsartiges Bild sein und daher wohl auch dem Gegenpole angehören kann, ja, sogar ein einzelner für und in sich dastehender, ganz ausgeprägter Gedanke!

 

Da hast du ganz recht; wenn so, da ist aber der also fixierte Gedanke und desgleichen eine solche Idee eben keine eigentliche Idee mehr, sondern schon ein für sich dastehender Einzelbegriff, weil er der Seele gegenüber als ein wohlgeformtes Bild oder als eine schon geordnete Handlung dasteht und daher den Gogenpol zum Pole des Lebens ausmacht.

 

Im ersten (positiven) Pole ist Leben, Tätigkeit und Freiheit, im zweiten (negativen) oder Gegenpole der Tod, die Trägheit und das Gericht; und seht, darin besteht dann auch die Hölle, der Satan und die Teufel, - also entsprechende Bezeichnungen eben dessen, was Ich nun als Gegenpol bezeichnete!

 

Seht, die ganze Schöpfung und alles, was ihr mit euren Sinnen nur immer wahrnehmet, sind fixierte Gedanken, Ideen und Begriffe Gottes, - auch ihr Menschen eurem sinnlichen Leibe nach; und inwieweit die Seele mit dem Leibe durch seinen Nerven- und Blutäther verbunden ist, ist auch sie im Gerichte und somit im Tode desselben haftend, von dem sie sich aber dadurch, dass sie durch ihren freien Willen nach den Gesetzen Gottes dem rein Geistigen nachstrebt, befreien und ganz eins werden kann mit ihrem Geiste aus Gott, wodurch sie sonach als selbsttätig und selbständig von ihrem alten Tode in das freie, ewige Leben übergegangen ist.

 

Nun merket aber etwas gar Wichtiges! –

 

Erkenntnis und Liebe bestimmen den ganzen Menschen zu irgendeiner guten oder auch schlechten Tätigkeit.

 

Ist das Erkennen ein geistiges und zu Gott hinlenkendes, so wird die Liebe auch zu dem Geistigen und sonach zu Gott sich hinneigen und auch also tätig werden, und diese Tätigkeit ist eine gute, und ihre Folgen sind der Segen aus den Himmeln des Lebens.

 

Wird aber ein Mensch schon von der Wiege an mit nichts anderem in seinem Erkennen bereichert als mit solchem nur, was dem Leibe dient, so wird auch seine Liebe ganz der Materie sich zuwenden und bald über Hals und Kopf danach tätig werden, um sich desto mehr materielle Schätze zu sammeln und durch sie dem Fleische desto mehr Annehmlichkeiten zu bereiten.

 

Bei dieser Gelegenheit geht dann die Seele ganz in die Materie, also in den Gegenpol des freiesten Gottesgeistes, über und bildet also mit dem Gegenpole, als vom selben gefangen, eben auch den Gegenpol.

 

Die notwendige Folge davon ist das Gericht in und durch sich selbst, der Fluch vom Leben in den Tod und also gewisserart der ewige Tod selbst.

 

Und wer schuldet daran – als eben der Mensch selbst, der sich aus seinem Erkennen, Lieben, Wollen und Tun selbst das angetan hat!

 

Merket euch das!

 

Wo ihr mit Menschen redet, da forschet, ob sie nichts wissen von der Seele in sich und nichts vom ewigen Leben derselben! Wenn sie mit den Achseln zu zucken anfangen und gewisserart nur so mitleidig sagen: `Ja, davon reden haben wir wohl schon zu öfteren Malen gehört; dass aber daran blutwenig oder wohl am gewissesten keine wahre Silbe hängt, das lehrt die tägliche Erfahrung, - was darüber ist, ist nichts als eine hohle Schwärmerei von gewissen arbeitsscheuen Hungerleidern!`, da könnet ihr mit Sicherheit den Schluß ziehen, dass solcher Menschen Seelen von ihrer Fleischmaterie so gut wie ganz  aufgezehrt sind und sich samt und sämtlich schon im Gerichte befinden.

 

Da wird es viel kosten, sie wieder aus ihrem Gerichte und ihrer gegenpolischen Gefangenschaft zu erlösen, - diesseits schon sehr schwer und jenseits noch schwerer, obschon gerade nicht unmöglich.

 

Aber dazu wird eine sehr lange Abödung in ihrem eigenen Gerichte und Tode nötig sein, bis das immerhin noch ein bisschen Geistige der Seele das eigene oft weltengroße Materielle in sich ganz aufgezehrt hat und endlich durch den Hunger genötigt wird, nach einer geistigen Nahrung eine große Sehnsucht zu empfinden.

 

Das wird wohl allzeit werden, aber nach einer für euch undenklich langen Zeitenfolge.

 

Ihr sehet daraus, dass selbst Gott, so Er nicht aus Sich Sich Selbst den für eure Begriffe endlos großen Gegenpol gestellt hätte, keine Schöpfung als materiell bestehend aus Sich hätte hervorrufen und hinstellen können, weil eben der große Gegenpol die Schöpfung selbst ist.

 

Diese muß also gerichtet, fest, so gut wie tot und beharrlich sein, so sie ihrem vom Schöpfer gestellten Zweck entsprechen soll.

 

Und weil sie das ist, was sie ist und wie, so ist sie auch Gott gegenüber.

 

Böse der Wirkung nach ist sie nur den Menschen gegenüber, weil diese der Seele und teilweise sogar dem Fleische nach die Bestimmung haben, als aus dem Tode erweckten Wesen sich für ewig mit dem reinen, positiven Geiste aus Gott zu vereinen mit Gott, ohne dadurch je mehr ihre absoluteste Freiheit und Selbständigkeit einzubüßen.

 

Es stellt sich nun freilich wohl die wichtigste aller Lebensfragen von selbst und lautet: Was hat hernach ein Mensch zu tun und zu beachten, um seine Seele vor dem Rücktritt ins alte Gericht der Materie, die tot ist, zu bewahren?

 

Er halte die zehn Gebote, durch Moses den Menschen gegeben, genau, die aber kurz darin bestehen, dass man zuerst an einen wahrhaftigen Gott fest glaube, Ihn über alles aus allen Lebenkräften liebe, seine Brüder und Schwestern aber wie sich selbst und im Notfalle sogar mehr!

 

In diesen eigentlich nur zwei Geboten liegt aber dann auch das ganze Mosaische Gesetz sowie alle die Propheten, die des größeren Verständnisses halber nichts anderes als nur das mit vielen Worten gelehrt haben.

 

Wer das tun wird, der wird sicher sein Herz und somit auch seine Seele vor jeglichem Hochmute, vor jeglicher Härte, vor Zorn, Haß, Selbstsucht, Neid, Geiz, Habgier, Herrschsucht und Weltwohlleben und Weltliebe bewahren und sodann leicht eingehen in den Gottesgeisteslebenspol; denn die Liebe zu Gott erfüllt eben den ganzen Menschen mit dem Gotteslebensgeiste, und die Nächstenliebe verkörpert und befestigt denselben in der Seele, wodurch sie dann notwendig in allem identisch wird mit Gott Selbst durch den Liebegeist Gottes in ihr.

 

Ist sie aber identisch mit Gott, so wird sie auch identisch sein mit dem euch nun bekanntgemachten positiven Lebenspoole in Gott und wird herrschen mit Ihm über alle Materie, von der sie nie mehr möglich wird gefangen und verschlungen werden können.

 

Wer immer dieses befolgen wird, der wird auch das euch nun klarst Gezeigte ernten und ewig in steter Steigerung behalten." (GEJ.05_228,03 ff)


3
(Im Original als Notabene gekennzeichnet)

Der Herr: "Es ist nun hier an der Zeit, zum Verständnis des Weiteren völlig klar darzustellen, wer und was Luzifer sei, wie man ihn sich vorzustellen habe, und wie ihn in jedem einzelnen Menschen zu besiegen möglich ist, da erst bei rechter Klarlegung dieser wichtigsten Fragen es möglich ist, die Schöpfung, Mein Darniederkommen, Mein Leiden und Sterben (richtig) aufzufassen.

 

So höre denn die Welt, völlig entkleidet jedes Bildes, das große Geheimnis Meines Schöpfungs- und Erlösungsplanes!

 

Als die Gottheit Sich durch Vorgänge, die euch stets geheimnisvoll bleiben werden, gefunden und in Sich den schaffenden und alles umfassenden Weltengeist erkannt hatte, da entstand in Ihr ein mächtiges Wogen und Drängen, und Sie sprach in Sich:

 

`Ich will Meine Ideen aus Mir herausstellen, damit Ich an diesen erschaue, was Meine Kräfte vermögen!` Denn solange keine Tätigkeit entsteht, kann die Gottheit Sich Selbst nur in geringem Maße erkennen. Erst an Ihren Werken erkennt Sie Ihre Macht immer mehr und freut Sich daran (gleichwie jeder Meister an seinen Produkten erst erkennt, was in ihm ruht, und seine Freude daran hat).

 

Sie wollte also schaffen und sagte Sich weiter: `In Mir ruhet alle Kraft der Ewigkeiten; also schaffen Wir ein Wesen, das ausgerüstet sei mit aller Kraft gleich Mir Selbst, jedoch, dass es in sich trage die Eigenschaften, an denen Ich Mich Selbst erkennen kann!`

 

Und es ward ein Geist erschaffen, der ausgerüstet wurde mit aller Kraft aus Mir, Meine in Mir ruhenden Kräfte beschaulich der Gottheit vorzuführen.

 

In diesem Geiste wollte die Gottheit Selbst den festen Punkt der eigenen Wirksamkeit feststellen, gleichwie ein Mensch, welcher geht, in dem festen Stützpunkt der Erde erst einen festen Punkt findet, seine Kraft wirken zu lassen und sich fortzubewegen. Der Widerstand, den die Erde selbst bietet, ist aber gerecht, ja, ist das Mittel, dass die Kraft eigentlich zum Vorschein kommt und dadurch Fortbewegung geschieht. Diese abgegebene Kraft, welche in den neu erstandenen Geist eingelegt wurde, war der Gegenpol, das heißt der gerechte Gegensatz aller der Eigenschaften, die ihr als göttlich bezeichnet, welcher deswegen aber nicht ungöttlich ist, sondern nur ermöglicht, das rechte Licht der Erkenntnis zu verbreiten.

 

Denn jede Eigenschaft muß nach zwei Seiten hin betrachtbar sein, wenn sie vollkommen ist.

 

Dort, wo beide Seiten in einem Punkt zusammenfallen, ist sodann Meine Vollkommenheit zu finden. Absteigend und aufsteigend von diesem Mittelpunkte verlieren sich die beiden in die Unendlichkeit.

 

Betrachtet als Beispiel die Liebe, als das höchste Gesetz und die edelste Eigenschaft im Mittelpunkt Meines Herzens! Es wird jeder leicht einsehen, dass ein höchst liebevoller Mensch in seiner Liebe noch weiter gesteigert werden kann; denn es wird leicht zu denken sein, dass schon auf eurer Erde es immer noch einen Menschen gibt, der noch liebevoller ist. Und dennoch werdet ihr bemerken, dass höchst liebevolle Menschen auch den gerechten Gegenpol in sich haben, aus welcher Ursache sie auch imstande sind, aus Liebe und in Berücksichtigung weiser Gründe mancherlei zu versagen, falls Wünsche, von anderen gestellt, an sie herantreten, welche den Wünschenden nur zum Schaden gereichen.

 

Würde nun ein Wesen geschaffen, das auf diese Grenze gestellt ist, von wo aus es sich frei entwickeln kann nach beiden Seiten hin, so ist leicht einzusehen, dass es diese Fähigkeit der Versagung in sich immer mehr ausbilden kann, sich damit immer mehr von der gerechten Grenze entfernt und sich schließlich bis in die unendlichsten Tiefen des Gegenpols, das heißt also in die äußersten Härten, verlieren kann.

 

Ihr könnt euch also bei einem schlechten Menschen einen immer noch schlechteren, liebloseren denken, der sich bis in die krasseste Entfernung des Eigennutzes verliert.

 

Wenn Ich nun ein Wesen schuf, das alle – wohlgemerkt – nur gerechten Pole Meiner göttlichen Eigenschaften enthielt, so heißt das nicht: Ich entkleidete Mich dieser völlig, so dass Ich als Gott nun gewisserart nur aus einer Hälfte bestand, sondern nur: Ich schuf ein Wesen, das Ich auf diese betreffende Grenze stellte, ausrüstete mit Meiner Allmacht, also durch dasselbe wirkte und nun freistellte, sich zu entwickeln nach oben und unten. Und aus dieser Machtvollkommenheit heraus ließ Ich es frei wirken.

 

Dieses erste Licht der Erkenntnis – das ist also das Erkennen der Möglichkeit, sich aufsteigend oder absteigend entwickeln zu können – sollte bewirken, freiwillig in dem Mittelpunkte zu verbleiben, um von dort aus in engster Verbindung mit dem göttlichen Urgeiste zu wirken und immer neue Wesen selbstschöpferisch zu schaffen, damit Schöpfer und Geschöpf daran eine rechte Freude und in dieser freudigen Tätigkeit eine erhöhte Seligkeit genieße.

 

Wenn Ich euch nun sage, dass dieser erstgeschaffene Geist `Luzifer` (d.h. Lichtträger) hieß, so werdet ihr jetzt auch begreifen, warum er so und nicht anders hieß. Er trug in sich das Licht der Erkenntnis und konnte als erstes Geistwesen die Grenzen der innergeistigen Polaritäten recht wohl erkennen.

 

Er, ausgerüstet mit Meiner völligen Macht, rief nun andere Wesen ins Leben, die völlig ihm ähnlich waren, auch die Gottheit in sich empfanden und dasselbe Licht der Erkenntnis in sich erbrennen sahen wie er, ebenfalls selbstschöpferisch auftraten und ausgerüstet wurden mit aller Kraft Meines Geistes. Jedoch wirkten in diesen besondere Kräfte Meines Urgeistes verteilt hervorleuchtend, das heißt, sie wurden in ihrem Charakter entsprechend Meinen sieben Haupteigenschaften *), und so war ihre Zahl sieben.

*) Liebe, Weisheit, Wille, Ordnung, Ernst, Geduld, Barmherzigkeit (ausführliche Darstellung siehe GEJ.07_018,01 ff)

 

Hier ist nicht zu verstehen, als seien die betreffenden sechs anderen Eigenschaften fehlend gewesen, weil sie einer entsprachen, sondern sie besaßen in ihrem Wesen einen entsprechenden Zug, der sie als Träger einer besonderen Eigenschaft befähigte und den sie vorzüglich entwickelten; denn schon in den Uranfängen stellte Ich Meine Wesen unter die Notwendigkeit, nicht eines das andere entbehren zu können, - das beste Mittel, gegenseitige Überhebung zu vermeiden.

 

Luzifer, wohl wissend, dass er in sich den Gegenpol Gottes vorstellen sollte, vermeinte nun zu ermöglichen, die Gottheit gewisserart in sich aufsaugen zu können, und verfiel in den Irrtum, als geschaffenes und damit endliches Wesen die Unendlichkeit in sich aufnehmen zu können, denn auch hier galt das Gesetz: `Niemand kann Gott (die Unendlichkeit) sehen und dabei das Leben behalten`, demzufolge er das Wesen der Gottheit wohl empfinden, Ihre Befehle, solange er im gerechten Mittelpunkt stand, hören, niemals aber Sie persönlich sehen konnte.

 

Wie nun das endliche Wesen die Unendlichkeit begreifen kann und wird und daher in diesem Punkte stets leicht in Irrtümer verfallen und bei absteigender Bewegung in diesen verharren kann, so versank trotz aller Warnungen Luzifer dennoch in den Wahn, die Gottheit aufnehmen und gefangennehmen zu können. Damit verließ er den gerechten Standpunkt, entfernte sich aus dem Mittelpunkt Meines Herzens und verfiel stets mehr und mehr in den falschen Wunsch, seine Geschöpfe, die durch ihn, aber aus Mir entstanden waren, um sich zu versammeln, um die mit Wesen aller Art bevölkerten Räume zu beherrschen.

 

Es entstand nun ein Zwiespalt, das ist eine Trennung der Parteien, der schließlich dazu führte, dass die Luzifer gegebene Macht von Mir zurückgezogen und er mit seinem Anhang machtlos und der Schaffenskraft beraubt wurde.

 

Es entstand naturgemäß die Frage: Was soll nun mit diesem Heere der Gefallenen und wie tot, das heißt untätig Erscheinenden geschehen?

 

Es ergaben sich da nur zwei Wege. Der erste Weg war: Luzifer mit seinem Anhange zu vernichten, um sodann einen zweiten zu schaffen, der wahrscheinlich demselben Irrtum unterworfen gewesen wäre, da ein vollkommenerer Geist, den Ich frei hinausstellte, der demnach nicht abhängig von Meinem Willen war, nicht geschaffen werden konnte. Maschinen zu schaffen, die willenlos ausführen, was Ich befehle, war keine Schwierigkeit. Um aber das Licht der Selbsterkenntnis zu erringen, war der bisherige Weg der einzige.

 

Da aber durch, das heißt mittels Luzifer auch die anderen, Mir treu verbliebenen Geister erschaffen wurden, so gehörten sie in seine Sphäre. Eine plötzliche Vernichtung Luzifers hätte also auch die Vernichtung aller Lebewesen bedeutet.

 

Stellt euch einen Menschen vor, der Kind und Kindeskinder um sich geschart hat, die allerdings von ihm als Mittler abstammen, aber ihr Leben doch eigentlich Mir verdanken! Sollen dieses Menschen Taten, Gedanken, und so weiter für immer vernichtet werden, so müssen doch auch seine Abkömmlinge vernichtet werden, da sonst sein Andenken doch in ihnen fortlebt.

 

Nur ein völliges Ausstreichen alles dessen, was jemals mit ihm in irgendeine Berührung gekommen ist – gleichviel ob dieses nun gut oder schlecht ist, die Vernichtung verdient hat oder nicht -, würde ein völliges Vergessen ermöglichen.

 

Wodurch aber hätte Luzifer, dessen Fall nur durch Irrtum geschehen war, folglich also die Möglichkeit des Ablegens des Irrtums einschließt, dieses verdient? Weshalb hätten die treu gebliebenen Wesen ihre Vernichtung verdient und schließlich: Wo bliebe Meine Weisheit, wenn Ich nicht von Anbeginn die Möglichkeit eines Abfalles erkannt und vorhergesehen hätte, daher eine Wiederholung des Schöpfungsganges auszuschließen ist?

 

Und vor allen Dingen: Wo bliebe Meine Liebe, wenn diese nicht von einer Vernichtung abgesehen hätte, vielmehr Mittel durch die Weisheit fände, die verlorenen Wesen zum Lichte der Erkenntnis zurückzuführen, damit sie also in dem gerechten Gleichgewicht der polaren Eigenschaften verbleiben?

 

Es bliebe also nur der zweite Weg übrig, den ihr in der  materiellen Schöpfung vor euch habt.

 

Stellt euch einen Menschen vor, der durchaus nicht einsehen will, dass der König des Landes ein mächtiger Herrscher ist, weil er von ihm zwar mit aller Kraft und Vollmacht ausgerüstet ist, jedoch ihn selbst nie gesehen hat! Dieser rebelliert gegen ihn und möchte sich selbst zum Könige aufschwingen. Der König, um die ihm treuen Untertanen nicht verderben zu lassen, wird ihn ergreifen, ihn seines Schmuckes berauben, aller Vollmacht entkleiden und in ein festes Gemach werfen lassen, so lange bis er zur Vernunft gebracht sein wird, und dasselbe wird er mit den Anhängern tun.

 

Je nachdem nun die Anhänger Buße tun und ihren Irrtum einsehen, werden diese befreit werden und dem Könige, der sich ihnen nun auch sichtbar gezeigt hat, fest anhangen.

 

Dieses schwache, irdische Bild zeigt euch Meine Tat an; denn die Einkerkerung ist die materielle Schöpfung.

 

Jedoch müsst ihr zum Verständnis des Weiteren eure seelischen Empfindungen erregen, da der menschliche Verstand zum Begreifen zu kurz ist.

 

Eine Seele ist zusammengesetzt aus zahllosen Partikeln, deren jedes einer Mir entstammenden Idee entspricht, und kann, wenn sie einmal sich zusammengegefunden hat, nicht mehr anders werden, als sie ist, weil sie sodann dem Charakter entspricht, den sie erhalten hat.

 

Ein Kristall, wenn auskristallisiert, kann in seiner Wesenheit nicht mehr geändert werden und kristallisiert entweder als Rhomboeder oder Hexaeder, Oktaeder usw., je nachdem, welche Form seinem Charakter, das heißt der Anhäufung der Partikel um seinen Lebensmittelpunkt, entspricht.

 

Soll da nun eine Änderung geschaffen werden, weil die Kristalle nicht ganz rein ausgefallen sind, so müssen dieselben durch Wärme (Liebe) aufgelöst werden, um sodann beim Erkalten des warmen Liebewassers, das gleichbedeutend ist dem Freigeben ihres Willens, von neuem auszukristallisieren. Nun bilden sich wieder neue, schöne Kristalle, und jeder vorsichtige Chemiker wird es verstehen, möglichst schöne, klare und große Kristalle zu erzielen, die seinen Zwecken entsprechen. Seht, so ein Chemiker bin Ich!

 

Ich löste die unrein gewordenen Kristalle (Luzifer und seinen Anhang) auf in dem warmen Liebewasser und ließ diese Seelen nun wieder neu auskristallisieren, damit sie klar würden. Daß das durch Aufsteigen durch das Mineralreich und das Pflanzenreich geschieht, ist euch bekannt.

 

Da die Seele des Luzifer jedoch die gesamte materielle Schöpfung umschließt, so muß auch diese sich in der Form des Menschen ausdrücken. So vereinen sich auch stets alle Geistervereine in einer Person, die durch den Leiter dieses Vereins ausgedrückt wird, und bilden das, was man dessen Sphäre nennt. Ähnliches, welches dieses klar ausdrückt, gibt es im Materiellen nicht, daher sagte Ich: Öffnet eure seelischen Empfindungen!

 

Jetzt wird es euch auch klarer werden, dass Luzifer glaubt, er müsse so handeln, wie es geschieht, damit die Materie hätte geschaffen werden können, - ein Irrtum deshalb, da nicht die Materie der Endzweck Meiner Schöpfung ist, sondern nur das freie Erkennen, Lieben und Begreifen der Gottheit das Ziel der aus Mir gestellten Wesen ist, die Materie aber hierzu nur ein Notbehelf.

 

Luzifer bestand auf diesem zweiten Irrtum und verlor sich in den Enden seiner polaren Eigenschaften, sich selbst belügend, dadurch die Materie erhalten zu müssen. Es war ihm soviel Freiheit gegeben, die Materie durchdringen zu können, das heißt, bewusst in sich zu beschauen, damit er als der urgeschaffenste Geist erkenne, welches Leid er seinen Gefährten gebracht habe, und er dadurch zur Umkehr geführt werde. Er tat dieses jedoch nicht, sondern wollte erst recht herrschen als ein Fürst der Materie, die ihm gehöre.

 

Er verdunkelte daher möglichst die sich wieder ausbildenden Menschenkristalle, um sein Reich zu erhalten; denn der Kampf mit Gott schien ihm groß, erhaben und das Leben erhaltend. Die Menschenkristalle, welche ebenfalls wieder zur Erreichung des Zweckes freigestellt werden mussten, konnten sich ihm zuneigen oder Mir und fielen allerdings zu Lebzeiten vielfach in seine Netze. Siehe das Heidentum, in dem er sich als König und seine polaren Eigenschaften, die ebenfalls größte Weisheit in sich bergen, als Götter verehren ließ!

 

Man wird nun fragen: Warum ließ Ich solches Treiben zu? Unverständlich bleibt es, wenn man nicht das Endziel betrachtet, und das ist freiestes Selbsterkennen in Gott.

 

Wenn ein großer Volksführer sich in Verkehrtheiten gefällt und seine Anhänger mit sich fortreißt, wie kommt man da am schnellsten zu dem Ziel, allen das rechte Licht zu bringen? Sicher, wenn der Volksführer selbst von seinen Verkehrtheiten ablässt; denn die Anhänger werden ihm schnellstens folgen. Sucht man ihm aber die Anhänger einzeln abwendig zu machen, so lange, bis er allein dasteht, so wird das Ziel weit mehr hinausgeschoben.

 

Bei Mir heißt es nun allezeit, an den Kern gehen, und wenn dieser nicht geändert werden kann, sodann den Umweg einschlagen!

 

Da nun während der Gefangenschaft – denkt jetzt an das Bild des Königs – der stete Vorwurf gemacht wurde: `Könnte ich den König sehen, so würde ich an ihn glauben!`, so wurde dadurch Meine Menschwerdung bedingt; erstens für die Gefallenen und zweitens, um den Nichtgefallenen die Gottheit persönlich sichtbar zu machen und so ihren Glauben zu krönen.

 

Hier liegt das Geheimnis Meiner Menschwerdung, welche die Materie durchbrechen musste, die sonst immer härter und härter werden musste, falls Luzifer sich immer mehr in die Härten des Gegenpols verlor.

 

Meine Menschwerdung gebot daher einen Halt und zeigte genau den Weg zur Loslösung von dem Götzendienst und der Verehrung der polaren Eigenschaften und musste nun auch den Beweis liefern, dass erstens der Tod überwunden werden kann – durch welchen die Menschen an die Materie und deren Genüsse gebunden wurden als das Höchsterreichbare, und zweitens, dass das Leben nicht in der Materie, sondern im Geiste geschieht und erstere nur ein Gefängnis des letzteren ist.

 

Daß Ich Mir das geeignetste Land, Volk und Familie vorbereitete, wo der sichere Erfolg Meines Opfers stattfinden konnte, da andernfalls Luzifer Mich hätte besiegen können, ist selbstverständlich, und die Geschichte des jüdischen Volkes beantwortet die Frage, wo das geschehen musste." (GEJ.11_017,03 ff)


4
Der Herr: "Die ganze gefestete Erde ist ein Teil der Seele Satans. Ja, nicht nur die Erde allein, sondern auch alle anderen zahllos übrigen Weltkörper sind aus dieser einen Seele gestaltet, welche eben in diesen Weltkörpern schon in zahllose Kompendien geteilt wurde. Der einmal verliehende Geist aber ist nicht teilbar. Sondern wo er als Einheit in eine große oder kleine Seele gelegt wurde, da bleibt er auch als eine Einheit.

 

War einst die Seele Satans auch noch so groß, so konnte in ihr aber doch nicht mehr als ein Geist wohnen, und dieser eine, durch sich selbst gefallene Geist kann nicht in all den zahllos geteilten Kompendien seiner einstigen konkreten Urseele wohnhaft sein. Seine Wohnung ist lediglich auf diese von euch bewohnte Erde beschränkt.

 

Alle anderen Weltkörper, obschon Teile dieser einstigen Seele, sind von dieser Einwohnerschaft frei. Daher können aber auch die Menschen jener Weltkörper, obschon in ihrer Natur gewöhnlich besser als hier auf der Erde, dennoch nie zu jener vollkommenen gottähnlichen Höhe gelangen wie die Kinder dieser Erde, welche zwar das im Geiste von Gott Allerentfernteste und das Allerletzte ist, aber eben darum im Besserungsfalle das Allerhöchste und Allergöttlichste werden kann.

 

Und aus eben diesem Grunde wählte Ich als der Herr diese Erde zum Schauplatz Meiner höchsten Erbarmungen und schuf auf ihrem Boden alle Himmel neu." (Er.01_053,09 ff)

 


Nachbemerkung


Im Grunde sind alle Einzelthemen der Neuoffenbarung bzw. der in dieser Sammlung thematisch geordneten Texte Teil oder Details von Gottes Schöpfungs- und Erlösungsplan. Um aber eine bessere Übersicht über die Hauptlinien des Schöpfungs- und Erlösungsplanes zu erhalten, seien hier die wichtigsten Stationen, wie sie uns von Jesus vermittelt wurden, grob und stichwortartig zusammengefaßt: 1. Gottes geistige Urschöpfung (Urerzengel). 2. Fall eines Teiles des Urschöpfung und Verdichtung ins Materielle (stoffliche, materielle Schöpfung).*) 3. Stufenweise Rückführung alles geistig-seelischen Potentials durch das Mineralreich, Pflanzenreich, Tierreich bis zum Menschen als letztmöglicher Entwicklungsstufe in der materiellen Welt. 4. Eintritt Gottes (Jesus) ins Materiereich, um die Gefallenen aus ihrem Gericht zu erlösen und die guten Willens sind wieder ins Vaterhaus zurückzuführen (der "Verlorene Sohn"). 5. Nach dem Tod des Menschen Eintritt wieder ins rein Geistige und Weiterführung im Jenseits.

*) Siehe auch Jesaja 14,12-15, 2.Petrus 2,4, Judas 6