„Es gibt nirgends einen eigens geschaffenen Himmel, noch irgendeine eigens geschaffene Hölle, sondern alles das kommt aus dem Herzen des Menschen; und so bereitet sich ein jeder Mensch im Herzen, je nachdem er Gutes tut oder Böses, entweder den Himmel oder die Hölle...“ (GEJ.02_008,07)

"Es ist in aller Unendlichkeit nur ein Gott, eine Kraft und ein Gesetz der ewigen Ordnung. Wer aus den Menschen sich dieses Gesetz zum eigenen macht, für den ist alles und überall Himmel; wer aber aus seiner eigenen Freiheit heraus diesem Gesetze widerstreben will, für den ist überall Hölle, Qual und Marter!" (GEJ.02_010,1)


 

Himmel und Hölle

 

Wesen und Örtlichkeit


1
Der Herr: „Denn eine jede Seele nimmt nach dem Abfalle ihres Leibes nichts mit sich hinüber als ihre Liebe, der ihre Werke als Produkte ihres Willens nachfolgen.

 

Hängt die Liebe der Seele aber an den toten Dingen dieser Welt so sehr, dass sie mit ihnen vollends eins geworden ist, so ist sie auch tot; und da ihr Wille gleich ist den gerichteten, toten Dingen dieser Welt, so entbehrt er der vollsten Freiheit, ist sonach auch gerichtet und somit als tot zu betrachten, - und das ist es, was man die Hölle und den ewigen Tod nennt!

 

Hütet euch darum vor allem, dass eure Seelen nicht die Liebe zur Welt, ihren Schätzen und Reizen gefangen nehme; denn wen die Welt einmal gefangengenommen hat, der wird sich höchst schwer von ihrer Gewalt losmachen können.“ (GEJ.08_166,15 ff)


2
Hier trat der Römer zu Mir hin und sagte: „Herr und Meister, dass Dir alles in der ganzen Unendlichkeit bekannt ist vom Größten bis zum Kleinsten, davon bin ich vollkommen überzeugt, und niemand kann mir mehr diese für mich seligste Überzeugung nehmen!

 

Es ist nun aber schon mehrere Male von der Hölle die Rede gewesen, und ich muß es offen bekennen, dass ich noch immer nicht im geringsten weiß, was ich eigentlich aus ihr machen soll. Ist sie irgendein höchst finsterer und trauriger Ort, an dem die Übeltäter für ihre Sünden ewig gepeinigt oder ohne Unterlaß gemartert werden, oder sind all die großen Martern am Ende, nach Deiner ewigen Liebe und Güte zu urteilen, doch nur die äußersten Mittel, um am Ende selbst die bösesten Geister nach etwa einer undenkbar langen Zeit zur wahren Erkenntnis zurückzuführen? Wo ist der unselige Ort und wie sieht er aus?“

 

Sagte Ich: „Mein sehr werter Freund, davon kannst du dir bei Meinen alten Jüngern die ganz genaue Kunde einholen – denn denen habe Ich alles gezeigt - , aber daneben liegt dennoch so manches in der ewigen Liebe und Weisheit Gottes, das du, so Ich es dir auch sage, nun nimmer verstehen könntest.

 

Im übrigen ist die Hölle für sich sowenig irgend ein bestimmter Ort wie der Himmel selbst, sondern die Hölle wie der Himmel hängen ganz nur von dem inneren Zustand des Menschen ab. So können ein Engel und ein ärgster Teufel knappst nebeneinander sein, stehen oder sitzen, und sie sind geistig dennoch endlos voneinander entfernt, und der Engel befindet sich unbeeinträchtigt von dem ihm naturgemäß höchst nahe stehenden Teufel (ganz wohl im Himmel), und also befindet sich auch der Teufel in der Hölle und weiß nicht das allergeringste von dem ihm so überaus nahe stehenden Engel.

 

Allein das kannst du nun so leicht nicht fassen; denn die geistigen Verhältnisse sind ganz andere als die diesirdischen. Doch für einen sehr aufmerksamen Beobachter finden sich auch hier so manche ähnliche Erscheinungen, die mit jenen  jenseitigen in der genauen Korrespondenz stehen.

 

So zum Beispiel kannst du einem Menschen, der innerlich dein größter Feind ist und Tag und Nacht studiert, wie er dir auf die allerempfindlichste Weise schaden könnte, physisch nah und geistig fern sein. Er kann dich auf einer so hohen Stelle nicht ausstehen, weil er sie lieber selbst bekleidete; er ist aber weltklug und weiß seine innere Gesinnung vor dir so zu verbergen, dass du sie auf keine denkbare Weise auch nur ahnen kannst.

 

Wenn du also zu ihm kommst, so wird er dich mit der größten Artigkeit empfangen und dir alle Ehren antun, wogegen er in der Wirklichkeit, wenn es keine so strengen Strafgesetze gäbe, dich sogleich hätte vernichten mögen. Aber er dachte bei sich: `Du bist nun hoch oben und ich noch tief unten! Du musst mir noch zuvor in die Höhe helfen, und bin ich einmal hoch oben, dann wird schon gesorgt werden, dich in den Abgrund zu stürzen!`

 

Siehe, das ist schon ein vollkommener Teufel, und er befindet sich schon mit Leib und Seele in der Hölle, während du als ein allzeit rechtschaffener und biederer Mann dich also im Himmel befindest.

 

Nun siehe, wenn du und dein arger Nebenmann euch nebeneinander befindet, so sind physisch genommen Himmel und Hölle knapp nebeneinander; aber es kann dir die Hölle dennoch nichts anhaben, weil zwischen euch beiden das Gesetz eine schroffe und unübersteigliche Scheidewand bildet. Aber wie himmelweit ist euer moralischer Zustand verschieden und wie weit voneinander entfernt!

 

Sieh, hier hast du ein Bild des Himmels und der Hölle, wie die beiden voneinander abstehen! Und nun will Ich dir noch ein Beispiel geben, wie die Hölle in sich beschaffen ist; und so habe denn wohl acht!

 

Stelle dir aber nun zwei Menschen vor, etwa zwei benachbarte, höchst stolze und herrschsüchtige Könige! Sie stehen äußerlich in der besten Freundschaft. Wenn einer den anderen besucht, so überbieten sie sich an Zuvorkommenheiten und umarmen und küssen sich als die besten und intimsten Freunde; aber heimlich für sich denkt und wünscht ein jeder: `Oh, wenn ich dich nur schon bald unter meinen Füßen im Staube zertreten sähe!` Ein jeder lauert nur auf eine schickliche und ihm günstige Gelegenheit, um seinen ihm über alles verhassten Nachbar gänzlich vernichten zu können.

 

Wer aber schon höchst begierlich ist, mit seinem Nachbar einen Krieg zu beginnen, der findet auch bald einen Grund dazu. Kurz, die beiden überfallen sich bald mit einem Kriege, und der Stärkere besiegt den irgend Schwächeren, und diesem bleibt nichts übrig als die Flucht.

 

Wenn er also nur seine Haut gerettet hat, so geht er eiligst zu einem dritten noch mächtigeren Nachbarn, erzählt ihm sein Unglück, verrät auf das kleinste seinen früheren Freund und macht dem dritten Vorschläge, wie er ganz leicht zu besiegen wäre und bietet sich selbst zum Führer an.

 

Darauf werden bald um guten Sold Reisige geworben und unversehens wird der frühere Sieger, ehe er sich´s versieht, überfallen und aller seiner Güter und Länder beraubt. Wenn der nun zum zweiten Besiegte sich noch durch die Flucht retten kann, so wird er bald einen Vierten finden, der gegen den Dritten zieht und ihn möglicherweise besiegt, und die Geschichte hat dann eine Weile scheinbar Ruhe.

 

Die Besiegten aber ruhen in ihrem Inneren gar nicht, sondern ein jeder sucht für sich die Gelegenheit, sich an allen Siegern auf das beispielloseste zu rächen. Und sieh, so treibt ein solches rein höllisches Gemüt sein innerer böser Wurm, der nicht stirbt, immer weiter und weiter!

 

Und wie du nun im Beispiel von den beiden Königen gesehen hast, so ist die ganze Hölle bestellt. Wie willst du in diesen Wesen eine Besserung ihres schwarzen Gemütes  bewirken?! – Wie gefällt dir diese Sache?

 

Sagte der Römer: „Ja, Herr, wenn es in der Hölle so aussieht, da ist an ein Ende dieser gegenseitigen höchsten Anfeindungen freilich wohl in Ewigkeit nicht zu denken, und es sieht die Sache nun ganz anders aus, als wie ich sie mir je vorgestellt habe! Solche Geister sind demnach ihres inneren bösesten Zustandes wegen aus sich selbst nie fähig, wahre Bewohner des Himmels zu werden?“

 

Sagte Ich: „Ganz sicher; wenn sie tausend Ewigkeiten also belassen werden, so werden sie aus sich, statt je einmal besser, nur ewig immer schlechter! Denke dir aber zahllos viele solcher Geister, die von nichts als von der grenzenlosesten Selbstsucht und dem schrankenlosesten Hochmut erfüllt sind, wie diese dann untereinander wirtschaften!

 

Denke dir aber noch, dass sie jenseits ganz frei sind, dass gar kein Gesetz sie auf irgendeine Art bindet, und ein jeder tun kann, was er will! Wenn du dir das so recht vor das Gemüt führst, so wirst du da eine Anarchie sehen, von der die Erde kein Beispiel aufzuweisen hat.

 

Ein jeder will gleich der höchste Herr sein; nur die im gleichen Bösen und Falschen sind, rotten sich gegen andere, die im andern Bösen und Falschen sind, und da gibt es einen ewigen Hader, Zank, Krieg und gegenseitige Verstümmelungen von der grauenhaftesten Art. Und klauben sich die Verstümmelten wieder zusammen, da sind sie dann erst gar rachgierig und versuchen mit ihren Vorstellungen und Trugkünsten sich als allerlei Zauberer und Künstler bemerkbar zu machen.

 

Haben sie sich dadurch nach und nach einen großen Anhang erworben, dann wehe denen, die sie verstümmelt haben! Und so gibt es für jede Art Böses und Falsches ganze große Vereine, die nur eine Weile in einer Scheinharmonie miteinander bestehen.

 

Haben sie irgendeinen andern Verein bestürmt, ihn gesprengt und Beute gemacht, so will dann bei der Teilung ein jeder der Anführer gewesen sein und somit auch den größten Teil der Beute an sich ziehen.

 

Dadurch kommt dann der siegende Verein untereinander in Streit. Zuerst wird gelost. Ist einem durch das Los der größte Teil zugefallen, so werden ihm dann noch allerlei Proben echt höllischer Art vorgestellt, ob er sich getraut, sie zu bestehen. Es werden ihm große Verheißungen gemacht, sogar die Krönung zum König und Gott aller Vereine.

 

So er sich den Proben nicht unterziehen will, wird ihm der kleinste Teil der Beute zugedacht, was ihn natürlich schon in eine geheime Wut versetzt; nimmt er dagegen die Proben an, so wird er fürchterlich gemartert und muß sich alle möglichen Beschimpfungen gefallen lassen und selbst die größten Schmerzen standhaft ertragen.

 

Jetzt gilt dann euer römisches Sprichwort: AUT CAESAR, AUT NIHIL (entweder Caesar oder nichts!, d.h. alles oder  nichts. Red.). Er nimmt die Proben an, und hat er diese überstanden, so wird er zwar ein Scheinkönig, - aber diese Ehre dauert nicht lange.

 

Es gibt bald Meutereien, und der gemarterte König wird abgesetzt, und ein Diktator setzt sich an seine Stelle und gibt Konstitution über Konstitution, wobei dann ein jeder für seinen Sack sorgt.

 

Das ist dann wieder denen nicht recht, die dabei zu kurz  kommen, und das erzeugt dann auch schon wieder Konspirationen, aus denen bald eine Gegenmeuterei von einer gräßlichen Art zum Vorscheine kommt.

 

Und so kann es da niemals zu einer Ordnung kommen. Es werden von Zeit zu Zeit auch bessere Lehrer in solche höchst zerrütteten Vereine gesandt; aber es geht ihnen beinahe nicht besser, als es den Engeln zu Sodom und Gomorra ergangen ist.

 

Die argen Geister möchten sie als starke Wesen gleich dazu gebrauchen, dass sie alle ihre Feinde vernichten sollen. Daraus aber kannst du schon ersehen, wie es mit der Besserung dieser Geister steht.

 

Alle die Höllengeister verstehen sich überaus gut aufs Verstellen. Sie erscheinen oft äußerlich den Engeln gleich und innerlich sind und bleiben sie gleich den reißenden Tieren.

 

Ihre Verstellungskunst geht so weit, dass sie sogar die Engel verführen könnten, und Ich bin hauptsächlich darum im Fleische auf diese Erde gekommen, um der Hölle für ewig einen Damm zu setzen, den sie in alle Ewigeit nimmer wird überwältigen können.

 

Ich, als Gott von Ewigkeit, könnte freilich wohl mit Meinem Willen die Hölle, aber mit ihr auch die ganze Schöpfung zunichte machen. Was aber dann? Etwa eine neue Schöpfung beginnen?

 

Ja, ja, das ginge schon; aber eine neue Schöpfung von materiellen Welten ist in keiner andern Ordnung denkbar, als die gegenwärtige da ist, weil die Materie das gefestete und notwendig gerichtete Medium ist, durch das ein Mir in allem ähnlich werden sollendes Wesen, von Mir ganz abgelöst, die Willensfreiheitsprobe durchmachen muß, um zur wahren Lebensselbständigkeit zu gelangen.

 

Es ist darum besser, alles bestehen zu lassen, aber in einer wohl gesonderten Ordnung. Diese aber konnte von Mir nur dadurch bewerkstelligt werden, dass Ich Selbst Mensch geworden bin, Selbst alle Materie durchdrungen und somit allen ihren noch so alten, gerichteten geistigen Inhalt zur Beseligung fähig gemacht habe.

 

Und das ist eben die zweite Schöpfung, die Ich schon von Ewigkeit her vorgesehen habe, ohne die nie ein Mensch dieser oder auch einer andern Erde vollkommen selig hätte werden  können; denn vor dieser Meiner Darniederkunft war Ich ewighin ein unschaubarer Gott, wie es auch im Moses heißt, dass niemand Gott sehen kann und leben.

 

Von nun an aber bin Ich für jedermann ein schaubarer Gott, und jeder, der Mich sieht, lebt und wird ewig leben. Die Erlösung aber besteht erstens in Meiner Lehre, und zweitens in dieser Meiner Menschwerdung, durch welche die so überwiegende Macht der alten Hölle gänzlich gebrochen und besiegt ist. Solches hat schon der Prophet Jesaja angezeigt, als  er im 63. Kapitel, Vers 1-9, sagte:`Wer ist Der, so von Edom kommt, besprengt das Gewand aus Bozra, ehrenwert in Seiner Kleidung, einherschreitend in der Größe Seiner Kraft? - " ...   (GEJ.06_237,01 ff)


3
Der Herr:..."Dergleichen Stellen gibt es noch eine Menge, in denen dargetan ist, dass Ich hauptsächlich nur darum im Fleische in diese Welt gekommen bin, um den zu gewaltigen Übergriffen der Hölle für ewig Einhalt zu tun.

 

Es denke aber von euch ja niemand, als hätte Ich dereinst auch schon die Hölle erschaffen! Das sei ferne von Mir und von euch allen! Auch denket euch nicht, als sei sie ein Ort zur ewigen Bestrafung der Übeltäter dieser Erde!

 

Sie hat sich von selbst gebildet aus jenen gar vielen Menschenseelen, die auf dieser Erde im Fleische jeder göttlichen Offenbarung Hohn sprachen, Gott leugneten, nur taten, was ihrer äußeren Sinnlichkeit behagte, aber sich am Ende göttliche Verehrung erweisen und alles Volk durch ihre Höflinge darin unterweisen ließen, dass sie selbst Götter seien und alles Volk sie anbeten müsse, wie solches Nebukadnezar zu Babylon tat.

 

Wieder erfanden sie Götzen und zwangen die Völker, dieselben anzubeten und ihnen große Opfer zu bringen; aber wer sich weigerte, wurde auf das grausamste gemartert.

 

Aus dem aber könnet ihr wohl ersehen, welche Gewalt die Hölle über die ganze Erde ausübte, und wie sehr es nun an der Zeit war, dass Ich Selbst in die Materie herabkommen musste, um dieses alte, aber notwendige Gericht mit aller Meiner Fülle zu durchbrechen und dadurch der sich selbst geschaffenen Hölle einen Damm zu setzen, den sie nimmer also durchbrechen wird, wie es bis jetzt der Fall war.

 

Ich, der Allerheiligste, musste Mich mit der Unheiligkeit der menschlichen oder geschöpflichen Schwachheit bekleiden, um Mich der Hölle wegen ihrer Besiegung als ein starker Held nahen zu können.

 

Ich habe Mich ihr nun genaht, bin in ihrer Mitte, und alle Teufel und Satane fliehen vor Mir wie lockere Spreu vor dem  Sturmwinde. Und also habe Ich euch nun in einem Beispiel gezeigt, was die Hölle ist, was sie tat, zum Teile noch tut, und was die Erlösung ist. –

 

Habt ihr solches wohl einigermaßen verstanden?“

 

Sagte nun Agrikola ganz erstaunt: „Herr, solch eine  Beschreibung der Hölle ist noch nie zu meinen Ohren gekommen! Wir Römer haben sie nach unserer Phantasie unter den Erdboden, besonders an jene Stellen versetzt, wo es, wie bei uns, solche Berge gibt, die immerwährend rauchen und von Zeit zu Zeit große und alles verheerende Feuermassen ausspeien. Ah, so aber sieht die Sache ja ganz anders aus! Da ist ja nun die ganze Erde mit dem losesten Menschengeschlechte eine vollkommene Hölle; denn in dieser Welt geht es nun gerade so zu, wie Du uns das Walten und Treiben der Hölle beschrieben hast!“

 

Sagte Ich: „Ja, Mein Freund, die Welt und die Hölle sind geradeso eins, wie da eins sind Leib und Seele. Die große Höllenseele bedient sich der äußeren Welt geradealso, wie sich da bedient die Seele ihres Leibes.

 

Ist die Seele ein Engel durch ihre Liebe zu Gott und zum Nächsten, so wird auch der Leib nur Gutes tun, weil die Seele, die den Leib belebt, nichts Böses tun will und kann; ist aber die Seele schon völlig ein Teufel, so ist dasselbe auch ihr Leib.

 

Darum aber kam ich nun in diesen Weltleib, um alle die legionenmal Legionen aus ihm zu vertreiben. Ich gab dir gestern mit der Maid im Kleinen ein Beispiel dafür, was Ich nun im Großen tue.

 

Ich werde nun das Haus von den alten Teufeln rein ausfegen; aber so die Menschen sich nicht daran halten werden, so werden sie bald mit einer neuen Hölle und ihren Teufeln fertig sein, und diese werden dann bald in das gereinigte Haus einkehren und einen Zustand in der Welt bereiten, der noch ärger sein wird, als da war der erste vor Mir.

 

Denn wie früher, so muß auch jetzt und fürder eine jede Seele im Fleische ihre Willens- und Erkenntnisfreiheitsprobe  durchmachen, und die kann ohne zugelassene Anreizungen zum Guten und zum Bösen nie und nimmer stattfinden.

 

Aber nun haben die Menschen durch Mich die Hilfe in ihrer Hand und können die in ihnen anwachsen wollende Hölle allzeit auf das glänzendste besiegen, was eben die Folge Meiner Erlösung ist.

 

Die aber das nicht tun werden, die werden noch mehr Knechte der neuen Hölle sein, als es da waren die Alten bis zu dieser Zeit.“

 

Sagte Agrikola: „Ja, Herr, da wäre es ja besser, solche neuen Höllenseelen nach dem Leibesleben sogleich ganz zu vernichten?!“

 

Sagte Ich: „Ja, Mein Freund, das geht nicht an; denn alle Seelen, gute und böse, sind aus Mir; und wie von Mir ewig nichts vernichtet werden kann, also auch die böseste Seele nicht, sondern eine jede Seele wird fortleben nach ihrer Liebe.- Verstehst du, Mein Freund, dieses wohl so ein wenig?“  (GEJ.06_237,01ff)


4
Sagte Ich: „Mein Freund, du hast wohl recht, Mich also zu fragen; aber es ist jetzt noch schwer, davon etwas dir ganz Verständliches zu sagen, weil dein innerster Liebelebensgeist noch nicht völlig in deine Seele übergegangen ist. Doch so viel, als es dir und auch den übrigen verständlich sein kann, will Ich dir schon sagen, und so höre denn, und merke es wohl!

 

Siehe, wie der Himmel allenthalben ist, wo es gute und Mir liebe und wohlgefällige Menschen gibt, so ist auch die Hölle überall, wo es Gottesverächter, Feinde alles Guten und Wahren, Lügner, Betrüger, arge Diebe, Räuber, Mörder, Geizige, weltehrsüchtige Herrschgier und arge, lieblose Hurer und Ehebrecher gibt.

 

Willst du wissen, wie es in einer solchen Hölle aussieht, so betrachte nur das Gemüt, die arge Liebe und den bösesten Willen eines solchen Menschen, in dem die Hölle waltet, und du wirst daraus leicht innewerden, wie es in der Hölle, die eben ein Werk von derlei Menschen ist, aussieht! In der Hölle will ein jeder der Erste, der höchste und unumschränkteste Herrscher und Gebieter sein, die höchste Gewalt und Macht haben, alles besitzen, und alle sollen ihm gehorchen und für ihn arbeiten um den schlechtesten Lohn.

 

Von einer solch einen bösesten Unsinn und solch einer ärgste Blind- und Torheit erleuchtenden Wahrheit kann da selbstverständlich noch weniger eine Rede sein denn auf dieser Welt, wo irgendein herrschsüchtigster Tyrann sich auch nimmerdar durch eine allerlichteste Wahrheit über sein Unrecht, das er auf die grausamste Weise den Menschen zugefügt hatte, also wird bekehren lassen, dass er seinen goldenen Thron verließe und dann hinginge und eine rechte Buße übte, sein Unrecht einsähe und sein an so vielen Menschen verübtes Unrecht nach Möglichkeit wieder gutzumachen trachtete.

 

Versuche du, einen solchen Wüterich zu bekehren, und du wirst dich nur zu bald überzeugen, wie er dir begegnen wird! Wo man aber selbst mit dem hellsten Lichte der Wahrheit nichts auszurichten vermag, mit was anderem sollte man derlei Menschen bekehren können, ohne dass man ihren freien Willen mit der Allmacht gefangennähme, was aber nicht anders geschehen kann, als dass man solch einem Menschen seine ganz verkehrte böse Eigenliebe völlig wegnähme.

 

Einem Menschen seine Liebe hinwegnehmen aber hieße soviel, als den ganzen Menschen vollends töten und vernichten, was aber nach der ewigen und unwandelbaren Ordnung darum nicht angehen kann, weil alles, vom Kleinsten bis zum Größten - ob nach eurem Menschenverstande gut oder böse – sowenig vernichtbar ist wie Gott als die urewige Kraft und Macht und Seine Liebe und Weisheit Selbst, aus der alles sein Dasein hat.

 

Übergänge vom Unvollkommenen zum Vollkommenen sind gar wohl möglich, weil Gott dadurch Seine großen Gedanken und Ideen - um nach Menschenweise zu reden - eine freie Selbstständigkeit verschaffen will; aber die Übergänge sind keine Vernichtungen, sondern nur erscheinliche Zerstörungen im Gebiet des äußeren Naturmäßigen.

 

Nur die materiellen Formen, in denen das geistige  Lebenskraftwesen eine Zeitlang von der allgemeinsten göttlichen Geistwesenheit als gewisserart abgetrennt und  abgeschieden rastend verborgen ist, sind zerstörbar, aber ihr inneres Wesen nimmerdar.

 

Und diese äußeren Formen müssen darum der Erscheinlichkeit nach zerstörbar sein, weil ohne sie eine geistige  Vervollkommnung in Hinsicht auf die freie, individuelle Selbständigwerdung eines Wesens völlig unmöglich wäre.

 

Denn was anderes wohl ist für euch als nun auch noch in einer letzten materiellen Form steckende Mensch die sicht- und wahrnehmbare Kreatur, als durch Meinen Willen für eine gewisse Zeit dauernd festgehaltene Gedanken und Ideen, die Ich, so es nötig ist, ändern kann, wie und wann Ich es nach Meiner Liebe und Weisheit will?

 

Ich tue das aber ja nicht etwa aus einer Art Laune, um Mir dadurch ein gewisses Herrschervergnügen nach menschlicher Weise zu verschaffen, sondern Ich tue das aus ewiger Notwendigkeit nach Meiner ewig weisesten Liebeordnung, um Meinen Gedanken und Ideen eine vollste und freieste und individuell wesenhafte Selbständigkeit zu verschaffen.

 

Wäre das auf einem andern Wege – den es nicht gibt, noch geben kann, was ihr freilich noch nicht völlig einsehen und begreifen könnt – möglich, so würde Ich ihn dem, den ihr als langweilig und gewisserart mühsam betrachtet, sicher vorgezogen haben; aber es ist und bleibt der euch bekannte Weg nur der allein mögliche und somit auch der allein wahrste und beste, weil durch ihn allein nur Meine Absichten vollkommen erreicht werden können.

 

Wenn nun die Menschen auf dieser Erde sich solche Meine Ordnung nicht wollen gefallen lassen und nach ihrem Verstand und freien Willen sich eine andere und vermeintlich bessere und vernünftigere Ordnung schaffen wollen - was gar überhäufig hier und jenseits der Fall ist -, so müssen sie es sich selbst zuschreiben, wenn sie dadurch in einen statt besseren, nur immer schlimmeren Lebens- und Seinszustand gelangen und sich am Ende so weit verrennen und verarbeiten, dass ihnen nur auf – leider – keine andere Weise mehr beizukommen ist als durch die Empfindung aller erdenklichen Qualzustände, die sie sich selbst bereitet haben; und derartige Empfindungen dauern dann so lange fort, bis eine Seele in sich zu gehen anfängt und stets mehr und mehr einsieht, dass sie durch das Sichsträuben gegen Meine Ordnung sich ihren Zustand ewig nie verbessern, sondern nur verschlimmern muß.

 

Siehe, du Mein Freund  Pellagius, ein solch freiwillig fortgesetztes Streben wider Meine Ordnung ist denn auch die eigentliche Hölle mit all ihrem Finstern, Bösen und sicher unbeschreibbar Qualvollen!“ (GEJ.10_110,09 ff)


5
Fragt Faustus: „Herr, was ist das für ein Reich, und wo ist es?“

 

Sage Ich: „Ja, mein lieber Freund, das eigentlich wahre Himmelreich Gottes ist für die wahren Freunde Gottes überall, für die Feinde Gottes aber nirgends; denn für die ist wieder alles Hölle, wohin du nur immer deine Augen und andern Sinne wenden kannst und magst. Unten und oben ist da gleich.

 

Blicke weder zu den Sternen empor – denn sie sind Erden wie diese, die du betrittst – noch senke deine Augen zur Erde hinab, denn sie ist gerichtet wie dein Fleisch, das einmal sterben und verwesen muß!

 

Forsche und suche aber dafür fleißig in deinem Herzen; dort wirst du finden, was du suchst. Denn in eines jeden Menschen Herz ist der lebendige Same gelegt, aus dem dir des ewigen Lebens ewiges Morgenrot erblühen wird. Siehe, der Raum, in dem diese Erde schwebt so wie die große Sonne, der Mond und all die zahllosen Sterne, die für sich nichts als wieder Sonnen und Erden sind, ist unendlich!

 

Mit der Gedanken Schnelligkeit könntest du diese Erde verlassen und in der geradesten Linie in solcher Schnelligkeit forteilen, - und so du Ewigkeiten also forteiltest, so würdest du nach vielen Ewigkeiten des gedankenschnellen Fortfluges dennoch nimmer irgendeinem Ende nahe kommen!

 

Überall jedoch würdest du Schöpfungen von der seltensten und wunderbarsten Art und Weise treffen, die allenthalben den endlosen Raum erfüllen und beleben.

 

Durch dein Herz wirst du nach dem Tode deines Leibes hinaustreten in den endlosen Gottesraum, und nach der Art deines Herzens wirst du ihn entweder als Himmel oder als Hölle antreffen!

 

Denn es gibt nirgends einen eigens geschaffenen Himmel, noch irgendeine eigens geschaffene Hölle, sondern alles das kommt aus dem Herzen des Menschen, je nachdem er Gutes tut oder Böses, entweder den Himmel oder die Hölle, und wie er glaubt, will und handelt, also wird er auch seines Glaubens leben, aus dem heraus sein Wille genährt ward und ins Handeln überging.

 

Jeder aber prüfe die Neigungen seines Herzens, und er wird leicht erfahren, wessen Geistes sein Herz voll ist.

 

Ziehen seine Neigungen das Herz und dessen Liebe zur Welt hinaus, und fühlt er in sich eine Sehnsucht, in der Welt etwas Großes und Angesehenes zu werden, - hat das hochmütig werden wollende Herz ein Missbehagen an der armen Menschheit, und fühlt es den Trieb in sich, dass es herrschen möchte über die andern, ohne zum Herrschen von Gott erwählt und gesalbt zu sein, so liegt im Herzen schon der Same der Hölle, der, so er nicht bekämpft und erstickt wird, dem Menschen nach dem Tode des Leibes offenbarst nichts denn die Hölle bereitet.

 

Ist aber das Herz des Menschen voll Demut, und fühlt er sich glücklich, der Geringste unter den Menschen zu sein, allen zu dienen, seiner selbst der Liebe zu den Brüdern und Schwestern wegen gar nicht zu achten, dem Vorgesetzten willig zu gehorchen in allen guten, den Brüdern so wie so nützenden Dingen, und liebt er also Gott über alles, dann erwächst im Herzen der himmlische Same zu einem wahren, ewig lebendigen Himmel, und der Mensch, der also schon den gesamten Himmel in der Fülle in seinem Herzen birgt voll des wahren Glaubens, der reinsten Hoffnung und Liebe, der kann nach dem Tode des Leibes denn auch unmöglich irgendwo anders hinkommen als ins Himmelreich Gottes, das er in aller Fülle schon lange im Herzen trug! –

 

Wenn du solches recht erwägst, so wirst du leicht begreifen,  was es so ganz eigentlich mit dem Himmelreich für eine Bewandtnis hat.....

 

Also ist der Himmel auch gleich einem guten Weine, der den Mäßigen stärkt, den Unmäßigen aber zugrunde richtet und tötet; und so wird ein und derselbe Wein für den einen ein Himmel und für den andern die barste Hölle, - und doch wird er von einem und demselben Schlauche genommen!

 

Sage Mir, Freund, ob du nun verstehst, was da ist der Himmel und was die Hölle?“

 

Sagt Faustus: „Herr, nun fängt es bei mir an hell zu werden! – Es ist in aller Unendlichkeit nur ein Gott, eine Kraft und ein Gesetz der ewigen Ordnung. Wer aus den Menschen sich dieses Gesetz zum eigenen macht, für den ist alles und überall Himmel; wer aber aus seiner eigenen Freiheit heraus diesem Gesetze widerstreben will, für den ist überall Hölle, Qual und Marter!“ (GEJ.02_008,03 ff)


6
Sagte Ich: „Es hat zwar alle Geisterwelt, wie Ich das schon einige Male dargetan habe, mit dem Raume und der Zeit dieser materiellen, gerichteten und somit unfreien Welt durchaus nichts mehr zu tun; aber er (der Raum), als eine äußerste Hülle, ist am Ende dennoch der Träger aller Himmel und aller Geisterwelten, weil diese sich irgend außerhalb des unendlichen Schöpfungsraumes nirgends befinden können.

 

Und so muß es, um klar und für euch verständlich zu reden, auch gewisse Räumlichkeiten geben, in denen sich die Geisterwelten wie örtlich befinden, obschon besonders einen vollendeten Geist die Örtlichkeit des Raumes ebensowenig angeht wie dich nun dieser Ölberg, wenn du dir Rom oder Athen denken willst, denn für den Geist gibt es sogestaltig weder einen bestimmten Raum noch irgendeine gemessene Zeit.

 

Aber was das sogenannte individuelle Wesen eines Geistes betrifft, so kann es sich dennnoch sowenig wie Ich nicht völlig außer Raum und Zeit befinden; und so befinden sich denn auch die Seelen der von dieser materiellen Welt Abgeschiedenen in einer bestimmten örtlichen Räumlichkeit, obwohl besonders die lebensunvollendeten keine Ahnung davon haben, - sowenig du in einem Traume, in dem du dich zwar auch bald in dieser und bald in einer ganz anderen Gegend recht behaglich und sogar tätig befindest, ohne dabei die materiell-räumliche Örtlichkeit für dein persönliches Individuum auch nur um eine Linie zu verändern.

 

Du willst aber von Mir die eigentliche, gleichsam stabile Örtlichkeit kennenlernen, in der sich besonders die lebensunvollendeten Seelen nach dem Tode des Fleisches befinden, und Ich will dir das denn auch treulich kundgeben. Und so höre Mich denn und verstehe Mich wohl, was Ich dir darüber sagen werde!

 

Wenn ein Mensch in seinem Leibesleben eine besondere Liebe für diesen oder einen andern Ort auf der materiellen Welt hatte, so bleibt er auch als abgeschiedene Seele in demselben Ort, oft viele hundert Jahre lang und wird dessen auch, wenn auch  unklar, zuweilen inne auf dem Wege der geistigen Entsprechungen.

 

Wo du demnach auf dieser Erde einen Ort hast, da hast du auch schon eine Örtlichkeit für die Welt der Geister, die in sich aber freilich wohl keine materielle, sondern nur eine geistige ist, weil sie aus der gewissen Phantasie der Geister mittels ihres Willens entsteht. Du kannst demnach eine solche von dir selbst geschaffene Welt kreuz und quer durchreisen, bleibst aber als Individuum dennoch fest in ein und derselben materiellen Örtlichkeit.

 

Es sei aber zum Beispiel ein Mensch, der eine große Sehnsucht dahin in sich trägt, den Mond, die Sonne und auch die Sterne näher kennenzulernen. Wenn eines solchen Menschen Seele entleibt wird, so ist ihre materielle Örtlichkeit auch schon dort, wohin sie ihre Liebe gezogen und gestellt hat. Dort wird sie auch bald durch die Geister (mit den Geistern) jener Welten in Verkehr treten und ihre dortigen Anschauungen und Studien in tätigsten Angriff nehmen.

 

Ist eine Seele aber hier schon von der Liebe zu Gott vollends durchdrungen, wird ihre materiell individuelle Bestandsörtlichkeit zwar aus der Nähe dieser Erde als der Erziehungswiege für die Kinder Gottes nicht verändert, aber sie wird durch Mich dennoch im hellsten Lebenslichte die ganze Unendlichkeit nach dem stets steigenden Bedürfnisse ihrer Intelligenz und daraus hervorgehenden Seligkeit durchwandern können, ohne dabei die materiell-räumliche Örtlichkeit für ihr individuelles Sein auch nur um eine Linie verändern zu dürfen (brauchen), gleichwie auch Ich sie im Geiste nicht verändere und dennoch allenthalben in der ganzen Unendlichkeit zugleich gegenwärtig bin.

 

Ein Mehreres und Tieferes kann Ich dir darüber jetzt nicht sagen; wenn du aber im Geiste selbst wiedergeboren sein wirst, so wirst du auch noch ein Mehreres sonnenklar verstehen.“ –  (GEJ.08_033,02 ff)


7
Der Herr: „Du hast aber gestern auf dem Berge ja die Seele deines Vaters und die Seelen mehrerer deiner Bekannten geschaut und sogar gesprochen und sahst auch das lose Treiben von gar vielen im Jenseits.

 

Ich sage es dir, dass auch ihnen das Evangelium von Meinen zahllos vielen Engeln verkündet wird.

 

Die es anhören, annehmen und sich danach richten, werden auch zur Seligkeit gelangen, doch leicht und so bald nicht wie auf dieser Erde, auf der der Mensch viele und oft recht schwere Kämpfe mit der Welt, mit seinem Fleische und mit noch gar vielen anderen Dingen – wenn auch kurz dauernd – in aller möglichen Geduld, Selbstverleugnung, Sanftmut und Demut durchzukämpfen hat.

 

Darum sei dir um niemand im großen Jenseits allzu bange; denn Gottes Liebe und Weisheit und große Erbarmung waltet überall, auch im großen Jenseits.

 

Die sie ergreifen und sich nach ihr fügen und richten werden, die werden nicht verlorengehen, die aber das hier, wie auch jenseits nicht tun werden, bei denen gilt der Satz, wonach demjenigen kein Unrecht geschieht, der das Böse, ihm Schadende selbst will. – Bist du, Freund, mit dieser Meiner ganz klaren Erklärung zufrieden?“ (GEJ.10_002,05 ff)

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