"Achtet stets darauf, wie das Herz des Menschen beschaffen ist, und es sei euch zunächst ganz gleichgültig, unter welcher Form dessen Liebe zu Gott zum Vorschein komme!" (GEJ.11_028,05)



Zu Christentum und anderen Religionen

 


1. Ein  rechtes Kriterium über Religion und Offenbarung

2. Gott ist die Liebe

3. Zu den christlichen Kirchen

4. Zu nicht-christlichen Religionen

5. Über das Zusammenleben der Religionen

6. Über die Religion der Zukunft



1.Ein  rechtes Kriterium über Religion und Offenbarung


1.1.
"Also schreibe ein rechtes `Kriterium` über Religion und `Offenbarung`!

 

Die Religion ist eine Wiederverbindung des Menschen mit Gott, der ihn aus Sich frei erschaffen und wie außer Sich in die materielle Welt gestellt hat, zur Probung und Ausbildung der Freiheit, die allein das Leben des Geistes bedingt, weil sie in sich die Liebe, als das Grundurwesen allen Seins, ist!

 

Man sagt, Gott könnte ja durch Seine Allmacht die Menschen so gestalten und halten, dass sie ihrem (göttlichen) Berufe allezeit vollkommen entsprechen könnten. - Wozu da dann eine geoffenbarte Religion? - Wozu das Geschöpf frei wandeln lassen unter Geschöpfen und Wesen, die es so wenig wie sich selbst erkennt?

 

Das könnte Gott wohl, aber dann wäre der Mensch nicht Mensch, sondern nur ein Tier. Er wäre gerichtet gleich dem Tiere und müsste sich notwendigerweise in den engen Schranken des ewigen Muss bewegen! - Hätte aber dann der Mensch nach der Absicht des Schöpfers wohl auch ein selbständiges, freies Leben?

 

Nein, das hätte er ewig nimmer!

 

Denn alles eigentliche, selbständige Leben muss als solches frei erworben sein, weil ein jeder Zwang die Freiheit hemmt und somit auch das eigentliche Leben richtet und eben dadurch tötet.

 

Selbst die Liebe ist tot ohne Freiheit! - Daher kann beim Menschen nicht die göttliche Allmacht anstatt der geoffenbarten Religion (zur Grundlage) genommen werden.

 

Die darauf sich stützende Notwendigkeit einer göttlichen Offenbarung ist der erste (grundsätzliche) Beweis für die Echtheit (bzw. für das tatsächliche Bestehen (Hrsg.)) einer solchen Offenbarung. Denn ein jedes gerichtete Wesen kommt schon mit allen ihm zukommenden Vollkommenheiten zur Welt und braucht daher keine Offenbarung. - Aber ganz anders verhält es sich mit dem Menschen! Dieser kommt in seiner ganzen Sphäre nackt zur Welt und bedarf daher gar wohl einer geoffenbarten Anleitung, nach der er seine ganz freie, durch nichts gebundene Lebenskraft soll auszubilden anfangen, um ein wahrhaft selbständig freies, lebendiges Wesen zu werden.

 

Worin aber liegt dann das `Kriterium` der Echtheit einer wirklich notwendigen göttlichen Offenbarung? -


Das Kriterium liegt lediglich im (richtigen) Handeln nach der Offenbarung. Wer da gewissenhaft einer erkannten Offenbarung getreu lebt, der wird zur inneren Freiheit seines Geistes gelangen, ob er ein Jude, ein Türke (Muslim), ein Brahmine oder ein Christ ist - so wie da ein jeder, der nach seiner Schule irgendeine Kunst lernt, sicher ein Meister wird, so er fleißig die Schule studiert und nach ihren Grundsätzen vorwärtsschreitet.

 

Also steht es ja auch geschrieben: Wer da tun wird nach Meinen Worten, der wird es erkennen, ob sie von Gott oder ob sie vom Menschen sind.

 

Darin liegt das Hauptkriterium für die Echtheit einer göttlichen Offenbarung! Denn also muss ein jeder Mensch `von Gott gelehrt` sein! Wer es nicht von Gott lernt, der hat es nicht und weiß es nicht.” (HiG.02_44.05.21,01 f)

 

1.2.

"Alles, was Ich geschaffen habe, hat zwei Seiten, eine gute und eine schlechte; ebenso der Glaube. Als reines Hingeben in den göttlichen Willen, welche sanfte Wärme verbreitet er über das menschliche Herz, - und wie brennend, wild und auflodernd, intolerant ist er, wenn von schlechter Hand benutzt, er dem Frieden suchenden Menschen, statt ein kleines Lämpchen als Wegweiser ihm eine Brandfackel in die Hand drückt! Deswegen, Meine Kinder, hütet euch vor den Extremen, besonders in jetziger Zeit; nehmet den Glauben als heilenden Balsam und achtet wohl darauf, dass er nicht für euch ein verzehrendes Gift wird! (Lg.01_010,01 f)

 

1.3.

"Kümmert euch nicht um die Ausschreitungen auf religiösem Gebiet, die sich jetzt überall regen! Sie sind wohl Wecker, doch ihren Anhängern wird über kurz oder lang der Hauptfaktor, der Tröster, fehlen, den Ich damals nur denen versprach, die Meine wahren Jünger waren, und denen auch ihr in allem nachfolgen sollt.

 

Es mögen noch so viele religiöse Lehrgebäude aufgebaut werden, - wer nicht zu Meinem einfachen Hause zurückkehrt, in dem nur die Liebe, geleitet durch die Weisheit, allein thront, dem fehlt in schweren Augenblicken der Tröster überall; denn ihm fehlt neben dem wahren Glauben die wahre Überzeugung, ihm fehlt der Geist der Wahrheit, den Ich einst Meinen Jüngern versprach und auch gesandt habe, und der einem jeden zuteil wird, der Mich im Geiste und in der Wahrheit begreift und im Geist und in der Wahrheit Meine Lehre in der Tat anwendet.(PH.01_025,14 f)

 


2. Gott ist die Liebe

 

2.1.

"Gottes Heiligkeit ist unantastbar; aber des Vaters Liebe steigt zu den Kindern herab....


Wo aber der Vater ist, da ist auch Gott. Aber allein der Vater offenbart Sich den Kindern; Gott aber kann Sich niemandem offenbaren, außer allein durch den Vater, und da offenbart, wie jetzt, der Vater die Gottheit. Wer also Mich hört, sieht und liebt, der hört, sieht und liebt auch Gott. Wer aufgenommen wird vom Vater, der wird auch aufgenommen werden von Gott.“ (HGt.01_167,10 und 17)

 

2.2.
Es liegt alles daran, dass sie Mich (Jesus) in ihrem Herzen als das erkennen, was Ich bin; denn ihr ewiges Leben hängt ja allein von dem ab! Erkennen sie Mich nicht, so können sie auch unmöglich Den erkennen, der Mich in die Welt gesandt hat und noch weniger, dass Ich Der, der Mich gesandt hat, ein und dasselbe Wesen sind! Solange aber ihre Herzen das nicht erkennen, haben sie Mich nicht in sich und somit auch das ewige Leben nicht und sind im Geiste tot! Denn Ich Selbst bin ja eben das ewige Leben Selbst und durch Meine Lehre der Weg zum selben.

 

Wer demnach Mich und Meine Lehre nicht annimmt, der nimmt auch das ewige Leben nicht an, und der ewige Tod muss darum notwendig sein Anteil sein.

 

Ich darf aber dennoch niemanden zum Glauben zwingen, weil jeder Zwang ein Gericht des Geistes wäre, das ihm so gut den Tod gäbe wie der Unglaube, - und es ist darum hier selbst für Gott schwer also zu wirken, dass der Mensch keinen Schaden leide an seiner Seele! Wird er gezwungen durch irgend eine noch so verborgene Macht, so bewegt er sich im Gerichte; wird er aber durch gar nichts gezwungen, so bleibt er ungläubig und zweifelt an allem und beweist eben dadurch, dass er völlig toten Geistes ist.

 

Wer oder was soll dann lebendig machen seinen Geist?

 

Mein lebendig machendes Wort nimmt er nicht an – und somit auch Mich nicht als die in der ganzen Unendlichkeit alleinige Quelle alles Lebens; nun frage dich selbst, woher er dann sonst noch das Leben, das Ich allen Menschen brachte und geben will, nehmen solle!“ (GEJ.02_024,04 f)

 

2.3.

Ohne Mich kann niemand zum Vater gelangen, und ohne den Glauben an Jesus hat auch noch kein Weiser jemals das allgewaltige Gottwesen als den Urquell aller Liebe, die sich persönlich darstellen kann, empfunden.

 

Das Unpersönliche wird zum Persönlichen nur in Jesus, und diese Vereinigung beider in der Menschenform ermöglicht das Herantreten des Geschöpfes an den Schöpfer, das Aufgehen der Materie in den Geist, die Rückführung der entstandenen Sündenfolge aufwärts über die Scheidewand von Materie und Geist als sonst sich unmöglich berühren könnende Punkte hinweg – Brücke ist das Leben Jesu.“ (GEJ.11_075,27 f)

 

2.4.

"Wahrlich, Ich sage zu euch allen: Wer durch das Herz Mich nicht als Vater bekennen wird - und zwar als den alleinigen, wahren Vater -, der wird nicht gelangen zu Meiner Brust!

 

Wenn ihr aber rufet `Abba!`, da rufet es im Herzen, in der Demut, in der Liebe und aller Wahrheit aus ihr; so werde Ich euch erhören!

 

Wer von euch Kindern aber immerdar rufen wird:

 

`Herr, Herr, Gott aller Gerechtigkeit, Gott der Gnade, Gott der Liebe und aller Erbarmung!`, den werde Ich zwar nicht verwerfen und ihm lassen das Leben, - aber es wird sehr schwer halten, ob er je gelangen wird hierher an den Ort des allerseligst freiesten Lebens.

 

Denn Gott lässt sich nicht umfassen, und der Herr aller Gerechtigkeit kann zufolge Seiner endlosen offenen Heiligkeit eine solche Annäherung nimmer zugeben, sondern allein der Vater, der alles in Seiner endlosen Liebe zu Seinen Kindern in Sich birgt, damit sie alle sich Ihm also vollkommen und im Geiste noch unaussprechlich inniger, als ihr es hier sehet, nähern könnten und nähern sollten, um daselbst an Seiner Vaterbrust ewig zu genießen alles, was nur immer des Vaters ist.

 

Solches also merket euch für alle Zeiten der Zeiten, dass nur allein der Vater das Leben hat und das Leben gibt; und der Vater allein ist das ewige Leben in Gott." (HGt.02_046,03 f)

 

2.5.

Gott in Sich als Vater ist ja eben in Seinem Urgrundwesen die Liebe und dadurch das Leben selbst, weil Liebe und Leben ein und dasselbe sind. Wer sonach die Liebe zu Gott in sich hat, welche allein das Lebenselement ist, der hat auch das wahre, göttliche, ewige Leben in sich. Wer aber solche Liebe nicht hat, der ist in sich tot; sein Leben ist nur ein Scheinleben und somit so lange ein Gericht, bis es nicht freiwillig die Liebe zu Gott in sich erweckt und selbsttätig belebt hat.“ (GEJ.06_075,10)

 

Siehe hierzu auch linke Randspalte unter “Die Neuoffenbarung zu…“, Thema „Wer ist Gott?“, „Wer ist Jesus?“

 

 

3. Zu den christliche Kirchen

3.1.

„...Wer recht leben will, der kann es in jeder (christlichen) Kirche; denn die Hauptregel ist: Prüfet alles und das Gute behaltet!... Ich sage zu niemandem: Werde ein Katholik, ein Protestant oder werde ein Grieche (Orthodoxer), sondern: was einer ist, das bleibe er, wenn er will. Sei er aber was er wolle, so sei er ein werktätiger Christ, und das im Geiste und in der Wahrheit; denn jeder kann, wenn er es will, das reine Wort Gottes haben.

 

Ich bin nicht wie ein Patriarch und bin nicht wie ein Papst und bin nicht wie ein Generalsuperintendent und nicht wie ein Bischof, - sondern Ich bin wie ein überaus guter und gerechtester Vater allen Meinen Kindern und habe nur Freude daran, wenn sie tätig sind und wetteifern in der Liebe, aber nicht daran, dass sie einander `Narren` schelten und ein jeder aus ihnen der Weiseste und Unfehlbarste sein will - mit lauter Räsonieren, aber dabei nichts tun.

Mein Reich ist ein Reich der höchsten Tatkraft, aber kein Reich eines müßigen, naseweisen Faulenzertums; denn Ich sagte zu den Aposteln nicht: `Bleibet daheim, denket und grübelt über Meine Lehre nach!`, sondern: `Gehet hinaus in alle Welt!`" (Er.01_073,13 f)

 

3.2.

"An der Liebe erkenne Ich die Meinigen, aber nicht an der Sekte! Wer Mich liebt und hält Mein Wort, der hat die Liebe des Vaters in sich, wie Ich den Vater in Mir, und der ist Eins mit Mir, wie Ich Eins bin mit dem Vater! Darum bin Ich nicht allein; denn wie der Vater in Mir ist, so bin Ich in einem jeden, und ein jeder ist also in Mir, der Mich liebt und Mir nachfolgt. Da gibt die Sekte keinen Unterschied, und verflucht sei derjenige, der vorzugsweise aus weltlichen Rücksichten eine Sekte vor der andern bevorzugt! Denn in keiner Sekte ist Wahrheit und Leben; alles wird auf den Zwangsglauben und auf den Überredungsglauben, der um kein Haar besser ist, angelegt.

 

Frage: Wo bleibt da der freie Mensch? Wann habe Ich je jemanden zum Glauben genötigt?

 

Ich ließ es einem jeden frei. Wem Meine Werke nicht genügten und seine eigene innere Überzeugung, der ward durch kein anderes Mittel gezwungen; denn Ich habe Meine Lehre nicht für den Glauben, sondern nur für die Tat gegeben." (Ste.033.12 f)

 

3.3.

"Es werden in der Zukunft wohl gar viele Schulen errichtet werden, aus denen wohl eine Unzahl falscher Lehrer und Propheten hervorgehen werden, aber nur sehr wenige der wahren dem Willen Gottes gemäß.

 

Wahrlich sage Ich dir: In der Folge wird nur der ein Seher und Prophet, der an Mich glauben, Mich über alles, seinen Nächsten wie sich selbst lieben und Meine Lehre tatsächlich befolgen wird! Darum wird aber auch nicht jeder, der gläubig zu Mir rufen wird: `Herr, Herr!`, in Mein Reich eingehen, sondern nur der, welcher Meinen in Meiner Lehre klar ausgesprochenen Willen tun wird." (GEJ.09_057,04 f)

 

3.4.

„Nachdem die katholische Priesterschaft, zwar von der Bibel und dem neuen Testamente ausgehend, ihre sämtlichen Zeremonien und das ganze Glaubenswesen geschaffen hatte, aber nur ihren selbstsüchtigen Zwecken angemessen, so wollten die Protestanten als einzig wahres, das von Gott durch Eingebungen Begeisterter und von den Aposteln abstammende Wort wieder in sein altes Recht einsetzen.


Was die Protestanten dadurch erwirkten, hat auch sehr viel Löbliches an sich; sie gaben dem Menschen die Denkfreiheit zurück, erklärten die Bibel, wie weit selbe auch ins praktische Leben ihren Einfluss haben kann und soll; nur verfielen auch sie dann wieder in die nämlichen Fehler der Katholiken, nämlich sie nahmen die Bibel dem Buchstaben nach, wurden intolerant gegen alle, die es nicht auch so annehmen wollten, indem sie glauben, sie allein verstehen die Bibel, weil sie mehr als Katholiken an der Rinde des Lebensbaumes nagen.


Hier fehlen beide; die Letzteren setzen die Bibel fast ganz bei Seite und lehren nach ihren verfertigten Lehrbüchern; die andern wollen nichts von andern Büchern wissen, glauben: am direkten Festhalten des sage toten Buchstabens liegt die ganze Seligkeit und so sind sie beide von Mir entfernt, weil sie beide die Außenseite für die Innenseite halten.

Eben deswegen habe Ich Seher als neue Propheten zwar nach einem andern Sinne als einst erweckt, die Mein Wort unverfälscht den Menschen wiedergeben sollen; und damit hier keine Fälschung von menschlicher Seite eintritt, so diktiere Ich nun Meinen Schreibern Selbst, was Ich von den Menschen geglaubt und befolgt wissen will. (Neuoffenbarung)

Daher lasset Katholizismus und Protestantismus nur ihre geistige Krise durchmachen; bei Letzterem wird die Umkehr leichter als bei dem Ersteren sein; allein immerhin wird es schwer halten, wo Pedanterie an der Spitze steht.


Ich werde aber schon das Rechte einleiten, um Meine verlorenen Schafe wieder unter einem Hirten zu versammeln, seien es Katholiken oder Protestanten; wer Mein direktes Wort, das gewiss einfach genug ist, in sein Herz aufnimmt, wird gewiss nicht mehr gegen die Annahme desselben protestieren.


So habt ihr also diese Frage erörtert und nächstens werde Ich euch noch andere ins klare Licht stellen, damit ihr in eurem Urteil frei und Meinen Kindern gemäß das Wahre vom Falschen unterscheiden möget! Amen!“

(Aus: „Lebensgarten“. Mayerhofer: „Ist die katholische oder protestantische Kirche Mir oder Meiner eigentlichen Kirche näher?“ Vollständiger Text siehe linke Randspalte unter „Religionen / Kirchen (1)“.)

 

3.5.

Jesus zu einem im Jenseits zum Licht erweckten ehemaligen Mönch:


Rede Ich:Gut, Mein lieber Thomas, es ist alles in Ordnung, was du geredet hast. Aber wenn du Mir einen Vorwurf machst, dass Ich der römischen Kirche ob ihrer Gräuel noch nie eine Gegenkundgabe zukommen ließ, da tust du Mir unrecht!

 

Betrachte doch alle die Trennungen von der Römerin, sind das nicht gewaltige Gegenkundgaben? Aber sie fruchteten wenig, weil Ich den Drachen noch nicht richten wollte wegen Meiner Liebe. Weiter betrachte die große Verbreitung des reinen Wortes durch die Druckschrift in allen Sprachen! Aber sie fruchtet wenig, weil Ich den Drachen noch nicht richten wollte – wegen Meiner Liebe! Wieder weiter betrachte die zu allen Zeiten von Mir erweckten neueren Propheten! Diese übten eine starke Gegenkundgabe aus. Aber es fruchtete wenig, weil Ich den Drachen noch nicht richten wollte – wegen Meiner Liebe! Dann betrachte noch die tausendfachen Demütigungen, die Ich der Römerin als starke Gegenkundgaben von allen Seiten zukommen ließ! Aber sie fruchteten bisher ebenfalls noch wenig, weil Ich den Drachen noch immer nicht richten wollte – wegen Meiner Liebe!

 

Von nun an aber wird es mit der Römerin ein ganz anderes Verhältnis nehmen. Ihre Weltmacht wird sehr erschüttert und eine offene Zunge gegen sie allenthalben gestattet werden. Wird sie solch eine Kundgabe auch noch nicht fruchtbringend machen, so wird der Drache gerichtet werden wegen Meiner zu lange missbrauchten Langmut.“ (RB.01_126,20 f)

 

3.6.

Der Apostel Petrus im Jenseits zu dem einstigen Bischof Martin:

 

Siehe, war Luther auch nicht in der Fülle ein Mann, von dem sich mit vollstem Rechte sagen ließe: ,Er war ein Mann nach dem Herzen Gottes!‘, so war er aber dennoch um überaus vieles besser als gar überaus viele aus deiner Kirche, die wollen die allein rechten und allervollkommensten sein, sind im Grunde aber dennoch die unvollkommensten und allerletzten! Er aber allein hatte inmitten der krassesten Babelsnacht den löblichen Mut, der Menschheit das reine Wort Gottes wiederzubringen und diese dadurch auf den rechten Weg des Herrn zu führen!

 

Waren auf diesem Wege wohl auch einige Dunkelheiten anzutreffen – was natürliche Folgen des noch zu nahen Babels (Rom) waren –, so war dennoch seine Lehre nach dem reinen Worte des Herrn gegenüber der alten Irrlehre Roms gleich einer Mittagssonne gegen ein allermattestes Sumpflicht in stockfinsterer Nacht!

 

Wenn Luther aber solches im Namen des Herrn gewirkt hat, sage, welchen Grund hast du dann wohl, diesen würdigen Mann so zu verschmähen und zu verachten?“ (BM.01_005,03 f)

 

3.7.

„…Du meinst freilich, die Lutheraner wie auch alle anderen Konfessionen würden dies Mein (neues) Wort (Neuoffenbarung) gewiss vielseitig mit der größten Begierde aufnehmen?! – Das weiß Ich wohl am besten, wie viele es gibt, die es darnach dürstet! – Aber Ich sage ein für allemal: Unter vielen Millionen geben etliche Tausende keinen Ausschlag!

 

Für die Besseren ist nun allenthalben gesorgt. Daher bedürfen die wenigen Auserwählten dieses Meines Wortes vor der Zeit weniger als der ungeheuer große und überdumme Welttross! – Zur rechten Zeit aber wird es schon allen zukommen, die darnach verlangen werden in ihrem Herzen!“ (HiG.02_44.06.09,10 f)

 

3.8.

„…Wie kommt es denn nun, dass ihr mit Jakobus und Johannes rufet: Herr, lasse Blitz und Schwefel regnen auf ihr krankes Haupt!?

 

Hört, da schaut noch ganz wenig wahre Liebe heraus!

 

Meinet denn ihr, Vernichtung sei der Weg zur Besserung!? O nein, da irret ihr euch gar abscheulich. So meinten denn auch alle Sektenstifter. Aber sie haben sich ebenfalls sehr geirrt, und die Folge war: Bruderzwist, Krieg, Mord und Greuel aller Art!


War eine solche Besserung gesegnet? Oder kann da eine Sekte sagen: `Meine Lehre ist nicht mit dem Blute der Brüder besiegelt!?`…

 

…Denn das sage Ich wahrlich: Luther, Calwin, Melanchthon u.a. mehr wiegen nicht einen Johann vom Kreuz, noch einen Johann von Gott, noch einen Franziskus, noch einen Thomas von Kempen, noch einen Taulerus, noch eine Theresia und noch viele tausend andere auf.

 

Ja da hätten die namhaften Protestanten noch sehr vieles lernen können! Selbst Swedenborg hat in Rom manches erfahren, was ihm erst die Pforte zum inneren Leben ganz bedeutend zu öffnen geholfen hat; denn er war einer, der sich aus allem die Quintessenz zu verschaffen wusste und tatsächlich davon den Nutzen zog.

 

Seht, daher geht der Weise in die alte Rumpelkammer und findet da oft große Schätze vom Staube der Zeremonie bedeckt. Den Staub wischt er weg und legt das reine Gold in seine Schatzkammer. Desgleichen tuet auch ihr!“ – (HiG.01_40.08.20,07 f)

 

3.9.

„Es ist daher auch eine eitle Frage, welche äußere, sichtbare Kirche unter den vielen, die Meinen Namen führen, die rechte sei.

 

Die Antwort darauf lautet und kann ewig nie anders lauten als: Gar keine!

 

Nur die Kirche im Herzen, das Ich gemacht habe, ist die alleinige rechte und vor der Hölle für ewig gesicherte; alles andere hat die Welt ausgeheckt, gehört ihr an und gilt vor Mir ewig nichts!"

(HiG.03_47.05.25,11 f)

 

3.10.

Eine Kirche ist nur Kirche, wenn sie lehret Meinen Willen und das Leben predigt aus der Liebe, die am Kreuze für die ganze Erde, ja für die ganze Schöpfung blutete. Aber eine Kirche, die sich nur segnet und alles andere verfluchet, ist wie ein Geizhals, der allen den Tod wünscht, damit er aller Habe habhaft werden möchte. Es wird aber ein Kamel eher durch ein Nadelloch traben als ein solcher `Geizhals` in den Himmel." (HiG.01,01)

 

3.11.

Wo nicht Christus gepredigt wird in seinem wahren Geiste, da ist falsches Prophetentum an Stelle einer wahren Kirche!” (Er.01_073.01)

 

3.12.

"Wer euch um Meines Namens willen lieben wird, der wird auch Mich lieben, und Ich werde ihn wiederlieben, und Mein Segen wird über ihm sein fortan. Wer euch aber hassen und verfolgen wird, der wird in euch auch Mich hassen und verfolgen; er wird da mit seiner Zunge gegen den Stachel löcken und wird sich so mächtig verwunden, dass er an diesen Wunden den Tod und das Verderben seine Seele finden wird.

 

Ihr sollet um Meines Namens und Wortes willen für euch wohl von keinem Menschen weder eine Ehre noch einen Lohn verlangen; doch wer euch verunehren und harten Herzens sein wird gegen euch, der wird also auch sein gegen Mich, und Ich werde auch also sein gegen ihn." (GEJ.09_166,05 f)

 

3.13.
"Wer aber einen falschen von einem wahren, von Mir berufenen Propheten und Lehrer mit leichter Mühe erkennen will, der schaue auf seine Werke!

 

Alles kann ein Mensch leichter vor den Augen seiner Nebenmenschen verbergen als seine Selbstsucht und seine Gewinngier. Um diese zu befriedigen, wird er nur zu bald und zu ersichtlich kein Mittel unversucht lassen, um zu dem Zwecke zu gelangen, nach dem sein Herz eine unzerstörbare Liebe hat.

 

Lasset darum die falschen Propheten niemals zu einer Macht und äußerem Ansehen gelangen! Denn werden sie einmal das irgend erreichen, dann wird es bald wieder höchst finster unter den Menschen aussehen, und ihr werdet gegen sie harte Kämpfe zu bestehen bekommen!“ (GEJ.09_185,07 f)


3.14.

Solche Heiden, wie sie einst mein Bruder Paulus bekehrte, gibt es in unserer Zeit noch gar viele; ja es gibt Heiden, die sich „Christen“ nennen, aber dabei ärger sind in ihren Herzen als diejenigen, die einst Moloch und Baal anbeteten.“ (GS.02_013,17)

 

3.15.

"Wie aber kann man dennoch einen falschen von einem echten Propheten erkennen? Ganz leicht: an den Früchten nämlich! Denn von den Dornen und Disteln sammelt man keine Trauben und Feigen!" (GEJ.03_204,10)

3.16.

"…Wer Meine Lehre diesseits vollernstlich annehmen wird, der wird diese Brücke schon im Leibe überschreiten; wer aber auf der Erde Meine Lehre entweder lau, unvollständig oder auch gar nicht annehmen wird, der wird in großer Nacht in jener Welt (Jenseits) anlangen, und es wird ihm sehr schwer werden, diese Brücke (Lehre Jesu) zu finden!(GEJ.01_081,11)

 

3.17.

Ich sage:Eines tut not, nämlich rechte Liebe und ein wahres Licht; alles andere würde sich von selbst geben. Weg mit den zu übermäßigen Steuern, besonders mit herrschaftlichen, und weg mit dem Heidentume, sonst wird es nimmer besser, sondern nur ärger von Stunde zu Stunde! (HiG.03_48.03.19,09)

 

Siehe auch linke Randspalte Texte unter „Religionen / Kirchen (1)“ sowie unter „Kritik an der Neuoffenbarung“, Themen „Ablehnung von christlichen Kirchen“ (Wilfried Schlätz, Aufsatz A3140) und „Ablehnung von göttlichen Offenbarungen“ (Wilfried Schlätz, Aufsatz A3085.012)

 

 

4. Zu nicht-christlichen Religionen

 

4.1.

"...Der Geist, der in den Originalen (Evangelien) lag, (ist) auch in den Nachschriften völlig beibehalten worden; am Buchstaben aber liegt ja ohnehin nichts, sondern nur an einem und demselben Geiste. Oder ist es wohl zwischen dem Gottesgeiste ein Unterschied (d.h. notwendig in Ihm Selbst, weil es nur einen Geist Gottes gibt), so Er als ein und derselbe Geist hier auf der Erde selbst schon wirket endlos mannigfach in den sich unähnlichsten Formen, und noch endlos mannigfaltiger auf einer Sonne? Sehet, es ist und bleibt dennoch stets ein und derselbe heilige Geist!

 

Also ist es auch mit den Nachschriften Meines Wortes der Fall. Mögen sie sich äußerlich noch so unähnlich sehen, so sind sie aber im Innersten dennoch von ein und dem selben Geiste erfüllt, und mehr braucht es nicht!

 

Nehmet zum Überflusse noch hinzu die Religionen fremder Nationen, als zum Beispiel der Türken (Muslime*)), der Parsen, Gebern, Hindus, Chinesen und Japaner! Wie sehr sind sie verschieden von der Religion, die Ich nur den Kindern aus dem Himmel aller Himmel gab, und doch waltet auch in ihnen, wenn schon um vieles tiefer verborgen, derselbe Geist Gottes!


*) „Der Koran nennt Isa (Jesus) `Sohn der Maria`, nicht aber `Sohn Gottes` (den in Jesus Mensch gewordenen Gott)... Isa ist gestorben, zu Gott erhöht worden (3,48). Er ist jedoch nicht gekreuzigt worden (4,154ff). Wie die anderen Propheten und Gesandten vor ihm, hat Isa den Auftrag, den Dienst der Menschen gegenüber dem einen und einzigen Gott zu verkünden.“ (Tworuschka, Islam Lexikon, 2002, Patmos Verlag)

 

Dass sich aber auf und in der oft sehr dicken und sehr verwitterten Rinde, die leider von vielen für den Baum selbst gehalten wird, allerlei Unrat und allerlei Würmer und Insekten vorfinden, die lediglich von der Rinde ihre schlechte Nahrung nehmen, das wird jeder leicht begreiflich finden, der in der Natur der Dinge nur einige Wissenschaft besitzt. Denn da die Rinde aus dem lebendigen Baume, nie aber der lebendig Baum aus der Rinde erwächst, so hat sie auch irgend etwas des Lebens aus dem Baume in sich, und es ist daher begreiflich, wie in ihr und aus ihr so viele Würmer und allerlei Insekten eine freilich nur höchst äußerliche und vergängliche Lebensnahrung finden.


Kriege, Verfolgungen, Verheerungen werden nur auf der mageren und lebenskargen Rinde geführt, während dabei das Holz des lebendigen Baumes frisch und gesund bleibt. Es kümmere sich daher kein lebendiges Holz um das, was in der eigentlich denn doch nur toten Rinde vor sich geht; denn die Rinde wird verworfen werden, so das Holz gesammelt wird." (Gegeben als sog. "Zwischenerklärung") (GEJ.01_134,15 f)

 

4.2.

"Ich sage euch daher: Achtet stets darauf, wie das Herz des Menschen beschaffen ist, und es sei euch zunächst ganz gleichgültig, unter welcher Form dessen Liebe zu Gott zum Vorschein komme!" (GEJ.11_028,05)

 

4.3.

Es werden zwar die eigentlichen Weltmenschen mit der Zeit aus Meiner Lehre zum größten Teile dasselbe machen, was die Ägypter, Griechen und Römer aus der Urlehre gemacht haben, die Adam und seine ersten Nachkommen erhielten; aber neben solcher Abgötterei werden dennoch viele sein, die Meine Lehre und Meine Macht geradeso rein erhalten und besitzen werden, wie sie nun kommt aus Meinem Munde, und damit werden sie auch gleichfort haben und besitzen die Macht, die ihnen durch den lebendigen Glauben an Mein Wort verliehen wird für zeitlich und jenseits für ewig! Ich bin also auch ein Herr und fürchte darum keinen Herrn und keine Gesetze desselben!“ (GEJ.02_107,03)

 

4.4.

Die altindischen Religionen sind die ältesten, die euch bekannt sind; denn (aber) die altägyptische in ihrer echten Lehre war die älteste, und deren Kenntnis ist verlorengegangen. Alle diese Lehrer waren solch starke Seelen, welche das Blätterdach für sich durchbrachen, den Weg zeigten, auch Wahres und Echtes beschrieben und ausgesprochen haben, jedoch nicht anders schreiben konnten zu ihrer Zeit, wodurch jetzt vieles hinfällig geworden ist, was in seinem Zusammenhang der Dinge leicht erklärlich ist...“ (GEJ.11_075,08)

 

4.5.
Würde die altägyptische Religion in ihren urältesten Grundzügen, die durch den späteren Götterkultus nur verwischt auf die Jetztzeit gekommen sind, gänzlich bekannt sein, so würde es heißen: die christliche Religion ist der altägyptischen entnommen, - so sehr gleichen sich diese, hauptsächlich wenn die Wesenheiten des Osiris, der Isis und des Horus genau in ihrem uranfänglichen Sinn erkannt würden...“ (GEJ.11_075,13)

 

4.6.

"...Denket und stellet euch also die geistige Sonne vor! Das von ihr ausgehende Licht wird von der stets wogenden Fläche des geschaffenen Lebensmeeres aufgenommen, und dieses spielt mit solchem Lichte, und es entstehen daraus allerlei Zerrbilder, die wohl noch den matten Glanz von sich strahlen lassen, aber dabei jede Spur der göttlichen Urform zerstören; also ist das ganze Heidentum und nun auch das Judentum ein solches Verzerren alles rein Göttlichen." (GEJ.02_148,08 f)

4.7.
"...Und ebenso werden im Jenseits die Heiden, die nicht glaubten und getauft worden sind, in ihrer besten Sphäre also gestellt sein und werden von weitester Ferne Meine Himmel schauen und über sie urteilen, wie nun die Menschen schauen den irdisch gestirnten Himmel, und welche Urteile sie darüber schöpfen." (GEJ.04_109,10)

 

4.8.

„…Der Vater nimmt unseren Hauptredner bei der Hand und spricht zu ihm: Siehe, in dieser Gegend da unten wohnen gewöhnlich Menschen, welche durch den alleinigen Glauben an Mich ein vollkommen gerechtes Leben geführt haben. Darunter sind zuallermeist die sogenannten Protestanten und noch andere christliche Sekten. In dem weiteren Hintergrunde aber wohnen Heiden, die auf der Welt ihrem Glauben zufolge ein gerechtes Leben geführt und erst hier den Glauben an Mich angenommen haben. Dort, mehr in jenem Hintergrundsteile, der sich zwischen Mittag und Abend hinzieht, ist die Wohnung derjenigen katholischen Christgläubigen, welche sich teils römische, teils aber griechische Katholiken nennen, sich aber hier ohne Beschädigung ihres Lebens und ihrer Freiheit nicht völlig haben von ihren Irrtümern zu reinigen vermocht. Diese sind darum nicht etwa unselig, sondern sie genießen auch eine große Seligkeit, auch sind sie nicht etwa an ihre Gegend gebannt, sondern können nach einer tieferen Innewerdung des eigentlichen Grundwahren auch weiter vorwärts gelangen.“ (GS.01_059,09)

 

4.9.

"So da jemand fragen möchte: Wo sind denn (im Jenseits) die Ankömmlinge (Geister) aus dem Heidentume?, so sage ich euch, dass diese zwar auch in dieser Gegend zuallermeist anlangen; dessen ungeachtet aber sind hier solche Anlandungsplätze voneinander schroff geschieden, und es kann in diesem Zustande sich ein Heide nicht demjenigen Teile nahen, in welchem von was immer für einer Sekte Christgläubige anlangen.

 

Solche Unterscheidungen finden sogar in der Hölle statt, und es ist nirgends, wie ihr glaubet, alles wie Kraut und Rüben untereinander geworfen; denn solche Unterscheidungen sind im höchsten Grade nötig. Würden solche Geister zusammengelassen werden, so würden sie sich zufolge ihrer innersten Bosheit so sehr verderben, dass ihnen auf keinem Wege, außer auf dem der gänzlichen Vernichtung, beizukommen wäre.

 

Ihr müsst euch die Sache so vorstellen, wie es auf der Erde verschiedenartige Elemente gibt, die sich fortwährend zerstörend feindlich gegeneinander verhalten, so gibt es auch in der geistigen Sphäre ebenfalls solche Grundelemente, die sich nicht berühren dürfen. Würden sie miteinander in Berührung kommen, so würden in der geistigen Sphäre ähnliche Effekte zum Vorschein kommen, als wenn ihr auf der Welt Feuer und dürres Stroh zusammentätet oder Feuer und Schießpulver, oder wenn ihr möchtet Wasser kommen lassen über ein aus Ton aufgeführtes Gebäude. Darum sind in der Geisterwelt, wo keinem Geiste mehr ein Hinterhalt möglich ist, solche Unterschiede allerstrengst notwendig.

 

So aber jemand fragen möchte: Wie sieht es dessen ungeachtet auf dem Anlandungsplatze heidnische Geister aus?, so sei ihm darauf gesagt, dass es für einen christlichen Geist nicht geheuer ist, solche Plätze zu besuchen mit was immer für einem Geiste.

 

Es müsste nur der Herr jemanden unmittelbar Selbst führen und leiten; sonst aber würde es für jeden mehr gefährlich als ersprießlich sein, solche Plätze zu besuchen." (GS.01_040,01 f)

 

4.10.

"Ein blinder, fanatischer Glaube, ob auf Wahrheit oder Lüge beruhend, hat einmal fürs Leben keinen inneren Wert, und ist in der Folge schwer irgendwann mehr von einem davon befangenen Volke zu entfernen.

 

Und solange ein Volk in einem fanatischen Glauben lebt, steht es geistig im Gerichte und somit in der tiefsten Seelensklaverei, und es ist ihm nicht zu helfen, weder hier noch jenseits, außer durch einen langwierigen Unterricht durch Worte und Taten und durch eine allergründlichste und zugleich fasslichste Erklärung alles des Wunderbaren, das eigentlich des Volkes Seelen gefesselt hielt." (GEJ.04_249,02 f)


4.11.

"Sage es den Kindern, und sage es allen, sie mögen sein, welcher Religion sie wollen - ob Römische, ob Protestanten, ob Juden, ob Türken (Muslime), ob Brahmi, ob finstere Heiden -, kurz für alle soll es gesagt sein: Auf der Erde gibt es nur eine wahre Kirche, und diese ist die Liebe zu Mir in Meinem Sohne, welche aber ist der heilige Geist in euch und gibt sich kund durch Mein lebendiges Wort, und dieses Wort ist der Sohn, und der Sohn ist Meine Liebe und ist in Mir und Ich durchdringe ihn ganz, und Wir sind eins, und so bin Ich in euch, und eure Seele, deren Herz Meine Wohnstätte ist, ist die alleinige wahre Kirche auf der Erde. In ihr allein ist ewiges Leben, und sie ist die alleinseligmachende." (HGt.01_004,09)

4.12.
"Bei Mir gibt es weder Römer, Griechen, Juden, Perser oder sonstige Völker. Es gibt nur Menschen, die da alle teilhaftig werden sollen des Gottesreiches im Herzen und auch auf der Erde... (GEJ.11_014,03)

 

4.13.
"Dass aber auch bei aller eurer Treue dennoch falsche Lehrer und Propheten aufstehen und gar viele Menschen verführen werden, das werdet ihr wohl nicht zu verhindern vermögen, und es wird euch das auch nicht zur Last gerechnet werden, sowenig als es einem Landmann, der reinen Weizen auf seinen Acker säte, und dem sein Feind zur Nachtzeit Unkraut darunter streute, zur Sünde gerechnet werden kann, so auf seinem Acker unter dem Weizen das Unkraut wuchert und die gute Frucht schwächt.

 

Es ist wohl Mein Liebeswunsch, dass alle Menschen dieser Erde die lichten Wege der Wahrheit betreten und auf denselben dem ewigen Leben zuwandeln möchten; aber weil Ich Mich aus euch schon bekanntgegebenen Gründen mit Meiner Allmacht da völlig zurückziehen muss, so ist ein jeder Mensch völlig frei und kann am Ende glauben und tun, was er selbst will.

 

...Werke aber, die der Mensch durch ein äußeres Muss erzwungen verrichtet, haben für die Seele keinen Wert, da sie dieselbe nicht beleben, sondern erdrücken, weil sie nicht freiwillig aus innerer Überzeugung mit Freude, sondern nur aus Furcht vor der angedrohten Strafe unter geheimem Ärger, Grimm und Zorn vollbracht werden.“ (GEJ.08_027,07 f)

 

4.14.

Der Erzengel Raphael:Glaube du ja nicht, dass dies höchste Licht aus den Himmeln je alle Menschen der Erde durchdringen wird! Nur die wahren Kinder, allzeit in geringer Anzahl, werden damit rein und reichlichst versehen werden, und der Welt Kinder werden sich nur aus ihrem Unflate Tempel und Götzenhäuser erbauen und sie mit ehernen Gesetzen und blind-dummen Regeln umzäunen, aber darum den wenigen wahren Kindern doch nie etwas anhaben können, wofür der Herr allzeit auf das getreueste Sorge tragen wird. Es soll darum unter den Weltmenschen kein Jeremias mehr seine Klagelieder anstimmen!“ (GEJ.05_005,03)

 

4.15.

Es gibt (aber) auch Tausende und Tausende aus den Heiden, denen der Herr ebenfalls entgegenkommt und sie nach Seiner Art auf den geraden Weg führt. Solches ist eine ledige Erbarmung des Herrn. Weil Sich aber der Herr solcher Heiden erbarmt, sollte man darum dem Heidentume das Wort reden? (GS.01_087,19)

 

4.16.

Solche Heiden, wie sie einst mein Bruder Paulus bekehrte, gibt es in unserer Zeit noch gar viele; ja es gibt Heiden, die sich „Christen“ nennen, aber dabei ärger sind in ihren Herzen als diejenigen, die einst Moloch und Baal anbeteten.“ [GS.02_013,17)

 

4.17.

„…Den Menschen aber, die nie in den Stand kommen sollten, noch diesseits von Meiner Lehre etwas zu erfahren, werden jenseits Führer gegeben werden, die sie zu dieser Brücke leiten werden. Werden die von Meiner Lehre noch nichts wissenden Geister den Leitern folgen, so werden sie auch über die Brücke kommen zum wahren ewigen Leben; werden sie aber hartnäckig bei ihrer Lehre verbleiben, so werden sie aus ihrem Lebenswandel nach ihrer Lehre bloß geschöpflich gerichtet werden und werden zur Kindschaft Gottes nicht gelangen! - Siehe, also verhält sich die Sache!" (GEJ.01_081,11)

 

 

5. Über das Zusammenleben der Religionen

 

5.1.

„Hier macht Judas ein ganz verblüfftes Gesicht und sagt darauf kein Wort weiter; denn Petrus hatte ihn nun zu sehr getroffen. Er ging hinaus und überdachte sich die Sache, kam nach einer Weile wieder und bat uns alle um Vergebung! Er versprach auch, dass er sich von nun an vollends ändern werde und wolle nun ganz ernstlich Mein Jünger sein; nur sollten wir ihn nicht gewaltsam von uns weisen!“

 

„…Da sagt Nathanael, der gewöhnlich wenig und sehr selten sprach (zu Judas):In dir wohnt der Geist Kains, verstehst du mich? Und dieser Geist bessert sich auf dieser Erde nicht; denn der Geist Kains ist die Welt, und von dieser ist keine Besserung zu erwarten!


Sagt Judas: „Ja, ja, ja, was du immer mit deinem alten Geiste Kains hast!? Wo ist Kain, und wo sind wir?! Das Geschlecht Kains ging unter; nur Noah allein blieb, und in dessen Nachkommen ist kein Tropfen des Blutes Kains mehr, sondern das reine Blut der Kinder Gottes rollt in unseren Adern. Wo aber das Blut rein ist, da ist auch der Geist rein; denn der Geist des Menschen entstammt allzeit seinem Blute, und so ist der Geist auch stets dem Blute gleich rein!“

 

Sagt Nathanael:Das ist dein alter, mir nur schon zu bekannter Unsinn und gilt bei mir nichts! Gehe zu den Sadduzäern; dort kannst du mit deinem Unsinne Aufsehen machen! Bei uns aber ist das Blut eine faule Materie, und der Geist ist und bleibt für ewig Geist! Was nützt dir aber dein Gotteskinderblut, so in selbem ein unreinster Geist wohnt, wie es in dir der Fall ist?! Verstehst du mich?“ (GEJ.01_114,16 f)

 

Anmerkung:

Jeder Menschenseele ist ein göttlicher Geistfunke aus dem Herzen Gottes eingepflanzt, durch den alle Seelen zur vollen Gotteskindschaft berufen sind. (Siehe z.B. den armenischen König Abgarus oder die Chinesin Chancha in „Bischof Martin“)

 

5.2.
Der Herr warnt ausdrücklich vor Morden und Tötungen aller Art, ob religiös motiviert oder staatlich sanktioniert:

 

"Die da nun gerichtet werden und erschossen und gehängt, sind bei weitem nicht so elend wie jene, die sie richten, hängen und erschießen lassen. Aber ärgere dich auch über diese Elenden nicht, denn siehe, Ich stehe ihnen schon am Genicke. Ihr hochmütiger Rachedurst wird sie brennen wie ein unauslöschliches Feuer, und dies Gericht wird niemand von ihnen nehmen.

 

Verflucht sei, wer da tötet seine Brüder, und verflucht der Richter, der seinen Bruder zum Tode verurteilt, und verflucht sei auch der, der ein Gesetz eigenmächtig gab und gibt, nach dem Menschen von Menschen ein Todesurteil überkommen dürfen! - Vor dem Schwerte der Herren der Welt sind solche Gesetzgeber und Richter wohl geschützt; aber vor Meinem Gesetz, das ewig bleibt, und vor Meinem Schwerte wird sie wohl niemand schützen können! Mein Gesetz heißt: Liebe auch gegen die Feinde!" (HiG.03_49.10.13,02 f)

 

Siehe hierzu auch linke Randspalte unter "Texte der Neuoffenbarung zu…“ Themen "Vom Recht auf Gegenwehr" und „Über die Zulassung des Krieges“


5.3.

"Ich schlafe nicht und sehe alle Greuel! - Die Guten sollen gesegnet sein. Amen!" (HiG.03_49.10.13,13)

 

5.4.

"Daher sollet ihr auch nicht ängstlich sein, - denn ohne Meine Zulassung kann nichts geschehen; wenn Ich aber irgend etwas zulasse, so habe Ich allzeit Meinen besten Grund dazu." (HGt.02_158,26)

 

5.5.

Ja, wenn einmal ein Volk ganz in Meinem Lichte stünde, und es wäre bedroht durch hartnäckige, blinde, äußere heidnische Völker, die den Glauben an Mich durchaus nicht annehmen wollten, wohl aber verfolgen mit aller Hast und Wut Meine Lämmer, dann ist es Zeit, das Schwert zu ergreifen und die Wölfe von den frommen Herden für immer zu verscheuchen. Wird aber einmal gegen die Wölfe in Meinem Namen das Schwert ergriffen, dann soll es aber auch mit allem Ernste ergriffen sein, auf dass die Wölfe des Schwertes gedenken, das sie in Meinem Namen ergriffen hat. Denn wo einmal ein Gericht in Meinem Namen auftritt, soll es nicht das Aussehen eines nur kaum halben Ernstes haben!


Gegen blinde Heiden, deren Seelen zu weit noch von Meiner Ordnung entfernt sind und Mein Wort unmöglich verstehen können, aber ihrem Glauben sonst mit einem besonderen Eifer obliegen, soll das Schwert bloß als ein Hüter der Grenzen auf so lange aufgestellt sein, bis die nachbarlichen Heiden sich nach und nach in Meine Ordnung zu fügen angefangen haben; ist dieses erfolgt, dann vertrete des Schwertes Stelle das Zeichen der brüderlichen Eintracht und Liebe.


Aber ganz was anderes ist es, wenn fürder Menschen, die vom Anbeginne das ,Volk Gottes‘ genannt und belehrt und beschützt wurden, – ah, wenn die anhaltend sich dieser Meiner Lehre widersetzen werden und werden sie verfolgen mit ihrem allerbösesten und selbstsüchtigsten Eifer, ja, gegen die wird es wohl kein anderes Mittel mehr geben denn das allerschärfste und unnachsichtigste Schwert! Wehe ihnen, wenn es losgelassen wird; dann wird es keinen Stein auf dem andern lassen, und die Kinder im Mutterleibe werden nicht verschont werden! Und wer da fliehen wird wollen, den werden die Pfeile des Bogens ereilen und ihn töten, darum er aus Selbstsucht wider seine innere Überzeugung ein Mörder Meines Wortes und Meiner hatte werden wollen; denn gegen die Ich mit den Meinen ins Feld ziehen werde, die werden einen schweren Kampf zu bestehen haben, aus dem sie ewig nimmer als Sieger hervorgehen werden!


Nun habt ihr auch die Regel, wie und wann ihr in Meinem Namen das Schwert zu gebrauchen habt! – Habt ihr das alles ganz wohl und richtig aufgefasst?“ (GEJ.04_251,04)


5.6.

Gott hat darum dem Menschen Gebote gegeben zum Heile seiner Seele. Will er sie befolgen, so wird er leben und glücklich sein für ewig; will er sie aber durchaus nicht befolgen, so wird er sich dafür nur selbst strafen.

 

Denn Gott hat einmal eine ganz feste und unwandelbare Ordnung gestellt, ohne die kein Dasein eines Geschöpfes denkbar möglich wäre. Diese Ordnung hat Er dem freien Menschen durch viele Offenbarungen treuest gezeigt, und der Mensch soll sich infolge seines freiesten Willens selbst danach richten, leiten und bilden. Tut der Mensch das, so wird er sich selbst vollenden nach dem Willen Gottes und wird ein freies, selbständiges, Gott ähnliches Wesen, ausgerüstet mit aller göttlichen Liebe, Weisheit, Macht und Kraft, und wird dadurch erst die wahre Kindschaft Gottes ererben. Diese aber kann ihm unmöglich anders zuteil werden als nur auf den Wegen, die ihm zu dem allerhöchsten Behufe zu allen Zeiten treulichst gezeigt worden sind.

 

Es kommt nun beim Menschen pur auf den wahren Glauben und dann auf seinen eigenen freiesten Willen an. Glaubt und tut er danach, so wird er das glücklichste Wesen in der ganzen Unendlichkeit Gottes; glaubt er aber nicht und tut er auch nicht danach, so muss er es sich nur selbst zuschreiben, wenn er an seiner Seele gleichfort elender wird und blinder und toter.

 

Ich bin ja nun darum Selbst als ein Mensch zu euch gekommen, um euch die rechten Wege zu zeigen, weil ihr allen Meinen Boten an euch noch nie ganz vollkommen geglaubt und somit auch nicht nach ihren Worten getan habt!

 

Wenn ihr aber nun auch Mir Selbst nicht glaubet und nicht tun wollet nach Meiner Lehre, so frage Ich euch aber dann, wer nach Mir noch zu euch kommen soll, dem ihr dann glauben werdet tun nach seiner Lehre. So ihr Mir, dem Meister alles Lebens, nicht glauben möget, – wem wollet ihr dann nach Mir glauben, danach tun und selig werden?“ (GEJ.07_201,04 f)

 

5.7.

"Die Menschen der Erde werden dereinst alle erkennen, dass es nur einen Gott, einen Herrn, einen Vater und nur ein vollkommenes Leben in Ihm gibt." (JJ, 198, 18)

 

5.8.
Eine interessante, ergänzende Aussage soll noch hinzugefügt sein aus Lorbers Jenseitswerk „Bischof Martin - Die Entwicklung einer Seele im Jenseits“, ein Werk, das die Entwicklung eines Bischofs der Jetztzeit im Jenseits schildert:

 

Spricht der Bischof Martin: “`Was Papst, was Bischof, was Mönch, was Luther, was Calvin, was Mohammed, was Moses, was Brahma, was Zoroaster?! Das gilt nur auf der dummen Welt etwas; hier im Reiche der Seelen und Geister hören alle diese irdischen dummen Unterschiede so gut wie ganz auf! Hier gibt es nur eine Losung, und diese heißt Liebe! Mit dieser allein kommt man hier weiter; alles andere zählt soviel wie nichts!`" (BM.01_023,10)

 

Anmerkung:

Über das konkrete Zusammenleben von Religionen auf unserer Erde gibt es in der Neuoffenbarung kaum Hinweise außer der grundsätzlichen Forderung nach “Toleranz” und dem Wunsch, das sog. Heidentum zu überwinden und von der wahren Lehre Jesu zu überzeugen.

Zu Gegebenheiten im Jenseits gibt es jedoch gravierende Unterschiede:

1. Im Jenseits sind die verschiedenen Religionen und Konfessionen weitgehend getrennt (siehe oben unter 4.8. und 4.9.), je nach ihrem Reifegrad bzw. der Liebe zu Jesus.

2. Im Jenseits gibt es die absolute Freiheit, die auf der Erde zum totalen Chaos führen würde.

So sagt der Evangelist Johannes in „Geistige Sonne“ zum Eintritt verstorbener Seelen ins sog. „Mittelreich“ (Hades/Fegfeuer) zum Thema „Freiheit“:

„…sie müssen sobald in einen solchen Zustand hineingeleitet werden, der mit ihrer Grundliebe in eins zusammenfällt. Daher müssen sie in all ihren Neigungen erforscht und erprobt werden. Wohin sie dann am meisten neigen, dahin muß ihnen auch geistig der Weg geöffnet sein.

Auf der Welt tut sich das (absolute Freiheit) freilich nicht; denn das wäre der barste St. Simonismus, welcher in kürzester Zeit die ganze Erde in ein Raub- und Mordnest verwandeln möchte. Aber im Geisterreich wird eben dieser St. Simonismus beobachtet, und ein jeder kann demzufolge seiner Neigung ungehindert nachgehen. „… (GS.02_120,05)


Deshalb muß es auf der Erde göttliche Gebote und weltliche Gesetze geben.*)

*) Siehe linke Randspalte unter "Einführende Texte" das Thema "Welt-Gesetze oder Gottes-Gebote"

 


6. Über die Religion der Zukunft

 

6.1.

Der Herr:Ich gebe euch damit eine Gottes- und Lebenslehre, die von jeder Zeremonie so ferne ist wie ein Himmelspol vom andern; da bedarf es keines Sabbats, keines Tempels, keines Bethauses, keiner Faste, keines eigenen Aaronsstabes und -rockes, keiner zweihornigen Kopfbedeckung, keiner Bundeslade, keines Rauchfasses und keines gebenedeiten und noch weniger eines verfluchten Wassers! In dieser Lehre ist der Mensch in sich alles in allem und braucht sonst nichts als nur sich selbst.

 

In den alten, vorbildlichen Lehren war der Mensch nur ganz teilweise als sich mehr und mehr veredelnd und zum wahren Geistmenschen heranbildend noch ganz materiell dargestellt, und es war darum denn auch nötig, ihn in allerlei dem Geiste entsprechenden Formen, Gefäßen und zeremoniellen Handlungsweisen darzustellen.

 

In dieser Meiner neuen Lehre aber ist der Mensch, wie auf einen Punkt, in eins vollkommen vereint in sich und mit sich, so wie auch Ich Selbst mit aller Meiner früheren urewigen und unendlichen Gottheit hier wie auf einem Punkt vereint vor euch stehe und Selbst zu euch sage, dass von jetzt an das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit nicht mehr im Tempel zu Jerusalem oder auf Garizim zu suchen und alldort Gott anzubeten sein wird, sondern solchen Gottesdienst wird man tun können überall, da ein Mensch ist!

 

Des Menschen Herz wird sein der lebendige Tempel des wahren, einigen und einzigen Gottes, und die werktätige Liebe wird sein der allein wahre Gottesdienst, und die Liebe zu Gott wird sein dessen ganz allein wahre Anbetung!

 

Da aber weder eine wahre Liebe zu Gott ohne die werktätige Nächstenliebe und diese nicht ohne die wahre Liebe zu Gott denkbar ist, so sind die beiden Lieben im Grunde des Grundes auch nur eine Liebe und somit eine und dieselbe wahre Anbetung Gottes. Wer das in sich hat, der hat alles, alles Gesetz und alles Prophetentum, im eigenen Herzen vereint und hat weiter durchaus nichts irgend mehr vonnöten.“ (GEJ.05_132,01 f)

 

6.2.

“Die neue Religion also, welche wieder auf Erden einziehen soll, ist und muss die der Liebe sein; daher prediget überall `die Liebe`, zeiget allen, dass Liebe der Urgrund aller Schöpfung ist, dass Liebe im geistigen Sinne auch über`s Grab fortdauert, ja noch intensiver und geistiger wird und ihr werdet sehen, eure größten Feinde und Widersacher werden euch nicht widerstehen können, um so mehr, wenn sie sehen werden, wie ihr nicht allein anderen Liebe predigt, sondern sie selbst durch Taten bezeuget.

 

So wird die Zukunfts-Religion werden. Die Menschen werden sich bessern, selbst das Tierreich wird friedlicher gegen euch gesinnt werden, wenn es euch wohl als Herren dieser Erde ahnend, aber nur als liebende und nicht gefräßig sie verzehrende erkennt!

 

O Meine Kinder, es war eine Zeit, wo Liebe also herrschte auf dieser Erde, wo der Tiger und Löwe an den Menschen sich schmiegten; allein kurz war sie, diese Zeit; die menschlichen Leidenschaften verfinsterten das Gemüt und verfinstert wurde auch der geistige Blick des Menschen und verlor seine geistige Kraft; die unter dem Menschen stehende Tierwelt, ja selbst die Elemente traten feindlich gegen ihn auf und der, den Ich zum Herrn dieses kleinen Erdballes schuf, wurde ihr Knecht und ist es noch.

 

Dieses `Eden`, dieses `Paradies` wieder zu erreichen, - dazu ist euer Leben zu kurz; aber es anzubahnen, dieses soll euer Zweck, euer Lebensberuf werden!

 

Nur, wollt ihr ihn erreichen, müsset ihr, wie Ich es euch sagte, mit eurem Ich selbst und dann mit der materiell euch umgebenden Welt zuerst anfangen; werdet zuvor `Menschen`, moralische, geistige Menschen; erhebet euch über die Kloake der Sinnlichkeit und der weltlichen Interessen; stehet frei! Rufet mit Mir aus: `Mein Reich ist nicht von dieser Welt!` (Diese Welt ist nur eine Durchgangsstation. Red.)

 

Nur dann werdet ihr Anhänger eurer Lehre, die die Meinige ist, finden; nur dann wird euch ein Erfolg gesichert sein und eine Vergeltung der erfüllten Pflicht im andern Leben eine geistige Stellung einräumen, die nur auf diesem Wege in so kurzer Frist zu erringen ist.

 

Trauet Mir, es ist Meine Stimme, die zu euch spricht; verirret euch nicht in dem Labyrinte von Suppositionen (Annahmen), ob es möglich ist, dass Ich, der große, erhabene Schöpfer, durch so ein kleines Würmchen den Erdmenschen Mich kundgeben kann und will. …

 

Sobald solche Ansichten unter den Menschen allgemein werden, dann wird sich auch eine andere religiöse Anschauung der sichtbaren Welt herausbilden; es wird kein Kultus mehr nötig sein, welcher die Menschen in steinerne Häuser, bei euch `Kirchen` oder `Tempel` genannt, versammelt, sondern die freie, unbegrenzte Natur, alles Umgebende, Sichtbare, vom kleinsten Atome bis zum letzten Sterne des entferntesten Nebelfleckes wird der Lehrmeister sein, welcher aufmerksame Beobachter vom Materiellen zum Geistigen führen wird; dann werden auch Meine Worte, wie du gestern deinem Bruder schriebst, erst ganz aufgefasst werden, die Ich einst sprach und in allen Jahrhunderten bis auf heute den Menschen verkünden ließ, dass, wer Mich anbeten will, Mich im Geiste und in der Wahrheit anbeten muss. Denn Ich bin ein Geist und geistig beten heißt: fühlen, wie in allem Gottes Geist verborgen ist, fühlen, wie Er Seine Liebe in alles hineingelegt hat, fühlen, wie nur mit und durch Liebe eine jede Welt, ein jeder Aufenthalt und eine jede weltliche Lage zum Paradiese werden kann, fühlen, dass es nur die Liebe ist, welche alles erhält und das größte Gut eines menschlichen Herzens ist, wenn jedes vorerst gegen seine Umgebung, sei es Mensch oder Tier, gemäß seiner eigenen Abstammung pflichtmäßig selbe ausübt und so erst Gottes Liebe recht begreifen und erfassen kann, was in den zwei Liebesgesetzen enthalten ist, nämlich die ganze sicht- und unsichtbare Schöpfung; denn ohne Liebe wäre sie nicht entstanden und ohne Liebe könnte sie nicht fortbestehen!...

 

Der Mensch muss in freier Natur seinem Schöpfer gegenüber sein, Ihn in allem erkennen und fühlen, muss sich der Abstammung sowohl als seiner geistigen Mission bewusst sein, klar begreifen, welcher Welt Bürger er ist, dann fallen alle Schranken einseitiger Religionsbekenntnisse und Religionsgebräuche, welche nur Menschen erfunden haben, um aus der Leichtgläubigkeit der Dummheit anderer Nutzen zu ziehen.

 

Den Menschen erschuf Ich als Herrn von der Welt, als Herr muss er sich fühlen; als Herr muss er aber auch handeln, eingedenk seiner Kindschaft und eingedenk der ewigen Liebe, die ihn nicht umsonst mit solchen geistigen Eigenschaften ausgerüstet hat, sondern die bei diesem Gnadengeschenk es ihm zuteil werden lassen wollte, ein freier Herr seiner Handlungen, aber doch auch ein gebundenes Wesen seines Gewissens zu bleiben, welches nie anders reden wird, als den Liebesgesetzen gemäß.

 

So muss der Mensch die Religion im Herzen tragen, die von allem von der Außenwelt ihm Gebotenen durch die innere seines eigenen Ichs wieder weit über das Sichtbare hinaus zu Dem führen soll, Der einst, in Menschengestalt die großen Liebes-Gesetze verkündet hat und durch sie die Menschen zu Menschen und nach deren Befolgung zu Seinen Kindern erziehen wollte.

 

Dieses allgemeine Bestreben, nach diesen Gesetzen zu leben, ist überall zu entdecken und so fort und fort aufwärts schreitend, das große Endziel anzustreben, dieses ist die Religion der Zukunft; aber nicht allein die Religion dieser kleinen Erde, sondern des ganzen Universums und der großen Geisterwelt.

 

So fasset ihr es auf, nicht nach beschränktem Maße, sondern groß, wie Ich dem Menschen den göttlichen Funken einhauchte, groß, wie Ich den Menschen dadurch zum Weltbürger Meines Staates machte, wo ewig keine Sonne untergeht, sondern stets die geistige Meines eigenen Ichs allen leuchten wird, die geistige Augen, deren Strahlen aufzunehmen, einst mitbringen werden. Amen“

(Aus „Lebensgarten“: Gottfried Mayerhofer, „Die Religion der Zukunft“, vollständiger Text siehe linke Randspalte unter „Religionen / Kirchen (1)“)