„Den Kranken aber sage: sie sollen sich in ihrer Krankheit nicht betrüben, sondern sollen sich ernstlich an Mich wenden und sollen Mir ja ganz trauen. Ich werde sie trösten, und ein Strom des köstlichsten Balsams wird sich in ihr Herz ergießen, und des ewigen Lebens Quelle wird unversiegbar in ihnen offenbar werden; sie werden genesen und werden erquickt werden wie das Gras nach einem Gewitterregen.“ (1.HG 1,3)



Durch Heilmeditation

an Seele und Leib gesund werden


Gerd Kujoth



1. Warum müssen alle Lebewesen schmerzfähig sein?

2. Warum werden die Menschen krank?

3. Was sind die Ursachen der Krankheiten?

4. Wie entstehen die Krankheiten?

5. Wie wahre Heilung geschieht

6. Auf natürliche Weise gesund werden

7. Die Voraussetzungen für eine Heilung

8. Wie wir durch Glauben geheilt werden

9. Wie bekommen wir einen starken, festen Glauben?

10. Heilung durch Bitten

11. Die Heilmeditation

12. Die Durchführung der Heilmeditation

13. Nicht nachlassen

14. Der Heilung nicht entgegen handeln

15. Über Kranke beten und ihnen die Hände auflegen

 


1. Warum müssen alle Lebewesen

schmerzfähig sein?


Jeder Mensch hat im Laufe seines Lebens mehr oder weniger Schmerzen zu erleiden, die entweder durch Krankheiten oder Verletzungen entstehen, und so mancher fragt sich, warum denn Gott die Menschen oft so krank werden lässt und warum Er sie überhaupt schmerzfähig erschaffen hat.


So dein Leib völlig unempfindlich wäre“, sagt Jesus, „wie möglich könnte er dann lebendig sein? Nur ein völlig toter Leib ist auch völlig unempfindlich!

 

Ich setze aber den Fall, dass ein Mensch, wenigstens nach außen hin, einen unempfindlichen Leib hätte, etwa so, wie da sind seine Haare. Was wäre davon bei einem leichtsinnigen Menschen die nur zu bald sichere Folge? Selbstverstümmelungen aller Art und Gattung, so dass die Menschen am Ende gar keine menschliche Gestalt mehr hätten und auch zu keiner Arbeit mehr fähig wären.

 

Damit aber die Menschen wenigstens doch noch ihre Außengestalt nicht zu sehr verstümmeln können, so ist ihnen die Empfindlichkeit als ein guter Wächter gegeben worden. Zudem aber versteht es sich schon von selbst, dass ein Mensch, der keine Empfindung für Schmerzen hätte, auch keine Empfindung für die Wonne und Seligkeit haben könnte; denn da bedingt eins das andere, und es kann eines ohne das andere nicht bestehen, ja nicht einmal gedacht werden.“ (8.GEJ 82,4-6)

 

Ohne alle Empfindung – weder wohltuender, noch schmerzender Art – aber ist nur der absolute Tod.

 

Also ist der Schmerz ja des Lebens größter Wohltäter und allergetreuester Schutzwächter, ohne den das Leben auf gar keine sonstige Weise als bestandbar gedacht werden könnte.“ (3.HG 72,9-10)

 

Wünsche dir daher den Schmerz nie hinweg; denn er ist deines Lebens treuester Wächter und wird einmal auch der Zusammenzieher und Sammler und völlige Retter des Lebens deines Geistes werden.“ (3.HG 72,13)


Es spürt aber nicht das Fleisch den Schmerz, denn dieses ist empfindungslos, sondern nur die im Leib steckende Seele, (5.GEJ 75,5) denn des Leibes Nerven leiten das Schmerzsignal über den Nervengeist an die Seele weiter. Je intensiver nun eine Seele mit ihrem Fleische verbunden ist, umso stärker spürt sie einen Schmerz, wenn der Leib verletzt oder krank wird. Ein Mensch aber, dessen Seele durch allerlei Selbstverleugnungen vom Fleische freier geworden ist, wird keine großen Schmerzen mehr verspüren. (3.GEJ 12,2-3)


Wir können schmerzlos durchs Leben gehen, wenn wir aufmerksam im Liegen, Sitzen, Stehen, Gehen und Laufen sind. Sind wir mäßig im Essen und Trinken, so bleiben wir von inneren Krankheiten verschont und wenn wir nicht zu sehr den Lüsten des Fleisches nachgeben, so werden wir keine Schmerzen in den Gliedern verspüren. (3.HG 72,11)


Leben wir in der Ordnung Gottes, so empfinden wir das als ein überaus behagliches Gefühl, gerät unser Leben aber in irgendetwas aus der göttlichen Ordnung, so empfinden wir solches als eine Art des Schmerzes. (3.HG 72,12)


Jesus sagt: Ich aber kann des Leichtsinnes und der selbstverschuldeten Blindheit der Menschen wegen Meine Ordnung, durch die allein der Bestand aller Dinge möglich ist, nicht umkehren. Wer da weiß, dass sein Leib, so er geschlagen oder gestochen wird, einen Schmerz empfindet, sich aber dennoch schlägt und sticht, so ist ja er selbst schuld daran, so sein Leib dabei große Schmerzen empfindet; denn der aberwitzigen Torheit der Menschen wegen werde Ich keine Seele mit einem unempfindlichen Leibe versehen und nicht machen, dass man vom Dache der Schwere wegen nicht auf den Boden herabfallen dürfte.“ (9.GEJ 158,14)



2. Warum werden die Menschen krank?


Das Durchschnittsalter der Menschen ist seit Jahrzehnten immer höher geworden. Die Ärzte können mit der fortschreitenden Forschung und Entwicklung mit Hilfe von Medikamenten und Operationen immer mehr Krankheiten lindern oder heilen, an denen die Menschen in früheren Zeiten gestorben sind. Sie haben es aber nicht geschafft, die Menschen dahin zu bringen, gar nicht mehr krank zu werden. Die Menschen scheinen im Gegenteil immer häufiger krank und von neuen Krankheiten geplagt zu werden. – Wie kommt das, und warum werden die Menschen überhaupt krank?


Jesus gibt uns darauf folgende Antwort:


Wenn ihr und eure Nachkommen stets in und bei Mir im Glauben und in der Tat nach Meiner Lehre verbleiben werdet, so werdet ihr auch nie ein Elend zu bestehen haben. Auch des Leibes Krankheiten werden eure Seelen nicht ängstlich und kleinmütig machen; denn des Leibes Krankheiten sind allzeit nur die bitteren Folgen der Nichtbefolgung der von Mir den Menschen allzeit klar ausgesprochen gegebenen Gebote.

 

Wer diese schon von seiner Jugend an treu zu halten anfängt, der wird bis in sein hohes Alter keines Arztes bedürfen, und seine Nachkommen werden nicht an den Sünden ihrer Eltern zu leiden haben, wie das bei den alten, Gott getreuen Völkern oft durch Jahrhunderte der Fall war. Aber wenn die Menschen auszuarten angefangen haben, dann sind auch bald schwere Körperleiden über sie gekommen und haben sie die Folgen der Gering- oder Garnichtachtung der Gebote Gottes kennen gelehrt.

 

Denn so da ist ein Mensch nur, der eine kunstvolle Maschine zu irgendeinem Gebrauch anzufertigen versteht, so versteht er sicher auch, wie sie zum zweckdienlichen Gebrauch zu verwenden ist, und wie man die Maschine zu handhaben hat, dass sie nicht verdorben und sodann zum ferneren Gebrauch völlig untauglich wird. Und wenn der sachkundige Verfertiger der Maschine dem, der sie ihm zum Gebrauch abgekauft hatte, sagt und zeigt, was er zu beachten hat, um von der Maschine einen dauerhaft nützlichen Gebrauch machen zu können, so muss der Käufer das ja auch genau beachten, was ihm der Maschinenmeister gesagt hat. So aber der Käufer mit der Weile das entweder aus Eigen- oder Leichtsinn nicht mehr beachtet, wie die Maschine zu behandeln und zu gebrauchen ist, so muss er es sich selbst zuschreiben, dass die Maschine verdorben ist und somit für den guten Gebrauch entweder ganz oder doch zum Teil unbrauchbar geworden ist.

 

Gott aber ist der große Maschinenmeister des menschlichen Leibes, den Er zum nützlichen Gebrauch für die Menschen als eine gar kunstvollste Maschine wohl eingerichtet hat. Gebraucht die Seele diese belebte Maschine nach dem ihr klar erteilten Rat, der in den Geboten Gottes besteht, so wird der Leib auch in seiner stets wohl brauchbaren Gesundheit verbleiben; missachtet aber mit der Zeit die träg und sinnlich gewordene Seele diese Gebote des ewig großen Maschinenmeisters, so muss sie es sich denn auch selbst zuschreiben, so ihr Leib in allerlei Elend verfallen ist.“ (9.GEJ 35,6-9)


Die Menschen beachten die ursprünglich von Gott gegebene Gebrauchsanweisung für ihren Leib zumeist nicht und zwar aus dem Grunde, weil der Mensch, statt dass er sich bemüht mehr Geistigkeit zu erlangen, die sinnlichen und weltlichen Freuden genießen möchte. Dabei verbindet sich die Seele zu sehr mit ihrem Fleische. Da muss dann der Mensch Krankheiten erleiden, damit seine Seele wieder vom Fleisch befreit werden kann, denn die meisten Krankheiten, welche die Menschen zu durchleiden haben, sind nichts anderes als Verhütungen, damit die Seele nicht eins mit ihrem Fleisch wird. (2.GEJ 169,12)

 

Es ist dem Menschen um seiner Seele willen eben nicht allzeit zuträglich“, sagt Jesus, „so er völlig gesunden Leibes einherwandelt; denn ist sein Fleisch zu gesund, da wird es auch leicht erregt für allerlei sinnliche Lustreize, in die die Seele dann auch eher mitbegierlich wird, als so ihr Fleisch kränklich und schwach ist, – und so ist eine Leibeskrankheit gewisserart eine Wache vor der Tür des inneren Lebens der Seele.“ (9.GEJ 158,11)


Ich will nicht, dass da jemand mit einem kranken Leibe dies irdische Willensfreiheitsprobeleben durchmachen soll; so aber die Menschen den alten Rat Meiner Liebe und Meiner Ordnung nicht beachten, sondern tun, was sie nicht tun sollen, so sind sie denn auch selbst die Schöpfer aller Übel ihres Leibes und ihrer Seelen.“ (9.GEJ 158,13)

 

Sagte Ich nicht zu dem Kranken in Jerusalem, der volle achtunddreißig Jahre am Teiche Bethesda harrte, um geheilt zu werden, als Ich ihn geheilt hatte: ,Gehe hin und sündige nicht mehr, auf dass dir nicht noch etwas Ärgeres widerfahre!‘?! Seine böse Gicht war demnach auch eine Folge seiner früheren, vielen Sünden. Und so ist es beinahe bei den meisten von Mir Geheilten der gleiche Fall gewesen. Wären sie durch ihre vielen Sünden nicht krank geworden, so wäre es auch um ihre Seelen geschehen gewesen. Nur eine recht schwere und bittere Krankheit hat sie nüchtern gemacht und zeigte ihnen, wie die Welt ihre Huldiger lohnt. Sie verloren durch die Krankheit ihre Liebe zur Welt und sehnten sich, von ihr bald erlöst zu werden. Dadurch ward ihre Seele freier, und es kam ihnen dann auch zur rechten Zeit die Heilung ihres Leibes.“ (6.GEJ 56,4)


Gott hat dieses irdische Willensfreiheitsprobeleben so eingerichtet, dass die Menschen im Alter schwächer und gebrechlicher werden müssen, und das umso mehr und umso kränker, je mehr sich jemand in seinem Leben den leiblichen Genüssen und dem materiellen Wohlleben hingegeben hat. Könnten sich die Menschen durch einen Trank aus einem Jungbrunnen verjüngen, so würden sie ganz vergnügt auf Erden weiterleben wollen. Aber indem die Menschen schwächer und gebrechlicher werden, fangen so manche an, sich um die Vervollkommnung ihres Seelenlebens zu kümmern und sich nach der Auferstehung aus ihrem wandelnden Grabe zu sehnen. (9.GEJ 154,10)


Jesus sagt: „Sieh an eine frische grüne Nuss auf dem Baume! Solange diese fest, frisch und grün verbleibt, so lange auch wird der Kern nicht zeitig. Wenn aber die äußere grüne Schale anfängt sich zu bräunen und flott und vertrocknet zu werden um die Nuss, dann ist es ein Zeichen, dass die Nuss innerhalb der Schale reif geworden ist.

 

Aus dem Grunde lasse Ich die Meinen auch stets dem Leibe nach dann und wann ein wenig kränkeln, damit sie sich ja mit der Welt nicht zu sehr vermengen sollten in einem zu gesunden Leibeszustande. Denn ist da jemand dem Leibe nach so recht löwenmäßig gesund, da kommt ihm nicht der leiseste Gedanke, dass er einst doch diese Trugwelt wird verlassen müssen; denn da gefällt ihm auf der Welt alles viel zu gut, ein jedes Blümchen, ein jeder Bissen, eine jede Dirne, eine jede Gegend, und er hat den sehnlichsten Wunsch, nur ewig also auf der Erde zu leben, und bekommt nie das heilige Heimweh nach dem ewigen Vaterhause im Himmelreiche.

 

Wird aber sein Leib krank, da erinnert sich der Mensch, dass es auf der Erde keines Bleibens sein wird, und fängt dann und wann doch etwas ängstlich an nachzudenken, was da nach dem Tode des Leibes etwa doch sein und kommen dürfte. Und das ist dem Geiste schon heilsamer, als alle noch so unschuldigen Vergnügungen bei kernfrischem und gesundem Leibe.“ (3.Hi. Seite 202,3-5)



3. Was sind die Ursachen der Krankheiten?


Es gibt drei Haupt- und mehrere Nebenursachen der Krankheiten.


Von allen Lastern“, sagt Jesus, „ist das böseste die Hurerei, die Unzucht und Geilerei aller Art und Gattung. Zu diesem Laster aber werden die Menschen verleitet durch Müßiggang, durch die Hoffart und durch den Hochmut. Denn dem Hochmute ist nichts mehr heilig; er sucht nur alle ihm zu Gebote stehenden Mittel auf, um durch sie seine weltsinnlichen Leidenschaften zu befriedigen.

 

Wenn dann von solch einem Menschen Kinder gezeugt werden, – welch elende und mit wie vielen Krankheiten behaftete Menschen kommen dadurch in diese Welt! – Also, diese Sünde ist eine Hauptquelle, durch die alle die ärgsten Krankheiten in diese Welt kommen. (Die Kinder kommen dann schon mit einer unvollkommenen, mit dem Fleische verbundenen Seele auf die Welt.)

 

Dann kommen aber auch (zweitens) Fraß und Völlerei, (und drittens) der Zorn und allerlei Ärger, durch welche genannten Laster sich auch allerlei Krankheiten bei den Menschen entwickeln und sie dann auf eine jämmerliche Weise quälen.

 

Neben diesen Hauptursachen, aus denen die meisten Krankheiten bei den ohnehin, von der Geburt her angefangen, geschwächten Menschen entstehen, gibt es wohl noch andere, durch die der schwache Mensch auch sehr arg krank werden kann, – aber Ich sage es eigens noch einmal: Nur dem schon von der Geburt an Geschwächten kann das begegnen! Die Ursachen aber will Ich euch ganz kurzgefaßt zeigen:

 

Einmal steht da im Vordergrunde das Essen schlechter, unreiner und schlecht und nicht frisch zubereiteter Speisen und auch schlechter Getränke, – dann das Essen von allerlei unreifem Obst. Dann haben viele den argen Brauch, sich in einem erhitzten Zustande schnell abzukühlen. Wieder andere setzen sich, ganz unbewusst ihrer angeborenen Schwäche, allerlei Gefahren aus, in denen sie entweder gar zugrunde gehen, oder sie tragen einen lebenslang dauernden Schaden davon.

 

Ja, dafür kann Gott nicht, und das umso weniger, da Er dem Menschen den Verstand, den freien Willen und die besten Lebensgesetze gegeben hat!

 

Gegen die Trägheit des Menschen (zur Vergeistigung seiner Seele) aber gibt es kein anderes Mittel als eben allerlei zugelassene Übel, die notwendig auf die Nichtbeachtung des göttlichen Willens folgen müssen. Diese wecken des Menschen in ihrem Fleische fest schlafende Seele und zeigen ihr die leidigen Folgen ihrer Trägheit, und sie wird darauf vorsichtiger, klüger, emsiger und gefügiger in den erkannten göttlichen Willen. Und somit haben die verschiedenen Krankheiten, mit denen nun die Menschen behaftet sind, auch ihr entschieden Gutes.

 

Freilich sind sie auch eine Art Gericht, das die Seele zum Guten nötigt; aber es ist der Seele dadurch dennoch der freie Wille nicht gänzlich benommen, und sie kann sich in und nach einer Krankheit noch ganz ordentlich bessern, obschon sie ihre weitere Vollendung erst jenseits einzuholen haben wird.

 

Es gibt aber wohl auch kranke Menschen, die wegen der Sünden ihrer Eltern oder auch Voreltern schon vom Mutterleibe aus krank in diese Welt gekommen sind. Solcher Kranken Seelen sind zumeist von oben her und machen nur eine zeitweilige Fleischprobe auf dieser Erde durch; für diese ist aber jenseits im Reiche der Geister schon ohnehin bestens gesorgt, und jeder, der sie pflegt und sie mit Liebe und Geduld behandelt, den werden sie auch jenseits mit der gleichen Liebe und Geduld in ihre himmlischen Wohnungen aufnehmen.“ (6.GEJ 56,1-3+5-10)


Reine Welt- und Fleischmenschen, die sehr am irdischen Leben hängen und bei denen alle ihre Sorge auf das materielle Wohlergehen ihres Leibes gerichtet ist, haben schon während ihres kurzen Erdenlebens sehr viel zu leiden, werden oft seelisch, ganz sicher aber fleischlich krank und sehr elend, und vor dem Scheiden aus dem Leibe haben sie stets mit oft unerträglichen Schmerzen zu kämpfen. (2.GEJ 226,5)

 

Solche verfleischte Seelen“, sagt Jesus, „die zum größten Teile von ihrem höchst eigenen Dasein nahezu alles Bewusstsein in das Grab ihres Fleisches gelegt haben, (Das heißt: Sie meinen, ihr Fleischleib wäre ihr Ich.) sind zu sehr durch und durch geknebelt. Und wird ihr schönes Fleisch von den bösen, rohen und noch höchst ungebildeten Naturgeistern der Luft (Krankheitserregern) nur ganz leise beschlichen, so können sich solche geknebelten Seelen zu keiner Wehr stellen und erliegen dann ehestens samt ihrem Fleische, das, weil zu sehr seeldurchmengt, viel empfänglicher und empfindlicher ist als das Fleisch des Leibes einer freien Seele.

 

Da wird dann wieder gejammert und geklagt, und ein halbgläubiger Mensch um den andern macht seinen Mund auf und sagt: ‚Aber was kann Gott da doch für ein Vergnügen haben, so Er die Menschen in einem fort mit allerlei Plagen heimsucht?!‘ Da schaue entweder gar kein Gott heraus, oder Gott sei zu erhaben und kümmere Sich ums Gewürm einer Erde nimmer.

 

Aber daran denkt niemand, dass all das Leiden, alle Krankheiten, alle Kriege, alle Teuerung, Hunger und Pest lediglich daher rühren, weil die Menschen anstatt für ihre Seele und ihren Geist nach der Ordnung Gottes alles zu tun, nur alles für ihren Leib tun!“ (3.GEJ 12,1+5-6)


Solcher Menschen Seelen sind nicht frei, sondern fest mit ihrem Fleisch verbunden und ihr göttlicher Geist schläft noch in ihren Seelen. Solche Menschen sind geistig schwach und für alle argen physischen Eindrücke sehr empfänglich. Ein leisester pesthaltiger Hauch, z.B. bestehend aus krankmachenden Viren oder Bakterien, lässt ihre Leiber krank werden. Sie bekommen jeden Winter ganz sicher eine Erkältung oder Grippe und manchmal auch etwas Schlimmeres, was ihnen oftmals den Tod bringt. Diese mit ihrem Fleische verbundenen Seelen gleichen einem eng gefesselten Riesen, der sich am Ende nicht einmal gegen eine ihn belästigende Fliege zur Wehr setzen kann. (3.GEJ 11,6) Wollen sie von ihren Krankheiten genesen, so bleibt ihnen nichts anderes übrig, als sich von den Ärzten behandeln zu lassen.


Die meisten Krankheiten, die die Menschen zu durchleiden haben, sind nichts anderes als Verhütungen, dass die Seele nicht gänzlich eins mit ihrem Fleische werde. (2.GEJ 169,12)

 

Wenn nun Gott eines solchen Menschen Seele fürs ewige Leben erhalten will“, sagt Jesus, „so muss Er ihr durch allerlei körperliche Leiden dazu verhelfen, und zwar dadurch, dass eine solche zu sehr an der Welt hängende Seele eben durch so manche Leiden und Schmerzen mehr und mehr von der Welt abgezogen wird, ohne die sie ganz von der Materie der Welt und somit von ihrem Tode und Gerichte an sich gezogen und verschlungen würde. Und seht nun, das ist der Grund, warum nun auf der Erde die Menschen so manches und vieles zu erleiden haben!“ (6.GEJ 162,6)


Ist eine Seele mit ihrem Fleisch verbunden, so ist die lebenshungrige Seele mit tausend der verschiedenartigsten Bedürfnisse für ihren Leib vollgestopft, welche gleichzeitig Bande mit der Welt sind. Jede Krankheit des Leibes entsteht nun gewöhnlich aus dem Zerreißen irgendeines Bandes mit der Welt. Kann der Leib zufolge klimatischer und tausend anderer Verhältnisse wegen nicht zufriedengestellt werden, d.h. ist es dem Leib zu kalt, zu warm, zu sonnig, zu windig, zu nass, zu schmutzig, nimmt er Speisen und Getränke zu sich, die Gott nicht für den Menschen vorgesehen hat, die unreif oder schon fast verdorben sind, kommt er in Berührung mit Giften, Chemikalien, Viren, Bakterien, atmet er schädliche Gase ein, so wird das eine oder andere Band abgerissen, d.h. der Leib kann seine Bedürfnisse nicht befriedigen (ein Band mit der Welt wird abgerissen), wird darauf bald krank und sehr leidend, und mit ihm auch die Seele, welche am Ende durch ihren Leib die eigentliche Schmerzträgerin ist. (2.GEJ 226,6)


So aber die Seele ihren Leib und dadurch sich selbst an möglichst viele Entbehrungen aus dem Todesbereiche der Welt gewöhnt hat“, sagt Jesus, „so werden am Ende eben nimmer viele Bande zwischen den toten Gütern der Erde und dem Leibe vorhanden sein, und es wird da denn auch wenig mehr zum schmerzlichen Zerreißen sich vorfinden. Ist aber dadurch möglichst aller Grund zu den Krankheiten des Leibes behoben, so möchte Ich dann nachher doch Selbst wissen, woher diese noch in den Leib und in die empfindsame Seele kommen sollten. Ja, bei solchen Menschen fühlt der Leib selbst dann von irgendeinem Schmerze nicht leichtlich mehr etwas, wenn er auch durch äußere arge Mittel gemartert und gepeinigt wird.“ (2.GEJ 226,7-8)



4. Wie entstehen die Krankheiten?


Die Krankheiten entstehen auf drei verschiedene Arten. Erstens durch Mangel.


Die Gesundheit des Leibes hängt einzig und allein von einer hinreichend kräftigen Seele ab,“ sagt Jesus, „denn wo immer ursprünglich irgendeine Schwäche in der Seele, das heißt in ihren substantiellen Teilen auftritt und die Seele selbst auf einem geordneten Wege sich in den geschwächten Teilen keine Stärkung verschaffen kann, da wendet sie sich dann an ihren eigenen Nervengeist (auch Ätherkörper genannt) und zieht aus ihm das ihr Mangelnde an sich. Dafür aber entsteht dann, wie in entladenen elektrischen Flaschen, in den Nerven ein offenbarer Mangel an jenem Lebensfluidum, durch das allein sie in der rechten Spannung erhalten werden.

 

Die Nerven, dadurch gewisserart hungrig, saugen dann eine noch zu wenig reine Kost aus dem Blute, und wenn solches vor sich geht, so entsteht dann ganz natürlich ein unnatürlicher Lebensprozess in der Natur des Fleisches, aus dem alle möglichen Krankheiten je nach der Art und Weise entstehen können, wie sie nach dem tieferen Seelenkalkül einem oder dem andern Teile, der in der Seele schwach geworden ist, entsprechen.“ (HS 1,9-11)


Wie kommt eine Schwäche bzw. ein Mangel an Seelensubstanz in die Seele? – In erster Linie durch das Laster der Hurerei, Unzucht und Unkeuschheit; denn durch das Ausleben des Geschlechtstriebes werden die alleredelsten und seelenverwandtesten Lebenssäfte, aus denen die Seele ihre substantielle Nahrung bezieht, vergeudet. (4.GEJ 230,2-3) Durch diesen Mangel entstehen dann die verschiedensten Krankheiten, je nach Veranlagung eines Menschen.


Aber auch durch seelisches Fehlverhalten, wie Ärger, Wut, Hass, Angst, Traurigkeit, Neid, Stolz, Schuldgefühle und wenn erlittenes Unrecht nicht vergeben werden kann, entsteht im Nervengeist oder Ätherkörper ein Mangel an Lebensfluidum. Dieses Fehlverhalten verursacht Blockaden an verschiedenen Stellen im Nervengeistkörper, die das freie Zirkulieren des Lebensfluidums oder der ätherischen Lebenskraft verhindert, so dass an dem Organ ein Mangel entsteht, an dem sich eine Blockade befindet.


Zweitens entstehen Krankheiten durch zuviel Essen und Trinken.


Haben die Speisen einmal das Wichtige an den Leib, an dessen Nerven und an dessen Seele abgegeben“, sagt Jesus, „so wird dann das eigentlich Unlautere der zu sich genommenen Belebungsmaterie durch die zwei natürlichen Gänge aus dem Leibe hinausgeschafft. Ist aber ein Mensch in jeder Hinsicht ein Schwelger geworden und hat sich seinen Bauch zu seinem Abgott gemacht, so kann die zu sich genommene Speise, wie auch der zu viele in den Magen hineingegossene Wein, in den beiden dir bekanntgegebenen Magen (Magen und Zwölffingerdarm) nicht völlig mehr abgesondert werden, und es gehen dadurch noch viele unausgeschiedene Leibes-, Nerven- und Seelenbelebungsteile in den großen Bauch, in die Gedärme und andernteils durch die Leber und Milz in den Urinsack über, bewirken daselbst abermals Gärungen, aus denen sich mit der Zeit für den Leib allerlei Krankheiten entwickeln und die Seele träge, stumpf und gefühllos machen.

 

Aus diesen bösen Stoffen geht aber dann oft noch ein anderes Übel hervor. Wenn nämlich die argen, noch ungegorenen Naturgeister aus dem Dunstkreise eines solchen Menschen gar wohl merken, dass sich in seinem Bauche und auch in seinem Unterleib schon eine Menge ihnen verwandter Naturgeister angesammelt haben, so dringen diese bald in den Leib solch eines Menschen und vereinigen sich mit den gattungsähnlichen Geistern im Leibe.

 

Ist dieser Akt vor sich gegangen, so sieht es mit solch einem Menschen schon sehr übel aus. Es bemächtigen sich bald nicht nur seines Leibes eine Menge schwer- und unheilbarer Krankheiten, sondern auch seiner Seele, die dadurch, als in sich sehr geschwächt und träge gemacht, sich nimmer wehren kann, stets mehr und mehr in ihr sinnliches und leidendes Fleisch überzugehen.

 

Um das gänzliche Materiellwerden der Seele zu verhindern, ist und gibt es da kein anderes Mittel als die großen Krankheiten des Leibes selbst. Solch ein Mensch verliert dann alle Esslust und sucht durch Arzneien den alten Unrat aus dem Leibe zu schaffen. Es gelingt hie und da wohl eine Art Heilung, aber niemals vollständig, und ein solcher Mensch darf sich nur ein wenig vergessen, so hat er schon wieder seine früheren Plagegeister belebt, und sein zweiter leidender Zustand ist dann gewöhnlich ärger als sein erster.

 

Aber es ist alles das nicht der einzige schlimme Zustand, welchen sich der Mensch durch seine Fress- und Saufgier zugezogen hat; es kommt noch ein dritter, viel ärgerer dazu, und der besteht in dem sogenannten Besessensein von einem oder mehreren wirklich bösen Geistern, die kürzer oder länger vorher in der Wirklichkeit im Leibe eines oder des andern Menschen ihre Lebensfreiheitsprobe durchgemacht haben.

 

Von diesem dritten Übel kann kein irdischer Arzt den Menschen mehr befreien, sondern allein Ich und der auch, der von Mir aus die Kraft und Macht überkommen hat.“ (10.GEJ 209,7-12)


Drittens entstehen Krankheiten durch ein Zuviel an fremden, künstlichen oder chemischen Stoffen im Leibe.

 

Wenn der Leib hie und da krank geworden ist“, sagt Jesus, „so hat dies darin seinen Grund, dass durch irgendeinen Umstand fremdartige Teile in denselben gekommen sind. Sodann bemüht sich der Leib in seiner organischen Tätigkeit, diese fremden Stoffe (mittels des Nervengeistes) hinauszuschaffen. Allein es ist hier der Fall wie bei jemandem, der da ohne irgendein Hindernis in ein künstliches Labyrinth geraten ist, daraus er sich nicht so leicht wieder finden kann, wie er hineingekommen ist. Und so kann denn so ein fremdartiger Teil ebenfalls auch nicht so leicht wieder aus dem Leibe geschafft werden, wie er hineingeraten ist.

 

Wo aber dann im Leibesorganismus ein solcher Fremdteil sitzt, da hemmt er die ordnungsmäßige Tätigkeit der Organe und verursacht allerlei Störungen im Kreislaufe des Blutes und aller aus demselben entspringenden Säfte. Und so dann dadurch diese nicht zur rechten Zeit zur Sättigung zu den bestimmten Organen gelangen können, so werden die Organe dann hungrig, schrumpfen zusammen und verursachen ein krampfhaftes, schmerzliches Ziehen, werden matter und matter; und schließlich wird der Leib völlig abgespannt, und die Organe verlieren alsobald samt der Elektrizität ihre elektrische Spannkraft. Und die Folge davon ist, dass der Leib dadurch hinfällig und krank wird.

 

Es sind solche fremdartigen Teile, als z.B. Gifte aller Art, in allen Elementen. Und sie können in den Leib auf verschiedene Weise gelangen, entweder durch den Mund, die Nase, die Ohren, die Augen wie auch durch die Poren der Haut.

 

Dann gibt es neben den Giften aller Art auch sogenannte Kontagien, (ansteckende Krankheiten) welche durch die Berührung oder oft schon durch bloße Annäherung, gleich einem Sauerteige, durch die Poren in den Leib dringen und demselben sich zu assimilieren anfangen, wodurch derselbe dann oft sehr gefährlich krank wird, weil dann der Leib eine ganz fremde Beschaffenheit anzunehmen genötigt ist. Und wenn da nicht schnelle Hilfe geleistet wird, so ist es mit dem Leibe unfehlbar geschehen.

 

Weiter gibt es noch… gewaltsame Verletzungen, welche ebenfalls störend und oft tödlich auf den Organismus einwirken. Und zwar versteht sich von selbst, dass es da zweierlei Verletzungen geben kann, entweder äußere oder innere.

 

So ist also, kurz gesagt, eine wie immer gestaltete Krankheit des Leibes demnach nichts als ein Besessensein desselben von fremdartigen, dem Leibe nicht entsprechenden Elementen!

 

Obschon zwar der Leib alle Elemente naturmäßig in sich begreift, so ist aber im Gesundheitszustand von jedem doch nur soviel da, als es der Naturordnung gemäß ist. Demnach besteht die Fremdartigkeit in den unverhältnismäßigen Proportionen, d.h. im ungeteilten Zuviel oder, unter anderen Umständen, im Zuwenig.“ (1.Hi. Seite 273,2-274,8)



5. Wie wahre Heilung geschieht


Wahre Heilung fängt mit einer Gesinnungsänderung an, der dann aber auch die Änderung im Leben folgen muss, denn nur theoretisch zu wissen, wie man in Gottes Ordnung leben soll, aber handelt nicht danach, kann keine Verbesserung des Zustandes bewirken. Wer zur Überzeugung gelangt ist, dass alle Schätze der Erde der Seele nichts nützen können, weil sie wie der Leib in den Tod sinken müssen, und sich darum von der alten Narbe Adams, nämlich der Sorge um das materielle Wohlergehen des Leibes, so frei als möglich gemacht, in der Folge seinen Geist in sich erweckt und mit aller wahren Sorgfalt zur Entfaltung gebracht hat, der hat keine wie immer geartete Krankheit seines Leibes mehr zu befürchten. (2.GEJ 226,5)


Ist die Seele, obwohl sie noch im Fleische lebt, nicht mehr mit ihrem Fleische eins, sondern eins mit ihrem Geiste, so wird dann auch nach und nach ihr Leib nicht mehr krank werden. Er wird gefühlloser werden für die Einwirkungen der äußeren Materiewelt. Ist der Grund zu den Krankheiten des Leibes behoben, nämlich das Verwachsensein der Seele mit ihrem Fleische, so ist es selbstverständlich, dass keine Krankheiten mehr über den Leib kommen können. (2.GEJ 226,6)

 

Menschen“, sagt Jesus, „die eine freie Seele und in ihr einen freien Geist haben, können alle Gifte der Erde über sich kommen lassen, und es wird ihnen aber alles nicht im geringsten zu schaden imstande sein; denn eine freie Seele und der freieste Geist in ihr haben Kraft und Mittel in Überfülle, jedem ohnmächtigen Feinde auf das wirksamste zu begegnen.“ (3.GEJ 11,6)


Auf die gleiche Weise hat auch Jesus die Menschen geheilt, als Er auf der Erde war. Da erklärte Er Seine Heilweise folgendermaßen:


Ich bin ein Heiland; wie, fragen sich die toten und daher stockblinden Menschen, kann Mir doch solches möglich sein? Und Ich sage es euch, dass Ich keines Menschen Fleisch (durch ein Wunder) heile, sondern wo irgendeine Seele noch nicht zu mächtig mit ihrem Fleische vermengt ist, mache Ich nur die Seele frei und erwecke, insoweit es sich tun lässt, den in der Seele begrabenen Geist. Dieser stärkt dann sogleich die Seele, die frei wird, und es ist ihr dann ein leichtes, alle Gebrechen des Fleisches in einem Moment in die normale Ordnung zu setzen.

 

Das nennt man dann eine Wunderheilung, während das doch die allerordentlichste und natürlichste Heilung des Fleisches von der Welt ist! Was jemand hat, das kann er auch geben; was er aber nicht hat, das kann er auch nicht geben!

 

Wer eine lebendige Seele nach der Ordnung Gottes hat und einen freien Geist in ihr, der kann auch seines Bruders Seele frei machen, wenn sie noch nicht zu sehr verfleischlicht ist, und diese hilft dann gar leicht ihrem kranken Fleischleibe. So aber der Seelenarzt selbst eine überaus kranke Seele hat, die viel mehr tot denn lebendig ist, wie sollte der hernach einer zweiten Seele geben, was ihm selbst gänzlich mangelt?!“ (3.GEJ 12,8-10)


Auch heute hört oder liest man immer wieder mal von Menschen, die plötzlich von ihren unheilbaren Krankheiten geheilt wurden. Wie das geschieht, haben wir soeben erfahren. Entweder hatte jemand mit einer lebendigen Seele und einem freien Geist einen anderen von seiner Krankheit geheilt, oder der Kranke hat selbst seine Seele und seinen Geist soweit vom Fleische freigemacht, dass er geheilt wurde.

 

Wenn du also leben wirst“, sagt Jesus, „dass deine Seele in ihrem Geiste vollends wiedergeboren wird, so wird eben der Geist dann mit allen in deinem Fleische noch steckenden unreinen Geistern (mit den Krankheitserregern) auch bald und leicht vollends fertig werden, und du wirst eines ganz seligen Todes sterben auch dem Leibe nach; aber so da jemand im allgemeinen zwar wohl nach Meiner Lehre ganz ernstlich leben und handeln, aber so geheim bei sich doch auch noch in seine alten Gewohnheiten verfallen wird, ja, da wird er diesseits auch nicht die völlige Wiedergeburt der Seele im Geiste erlangen können und wird sich's am Ende in aller Demut und Geduld schon müssen gefallen lassen, so er (vor dem Scheiden und) beim Scheiden mit noch manchen Leiden zu kämpfen haben wird. Denn da werden die Leiden das Feuer sein, durch das des Menschen Lebensgold von gar manchen Schlacken gereinigt wird; denn etwas geistig Unreines kann in den Himmel nicht eingehen, was soviel gesagt haben will als: Der reine Geist aus Gott kann sich nicht eher völlig einen mit der Seele, als bis diese alles der Materie und ihrem Gerichte Angehörige völlig aus sich für immer verbannt hat.“ (8.GEJ 82,10)


Die äußeren Mittel, wie Medikamente, Operationen und Naturheilmittel, sind nur Ersatz für die wahre Heilung. Die wahre, vollständige Heilung liegt in der Umgestaltung des inneren Menschen, also der Seele und des Geistes.


Hat sich die Seele mit Hilfe ihres ihr verborgenen Schöpfers und Herrn vom Gerichte der Materie losgemacht und sich durch ihr reges Streben mit ihrem inneren, geistigen Lebenslichte vereint, dann ist sie auch ein Herr über die Materie ihres Leibes und über dessen Tod geworden, den sie nun nicht mehr fürchtet, und kümmert sich wenig mehr um des Leibes Alter und Schwäche; denn sie selbst ist ja gesund, kräftig und voll Trostes geworden. (9.GEJ 154,11)


6. Auf natürliche Weise gesund werden


Wir können auch auf natürliche Weise gesund werden; denn die Fehler, die wir in der Lebensweise machen und wodurch die Krankheiten entstehen, verschwinden nach und nach von selbst, wenn wir die Fehler nicht mehr begehen. Wenn sich die Seele von der Welt, bzw. der weltlichen Lebensweise abwendet, so wird sie vom Fleische freier und kann sich an die Heilung des kranken Leibes machen.

 

Ich helfe euch… (auch) mit und in der Natur wie ganz natürlich“, sagt Jesus, „nur müsst ihr euch also verhalten, wie es die Ordnung der Natur erfordert, sonst kann Ich euch selbst bei Meinem besten Willen niemals helfen außer zeitlich durch ein Gericht, womit aber in der Wahrheit sicher keinem Menschen gedient sein wird.“ (3.Hi. Seite 279,25)


Ein griechischer Kaufmann, der Jesus für einen Arzt hielt, bat Ihn einmal um einen Rat, wie er von seinem mehrjährigen Leiden im Magen befreit werden könne. Jesus sagte zu ihm:


So du meinst, dass Ich ein Arzt sei, da nimm denn von Mir auch den Rat an! Iss nicht, wie es bisher der Fall war, zu viel und zu fettes Schweinefleisch, und trinke nicht so viel des stärksten Weines den ganzen Tag hindurch, dann wird dein Magenleiden schon ein Ende nehmen! Das ist Mein ärztlicher Rat; wenn du den befolgst, so wird es dir mehr dienen denn dein Aloesaft, der dir wohl den Magen ausräumt, auf dass du ihn darauf wieder desto mehr anfüllen kannst. Der Mensch lebt nicht, um zu essen, sondern er isst nur, um zu leben, und dazu bedarf es keines vollgestopften Magens und keiner täglichen Nervenberauschung durch einen möglich stärksten Wein… Tue das, was Ich dir geraten habe, und enthalte dich von der Wollust, dann wird dein Magen schon besser werden.“ (9.GEJ 7,1-4)


Jesus hat diesen Kaufmann etwas später dann auch noch durch Sein Wort in einem Augenblick geheilt und ihn dadurch zum Glauben an Ihn bekehrt.


Jesus hat uns im obigen Beispiel gezeigt, wie der Kaufmann auf ganz natürliche Weise hätte gesund werden können. Er erklärt uns auch noch nachfolgend, mit welcher Ernährungsweise wir ebenfalls auf natürliche Weise gesund werden oder bleiben können. Er sagt:


Ihr sollt im Essen und Trinken mäßig sein und nach keinen verkünstelten Leckereien gieren, so werdet ihr des Leibes Gesundheit lange erhalten.“ (8.GEJ 82,11)


Will daher ein Mensch dem Leibe und der Seele nach vollkommen gesund bleiben, so soll er von Kindheit an mäßig mit einer reinen Speise ernährt werden.

 

Sehet Mich an! Ich bin dem Leibe nach auch ein Mensch, esse und trinke aber nur stets ein und dieselbe Speise und stille Meinen Durst mit ebenfalls einem reinen, guten und gesunden Wein, – aber allzeit mit dem gerechten Maß und Ziel; und was Ich jetzt genieße vor deinen Augen, das genoss Ich schon in Meinen Kinderjahren, desgleichen auch die meisten dieser Meiner Jünger, die nahe sämtlich Fischer waren und von den Fischen lebten.

 

Für den Überfluss der gefangenen Fische bekamen sie Geld und kauften sich dafür die nötige Kleidung, Brot, Salz und auch Wein, den sie mäßig mit Wasser genossen; und frage sie, ob je einer von ihnen irgendwann von einer Krankheit geplagt worden ist bis auf den einen, den Ich dir nicht näher bezeichnen will.

 

Wenn die Menschen bei der ihnen durch den Propheten Moses angezeigten Kost verblieben wären, so hätten bei ihnen die Ärzte mit ihren Arzneien nie etwas zu tun bekommen; aber so haben sie angefangen, gleich den Heiden nach der Weise der Epikureer ihren Leib mit hunderterlei sogenannten Leckerspeisen vollzustopfen und sind dadurch in kurzer Zeit in allerlei Krankheiten verfallen.

 

Fische von guter Art, die sich in reinen Gewässern aufhalten, sind in der Art Zubereitung, in welcher wir sie genossen haben, die allergesündeste Kost für den menschlichen Leib.

 

Wo aber derlei Fische nicht zu haben sind, da ist das Weizen- und Gerstenbrot an und für sich die gesündeste Nahrung des Menschen, so wie auch die Milch von gesunden Kühen, Ziegen und Schafen. Unter den Hülsenfrüchten nehmen die Linsen den ersten Rang ein, wie auch zur Bereitung des Muses (Brei) der große persische Maisweizen. Fleisch ist nur von einigen Hühnern und Tauben, dann vom gesunden und reinen Rind, so wie auch von Ziegen und Schafen im vollkommen blutlosen Zustande, entweder gebraten oder gekocht, als Speise zu genießen; das gebratene aber ist dem gekochten vorzuziehen.

 

Das Blut der Tiere aber soll von niemandem genossen werden.

 

Das jetzt von Mir dir Vorgesagte (Aufgezählte) ist und bleibt für den Menschen die einfachste, reinste und gesündeste Kost; alles andere – besonders im Übermaß genossen – ist für den Menschen schädlich, besonders wenn es zuvor nicht jene Zurichtung bekommt, durch die das Bösnaturgeistartige völlig ausgeschieden wird.“

 

Hier fragte Mich der Oberstadtrichter: „O Herr und Meister, was ist es denn mit den vielen überaus wohlschmeckenden Obst- und Wurzelgattungen für ein Fall?“

 

Sagte Ich: „Das genießbare Obst muss erstens vollkommen reif sein. In solchem Zustand kann man es dann auch mäßig genießen; es ist aber dennoch im gekochten, gebratenen oder gedörrten Zustande gesünder als in seinem rohen, weil durch das Sieden, Braten und Dörren die schlechten und noch ungegorenen Naturlebensgeister hinausgeschafft werden. Und dasselbe ist auch mit den Wurzeln der Fall.

 

Du kennst das Obst und die Wurzeln, die für den Menschen zum Genuss geeignet sind; die hungrigen und freßgierigen Menschen aber begnügen sich nicht mit dem, sondern erfinden in einem fort noch eine große Menge Nährmittel, sowohl aus dem Pflanzen- als auch aus dem Tierreich, und die Folge davon sind die stets mehr und mehr zunehmenden, verschiedenartigsten Leibeskrankheiten.“ (10.GEJ 210,1-11)

 

Also sind die sogenannten Kartoffeln jeglicher Art besonders für Kinder und Säugeweiber wie auch für schwangere Weiber mehr wie schlecht, und noch schlechter der Kaffee! Aber die Blindheit sieht nichts und genießt beides des Wohlgeschmacks wegen mit großer Gier; die Kinder aber werden dadurch elend dem Leibe nach, und am Ende Weiber und Männer. Aber das macht dem Blinden nichts; er isst ja auch viel ärgere Gifte, – warum soll er diese zwei leichteren Giftsorten nicht essen?!“ (1.GEJ 242,13)

 

Würdet ihr ganz einfach und naturgemäß leben und die Früchte der Erde so essen, wie Ich sie für euch zubereitet habe, bis auf einige wenige, die nur weicher gekocht werden könnten am Feuer – so wäre eure Sprache um vier Worte ärmer, nämlich sie wüsste von keinem Arzt etwas, noch weniger von einer Medizin oder Apotheke. Und um diese drei Worte wüsste sie darum nicht, weil ihr eigentlich das erste Wort, Krankheit, fremd bliebe. So aber habt ihr kunstreiche Köche; dann sogleich die Ärzte, dann die Apotheker mit ihrer noch kunstreicheren Küche (Apotheke). Und dann aus dieser ganz vollkommen diejenige Speise (Medizin), durch welche die Krankheit in dem Körper eines Patienten zum bleibenden Gaste wird.“ (Sa. 47,9)

 

Wer da ist ein Schwelger, der wird versucht durch gute Bissen. Solange ihm aber diese überaus gut schmecken und er stets einen starken Appetit nach ihnen hat, wird es mit ihm auf keinen Fall besser. – Er muss freiwillig sein Kreuz nehmen, welches besteht aus tüchtigem Fasten, und muss unter diesem für ihn sehr schweren Kreuze aus Liebe zu Mir eine gänzliche Abneigung gegen die guten und wohlschmeckenden Bissen bekommen, wenn es mit ihm besser werden soll.“ (2.Hi. Seite 221,5)


Die Heilfasten- oder Saftfastenkur ist eine natürliche Heilweise, durch die, wenn sie richtig (mit Darmreinigung) durchgeführt wird, manche Krankheiten geheilt werden können. Jesus erklärt uns nachfolgend, wie die Heilung beim Fasten vor sich geht:


Sehet, die Alten, wenn sie schwach geworden sind durch eine eingerissene Sünde, so fasteten sie und taten Buße, das heißt, durchs Fasten gelangten sie wieder zur freien Tätigkeit des leiblichen Organismus und durch die mit demselben verbundene Buße im Glauben richteten sie ihren Geist wieder auf und wurden dann wieder Menschen kräftigen Leibes und lebendigen Geistes.

 

Ihr werdet fragen: Wieso denn? Wie ging das zu? - Da sage Ich euch, und es wird die Antwort nicht schwer werden: Der Magen ist ein natürlicher Handlanger zur Erzeugung nährender Säfte im Leibe. Wenn aber irgend fremdartige Teile sich im Organismus befinden, so werden diese beständig in irgendeinem organischen Engpasse festgehalten. So dann der Magen mit allerlei unnützer Speise angestopft wird und derselbe dadurch die Säfte mehrt und drängt, so werden die fremdartigen Teile, statt von ihrem Engpasse zurücktreten zu können und wieder dahin zu gelangen, von wo sie weiter aus dem Leib befördert werden könnten, durch die unablässige Zudringlichkeit der Säfte an den Ort, da sie sich befinden, auf dem Wege der Assimilation nur potenziert und dadurch stets hartnäckiger werden. - Sehet, wenn nun da statt aller Einimpfung und Medikamente die gerechte Diät oder das Fasten ergriffen und mit diesem ein fester Glaube und volles Vertrauen auf Mein Wort verbunden wird, so dass dadurch auch der Geist als das Prinzip des Lebens gestärkt wird, da fraget euch, ob es mit einem solchen Menschen nicht leiblich und geistig besser werden sollte?

 

Ich sage euch, wenn sein Glaube und Vertrauen danach ist, so mag aus der Verwesung selbst noch ein neues Leben erstehen. Wo aber solche Leibes- und Geistesbuße mangelt, höret, da ist jeder durch Impfung oder Medikamente Kurierte nur ein weidlich Betrogener, denn da haben die Medizinen das Übel nicht aus dem Leibe geschafft, sondern haben es nur eingeschläfert oder verschleiert. Und glaubet es Mir, es wird sicher die Zeit kommen, da dasselbe Übel vielfach potenziert den Schleier durchbrechen und dem Leibe und nicht selten auch dem Geiste den sicheren Tod bringen wird.

 

Sehet, so verhalten sich buchstäblich und wahr die Dinge, wie Ich es euch gesagt habe.“ (HuG Seite 126)


Eine weitere natürliche Heilweise ist das Ableiten der Krankheit z.B. durch das Schwitzen. Jesus sagt:


Auch müsset ihr euch also verhalten wie ein sehr geschickter Arzt, der die Krankheit eines Menschen und ihren Sitz wohl erkannt hat. Was tut er? Seht, da, wo die Krankheit sitzt, tut er nichts und kann oft auch nichts tun! Aber er gibt dem Kranken solche Mittel, die die Krankheit ableiten auf die gesunden Teile des Leibes, von da zum Teil durch den Schweiß und zum Teil durch den Magen und die Gedärme, – und der Kranke wird gesund. Wo die Krankheit als der Feind sich stark hingesetzt hat, da ist mit ihr nichts anzufangen, sondern man zerteile sie durch gute und rechte Mittel, und man wird sie dann leicht in ihrer Schwäche besiegen.“ (6.GEJ 113,5)



7. Die Voraussetzungen für eine Heilung


Wer möchte nicht gesund werden, wenn er krank ist? – Um gesund zu werden, bedarf es nicht nur der Arbeit von anderen an uns, von Ärzten oder Heilpraktikern, die eine Maßnahme an uns unternehmen, z.B. Medikamente, Spritzen, Operationen oder Naturheilmaßnahmen, sondern es braucht auch die Arbeit von uns selbst an uns. Mit dieser Arbeit an uns selbst sind nicht das Einnehmen von Vitaminpillen, Nahrungsergänzungsmitteln, Kräutertees und anderen äußeren Maßnahmen gemeint, obwohl sie auch zur Gesundung beitragen können, sondern die innere Arbeit an unserer Seele.


Viele sind zeitweilig niedergeschlagen, traurig, haben Ängste oder machen sich Sorgen um dieses und jenes. Solch eine Seelenstimmung wirkt sich mit der Zeit negativ auf den Körper aus, der durch sie krank werden kann. Wer bereits eine Krankheit hat, kann ihretwegen niedergeschlagen oder ängstlich sein und sich Sorgen um seine Gesundung machen. Die Angst und Sorge, wenn der Arzt eine schwere Krankheit diagnostiziert hat, ist ein Zeichen dafür, dass die Seele noch stark mit dem Fleische verbunden ist.

 

Eure Furcht und Ängstlichkeit aber sei euch ein sicherer Ansager, ob ihr Mir volltrauet oder nicht; denn jede Furcht und jede Angst ist eine Folge schwachen Glaubens und Vertrauens auf Mich“, sagt Jesus. (3.Hi. Seite 274,11)


Die negative Seelenstimmung der Angst lässt die Krankheit schlecht oder gar nicht heilen oder verschlimmert sie sogar. Wer aber stets fröhlich und zufrieden ist, auch wenn das Leben nicht leicht ist, sich keine Sorgen macht, sondern in allem stets auf Gott vertraut, der bekommt es in seinem Leben weniger mit Krankheiten zu tun.


Auf die Frage, ob einem armen Kranken zu helfen sei oder nicht, antwortete Jesus:


Es kommt zwar die Frage aus einem guten Herzen, aber auch zugleich aus einem schwachen Herzen, da es noch nicht einsieht, dass Ich allzeit helfen kann und will, wenn es dem Menschen frommt zum ewigen Leben!

 

Ich tue das umso eher, wenn Ich durch ein festes Vertrauen von irgendeinem frommen Menschen dazu gewisserart liebegenötigt werde. – Jedoch tuet ihr zuerst das Eure, dann werde Ich schon auch das Meine tun, was da recht sein wird zum ewigen Leben! (1.Hi. Seite 115,1-2)


Wir müssen zuerst das unsere tun, und dazu bedarf es einer ausharrlichen Übung in der Liebe zu Gott. Durch das Vollmaß der Liebe zu Jesus wird unser Glaube erst voll lebendig und stark. Das zu erreichen, dazu dienen die folgenden Übungen. Sie erhöhen die Seelenstimmung und versetzen die Seele in einen geistig glücklichen Zustand. Sie stärken das Herz, denn sie erfüllen die Seele mit der Heilkraft der Liebe Jesu. Jeder Mensch hat von Gott aus die gleichen Chancen, mehr Glauben und Liebe zu erlangen, wenn er die Voraussetzungen erfüllt. Das heißt: Der Mensch muss sich von den Genüssen des Fleisches befreien, darf nicht mehr an den Dingen und Vergnügungen dieser Welt hängen und soll sich nach der Liebe zu Jesus zu sehnen anfangen und aus dieser zur Liebe zum Nächsten. Wenn das geschehen ist, da hat sich die Seele bereits zu einem großen Teil von der Bindung an ihr Fleisch gelöst und den Weg zu ihrer Vergeistigung beschritten, auf dem sie dem göttlichen Geist in ihr gleichartig werden kann. Da darf kein Interesse an irgendetwas mehr vorhanden sein, außer an der Liebe zu Jesus und aus dieser zum Nächsten. Wer diese Liebe noch nicht besitzt, der erforsche sich, an was er noch mehr Liebe hat, als an der Liebe zum himmlischen Vater Jesus, woran es ihm noch fehlt, so wenig Freude daran zu haben, seine Zeit so oft wie möglich in der Stille und im Gebet mit Jesus zu verbringen.


Durch die Heilmeditation erlangt die Seele eine stärkere Kraft, die sie von Jesus erhält, selbst etwas gegen die Krankheit zu unternehmen. Die Selbstheilungskraft der Seele kommt dann in Schwung und sie vermag den Körper nach und nach zu heilen. Je mehr die Seele dem göttlichen Geist in ihr gleich wird, umso eher kann es dann sogar zu Spontanheilungen kommen.

 

Siehe, deine leibliche Krankheit bin Ich“, sagt Jesus, „ja, Ich Selbst bin krank in Dir; ja, liebekrank bin Ich in dir! Und darum bist du selbst schwächlich und kränklich! – Wende aber nun fürder alle deine Liebe von der Welt allein zu Mir, so werde Ich bald gesund und stark werden in dir, und du dann mit Mir und in Mir!

 

Du meinst, es fehle bei dir an der Lunge! – O nein, solches ist irrig – sondern bei dir fehlet es im Herzen… Wenn dein Herz geheilt wird, wirst du auch leiblich gesund sein durch und durch! Denn solches Kranksein ist ja nur deine Prüfung!

 

Aber die Welt, wie sie nun ist und Ich sie dir anfänglich gezeigt habe, wird dir für dein in doppelter Hinsicht krankes Herz keinen heilenden Balsam bieten, sondern allein Ich, so du dich zu Mir kehrest! Denn nur allein in Mir wirst du die vollste, freieste und heiterste Ruhe finden!“ (2.Hi. Seite 7,15-8,18)



8. Wie wir durch Glauben geheilt werden


Die Grundlage allen Heilens ist der feste Glaube an das Gesundwerden. Medikamente sind wirksamer, wenn jemand von ihrer Wirksamkeit überzeugt ist. Es sind Versuche mit Scheinmedikamenten gemacht worden, die genauso gut wirkten, wenn der Patient glaubte, es seien die echten Medikamente, die gegen seine Krankheit wirksam wären. Wenn aber der Patient glaubte, nicht das richtige Medikament erhalten zu haben, während er doch das richtige bekam, so wirkte es weniger gut. Auch der Glaube des Arztes hat Einfluss auf die Wirkung des Medikamentes bei seinem Patienten. Wenn der Arzt glaubte, er gäbe dem Patienten ein Scheinmedikament, während er doch unwissentlich das richtige gab, so blieb die Wirkung mangelhaft. Wenn aber der Arzt glaubte, er gäbe dem Patienten das wirksame Medikament, während er nur ein gleich aussehendes Scheinmedikament verabreichte, so war die Wirkung trotzdem gut. Einschränkend muss gesagt werden, dass diese Aussagen keine gesetzmäßige Gültigkeit haben, dass also bei den Versuchen die Wirkungen nicht bei allen Patienten gleich ausfallen. (IGK Seite 124)


Der beste Glaube ist das Vertrauen auf Jesus Christus.

 

Nicht die Medizin und nicht der Arzt helfen im eigentlichen Sinne allein, sondern hauptsächlich das festere Vertrauen“, sagt Jesus. (3.Hi. Seite 276,9)


Wer da Mein Wort liest und lebt danach und hat einen starken, festen Glauben, dem wird das Wort durch seinen Glauben helfen, wie es in den Evangelien gar oft zu ersehen ist. Fehlt aber der rechte, lebendige Glaube, da wird das `Stehe auf und wandle!` nur von geringer Wirkung sein.

 

Alsonach sind Mein Wort und der lebendige Glaube allezeit das beste Heilmittel auch fürs Fleisch, und es hat keine Apotheke ein besseres. Aber der Schwäche eures Glaubens und der ängstlichen Mattigkeit eures Vertrauens genügt diese reinste Medizin nicht und kann nicht genügen, weil ihr noch zu ängstlich am Leben des Fleisches haltet und werdet nur zu bald überkleinmütig und schwachgläubig, so über dasselbe etwas kommt. Daher verlanget ihr nebst Meinem Worte auch eine Arznei, also entweder Lehm oder das Wasser des Teiches Siloah; ohnedem kann euch nicht geholfen werden.“ (3.Hi. Seite 275,5-6)

 

Ihr schauet und beurteilet nur das Mittel… ob es wohl richtig helfen werde oder nicht.“ (3.Hi. Seite 273,5)

 

Jede Arznei ist schwächer denn Mein Wort. Aber Mein Wort kann und darf da nicht allein wirken, weil euer Glaube noch viel zu schwach ist, was ihr gar leicht aus eurer großen Liebe zu dem irdischen Leben entnehmen könnet.“ (3.Hi. Seite 276,8)

 

Was liegt denn am Mittel? – Ich bin das rechte lebendige Mittel, ohne dieses wirkt keines, mit diesem aber ein jedes!“ (3.Hi. Seite 273,6-7)

 

Ich sage dir, du magst Erde oder Wasser, Öl oder Wein oder Honig oder Balsam oder Kräuter oder Pflaster oder Milch und Brot oder auch Schwefel und andere Mineralien und mineralische Wässer auf deine… (kranke Stelle) legen – hast du zu Mir ein lebendiges Vertrauen, so werden dir alle dienen; hast du aber Furcht und Angst (vor der Krankheit), was da zeigt, dass dein Vertrauen zu Mir kein volles ist, da musst du dir denn auch selbst zuschreiben, dass die Heilung deiner… (Krankheit) sich genau nach euer aller Vertrauen richtet.“ (3.Hi. Seite 273,4)

 

Wollt ihr in Zukunft die Gesundheit eures Leibes erzielen, so müsst ihr nicht so sehr auf ein passendes Mittel, sondern nur darauf sehen, dass euer lebendiges Volltrauen auf Mich es passend mache, dann wird jedes Mittel recht sein, bestehe es, worin es wolle. Ohne diese Manipulation aber wird der beste Balsam ebenso wenig helfen wie das Wasser einer Pfütze!“ (3.Hi. Seite 273,8)

 

Wollt ihr aber einen Arzt, so könnet ihr ihn auch nehmen. Habet aber dabei nicht so sehr auf den Arzt, sondern vielmehr auf Mich allein ein wahres, lebendiges und somit angst- und furchtloses Vertrauen, so werden des Arztes Mittel heilsamst wirken. Habt ihr aber mehr Vertrauen auf den Arzt als auf Mich, so wird er euch wenig oder nichts nützen.“ (3.Hi. Seite 274,10)


Je mehr jemand Jesus liebt, umso stärker ist der Glaube und umso fester ist das Vertrauen zu Ihm. Das unerschütterliche Vertrauen hat niemand mit in die Wiege gelegt bekommen, sondern muss errungen werden. Viele sind von klein auf gewöhnt, nur aufs Äußere, auf das, was man sehen und anfassen kann, ihr Vertrauen zu setzen. Sie sind dazu erzogen worden, ihren Verstand zu gebrauchen, kritisch zu sein und nicht einfach an etwas zu glauben, das nicht bewiesen ist. Diesen fällt es äußerst schwer, ein kindliches Vertrauen zu Jesus zu entwickeln.

 

Wer da blind ist und taub und lahm und gichtbrüchig und stumm und besessen“, sagt Jesus, „der komme zu Mir und glaube, so wird er gewiss die allersicherste Hilfe finden!

 

Aber wohlgemerkt, Ich bin kein kleiner, sondern ein übergroßer Gott. Wer Mich daher erfassen will, der breite seine Arme weit aus, d.h. der muss Mich vollkommen umfassen und nicht nur denken, dass Ich helfen könnte, so Ich wollte. Sondern er muss denken, dass Ich auch allezeit am allermeisten helfen will. – Wenn er solches in sich vereinigen wird, so wird sein Glaube erst recht lebendig.“ (1.Hi. Seite 382,24-25)


Erst das ist der lebendige Glaube, wenn wir nicht nur fest überzeugt sind, dass Jesus helfen könnte, sondern dass Er in dem bestehenden Krankheitsfall auch ganz konkret helfen will.


Eine Glaubensschwester stürzte auf der Treppe. Sie ging nicht zum Arzt, da sie wenig Geld hatte und keiner Krankenkasse beigetreten war. Dadurch wusste sie auch nicht, was am Fuß verletzt war. Sie meinte, dass sie ja nur fest glauben und Jesus bitten brauche, dass Er ihr den Fuß heile, dann käme das wieder in Ordnung. Da sie nach mehreren Monaten noch immer nicht auftreten und nur mit Stöcken gehen konnte, ging sie dann doch zum Arzt. Der röntgte den Fuß und stellte einen falsch zusammengewachsenen Bruch am Fußgelenk fest.


Jesus sagt: „Ob ihr aber als im Geiste vollends Wiedergeborene eines Wunders, als unschädlich für euren Geist, fähig seid, – Ich meine, darüber kann euch schon eure noch sehr schwache und in manchem Stücke sinnliche Natur treulichst belehren.“ (3.Hi. Seite 279,25)


Die schwache und noch oft sinnliche Natur, welche die Menschen noch durchwegs haben, lässt sie nicht den festen Glauben aufbringen, der nötig ist, um von einer schweren Krankheit allein durch den Glauben geheilt zu werden. Solch einen festen Glauben kann nur ein zumindest nahezu geistig Wiedergeborener aufbringen. Um also einen Bruch auf geistige Weise zu richten und zu heilen, dazu gehört mehr Glaube, als ihn ein noch der Welt verhafteter Mensch aufbringen kann. Deswegen gehört ein Bruch oder eine andere schwere Verletzung in die Hand eines Arztes.

 

Bei Mir und bei der Weltkunst sollst du nicht zugleich Hilfe suchen“, sagt Jesus, „denn da kann die Weltkunst nur gerade so viel verderben, wie Ich dir helfe.“ (2.Hi. Seite 292,3)


Das nahm sich eine andere Glaubensschwester zu Herzen, als sie Diabetes bekam. Sie nahm keine Medikamente und lobte, pries und dankte Jesus für seine Hilfe. Das ging eine Zeitlang gut, bis zuerst die Erblindung anfing und dann die Zehen schwarz zu werden begannen. Der Arzt legte ihr nahe, ins Spital zu gehen, was sie auch tat, kam aber mit Jesu Hilfe und der Kunst der Ärzte um eine Amputation herum. Von da an musste sie dann schließlich doch die Medikamente nehmen, bis sie heimgehen durfte.

 

Auf eine rein wunderbare Hilfe von Mir fürs Fleisch“, sagt Jesus, „dürfet ihr alle nicht rechnen, denn dazu gehört entweder ein nagelfestester Glaube, mit dem ihr nahehin Berge versetzen könntet, oder aber die volle Wiedergeburt des Geistes, was aber bei euch weder das eine noch das andere der Fall ist.“ (3.Hi. Seite 278,24)


Wenn weder das eine noch das andere der Fall ist, dann bleibt nichts anderes übrig, als ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen oder in leichten Krankheitsfällen Naturheilanwendungen zu gebrauchen und natürliche Heilmittel zu nehmen. Ein Glaubensfreund, der schon jahrelang sehr hohen Blutdruck hatte und Medikamente dagegen nahm, las die Jesusworte über den Glauben und meinte, dass er doch nur zu glauben brauche, dann könne er auf die Medikamente verzichten. Ich riet ihm davon ab und sagte ihm, dass er den Glauben, der dafür notwendig wäre, nicht aufbringen würde, weil er noch zu sehr an der Welt hänge. Er sah das ein und ließ von seinem Vorhaben ab.

 

So du haben wirst ein festes Herz in Meiner Liebe“, sagt Jesus, „dann wird dich auch sobald jedes Übel des Leibes verlassen. – Daher sollst du aber auch nicht ein geteiltes Vertrauen auf Meine Hilfe setzen, so dich noch manchmal eine kleine Leibesübelkeit befällt. Denn Ich sage es dir, sie wird vergehen, sobald dein Herz fester wird in Meiner Liebe!“ (2.Hi. Seite 100,11)


Auf dem Berge der zweiten Brotvermehrung oder zweiten Volksspeisung war kein Wasser, womit der Durst hätte gestillt werden können. Deshalb traten Petrus und Johannes zu Jesus und sprachen:


Herr, Du bist mehr denn Moses! So Du sprächest zu diesem schönen weißen Felsblock, dass er Wasser gäbe, so würde sicher sogleich das reinste Wasser hervorquellen!“


Da sagte Jesus zu ihnen: „So ihr beide hinreichend Glauben habt, so leget eure Hände auf den Stein und gebietet ihm in Meinem Namen, dass er Wasser gäbe, und es soll an der Stelle, die ihr mit euren Händen angerührt habt, sogleich eine Menge des besten, reinsten und wohlschmeckendsten Wassers geben!“


Da legten die beiden ihre Hände auf den Felsblock. Aber es kam kein Wasser zum Vorschein. Als sie etwa eine Stunde lang ihre Hände auf dem Felsblock gehalten und ihm immer wieder im Namen Jesu geboten hatten, er solle Wasser geben, da bewegte er sich über zehn Schritte von der früheren Stelle; denn dieser Felsblock war vor mehreren tausend Jahren als ein Meteor genau auf die Quelle herabgefallen und hatte sie dadurch verstopft. Da aber nun der Felsblock von der alten Stelle abgehoben ward, so sprudelte dann auch sogleich wieder das Wasser aus der Quelle.


Danach versuchten auch die anderen Jünger, durch Auflegen ihrer Hände, den Felsblock fortzubewegen. Aber diese richteten mit ihm nichts aus. Als aber Petrus und Johannes wieder ihre Hände auf den Felsblock legten, da fing er wieder sogleich an, sich weiterzubewegen. Da fragten die anderen Jünger: Herr, warum können denn wir das nicht zustande bringen?“

 

Da sagte Jesus: „Weil euer Glaube hie und da noch ein wenig wurmstichig ist und der gerechten Kraft ermangelt. Aber Ich sage es euch: So ihr einen rechten Glauben hättet und möchtet nicht zweifeln an dem, was ihr bewirken wollt, wahrlich, ihr könntet auf einen ganzen Berg eure Hände legen und ihm gebieten, und er würde seine Stelle gleich diesem ziemlich schweren Steine verlassen und sich woandershin bewegen. Aber dazu ist euer Glaube noch viel zu schwach!“ (2.GEJ 170,12-17)


Wer allein durch Glauben und Auflegen der Hände im Namen Jesu einen schweren Felsblock fortbewegen kann, der kann auch auf geistige Weise Krankheiten bei sich und andren heilen; ohne dem aber muss ein Arzt zu Rate gezogen und auf äußere Weise die Krankheit geheilt werden.



9. Wie bekommen wir einen starken,

festen Glauben?


Wie bekommen wir einen lebendigen steinfesten Glauben, der Berge versetzen und Krankheiten heilen kann? Jesus sagt:


Das Wissen, Erkennen und das Loben des erkannten göttlichen Willens nützt dir gar nichts; denn es ist das alles ein leerer Beifall alles des großartigen und wunderbaren Geschehens vor deinen Augen…

 

Ich sage dir: Da muss (erstens) ein wahrstes Erkennen, (zweitens) ein von Gott ausgehender fester Wille und (drittens) eine große Fertigkeit in der Anwendung desselben vorhanden sein! Sodann kannst du freilich zu einem oder dem andern Berge sagen: ,Hebe dich und stürze dich ins Meer, da es am allertiefsten ist!‘, – und es wird unfehlbar geschehen, was du gewollt hast!

 

Aber mit dem Erkennen und mit dem festen Wollen allein (also mit den ersten zwei Punkten) ist nichts oder nur sehr wenig ausgerichtet! (Wie bekommt man aber die Fertigkeit?) Die Fertigkeit in der Anwendung des Willens Gottes im eigenen Herzen erlangt man aber einzig durch die Macht der reinen Liebe zu Gott und dadurch zum Nächsten; denn solche allein rechte Liebe schafft in der Seele den lebendigen Glauben und ein unerschütterlich allerfestestes Vertrauen, ohne das auch der Allergeläutertste nichts oder nur wenig vermag.“ (5.GEJ 82,6-8)


Um einen allerfestesten, lebendigen Glauben zu bekommen, mit dem wir nahezu Berge versetzen könnten, brauchen wir die Fertigkeit, unser Herz in die reine Liebe zu Gott versetzen zu können, die alle andere Liebe, zu was es auch sei, ausschließt. Petrus und Johannes waren zu dem damaligen Zeitpunkt dieser Liebe schon nahe und Jesus gab ihnen eine Gelegenheit, sich in der Fertigkeit des göttlichen Willens durch die Liebe zu üben, bis ihr Glaube unerschütterlich würde. Erst als sie sich eine Stunde lang im Glauben geübt hatten, gelang ihnen, was den andern Jüngern noch gar nicht gelang.


Raphael gibt uns im großen Evangelium eine Anleitung, wie wir zum festen lebendigen Glauben gelangen können, der Krankheiten heilen kann. Er sagt:


Ich setze hier den beispielsweisen Fall, du wolltest einem Blinden das Augenlicht wiedergeben durch die Kraft des göttlichen Willens in dir, möchtest aber danebst doch so nur ein wenig am Gelingen zweifeln, so ist das schon überaus gefehlt; denn darauf wird der Blinde nicht zu seinem Augenlichte gelangen. Wenn du dich aber in der Liebe zu Gott allermächtigst erregst, so wird dieses höchste Liebe- und Lebensfeuer nicht nur deine Seele selbst allermächtigst beleben, sondern es wird geistig weit über deine Formsphäre hinausdringen mit einer unwiderstehlichen Allgewalt und wird dort ganz konzentriert wirken, wo dein Gotteswille natürlich mit aller Weisheit und Klugheit etwas ergriffen hat. Wird da dann der Blinde von deinem Gotteswillen ergriffen und sogleich in den Brennpunkt der allmächtigsten Liebe Gottes, deren deine Seele voll ist, gestellt, so muss er ja auch augenblicklich als vollkommen sehend dastehen; denn im höchsten Liebe- und Lebenslichte und -feuer aus Gott muss jeder Tod weichen, auch der eines lichtabgestorbenen Auges, das natürlich ohne Licht so gut tot ist wie der ganze Leib ohne Odem und Pulsschlag. Dadurch ist dann auch die Erweckung eines Verstorbenen augenblicklich ermöglicht; denn wenn der dein Herz erfüllende göttliche Wille und dessen Weisheit einer Wiedererweckung irgendeines Verstorbenen nicht entgegen sind, so brauchst du den Toten nur unter den Brennpunkt deiner Liebe zu Gott dem Herrn zu stellen, und er lebt vollkommen wieder!

 

Das aber braucht für euch Menschen eine starke Mühe und ausharrliche Übung; denn man muss das Herz wohl im höchsten Grade also beugsam machen, auf dass es sich in jedem Augenblicke beliebig ins höchste Vollmaß der Liebe zu Gott stürzen kann. (Das Vollmaß der Liebe zu Gott kann mit den nachfolgend beschriebenen Übungen angestrebt werden.) Kann es das, dann ist der Mensch als Mensch auch vollendet, und es muss da geschehen, was es, aus Gott heraus, will… Natürlich aber kannst du schon gleich uranfänglich zum Vollbesitze des göttlichen Willens in dir nicht gelangen, so du zuvor nicht Gott in dein Herz durch die reine, wahre, alles andere ausscheidende Liebe in aller Fülle aufgenommen hast; denn ist Gott nicht völlig in dir, so kann Er auch nicht völlig in dir wollen.

 

Gott über alles aus allen Lebenskräften lieben aber ist eben nicht so leicht, wie du es dir vorstellst! Dazu gehört vor allem ein nach den Mosaischen Gesetzen vollkommen reiner Lebenswandel. Wo dieser durch allerlei unordentliche Lebensfehler (Sünden) zerstört wurde, da litten notwendig alle die zum Leben erforderlichen Kräfte, die dadurch vermateriesiert (oder verfleischlicht) und somit wie völlig totgemacht wurden.

 

Ein auf solche Weise lebensverkrüppelter Mensch kann dann Gott unmöglich aus allen seinen ordentlichen Lebenskräften über alles lieben, weil solche oft schon mehr denn zu zwei Drittel tot sind. Ein solcher Mensch muss dann durch eine oft mehrere Jahre lange allereifrigste Selbstverleugnung aller seiner alten Leidenschaften und Gewohnheiten die erstorbenen Lebenskräfte in sich neu beleben und so erst nach und nach in die höchst möglichste Liebe zu Gott übergehen, was natürlich für einen schon sehr verweltlichten Menschen keine leichte Aufgabe ist!“ (5.GEJ 83,1-5)



10. Heilung durch Bitten


Wir dürfen um Heilung bitten. Wir gehen in einen Raum, wo wir ungestört sind. Wir lassen uns an einen bequemen Platz nieder und schließen die Augen. Bevor wir die Bitte in Gedanken aussprechen, machen wir uns für ca. drei Sekunden gedankenleer (wer will, auch für ein paar Sekunden länger, denn je länger, desto besser). Diese kurze Zeit der Gedankenleere, ist nicht schwer und kann von allen leicht ausgeführt werden. Diese Gedankenleere füllen wir mit Gefühl aus, indem wir gleichzeitig mit dem Anfang der Gedankenleere alle unsere Herzensgefühle der Liebe auf Jesus richten. Wie machen wir das? – Wir stellen uns vor, wir würden unser Kind, nachdem es mit der Schule in den Ferien weilte, wieder in Empfang nehmen. Es läuft auf uns zu, wir fangen es mit den Armen auf und drücken es an uns. Dabei werden Freude- und Liebegefühle im Herzen frei, die auf unser Kind ausstrahlen. Genauso machen wir es mit Jesus: Wir strahlen Freude- und Liebegefühle nach Ihm aus.


Diese Gedankenleere mit dem Gefühl der Liebe zu Jesus ist wichtig, denn das ist die Zeit, in der wir die Liebe zu Jesus in uns anregen und mehr und mehr zu eigen machen. In dieser Zeit nimmt unser Wesen mehr Geistigkeit an, das höhere Ich oder der Geist in uns kann wachsen und die Seele kräftigen. Am Ende der Gedankenleere mit den Gefühlen der Liebe sprechen wir in Gedanken, in aller Liebe, den Namen „Jesus“ aus.


Denn: „Jesus ist etwas so ungeheuer Großes“, sagt der Evangelist Johannes, „dass, so dieser Name ausgesprochen wird, die ganze Unendlichkeit von zu großer Ehrfurcht erbebt… Jesus ist der wahrhaftige, allereigentlichste, wesenhafte Gott als Mensch, aus dem erst alle Gottheit, welche die Unendlichkeit erfüllt, als der Geist Seiner unendlichen Macht, Kraft und Gewalt gleich den Strahlen aus der Sonne hervorgeht. – Jesus ist demnach der Inbegriff der gänzlichen Fülle der Gottheit oder: In Jesu wohnt die Gottheit in Ihrer allerunendlichsten Fülle wahrhaft körperlich wesenhaft; darum denn auch allezeit die ganze göttliche Unendlichkeit angeregt wird, so dieser unendlich heiligst erhabene Name ausgesprochen wird!“ (2.GS 13,2)


Indem wir den Namen „Jesus“ in Gedanken in aller Liebe unseres Herzens aussprechen, erfüllt die Kraft Seiner Liebe unsere Seele und den Leib. Das wird nicht sofort empfunden, aber wer in der Übung ausharrt und nicht nachlässt, der wird die Kraft mit der Zeit stärker spüren, wenn wir Ihn in Liebe mit Seinem Namen ansprechen.


Nach dem Namen „Jesus“ richten wir in Gedanken die folgende Bitte an Ihn: „Sende die Heilkraft Deiner Liebe in meine Seele und mache sie heil.“ Dabei stellen wir uns vor, dass von Jesus ein Lichtstrahl Seiner Liebe ausgeht und unsere Seele ganz erfüllt. Das spüren wir dann mit der Zeit deutlich. Diese Bitte wird im Geiste festgehalten. Die Bitte darf nicht heruntergeleiert werden, sondern wir stellen uns vor, Jesus stände direkt vor uns und wir würden Ihm die Bitte vortragen. Die Bitte sollte im Geiste eines bräutlich-liebenden Verhältnisses vor Jesus gebracht werden, bei dem die Braut voll überzeugt ist, dass der Bräutigam ihr die Bitte erfüllt. Die Freude- und Liebegefühle zu Jesus sind der wirksame Teil der Bitte, weshalb nur die Bitten, die in der Liebe unseres Herzens zu Jesus Ihm vertrauensvoll vorgetragen werden, eine Wirkung zustande bringen. Dann ist aber auch die Wirkung kräftig. Die Gefahr des Herunterleierns besteht immer wieder und wenn wir merken, dass wir zwar in Gedanken die Bitte denken, aber mit dem Geist abwesend sind, so sollten wir unseren Geist wieder konzentriert in aller Liebe auf Jesus richten und mit dem Bitten fortfahren.


Anschließend ergänzen wir die Bitte, die lautet: „Jesus, sende die Heilkraft Deiner Liebe in meinen Leib und mache ihn heil.“ Ist bei jemandem ein Körperteil oder ein Organ erkrankt, so kann der Name des Organs oder Körperteils in die Bitte eingesetzt werden, wie z.B.: „Jesus, sende die Heilkraft Deiner Liebe in mein Herz und mache es heil.“ Oder: „Jesus, sende die Heilkraft Deiner Liebe in meinen Rücken und heile ihn von den Schmerzen.“ Wir können auch alles zusammenfassen und bitten: „Jesus, sende die Heilkraft Deiner Liebe in mein ganzes Wesen und mache es heil.“ Dabei stellen wir uns wieder vor, dass von Jesus ein Lichtstrahl ausgeht und das Organ, den Körperteil oder unser ganzes Wesen erfüllt.


Wer niedergeschlagen oder traurig ist, der trage Jesus die Bitte vor: „Jesus, sende die Heilkraft Deiner Liebe in meine Seele und mache mich fröhlich.“ Nach und nach wird sich seine Seelenstimmung aufhellen und er wird fröhlicher werden.


Wer seine Zigaretten-, Alkohol-, Kaffee-, Medikamenten-, oder Drogensucht oder sonst irgendeine Sucht nicht überwinden kann, spreche z.B. folgende Bitte aus: „Jesus, sende die Heilkraft Deiner Liebe in meine Seele und befreie mich von dem Verlangen nach Zigaretten.“ Auch hierbei stellt sich der Bittende vor, dass ein Lichtstrahl von Jesus ausgeht, der sein ganzes Wesen durchdringt und die Zigarettensucht (oder eine andere Sucht) aus ihn hinaustreibt.


Wer Jesus mehr lieben möchte, der bitte Jesus um mehr Liebe. Die Liebe ist das eigentliche Heilmittel für Seele und Leib. In der Liebe erlangen wir Glückseligkeit, wodurch wir mit der Zeit auch körperlich geheilt werden. Johannes sagt:


Ergreifet unseren allerliebevollsten Herrn und Vater in Jesu Christo so recht kernfest in eurem Herzen, und ihr werdet euch sodann bald überzeugen, was alles die Liebe zu Gott vermag. Fürwahr, ich sage nicht zuviel: Wenn ihr Liebe hättet im Vollmaße, so hättet ihr auch den mächtigen, lebendigen Glauben; und mit solcher Liebe und solchem Glaubenslichte aus ihr könntet ihr Sterne vom Firmamente herabreißen!“ (2.GS 49,21-22)


Die Bitte um mehr Liebe wollen wir mit dem Wort „Vater“ erweitern, denn Johannes sagt:


Die Liebe zum Herrn erfüllt und sättigt mit großer Freudigkeit und genügender lebendiger Speise fortwährend Geist, Herz und Leib des Menschen. Daher brauchet ihr nur in eurem Herzen „Vater“ zu rufen, und ihr habt genug getan! Und der Vater wird euer Herz allezeit, insoweit es nottut, sättigen und kräftigen mit Seiner Liebe.“ (2.GS 50,17)


Die Bitte um die Liebe zu Ihm ist die allerbeste Bitte und lautet: „Jesus, mein Vater, komme zu mir und fülle mein Herz mit Deiner Liebe.“ (Wer will kann noch hinzusetzen: „und mache mich gesund an Seele und Leib.“)


Wenn wir abends zu Bett gehen, so sollten wir nicht über die Ereignisse des Tages nachdenken, noch irgendwelche Probleme wälzen, sondern bis zum Einschlafen die Bitte um mehr Liebe durchführen. Das ist besonders wichtig, denn dann werden wir während des Schlafens mit geistiger Kraft erfüllt und wachen morgens gestärkt auf. Auch nach dem Aufwachen ist es gut, gleich mit der Bitte um mehr Liebe bis zum Aufstehen fortzufahren. Dies sollte uns so zur festen Gewohnheit werden, wie die Essenszeiten oder das Zähneputzen.


In diesen Texten der Bitten steckt eine starke Kraft, doch kann der Text je nach Bedürfnis angepasst werden. Menschen mit wenig Zeit, und natürlich auch alle anderen, können sich den Zeitpunkt und die Länge der Zeit für diese Bitten nach ihrem Belieben einrichten.



11. Die Heilmeditation


Das Bindeglied zwischen dem materiellen Leib und der substanziellen Seele ist der Nervengeist oder Ätherkörper. Das Lebensfluidum oder die ätherische Lebenskraft (indisch: Prana) muss im Nervengeist, wie das Blut im materiellen Leib, ohne Blockaden frei zirkulieren können, damit der Körper gesund bleiben kann. Wenn unser physischer Körper unter Störungen und Krankheiten leidet, so liegt eine Blockade oder eine Verfestigung der ätherischen Lebenskraft vor, welche entweder durch unser falsches Denken und Fühlen auf Reaktionen von negativen Einwirkungen anderer Menschen, die bis in die Kindheit zurückreichen können, entstanden sind oder die von außen als schädliche Einflüsse durch Mund, Nase oder Haut in unseren Körper gelangten.


Wir haben die Möglichkeit, auf unsere Krankheiten einen heilenden Einfluss zu nehmen. Dazu sollten wir Willens sein, immer mehr die natürlichen und geistigen Gesetze der göttlichen Ordnung einzuhalten. Wir sollten unsere Seele soweit schulen, dass sie nie mehr in Ärger, Wut, Hass, Fluchen, Beleidigungen, Drohungen, Angst, Traurigkeit, Stolz und Neid verfällt, und an die Stelle von Rachsucht sollte vollste Vergebung unser Herz erfüllen. In einer stillen Meditation können wir in einem Lebensrückblick alle Untugenden, die wir jemandem zugefügt oder erlitten hatten, in Liebe und Vergebung umwandeln, so dass sich schon manche Blockaden im Nervengeist und durch sie auch Krankheiten auflösen können. Zur Heilung unserer Krankheiten sollten aber auch, falls notwendig, ärztliche Maßnahmen oder Maßnahmen aus der Naturheilkunde nicht unterlassen werden.


Der himmlische Vater lässt uns die Folgen unseres gottwidrigen Denkens, Fühlens und Handelns erleben, wie Krankheit, Unglück, Leid und Not, damit wir die Verstöße gegen Seine göttliche Ordnung erkennen und zu ihr zurückfinden. Er könnte zwar jede Krankheit des materiellen Leibes in einem Augenblick heilen, benutzt sie aber als Erziehungsmaßnahmen. Unsere Seelenkrankheiten kann Er nicht in einem Augenblick heilen, denn sonst würden wir den freien Willen verlieren und wir glichen einer automatischen Maschine. Die Heilung der Seele geschieht durch des himmlischen Vaters Erziehungsmaßnahmen und durch unser Handeln nach Seinem Wort.


Gottes Geist, Seine Liebe, erfüllt den ganzen unendlichen Raum. Jesus ließ Robert Blum über die materielle und geistige Schöpfung hinaus in den unendlich weiten Raum blicken und fragte ihn, was er sehe. Sagte er ganz zerknirscht: „Herr und Vater! Ich sehe Licht und Licht, soweit das Auge reicht!“ Sagte Jesus: „Das ist alles Mein Geist, Meine Macht, Meine Liebe!“ (2.RB 303,5-6)


Gottes Geist, Seine Liebe, durchdringt alle Materie und ist auch dort, wo wir uns jetzt gerade aufhalten. Wollen wir die Heilung unseres Geistes, unserer Seele und unseres materiellen Leibes unterstützen, so können wir uns diesen Liebelichtstrahlen täglich in einer stillen Stunde aussetzen. Jesus wirft uns Seinen heilenden Balsam nicht nach, aber wir dürfen ihn uns erbitten und fest an die Heilkraft glauben.



12. Die Durchführung der Heilmeditation


Die Heilmeditation ist nicht schwer und doch äußerst wirksam und kann von allen leicht durchgeführt werden. Wer sich zu einer Heilmeditation entschließt, gehe dabei folgendermaßen vor:


Wir gehen in einen Raum, in dem wir allein sind und uns ungestört aufhalten können. Den Raum vorher gut lüften und ein paarmal tief mit Bauchatmung frische Luft einatmen, reichert den Nervengeist oder Ätherkörper mit mehr Ätherenergie an, die hier auf der Erde an den Sauerstoff gebunden ist. Wir lassen uns an einem bequemen Platz nieder und schließen die Augen. Nun richten wir die Aufmerksamkeit auf unseren Körper und entspannen ihn bewusst von Kopf bis Fuß. Dann kontrollieren wir nacheinander alle Teile unseres Körpers, ob sie entspannt sind.


Wenn wir ganz entspannt sind, lassen wir unsere Gedanken nach und nach ausklingen. Dabei beobachten wir, welche Gedanken uns jetzt noch wichtig sind. Daraufhin nehme wir uns vor, über das Thema, das uns gerade beschäftigt, später wieder nachzudenken und betrachten jetzt nur noch die Heilmeditation als wichtig.


Nun bitten wir Jesus um Führung und Schutz in der Meditation. Dann programmieren wir die Zellen unseres Leibes: Wir geben die Anweisung an alle unsere Zellen, dass sie sich während der Heilmeditation öffnen und alle Schadstoffe ausscheiden. Unser Lymphsystem weisen wir an, dass es die Schadstoffe zu den Ausscheidungsorganen weiterleitet, damit sie von ihnen aus dem Körper ausgeschieden werden können.


Mit unserer Vorstellungskraft stellen wir uns nun die Anwesenheit des himmlischen Vaters in Jesus vor und fühlen uns in der Liebe unseres Herzens mit Ihm verbunden. Wir bitten den himmlischen Vater Jesus, dass Er die Lichtstrahlen Seiner Liebe unser ganzes Wesen durchdringen lässt, damit es auf allen Ebenen – des Leibes, der Seele und des Geistes – Heilung erfährt.


Mit unserer Gedankenkraft stellen wir uns vor, wie die Liebelichtstrahlen von Jesus ausstrahlen und eine Lichtkugel um unseren Körper formen, die uns ganz einhüllt. In ihr fühlen wir uns geborgen und beschützt. Wir schauen mit unserem Vorstellungsvermögen, wie unser Leib, unsere Seele und unser Geist von den Liebelichtstrahlen aus Jesus ganz durchlichtet werden.


Jetzt schauen wir mit unserem geistigen Auge, wie die Liebelichtstrahlen, die von Jesus ausstrahlen, durch den Scheitel in unseren Kopf hineinströmen. Wir stellen uns vor, wie die Lichtstrahlen Seiner Liebe weiter durch unseren Hals dringen, den Brustraum durchfluten und von dort aus zu beiden Seiten bis in die Arme, Hände und Finger ausstrahlen. Vom Brustraum aus durchdringen die Liebelichtstrahlen den Unterleib und noch weiter die Beine, Füße und Zehen.


Wir können uns den Liebelichtstrahlen so lange aussetzen, wie wir wollen, indem wir uns vorstellen, wie die Lichtstrahlen Seiner Liebe ständig von Jesus ausgehen und in unser ganzes Wesen strömen. Mit unserer Vorstellungskraft spüren wir, wie die Liebelichtenergie wie ein warmer Regen unser ganzes Wesen durchrieselt, was wir mit der Zeit wie ein feines Prickeln wahrnehmen. Wir stellen uns vor, wie die Liebelichtstrahlen in unserem Leib den Blutkreislauf anregen und wie das Blut alle Bereiche unseres Leibes durchströmt. In unserem Geiste schauen wir, wie die Liebelichtstrahlen alle Zellen unseres Leibes mit hell-leuchtendem Licht auffüllen und stellen uns vor, wie sie die Zirkulation der ätherischen Lebenskraft in allen großen und kleinen Energiezentren (die den Organen des materiellen Leibes entsprechen) unseres Nervengeistes oder Ätherkörpers anregen. Dann wünschen wir uns von ganzem Herzen, dass sämtliche Teile und Organe unseres Leibes Gesundheit und vollkommenes Wohlbefinden erlangen.


Während der ganzen Meditation halten wir die Liebe zum himmlischen Vater Jesus in unserem Herzen aufrecht. Wir beenden die Heilmeditation, indem wir zu unserem Tagesbewusstsein zurückkehren.


Variante 1


Wer die Heilmeditation intensiver durchführen möchte, der kann sich auch die einzelnen Teile seines Körpers konzentrierter vornehmen. Wir setzen uns in einen Relaxsessel, stellen die Lehne zurück und legen die Beine hoch, oder wir legen uns auf eine flache Unterlage auf den Rücken, ohne die Beine übereinander zu schlagen und legen die Arme neben den Körper. Die Einleitung führen wir wie vorher durch und stellen uns wieder mit unserer Gedankenkraft die von Jesus ausgehenden Liebelichtstrahlen vor. Mit unserer Vorstellungskraft formen wir wieder eine Lichtkugel, die uns einhüllt und in der wir uns geborgen und beschützt fühlen.


Jetzt leiten wir mit unserer Gedankenkraft die Liebelichtstrahlen von Jesus gleichzeitig eine Zeitlang durch unsere Fußsohlen in beide Füße und Zehen. Nun schauen wir mit unserem geistigen Auge, wie das Licht weiter in die Unterschenkel, in die Kniee und in die Oberschenkel strömt. Wir spüren, wie das Licht den Blutkreislauf anregt und wie das Blut die Zehen, Füße und Beine durchströmt.


Wir stellen uns vor, wie das hell-leuchtende Licht die Zirkulation des Lebensfluidums oder der ätherischen Lebenskraft im Nervengeist oder Ätherkörper der Zehen, Füße und Beine anregt. Dann glauben wir ganz fest, dass sämtliche Teile der Zehen, Füße und Beine Gesundheit und vollkommenes Wohlbefinden erlangen.


Auf gleiche Weise leiten wir nun die Liebelichtstrahlen, die weiterhin aus Jesus kommen, durch die Füße und Beine hinauf in den Unterleib bis zum Bauchnabel. Wir spüren, wie der Blutkreislauf im Unterleib angeregt wird und wie das Blut den Unterleib durchströmt. Wir stellen uns vor, wie das hell-leuchtende Licht die Zirkulation des Lebensfluidums im Nervengeist des Unterleibes anregt. Dann glauben wir ganz fest, dass alle Organe des Unterleibes Gesundheit und vollkommenes Wohlbefinden erlangen.


Anschließend gehen wir mit unserer Vorstellungskraft auf gleiche Weise zum Brustkorb und verfahren mit diesem genauso wie mit dem Unterleib.


Vom Brustkorb aus leiten wir das Liebelicht gleichzeitig in beide Arme, Hände und Finger und verfahren wieder wie zuvor.


Dann leiten wir das Liebelicht, welches weiterhin von unten durch die Füße kommt, durch den Brustkorb nach oben in den Halsbereich. Wir verfahren wieder wie vorher.


Jetzt stellen wir uns vor, wie das Liebelicht von Jesus wieder von unten durch den Hals in den Kopf strömt, den Blutkreislauf anregt und das Lebensfluidum zur Zirkulation bringt. Schließlich glauben wir wieder fest an die Gesundheit und das Wohlbefinden im Bereich des Kopfes. Dann kehren wir wieder in unser Tagesbewusstsein zurück.


Variante 2


Wer an einem Organ oder Teil seines Leibes (z.B. an den Augen, am Magen oder in einem Gelenk) eine Krankheit hat oder einen Schmerz verspürt, der leite mit seiner Vorstellungskraft eine Zeitlang gezielt die Liebelichtstrahlen von Jesus zu diesem Organ oder Körperteil.


Die Einleitung beginnt wie vorher. Nun schauen wir in unserem Geiste, wie die Liebelichtstrahlen alle Zellen des Organs oder Körperteils mit hell-leuchtendem Licht auffüllen und spüren, wie die Zirkulation des Blutes angeregt wird und wie das Blut alle Bereiche des Organs oder Körperteils durchströmt. Wir stellen uns vor, wie die Liebelichtstrahlen die Zirkulation des Lebensfluidums in den Energiezentren des Nervengeistes dieses Organs oder Körperteils anregen. Dann glauben wir ganz fest, dass dieses Organ oder dieser Körperteil von den Schadstoffen befreit wird und Gesundheit und Wohlbefinden erlangt. Dann kehren wir wieder in unser Tagesbewusstsein zurück.



13. Nicht nachlassen


Schon nach einiger Zeit des Meditierens können wir die Wirkung der Heilmeditation spüren, wenn wir sie im richtigen Geiste durchgeführt haben, denn dann spüren wir, wie ein kraftvoller Strom unseren Körper durchfließt. Tagsüber erinnern wir uns immer wieder an Jesus, wobei wir bei diesen Gelegenheiten in Liebe an Ihn denken sollten. Die leichten Krankheiten, die sehr von der Seelenstimmung beeinflusst werden, wie Erkältungskrankheiten, Grippe oder Kälteempfinden verschwinden zuerst. Schwerere Krankheiten heilen natürlich nicht so schnell, doch mit Geduld und Beharrlichkeit ist schon mancher mit solchen und ähnlichen Meditationen von seiner unheilbar scheinenden Krankheit geheilt worden.


Mit Sicherheit kommen jedem, spätestens nach einigen Wochen des Meditierens, wenn eine Krankheit immer noch nicht geheilt ist, Gedanken in den Sinn wie: „Es nützt ja doch nichts.“ – Das sind dann schon Zweifel, die den festen Glauben ins Wanken bringen. Da heißt es, unerschütterlich zu Glauben und mit Willenskraft und Ausdauer weiter zu meditieren. Doch sollte nicht vergessen werden, beim Meditieren immer bei der Sache zu sein und nicht die Gedanken schweifen zu lassen. Wer mit seinem Geist ganz woanders ist und somit wie abwesend in alle möglichen Gedanken versunken ist, ohne das Gefühl der Liebe zu Jesus, bei dem kann die Meditation auch keine Wirkung entfalten. Mit der Zeit spüren wir, wie der Glaube immer lebendiger wird und das Vertrauen in Jesus an Stärke gewinnt.


Wenn auch am Anfang mit einer kurzen Heilmeditation begonnen werden kann, so sollte aber doch täglich die Zeit gesteigert werden. Eine Stunde Heilmeditation täglich ist das absolute Minimum, um überhaupt eine Wirkung erzielen zu können. Wer von schwereren Krankheiten geheilt werden und auf dem Weg zur geistigen Wiedergeburt große Schritte machen möchte, bis zum Vollmaß der Liebe zu Jesus, der muss länger als eine Stunde täglich die Heilmeditation durchführen. Der sollte sich täglich bis zu drei Stunden Zeit dafür nehmen. Auf diesem Wege kann, neben der Nächstenliebe und der Demut, die geistige Wiedergeburt erreicht werden, und mit Erreichen der vollen geistigen Wiedergeburt sind alle Krankheiten geheilt. Zum Schluss sollte der Dank an Jesus nicht vergessen werden. Es wäre aber auch gut, täglich unserem Leib zu danken, dass er willig für uns arbeitet. Denn in jedem Atom unseres Leibes sind Naturgeister eingeschlossen, die eine Zeitlang für uns da sind.



14. Der Heilung nicht entgegen handeln


Ein Organ oder Körperteil kann nicht gesund werden, wenn nicht die Ursache der Krankheit beseitigt ist; z.B. kann das Ohr nicht besser hören, wenn nicht der eventuell vorhandene Ohrenschmalzpfropfen beseitigt ist, und das Kniegelenk kann nicht schmerzfrei werden, wenn nicht die Essensfehler, falls sie die Ursache waren, beseitigt sind.


Solange die Seele eines Menschen noch mit dieser oder jener Schwäche behaftet ist, solange kann auch der Leib nicht gesund werden oder sein. Da muss erst die Seele gesund werden, bevor der Leib gesund werden kann. Daher sollte dann der Kranke zu den ärztlichen Heilmethoden greifen und es nicht unterlassen, neben allem Beten und Meditieren, einen Arzt aufzusuchen, wenn Krankheiten vorliegen.


Voraussetzung für die Heilung von manchen Krankheiten ist es, dass wir der Heilung nicht durch verschiedene schlechte Gewohnheiten entgegenhandeln, wodurch sie vielleicht erst verursacht wurden, denn was der Mensch sät, das wird er auch ernten. Was wir in jüngeren Jahren gegen die Ordnung Gottes und der Natur, die auch eine Ordnung aus Gott ist, gehandelt haben, das ernten wir in späteren Jahren an Krankheit und Leid.


Voraussetzung für die Heilung von gewissen Krankheiten ist es also, dass wir auf verschiedene Dinge ganz verzichten oder sie reduzieren. Schon allein durch diese Maßnahmen können manche Krankheiten mit der Zeit von selbst geheilt werden.


Das Essen sollte mäßig und einfach sein und gründlich gekaut werden, denn gut gekaut ist schon halb verdaut. Es sollte möglichst höchstens aus drei verschiedenen Nahrungsmitteln pro Mahlzeit bestehen und diese Speisen sollten nicht ständig gewechselt werden. Dafür sollten sie aber vollwertig sein. Eine heutige Mahlzeit besteht oft aus zehn oder noch mehr verschiedenen Nahrungsmitteln. Wie wir uns nicht mit zehn verschiedenen Aufgaben gleichzeitig beschäftigen können, so können auch unsere Verdauungsorgane nicht zehn verschiedene Nahrungsmittel auf einmal verarbeiten.


Auf Koffein und Nikotin sollte ganz verzichtet werden, denn vom gesunden Blut hängt die Gesundheit des Leibes ab. Wie kann aber Gott unser Blut gesund machen, wenn wir es täglich mit Koffein oder Nikotin vergiften? Da hilft auch Beten nichts, und die Krankheiten, die mit der Zeit daraus entstehen, müssen wir dann eben ertragen. Auch Kartoffeln sollten möglichst vermieden werden.


Alkohol nur in geringen Mengen als Wein mit Wasser vermischt trinken, denn der Alkohol erzeugt eine Unlust, sich in der Liebe zu Jesus zu sammeln.


Auch der Fleischkonsum sollte reduziert werden, denn heutzutage wird fast jeden Tag Fleisch gegessen. Nur die erlaubten Fisch- und Fleischsorten essen, wie sie in der Bibel beschrieben sind (3.Mose 11 und 5.Mose 14). Auf Wurstwaren und Schinken sollte verzichtet werden, da sie praktisch immer Schweinefleisch und chemische Zusätze enthalten.


Alle Esswaren, die weißen oder braunen Zucker enthalten vermeiden und stattdessen mit Honig, Birnendicksaft oder Ahornsirup süßen, denn Zucker, auch brauner Zucker, ist ein Fabrikerzeugnis und deshalb kein vollwertiges Nahrungsmittel.


Möglichst keine in der Fabrik hergestellten Speisen essen, sondern selbst das Essen aus Grundnahrungsmitteln zubereiten. Brot selber backen aus selbstgemahlenem Getreide, wodurch es vollwertig ist und keine Backhilfsstoffe enthält. Nur eine Getreidesorte verwenden. Keinen polierten Reis, sondern Vollreis essen. Wenn es möglich ist, biologische Nahrungsmittel kaufen.


Wer zu Gast geladen ist, der esse, was ihm vorgesetzt wird, aber mäßig, so wird es ihm nicht schaden. Auch wer unterwegs ist, kann das essen, was er bekommen kann.


Jegliche Medikamente und Salben (außer die unbedingt notwendigen) sollten abgesetzt werden, denn sie enthalten Fremdstoffe für unseren Leib.


Auf weltliche Vergnügungen wie z.B. Fernsehen und dergleichen sollte verzichtet und die Zeit besser für die Heilmeditation oder etwas Nützliches verwendet werden.


Schließlich sollten auch jegliche sexuellen Handlungen unterlassen werden, außer zur Kinderzeugung, da sie der Vergeistigung der Seele entgegenwirken, die Seele mit dem Fleisch verbinden und sie somit materiell werden lassen.


Auch der kleine oder große Ärger, Zorn und Wut über das Verhalten unserer Mitmenschen sollte unterlassen werden. Wir müssen so weit kommen, das uns nicht genehme Verhalten unserer Mitmenschen gegen uns, ihnen von vornherein nicht mehr anzurechnen.


Wenn wir im Streit mit jemandem liegen oder gegen jemanden etwas haben, so heißt es zu verzeihen und sich auszusöhnen. Kein Vergeltungsgedanke sollte, wenn uns jemand etwas angetan hat, unser Herz erfüllen.

 

Wer dir das Deinige nimmt, von dem fordere es nicht zurück“, sagt Jesus. „Die größte und am meisten verdienstliche Kunst im Leben aber ist: allen seinen Feinden von Herzen vergeben, denen, die uns Arges wünschen, wollen und auch tun, dagegen wo möglich Gutes erweisen und für die beten und sie segnen, die uns hassen und fluchen.“ (8.GEJ 119,4)


Das scheint alles nicht leicht und einfach zu sein, doch ich denke, dass es doch so manche Jesusfreunde gibt, die schon vieles von der Lehre Jesu in die Tat umgesetzt haben, und so bleiben höchstens noch einige Kleinigkeiten zu überwinden übrig. Wer so weit ist, kann mit der Heilmeditation bereits eine große Wirkung erzielen. Für die Heilmeditation sollten wir uns täglich genügend Zeit nehmen, denn dadurch kommen wir der Erfüllung des Gebotes näher, Gott über alles zu lieben. Sie sollte regelmäßig im richtigen Geiste durchgeführt werden, dann wird sie uns nützen, unsere Seele vergeistigen, unsere seelischen und leiblichen Krankheiten heilen und uns zur Einswerdung mit Jesus führen.



15. Über Kranke beten und ihnen die Hände auflegen


Wenn wir uns gestoßen haben, reiben wir uns unwillkürlich die schmerzende Stelle, wodurch der Schmerz bereits etwas nachlässt. Menschen mit einer starken Ausstrahlung an ihren Händen, lindern bei anderen den Schmerz, wenn sie ihre Hände auf die schmerzende Stelle legen. Mit Jesu Hilfe geht das noch besser.


Wer einen starken Glauben hat und fest glaubt, dass er den leiblich Kranken in Jesu Namen helfen kann und auch unfehlbar sicher helfen wird, der erwecke auch in ihnen den Glauben, (JJ 275,12-13) lege den Kranken in Jesu Namen die Hände auf, so wird es besser mit ihnen werden, wenn es zum Heile ihrer Seelen dienlich ist. (9.GEJ 43,6) Dabei bestehe das im Herzen auszusprechende Gebet in folgenden Worten:

 

Jesus helfe dir! Jesus mache dich gesund! Jesus erhalte dich! – Jesus, Du ewiger Helfer aller Leidenden, Jesus, Du einziger Arzt aller Krankheiten, Jesus, Du ewiger König aller Macht und Kraft, Jesus, Du ewige Liebe und Erbarmung, hilf diesem (oder dieser) leidenden Kranken! – Dein heiliger Wille geschehe! Amen.“ (2.Hi. Seite 12,1)


Jesus erklärt uns, was beim Gebet mit Händeauflegen geschieht:


Aus des Herzens tiefstem Grunde muss solch eine Bestrebung rühren und muss aus der wahren Nächstenliebe ausgehen, dann erfüllt solche Kraft der Liebe die Hände des Handauflegers, und sie dringt dann durch dessen Fingerspitzen und fließt wie ein sanfter Tau in die Nerven des Kranken und heilt den oft stechenden und oft brennenden Schmerz.“ (4.GEJ 40,6)


Haben wir vernommen, dass ein Freund in der Ferne krank darniederliegt, so sollen wir über ihn beten und ihm im Geiste die Hände auflegen, so dass es besser mit ihm werden wird. (9. GEJ 43,8) Wir halten die Hände nach dem Orte hin, wo sich der Kranke befindet (2.Hi. Seite 12,2) und sprechen im Herzen die folgenden wenigen Worte:


Jesus, der Herr, wolle dir helfen! Er stärke dich, Er heile dich durch Seine Gnade, Liebe und Erbarmung!“ (9. GEJ 43,9)

 

So ihr das voll Glauben und Vertrauen zu Mir“, sagt Jesus, „über einen noch so ferne von euch sich irgendwo befindenden kranken Freund – oder Freundin – aussprechen und dabei über ihn im Geiste eure Hände halten werdet, so wird es mit ihm zur Stunde besser werden, wenn das zu seinem Seelenheile dienlich ist.“ (9. GEJ 43,9)

 

Es versteht sich aber auch da von selbst, dass ihr dabei allzeit saget im Herzen: Herr, nicht mein, sondern nur Dein Wille geschehe! Denn ihr könnet es nicht wissen, ob und wann das Besserwerden des Leibes einer Seele zum Heile dienlich ist, und ein ewiges Leben auf dieser Erde im Leibe ist keinem Menschen beschieden! Daher kann das Händeauflegen auch nicht allzeit und jedem Menschen von seinen Leibesübeln Befreiung verschaffen. Aber ihr werdet dennoch keine Sünde dadurch begehen, so ihr jedem Kranken die euch angezeigte Liebe erweiset; den Helfer werde schon Ich machen, so es zum Seelenheile des Menschen dienlich ist, – was Ich allein nur wissen kann.“ (9. GEJ 43,7)


(Mit Genehmigung des Verfassers 9/21)

 

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Quellenverzeichnis


GEJ   Das große Evangelium Johannes, Jakob Lorber, 10 Bände, 1981

HG     Die Haushaltung Gottes, Jakob Lorber, 3 Bände, 1981

Hi.      Himmelsgaben, Jakob Lorber, 3 Bände, 1935, 1936, 1993

HS     Die Heilkraft des Sonnenlichts, Jakob Lorber, 1996

GS     Die Geistige Sonne, Jakob Lorber, 2 Bände, 1955/1956

HuG   Heilung und Gesundheitspflege, 1980

Sa.     Der Saturn, Jakob Lorber, 1934

Lorber Verlag, 74308 Bietigheim/Württ.

IGK    Ihr geistiges Kapital, Dr. med. U. E. Hasler, 1975, Ariston Verlag, Genf