„Also muss auch dein Herz und der Glaube im Herzen zu einem Felsen werden; sonst findet Meine Kraft in dir keinen so festen Stützpunkt, dass sie, sich an ihn stemmend, nach deinem und Meinem Wunsche vollkommen wirksam äußern könnte.“

 


Glauben und Gottvertrauen


1. Freies, freudiges Gottvertrauen
2. Handle frei – mit Gottvertrauen – der Liebe gemäß
3. Mit Geduld und Vertrauen durch Nacht zum Tag


1. Freies, freudiges Gottvertrauen

Höre du, Mein lieber Ans. H.-W., also spricht der Herr, dein Gott und dein Vater:

Warum bist du nun gar so ängstlich und hast eine ärgerliche Furcht vor deiner angeschwiegerten Welt, als hänge von ihr allein das Heil deines Hauses ab? – Was bin den hernach Ich, der Herr über das Leben deines Weibes, aller deiner Kinder, über dein und deiner Schwiegerschaft Leben und Vermögen?!

Hast du Mich lieb und hast du Mich aufgenommen, wer soll dir da schaden können? Wen willst oder magst du noch fürchten an Meiner Seite?! – Ich rede zu dir durch Meinen Knecht (Jakob Lorber) und rede zu dir durch das Mädchen, dem du deine Hände auflegst.*) Ja, Ich gehe in deinem Hause beinahe sichtbar aus und ein! Ich poche auch an dein Herz, Ich stärke dich mit Meiner Hand, Ich vergebe dir und habe dir schon lange vergeben deine Sünden und deines Fleisches Schwächen! Aber das genügt dir noch nicht; noch bist du voll heimlicher Furcht, voll Ängstlichkeit, voll Kleinmut, und Ich sage es dir, auch voll Kleingläubigkeit!
*) Siehe linke Randspalte unter „Gebet / Meditation / Gesundheit (2)“, Thema „Heilung durch Gebet Teil 2“, Handauflegen

Siehe, das ist nicht recht! Du leidest dabei am meisten, weil du noch immer nicht vertrauensvollen, freien Gemütes zu Mir im Ernste sagen kannst: `Herr, Vater! Dein Wille geschehe!`

Du musst dich über alles das erheben, in dem Kreuz enthaltenden Erscheinungen in deinem Hause musst du Meinen Willen erkennen, der dich aufrichten und von allem geistigen Übel erlösen will, nicht aber etwa erdrücken und zugrunde richten! Dann wirst du freien und leichten Gemütes einhergehen und wirst dich unter allen Erscheinungen des Daseins erfreuen, weil du aus und in ihnen den besten Willen deines Erlösers, deines Gottes, deines Vaters erkennen und ersehen wirst.

Du musst Mir zuliebe alles verlassen können! So Ich dir auch alles nähme: Weib, Kinder und Vermögen – so musst du noch mit Hiob sagen: `Herr, Du hast es mir gegeben, Du kannst auch alles wieder nehmen! Dein Wille allein ist heilig!` – Wenn du also in dir reden wirst, da werde auch Ich zu dir um so wirksamer sagen:

Bruder, weil du Mich mehr liebst als dein Weib, deine Kinder und viel mehr als ein irdisches, nur zu vergängliches Vermögen, so will Ich dir aber auch alles vielfach wiedergeben, was deinem Herzen nach Mir noch irgend teuer ist! Denn Ich allein bin ja nur der Besitzer der Unendlichkeit, Mir allein gehört alles. Ich allein kann geben und nehmen und das Genommene hundertfach wiedergeben.

Ich sehe eure Gebrechen und wähle die tauglichsten Mittel, euch zu helfen, zuerst geistig und dann auch leiblich, so das Geistige geordnet ist. So du aber das weißt, wie kannst du denn ängstlich sein?!

Ich sage dir, du bist nicht wegen der Wissenschaft ängstlich, sondern nur wie einst Meine Jünger am Meere, als ein Sturm dessen Wogen stark an das Schiff trieb. Sie wussten wohl, dass Ich sie erretten könne, so Ich wach wäre. Aber weil Ich gewisserart schlief, da wurden sie aus ihrem Kleinglauben heraus voll Angst und schrien: `Herr, wache auf und hilf uns, sonst gehen wir zugrunde!` – Sage, war dieser Angstruf nicht ein eitel dummer? – Denn wer kann sich fürchten an der Seite des allmächtigen Schöpfers der Unendlichkeit, so irgendein Stürmchen weht, das vom selben Schöpfer ausgeht, der das Meer erschaffen hat?! – Siehe, das kann nur ein Kleingläubiger tun! – Und so bist auch du kleingläubig und daher ängstlich!

Dir fehlt es nicht an der gegründetsten und durch viele Erfahrungen gefesteten Wissenschaft. Aber am wahren, festen Großglauben fehlt es dir! Und darum hast du noch immer eine starke Furcht vor der Welt – weil du den irdischen Unterhalt viel mehr in den Händen der Welt als in den Meinigen der Wahrheit nach wähnst und erwartest.

Glaube es Mir, Ich kann und will dich und deine Kinder auch dann erhalten, so dir alle deine Habe genommen würde, und kann dir auch irdisch eine zehnfach größere bereiten und geben. Aber du musst fester sein in deinem Herzen, als du bis jetzt es warst! Du musst dich nicht fortwährend mit der Schwäche deiner Natur entschuldigen! Denn deine Natur ist viel stärker, als du es glaubst.

Am schwächsten ist bei dir nur die Seele, weil sie noch mehr an der Welt als an Mir hänget! – Klammere dich aber in der Zukunft nur recht fest an Mich an, dann wirst du gleich sehen, ob deine Natur schwach oder stark ist.

Ich sage dir: Sei froh und heiter, denn Ich bin bei dir! Iss und trinke (aber einen echten Wein, natürlich mäßig, mit Wasser)! Denn von Mir hängt es ab, ob dir Speise und Trank dienen oder nicht.

Ich sage dir, du magst fasten und seufzen und trauern, so werde Ich dir darum dennoch nicht helfen. – Aber durch den Vollglauben und durch deine wahre Liebe zu Mir und daraus zu deinen Brüdern werde Ich dir allezeit helfen!

Wenn du voll Angst und Kleinmut sprichst: `Herr, Dein Wille geschehe!` – so gilt das bei Mir nichts. Aber so du das mit freiem und freudigem Herzen sprichst, da wirst du allezeit Hilfe finden. Denn nur in einem in Meinem Namen freien und freudigen Herzen wohne Ich kräftig; in einem bedrückten, seufzenden und ängstlichen aber ebenfalls bedrückt, seufzend und ohnmächtig.

Oder kann ein Baumeister auf einem zu weichen, feuchten und sandigen Boden ein kräftiges und starkes Haus erbauen? Ich meine, ein Felsgrund wird dazu wohl tauglicher sein.

Also muss auch dein Herz und der Glaube im Herzen zu einem Felsen werden; sonst findet Meine Kraft in dir keinen so festen Stützpunkt, dass sie, sich an ihn stemmend, nach deinem und Meinem Wunsche vollkommen wirksam äußern könnte.

Sei also mutig und freien, freudigen Herzens und glaube wahrhaft ohne Scheu vor der Welt, dass Ich dir und deinem Weibe nicht nur helfen kann, sondern auch helfen will und werde – so wird es auch geschehen, wie du glaubst und in Meinem Namen willst. Aber mit einem ängstlichen und dadurch kleingläubigen Herzen wirst du nicht viel ausrichten – außer mit der Zeit dich, dein Weib und deine Kinder noch schwächer und ängstlicher machen, als es bis jetzt der Fall war.

Siehe, Ich bin wahrhaft bei dir und helfe auch deinem Weibe! Also sei nicht ängstlich! Entschließe dich im Herzen, Mir alles zu opfern, und Ich werde dir alles geben! Denn Meine Liebe zu dir ist größer um sehr vieles als die deine zu Mir.

Du weißt es ja, dass Ich also geredet habe, dass jener Meiner nicht wert ist, der noch irgend etwas in der Welt mehr liebt als Mich. Also liebe Mich wahrhaft über alles, und Ich werde dir dann auch alles über alles geben!

Die Krankheit deines Weibes aber betrachte als eine wirkende Arznei gegen den sinnlichen Krebsschaden deines Fleisches, dem Ich dadurch helfen will und werde, auf dass du ein vollkommener Geist werden könnest. Dann wirst du leichter atmen, weil du darin nur Meine große väterliche Liebsorge für dein und deiner Kinder Wohl klar ersehen wirst!

Wohl leidet dein Weib dabei naturmäßig; aber ihre Seele wird dadurch mächtig gestärkt und ihr Geist frei gemacht, was du aus ihrer Geduld und großen Beharrlichkeit gar leicht entnehmen kannst. So du aber das doch unwidersprechlich einsehen und Mein Wirken in deinem Hause erkennen musst, so darfst du dich ja nur gewaltig freuen und nicht ängstlich werden.

Lasse die Welt reden und staunen und drohen oder kneipen und keifen! Ich bin ja bei dir! Und so Ich bei dir bin, wer soll dir da etwas anhaben können? –

 

Glaube alsonach und vertraue auf Mich mit freiem und freudigem Herzen, und Ich werde dir hier und jenseits, also zeitlich und ewig von allem Übel helfen! Amen. Amen. Amen.“ (HiG.02_48.09.26,01 ff)


2. Handle frei – mit Gottvertrauen

– der Liebe gemäß

Sage der lieben Schwester, sie solle sich nicht bekümmern wegen ihres Sohnes (als einzigem Kinde), Ich werde die Umstände schon so verketten, dass ihr zur rechten Zeit die geeignete Hilfe und der rechte Rat wird.

Aber aus allem, was jetzt an Mich durch dich (Gottfried Mayerhofer) und die andern Schreiber für Fragen gestellt wurden, zeigt sich noch immer, dass ihr alle sehr wenig Vertrauen in Mich und in die innere Stimme eures Herzens setzen wollet; du selbst (Mein lieber Schreiber) bist einer der ersten, dem das Vertrauen in Mich bedeutend mangelt, indem du immer glaubst, was du niederschreibst, sei etwa doch von dir selbst und nicht von Mir?, bedenke aber doch, wie denn solches sein kann?, versuche es wie vorgestern abends etwas zu schreiben, wenn Ich nicht will und du wirst gleich ersehen, welch Stückwerk du da hervorbringen wirst, so dass du, wie du selbst einsahst, der Bittstellerin es nicht einmal übergeben kannst.

Was die andern lieben Töchter betrifft, so möchten alle nur romantische Stellen in Meinen Worten finden oder bestimmt ausgedrückte (persönliche) Lebens-Verhaltungs-Regeln, damit ihnen dann von ihrer eigenen Willensfreiheit nichts mehr übrig bliebe und sie maschinenmäßig nur so handelten, wie Ich es dir oder Meinen anderen Schreibern in die Feder diktierte.

Aber bedenket doch, Meine lieben Kinder, wie kann dieses geschehen? Soll Ich denn eurer Beurteilungskraft gar nichts mehr übrig lassen? Oder soll Ich als Orakel vor euch dastehen? Denn wenn ihr es genau betrachtet, so müsste, wenn Ich es einmal sage, auch alles so geschehen wie Ich es ausgesprochen habe, da Mein Wort und Mein Wille dasselbe sind – wo bliebe dann eure Freiheit in den verschiedenen Verhältnissen des Lebens zu handeln nach Meinen Worten zum besten eures Nächsten? Wo bliebe diese notwendige Stählung eurer Willenskraft und eurer Liebe zu Mir?, eurer Standhaftigkeit – in allen Fällen nur nach Mir und gemäß Meinen Geboten – nach Vollendung in der Wiedergeburt zu trachten?*)

*) „Die `Wiedergeburt der Seele` ist `ein Hindurchdringen des Geistes in die Seele.` Aber das `gemeinschaftliche, ewige Zusammenwohnen Gottes mit Seinen Kindern ist die Wiedergeburt des Geistes`.“ (GEJ.11_052)

Bedenket das alles und ihr werdet selbst einsehen, dass, so wenig Ich euch eine Zukunft voraussagen kann (oder darf), dass es so geschehen muss und nicht anders, obwohl Ich alles wohl weiß, wie es geschehen wird, indem Ich so manches zulasse, aber nur zur Besserung der Menschheit; ebenso muss Ich euch auch verbergen, was da in eurem Handeln gerecht oder ungerecht, in der Folge für Resultate für euch und die Eurigen herauswachsen werden.

Und was hülfe euer Vorauswissen denn eigentlich, wenn es doch so geschehen muss wie Ich es sagte, so ist es ja nicht der Mühe wert eurerseits, dass ihr euch dagegen sträubet, sondern nur, wie ihr auf  deutsch saget, `alle fünfe grad sein lassen`. Ist das vielleicht die geistige Vollendung und Erziehung, die Ich euch geben will oder die ihr von Mir erwarten könnet? –

Deswegen fraget nicht mehr: wie soll ich mich da oder da verhalten?, was wird da oder dort geschehen? Es gibt hier nur zwei Dinge, die in Frage gestellt werden müssen; habt ihr trotz allem Lesen Meiner Worte, die Ich euch in die Hände geführt habe, noch nicht den eigentlichen Sinn alles dessen verstanden, was in all den Haupt- und Nebenworten, Naturzeugnissen und Gedichten enthalten ist?, nämlich, dass ihr die Welt – Welt sein lassen und ihre Verbindungen gar nicht beachten sollet!

`Sorget nicht für den morgigen Tag, denn jeder Tag hat seine Sorge!`, so steht es im Evangelium. Was will denn das sagen mit anderen Worten?:

Der dir heute dein leibliches und geistiges Brot gegeben, wird auch für den morgigen Tag sorgen und wird, wie heute vielleicht in der Geduld, morgen dir eine Übung in Sanftmut schicken, um dich zur geistigen Höhe Seines Ichs emporzuziehen und so auf diese Weise deine Seele zu üben, nach und nach alles zu ertragen, was er für dich und als Beispiel für andere, für nötig hält!`

Die zweite Frage ist, glaubet ihr Meinen Worten nicht voll, sondern nehmet ihr sie nur aus Neugierde, um stets etwas Neues zu erfahren, so sind Meine Mitteilungen ja umsonst. Ich sehe es leider nur zu sehr, wie mit allem, was Ich euch bis jetzt gegeben – besonders seit Ich Mich dir und deinem Mitknechte mitteile, - wie da mit Meinen Worten verfahren wird, kaum gelesen, werden sie – statt sich darin zu vertiefen, sich daran zu erwärmen, mehr und mehr hineinzudringen, ad acta gelegt und `requiescat in pace` darüber gedacht. Wäre Ich nicht der allerliebevollste und geduldigste Vater, der Ich wirklich bin, so hättet ihr schon längst verdient, dass Ich euch nichts mehr kund gebe; denn `Gefühlspolitik`, wie ihr es nennet, will Ich mit euch nicht treiben, sondern Meine Zwecke stehen höher, es gilt die Bildung Meiner Kinder für die Ewigkeit und da müssen dauernde Fundamente gelegt werden, nicht solche, die nur für den Augenblick passen, bei Mir sind Tränen der Rührung noch lange nicht so viel wert, als selbe auch nur einen kleinen Akt der Liebe in Meinem Namen geübt – aufwiegen könnte.

Deswegen ermannet euch alle, die ihr doch tagtäglich in Meinem Namen zusammenkommt und fraget Mich nicht nach persönlichen und privaten Verhältnissen, sondern schwingt euch höher über die mit Schmutz bestaubten Felder der Welt, hinauf in jene Höhen, wo ihr alle diese Besorgnisse in ihrem wahren Werte kennen lernen sollet und begreifet endlich, dass ihr nicht für diese Welt, sondern für Meine Himmel geschaffen seid und jetzt durch Meine unendliche Gnade von Mir Selbst erzogen werdet!

Machet euch würdig eures Lehrers, veredelt euer Herz, lasset in selbes einströmen Meine Liebe und unbegrenztes Zutrauen zu Mir!

Im Hinblick auf dieses werden euch dann alle Zweifel schwinden, ihr werdet nicht mehr fragen: was soll mit meinem Sohne, was soll mit meiner Familie geschehen usw., sondern im Aufblicke zu Mir, der Ich euch mit Meinem Erdenwandel als Beispiel voranging, werdet ihr in euch selbst die Nichtigkeit eurer Besorgnisse erkennen und ruhig alles abwarten, was Ich, euer stets liebevollster, euch nur am Gängelbande Meiner Liebe führender Vater euch gebe! – Dieses Meiner Tochter – und euch allen, nebst Meinem väterlichen Segen. Sage ihnen allen, dass Ich, wenn sie dieses lesen, Selbst in ihrer Nähe sein werde und bereitwillig aufnehmen werde jedes Herz, das sich Meinen väterlichen Worten öffnen wird! Amen, Amen, Amen!“

(Gottfried Mayerhofer, „Handle frei – mit Gottvertrauen – der Liebe gemäß“, aus: „Lebensgarten“)


3. Mit Geduld und Vertrauen

durch Nacht zum Licht

Mein lieber Sohn, du fragst Mich wegen deines Freundes und Bruders in G., von dem du eben vor kurzem einige Zeilen erhalten hast, was Ich dir in dieser Hinsicht zu seiner und der Beruhigung der Beteiligten sagen solle? So höre denn: sage deinem Bruder, dass Ich mit Wohlgefallen sehe, wie er sich um das körperliche und geistige Wohl seines Nächsten bekümmert; Ich begreife es wohl, er möchte überall, wo er leiden sieht, helfen.

Auch Ich möchte überall helfen, wo Ich Leiden sehe; und siehe, Ich als Gott kann und darf nicht immer helfen, weil für Mich die dem einen oder anderen zugeschickten körperlichen Leiden keine solche, sondern eigentliche Segnungen und Prüfungen zu höheren Zwecken sind; denn Ich müsste wohl ganz verzichten auf die Gewinnung von Seelen für Mein Reich, wollte Ich alle Menschen gesund machen und selbe auch in steter Gesundheit erhalten. –

Wenn Ich nicht durch körperliche Leiden und sonstige Heimsuchungen die Seelen mürbe machen und ihnen auf dem Krankenlager die Nichtigkeit aller irdischer Güter so recht begreiflich machen würde, so möchte fast niemand sich um Mich und Mein Reich bekümmern.

Siehe die Welt an, alles, was ihr großes und Nützliches habt an Erfindungen und Entdeckungen, die euch das Leben angenehm machen, wie glaubst du denn, dass das alles erfunden und entdeckt wurde? In der Üppigkeit des Reichtums und im Wohlleben nicht; nur durch die Schule des Kummers und der Sorgen (Not macht erfinderisch) und wo sich Hindernisse auftürmten, die den Forschenden – statt zu ermüden – ihn erst recht zum Eifer antrieben und so mit eiserner Beharrung sein Ziel verfolgend, ihn endlich selbes auch erreichen ließen.

Es waren seelische und manchmal auch körperliche Leiden, womit Ich den Einen oder den Andern zu seinen und Meinen Zwecken großzog. Durch Leiden stählte Ich seine Seele und bereite dann im Ganzen der gesamten Menschheit viel Gutes. Was Ich da bei Einzelnen des Ganzen wegen tat, das geschieht auch bei den Krankheiten und Leiden, die manchmal aus eigener Schuld entstanden, manchmal von Mir Selbst geschickt (oder zugelassen) werden, um eingeschlafene Seelen zu erwecken und sie auf ihre eigentliche geistige Bestimmung aufmerksam zu machen.

Siehe, das ist auch der Grund, warum Ich deinem Bruder nicht das (lebendige) Wort geben kann wie du es besitzest, weil er entweder Mich mit Bitten bestürmen würde oder in seinem Amtseifer vielleicht da helfend eingreifen wollte, wo Ich das Gegenteil will und eben gerade durch dieses Meinen Zweck eher fördere als er, wenngleich mit Meinen Medikamenten, die Ich euch wohl zur Heilung der Menschen gegeben, wovon aber stets ein sehr weiser Gebrauch gemacht werden muss (und) auch oft geholfen werden kann.*)

*) Siehe auch linke Randspalte unter „Gebet / Meditation / Gesundheit (2)“, Thema „Heilung durch Gebet?“

Übrigens ist die beste Medizin immer das Vertrauen zu Mir, dass Ich helfen werde, wenn es an der Zeit ist, so oder so.*)

*) „An meiner Hilfe sollet ihr keinen Mangel haben. Soviel ihr selbst vermöget nach dem Maße eurer Kraft, soviel müsset ihr auch selbst tun; was darüber ist, das wird dann schon Meine Sache sein. Denn wahrlich, sage Ich euch: Um was ihr den Vater in Meinem Namen und in Meiner euch bekannten Ordnung bitten werdet, das wird euch auch gegeben werden in dem Maße, wie es euren Seelen frommen kann.“ (GEJ.06_021,9)

Deswegen beruhige du deinen lieben eifrigen Bruder, er solle nur denken, dass über allen Heilmitteln von Aleo-, Homöo- und anderen –Pathen – Ich obenan stehe; er solle Mir vertrauen und die Sachen von Meinem Standpunke aus betrachten lernen und wird dann leicht begreifen, dass alle – manchmal so anscheinlichen – Übelstände nicht stets Übel, sondern meist notwendige Weckmittel und geistige Weiterbeförderer direkt – und indirekt auch für andere sind.

Dein Bruder möchte auch das bewusste Arkanum haben, um seine und womöglich auch bei anderen ihre von Krankheiten und Fehlern heruntergebrachten Körper wieder erneuern zu können. Zu diesem frommen Wunsche sage ihm, dass Ich seinem Bruder Dr. M. in T., der schon seit 20 Jahren krank ist, eben auch die Bereitung dieses Medikamentes vorenthalten habe, obwohl er (mit Recht körperlich) alles Heil davon erwartet; Ich lasse es ihn (nicht?) finden, weil Ich ihn noch krank und leidend haben will, um ihn an Geist und Seele ganz gesund zu machen.

So habe Ich bei allem, was Ich tue (oder unterlasse), Meine besonderen Ansichten, oft schnurstracks den menschlichen entgegen; allein deswegen sind doch die Meinen die rechten und die eurigen – als Meine unmündigen Kinder – die falschen. So viel zum Troste deinem Bruder M., lieber Sohn.

Vertrauet nur alle fest auf Mich, das ist und bleibt die beste Arznei und denket stets: was unser Herr und lieber Vater tut, ist wohlgetan! Und ihr werdet nie fehlen und nie den Segen eures Vaters missen, der euch alle liebt und nur euer bestes will! Amen!“

(Gottfried Mayerhofer, „Mit Geduld und Vertrauen“, „Lebensgarten“)