„…So wurde die materielle Welt geschaffen, welche nichts anderes ist als die gefallenen Geister, gebunden in Materie!“



Kurzer Abriss der Schöpfungsgeschichte


Als Ich noch allein im unbegrenzten Raume war und nichts Lebendes, nichts Wesendes geschaffen war, da regte sich in Mir die Liebe und forderte Gegenliebe, forderte Wesen, die Meine Größe, Meine Allmacht, Meine Weisheit, aber auch Meine Liebe begreifen, ihr nachkommen und sie erwidern sollten. Und siehe da, Ich schuf zunächst drei große Geister, welche neben der Schöpfungskraft, unendliche Wesen aus ihnen selbst zu schaffen, auch die Fähigkeit besaßen, Meine Weisheit und Liebe zu erfassen und zu begreifen.

Der Eine dieser Geister, welcher als Lichtverbreiter das geistige Licht in die weiten Räume des Universums bringen sollte und also Mir Selbst am nächsten stand, eben dieser Geist, dessen Name `Lucifer`*) in späteren Zeiten eine ganz andere Bedeutung erhielt, - dieser große Geist überwarf sich, missbrauchte seine Gewalt und wurde, was er noch heute ist, das Prinzip des Bösen, als Gegenpol Meiner allgöttlichen Güte.
*) Lucifer (oder Satana) heißt Lichtbringer

Frei wie ihr Menschen, so waren und sind auch die Geister gewesen und geblieben. Freiwillig kehrte dieser Geist in seinem ganzen Komplexe, wozu auch die unermessliche Schar der Geister gehört, die er aus sich erzeugte, nicht zurück; und so war Ich gezwungen, weil doch alles von Mir ausging und zu Mir zurückkehren muss, diesen gefallenen ungehorsamen Geistern einen Rückweg anzubahnen, welcher Meiner würdig war und ihnen nebenbei die Freiheit der Handlung nicht raubte.

So wurde die materielle Welt geschaffen, welche nichts anderes ist, als die gefallenen Geister, gebunden in Materie, wo sie als Prüfungs- und Läuterungsschule von Stufe zu Stufe sich entwickelnd, vom scheinbaren Imponderabeln zum Ponderabilen, vom Anorganischen zum Organischen, vom in Instinkt gebundenen zum freien Seelenleben, als geistig denkende Wesen noch in der Materie, sodann nach dem leiblichen Tode mit leichteren Verhikeln umgeben, als Geister nach und nach vorrücken sollen, um endlich dahin zurückzukommen, von  wo sie ausgegangen sind.

Bei Erschaffung der geistigen und materiellen Welt war das erste Gesetz die moralische, die materielle Schwere, d.h. die Anziehungskraft, welche die Geister zu Mir als ihrem Ursprunge zieht, wie der Stein von seiner Mutter, der Erde, angezogen wird; und diese Anziehungskraft beim Geist in Materie gebunden wird stets desto geringer, je mehr Geistiges und Seelisches vorherrscht und je mehr die Materie vergeistigt ist.

So, Mein Sohn, beurteile alles Geschaffene und du wirst Mich eher verstehen und begreifen.

Damit aber diese festgestellten Gesetze im Geistigen auch ausführbar seien und um Meiner ganzen Geisterwelt den faktischen Beweis davon zu geben, dass es möglich ist, als erschaffenes Wesen selben nachzukommen, so beschloss Ich in Meiner Liebe, Meine Weisheit von Mir zu trennen und selbe auf einen kleinen unansehnlichen Weltkörper als Mensch einzukleiden, sie in den niedrigsten Verhältnissen geboren, alle Fasen  eines Proletarier-Standes durchmachen und selbst noch den in jener Zeit schmählichsten Tod als verkannt leiden zu lassen. Wie Meine Weisheit (als Jesus) diese Aufgabe erfüllte, wisset ihr alle aus den Evangelien und zuletzt noch aus dem großen Evangelium Johannes.*)
*) Jakob Lorber, Johannes das große Evangelium, Lorber Verlag

Du siehst also, Mein Sohn, das Leben und Leiden Christi hat nicht allein für euch Menschen, sondern auch für die gesamte Geisterfamilie einen großen Wert, indem Ich, der Mächtigste als der Demütigste Erniedrigungen erduldete, welche, als Ausdruck einer göttlichen Liebe, allen lebenden Wesen ein Maßstab auf ewige Zeiten sein werden, wie weit die wahre Liebe gehen kann, ohne sich etwas zu vergeben. Eben darum ist dieser Akt Meiner Erniedrigung und Meine Lehre durch Taten der Liebe bewiesen, die einzige, welche ewig dauert und unumstößlich in ihren Prinzipien ist, es ist die Religion der Gottes- und Nächstenliebe, welche vom leisen Ahnen bis zum klaren Bewusstsein, vom lallenden Kinde bis zum höchsten Engel emporsteigend, nur Liebe predigt und nur Liebe verlangt.

So fasse Meine Lebensgeschichte, Meine Lehre auf und du wirst erstaunen, wie die Worte, welche Ich als göttliche Weisheit gesprochen, von Meinen Jüngern gesammelt, noch heute wahr und gültig sind und durch nichts schwächer werden können. Träume nicht davon, als hätte Ich dich verlassen, sieh Mein Kind, Ich verlasse den letzten Wurm, den Dein Auge im Staube nicht fähig zu erblicken, nicht; und glaubst, Meine Vaterhand hätte sich von dir und deiner Tochter zurückgezogen! Nein!, sondern an vielem seid ihr selbst schuld und dennoch durch alles, was ihr nach eurer Ansicht beschließet und vollführet schlingt sich der Faden Meiner Leitung durch, der Ich euch für andere dauerhaftere Zustände erziehen will und nur die Umstände, hervorgerufen durch euer eigenes Gebaren, benütze, um zu Meinem Zwecke zu gelangen. Haltet nur an dem fest: Ich, Gott der Liebe, strafe nicht, ihr Menschen strafet euch selbst, strafet euch durch falsche Ansichten eures Lebenszweckes und durch falsche Folgerungen und Schlüsse, strafet euch selbst durch gehegte Wünsche, die vielleicht materielles Wohl, aber geistiges weh nach sich ziehen. Siehe, dein Sohn, der frühe in Mein Geisterreich kam, er beklagt jetzt, was er auf Erden versäumt hat, er sucht bei seinen Freunden dort und hier (statt bei Mir) Aufklärung, höheres geistiges Leben, welches er hier gemäß seiner irdischen Stellung vernachlässigt hatte, ahmet ihm (darin) nicht nach, lasset euch von Mir führen, vertrauet Mir, ihr seid Meine Kinder und geistige Ableger eines mächtigen Schöpfers, welcher euch erziehen will zu dem, wozu ihr eigentlich erschaffen worden seid: einst Seine Kinder zu werden! Streifet eure erlernten Begriffe von `Welt` und `Religionskultus` ab, suchet den Kern der Sache und werfet die Schale weg! Geister seid ihr, euer Ursprung ist geistiges Element und nach kurzer Zeit gehet ihr wieder ins Geisterreich über.

Diese Worte, welche ihr hier leset, sind nicht Worte eures irdischen Freundes (Gottfried Mayerhofer), nein!, es sind Meine Worte, Worte eures Vaters, den ihr oft weit über eurer Erde und auch über der Welt-Atmosphäre wähnet und der doch oft so nahe bei euch ist, euch umgibt nebst verwandten Seelen, sowohl aus dem jenseitigen, als diesseitigen Reiche und euch Trost sendet auf allen Wegen, wo nur ein Stück Meiner Natur eure Augen entzückt.

Trauert nicht um euren Sohn, er ist bald besser dran als ihr, freuet euch, dass Ich es zuließ, dass er euch Nachricht bringt von einer Welt, die ihr bis jetzt falsch beurteilt und falsch aufgefasst habt. Er, der frühe heimgegangene Sohn, wird euer steter Begleiter hier auf Erden und dann im Jenseits sein, wo auch euch dann die Augen geöffnet werden und ihr ersehen werdet, dass, so wie die väterliche oder schwesterliche Liebe auch über dem Grabe nicht stirbt, dort in  jener Welt, dort in jener Welt ein zur Liebe geneigtes Gemüt erst lieben kann mit einer Innigkeit und Ausdauer, wovon ihr hier wohl in einzelnen Lichtmomenten einiges gekostet habt, dort aber erst begreifen werdet, was die Liebe eines Schöpfers sein muss, die solch einen Funken unauslöschlicher Liebe in ein kleines Menschenherz legen konnte, der zu aller möglichen Größe anwachsend, selbst endlich die Größe eines Schöpfers begreifen kann, Der Welten und Geister schuf und in allen Welten (Schöpfungen)  sowie in allen Wesen nur drei Worte ausgedrückt haben wollte, welche heißen: `Gott ist Liebe!`

Lernet sie fühlen, diese Liebe und ihr vertrauen, werfet euch in Meine Arme! Ich habe euch in die Welt gesetzt, Ich tat es aus Liebe, aus Liebe führe Ich euch und zur allergrößten Liebe, zu Mir leite Ich euch! Dessen seid eingedenk und die schwarzen Wolken irdischer Leiden und Sorgen, sei es in der Gegenwart, sei es in der Zukunft, werden durch den göttlichen Strahl Meiner Liebe gemildert werden; denn auch ihr sollet vollbringen, wie einst Ich, was Meine Liebe Mir zur Aufgabe gesetzt hat. – Dieses als erstes Wort von Mir an euch, ihr lieben Kinder, denen nicht die Liebe zu Mir, wohl aber das Verständnis mangelt, wie Ich Meine Liebe praktisch verwerten muss, um aus Menschenkindern Meine Kinder fürs ewige, nie endende Leben zu ziehen! Amen.
(Gottfried Mayerhofer, „Kurzer Abriss der Schöpfungsgeschichte“, „Fest-Garten“, Lorber Verlag)

Siehe auch linke Randspalte unter
Texte der Neuoffenbarung zu…
. „Die Erklärung der Schöpfungsgeschichte“
Naturwissenschaftliches (1)
. „Zur Schöpfungsgeschichte“, „Schöpfung der materiellen und geistigen Welt“
Kommentare / Dokumentationen
. „Die Schöpfungsgeschichte im Lichte der Neuoffenbarung durch Swedenborg und Lorber“
Naturwissenschaftliches (2)
. „Evolution und göttliche Schöpfung“