„Lernt von Mir die Demut, die Sanftmut und die Nächstenliebe oder in religiöser Hinsicht die Toleranz, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele und auch fähig werden, anderen diese Ruhe zu geben, die ihnen jetzt noch mangelt.“ (PH.01_002,15)

 


Von der Toleranz gegen Andersgläubige

 

1. Über Mussgesetze und den freien Willen
2. Von der Toleranz gegen Andersgläubige
3. Weitere Textstellen

 

1 . Über Mussgesetze und den freien Willen

 

Meine Lehre gibt euch die höchste Freiheit und kann darum nicht mit dem Schwerte und mit den Ketten der finsteren Sklaverei verkündet werden; denn was dem Menschen die höchste Lebensfreiheit verschaffen kann und wird, das muss er auch in seiner vollen Freiheit anerkennen und annehmen. Wie Ich aber alles das euch umsonst gegeben habe, also sollet ihr es denen, die es von euch haben möchten, auch wieder umsonst geben!

Also habe Ich auch niemandem von euch einen Zwang angetan, sondern in der vollsten Freiheit habe Ich euch nur zugerufen: Wer da will, der komme, höre, sehe und folge Mir nach! Und ihr tatet das aus eurem freien Willen heraus. Und also tuet auch fürder in Meinem Namen, und ihr werdet guten Weges zu wandeln haben!

Wer aber daraus ein Muss machen wird, der wird ein Jünger nicht sein, und auf seinem Wege wird er Felsen, Klippen und Dornen finden. Nehmet euch alle an Mir ein rechtes und wahres Beispiel! Was kostete es Mich denn, nun in einem Augenblick alle Menschen auf der ganzen Erde durch Meine Allmacht geradeso zur Annahme Meiner Lehre und zur vollsten Befolgung Meines Willens zu zwingen, als wie es Mir möglich ist, in einem Augenblick aller anderen Kreatur den Weg mit Muss vorzuzeichnen, den sie streng nach Meinem Willen zu gehen hat? Aber welche als selbständig sich selbst wahrhaft beglückende, sittliche Lebensfreiheit hat sie wohl dabei? Ich sage es euch: gar keine!

Denn eine stumpfe und höchst beschränkte Intelligenz mit einem Fünklein Meines Musswillens, nach dem sie tätig sein muss, ist doch sicher ein ganz anderes Ding als eine nach allen möglichen Richtungen hin unbeschränkteste Innewerdung, verbunden mit einer lichtvollen Vernunft, hellem Verstande und dazu mit dem allerunumschränktest freien Willen, dem Ich nie durch ein ,Du musst!‘, sondern allzeit nur mit dem freien ,Du sollst!‘ Meine Gebote und Meinen väterlichen Rat gab! Denn alle die Gebote, die Ich den Menschen gab, waren eigentlich niemals Gesetze, sondern nur Ratschläge, die Meine ewige Liebe und Weisheit den freien Menschen erteilte. Aus diesen Meinen den Menschen erteilten Ratschlägen haben dann erst die Menschen in der Meinung, Mir dadurch eine desto größere Ehre zu erweisen, strengst zu haltende Gesetze gemacht, deren Nichthaltung sie mit zeitlichen und ewigen Strafen sanktionierten.

Moses selbst tat vieles dazu, um den Juden eine desto größere Achtung vor dem geoffenbarten Willen Gottes zu verschaffen, und andere taten dasselbe. Und die gegenwärtigen Pharisäer haben den höchsten Kulminationspunkt nicht nur der Dummheit, sondern auch der notwendig daraus hervorgehenden Bosheit erreicht. Dass die Sache des Judentums nun auf so unbeschreibbar schlechten Füßen steht, ist eine notwendige Folge davon, dass die Menschen aus Meinen freiest gegebenen Ratschlägen Mussgesetze gemacht haben. Wie verträgt sich aber ein Mussgesetz mit dem freiesten Willen und mit dem ebenso freien und durch nichts beschränkten Verstande der Menschen?

Der freie Wille des Menschen wird eine helle Erleuchtung seines Verstandes sicher gern und stets mit dem größten Dank als eine Gnade von oben annehmen; aber ein strenges Mussgesetz wird er in seinem Willen und Gemüte verfluchen. Darum ist ein jeder Mensch, der unter einem Gesetze mit Muss steht, so gut wie gleichfort gerichtet und somit auch wie verflucht.

Wer sonach den Menschen Mussgesetze in Meinem Namen geben wird, der wird ihnen anstatt Meines Segens nur das harte Joch und die schwere Bürde des Fluches geben und sie zu neuen Sklaven der Sünde und des Gerichts machen.

Darum gehe eure Sorge bei der Weiterverbreitung Meiner Gebote vor allem darauf hin, dass ihr ihnen damit kein neues und schwer zu tragendes Joch auf den Nacken bürdet, sondern dass ihr sie dadurch von dem alten frei machet!

Wenn der Mensch mit freiem Gemüte die lichte Wahrheit Meiner Lehre und Meines besten väterlichen Willens erkennen und einsehen wird, so wird er sich dann schon selbst mit seinem freien Willen ein auch freies Mussgesetz daraus machen und wird frei danach handeln, und das auch allein nur wird ihm zur wahren Wohlfahrt der Seele gereichen, aber ein ihm gegebenes Mussgesetz schwerlich je oder auch gar niemals, und das darum, weil erstens ein Mussgesetz für den freien Willen eines Menschen ganz wider Meine göttliche Ordnung ist und den Menschen nur verfinstert und nie erleuchtet, und zweitens, weil mit dem Mussgesetz sich die Gesetzverkünder sogleich eine höhere, nur ihnen zukommende Gewalt anmaßen, darum bald stolz, hochmütig und herrschsüchtig werden und zu den als rein göttlich pronunzierten (ausgesprochenen) Satzungen auch aus einer angemaßten göttlichen Gewaltsinnehabung, vor der ihre Gläubigen oft mehr als vor Gott Selbst zittern und beben müssen, eigene arge Satzungen als göttlichen und ihnen neu geoffenbarten Willen hinzufügen und auf deren Beachtung stets ein viel größeres Gewicht legen als auf die Beachtung der rein göttlichen Gebote.

Daraus aber geht dann hervor finsterer Aberglaube, Abgötterei, Hass gegen Andersgläubige, Verfolgung, Mord und die verheerendsten Kriege. Die Menschen begründen sich dabei mit allerlei finsterem Unsinn, dass sie am Ende der Meinung und des Glaubens werden, Gott einen angenehmen Dienst zu erweisen, wenn sie an ihren andersgläubigen Nebenmenschen die größten Frevel und Missetaten begehen. Und daran schulden allein die Mussgesetzgeber!

Darum aber werden sie auch jenseits in der Hölle, deren eifrige Diener sie hier waren, sicher die ersten Plätze unter den allerunerbittlichsten Mussgesetzen einnehmen; denn in Meinen Himmeln herrscht nur die höchste Freiheit, aber dadurch auch die höchste Eintracht, durch die reine Liebe und größte Weisheit bewerkstelligt.

Ich habe euch das nun treu und offen dargestellt und lichtvoll erklärt, und ihr wisset nun denn auch frei ohne einen geringsten inneren Zwang, was ihr als Ausbreiter Meines Evangeliums zu beachten habt. Aber so da jemand von euch oder euren Jüngern anders wird handeln wollen, so wird er wohl gewarnt, aber es wird ihm von Mir darum kein innerer Zwang aufgebürdet werden. Doch an den faulen und schlechten Früchten werden es die besseren Menschen wohl bald merken, wessen Geistes Kind so ein Nachjünger ist.

Da Ich euch aber nun solches kundtue, sollet ihr aber dennoch nicht des Glaubens sein, als höbe Ich damit das durch Moses gegebene Gesetz auf; denn es ist ja ganz dasselbe, das Ich euch in seiner ursprünglichen Reinheit wiedergebe. Nur das alte verrostete ,Muss‘ hebe Ich auf und gebe euch die alte volle Freiheit wieder; und darin besteht eben hauptsächlich das Werk der Erlösung eurer Seelen aus dem harten Joche des Gerichts und des eigentlichen Satans, des euch schon bekannten Fürsten der Nacht und der Finsternis, dass ihr von nun an unter keinem Mussgesetz in Meinem Namen mehr stehen sollet.

Wie aber Ich nun euch allen die volle Freiheit aus Mir Selbst wiedergebe, so tut ihr in Meinem Namen auch euren Brüdern dasselbe! Taufet sie im Namen Meiner ewigen Liebe, welche da ist der Vater, des Wortes, das da ist des Vaters fleischgewordener Sohn, und dessen Geistes aller Wahrheit, und löschet in ihnen dadurch das alte Erbübel aus, das da ist das euch nun wohlbekannte und verdammliche Muss des Gesetzes! – Und nun frage Ich euch, ob ihr alle das verstanden habt.“ (GEJ.08_020,03 ff)

Siehe auch linke Randspalte unter „Einführende Texte“, Thema „Welt-Gesetze oder Gottes-Gebote?“


2. Von der Toleranz gegen Andersgläubige

und über das „Wie“ der Ausbreitung des

Evangeliums

 

Es bittet dich wieder ein Bruder aus weiter Ferne um ein Wort des Trostes und des Friedens und um einen Wink, wie er sich in dem Konflikte benehmen soll, der gegen ihn aufzusteigen droht, wenn er  sich entschließt, mit seinen Verwandten unter einem Dache zu leben, weil da verschiedene Religionsmeinungen herrschen.

Nun, um diesem Manne doch etwas näher den Weg zu bezeichnen, den er gehen soll, so erinnere Ich ihn bloß an den, welchen Ich bei Meinem Lebenswandel auf Erden Selbst gegangen bin, d.h. er solle dulden die Meinung der Anderen, solle warten bis sie selbst zu ihm kommen, um Brot aus den Himmeln bittend, solle tolerant mit den Schwächen der Anderen sein! – Ich werde dann schon die Umstände herbeiführen, welche diese verirrten Kinder auf den rechten Weg bringen, ohne ihrer eigenen Freiheit den mindesten Zwang anzulegen.

Während Meiner Lehrjahre zwang Ich auch niemanden an Mich und Meine Sendung zu glauben und dann danach zu handeln. Ich lehrte, bewies durch Taten Meine Lehre, wer aber nicht daran glauben wollte, den ließ Ich unbekümmert seine Wege gehen.

Meine Lehre anzunehmen, sie aufzufassen wie Ich es will, muss von innen aus – dem Menschen ein Bedürfnis werden; so lang dieses Bedürfnis fehlt, ist es ein sicheres Zeichen, dass er eben noch nicht reif dazu ist; und wie eine Frucht auch nicht vom Stamme abgebrochen wird ehe sie reif ist, ebenso muss man abwarten, bis der Drang zur Aufklärung von selbst kommt.

Dein Bruder soll nur allen ihren angelernten religiösen Schwärmereien die Liebe, Sanftmut und Geduld entgegensetzen und er wird die anderen leichter entwaffnen, als mit schroffen Gewaltmitteln.

Er soll bedenken, dass alte, schon von Jugend her eingeprägte und eingewurzelte Ansichten, besonders was Religion betrifft, nicht so leicht ausgemerzt werden können; denn, wenn ein Mensch sich so an die Befolgung religiöser Gebräuche gewöhnt hat, wenn er sein geistiges Leben sich so bequem eingerichtet hat, und ihm dann von Aufopferungen, Verleugnungen und Entbehrungen gesprochen wird, - es doch ganz natürlich ist, dass er bei dem bleiben will, was er bis jetzt glaubte und ausübte; denn nach seiner Ansicht gibt man ihm ja nichts besseres, sondern etwas Schlechteres und Schwereres und welcher vernünftige Mensch wird wohl bei einem Tausche das (ihm anscheinlich) Schlechte dem Guten vorziehen?! –

Es handelt sich also vorerst darum, ihm zu beweisen, dass das, was er für schlecht hält, nicht schlecht, und was er bis jetzt für gut gehalten, eben nicht gut ist.

Diese Aufklärung kann aber nicht mit Worten, sondern nur mit Taten geschehen.

Wenn die Verwandten deines Bruders in seinem Lebenswandel sehen, welch schöne Früchte diese, von ihnen zurückgewiesene Lehre bewirkt; wenn sie sehen, wie er seine Lebensverhältnisse mit Geduld und Resignation (Ergebenheit) erträgt, wie sie auch sein mögen, - dann werden sie schon nach und nach anfangen einen Vergleich anzustellen zwischen dem was sie glaubten und taten und wie viel ihre vermeintliche Religion ihnen Trost gegeben und wie Meine Lehren bei deinem Bruder Trost und Frieden gewähren, wo eben ihre (tote) Religion sie im Stiche lässt.

Da beginnt sodann der Gärungs- oder Ausscheidungs-Prozess zwischen neuem und alten; dort entwickelt sich dann ein Kampf zwischen Nicht-Aufgeben-Wollen des Angewöhnten und doch Müssen; und wenn dann von Zweifeln gepeinigt, diese Verwandten bei ihrer Religion keine Ruhe finden, wenn sie dann selbst anfangen, das aufgebaute Gerüst ihres vermeintlichen Paradieses zusammenzureißen, dann strecke dein Bruder die Rettungshand ihnen entgegen, - dann wird dieselbe mit Freuden ergriffen werden, die jetzt dargereicht – mit Hohn und Verachtung zurückgewiesen würde.

Dann fällt kein Wort auf steinigen Boden, sondern durch die Gewissensstürme und Gewitter ist der Grund des menschlichen Herzens erweicht worden und die Saat wird überall im vollsten Maße erblühen!

Auch der Landmann weiß, wann er säen muss, so warte auch dein Bruder den Zeitpunkt ab, bis der Boden durch Umstände vorbereitet zur Aufnahme Meines göttlichen Samens geeignet ist.

Er folge Meinem Beispiele, wo Ich ein Herz fand, welches reif war Mich zu begreifen, da sparte Ich keine Mühe, wo aber der kalte Wind der Eigenliebe und Selbstsucht über die Felder des geistigen Gemütes wehte, da ließ Ich es wohl bleiben dort säen zu wollen, wo kein guter Boden zur Aufnahme Meines göttlichen Samens war.

Also Geduld, Sanftmut und Liebe, diese drei Eigenschaften führen ihn und seine Verwandten gewiss dorthin, wo Ich euch alle haben möchte, d.h. in die Arme eures Vaters, Der trotz aller Fehler euch doch stets mit Gnaden und Wohltaten überhäuft und euch jetzt wieder, wie deinem entfernten Bruder – Seinen Segen sendet! Amen.“ (Gottfried Mayerhofer „Von  der Toleranz…“, „Lebensgarten“)


3. Weitere Textstellen

3.1.
"Der Wille ist auch entsprechend der Gerechtigkeit, welche die Taten abwiegt, und wo die guten sich selbst vergelten und die schlechten sich selbst bestrafen. Gerechtigkeit sollte überall walten, in Glaubenssachen wie im sozialen Leben. Ich als Christus lehrte die Menschen ihre gehabte Lehre besser verstehen. Ich lehrte die Liebe und die Weisheit, welche die Liebe ins gerechte Maß `weiset`. Ich lehrte sie Toleranz oder Gerechtigkeit gegen alle, und so sind diese drei Siegel der Schlüssel, wie Meine Lehre sich ausbreiten sollte, wenn sie die Veredlung des Menschengeschlechtes erreichen wollte." (Aus: Gottfried Mayerhofer, "Erklärung der Offenbarung des Johannis", "Das dritte Pferd". Siehe linke Randspalte unter "Über die Zukunft (1)")

3.2.
Alle Reformer, die sich jetzt an die Spitze der Gläubigen gestellt haben, welche ein besseres geistiges Los ahnen, werden so manches von ihren Lieblingsansichten fahren lassen müssen wie ihre Nachfolger. Sie werden noch manches Bittere durchzumachen haben, bis sie Mein Wort von damals begreifen, welches heißt: `Mein Joch ist sanft, und Meine Bürde ist leicht!` Lernt von Mir die Demut, die Sanftmut und die Nächstenliebe oder in religiöser Hinsicht die Toleranz, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele und auch fähig werden, anderen diese Ruhe zu geben, die ihnen jetzt noch mangelt.“ (PH.01_002,15)

3.3.
Taten will Ich haben!, will in eurem Gebaren sehen, dass Meine Worte ins Blut gedrungen sind, dass Sanftmut, Toleranz (das heißt Duldung) besonders gegen Niederstehende, gegen die Dienerschaft, die Brutalität verscheucht haben – will sehen, dass ihr ein Herz nicht nur für euch, sondern auch für andere habt! – Solange diese sanfte Stimmung in eurem Herzen nicht Platz gewonnen hat, nützt euch alles Lesen, alles Schwärmen für Meine Worte nichts.“ [Sg.01_031,39 f)

3.4.
„Stehe fest!, als die schöne, geistige Blume, die Ich Mir in dir erzogen habe; sei Mir eine Freude und ein Trost deiner Umgebung; und wie eine Blume nur balsamischen Duft um sich verbreitet, so verbreite auch du lindernde Liebe, Toleranz und Liebe erweckende Sanftmut um dich! (Sg.01_016,11)

Siehe auch linke Randspalte unter „Texte der Neuoffenbarung zu…“, Themen „Was bedeutet Nächstenliebe“, „Vom Recht auf Gegenwehr“, „Über die Zulassung des Krieges“ und unter „Religionen / Kirchen (1)“, Thema „Christentum und andere Religionen“