„Vertrauet stets auf Mich und alle Berge von Hindernissen werden sich ebnen!..."



Vom wahren Glück


1. Vom wahren Glück

2. Ein Gnadenwort über den Willen des Herrn

3. Mit Geduld und Vertrauen durch Nacht zum Tag

4. Die Heilung eines Aussätzigen

5. Über den freien Willen

6. Ein Wort von der Wahrheit. Fingerzeige fürs Leben

7. Anhang: Was ist Wahrheit?


1. Vom wahren Glück
(Anhang zu einem Briefe)

…„Das Glück, zu dem Ich Meine Kinder führen will, ist mit einem Worte ausgedrückt und heißt: `Seelenruhe!`

Wer die erlangt hat, und zwar wie Ich Selbst meine, der ist glücklich, denn Ruhe, Zufriedenheit mit allem, was Ich dem Menschen auch schicke, dieses ist das einzig Bleibende, alles andere ist nicht bleibend, hat keinen Halt, ist einem Schilfrohre gleich, das sich von jedem Lufthauche bewegen lässt.

Der ganze Kampf im menschlichen Leben ist nichts anderes als der Kampf um diese Ruhe*), die will ein jeder erringen, nach dieser sehnt sich ein jeder und wo ist sie denn eigentlich zu finden?
*) Ein Lebens-Krieg um den Frieden, d.h. ein höheres geistiges Leben zu erringen.

Im Gewühle des Weltlebens?, nein?, im wissenschaftlichen Forschen?, nein!, sondern sie ist nur im Vertrauen zu Mir! Wer sich in Meine Arme wirft, der steht dort fest und wenn auch statt fröhlicher Erwartungen – nur bittere Täuschungen kommen, - so fühlt sich der  Mensch doch nur in dem Bewusstsein ruhig, `Ich – der Vater  - wollte es so, und es wird wohl seinen eigentlich guten Zweck haben, wenn gleich der Mensch für den Augenblick denselben nicht erkennen kann.`"

(Aus: Gottfried Mayerhofer, „Vom wahren Glücke“, „Lebensgarten“)


2. Ein Gnadenwort

über den Willen des Herrn

Meine lieben Kinder! Ihr habt beide an Meinen Schreiber Worte des Zweifels und der Bitte gerichtet, um aus diesem schwankenden Zustande herauszukommen und statt neblicher Bilder klares Licht zu erblicken. Die weltlichen Verhältnisse, die schon längst euer Gemüt bestürmen und euch nicht zu klarer Ansicht kommen lassen, ja die sogar auf den Punkt euch gebracht haben, statt in Liebe einander feindlich gegenüber zu stehen, alle diese Gründe führen euch zu Mir, und ihr erwartet mit den nächsten Zeilen Meines Schreibers eine bestimmte Antwort von Meiner Seite wie ihr handeln?, was ihr tun? und was ihr lassen sollet!

Sehet, eben diesen bestimmten Erwartungen von präzisen Verhaltensregeln kann Ich nicht willfahren und zwar aus zwei Gründen:

Erstens, weil eure Freiheit aufgehört hat wo Ich befehle und zweitens, weil da die Verantwortung eurer Handlungen nicht auf eure Schultern, sondern auf die Meinigen fällt.

Nun, eure Anfrage an Meinen Schreiber hat zum Grunde – nichts als Meinen Willen zu tun.

Ich muss euch aber fragen, glaubet ihr denn, es geschieht etwas ohne Meinen (zugelassenen) Willen?

Sehet, hier ist die Auffassung all Meiner Worte und besonders all Meiner an euch besonders gerichteten Gnadenspenden – eine irrige, weil ihr keinen Unterschied machen wollt zwischen dem, was Ich zulasse und zwischen dem, was Ich will!

Hier muss Ich euch eine nähere Aufklärung geben, damit Meine Worte nicht missverstanden werden und ihr dann klarer sehen und verstehen könnet, inwiefern die Welt-Verhältnisse zu beurteilen sind und wie bei verschiedenen Fällen es sich zu benehmen ist! –

Ich habe euch in keinem Worte ausdrücklich gesagt, Ich will, dass ihr so oder so handeln sollet, sondern Ich habe euch stets an euren Verstand selbst gewiesen und an die innere euch leitende Stimme, welche beide die einzig leitenden Faktoren in weltlichen Dingen sein sollen! Der erste, wie sich zu benehmen und der zweite, wie jede Handlung mit Meinen göttlichen Gesetzen in Einklang zu bringen sei.

Was ihr tuet oder lasset, soll das Produkt des selbständigen Willens sein. Ich lasse es zu, und wenn Ich es nicht will, weil Ich voraussehe, dass es nicht zu eurem besten, nämlich zum Geistig-besten ist, das leite Ich dann durch die Verkettung der Umstände so, dass das Endresultat nur entweder als Probe oder als Witzigung für euch ein Warnungs-Akt werde, damit ihr auf dem geistigen Wege nicht strauchelt, sondern vorwärts schreiten sollet.

Ich lasse tausend und tausend Sachen geschehen, die nach menschlichen Begriffen Ich als Gott entweder verhindern oder bestrafen sollte. Daher so viele Widersprüche bei den Menschen, die sich Meine Regierung anders vorstellen, als sie wirklich ist. –

Mein Wille ist unbegrenzt und allmächtig, indem er selbst aus den schlechtesten Handlungen doch den größten Vorteil für das geistige Reich ziehen kann und wird.

Aber dass Ich nach menschlichen Urteilen so oder so handele, so oder so dieses zulassen oder jenes verhindern sollte, - diese Ansicht beruhet auf dem beschränkten Gesichtskreis, den die Menschen haben, die alles nur für zeitliche Bedürfnisse, für zeitliches Wohlsein berechnen, während Meine Ansichten größer, erhabener und weit in die Ewigkeit reichend berechnet sind, wogegen diese kurze Spanne irdischer Lebenszeit ein zu kurzer Zeitraum ist, als dass sie mit der ferneren Lebensdauer in Meinem Reiche in Anschlag gebracht werden könnte!

Ob ihr verpachtet, verkauft oder behaltet, das ist für Mich ganz einerlei; Mein Streben, euch geistig zu führen zu dem Ziele, welches Ich euch gesteckt, wird dadurch nicht im mindesten unterbrochen.

Meinen ausdrücklichen Willen, dass ihr so handeln sollet und nicht anders, diesen Willen werdet ihr nie weder erfahren noch verspüren, sondern nach kurzen Intervallen rückwärts schauend und vergleichend: `Was habe ich gewollt und wie oder wann hab` ich es erreicht?, diese Antwort wird euch klar dann Meine Hand und ihre Führung zeigen, wo stets das Endresultat ein Lob- und Preisgebet zu Mir sein wird!

Mein Schreiber weiß wohl, was Ich euch vorbehalten habe, aber seine Feder ist gebunden und wird euch nicht mitteilen, was euch pedantisch dann im Handeln hindern würde. Ihm habe ich es wohl gezeigt, er ist auch deswegen ruhig über den Ausgang eurer Projekte, nur so viel ist ihm erlaubt, euch zu sagen:

Dass ihr das Vertrauen auf Mich nicht verlieren sollet! Dass ihr nicht Zwie-, sondern Eintracht unter euch fördern sollet; Meine Hand führte euch bis heute und wird euch nicht sinken lassen, nur müsset ihr, wollt ihr Meinen Weg begreifen, die irdischen Berechnungen bei Seite lassen, sondern geistigen Maßstab und höheres Ziel annehmen – dann wird der weltliche Himmel nicht so voll Zweifel hängen, ihr werdet eher in euren Meinungen zusammentreffen, weil in geistiger Hinsicht bei Erziehung der Seelen zur Ewigkeit keine verschiedene Ansicht und Meinung herrschen kann, denn

es gibt nur ein Ziel und dieses Ziel ist Meine Kindschaft! Alles andere ist Nebensache und für Mich und Mein ewiges Geisterreich zu geringfügig. –

Werfet euch in Meine Arme! Handelt wie es euer Verstand in Welt-Sachen und euer Gewissen in Geistes-Sachen eingibt.

Vertrauet stets auf Mich! Und alle Berge von Hindernissen werden sich ebnen, alle Nebel verschwinden und ihr werdet die Verhältnisse beurteilen lernen, wie sie es verdienen und nicht wie selbe im aufgeregten Zustande euch scheinen.

Sagt ja doch ein Sprichwort bei euch: `Der Teufel ist nicht so schwarz wie man ihn malt`, und Ich bin auch derselben Meinung, da Ich ihn doch persönlich nur zu gut kenne, aber auch die Verhältnisse sind nicht immer so verwirrt, als man glaubt, sondern nur die Ansicht ist verwirrter; verschaffet euch klare Übersicht über das, was ihr wollt, und die Mittel zum Handeln werden bei weitem leichter gefunden, weil sie eben nicht in der Ferne, sondern oft ganz nahe liegen.

Deswegen Mein Zulassen, um euch zu stärken, zu erproben, in wie weit ihr Meine geistigen Worte auch im praktischen Leben verwenden könnet, denn eure geistigen Augen müssen bei weitem die Verstandes- und die körperlichen Augen an Schärfe übertreffen!

Lernet also vorerst geistig sehen! Und ihr werdet bald die Hand erkennen, welche euch mit dem Faden der Liebe aus dem Labyrinte der Zweifel herausführen will, und merken, dass alle Zulassungen nur deswegen geschehen sind, um euch noch mehr zu vereinigen (mit Mir), aber nicht euch zu trennen! Amen.

(Gottfried Mayerhofer, „Ein Gnadenwort über den Willen des Herrn“, „Lebensgarten“)

 

 

3. Mit Geduld und Vertrauen

durch Nacht zum Licht


Mein lieber Sohn, du fragst Mich wegen deines Freundes und Bruders in G., von dem du eben vor kurzem einige Zeilen erhalten hast, was Ich dir in dieser Hinsicht zu seiner und der Beruhigung der Beteiligten sagen solle? So höre denn: sage deinem Bruder, dass Ich mit Wohlgefallen sehe, wie er sich um das körperliche und geistige Wohl seines Nächsten bekümmert; Ich begreife es wohl, er möchte überall, wo er leiden sieht, helfen.

 

Auch Ich möchte überall helfen, wo Ich Leiden sehe; und siehe, Ich als Gott kann und darf nicht immer helfen, weil für Mich die dem einen oder anderen zugeschickten körperlichen Leiden keine solche, sondern eigentliche Segnungen und Prüfungen zu höheren Zwecken sind; denn Ich müsste wohl ganz verzichten auf die Gewinnung von Seelen für Mein Reich, wollte Ich alle Menschen gesund machen und selbe auch in steter Gesundheit erhalten. –

 

Wenn Ich nicht durch körperliche Leiden und sonstige Heimsuchungen die Seelen mürbe machen und ihnen auf dem Krankenlager die Nichtigkeit aller irdischer Güter so recht begreiflich machen würde, so möchte fast niemand sich um Mich und Mein Reich bekümmern.

 

Siehe die Welt an, alles, was ihr großes und Nützliches habt an Erfindungen und Entdeckungen, die euch das Leben angenehm machen, wie glaubst du denn, dass das alles erfunden und entdeckt wurde? In der Üppigkeit des Reichtums und im Wohlleben nicht; nur durch die Schule des Kummers und der Sorgen (Not macht erfinderisch) und wo sich Hindernisse auftürmten, die den Forschenden – statt zu ermüden – ihn erst recht zum Eifer antrieben und so mit eiserner Beharrung sein Ziel verfolgend, ihn endlich selbes auch erreichen ließen.

 

Es waren seelische und manchmal auch körperliche Leiden, womit Ich den Einen oder den Andern zu seinen und Meinen Zwecken großzog. Durch Leiden stählte Ich seine Seele und bereite dann im Ganzen der gesamten Menschheit viel Gutes. Was Ich da bei Einzelnen des Ganzen wegen tat, das geschieht auch bei den Krankheiten und Leiden, die manchmal aus eigener Schuld entstanden, manchmal von Mir Selbst geschickt (oder zugelassen) werden, um eingeschlafene Seelen zu erwecken und sie auf ihre eigentliche geistige Bestimmung aufmerksam zu machen.

 

Siehe, das ist auch der Grund, warum Ich deinem Bruder nicht das (lebendige) Wort geben kann wie du es besitzest, weil er entweder Mich mit Bitten bestürmen würde oder in seinem Amtseifer vielleicht da helfend eingreifen wollte, wo Ich das Gegenteil will und eben gerade durch dieses Meinen Zweck eher fördere als er, wenngleich mit Meinen Medikamenten, die Ich euch wohl zur Heilung der Menschen gegeben, wovon aber stets ein sehr weiser Gebrauch gemacht werden muss (und) auch oft geholfen werden kann.*)

*) Siehe auch linke Randspalte unter „Gebet / Meditation / Gesundheit (2)“, Thema „Heilung durch Gebet?“

 

Übrigens ist die beste Medizin immer das Vertrauen zu Mir, dass Ich helfen werde, wenn es an der Zeit ist, so oder so.*)

*) „An meiner Hilfe sollet ihr keinen Mangel haben. Soviel ihr selbst vermöget nach dem Maße eurer Kraft, soviel müsset ihr auch selbst tun; was darüber ist, das wird dann schon Meine Sache sein. Denn wahrlich, sage Ich euch: Um was ihr den Vater in Meinem Namen und in Meiner euch bekannten Ordnung bitten werdet, das wird euch auch gegeben werden in dem Maße, wie es euren Seelen frommen kann.“ (GEJ.06_021,9)

 

Deswegen beruhige du deinen lieben eifrigen Bruder, er solle nur denken, dass über allen Heilmitteln von Aleo-, Homöo- und anderen –Pathen – Ich obenan stehe; er solle Mir vertrauen und die Sachen von Meinem Standpunke aus betrachten lernen und wird dann leicht begreifen, dass alle – manchmal so anscheinlichen – Übelstände nicht stets Übel, sondern meist notwendige Weckmittel und geistige Weiterbeförderer direkt – und indirekt auch für andere sind.

 

Dein Bruder möchte auch das bewusste Arkanum haben, um seine und womöglich auch bei anderen ihre von Krankheiten und Fehlern heruntergebrachten Körper wieder erneuern zu können. Zu diesem frommen Wunsche sage ihm, dass Ich seinem Bruder Dr. M. in T., der schon seit 20 Jahren krank ist, eben auch die Bereitung dieses Medikamentes vorenthalten habe, obwohl er (mit Recht körperlich) alles Heil davon erwartet; Ich lasse es ihn (nicht?) finden, weil Ich ihn noch krank und leidend haben will, um ihn an Geist und Seele ganz gesund zu machen.

 

So habe Ich bei allem, was Ich tue (oder unterlasse), Meine besonderen Ansichten, oft schnurstracks den menschlichen entgegen; allein deswegen sind doch die Meinen die rechten und die eurigen – als Meine unmündigen Kinder – die falschen. So viel zum Troste deinem Bruder M., lieber Sohn.

 

Vertrauet nur alle fest auf Mich, das ist und bleibt die beste Arznei und denket stets: was unser Herr und lieber Vater tut, ist wohlgetan! Und ihr werdet nie fehlen und nie den Segen eures Vaters missen, der euch alle liebt und nur euer bestes will! Amen!“

 

(Gottfried Mayerhofer, „Mit Geduld und Vertrauen“, „Lebensgarten“)

 

 

4. Die Heilung eines Aussätzigen

Über körperliche Krankheiten und ihr geistigen Entsprechungen

 

Matth.8,1-4: Da er aber vom Berge herab ging, folgte ihm viel Volk nach. Und siehe, ein Aussätziger kam und betete ihn an und sprach: „Herr, wenn du willst, kannst du mich wohl reinigen!“ Und Jesus streckte seine Hand aus, rührte ihn an und sprach: „Ich will es tun, sei gereinigt!“ Und alsbald ward er von seinem Aussatz rein. Und Jesus sprach zu ihm: „Siehe zu, sage es niemand, sondern gehe hin und zeige dich dem Priester und opfere die Gabe, die Mose befohlen hat, zu einem Zeugnis über sie.“

 

Dieses Kapitel Meines Apostels Matthäus bespricht mehrere Heilungen und Wunder aus Meinen ersten Lehrjahren. Es sind dies Taten, welche notwendig waren, um den strenggläubigen Juden eine andere Idee von ihrer mosaischen Gesetzgebung und von ihrem Jehova-Zebaoth zu geben. Ich musste vor ihnen Taten vollbringen, weil Worte allein nicht ausgereicht hätten.

 

Hier ist angeführt, wie Ich durch bloße Berührung einen Aussätzigen heilte. Diese Art der Heilung ist jetzt nicht mehr möglich oder nicht in Meinem Willen gelegen; denn wenn ihr die Krankheit ,Aussatz‘ im geistigen Sinn nehmen wollt, so müsste Ich viele Menschen, und zwar nicht die besten, auf einmal zu Engeln machen, welches aber weder für Mich und Mein Geisterreich, noch für den plötzlich verwandelten Geist- und Seelenmenschen von Nutzen wäre.

 

Was ist denn eigentlich der Aussatz für eine Krankheit? Woher kommt er, und wie kann er geheilt werden?

 

Diese Fragen müssen wir zuerst beantworten, ehe uns das geistig Entsprechende klar vor Augen treten kann. Aussatz ist jene Krankheit, bei der man – sei es durch Ausschweifung, sei es durch unnatürliche Lebensweise im Essen und Trinken, sei es durch Unreinlichkeit – so viele fremde, giftige Stoffe in seinen Organismus hineingeschafft hat, dass das ganze menschliche Uhrwerk nicht weitergehen kann. Um nun die normale und natürliche Tätigkeit und Geschäftsleitung in allen Teilen des Körpers wiederherzustellen, wirft die menschliche Natur alle seit Jahren aufgenommenen fremden Stoffe oder Gifte auf ihr größtes und auch sehr wichtiges Organ, auf die Haut, durch welche die größte und ausgebreitetste Verbindung mit der Außenwelt besteht, erstens um auf diese Weise sich ihrer fremden, lästigen Bürde zu entledigen, zweitens um selbst durch dieses giftige Reizmittel eben die Haut anzuregen, mit mehr Tätigkeit den ganzen Organismus zu unterstützen, und ihm so wieder zu seiner früheren Gesundheit zu verhelfen.

 

Geheilt wird diese Krankheit natürlich am besten auf demselben Wege, auf dem sie entstanden ist, d.h. der Aussatz kam von innen nach außen, und so muss auch die Heilung den nämlichen Weg gehen. Das verdorbene Blut, welches seine schlechten Bestandteile in der Haut abgesetzt hat, muss durch neues und gesundes ersetzt werden. Von außen gehört natürlich auch die Reinhaltung der Wunden dazu, damit das Zersetzte, dem Körper nicht mehr Taugliche, entfernt und dem allenfalls noch Nachkommenden Platz gemacht wird.

 

So erfolgt dann die Heilung, wodurch bei Beachtung einer naturgemäßen Lebensweise der Körper sich erneuert, seinem Organismus volle Kraft und dem Menschen ein langes, gesundes Leben sichert.

 

Hier habt ihr in kurzen Umrissen ein Bild vom Wesen des Aussatzes als körperliche Krankheit. Jetzt wollen wir dieselbe in ihrer geistigen Entsprechung betrachten, damit ihr auch dort die Krankheitserscheinung und die Heilmittel erkennen mögt.

 

Nur der Wunderheiland, der diese Krankheit durch bloße Berührung oder durch ein Wort zu heilen vermag, der wird und muss hier wegbleiben; denn in geistiger Hinsicht muss jeder Aussätzige sich selbst heilen und so selbst sein Heiland werden.

 

Sehet, ,aussätzig‘, d.h. mit vielen giftigen Beulen behaftet, ist ein großer, ja der größte Teil der Menschen; aber eben, weil die Mehrzahl aussätzig ist, so nimmt man an dieser Krankheit keinen Anstoß. Denn die wenigen von ihr Gereinigten ziehen sich von den mit dieser Krankheit Behafteten nicht zurück, sondern pflegen sie mit der Liebe und Geduld des christlichen Glaubens, um die Kranken, wenn sie zu schwach sind, mittels Rat und Unterstützung zur Wiederherstellung ihrer verlorenen moralischen Gesundheit zu führen.

 

Der Aussatz ist eine Krankheit, die niemand verbergen kann. Sie zeigt sich offen am menschlichen Körper. Das bedeutet in geistiger Hinsicht das Offen-zur-Schau-Tragen aller schlechten Eigenschaften, aller bösen Leidenschaften und Gewohnheiten, die das Resultat schlechter Ansichten und vernachlässigter Erziehung sind. Wenn, geistig genommen, eine Seele in ihrem Innersten so verdorben ist, dass sie beinahe ihren geistigen Wert eingebüßt hat, so treibt der Geist, Mein in sie gelegter göttlicher Funke, sie so weit, dass sie sich nicht mehr schämt, diese schmutzige Innenseite selbst nach außen öffentlich zu zeigen. Die Seele wird durch diesen Prozess gleichsam gezwungen, ihr Gewissen dem Nebenstehenden zu enthüllen und durch ihre Lebensart und Denkweise, die die Folge der eingesogenen falschen Grundsätze ist, sich an der Welt zu stoßen, bittere Erfahrungen zu machen, um am Ende doch zu der Einsicht zu kommen, dass ein besseres, höheres, moralisches Bestreben und Wirken erst zum rechten Frieden führt.

 

Um diese geistig Aussätzigen schneller zu heilen, lasse Ich Ereignisse in der Welt zu, durch welche der Ausscheidungsprozess schneller vor sich geht und auch zur Heilung Kräftigeres, Geistigeres ins Innere, ins Seelenleben, eindringt.

 

So wie die äußere Heilung von innen kommen muss, so muss auch die geistige Genesung von dort ausgehen. Dadurch, dass das Schlechte bis in die Öffentlichkeit gedrungen ist, durch das Zusammenleben mit andern zersetzt und von der Außenwelt aufgenommen wurde, wird im Innern das Leere durch moralisch-geistige Heilmittel wieder ergänzt und so der Mensch zu seinem Normalzustande, als Ebenbild seines Schöpfers, zurückgeführt und dem Geisterreiche wieder gewonnen.

 

Wie der materielle Aussatz ansteckend ist für den, der mit solchen Kranken in Berührung kommt, ebenso ist auch der geistige Aussatz ansteckend, weil er durch seine schlechten Grundsätze auch andere zu schlechten Handlungen verleitet. Und so entstand, indem einer den andern ansteckte, diese unmoralische Welt, wie ihr sie jetzt seht. Das, was Ich in jener Zeit getan habe, dass Ich durch Berührung einen Aussätzigen heilte, weil sein geistiges Inneres nicht seiner Haut entsprach, ist jetzt im Geistigen nicht möglich. Der Mensch muss sich geistig selbst heilen. Mein Berühren besteht oft nur darin, dass Ich ihn in Verhältnisse führe, durch die er schneller und mit Gewalt von seinen anklebenden Unreinigkeiten befreit wird; aber ihn auf einmal geistig rein herzustellen, würde ein Eingriff in die freie Würde des Menschen sein.

 

Wenn Ich aus Teufeln plötzlich Engel machen wollte und sie – ohne Kampf und Verleugnung zu ihrem Besten – umgewandelt würden, – wo bliebe dann ihr Verdienst?

 

Diese Art Wunderheilung bleibt also in jetziger und künftiger Zeit aus; wohl aber wiederholt und ereignet sich oft, was dem Hauptmanne von Kapernaum begegnet ist, der mit starkem Glauben und fester Zuversicht der Macht Meines Wortes vertraute und durch seine Rede: `Herr, ich bin nicht wert, dass Du eingehst in mein Haus; sprich nur ein Wort, und mein Knecht wird gesund!` zeigte, wie der eigentliche Christenmensch beschaffen sein sollte, der trotz allem widrigen Anschein auf Mich und Meine Führung vertraut, Meinen Worten glaubt und dabei – Meine Größe öffentlich bekennend – seine eigene Unwürdigkeit nicht vergisst.

 

Solche Seelen, die so mit Mir reden, die bittend zu Mir kommen, sich selbst erniedrigend, die berühre Ich mit Meinem Finger und heile sie mit Meinem Wort, d.h. Ich sende ihnen Trost und Frieden ins Herz, die auf keine andere Weise zu erlangen sind. Bei solchen Seelen gilt auch, was Ich in Kapernaum sagte, dass solcher demütig Glaubenden das Himmelreich ist, – aber nicht denen, die sich noch mit ihrem Aussatz brüsten. Diese müssen sich zuerst läutern und reinigen lassen, oder sie werden die Finsternis ihres Herzens durch traurige Erfahrungen, erkennen müssen, und dass es besser gewesen wäre, die schlechten Eigenschaften (den geistigen Aussatz) auszumerzen, welche sie öffentlich zur Schau trugen und sich sogar mit denselben brüsteten, da dieses nicht der Weg zum Geistigen, nicht der Weg zum ewigen Leben, nicht der Weg zu Mir ist.

 

Solange sie nicht begreifen werden, dass Demut und Liebe, mit unbegrenztem Vertrauen verbunden, die Schlüssel sind, um bei Mir alles zu erreichen und sich selbst am schnellsten fortzuhelfen, solange werden Krankheiten und Misshelligkeiten aller Art auf sie einwirken, bis der Aussatz verschwunden und durch Lebens-, Glaubens- und Liebeselemente ersetzt wird.*)

*) „An meiner Hilfe sollet ihr keinen Mangel haben. Soviel ihr selbst vermöget nach dem Maße eurer Kraft, soviel müsset ihr auch selbst tun; was darüber ist, das wird dann schon Meine Sache sein. Denn wahrlich, sage Ich euch: Um was ihr den Vater in Meinem Namen und in Meiner euch bekannten Ordnung bitten werdet, das wird euch auch gegeben werden in dem Maße, wie es euren Seelen frommen kann.“ (GEJ.06_021,9)


Auch ihr habt noch so manche Aussatzbeulen an eurer Seelenhaut, welche oft im Außenleben deutlich zeigen, dass ihr noch lange nicht gereinigt seid, und noch lange nicht alle geistige Nahrung, die Ich seit Jahren zu euch sende, bis in euer Außenleben verwirklicht habt. Vieles ist es, das ihr wohl lest, manchmal auch glaubet, das aber an der Außenseite der Lebenshaut noch keine Spuren gezeigt hat, als wäre diese Gnaden- und Liebekost bis dorthin durchgedrungen. Nur wenige von euch erkennen ihre Unwürdigkeit wie der Hauptmann zu Kapernaum, auf dass auch sie ausrufen möchten: `Herr, ich bin so vieler Gnaden nicht würdig! Nur ein Wort des Trostes genügt, und auch dieses ist schon zu viel für mich armes, schwaches und wankelmütiges Kind!`

 

Die meisten von euch glauben, wie die Juden jener Zeit, alles getan zu haben, wenn sie sich buchstäblich an die Satzungen und Lehren Meiner Worte klammern. Sie sind aber noch weit entfernt von der praktischen Ausübung der Worte ihres Vaters. Wie die Juden oberflächlich nur das hielten, was ihnen materiell das Wichtigste zu sein schien, so ist es auch bei euch! Mit der Begeisterung für Mein Wort, mit dem bekehren wollen anderer, da seid ihr gleich bereit! Ihr wollt gleich helfen, den Unrat vor anderer Leute Türen aufzuräumen; nur den eigenen lasst ihr gemütlich liegen und wartet wie dieser im Evangelium genannte Aussätzige, dass Ich vielleicht komme und mit Meiner Berührung euch gleich zu höchst moralischen Wesen stempeln solle.

 

Hier liegt der große Fehler! Weil ihr eure Eiterbeulen nicht kennt, so sucht ihr sie auch nicht zu heilen.

 

Hier in diesem Worte ermahne Ich euch: Untersucht eure Lebens- und Seelenhaut! Und wenn ihr solche Aussatzgeschwüre entdeckt, so möge euch das ein Zeichen sein, dass ihr noch manches Fremde, nicht eurem geistigen Wesen Angehörige, in eurem Innern bergt. Trachtet danach, solches auszumerzen und durch neue, kräftige Lebenssubstanzen zu ersetzen, damit ihr nicht Meine direkte Berührung, sondern nur Mein Wort nötig habt, auf dass eure Seele gesund werde! Amen.“ (PH.01_009,01ff)

 

(Gottfried Mayerhofer, "Die Heilung des Aussätzigen",  "Predigten des Herrn")

 


5. Über den freien Willen

Du hast mittels Meines Schreibers dich an Mich gewendet und fragst in einer weltlich irdischen Angelegenheit um Rat.

Dass Du in dieser Hinsicht Mich um Rat fragst, beweist schon deutlich, dass du nie so recht aufgefasst hast, was eigentlich Ich und was du bist!

Denn hättest du selbes genau überdacht, so würdest du nicht direkt von Mir Rat erholen wollen, wo du eigentlich in deinem eigenen Herzen die Stimme eher vernehmen kannst, was sie dir sagt, als dass du ein schriftliches Zeugnis Meines Willens willst, welches dich dann auch so fesseln würde, dass du keinen freien Willen zum eigenmächtigen Handeln mehr hättest.

Um dir in dieser Hinsicht und in der Folge den rechten Weg zu zeigen, den du stets gehen solltest, so will ich dir vorerst sagen, wie das Verhältnis zwischen uns beiden beschaffen sein solle, damit du Meine Macht und aber auch meine Befugnis genauer erkennst, in wie fern Ich auf die Schicksale der Menschen und besonders derjenigen einwirken will, welche, wie Du, so ganz sich Mir ergeben haben.

Aus allem, was du bis jetzt gelesen hast, wirst du doch ersehen haben, dass – wie ich einst sagte – Mein Reich nicht von dieser Welt ist. – Das will sagen: Ich bekümmere Mich nicht um eure weltlichen Verhältnisse, sondern um eure geistigen; oder mit anderen Worten, Ich lasse manches, oft alles zu, was der Mensch tun will, betrachte bloß die geistigen Gründe und ob selbe für oder gegen Mich gerichtet sind.

Mich kümmert bloß das Seelenheil Meiner Kinder und Ich kann in dieser Hinsicht nur Meinen Wunsch ausdrücken, was Mir wohlgefällig und was euch selbst zum moralischen Nutzen gereicht; euch aber in weltlichen Dingen Gesetze vorschreiben, hieße euch zu Maschinen herabwürdigen, denn wenn Ich befehle, hört euer freier Wille auf, ihr wäret gebunden und kein Vorwurf, keine Schuld fiele auf euch, sondern bloß auf Mich allein.

Dass Ich die Verhältnisse und Wege Meiner Kinder, so wie die ganze Menschen- und Geisterwelt beeinflusse, hat allerdings seine Richtigkeit; aber dieser Einfluss ist stets so, dass er die Freiheit des Willens des Menschen nicht im mindesten beeinträchtigt.

Ich ziehe nur durch Verkettung der Umstände den bestmöglichen Nutzen für Mein geistiges Reich aus den freien Handlungen der Menschen, bestimme sie selbst aber nie, das oder jenes zu tun oder zu unterlassen; deswegen kann Ich dir auf deine Frage keine andere Antwort geben als: tue, was dein Herz dir eingibt, da sind leise Andeutungen wohl möglich, hier aber (auf dem Papier) ein direkter Wunsch von Mir ein barster Unsinn. –

So fasse du die Sache auf!, die Folgen werden dir zeigen, ob und wann Ich einwirke, deines Seelenheiles wegen; aber die Freiheit des Handelns muss dir selbst überlassen bleiben, diese kann Ich als Gott nicht antasten; denn ihr seid und sollet alle Kindes eines freien Gottes werden.
Da muss Selbständigkeit der erste Grundsatz sein; denn ohne diese gibt es auch keine Verantwortlichkeit. Wie sollte Ich wohl strafen, wo Ich selbst befohlen?

 

Deswegen sei ruhig!, sammle dich im Gebet, erhebe deine Seele zu Mir und vertraue deiner Stimme im Herzen!, die wird dir den rechten Weg schon zeigen, welchen du wandeln sollst, um – was der eigentliche Hauptzweck eurer Lebensbahn ist – Mir näher zu kommen!

Schon lange sehe Ich mit Freuden, wie – du und auch deine geistige Schwester Meinen Worten Gehör gebend – ihr handelnd beweisen wollet, dass das Herz euch begeistert; fahret so fort und seid überzeugt, dass Ich als himmlischer Vater nicht in der Liebe eines irdischen Vaters zurückbleiben werde; Ich werde euch führen, so wie ein Gott und Vater Seine Kinder führen kann und muss, sollen selbe je Seiner würdig werden.

Dieses zu deiner Darnachachtung und zum Trost! Amen.“

(Gottfried Mayerhofer, „Über den freien Willen“, „Lebensgarten“)


6. Ein Wort von der Wahrheit

Fingerzeige fürs Leben

Es ist sonderbar bei euch Menschen, man kann euch sagen, was man als bestes glaubt, dass es euch zur Hebung des Geistes diene, damit das geistige Leben in euch Platz greife, - allein ihr seid zu stark schon von der Welt gefangen genommen, um den Geist darin erkennen zu können, der euch nicht nur anweht, sondern schon sehr stark anbläst, damit er die möglichst starke Wirkung auf euch habe; und trotzdem sieht man noch keine Erfolge als Wirkungen vom Geiste, die er an euch gemacht. Ihr bleibet eben die Alten und wollet euch nicht aus der angewohnten Trägheit heraus begeben, um tätig zu werden im Geiste der Liebe*), welcher als das Leben stets tätig wirken will, was aber eben der Trägheit, als eigentlicher Repräsentant des Todes, zuwider ist.
*) Allerdings: "Liebe ohne Weisheit und Weisheit ohne Liebe (können) nicht bestehen!" (Sg.01_031,61)


Machet nur so fort und ihr werdet sodann in solcher Trägheit auch für ewig den Tod finden, indem ihr das Leben fliehet.

Wer von euch weiß es denn, wie lange er dieses gegenwärtige (Probe-)Leben (der Gnadenzeit) beibehält, um in selbem sich zu reinigen und sich zu erheben zu Mir in seinem Geiste?

Sehet, es ist jetzt die Zeit, wo es heißt: das Himmelreich muss mit Gewalt an sich gezogen werden, will man es wahrhaft erreichen.

Es ließe wohl sehr leicht das Himmelreich – besonders von euch – sich gewinnen – wenn es euch nur keine Anstrengung und Selbstaufopferung kosten würde, die ihr zwar in der Welt erzogen, daneben aber von Mir sehr viele Winke, Lehren und Gnaden schon empfangen habet, damit es euch einigermaßen erleichtert werde, das zu erreichen, was jeder Mensch erlangen soll.

Ihr wisset es doch schon, wer Ich bin und erkennet die unumstößliche Wahrheit (die Liebes-Gebote).*) Warum aber lebet ihr nicht in dieser von euch erkannten Wahrheit?, warum zeiget ihr diese nicht zu entschuldigende Trägheit?, warum wollet ihr denn Gefangene des Bösen, Gefangene des Todes sein?

*) "Meine Lehre aber ist in sich ganz kurz und leicht zu fassen, denn sie verlangt vom Menschen nichts, als dass er an einen wahren Gott glaube und ihn als guten Vater und Schöpfer über alles liebe und seinen Nebenmenschen wie sich selbst, das heißt, ihm alles das tue, von dem er vernünftigermaßen wünschen kann, dass ihm auch sein Nebenmensch tue..." (GEJ.07_140,03)

O ihr leichtfertigen Menschen, denen die höchste Gnade zuteil wird, wann werdet ihr euch einmal ändern ohne Gericht, aus freier Selbsterkenntnis und freiem Willen?

Was soll Ich da zu jenen sagen, die von Mir noch nichts wissen?, von jenen, die wohl vielleicht sogar hörten von einer Gottheit, sie aber nicht verstehen noch fassen und erkennen mögen zufolge ihrer Blindheit? Wenn diese nicht handeln wie Menschen, sondern rein wie Tiere, solche Geister können von Mir nicht zu solch einer großen Verantwortung gezogen werden als ihr, die ihr Mich erkannt habt, Meine Lehre anhöret, sie aber nicht befolgen wollet! –

Wisset ihr, was großes euch widerfährt, von Mir Selbst belehrt zu werden?

Wisset und fühlet ihr nicht in euch selbst, dass Ich euch ziehen will aus dem Schlamme der Welt (als dem Grabe des Geistes), um euch in höhere Gefilde des Lichtes zu bringen!

Warum ziehet ihr euch zurück von der Hand, die euch umfassen will?, warum dieser große Eigen- und Starrsinn? Wie lange wollet ihr noch trotzen dem lieben mit euch so viel Geduld habenden Vater? –

Kehret um! Und gebet Mir euer Herz ganz hin!, lasset es reinigen durch diejenigen Mittel, die Ich zur Reinigung für gut finde, damit dann jeder klar vernehme in sich die Stimme des Vaters*), mit dem er sprechen wird, wann immer er es haben will.
*) Als „das lebendige Wort“ Gottes im Menschen

Jeder von euch Menschen kann es dahin bringen – durch die Kraft des festen Willens, wenn er zuvor aus sich hinaus gebracht den Unflat der Welt, - Meine Vaterstimme genau zu hören, die ihn führen und leiten wird, dahin wohin zu kommen jedes Menschen Hauptsinn gerichtet sein soll!

Ich – in Jesu Christo – bin die Erbarmung und helfe euch aus eurer geistigen Not, in die ihr durch euch selbst und die Welt gekommen seid; darum haltet euch in allem an die Liebe, damit ihr auferstehen möget vom Tode oder von der euch in aller Gefangenschaft haltenden (Sinnen-)Welt. –

Haltet euch an Mich! Ich bin es, die ewige Liebe, `das Lamm`, welches gekommen – euch frei zu machen von dem Verderben der Sünde.

Kein Haar wird euch gekrümmt werden, wenn ihr reuig euch wendet zu Mir; was auch so viel besagt, als zu Meiner euch gegebenen Lehre, die nur der über und über großen Liebe entstiegen ist, um alles verloren gegangene wieder zu gewinnen.

Mithin frage Ich: Wollet ihr gesund werden? – Keinen Sünder – sei er noch so groß – will Ich verstoßen, sobald er Reue in sich fühlet und also der Wahrheit gemäß er- und bekennet seine Fehler, die ihr habt, reuig zu Mir kommend, auf dass Ich euch diese Bürde abnehme.

Doch ihr Kinder dieser Erde, wahrlich, wahrlich sage Ich euch, ihr wisset nicht was `Geist` heißet, dieses kurze, einfache, aber doch gewichtigste Wort in Meiner ganzen Schöpfung, Geist, Partikel aus Mir Selbst !!!

Würdet ihr dies wissen, Tränen der Reue möchten euch entströmen und gewiss wäret ihr sodann geistigere Menschen.

Aber dieses ist es eben, was ihr nicht wisset, geistig zu denken und zu handeln, weil ihr viel zu viel im großen Ganzen in die Materie übergegangen seid. –

Wie wehe ist es Mir da, wenn Ich zusehen muss – wie verkehrt eure Handlungen als Menschen sind und doch kann Ich Selbst als Schöpfer in diese eure unumschränkte Freiheit nicht eingreifen, weil ihr sonst dem  Gerichte anheimfallen würdet.

Darum bessert euch doch, denn wehe euch, wenn ihr dem Zorne Gottes anheimfallet; dieser ist schrecklich, überschrecklich!*)
*) "Der `Zorn Gottes` (das Gericht) bleibet über ihm." Johs.3,36. D.Hsg.

So wisset ihr, wie es um die `zwölfte Stunde` nun mit euch stehet und könnet noch vieles gutmachen in dieser kurzen Zeit, denn wenn diese kurze Zeit verstrichen, dann ist es schon zu spät und lässt sich die verlorene Zeit nicht mehr zurück rufen.

Was wollet ihr wohl tun, wenn sie vorüber zog und ihr sie nicht benützt habt?

Ihr könnet sie mit eurem Willen nicht mehr rückgängig machen und müsset euch gefallen lassen – wie euch euer eigenes inneres Wort richten wird (Gewissen), - das Wort, welches `Wahrheit` heißet und dem zuwider ihr gehandelt habet.

O Menschen, Menschen! Ich liebe euch und möchte euch nicht dem Gerichte anheim fallen lassen, dessentwegen Ich zur Erde stieg und das größte Opfer, welches einem Schöpfer möglich ist, vollbracht habe. –

Denket nach und gehet einmal vollkommen und gründlich in euch, erforschet die Hauptneigung eures Selbst und kämpfet dagegen mit Mir, auf dass ihr erlöst werden könnet durch Mich vom Joche der Schwere, welches auf euch lastet und das ihr herumschleppt!

Was nützt euer Wollen, wenn es dem nicht gewachsen ist, der nicht will? -, erkennet ihr nicht den Widersacher (Luzifer/Satan) eurer (und Meiner) Sache? Und wollet ihr bei eurem freiesten Willen diesem ein steter Spielball bleiben? Hinweg mit solchen Schwächen!, folget demjenigen Geiste, der euch gut will und nicht haben will, dass ihr der Schwäche unterliegend, eurem Verderben entgegen gehet.

Also bleibet in der Folge bei Mir vollkommen und werdet nicht schwach, damit ihr nicht unterliegt und es euch schwer wird aufzustehen zum ewigen Leben.

Ich Jesus will es, dass ihr auferstehet aus eurem tiefen Schlafe, in dem ihr versunken lieget. – Erwachet aus demselben!, werdet lebendig, d.h. tätig im Leben, welches zu euch gekommen ist und euch erlöst hat von der angeerbten Trägheit des Geistes, der verschmachtet und gedrückt gar lange darnieder liegt.

Wollet ihr nicht auch gesund werden? Nur die Wahrheit vermag dieses bei euch zustande zu bringen; also warum wollet ihr nicht bei ihr bleiben und sie annehmen? Ich biete euch ja nur die reinste Wahrheit, warum befolget ihr sie nicht? –

Viele Worte verschiedener Art habe Ich euch gegeben, aber wenig Früchte bringen sie, - und warum bringen sie wenig Früchte, auch im besten Falle? Weil ihr die Wahrheit fliehet, ihr wollet sie (in euch) nicht hören, weil sie eurer Unwahrheit oder Sünde wehe tut, aus dem Grunde, weil ihr nur höchst unvollkommen, unrein, voller Gebrechen seid.

Sehet, dieses ist der größte Fehler in euch und der soll aus euch heraus kommen und Platz machen der Reinheit, und dieses Platz machen ist aber auch mit Wehe und Schmerzen verbunden, reißet und ziehet den Körper, weil die innewohnenden und schmutzigen schlechten Geister ihre Wohnstätte freiwillig nicht verlassen wollen und bei ihnen Gewalt angewendet werden muss, daher auch der Schmerz entstehet.

Schmerz ist unfreiwillige Trennung von einem Körper, der mit Liebe angezogen wird und mit einem festen Willen von dem getrennt wird, von welchem er sich angezogen fühlt. Indem ihr nun anziehet solche Körper oder Geister, die eurer Liebe entsprechen und mit ihr verwandt sind, so ist es natürlich nicht anders denkbar, wenn etwas anderes dazwischen kommt – als – es verursacht Schmerz; da dieser Wille ganz anderer Anziehung ist, als das vorhergehende.

Wenn Ich beispielsweise einen Menschen liebe und dessen Liebe Mich ebenfalls, - wird es Mich da nicht schmerzen, wenn inmitten dieser Liebe sich eine andere Liebe oder Anziehung hinein leget, in die bei beiden gleich gesinnte Liebe?, die da eine oder die andere Liebe in eine Richtung bringet, die den beiden gleichgesinnten Liebewillen nicht entspricht.

Der Liebe Gottes entspricht nicht die Liebe des Satans, sowie die Liebe des Satans derjenigen Gottes oder der Vaterliebe nicht entsprechen will, die Ich Jesus Selbst bin. –

So muss es sein, die Wahrheit muss beobachtet werden bis ins kleinste Detail; also muss auch die Liebe beobachtet werden und sich stets fest halten an dem, was ihr zusagt, in allen Dingen. Nun aber Ich so gewissermaßen alle Dinge repräsentiere, ist es da nicht unumgänglich notwendig, dass auch alles befolgt wird, was der Repräsentant im Herzen des Menschen, im Gewissen in erster Reihe haben will? Wohl gibt es da auch eine zweite Reihe, die sich aber sonderheitlich groß von der ersten Reihe unterscheidet. Der Mensch, wenn er auch noch so schlecht und tief geistig herabgekommen, hat dennoch die guten Einflüsterungen in sich, aber nur überhört er sie, da das dort wuchernde Unkraut ihn, vermöge seiner Herabkommenheit in geistiger Beziehung, den reinen Ton oder Meine Stimme überhören machen will durch seine der Eigenliebe schmeichelnden sofortigen Beschönigungs-Einflüsterungen, wo sich die Worte wiederholen, die Ich einstens Meinen Jüngern gegeben, dass sie wachen und beten sollen, auf dass sie nicht in solcher Versuchung fallen, was so viel besagen will: sie sollen stets dem in erster Reihe (als Wahrheit) einflüsternden heiligen Geiste in ihrem Herzen volles Gehör schenken, auf dass sie von dem in zweiter Reihe (als Lüge) beeinflussenden Geiste nicht übertölpelt werden!

Der Himmel und die Hölle haben Einfluss beim Menschen und Ich lasse absichtlich der Hölle ihren freien Spielraum auch, damit Meine Kinder groß werden können – durch sie.

Also nun stets wachen Geistes bleiben!, damit ihr die Wahrheit nie verliert; denn sie ist es, die euch einstens richten wird und zur Rechenschaft ziehet eure Handlungen, so sie ihr zuwider gelaufen.

Menschen, handelt nur in der Wahrheit und bleibet bei ihr!, auf dass ihr glücklich werdet, wenn ihr dieses Fleischleben abgeworfen und ein anderes antreten und fortsetzen werdet, im Reiche der Geister und der lauteren Wahrheit. Amen! Amen! Amen!

(Empfangen durch F.H.K, „Ein Wort von der Wahrheit“, „Lebensgarten“)


7. Anhang: Was ist Wahrheit?

Sieh Mich an und vernimm es wohl, was Ich dir nun sagen werde: Gott, der Eine und allein Wahre, ist die Wahrheit. Wer Gott, den allein Wahren, gefunden hat, der hat auch die Wahrheit gefunden, die ihn frei und vollends lebendig machen wird.

Hat der Mensch aber Gott gefunden und erkannt Dessen treu geoffenbarten Willen, und lebt und handelt danach, so ist auch der Mensch selbst in sich zur Wahrheit geworden; ist der Mensch aber das, dann ist er auch schon frei und ist vom Tode der Welt und ihrer Materie zum Leben aus Gott vorgedrungen.“ (GEJ.08_176,02)

"Wahrheit gibt es, wie Ich es euch vor kurzem bewies, nur eine. Wer dieser nicht huldigt, der hat auf Sand gebaut. Kommen dann die großen weltlichen und geistigen Stürme, die zur Reinigung des Geist-Seelenwesens auf dieser Erde stattfinden müssen, so wird solch ein Haus, auf flüchtigen Weisheits- oder Verstandessand gebaut, samt seiner Unterlage spurlos verschwinden, als wäre es nie dagewesen. Nur dasjenige Gebäude wird feststehen, allen Stürmen trotzen und sich als einzige Wahrheit, als einziger fester Grundbau erweisen, welches auf Mein Wort, auf das Wort Gottes und Schöpfers des ganzen Universums, gebaut ist; denn was ein Gott sprach und mit selchen Opfern Seinem ganzen Geisterreich auch durch die Tat bewies, wie Ich auf eurer Erde, das kann nicht trügen, kann nicht täuschen. Die Getäuschten sind diejenigen, welche allen Mahnungen und Rufen aus der sicht- und unsichtbaren Natur ihre Ohren verschließen, den Tröster in ihrem Verstandesleben suchen, während er nur allein im Herzen zu finden ist." (PH.01_025,16)