Kleines Evangelium der Naturwelt Teil 2


 

 

6. Vom Atmen der Naturwelt

Schreibende: K. G. L. – S. – Andr. und Ans. H. – Der Herr offenbarte auf die Frage: `Atmen die Pflanzen auch, und wie?` durch Seinen Knecht Jakob Lorber folgendes:

„Nicht nur die Pflanzen, ja sogar die Steine atmen – jedes nach seiner Art!

So ihr die Tiere nach der Reihe durchgehet, werdet ihr finden, dass jedes Tier atmet. Aber das Atmen ist jedem Tiere auf eine besondere Weise eigen, wie die Art und Gattung es bedingt. Anders atmet das Pferd, anders ein Stier, anders ein Hund, anders eine Katze, und so jedes vierfüßige Tier auf seine Weise. Denn obschon das Atmen in nichts anderem besteht als in dem Insichziehen und Wiederhinausstoßen der Luft (wobei immer der zum Leben eines Tieres nötige Stoff aufgenommen und darauf der untaugliche alsogleich hinausgestoßen wird), so ist aber doch die Art und Weise verschieden, wie die Luft in sich gezogen, daselbst chemisch zerlegt und das Unbrauchbare wieder hinausgestoßen wird.

Und so atmen denn Amphibien, Würmer und Insekten ebenfalls; aber wie ganz verschieden ist das Atmen dieser kaltblütigen und sogar blutlosen Tier-Gattungen! Denn die Insekten haben kein Blut, sondern nur einen ihrer Beschaffenheit entsprechenden Saft, der sich beständig in einer hin- und herrollenden Bewegung befindet, durch welches Hin- und Herrollen denn auch die zum Leben solcher Tiere nötige Elektrizität in den Gefäßen entwickelt wird. Und wie ganz anders ist das Atmen jener Tiere, die unter dem Wasser leben. Und da es der Tiere unter dem Wasser außerordentlich viele gibt in Hinsicht auf Art und Gattung, so müsst ihr euch wohl denken, dass das Atmen wieder ebenso verschiedenartig ist wie die Verschiedenheit der Tiere selbst.

Sehet, diese Fragen, die da gestellt sind, sind allerdings einer Beantwortung würdig. Aber es ist eine Grundfrage weggeblieben, ohne deren Beantwortung diese zwei Fragen nie völlig zur gründlichen Einsicht der Menschen beantwortet werden können. Und diese Grundfrage ist folgende:

Warum atmen die Tiere, Pflanzen, Steine und alle Weltkörper? – Sehet, wenn man nicht einsieht, dass und wieso das Atmen notwendig ist zum Bestehen der Dinge, so nützt es einem nichts, zu wissen, ob und wie die Dinge atmen, da dieser Akt mit dem Auge nicht bemerkbar ist. Weiß man aber, warum geatmet werden muss, dann ist das Ob und Wie ja ohnedies schon soviel wie beantwortet. Denn es ist schwerer die Notwendigkeit einzusehen, als das Ob und Wie.

Um aber dieses einzusehen, wollen wir uns zuerst nicht etwa über die Tiere und Pflanzen, sondern über einen Stein machen und sehen, ob dieser das Atmen nötig hat. Und werden wir finden, dass er es nötig hat, so werden wir doch auch sicher finden, dass er atmet. Und wie er atmet, wird sich dann wohl auch zeigen in der Notwendigkeit des Atmens selbst.

Nun seht, ihr saget: Die Materie ist nichts als der Ausdruck zweier sich widerstrebender Kräfte, nämlich der Zentripetal- und Zentrifugal-Kraft.*)
*) Anziehungs- und Fliehkraft

Das Bestehen der Materie hat demnach darin seinen Grund, dass die Zentrifugal-Kraft in demselben Grade der Zentripetal-Kraft entgegenwirkt in dem beständigen Bestreben, sich nach allen erdenklichen Richtungen endlos weit ausdehnen zu wollen, in welchem Verhältnisse die Zentripetal-Kraft wieder das ganz entgegengesetzte Bestreben äußert und sich beständig in einem Punkte zusammenziehen will.

Nun, wenn die Zentripetal-Kraft nicht durch das beständige Annehmen der sie umgebenden gleichartigen Hilfskräfte genährt oder unterstützt würde, so würde sie alsobald von der Zentrifugal-Kraft überwunden werden, wodurch sie dann auch zunichte würde und die Materie dadurch aus der Sphäre des Daseins träte. Daher hat denn der Stein, je welcher Art er ist, beständig die ihn umgebenden gleichartigen Teile in der Luft an sich zu saugen, das ihm ganz Gleiche zu behalten und dadurch die durch den gegenseitigen Kampf verbrauchten Teile zu ersetzen, das Unähnliche aber vermöge der stets nach außen wirkenden Zentrifugal-Kraft wieder hinauszuschaffen – damit er das bleibe in seiner Art, als was er gebildet wurde. Dann und wann geschieht es aber auch, dass selbst ein Stein gewisserart krank wird, wenn fremdartige Teile zu häufig mit den ihm eigentümlichen eingesaugt wurden und diese durch die entgegenwirkende Zentrifugal-Kraft nicht wohl mochten wieder hinausgeschafft werden und der Stein dann in sich fremdartige Gebilde bekommt. Z.B. findet man da in einem oder dem andern Steine sonstige Mineralien oder in einem unedlen Steine edlere Steine; oder, was von euch ein jeder schon öfter wird beobachtet haben, dass sonst durchsichtige Kristalle, oder selbst Diamanten, gewisse undurchsichtige, moos- und federartige Partikeln in sich enthalten, welche doch gewiss nicht der Natur dieser sie enthaltenden Steine selbst sind.

Nun, wie geschieht denn eigentlich der Akt des Atmens bei den Steinen? – Diese Frage liegt zwar schon zur Hälfte beantwortet in der Notwendigkeit des Atmens. Ein Stein atmet fürs erste auf die tierische Art, nämlich durch die `Inhalation` und `Respiration`*) das heißt, er zieht vermöge seiner groborganischen Bildung und seiner mit derselben verbundenen Eigenschaft unausgesetzt ihm ähnliche Teile aus der ihn umgebenden Luft in sich. Und wie bei den Tieren die chemische Zersetzung erst im Körper selbst erfolgt, so erfolgt beim Stein diese Zersetzung schon auf seiner Oberfläche; weshalb mit der Zeit auch die Oberfläche des Steins von einer ihm fremdartigen, anderfärbigen, dünnen Kruste überzogen wird, welche bei größeren Steinmassen oft so stark wird, dass sie nach ihrer Art entweder ein eigenes Gestein bildet, oder je nachdem die ausgeschiedenen Teile sind, sich oft auch als ein pflanzenartiges Gewächs unter allerlei Formen ansetzt.
*) Ein- und Ausatmen

Sehet, dies könnte gewiss nicht geschehen, wenn der Stein nicht inhalierte und respirierte (d.h. ein- und ausatmete). Aber eben diese Erscheinung muss ja auch jedem noch befangenen Forscher auffallen. Denn sie sagt ihm klar: der harte Stein, der weder Feuchtigkeit noch irgend etwas zum pflanzlichen Wachstum in sich enthält, wie z.B. der blanke Gebirgskies, wie kann der wohl um seinen ganzen Umfang oft einen Zoll dick mit ganz fremdartigen Gebilden umgeben sein, welche auf irgend anderen Körpern nicht in der Art zu treffen sind wie um ihn, wenn er nicht durch das Einatmen der ihm zusagenden Teile eben das in der Luftregion zurückließe, was hernach durch einen anderen Prozess zur Bildung der den Stein umgebenden fremdartigen Formen tauglich ist?

Denn es geschieht hier dasselbe, wie wenn ihr irgendeinen Körper eine Zeitlang in ein mineralisches Wasser legen würdet. Da würde dieser Körper ebenfalls alsobald das ihm Zusagende in sich aufnehmen, und das ihm nicht Zusagende, aber doch zunächst ihn Umgebende, würde sich dann in irgendeiner salzarigen Kruste um den Körper anlegen.

Dafür kann euch die sonderbare Erscheinung ein sichtliches Probestück liefern, so ihr ein Zinkstängelchen nehmen würdet und selbes hineinhängen möchtet in ein Glas, welches angefüllt wäre mit aufgelöstem Blei. Was wird hier geschehen? Das Zinkstängelchen wird jetzt begierig einzuatmen anfangen und wird aus der Flüssigkeit das ihm Zusagende einsaugen. Das Blei aber, welches durch diese Flüssigkeit aufgelöst wurde, wird wieder um das Zinkstängelchen kompakt ersichtlich, nachdem es sich alsobald unter allerlei, man könnte sagen zufälligen Gebilden um dasselbe angelegt hat. – Seht, was durch dieses euch gezeigte Experiment sichtlich vor sich geht, das ist auch der Fall bei allen Mineralien!

Nun hätten wir denn auch gesehen, wie dieses Atmen geschieht. – Aber nebst diesem Ein- und Ausatmen gibt es noch ein zweites und ein drittes Atmen.

Seht, das ist wieder etwas Neues! – Da ihr begierige Neuheitsschnapper seid, so muss Ich euch ja auch schon wieder etwas Neues auftischen. Denn Ich meine, es wird nicht mehr nötig sein, hinsichtlich des ersten Atmens noch zu erörtern, ob die Steine atmen, nachdem ihr doch gesehen habt, dass sie fürs erste atmen müssen und fürs zweite auch, wie sie atmen. Wenn man nun diese zwei Grundbedingungen notwendig einsichtlich weiß, dann werdet ihr wohl selbst bemerken, dass es mit dem `Ob` seine geweisten Wege hat. Und sonach gehen wir zu unserer `Neuigkeit` über!

Das nächste Atmen ist ein elektrisches Atmen. – Dieses elektrische Atmen ist nichts anderes als das Aufnehmen des magnetischen Fluidums, durch welches die beiden sich widerstrebenden Kräfte in ihrer Beharrlichkeit gestärkt werden. Diese Beharrlichkeit ist wieder nichts anderes als der sichtbare Ausdruck der gegenseitigen Polarität – und das zwar darum sichtbar, weil, wie ihr schon ohnedies hoffentlich ein wenig wissen werdet, die Materie in ihrer Erscheinlichkeit nichts anderes ist als die Polarisation der sich entgegenstrebenden Kräfte.

Diese Polarisation ist denn gewisserart das Leben der Materie, welches solange fortwährt, als die Polarisation sich als `Beharrlichkeit der gegenstrebenden Kräfte` in der Materie ausspricht.

Wird durch was immer für einen bestimmten Umstand eine oder die andere Polarität in ihrer Beharrlichkeit gestört, alsdann verwittert die Materie und zerfällt endlich in Staub, welcher Staub selbst nur so lange als solcher existiert, solange in seinen Partikeln noch irgend `Polarität` vorhanden ist, geht aber endlich aus diesem letzten Dasein in ein anderes über, sobald er durch irgendeinen Umstand eine gänzliche andere Richtung zu nehmen genötigt wird.

Jedoch was die dritte Art des Atmens anlangt, davon soll bei einer nächsten Gelegenheit nähere Meldung geschehen. Und darüber sage Ich hier nur so viel: Da ihr schon ohnedies wohl wisset (aus einem andern Gesichtspunkte, als dem der Weltgelehrten), was und wozu eigentlich die Materie ist, so müsset ihr ja ohnedies euch wohl denken, dass wenn die Materie, woraus das Haus gebaut ist, notwendig atmen muss, um als solche zu bestehen, und sich in selber, durch das zweite Atmen, die zur Existenz der Materie nötige Beharrlichkeit der Polarität aussprechen kann, dass dann doch gewiss die Einwohner in diesem Hause nicht atemlos sein werden.

Ihr werdet doch verstehen, welche Bewohner hier verstanden werden?*) – Da wir nun aber sogar die Steine haben `schnarchen` gehört, so wird es gewiss ein noch viel Leichteres sein, die viel organischere Pflanzenwelt in ihrer notwendigen Ein- und Ausatmung zu belauschen.“ (HiG.01_40.11.22.a,01 ff)
*) Gemeint sind die in der Materie gefangenen und gerichteten Naturgeister, aus denen ja im letzten Grunde die ganze Materie besteht und die, wie alle geistigen Wesen, zu ihrer Lebenserhaltung ein geistiges Atmen aus dem allernährenden heiligen Gottesgeist benötigen.


7. Vom Atmen der Pflanzen
(Fortsetzung)

Sehet, eine Pflanze, vom Baum bis zum Grase, besteht, wie ihr im allgemeinen wisst, aus einem untersten Teile, der allezeit in der Erde steckt und der Wurzelteil der Pflanze ist, welcher Wurzelteil gleich ist einem Fuße, auf dem die Pflanze steht. Und zugleich aber ist dieser vielästige Fuß auch ein barer Polyp, welcher die Nahrung durch tausend Saugrüssel in sich saugt.

Auf diesem untersten Teil, mit selbem in organischer Verbindung, steht über der Erde der Stamm, der da gleich ist dem Leibe der Tiere, in welchem sich der `Hauptmagen` zur Verdauung der in sich genommenen Speisen befindet – neben welchem Hauptmagen freilich noch, wie in jedem tierischen Körper, viele tausend kleine `Nebenmägen` sich befinden, von denen jeder die vom Hauptmagen aufgenommene Speise wieder zu etwas anderem verdaut. Es ist hier nicht der Ort, um alle diese `Nebenmägen` in der Ordnung ihrer Verrichtung aufzuzählen, sondern es soll unterdessen euch selbst überlassen sein, darüber eure Denkkraft in der Liebe zu Mir zu schärfen.

Und so sehen wir, was über dem `Leibe` der Pflanze noch weiter zum Vorschein kommt, nämlich: die Krone, in welcher der Stamm, vervielfältigt, in die kleinsten Zweige ausläuft.

Nun, das ist einmal das organische Bild der Pflanze!

Bei den meisten Pflanzen werdet ihr mehr oder weniger im Stamme selbst oder aber doch im Stiele der Blätter oder Zweige einen hohlen Raum entdeckt haben, der mit keiner Flüssigkeit, sondern bloß nur mit Luft angefüllt ist – welche Luft jedoch nicht ganz gleichartig ist mit der äußeren, die Pflanze umgebenden atmosphärischen Luft, sondern entsprechend der jedesmaligen Beschaffenheit der Pflanze. Dass ihr z.B. solche Luft in der Blattstielröhre einer Kürbispflanze findet, wird wohl niemand von euch bezweifeln. Wie ist denn aber da die Luft hineingekommen?

Sehet, das ist schon beantwortet damit, dass die Pflanze die Fähigkeit in sich haben muss, die Luft an sich zu saugen – denn sonst könnte wohl nicht leichtlich diese eigentümliche Luft hier vorhanden sein, wovon euch schon eure Nase belehren muss, so ihr eine solche Röhre abschneidet und dann die in derselben befindliche Luft eurer Nase näher bringet.

Dass durch die Einatmung diese Luft in der Pflanze vorhanden ist, beweist auch noch das, dass, so ihr die Pflanze, wenn sie noch lebt, aus der Erde reißet und sie auf ein Feuer leget, ihr beim Verbrennen derselben alsobald durch das blasende Gezische gewahr werdet, dass Luft in derselben vorhanden ist. Denn wäre keine Luft vorhanden, so würde die Pflanze ohne Gezische und Geprassel verbrennen wie ein in Öl getauchter Faden.

Da würde ein Naturforscher allerdings sagen: `Ja, diese Luft kann auch durch die Poren dahin dringen!` – O ja, sage Ich, und sage noch dazu, dass sie das tun muss. Denn wenn die Pflanze so verschlossen wäre, dass sie nicht irgend auch allerfeinste Poren hätte, saget, wodurch soll denn die Luft hineindringen, selbst dann, wenn die Pflanze ihre Atmungsfähigkeit noch bedeutend sichtbarer äußern würde als irgendein Tier!?

Wenn man z.B. euch Mund und Nase verstopfen würde, wodurch wird wohl Luft in eure Lungen dringen nach dem Bedarf, wie ihr derselben nötig habt zum Leben!? Da eure zwei größeren Mund- und Nasenporen offen sein müssen, wenn ihr atmen sollet, so werdet ihr doch auch nichts dawider haben, wenn eine Pflanze auch irgend mit Poren versehen ist, durch welche die Luft in sie dringen kann nach ihrem Bedürfnisse. Und ihr werdet die Pflanze um diese Fähigkeit umso weniger beneiden, da sie mit dem Atmen viel ökonomischer ist als ihr.

Denn während ihr doch alle Sekunden aus und einatmet, atmet die Pflanze nur zweimal im Tage, Und zwar geschieht der Einatmungsprozess zur Tageszeit und der Ausatmungsprozess zur Nachtzeit. Es wird da nämlich die athmosphärische Luft, nach dem Bedürfnisse der Pflanze, durch die Poren, ja bei einigen Pflanzen sogar durch eigens dazu bestimmte Kanäle, langsam den ganzen Tag über in sich gezogen. Zur Nachtzeit aber, wenn der chemische Prozess vor sich gegangen ist und die Pflanze das ihr Zusagende aufgesaugt hat, wird der überflüssige, der Pflanze nicht zusagende Kohlenstoff*) mit anderen, der Pflanze ebenfalls nicht zusagenden Stickteilen hinausgestoßen – welcher Ausstoßungsprozess dann ebenso lange wieder fortdauert, wie am Tage der Einatmungsprozess gedauert hat.
*) D.h. die überschüssige Kohlensäure, eine Verbindung von Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff. Es ist dieser Atmungsvorgang nicht zu verwechseln mit dem unter dem Einfluss des Sonnenlichtes in den grünen Pflanzenteilen stattfindenden chemischen Prozess der Assimilation, wobei Sauerstoff ausgeschieden wird.

Nun, da hättet ihr denn das Atmen der Pflanzen und hörtet, dass es wirklich vor sich geht! – Warum es vor sich geht, ist schon gesagt beim Steine. Denn es ist ein und derselbe Grund (bei der Pflanze wie beim Stein).

Jedoch wie die Pflanze atmet, das ist etwas anderes. Denn obschon auch bei der Pflanze der nämliche Grund als bewegende Ursache des Atmens vorhanden ist, so wird es aber doch durch ganz andere, dem Organismus der Pflanze entsprechende Mittel erreicht, als bei der anderen, ganz plump organischen Materie.

Fürs erste müsst ihr, um das Wie recht zu verstehen, wissen, dass das Atmen nicht eine so ganz einfache Verrichtung ist, wie es sich dem Äußeren nach zum Beschauen darbietet. Sondern da ist ein Atmen immer die Folge eines anderen, vorhergehenden Atmens.

Zum Beispiel, so ihr einen Doppelblasebalg zur Hand nehmet und ziehet ihn auf mit der Hand, so wird die Luft von dem unteren Blasebalg in den oberen gedrückt. Sobald der untere Teil wieder losgelassen wird, schöpft er neuerdings wieder Luft. Und so ihr ihn wieder drücket, so wird diese hineingeschöpfte Luft wieder in den oberen gedrückt. Sobald der untere Teil wieder losgelassen wird, schöpft er neuerdings wieder Luft. Und so ihr ihn wieder drücket, so wird diese hineingeschöpfte Luft wieder in den oberen gestoßen. – Aber saget, hätte das der Blasebalg auch für sich allein verrichten können, ohne dass ihn irgendeine bewegende Kraft zu dieser Verrichtung genötigt hätte? – `Nein`, wird selbst der blindeste Verstand sagen, `solches geht nicht an!`

Wenn Ich nun also frage, welche bewegende Kraft setzt denn die Pflanze in ihrem Organismus in den Stand, dass sich die Organe in ihr verhältnismäßig erweitern und dadurch die Luft gleich einem Blasebalg in sich saugen? Da werdet ihr sagen: `Das ist ja eben der Punkt, wo es bei uns noch hapert!` – Allein ihr sollt von eurer `Haperei` sogleich befreit werden, müsset aber zuvor einen sorgfältigen Blick werfen auf die zahllosen, oft kleineren und oft größeren rauhen Spitzchen, welche sowohl den Stamm oft ganz, besonders aber die untere Seite der Blätter, anfüllen.

Sehet, diese Spitzchen sind nichts anderes als lauter Elektrizitäts-Sauger. Sie saugen begierig dieses polarische Fluidum den ganzen Tag über in sich – und zwar am Tage das Positive dieser Polarität. Durch dieses Insichsaugen der positiven Elektrizität, welche entspricht der Zentrifugal-Kraft, da sie in sich eine Fülle ausspricht, werden die Organe ausgedehnt, wodurch dann die Räume größer und größer werden und die Luft durch die Poren notwendig in sich saugen müssen.

Zur Nachtzeit aber ändert sich auch die elektrische Polarität, und das elektrische Fluidum entströmt durch die Spitzen oder entladet sich, wie ihr zu sagen pflegt, wodurch dann die Organe wieder enger aneinander treten und die durch die Polarität der Elektrizität selbst ausgeschiedene, unbrauchbare Kohlen(säure)- und Stickluft hinausstoßen, welche zwei Luftarten der negativen Polarität entsprechen.

Nun, da habt ihr die aufgelöste `Haperei`! – Nun werdet ihr sagen: `Jetzt haben wir's!` – Ich aber sage: Ihr habt es zwar wohl, aber eine Hauptsache geht uns noch ab. Und diese ist folgende: dass namentlich diejenigen Pflanzen, die da fortbestehen über den Winter, als dergleichen sind Gesträuche und Bäume, wie auch einige niedere Pflanzen, die dem Botaniker wohl bekannt sein werden, noch ein großartigeres periodisches Atmen haben, das im Verlaufe von einem Jahre einmal ein und einmal aus geschieht. Das heißt, den Sommer hindurch geschieht mit dem täglichen Atmen auch immerwährend das Haupteinatmen, und zwar auf folgende Art:

Es geht durch jeden speziellen Atemzug ein solcher Prozess in dem Organismus des Baumes vor, dass, abgesehen von dem natürlichen Verbrauche der eingeatmeten Luft, immer noch etwas von dieser Luft in dem Organismus zurückbleibt, durch welchen Rest der Baum den Sommer hindurch ganz besonders sein Wachstum im Umfang fördert. Ist nun aber der Sommer vorüber, so wird der nicht verbrauchte, bedeutende Rest wieder hinausgeschafft, was teils in der groben Rinde, teils aber auch in dem an demselben häufig entstandenen Moose ersichtlich wird.

Wenn nämlich dieser Luftrest vermöge der allgemeinen Beengung der Organe zur Winterszeit durch die Poren allenthalben hinausgepresst wird, so könnet ihr euch wohl leicht denken, dass diese Luft durch die längere Gegenwart in dem Organismus des Baumes nicht ganz rein geblieben ist. Wenn sie nun wieder hinaustritt in die freie atmosphärische Luft, so muss sie, bevor sie von derselben aufgenommen wird, durch einen eigentümlichen chemischen Prozess das ihr Uneigentliche an der Rinde oder am Stamme in der einen oder andern Form absetzen, wodurch dann die grobe Rinde selbst wie auch das Moos auf derselben gebildet wird.

Sehet, das ist nun das große periodische Atmen solcher Pflanzen! – Dass es vor sich gehen müsse, dafür spricht das Bestehen einer solchen Pflanze selbst. Und die besprochenen Erscheinungen bürgen laut für die Wahrheit dieser Offenbarung.

Aber, dass der Baum noch ein viertes Atmen hat – wie die Tiere ein fünftes und sechstes und der Mensch ein zahlloses – dieses zu erörtern ist hier nicht der Platz, wie es auch noch zu früh wäre für das schwache Verständnis eures Gemütes. Jedoch zu seiner Zeit wird euch alles in der Überfülle gegeben werden. Denn dieses hier Gesagte ist kaum ein Sonnenstäubchen im Vergleich zu dem Unendlichen, was da noch zu sagen wäre selbst nur von einem Sonnenstäubchen.

Obschon es zwar in Mir und für Mich nichts Unendliches und nichts Ewiges gibt, da Ich Selbst unendlich und ewig bin, so birgt aber doch alles (Geschaffene) Unendliches in sich, da es Mich Selbst in sich birgt. Denn, wo wäre das Ding, das außer Mir wäre und Mich nicht in sich trüge?! Was aber Mich in sich trägt, trägt Unendliches in sich und kann daher auch für das endliche Wesen niemals endlich besprochen werden.

Daher könnt ihr auch versichert sein, dass Ich für diejenigen, die Mich lieben, noch allezeit für alle Ewigkeiten im Hintergrunde Unendliches verborgen habe, und dass diejenigen, die zu Mir in die Schule gehen, in alle Ewigkeit nicht auslernen werden.

Denn je mehr da einer erkennen wird, desto mehr wird ihm noch immer zu erkennen bleiben. Daher wird es in Meinem Reiche auch keine `Gelehrte` geben. Und da wird nie jemand können das `Rigorosum`*) zur Doktors-Würde machen. Denn da wird es stets heißen:
*) Staatsprüfung

Wir bleiben ewig Schüler, und all unser Erkennen und Wissen ist nichts als ein eitles Stückwerk gegen die Allwissenheit unseres Vaters!

Sehet, daher seid froh und voll guten Mutes! Wenn ihr auch nicht alles wisst, so wisset ihr aber doch, dass Mir nichts unbekannt sein kann. Und wisset noch dazu, dass euch alles gegeben wird, um was ihr Mich, euren heiligen Vater, bitten werdet. Amen. Das sage Ich, euer wohlweiser Vater!
“ (HiG.01_40.11.22.b,01 ff)



8. Vom Ineinandergehen der Naturreiche

Schreibende: K. G. L. – S. – Andr. und Ans. H.

Was die Atmungs-Organe bei den Pflanzen betrifft, so gibt es im allgemeinen keine anderen als nur solche, deren in der letzten Mitteilung (siehe unter 7. „Vom Atmen der Pflanzen“) umständlich erwähnt wurde. Jedoch wie bei allen Dingen dieser (Natur-)Welt, mögen sie in ihren Extremen sich noch so unähnlich sein in ihrer Art, so gibt es aber doch zwischen allen diesen Dingen sich besonders annähernde Punkte, so zwar, dass da niemand mehr recht weiß, wo die eine Klasse der Dinge eigentlich aufhört und eine andere anfängt.

Dieses Ineinandergehen der Dinge (in der Naturwelt) werdet ihr nicht nur bemerken von einer Klasse zur andern, sondern selbst auch bei Dingen einer und derselben Art, bei Mineralien oder Pflanzen und Tieren. Denn betrachtet nur einmal den Kalkstein, und ihr werdet in diesem schon die bedeutendsten Übergangs-Abstufungen gewahren. Dieser Stein ist in den ersten Anfängen seines Bestehens ein fester und harter Stein und hat hierin nicht viel Unterschiedliches von der Art des Kiesels. Von dieser seiner härtesten Form geht er über, bis er endlich so weich wird, dass zwischen ihm und einer nur einigermaßen gefesteten Lehmerde kein bedeutender Unterschied mehr ist. Und solche Annäherungen gibt es von einer Art zur andern durchgehends bei allen Mineralien. Und diese Annäherung geschieht nicht nur speziell, sondern auch formell.

Und wie es bei den Mineralien der Fall ist, so ist es auch bei den Pflanzen und Tieren. – Betrachtet nur einmal die verschiedenen Gattungen des Apfelbaumes! Wer kann es bestimmen, wo diese Gattung der Bäume anfängt und wo sie aufhört? Ebenso werden auch die Menge Arten des Weinstockes auffallen müssen; aber wer weiß, wo der Weinstock anfängt und wo er aufhört? Und doch gibt es zwischen jeder Gattung, wie schon erwähnt, immerwährende Übergänge von der einen zur andern. Und es steht da keine Gattung für sich allein so, dass sie nicht mit einer ihr vorhergehenden und ihr nachfolgenden in irgendeinem beschaffenheitlichen und eigenschaftlichen Zusammenhange stünde.

Dasselbe aber ist auch der Fall bei den Tieren, betrachtet nur einmal alle Rassen einer und derselben Tierart. Wer kann da behaupten und zeigen, wo eine Rasse anfängt, wo ihr Höhepunkt ist und wo sie aufhört?

Nehmet z.B. den Hund und versuchet zu bestimmen, wo dieses Geschlecht seinen Anfang nimmt und wo es aufhört, und bestimmet den Kulminationspunkt dieses Tieres und zeiget an, welcher Hund da am meisten `Hund` ist.

Ich aber sage, es gehen alle diese Gattungen, Klassen und Rassen ebenso eines in das andere über wie die Wellen des Weltmeeres, da auch niemand wird bestimmen können, welche von diesen zahllosen Wellen, die die Oberfläche dieses großen Gewässers beunruhigen, die erste, mittlere und letzte ist.

Ich aber sage, und ein jeder einfache Mensch wird es auch sagen: Da ist weder eine die erste, noch eine andere die mittlere und noch eine andere die letzte! Sondern es treibt da eine Woge die andere und geht in die andere über, ohne dass sie in diesem sich schaukelnden Übergange etwas anderes wäre als das, was sie früher gewesen ist, nämlich Wasser. Aber nur befindet sie sich nicht mehr an der (alten) Stelle, sondern, nachdem sie eine frühere Woge verdrängt hat, wogt sie nun an deren Stelle, während wieder eine ihr nachfolgende sie drängt.

Um dieses Bild noch richtiger zu begreifen, denket euch einen Kreis, der da genau in gleiche Grade geteilt wäre. Nun saget selbst, wie wäre die Behauptung, so jemand sagen möchte: `Dieser oder jener Grad ist der erste!` – Ich aber sage: Warum zanket ihr euch ob der Primität eines Grades, da doch einer wie der andere ist und es einerlei ist, welchen ihr für den Ersten annehmet. – Und es kann da leicht sein, dass alle dieses einsehen und sagen: `Da einer ist wie der andere und jeder von dem andern durch einen gleichen Zwischenraum getrennt ist, so werden wir durch solchen nutzlosen Zank nicht weiser; sondern, da sei der nächste beste der Erste, und von da zählen wir fort. So wir den Ersten bezeichnet haben, so wird sich dann auch geben, wer der Letzte ist.`

Sehet gerade so, wie sich dieses alles verhält, so verhält sich's mit dem Kreis der Dinge (in der Naturwelt). Es geht immer eines unbemerkt in das andere über, wie eine Woge in die andere.“ (HiG.01_40.12.08.a ff)


9. Weiteres vom Atmen der Pflanzen.
(Fortsetzung)

Vermöge der Übergänge in der Naturwelt werdet ihr auch Pflanzen finden, welche sich dem Tierreiche nähern. Und sehet, diese Pflanzen haben denn auch mehr oder weniger in ihren Organen mit den Organen der Tiere Gemeinschaft. Und auf dieser Stufe werdet ihr auch Pflanzen finden, die – fast den Tieren ähnlich – mit den Kelchen ihrer Blüten kleine Tiere förmlich, wie man zu sagen pflegt, mit Haut und Knochen verzehren.

Solche Pflanzen, die so eine gröbere Nahrung von außen her in sich nehmen, müssen dann auch im Innern mehr Mägen und andere Verdauungsorgane besitzen. Und so besitzen auch einige – nebst den kleinen sonderheitlichen Mägen, die unter dem Blumenkelche sich vorfinden – noch einen Hauptmagen in der Mitte der Pflanze, andere an der Stelle, da sie aus der Erde zu ragen anfangen.

Wenn denn aber eine solche Pflanze mit einem solchen Magen versehen ist, seht, da muss sie andererseits mit einer der Beschaffenheit der Pflanze entsprechenden Lunge versehen sein. Damit ihr aber einsehet, warum dieses so sein muss, so müsst ihr zuvor einen Blick auf das Atmen der Tiere werfen.

Das Tier atmet nicht nur allein des chemischen Prozesses wegen, sondern es atmet auch noch ganz vorzüglich darum, weil es gröbere Nahrung in sich nimmt, damit es fester werde in seiner Beschaffenheit. So muss der Magen, der sich allezeit unweit der Lunge befindet, auch immerwährend durch die Ausdehnung der Lunge und anderer mit der Lunge durch die Arterien verbundener Organe gerüttelt und gewisserart, nach eurem Kunstausdrucke, `frottiert` werden, damit die harte Speise in demselben immerwährend umgerührt wird, sich in ihren Teilen reibt und durch diese Reibung selbst die zur Verdauung gar so notwendige elektrische Wärme erzeugt.

Sagt ihr doch selbst: `Ich habe mir mit einer `Speise den Magen verdorben` oder `ich habe mir den Magen verkühlt`. Das will nichts anderes sagen, als dass ihr eine der Beschaffenheit eures Magens und der Tätigkeit eurer Lunge zu harte Speise zu euch genommen habt; oder ihr habt eine Speise zu euch genommen, die vermöge ihres negativen Verhältnisses zu wenig positiv elektrisch ist und durch sich nicht leichtlich zu irgendeiner Gärung gelangen kann.

Zur Gärung ist nämlich die positive Elektrizität unumgänglich notwendig, und zwar aus dem Grunde, weil die Gärung an und für sich nichts anderes ist als das Freiwerden der Elektrizität, welche als das Prinzip allen organischen Lebens in den Zellen der Organe wie in kleinen Fläschchen vorhanden ist. Wenn die hier vorhandene Elektrizität durch äußere Umstände erhöht wird, dann zerreißt sie diese Zellen und springt entweder, sich mehr und mehr quantitativ vereinigend, frei über zur allgemeinen positiven Elektrizität der Luft oder geht, so diese Freiwerdung in einem tierischen Körper wie auch einem tierähnlichen Pflanzenkörper vor sich geht, als neuer, vitaler Nahrungsstoff in die Zellen des Organismus des Tieres oder einer solchen tierähnlichen Pflanze.

Sehet, wie aus diesem Grunde sich bei den Tieren allezeit das Atmungsorgan oder die atmende Lunge notwendig vorfinden muss, aus eben dem Grunde muss es auch bei solchen Pflanzen vorhanden sein, damit es da die Verdauungsorgane in eine stete frottierende Bewegung bringe.

Es ist kaum noch zu erwähnen nötig, dass bei einigen Pflanzen die Wurzel mehr tierischer Beschaffenheit ist als die Pflanze selbst. Eine solche Wurzelgattung wühlt und sticht gleich den Würmern im Innern der Erde herum und sucht allda die der Pflanze zuträgliche Nahrung. Und allda, wo diese Pflanzen ihre Tierähnlichkeit äußern, sind dann auch jene Atmungsorgane zu finden. – Jedoch in diesem Klima kommen, bis auf einige sehr wenige Gebirgswasserpflanzen, keine Pflanzen vor, welche diese besondere, soeben auseinandergesetzte Tierähnlichkeit besäßen. Diese (eigenartigen Wurzel-)Pflanzen finden sich vielmehr nur in den sehr warmen und heißen Klimaten.

So aber jemand der Meinung ist, ein außerordentlich vergrößerndes Mikroskop werde ihm dieses an jeder Pflanze ersichtlich machen, da sage Ich, der möge sich ein Mikroskop anschaffen, unter dessen Brennpunkte er eine Milbe so groß wie eine Welt erblicken möchte, so soll er aber doch versichert sein, dass er bei einer gewöhnlichen Pflanze nie etwas anderes erblicken wird, als die jeder Pflanze nach ihrer Art eigentümlichen, größeren und kleineren, schon letzthin bekanntgegebenen Atmungsporen. Und sollte ein solcher emsiger Beobachter sogar irgendwelche Erweiterungen und Beengungen wahrnehmen, so soll er wissen, dass eine solche Erscheinung eine optische Täuschung ist, die bei so großer Spannung bei dem menschlichen Auge durch jeden Pulsschlag bewirkt wird – ein Umstand, welcher besonders bei einem Menschen umso empfindlicher wird, je mehr seine Augen durch Lektüre von kleinen Schriften und sonstigen vielfältigen Betrachtungen kleiner Gegenstände mitgenommen wurden, wodurch dann solche Menschen auch gewöhnlich ein äußerst `kurzes Gesicht“ bekommen.

Und ferner kann ein solches Beengen und Erweitern eines solchen beobachteten, leblosen Pflanzenpartikels daher rühren, dass da die positive Elektrizität, die noch immerwährend vorhanden ist, solange die Pflanze grün und frisch aussieht, noch irgendeinen betrachteten Teil erregt und etwas erweitert. Hat sich dann solch ein elektrisches Atom aus irgendeiner Pflanzenzelle (verschwindend) empfohlen, so schrumpft dann also bald die Pflanze allda zusammen, wo sie einen solchen Verlust erlitten hat, und zieht dadurch auch die nebenbefindlichen Zellen enger an sich. Dadurch kann es dann wieder geschehen, dass die in solchen Zellen nun ebenfalls beengte Elektrizität in das leere Hülschen übertritt, wodurch dieses wieder etwas erweitert wird, und zwar so lange, bis die Elektrizität sich aus diesem wieder empfiehlt.

Dadurch wird bei einem von dem Stamme abgetrennten Pflanzenteile jene Erscheinung ersichtlich, die ihr das sogenannte Welkwerden nennet. Denn da verliert die Pflanze ihre Elastizität und ihre Frische, die sie nur auf einige Zeit dadurch retten kann, wenn sie nicht gar zu lange nach dem Getrenntwerden alsbald ins Wasser gesetzt wird, wodurch dem Entströmen der Elektrizität ein Hindernis bereitet wird und die Elektrizität des Wassers der Elektrizität der Pflanze nicht nur das Gleichgewicht hält, sondern dieselbe sogar noch eine Zeitlang ernähren kann – besonders wenn die Pflanze nicht zu jenen gar zu sehr Elektrizitätshungrigen gehört (wie z.B. ein Buchsstäudchen und sonstige ähnliche elektrizitätsärmere Pflanzen), welche dann noch die längste Zeit mit dieser Nahrung vorlieb nehmen und fast wie an der Wurzel fortbestehen, nur mit bedeutender Unterbrechung der quantitativen Vegetation.

Nun sehet, das ist alles, was von der Atmung und deren Organen bei den Pflanzen zu beachten ist. – Allein, was da die geistige Atmung betrifft, das wird nächstens bei einer Gelegenheit, und zwar nur für euch, zur Genüge hell und klar veroffenbart werden.“ (HiG.01_40.12.08.b,01ff)

 

 

10. Weitere Textstellen über Tiere

 

10.1.

„…Würde Gott aber mit Seiner Allmacht aus Seiner Weisheit heraus den Willen des Menschen leiten, so wäre der Mensch um nichts besser denn ein Tier; ja, er stünde sogar noch unter demselben, weil sogar dem Tiere schon eine kleine Willensfreiheit insoweit verliehen ist, als es, wie euch die Erfahrung lehrt, auch ein Verständnis und ein Gedächtnis hat, den Hunger, Durst und Schmerz fühlt und darum auch, wenn auch noch so stumpf, etwas denken, urteilen kann und durch seine Stimme, Miene und Gebärden auch das kundgeben kann, was es für sein Bedürfnis will.“ (GEJ.07_214,09)

 

10.2.

„…Dass aber auch die Tiere mit der Zeit und mit mancher Mühe der wahren Menschen auch eine Art höherer Bildung annehmen, das habt ihr alle an euren Haustieren erfahren. Die Menschen würden mit den Tieren noch mehr ausrichten, wenn sie gleich den einfachen Urvätern der Erde mit ihrem jenseitigen Geiste aus dem Herzen Gottes in einer wahren und vollen Verbindung stünden.“ (GEJ.07_221,07)

 

10.3.

„…Menschen, die noch ein sehr einfaches Naturleben führen und bei denen der besprochene Außenlebenskreis aus ganz natürlichen Gründen eine große Ausdehnung erhalten hat, fühlen die Annäherung irgendeines Feindes auf viele Meilen Entfernung, ebenso einen herannahenden Sturm und können aus der Erfahrung Tag und Stunde bestimmen, wann er eintreffen wird. So haben auch Tiere, besonders Hunde, eine außerordentlich starke Sensitivität in ihren Geruchsorganen, wodurch sie den Außenlebenskreis ihres Herrn auf viele Stunden bestimmt als den ihres Herrn erkennen, nach dem Hauptzuge desselben fortlaufen und so ihren Herrn ganz sicher finden.

Die schottischen Hunde besitzen die stärkste Sensitivität und sind daher als Menschenretter am besten zu brauchen. Man könnte solche Hunde auch dazu verwenden, dass sie angäben, ob ihr verstorbener Herr wirklich oder nur scheintot ist. Läuft ein solcher Hund bis zum Grabe seinem verstorbenen Herrn nach, so ist die Seele des Herrn noch nicht völlig aus dem Leibe und der Verstorbene kann füglich als scheintot betrachtet werden. Kümmert sich aber solch ein Hund gar nicht mehr um seinen Herrn, so ist dieser dem Leibe nach auch wirklich tot.“ (HiG.03_54.02.24,17)

 

Siehe auch linke Randspalte unter „Einführende Texte“, Thema „12 Fragen und Antworten“, Text Nr.6: „Wie entstand eigentlich das Leben?“ sowie „Naturwissenschaftliches (2)“, Thema „Evolution und göttliche Schöpfung“, "Die Entstehung des Sonnenlichtes / Über die Urknall-Theorie" u.a. sowie "Kritik an der Neuoffenbarung?", Thema "Zur Kritik an Jakob Lorber"