„Ihr wisset es, dass es nun ebenso wie zu allen Zeiten Propheten gibt, und es wird deren also auch allzeit geben bis ans Ende der Welt bei allen Völkern der Erde, welchen Glaubens sie auch sein mögen. Denn durch die Propheten allein wird, wenn auch schon alle Stricke zwischen Himmel und Erde zerrissen sind, noch ein geheimes Band fest erhalten, das keine finstere Macht zu zerstören vermag.“ (GEJ.01_141,01)

 


"...Eben deswegen habe Ich Seher als neue Propheten zwar nach einem andern Sinne als einst erweckt, die Mein Wort unverfälscht den Menschen wiedergeben sollen; und damit hier keine Fälschung von menschlicher Seite eintritt, so diktiere Ich nun Meinen Schreibern (Jakob Lorber, Leopold Engel, Gottfried Mayerhofer) Selbst, was Ich von den Menschen geglaubt und befolgt wissen will!"*)

"Die Lehre, die Ich euch nun gebe, ist Gottes Wort und bleibt ewig!" (GEJ.09_090,02)

*) Siehe linke Randspalte unter "Religionen / Kirchen (1)", Gottfried Mayerhofer: "Ist die katholische oder protestantische Kirche Mir oder Meiner eigentlichen Kirche näher?"


 

 

Über echte und falsche Propheten

sowie Jesu "neues Wort"

 


1. Teil
1. Das Gotteswort in „Hülsen“
2. Einwirkungen durch Geister
3. Echte und falsche Propheten
4. Grosse und kleine Propheten der Läuterungsszeit

2. Teil
5. Die neuen Offenbarungen
6. Über die Wiederkunft Jesu


1. Das Gotteswort in „Hülsen“


1.1.

"Wenn Ich Meine Jünger lehrte und selbst auf eure Erde kam, so hatte dies keinen andern Zweck, als allen geschaffenen Wesen Mein geistiges Reich, seine Gesetze und seine Grundprinzipien kundzugeben. Als Ich auf Erden lehrte, sagte Ich nichts Neues, sondern immer das gleiche, was Ich von Anbeginn der Welt all Meinen Geistern eingeprägt hatte, nämlich: was ihr endliches Ziel und ihr ganzes Streben sein soll. Selbst der Materie mit ihren in sie eingeschlossenen Geistern legte Ich den Trieb ein, nach Vervollkommnung zu ringen, um so die Außenseite, die Bestandteile der Materie zu vergeistigen, bis diese endlich, mit dem Innern in Übereinstimmung, sich zu höheren Potenzen der Lebensentwicklung, vom schweren Gestein bis zum sich seiner selbst bewussten Menschen aufschwingen kann, der dann – mit dem Bewusstsein seiner Mission – sein eigenes Materielles vergeistigen muss, bis er, wenn sein Äußeres mit seinem Inneren gleich geistig geworden ist, zur Aufnahme in Mein Reich reif ist.

 

Dem Durchlaufen dieser Phasen entsprechen die Gleichnisse mit dem Samen; denn der ausgestreute Samen wird, auf verschiedenes Erdreich fallend, verschiedene Produkte hervorbringen, je nachdem, was für Elemente er zu seinem Gedeihen dort vorfindet. Das Freigeben der menschlichen Natur, d.h. der freie Wille, bedingt diese verschiedene Auffassung Meiner Lehre, so wie Ich sie einst Meinen Jüngern predigte und jetzt nur wenigen auf dieser Erde wieder kundgebe. Die Menschen, mitten zwischen den beiden Polen von Gut und Böse stehend, mussten natürlich auch verschiedene Reaktionen zeigen, wie sie Meine Lehre auffassen wollten oder konnten.

 

Wie die Welten in Meiner ganzen Schöpfung millionenartig verschieden sind und dadurch bildlich das verschiedene Auffassen der reinen Wahrheit ausdrücken, ebenso verschieden mit Millionen von Abweichungen sind die Menschen, ein jeder einzelne als geistige Welt für sich betrachtet.

 

Ihr erseht also aus diesen Gleichnissen die weitgehende Bedeutung des Samens, des Wortes „Es werde!“, das Ich einst gesprochen habe, das heute noch fortwirkt und am Ende alle Geister in einem Geisterreich vereinen wird, wenngleich einzelne Welten und Individuen längere und andere kürzere Wege dahin zurücklegen müssen.

 

Mein Wort, oder der Ausdruck der Liebe in jeder Bedeutung, enthält die ganze Schöpfung und enthält Meine ganze Lehre. Das beweist, dass Ich nur Gesetze der Liebe, und zwar nur zwei, gegeben habe, die aber nur dann von Wert sind, wenn eins das andere ergänzt.

 

Diese Gesetze der Liebe sind der Same, den Ich materiell in Meiner ganzen Schöpfung und geistig in den Herzen aller vernünftigen Wesen gesät habe." (PH.01_051,06)

 

1.2.

…"Aber solches wisst ihr nicht, dass eben aus den Himmeln keine Kunde völlig enthüllt zu den Menschen auf der Erde gelangen kann, sondern noch allezeit ist eine jede Kunde mit einer Hülse umschlossen. Denn ohne eine solche hülsige Umschließung könnte keine Kunde aus den Himmeln, welche rein geistig ist, zu den Menschen gelangen, so wenig als da jemand von euch imstande wäre, den für den Leib nur tauglichen ätherischen Nahrungsstoff ohne Beigabe gröberer Materie in sich aufzunehmen.“ (GS.02_015,03)

1.3.
Ich sage es euch als eine allerlichteste Wahrheit darstellend: Ebenso leicht und eigentlich noch leichter hätte Ich in Menschengestalt, und zwar in der riesenhaftesten Größe, begleitet von zahllosen Engelscharen und unter Feuer, Blitz und Donner und Sturm, zur Erde Mich herablassen und mit Berge zertrümmernder Donnerstimme euch verkünden können das neue Wort der Gnade. Da wäre sicher keiner unter euch gewesen, der in sich nur den allergeringsten Zweifel hätte können emporkommen lassen. Denn der höchste Schreck und die höchste Angst hätten ihn augenblicklich derart geknebelt, dass er dabei nicht einmal eines allerbeschränktesten Gedankens fähig gewesen wäre. Würde aber jemandem das zu seiner innern, wahren Freiwerdung etwas genützt haben? Oh, mitnichten! Das wäre ein Gericht für jedes Menschen Seele gewesen und eine Gefangennehmung aller Gemüter, derart, dass sie ordentlich zu den härtesten Steinen geworden wären!

Sehet, darum bin Ich in dieser Niedrigkeit ganz unvermerkt in diese Welt gekommen, wie Ich Mich auch durch den Mund der Propheten also angekündigt habe, auf dass keines Menschen Herz gefangen würde und sie allein durch die segensreiche Macht der Wahrheit Meiner Worte und Lehren Mich liebend erkennen und dann ganz frei ihren Lebenswandel einrichten! Meine Zeichen sollen nur zur Bekräftigung dessen dienen, dass Ich wirklich Der bin, als der Ich Mich den Menschen darstelle.“ (GEJ.06_007,07)

1.4.
„Nehmen wir zum Beispiel das Samenkorn eines Baumes! Ihr könntet zum Beispiel hundert Eichnüsse miteinander vergleichen, ja sie sogar abwägen. Wenn ihr übrigens die vollkommen schönen Früchte dieses Baumes nehmet, so wird dabei des Unterschiedes in kaum merklichem Verhältnisse vorkommen. Und wenn ihr aus den Körnern noch dazu die Keime auslöset und sie an und für sich mikroskopisch betrachtet, so werdet ihr in einem jeden solchen Keimwärzchen eine und dieselbe Ordnung finden. – Jetzt aber, Meine Lieben, nehmen wir uns die Mühe und machen einen kleinen Spaziergang in einen Eichwald! – Ho, ho! werdet ihr sagen, da sieht ja nicht ein Baum dem andern gleich! Dieser da hat solche Äste, jener wieder andere, und nicht zwei im ganzen Walde sind sich der Form nach ähnlich! Ihr werdet etwa meinen, vielleicht herrscht doch in den Wurzeln eine größere Ordnung und entspricht deren Zustand mehr und mehr dem Keime? – Lassen wir die Bäume nur ausgraben; denn im Geiste ist solches ja leicht möglich. Besehet da die Wurzeln, wie sie ebenso verschieden und sich gegenseitig unähnlich sind wie die Stämme und Kronen der Bäume selbst!

Wenn ihr solches nur ein wenig betrachtet, müsst ihr da nicht der Wahrheit gemäß laut ausrufen: Welch eine Unordnung, welch ein Widerspruch gegen die außerordentlich übereinstimmende und gleichmäßige Ordnung im Keime! – Wie kann aus solcher Ordnung eine solche, sich in allen Stämmen, Ästen und Zweigen widersprechende Unordnung entstehen!

Sehet, darin liegt es, was zu verstehen und wohl zu begreifen euch überaus not tut, so ihr von jeder äußerlich-formellen, geistigen Offenbarung durch den Buchstabensinn einen wahren Nutzen ziehen wollt. Denn das Geistige ist eine in sich selbst bestimmte Kraft und ist mit sich selbst in der größten Ordnung. Wenn aber diese Kraft, aus sich selbst hinaustretend, sich äußern will, so muss sie ja doch, als in sich die größte Ordnung, wohl innewerden, wie sie sich den äußeren Verhältnissen gegenüber möglicherweise äußern kann, um fürs erste ihr ureigentümlich Beschaffenheitliches nicht aus den Augen zu lassen, übrigens aber also zu wirken, dass sie auch mit den äußeren Umständen im Einklang steht.

Sehet, aus dem wird etwa doch klar werden, dass wenn Ich, als die Urkraft Selbst, aus der allerreingeistigsten, ewigen Ordnung Mich für die Außenwelt äußere, Ich auch stets diese zwei Regeln, als der Grundurheber derselben, auf das genaueste beachte; und zwar eben dadurch, dass dabei von dem eigentlich Göttlich-Heiligen in Seiner Fülle nichts vergeben wird, sondern dasselbe allenthalben allerhöchst-vollkommen beschaffenheitlich innewohnen muss. Was aber dann die formelle Äußerung nach außen betrifft, so muss sich diese dennoch wieder fügen nach den äußeren Umständen und muss daher notwendig in der Äußerlichkeit in allerlei widersprechend erscheinen, während sie doch in sich selbst in dem allerhöchst ordnungsmäßigen Einklange steht; – also wie die Eichbäume an und für sich beschaffenheitlich doch immer dieselben sind und sich, zufolge ihrer Produktionen, immer auf eine und dieselbe Grundordnung zurückbeziehen, wenn sie sich auch noch so sehr in der äußern Form zu widersprechen scheinen…

Betrachtet zum Beispiel den Baum des Lebens oder das geschriebene Wort, sowohl des Alten als des Neuen Testaments: wie viele tausend Äste, Zweige und Wurzeln möget ihr wohl an demselben erkennen? – Nicht eine Wurzel, nicht ein Ast, nicht ein Zweig sieht dem andern ähnlich. Dem Äußern nach scheint sich alles zu widersprechen. Lehrsätze über ein und dasselbe lauten verschieden. Prophetische Voraussagen über ein und dasselbe Ereignis sind von verschiedenen Propheten auch verschieden bezeichnet. Sogar die vier Evangelisten erzählen ein und dieselbe Sache mit anderen Worten und unterscheiden sich auch in verschiedenen Zahlenangaben. Ja sogar manche Orte geschehener Tatsachen werden häufig nicht völlig übereinstimmend bezeichnet, und so variieren auch nicht selten die Zahlen der Zeit. – Wer nun von der äußerlichen Anschauung auf den innern Zusammenhang kommen will, der wird den Weg doch sicher verfehlen und wird das Zentrum so schwer treffen, wie jemand, der von außen einen Baum anbohren und behaupten möchte: wie er da den Bohrer angesetzt habe, so müsse er damit bis zum Kerne dringen. So er aber hernach den Gang seines Bohrers untersuchen wird, da wird sich doch sicher zeigen, dass er mit seinem Bohrer den Kern um mehrere Zoll verfehlt hat. – Wenn er aber den Baum eher spaltet und bohrt dann vom Kerne nach außen, wird er da wohl möglicherweise je die Rinde verfehlen können? – Warum denn nicht? – Weil im Kerne alles in eins zusammenläuft. – Aber im Äußern ist der Kern durchaus nicht zu finden. Es könnte jemand nur, wie ihr zu sagen pflegt, durch einen blinden Zufall mit seinem Bohrer das Zentrum treffen. Was wird ihm aber solches wohl nützen? Wird er darum nun imstande sein, bei jedem Baume, den er wieder anbohrt, das Kernzentrum zu treffen?

Seht, also nützt auch die äußere, gewisserart antisolare Verstandesweisheit so viel als nichts. Ein solch äußerlicher Verstandesweiser wird beständig wie ein Blinder herumtappen, und alles wird nur ein halbes Erraten, aber nie eine volle, innerlich überzeugende Gewissheit sein. – Wer aber mit seinem Bohrer auf dem solaren Wege die gespalteten Bäume vom Kerne aus anbohrt, kann der je die Rinde verfehlen?

Sehet, das ist der richtige Schlüssel, nicht nur allein zur Beleuchtung und Eröffnung der wahren, innern Weisheit bezüglich der Religion der Bewohner unseres siebenten Sonnengürtels*), sondern für euch auch noch um vieles mehr bezüglich eurer geoffenbarten Religion und auch hinsichtlich dieser gegenwärtigen neuen Veroffenbarung (Neuoffenbarung), – damit ihr dann durch eben diesen Schlüssel, oder wahren, innern Weisheitsbohrer, nicht nur allein das Geoffenbarte, sondern auch alle Dinge und Erscheinungen von dem wahren, innern, in sich allenthalben einigen, sich nie widersprechenden Grunde und Hauptstandpunkte der innern Weisheit, also aus dem Zentrum eurer Liebe zu Mir, betrachten könnt.“ (NS.01_068,08ff)
*) Bezieht sich auf Jakob Lorber: „Die natürliche Sonne“

1.5.
Vom ersten Menschen dieser Erde bis zu dieser Stunde sind die Menschen nie auch nur ein Jahr lang gänzlich ohne alle Offenbarung, von Mir ausgehend, geblieben, – aber stets also, dass ihr völlig freier Wille keine Nötigung zu erleiden hatte, weil der Mensch ohnedem kein Mensch, sondern nur eine Maschine Meines Willens wäre.

Es ward darum dem Menschen aber auch der Verstand gegeben als ein gutes Licht, um mit demselben Gott und Seinen Willen zu suchen, – was denn auch zu allen Zeiten gar viele Menschen getan und beim rechten Ernste auch das gefunden haben, was sie suchten.

Dass Sich aber Gott nicht so bald und so leicht finden lässt, wie es sogar manche Menschen eben gerne hätten, das hat seinen höchst weisen Grund darin: Würden die Menschen mit leichter Mühe das finden, was sie suchen, so hätte das Gefundene bald keinen Wert mehr für sie, und sie gäben sich wenig Mühe mehr, noch weiter zu suchen und zu forschen; sie begäben sich in die Trägheit, und der von ihnen gar so leicht und bald gefundene geistige Schatz würde ihnen noch weniger nützen, als so sie ihn ängstlich gleichfort suchen müssen und in dieser Welt doch nur selten und schwer völlig finden. Darum geschehen große Offenbarungen selten, damit die Menschen, in ihrer Seelennacht geängstigt, selbst Hand ans Werk legen müssen und mit allem Eifer suchen die ewige Wahrheit und also Mich.

Dass die Menschen in dieser Welt während ihres Suchens gar oft auf allerlei Abwege und auch in allerlei Bedrängnisse geraten, ist wohl ein diesirdisches Übel; aber dies entsteht nicht etwa aus dem tätigen Ernst des Suchens, sondern aus der leidigen Trägheit im Suchen, die eine Frucht der übertriebenen Welt- und Eigenliebe ist, vermöge der sich die Menschen das Streben nach dem Reiche des Geistes so bequem als möglich machen möchten. Wenn das andere, noch trägere Menschen merken, so sagen sie dann bald und leicht zu den lau Suchenden: ,Ei, was gebt ihr euch doch noch für Mühe, das zu suchen, was wir schon lange in größter Klarheit gefunden haben! So ihr uns glauben und dienen und statt eures fruchtlosen Selbstsuchens und Forschens kleine Opfer bringen wollt, so werden wir euch alles treu verkünden, was wir leicht und bald gefunden haben!‘

Nun, den trägen und Mühe scheuenden Suchern ist solch ein Antrag willkommen, sie nehmen ihn an und glauben, was ihnen jene unter Mithilfe von allerlei falschen Wundern und Zeichen, die die noch Trägeren im Suchen der Wahrheit erfunden haben und zum Besten ihres diesirdischen Wohllebens vor den Blinden mit allerlei Zeremonie darstellen, mit ernster Miene sagen. Auf diese Art entstehen dann die vielen Gattungen des Aberglaubens, Lügen, Betrug und völlige Lieblosigkeit und mit ihr alles Unheil auf der Erde unter den Menschen.

Ihr fraget nun freilich in euch, warum Ich so etwas zulasse. Und Ich sage es euch: Aus dem Grunde lasse Ich so etwas zu, weil es für die Menschenseele, die zum ernsten Suchen zu träge, besser ist, dass sie doch etwas glaube und durch den Glauben sich in eine Ordnung füge, als so sie völlig erstürbe in ihrer Trägheit und Arbeitsscheu. Geht die Sache des Betrugs und der Bedrückung einmal zu weit, dann zwingt zuerst die Not die Leichtgläubigen zum weiteren Selbstforschen nach der Wahrheit. Sie merken den Betrug, verlassen ihre Trägheit und fangen an, ernstlich selbst zu forschen und scheuen den Kampf nicht, – und es geht daraus bald allerlei Licht hervor. Und zweitens ist darauf eine an solche lang betrogene und darum eifrige Sucher von Mir neu erteilte Offenbarung eine ihnen ums unaussprechliche willkommenere und für die Vertreibung des alten Aberglaubens auch wirksamere.

Da habt ihr nun von Mir aus eine ganz klare Beleuchtung dahin, warum Ich auf dieser Erde unter Menschen so manches nach ihrem freiesten Willen zulasse, was vor dem Richterstuhle der Menschen eben nicht als ganz gut und weise erscheint, aber im Grunde des Grundes doch höchst gut und weise ist. (GEJ.09_019,06ff)



2. Einwirkungen durch Geister


2.1.
Nachdem jetzt überall der geistige Wind, der schon längst durch alle Herzen zieht, anfängt, sich mehr und mehr fühlbar zu machen und das unbewusste Suchen und Sehnen nach etwas, was die meisten (Menschen) sich nicht klar vorstellen konnten, einer deutlicheren Form bedarf, so will Ich dir mit einigen Worten den rechten Anfangs- und Ausgangspunkt zeigen, woher dieser Zug kommt und wohin er zielt, wie er in gemäßigte Bahnen eingelenkt werden kann und was dem Einzelnen dabei Beteiligten eigentlich am meisten obliegt; denn noch wenige verstehen weder ihre Mission auf dieser Erde, noch können sie sich entziffern, was denn eigentlich dieser innerliche Drang nach Höherem, Tieferem, sich für ein Ziel gesteckt hat.


Jetzt, in der Zeitepoche wo ihr lebt, gesellen sich noch neben Meinen Kundgebungen (durch Jakob Lorber, Leopold Engel, Gottfried Mayerhofer) auch die Eröffnungen Meiner Geisterwelt hinzu, welche Ich zulasse, damit so mancher Schlafende geweckt und zum Nachdenken angeregt werde über so manches, wovon er sich früher nichts hätte träumen lassen.


Alles dieses hat seinen großen Zweck und wird und muss zu dem Endziele führen, die Menschheit, welche vom eigentlichen geistigen Wege abgekommen ist und ganz materiell zu werden scheint, wieder auf dieselbe Bahn zurückzuführen, auf welche Ich sie vor mehr als tausend Jahren eingelenkt hatte.


Dortmals (Lebenszeit Jesu) war Meine Lehre eine neue, gegründet auf die schon Bestehende (AT), selbe erläuternd und zum rechten Verständnisse der geistigen Welt zurückführend; jetzt, wo die ganze Welt nahe am Abgrunde des grassesten Egoismus steht, muss dieselbe Lehre erneuert wieder auftreten, nur durch andere Mittel und auf anderen Wegen!


Die erste wurde verstümmelt und missbraucht zu sinnlich menschlichen Interessen, die jetzige neue (Neuoffenbarung) wird ebenfalls nicht so ganz ungestört durchkommen; denn alles Neue muss sich seine eigene Geltung erst erkämpfen.


Allein, damit es ihr nicht ergehe wie der ersteren, so will Ich durch dieses Wort mit großen Zeichen und wenigen Worten dir die allgemeine Basis und Richtung klar vorzeichnen und so höre denn, Mein Sohn:


Nachdem durch gewöhnliche Mittel die Menschheit jetzt von ihrem Verfall nicht zu retten ist, so ließ Ich es zu, was nicht Menschen möglich war, daß Meine Geisterwelt es vollführen solle. (Offenb.Johannes Kap.19, Vers 14-16)


So entstand dieser jetzt weit verbreitete `Spiritismus`*), wie ihr ihn nennet.
*) Spiritismus, von lat. spiritus = Geist, bezeichnet die Annahme und Lehre einer Verbindung Verstorbener mit Lebenden (bzw. Lebender mit den „Geistern“ Verstorbener).


Mittels dieser `Kommunikation` sollten die verirrten Menschen hie und da aufmerksam gemacht werden, dass es in der andern Welt nicht gerade so rosig aussieht, wie es sich manche gedacht haben. Es sind euch von `dort` Enthüllungen gegeben worden, die wohl genügt hätten, die Menschen auf bessere Wege zu bringen; allein, das: `Gehet nicht auf dem jetzt betretenen Wege` genügt nicht und da der `Spiritismus` nur in unbestimmten Umrissen einen andern Weg ahnen ließ, aber selben nicht genau bezeichnete, so blieben die meisten Menschen was sie waren, ergötzten sich an den Manifestationen und physikalischen Phänomenen; blieben aber wie zuvor die Nämlichen, ohne außerhalb ihrer Versammlungen daran zu denken, das Gesehene, Gehörte oder Gelesene auch an ihrer eigenen Person oder im praktischen Leben selbst auszuüben!


So in diesem unterhaltenden Stile vermehrten sich die spiritistischen Gesellschaften und ihre Anhänger, wo viele ebenso wie die Geister nur auf Unterhaltung dachten und keinen tieferen Grund darin sahen, warum gerade jetzt in eurem Jahrhundert solche Phänomene zugelassen werden.


Alles in der Welt hat seine Ursache und seine Wirkung. Ich erschuf nichts ohne Zweck; denn das kleinste Atom im großen Ätherraume hat seine Bestimmung, ebenso alle Ereignisse, welche mit zur geistigen Entwicklung des Menschen beitragen sollen.


Da nun alles als Kette zum Gedeihen des ganzen beitragen muss und auch schon mehrere dieser Spiritisten in sich den Drang fühlen, eine Art von Religion oder ein Zurückführen zu Meiner einst gegründeten und mit großen Opfern bezahlten zu gründen, so ist es an der Zeit, auch diesen Männern in ihrem Amtseifer den rechten Weg zu zeigen, damit nicht Fanatismus ihre Augen blende, sondern sie sich klar bewusst seien, was sie von den Geistern erwarten und was und wodurch sie einen gewissen höheren religiösen Zweck erreichen können.


Siehe, Mein Sohn, Ich will dir und allen nur ein Beispiel anführen, damit ihr alle aus diesen wenigen Worten begreifet, was Ich eigentlich mit dem heutigen euch sagen will.


Ein Lernbegieriger, der in dem Hörsale eines berühmten Professors sitzt, wird deswegen noch nicht gelehrt, weil er auf den Bänken dieses Saales sitzt, sondern nur dann erst wird er von den Kenntnissen des gelehrten Lehrers profitieren, wenn er erstens schon die Vorkenntnisse mitgebracht hat, die unumgänglich nötig sind und wenn er dann mit Aufmerksamkeit den Vorträgen folgt und zu Hause nachstudiert und das Gehörte zu seinem eigenen Ich macht.


Dieses Beispiel, angewendet nun auf unsere frühere Frage, heißt nichts anderes als: Mich, Meine Geisterwelt und euer geistiges Ich verstehet ihr nur dann erst, wenn ihr, wie Ich es schon in einem früheren Diktate gesagt habe, das nächste euch umgebende Materielle begreifet und es fassen lernet und dann auf das Unsichtbare, Geistige die nämlichen Folgerungen anwenden könnet.


Hättet ihr alle Mathematik im geistigen Sinne studiert, so wäre es euch weit leichter, den ersten Lehrsatz eines jeden mathematischen Problems, `vom Bekannten auf Unbekanntes zu schließen`, anzuwenden. Aber wenige von euch sind gewöhnt, logisch zu denken, folgerecht zu schließen und so muss vielen manches oft mehr als einmal und noch unter verschiedener Form gesagt werden, bis es endlich einmal aufgefasst wird. Die euch zunächst umgebende Welt predigt euch in vielen Formen stets die nämlichen Worte: `Gott ist die Liebe`, aber ihr versteht nicht, was Gott ist und wisset nicht, was Liebe heißt und so ist dieser Liebe-Mahnruf ein vergeblicher.


Die Geister von dort sagen euch das nämliche, doch ihr fasset es nicht auf, wie sie es meinen; ihr seid keine Geister, seid noch in irdische Hülle gekleidet und fühlet vielleicht welt-sinnliche Liebe, aber die rein-geistige, wie sie in Meinem Reiche gefühlt und ausgeübt wird, die kennet ihr nicht! Und doch, so lange ihr nicht diese Liebe begreifet und ahnet, ist euch selbst der Ruf der materiellen Welt nicht verständlich; denn nur wer diese Liebe, sei es auch nur auf einen Augenblick der höchsten Wonne einmal gefühlt hat, der allein kann ahnen, warum die Welt geschaffen wurde, wer sie geschaffen hat und warum sie dem Menschen eine Fakultät in`s Herz gelegt hat, diese große, geistige, weit über alles Menschliche erhabene Liebe zu fühlen!


Solange die Menschen diese nicht erreicht haben, werden sie höchstens gezwungen, aber nicht freiwillig, Mir und ihrem Ich zuliebe die großen Lebens-Gesetze gegen Mich und ihren Nächsten und gegen alle ihnen untergebene Tierwelt erkennen und erfüllen.


Deswegen sagte Ich in einem Vorworte des heutigen Diktates: `fanget zuerst mit euch selbst an!` Ihr, die ihr auf die übrige Menschheit mit neuen Dogmen, neuen Lehrsätzen und neuer Religion einwirken wollet, werdet vorerst selbst `wahre Menschen`, dann erst werdet ihr fähig sein, auch andere dazu heranzubilden!


Noch ist kein Geist zu euch gekommen, der erklärend euch die Augen geöffnet hätte, damit ihr die Welt und das ganze Universum geistig betrachten könnet und wisset ihr warum? Weil diese Geister, welche bis jetzt auf eurer Erde sich herumtreiben, meistens nur das wissen, was sie zu Lebzeiten gewußt haben und daher oft weit weniger als ihr selbst.


Werdet vorerst geistig edle Menschen und ihr werdet andere größere Geister anziehen, die euch schon in das große Geisterreich einen Blick erleichtern können; aber die geistigen Augen müsset ihr selbst mitbringen; auf der Bank eines Lehrsaales sitzen genügt noch lange nicht!


Daher raffet euch auf, Meine Kinder! Wollet ihr ein gutes Endziel mit eurem spiritistischem Streben erreichen, so fanget damit an, dass ihr Meine Stimme in eurem Herzen verstehen lernet, wenn selbe ratend, mahnend oder tröstend zu euch spricht und dann werdet ihr, so wie ihr edlere Geister anziehet, ebenfalls suchende Mitmenschen finden, denen ihr dann reines himmlisches Brot verabreichen könnet; aber wohlgemerkt, um etwas zu geben, muß man es zuvor selbst besitzen!


Eure schreibenden, musizierenden, zeichnenden und noch weniger eure physikalischen oder Test-`Mediums` aber werden es euch je verabreichen können, denn sie sind selbst hungrig nach geistiger Kost und wissen nicht, wo selbe zu finden ist, wenn nicht Ich die Hand dazu reiche.


Es ist also erste Grundbedingung eines jeden geistigen Fortschrittes, dass der Mensch sich und seine ihn umgebende Welt erkenne, dass er alles, was eure Wissenschaft entdeckt und gefunden, mit geistigen Augen betrachtend nur auf Mich reduziere; denn Ich bin und war Der, Welcher alles schuf, Welcher Männer erleuchtete, ihnen in einsam durchwachten Nächten Strahlen aus Meiner Geisterwelt zukommen ließ, um so der Menschheit nicht allein zum sinnlichen Wohlergehen, sondern auch zu geistigen Genüssen zu verhelfen.


Lernet aus dem letzten Infusions-Tierchen sowie aus dem fernsten Nebelflecke, den eure Instrumente nicht mehr in Sterne auflösen können, dass ein Gott, ein großer Gott lebt, Der alles dieses schuf und euch selbst den ersten Odem einblies; lernet aus allem, aus der Stufenreihe (Mineral, Pflanze, Tier, Mensch) wie alles nach Vervollkommnung ringend aufwärts steigt; lernet aus dem Sicht- und Unsichtbaren um euch, wie eben ihr als Bürger zweier Welten als Mittelglied dazwischen stehet, wo natürlicher Instinkt aufhört und geistiges freies Wesen seinen Anfang nimmt; lernet aus eurer Scheidekunst (Chemie), dass nichts sich vernichten lässt; lernet aus diesem eitlen Versuch, das Materielle zu zerstören, dass das Immaterielle ebensowenig zerstörbar ist; lernet aus allem diesem euren Gott kennen, Der mächtig, erhaben und ewig ist; lernet aber nebenbei aus dem nur wenigen fassbaren Akte `Meiner Menschwerdung`, dass eben dieser Gott kein Gott der Rache, des Zornes ist, sondern dass Er eben gekommen ist, um euch geschaffenen Wesen einen Weg anzubahnen, wie ihr diesem Allmächtigen euch nähern könnet, nämlich als Kinder von Ihm, Ihn als Vater lieben zu dürfen!


Nur die Liebe kann solche Wege bahnen; der Gnade sind sie verschlossen, weil stets Furcht ihr Begleiter ist.“…


Kaum dass sich bei einem spiritistischen Wesen ein Geist präsentiert, da schenkt ihr ihm unbedingten Glauben; nehmet als Evangelium alle seine Worte und seine Unterschrift; wisset aber nicht – ob er euch angelogen hat oder nicht, sei es mit dem Inhalte, sei es mit der Unterschrift; dort seid ihr alle so leichtgläubig, komme aber Ich und enthülle euch, was keines Menschen Auge je gesehen, noch keines Menschen Ohr je gehört hat, da schüttelt ihr die Köpfe, rümpfet die Nase, es will euch nicht einleuchten, dass `ein Gott` ebenfalls direkt mit euch verkehren kann, weil ihr immer eurer menschlichen Hoheits- und Majestätsbegriffe eingedenk seid, wo wohl `ein Geist`, aber `Seine Majestät euer Herr und Gott` Sich nie herablassen dürfte, mit so manchem unbedeutenden irdischen Wesen vertraulich zu sprechen, wie ein Vater zu seinem Kinde! Denket doch ein wenig darüber nach und ihr werdet bald errötend eingestehen müssen, wie tief ihr noch in euren weltlichen Begriffen steckt und nicht die Macht habt, euch zu erheben über diese kleinlichen Rangstufen, die nur Menschen und zwar herrschsüchtige Menschen gemacht haben, die keine andere Liebe kannten als die ihres eigenen Ichs und daher die größten Egoisten waren und noch sind.“ (Aus: Gottfried Mayerhofer, „Die Religion der Zukunft“. Siehe linke Randspalte unter „Religionen / Kirchen (1)“)

2.2.
Hat ein Mensch den guten äußeren Lehren und Ermahnungen freiwillig gegen manche Anfechtungen seiner Sinne Gehör gegeben und sein Leben danach eingerichtet, so wird der stille Einfluss der guten Geister auch stets mächtiger, den aber kein Mensch anders fühlt und fühlen darf, als dass er sein freies Werk ist. Wird aber der Einfluss des Guten aus den Himmeln durch des Menschen eigenen Willen einmal so gekräftigt, dass die Seele ganz in denselben übergegangen ist, so wird der wahre, göttliche Geist der Liebe in ihr wach, durchdringt die Seele ganz, und dann erst ist die Seele in die erste Stufe ihrer Vollendung getreten, ist dann schon unverwüstbar frei und kann, so sie auch noch im Fleische ist, Gesichte und Offenbarungen von Geistern und selbst von den höchsten Engeln empfangen.

Und da geschieht es eben häufig, dass solche Menschen Gesichte haben, mit Seelen im Jenseits sprechen und sich von ihnen wie persönlich belehren lassen und davon auch anderen, noch ganz naturmäßigen Menschen treue und wahre Kunde geben können. Wer ihnen glaubt, tut sicher ganz wohl daran, – nur muß er nicht auch gleich verlangen, dasselbe selbst zu erfahren; denn das kann nicht eher geschehen, als bis er die vorbeschriebene geistige Seelenreife erlangt hat.

Es soll sich aber ein jeder Mensch zuerst gläubig nach den empfangenen guten Lehren richten und dann acht haben auf sein Gemüt, aber auch auf die in seinem Fleische oft schlummernden bösen Leidenschaften, die sich in Trägheit, Arbeitsscheu, Wollust, Eigenliebe, Starrsinn, Hochmut, Neid, Geiz und Herrschsucht nur zu klar kundgeben. Diesen letzteren soll er durch die Macht der Liebe zu Gott und durch die Liebe zum Nächsten, durch Geduld, Demut und Sanftmut begegnen, so wird er gar nicht lange dahin haben, wo sich die guten Geister ihm fühlbarer und ersichtlicher offenbaren werden.

Übrigens gibt es aber schon gar keinen Menschen, bei dem es nicht einmal zugelassen worden wäre, gewisse Winke und sogar Gesichte aus dem Jenseits zu bekommen. Wenn aber der Mensch nachher das alles in den Wind schlägt und es für nichts als einen Sinnentrug betrachtet, so kann man ihm da nicht helfen.“ (GEJ.06_225,17ff)


3. Echte und falsche Propheten

 

3.1.

"Dass Moses bei seinem Volke gewisse Fehler begangen hat, so wie auch sein Bruder Aaron, das weiß Ich sehr wohl, daher kamen auch beide nicht ins Gelobte Land. Aaron kam bis an den Berg Hor, durfte das Gelobte Land sehen, dann sich auf den Berg niederlegen und sterben. Moses kam auf den Berg Nebo, sah auch das Gelobte Land und musste darauf sterben. Du, Mein lieber Freund, kennst beide Berge, weil sie in deiner Nähe sind!

 

Moses hatte, wie gesagt, mit vieler Weisheit besonders den Stamm Levi, der beständig um ihn war, bereichert; die anderen Stämme aber ließ er mehr in der Rohheit und beherrschte das Volk mitunter sogar tyrannisch, ohne dass ihm dazu die Gottheit gerade Gebote gegeben hätte, und dafür hat er denn auch von der Gottheit eben nicht gar selten Zurechtweisungen bekommen.

 

Es war aber dasselbe auch mit allen anderen Propheten der Fall; denn nicht einer von ihnen hatte eine so rechte Freude an seinem Berufe (seiner Berufung), und die Gottheit mußte stets mit allerlei Mitteln als Korrektur hinter ihnen stehen und sie zur Tat förmlich zwingen. Aber siehe, es ist das in dieser Welt schon so gang und gäbe, aus dem Grunde, weil die Gottheit selbst dem weisesten Propheten den freiesten Willen, seine Liebe, seine Vernunft und seinen Verstand nicht wegnehmen kann und darf; denn sonst würde er zu einem toten Werkzeuge herabgestimmt werden.

 

Die Gottheit zwingt den Propheten zwar mit ihrem allmächtigen Geiste in jenen Momenten seiner Tätigkeit, die Gott von ihm fordert, streng nach der göttlichen Weisheit zu reden, zu schreiben und zu handeln, - aber darauf läßt sie ihn wieder ganz frei, und er kann dann tun und handeln, wie er will, und bei dieser Gelegenheit kann dann der Prophet auch Fehler begehen gleich wie ein jeder andere Mensch." (GEJ.10_240,03ff)

 

3.2.
Es sind dem Außenscheine nach die Unterschiede von einer verhüllten Lüge und von einer verhüllten Wahrheit freilich nicht leicht merkbar, gleichwie da auch ein echtes Wunderwerk von einem falschen für den puren, wenig erfahrenen Weltverstand schwer oder auch gar nicht zu unterscheiden ist, weil ein echtes Wunder für den Weltverstand gar nicht zu prüfen ist und die Magier und die falschen Propheten ihre Wunder vom Volke ebensowenig prüfen lassen, als ihr die eurigen habt prüfen lassen. Aber eben darum soll bei euch nimmer irgendeiner noch so geringen Lüge oder irgendeinem noch so kleinen Betruge Raum gelassen werden, auf dass es auf der Erde doch für bleibend ein Institut gebe, in dem allein nur die Wahrheit herrschete und darin ein bleibender Probierstein der Welt gegeben wäre, um am selben das echte Gold aller Wahrheit vom falschen Golde wohl und leicht zu erkennen!

Wird das nicht gehandhabt, so wird es in wenigen Jahren nach Mir schon eine ganz erstaunliche Menge von allerlei falschen Propheten und Wundertätern geben, die diese Meine Lehre gänzlich verunstalten werden. Sie, die Falschen, werden sich zwar auch Meines Namens bedienen; aber ihre Lehre wird der Meinen nicht im geringsten gleichen, und ihre Wunderwerke werden von der dir bekannten betrügerischen Art sein und gar viele zu festen Anhängern der falschen Propheten machen.

Darum warne Ich euch frühzeitig davor! Horchet darum nicht auf jene, die umherziehend rufen werden: ,Sieh, hier oder da ist der Gesalbte Gottes, – das ist die Wahrheit!‘ Wahrlich sage Ich es euch allen: Die da also reden und schreien und sogar Zeichen tun werden in Meinem Namen, sind nichts denn pur falsche Propheten! Diese höret nicht und kehret ihnen den Rücken! Und kommen sie zu euch, so bedrohet sie, und wollen sie nicht weichen, so bedrohet sie in Meinem Namen, und wirket vor ihren Augen ein wahres Zeichen; sonst aber enthaltet euch soviel als möglich der Wunderwirkerei, die wohl das Auge und das Ohr des dummen Menschen besticht und gefangennimmt, sein Herz aber auf Kosten des Wunders zumeist zu einem fühllosen Steine verhärtet! Die Wahrheit muss für sich zeugen und sprechen und bedarf keines weiteren Zeichens mehr.

Das einzig wahre Wunderzeichen aber bestehe in der Selbsterfahrung, die ein jeder machen wird dadurch und darin, dass ihn eben die Wahrheit wahrhaft frei in allem seinem Denken, Wollen und Handeln gemacht hat und geöffnet seine innere Sehe, zu schauen alle Dinge und Verhältnisse, wie sie in der Wahrheit sind, und nicht, wie sie im zerrütteten Gehirn irgendeines angesehen sein wollenden Weltweisen nach Belieben zusammengestellt worden sind. Und nun sage du Mir, Mein Roklus, ob dir die Sache nun klarer ist denn früher!“ (GEJ.05_140,05ff)

3.3.
Sage Ich:Mitnichten! Das Gute und Wahre ist gleich, ob es ein Mensch durch sein reges Forschen entdeckt, oder ob es ihm von Gott unmittelbar geoffenbart wurde; denn das Selbstfinden einer Wahrheit ist eben auch eine Offenbarung von oben, aber eine mittelbare, und das Mittel dazu war das rege Forschen.

Durch solches Forschen macht sich die Seele freier von den groben Banden der Materie und erweckt dadurch auf Momente den göttlichen Geist in sich, oder sie kommt mehr ins Lebenszentrum ihres Herzens, dahin stets und unablässig Gottes Licht und Erbarmung fließt und ebenso der Seele das Leben und geistiges Wachstum schafft, wie der Sonne Licht und ihre Wärme in die Furchen der Erde dringt und daselbst das Leben und das Gedeihen der Pflanzen erweckt, erhält und fördert, bis aus der Pflanze eine freie, selbständige und dadurch eine vollreife Frucht erzeugt wird, deren eigenes Leben nicht mehr von der Pflanze abhängig ist, sondern für sich selbst besteht.

Wenn in den wahren, lebensregen Momenten die Seele in das beschriebene Lebenszentrum im Herzen kommt, so ist sie dadurch auch zur Offenbarung des Geistes Gottes in jegliches Menschen Herz gelangt und kann da nichts anderes als nur die ewige gleiche Wahrheit aus Gott in sich selbst finden. Und das ist eine mittelbare Offenbarung und unterscheidet sich von der unmittelbaren nur dadurch, dass da Gott in den Fällen großer Menschenverfinsterung taugliche Menschen ohne ihr Zutun erweckt und deren Seele eben auch in ihr Lebenszentrum leitet, um von da aus den andern Blinden das augenöffnende Licht wieder zu verschaffen.

Und noch ist da ein Unterschied zwischen der mittelbaren und unmittelbaren Offenbarung, und dieser besteht darin: Die mittelbare Offenbarung gibt dem suchenden Menschen nur darüber ein rechtes Licht, darüber er speziell eines haben möchte, und gleicht einem guten Lampenlicht, mit dem man irgendein dunkles Gemach ganz hell erleuchten kann; die unmittelbare aber gleicht der Sonne am hellsten Mittag, deren mächtiges Licht die ganze Welt in allen ihren großen und kleinen Furchen erleuchtet, also auch die unmittelbare Offenbarung.

Diese (der Sonne vergleichbare unmittelbare Offenbarung) ist nicht nur für den Menschen gültig, dem sie gegeben wird, sondern für alle Menschen, und zunächst für das Volk, dem der Prophet angehört; aber weil es echte und wahre von Gott berufene Propheten gibt, so lässt sich's daneben leicht denken, dass es auch falsche geben wird, und zwar aus folgenden leicht fasslichen und leicht begreiflichen Gründen:

Ein wahrer Prophet muss bei seinen Nebenmenschen in eine Art Hochachtung kommen; denn seine Weissagungen, und mitunter auch seine Taten zum Beweise der Göttlichkeit seiner Erweckung, müssen doch dem gewöhnlichen Alltagsmenschen einen gewissen Respekt einhauchen, – ob die Weissagungen ihm gefallen oder nicht, und ob sie mit seinen irdischen Interessen im Einklange stehen oder nicht.

Bei Menschen besseren Sinnes wächst ein Prophet aber ohne seinen Willen zu einem unerreichbaren Riesen und kann sich der gewissen frommen Hochachtung und Ehrfurcht nimmer erwehren, so demütig er sonst auch ist und sein muss.

Nun, das sehen andere Weltmenschen, deren Verstand oft sehr erfinderisch ist; denn an der Schlangenklugheit hat es den Kindern der Welt noch nie gemangelt. Diese Weltmenschen wollen auch ein Ansehen und mit diesem einen leicht einzusehenden irdischen Gewinn.

Sie fangen an zu studieren und erfinden nicht selten mit Hilfe des Satans Dinge und machen scheinweise Reden, dass die in allem Wissen laie (laienhafte) Menschheit am Ende keinen Unterschied mehr zu machen versteht, was da wahr und echt und was da falsch und schlecht ist.

Wie aber kann man dann dennoch einen falschen von einem echten Propheten erkennen? Ganz leicht: an den Früchten nämlich!

Denn von den Dornen und Disteln sammelt man keine Trauben und Feigen!

Der echte Prophet wird nie und unmöglich selbstsüchtig sein, und ferne von ihm wird sein jeder Hochmut. Er wird wohl dankbar annehmen, was ihm gute und edle Herzen spenden; aber nie wird er an jemand eine taxenmäßige Forderung machen, weil er weiß, dass dieses vor Gott ein Gräuel ist, und weil Gott Seine Diener wohl erhalten kann!

Der falsche Prophet aber wird sich zahlen lassen für jeden Schritt und Tritt und für jede sogenannte gottesdienstliche Handlung zum vorgeschützten und vorgelogenen Wohle der Menschheit. Der falsche Prophet wird von den Gerichten Gottes donnern und selbst in Gottes Namen richten mit Feuer und Schwert; der echte aber wird niemand richten, sondern nur ohne alles Interesse die Sünder ermahnen zur Buße und wird keinen Unterschied machen zwischen groß und klein und zwischen angesehen und unangesehen. Denn ihm gilt nur Gott allein alles und Sein Wort, – alles andere ist für ihn eine eitle Torheit.

In des echten Propheten Rede wird nie ein Widerspruch statthaben; stelle aber des falschen Propheten Rede ans Licht, und es wird darin von Widersprüchen wimmeln. Den echten Propheten kann nie jemand beleidigen, wie ein Lamm wird er alles ertragen, was immer auch die Welt ihm antun mag; nur gegen die Lüge und gegen den Hochmut wird er im Feuereifer aufwallen und sie beide allzeit schlagen.

Der falsche Prophet ist stets ein Todfeind jeder Wahrheit und jedes bessern Fortschritts im Denken und in den Werken; niemand außer ihm soll etwas wissen oder irgendeine Erfahrung haben, auf dass ein jeder genötigt wäre, sich allzeit und in allen Dingen des teuren Rates bei ihm ums Geld zu holen.

Der falsche Prophet denkt nur an sich; Gott und dessen Ordnung sind ihm lästige und lächerliche Dinge, an die er bei sich keinen Funken Glaubens hat, darum er sich auch mit dem leichtesten Gewissen von der Welt einen Gott aus Holz und Stein machen kann, wie es ihm nur beliebt. Dass dann so ein Gott für die einmal ganz durch und durch blindgemachte Menschheit leicht durch die Hände des falschen Propheten Wunder wirken kann, wird etwa doch sehr leicht begreiflich sein!“ (GEJ.03_204,01ff)

3.4.
Hier machte der Römer große Augen und sagte: O Herr und Meister, Du allein bist wahrlich die ewigste Wahrheit und Weisheit Selbst! Nun erst sehe ich es ein, dass beim Unterricht der Menschen stets nach einer gewissen Ordnung vor sich gegangen werden muss, so der Unterricht dem Menschen einen wahren Nutzen für das Leben schaffen soll.“

Sagte Ich:Ganz sicher, denn einen Menschen verkehrt zu unterweisen anfangen, heißt ein Haus auf dem Sande aufbauen wollen. Wie wird es sich halten, so da Stürme und starke Regenströme über eben solch ein Haus kommen werden?

Nur wer seinen Nebenmenschen lehrt in der rechten Ordnung, wie Ich sie dir gezeigt habe, der baut ein Haus auf einem Felsengrund. So über ein solches Haus dann Stürme und Fluten kommen, so werden sie demselben nichts anhaben können, weil es auf einem Felsengrund erbaut ist. Und dieser Felsengrund bin Ich; mit Mir angefangen, werdet ihr alles wohl und bestens vermögen, ohne Mich aber nichts. Das merke du, Mein Freund, dir wohl!

So da aber jemand ernstlich seinen Nächsten über Mich zu belehren anfangen wird, da soll er nicht bei sich lange überlegen, wie er das etwa am fruchtbarsten beginnen werde. Denn Ich Selbst werde ihm die rechten Worte ins Herz und in den Mund legen.

Und so ihr nun auch das wisset, so werdet ihr in Meinem Namen beim Unterricht eurer Nebenmenschen nicht einen Fehltritt machen können; wer aber das nicht völlig beachten wird, der wird bald und leicht auf Irrwege geraten, auf denen er sich samt seinem Jünger schwer je völlig zurechtfinden wird.

Das war allzeit der arge Anfang des falschen und lügenhaften Prophetentums und der Verfinsterung und Verschlimmerung der Menschen. Darum soll nur der seine Nebenmenschen lehren, der es zuvor von Mir in seinem Herzen erlernt hat. Wer aber aus sich nur von dem, was er durch andere Menschen stückweise vernommen hat, auch seine Nebenmenschen gleich einem von Mir Gelehrten wird zu lehren anfangen und auch schreien wird: ,Siehe, hier, da oder dort ist Christus, die von Ewigkeit gesalbte Wahrheit aus Gott!‘, so glaubet ihm nicht; denn das ist schon ein falscher Prophet, der nur eines Ansehens und eines zeitlichen Gewinnes wegen auch einen Propheten spielen will.

Wer aber einen falschen von einem wahren, von Mir berufenen Propheten und Lehrer mit leichter Mühe erkennen will, der schaue auf seine Werke!

Alles kann ein Mensch leichter vor den Augen seiner Nebenmenschen verbergen als seine Selbstsucht und seine Gewinngier. Um diese zu befriedigen, wird er nur zu bald und zu ersichtlich kein Mittel unversucht lassen, um zu dem Zwecke zu gelangen, nach dem sein Herz eine unzerstörbare Liebe hat.

Lasset darum die falschen Propheten niemals zu einer Macht und äußerem Ansehen gelangen! Denn werden sie einmal das irgend erreichen, dann wird es bald wieder höchst finster unter den Menschen aussehen, und ihr werdet gegen sie harte Kämpfe zu bestehen bekommen!“

Sagte der Römer mit einer bedenklichen Miene:O Herr und Meister alles Seins und Lebens, das werden wir Menschen wohl schwer zu verhindern imstande sein! So Du, Allmächtiger, das nicht Selbst verhindern wirst, da wird es nur zu bald wimmeln von lauter falschen Propheten auf dieser Erde. Denn das blinde Volk wird schwer oder gar nicht einen Unterschied zwischen einem wahren und falschen Propheten zu machen imstande sein. Wer wird ihm dann sagen und begreiflich machen können, dass seine Lehrer falsche Propheten sind?“

Sagte Ich:Freund, Ich werde das Meinige tun, aber ihr müsset auch das Eurige tun! Es hat aber ein jeder Mensch seinen völlig freien Willen, den Ich mit Meiner Allmacht nicht ergreifen und bändigen darf, weil das – wie Ich es euch schon klar und sehr begreiflich gezeigt habe – gegen Meine Ordnung wäre.

Aber Ich gebe euch ja eben darum in der gezeigten Wahrheit das wirksamste Mittel gegen alles Falschtum in die Hand, mit der ihr unter Meinem Beistande wider die gesamte Lügenbrut der Hölle die festesten Dämme und Wälle erbauen könnet.

So bald und so leicht aber, wie ihr euch das nun vorstellet, wird das falsche Prophetentum von dieser Erde freilich wohl nicht vertilgt werden können; doch wird am Ende nur einzig und allein die lichte und lebendige Wahrheit siegen! Darum bleibet nur fest und unbeugsam in der Wahrheit; denn sie allein wird nicht nur euch, sondern am Ende auch alle Menschen frei machen vom alten, schweren Joch der Lüge und des Truges! Lasset daher nur ihr euch von keiner noch so hell glänzend scheinenden Lüge mehr berücken, – dann wird alles wohl gehen!

Ihr seid nun das Salz, als die beste Würze, unter den Menschen auf dieser Erde. So ihr nicht faul und lau werdet, dann wird es mit den geistigen Speisen wohl vonstatten gehen, und die Menschen werden nach ihnen gieren; so ihr aber als das Salz faul und übelschmeckend werdet, womit soll dann die geistige Kost für die Menschen gewürzt werden?

Tut darum in allem nach Meiner Lehre und nach Meinem euch nun wohl bekanntgegebenen Willen, und es wird euer Salz das Unkraut unter dem Weizen auf dem Acker des Lebens schon ausrotten mit der Zeit mehr und mehr, und ihr selbst werdet darob euch freuen über die Maßen über die Kraft und Macht Meiner Wahrheit unter den Menschen!“ (GEJ.09_185,01ff)

3.5.
(Der Herr:) „In größerem Maße offenbart Sich Gott durch den Mund völlig geweckter Propheten. Solche Propheten sind für den geweckteren Menschen allzeit sehr kenntlich, – erstens durch ihr geschriebenes und gesprochenes Wort, zweitens durch so manche Wundertätigkeitsbeigaben, zum Beispiel dass sie im Notfalle den Menschen zukünftige Dinge zum voraus verkünden, so dass sich die Menschen danach kehren und bessern können und Gott bitten mögen, dass Er das angekündigte Unheil von ihnen abwenden wolle, wie das zu Ninive der Fall war. Drittens können solche rechten, von Gottes Willen erweckte Propheten auch Kranke heilen durch ihr Gebet und durch die Auflegung ihrer Hände, wenn dem Kranken seine Wiedergenesung zum Seelenheile gereicht. Und viertens können sie aber auch im Vereine mit dem Willen Gottes ein Strafgericht über die unverbesserliche Menschheit verhängen, wie, im Gegenteil, auch ein Volk segnen.

Durch solche und mehrere andere Eigenschaften wohl gekennzeichnet, sind die rechten Propheten, als von Gott erweckt, von den falschen sehr leicht zu unterscheiden, und ganz besonders leicht noch dadurch, dass sie als rechte Propheten stets voll Demut und Nächstenliebe sind, während die falschen Propheten in allerlei verbrämten und noch durch anderartige Dinge bezeichneten Kleidern einhergehen, voll Hochmutes sind und voll der schreiendsten Selbstsucht, sich nur an gewissen geheiligten Stellen sehen lassen, wenig reden, und das sehr dumm und unsinnig, und zu gewissen Zeiten allerlei falsche Wunder durch ganz geheimgehaltene natürliche Mittel wirken – und wehe dem, der sie ihnen nachahmte! –, während der rechte Prophet aus seinen wahren Wundern kein Hehl macht, sondern die Menschen noch dazu anhält und aneifert, dass auch sie auf dieselbe wahre und gute Art ganz gleiche Wunder wirken können.

Da aber an dem die wahren Propheten von den falschen ganz leicht zu unterscheiden sind und ein jeder nüchterne Mensch daraus wohl entnehmen kann, dass es also im vollsten Ernste rechte und falsche Propheten gibt – welch letztere sicher nie entstanden wären, so ihnen nicht die rechten vorangegangen wären –, so können die Menschen ja daraus auch dessen ganz leicht innewerden, dass es einen wahren Gott gibt, der die Menschen niemals als ganz verwaist auf der Erde umherwandeln lässt, sondern ihnen Seinen Willen allzeit kundgibt und ihnen Seine große und weise Absicht mit ihnen auch stets offenbart.

Diese Art Offenbarung aber ist den Menschen, die sich danach offen kehren wollen, stets am heilsamsten, weil sie dadurch keine außerordentliche Nötigung erleiden. Bei den nur seltenen großen Offenbarungen gewinnen die Menschen für ihre Seelen um vieles weniger, weil solche Offenbarungen nur mehr ein Gericht für die entartete Menschheit sind denn irgendein Heil.

Als Adam im Paradiese auf dieser Erde vor Gott gesündigt hatte, dadurch, dass er als Mensch mit freiem Willen sich den ihm wohlbekannten Willen Gottes nicht wollte gefallen lassen, da erlebte er bald eine große Offenbarung Gottes und bereute dann seine Sünde; aber diese große Offenbarung war für ihn ein Gericht.

Darauf kam wegen der entarteten Kinder der Welt, die in der Tiefe wohnten, mehrere Male eine große Offenbarung Gottes an die Menschen; aber sie war für die Kinder der Welt stets ein Gericht.

Zu den Zeiten Noahs kam wieder eine sehr große Offenbarung Gottes zu den Menschen; aber sie war für die Menschen ein sehr großes Gericht.

Zur Zeit Abrahams geschah wieder eine große Offenbarung, und zwar wegen der gar entsetzlich entarteten Bewohner von Sodom, Gomorra und der diese beiden Großstädte umgebenden zehn kleineren Städte. Sie war abermals ein Gericht für diese Menschen; das Tote Meer ist heutigentags noch ein sprechender Zeuge davon.

Der Vater Jakob hatte abermals eine große Offenbarung Gottes; aber seine Kinder mussten sie in Ägypten büßen.

Zur Zeit Mosis war eine neue, übergroße Offenbarung Gottes, und auf steinernen Tafeln mussten Gottes Donnerworte an die Menschen eingegraben werden. Aber welch ein furchtbares Gericht war diese Offenbarung Gottes, besonders für die zu blind, zu hochmütig und zu entmenscht gewordenen Ägypter, deren Hauptherrlichkeit da völlig gebrochen wurde; aber auch den Israeliten ward nichts nachgesehen.

Als die Israeliten unter Josua die Wüste verließen, geschah wieder eine große Offenbarung Gottes, und das große Jericho verschwand von der Erde.

So war es zu Samuels und zu Elias' Zeiten und auch zu den Zeiten der anderen vier großen Propheten; und sehet nach, welche Gerichte darauf folgten! Selbst die kleinen Propheten waren nicht ohne Gericht in diese Welt gesandt worden.

Nun aber ist vor euren Augen die größte und unmittelbarste Offenbarung Gottes an die Menschen; aber das ihr folgende übergroße Gericht für die Juden wird nicht lange auf sich warten lassen.

Von nun an (Lebenszeit Jesu) werden nahe volle 2000 Jahre hindurch zahllos viele Seher und Propheten erweckt werden, weil auch eine noch größere Anzahl falscher Propheten und sogar höchst hochmütiger, herrschsüchtiger und aller Liebe barer falscher Christusse erstehen werden. Da werden die Gerichte aber auch gleich fortdauern, und es wird selten einen Herrscher geben, der wegen seiner Finsternis samt seinem Volke nicht ein arges Gericht zu bestehen haben wird.

Gegen Ende der angezeigten Zeit werde Ich auch stets größere Propheten erwecken, und mit ihnen werden auch die Gerichte sich mehren und ausgedehnter werden. Da werden auch kommen große Erderschütterungen und sehr verheerende Stürme der Elemente, große Teuerungen, Kriege, Hungersnot, Pestilenz und noch viele andere Übel, und, wie Ich schon vorhinein bemerket habe, der Glaube wird – außer bei höchst wenigen – nicht unter den Menschen sein, die im Eise des Menschenhochmutes ganz erkalten werden, und ein Volk wird ziehen wider das andere.

Es werden die Menschen auch gewarnt werden durch Seher und besondere Zeichen am Firmamente, woran sich aber nur die wenigen Meinen kehren werden, während die Weltmenschen das alles nur für seltene Wirkungen der Natur ansehen werden und ausspucken werden vor allen jenen, die noch an Mich glauben.

Aber darauf wird geschehen eine allergrößte Offenbarung durch Meine abermalige Darniederkunft auf diese Erde*); aber dieser Offenbarung wird auch schon vorangehen ein allergrößtes und schärfstes Gericht und nachfolgen eine allgemeine Sichtung der Weltmenschen durchs Feuer und sein Geschoß, auf dass dann Ich Selbst eine ganz andere Pflanzschule für wahre Menschen auf dieser Erde werde errichten können, die dann dauern wird bis ans Ende der Zeiten dieser Erde.“ (GEJ.06_150,01ff)
*) Persönliche Wiederkunft Jesu im materiellen Hilfsleib.

Siehe auch linke Randspalte unter "Ethisches / Aktuelle Themen", Thema "Zur persönlichen Wiederkunft Jesu"


4. Große und kleine Propheten der Läuterungszeit

Der Weinberg aber sind die eigentlichen Menschen dieser Erde als Reben, die zu bearbeiten sind. Diese stehen in keinem Kontrakte mit Mir, sondern sie sind da zur Bearbeitung, auf dass sie Gott dem Herrn brächten eine gute Frucht.

Alle die (wahren) Propheten aber sind, so wie nun ihr (Apostel), der Seele nach nicht von dieser Erde, sondern sie sind von oben her gedungene Arbeiter und haben zuvor mit Mir einen festen Kontrakt abgeschlossen wegen der Erreichung der Kindschaft Gottes, die nur auf dieser Erde möglich ist.

Alle die großen Propheten von Anfang an bis jetzt, euch mitgerechnet (bezieht sich auf die Lebenszeit Jesu), die eine große Offenbarung empfingen, sind die zuerst gedungenen Arbeiter im Weinberge des Herrn.

Die kleinen Propheten, die nur den halben Dienst zu verrichten haben, nämlich die Aufrechterhaltung der einmal gegebenen großen Offenbarung, sind jene, die in Meinem Namen nach euch kommen werden, wohl auch selbst gewisse kleine Offenbarungen habend und daraus weissagend, aber jene Kraft und Macht, die Ich euch geben werde, nicht besitzen werden. Diese werden mit euch den gleichen Lohn haben, weil ihr Glaube ein kräftigerer wird sein müssen; denn weil sie das nicht sehen, was ihr nun alles sehet und erfahret, so wird ihr freiwilligerer Glaube ihnen auch zu einem höheren Lebensverdienste angerechnet werden. So sie dann aber mit euch den gleichen Lohn bekommen werden, so denket, dass sie es schwerer hatten zu glauben, was nun zum Heile aller Kreatur geschieht, da sie nicht gleich euch Zeugen von alldem waren.

Endlich in gar später Zeit werden abermals knapp vor einem großen Gerichte Seher erweckt und zugelassen werden, welche die kurze, schwere Mühe haben, die sehr unrein gewordene Lehre zu reinigen, auf dass sie behalten und nicht von der heller denkenden Menschheit als ein alter Priestertrug verworfen werde. Diese dritten Arbeiter in Meinem Weinberge werden nicht durch große Wundertaten, sondern allein durch das reine Wort und durch die Schrift wirken, ohne eine andere auffallende Offenbarung zu bekommen als nur die des inneren, lebendigen Wortes im Gefühl und in den Gedanken in ihrem Herzen, und sie werden voll des klaren und vernunftvollen Glaubens sein und werden sonach ohne Wunderwerke die verdorrten Menschenreben Meines Weinberges aufrichten und werden von Mir denn auch denselben Lohn bekommen, den ihr als die Arbeiter des ganzen Tages bekommen werdet; denn sie werden es um sehr vieles schwerer haben, fest und ungezweifelt an das zu glauben, was über tausend Jahre vor ihnen hier geschah.

Wenn sonach die großen Offenbarungen denn auch hübsch ferne voneinander abstehen, so wird von Gott aus aber dennoch stets dahin gesorgt, dass allzeit und alsogleich wieder neu erweckte Seher unter die Menschen kommen, sobald die Lehren der großen Offenbarung irgend anfangen, unrein zu werden, und das also, dass dabei keines Menschen freier Wille irgendeinen Zwang erleidet. Denn eben darum werden die großen Offenbarungen der Zeit nach stets weit auseinander getrennt, damit die Menschen sich mit ihrem freien Willen desto ungezwungener bewegen können.

Wenn am Ende die Welt die Menschen wieder gar zu weit von ihrer geistigen Bahn abgelenkt hat, so bleibt dann freilich wohl nichts anderes übrig, als zu einer großen Offenbarung zu schreiten, die freilich stets ein Gericht hinter sich hat, weil sie selbst ein leidiges Gericht für die Menschen ist. Denn solange du an das tote Holz kein Feuer legst, wird es nicht brennen; aber das Feuer entzündet es. Und siehe, was das Feuer dem Holze ist, das ist eine große Offenbarung den Menschen. – Verstehet ihr nun das?“ (GEJ.06_176,06ff)

 

Fortsetzung "Echte und falsche Propheten Teil 2"