Heilung durch Gebet Teil 2



12. Über das Handauflegen

(Magnetismus / Lebenskraft)


Zum Schluß sollen noch zwei Hinweise erfolgen auf Möglichkeiten der Heilung, die uns Jesus selbst empfiehlt, eine Heilweise, die schon tausende von Jahren praktiziert wird und auch bei uns unter verschiedenen Namen bekannt wurde, z.B. unter dem Namen Reiki, eine Methode, die der Japaner Dr.Usui in 2500 Jahre alten Sanskrit-Schriftrollen wieder fand und nutzbar machte.

 

Das sog. Handauflegen spielt aber ebenso bereits in der Bibel eine Rolle, insbesondere in der Neuoffenbarung wird diese Heilmethode immer wieder empfohlen.


12.1.
Wer aber in Meiner Lehre wandelt und glaubt, daß Ich der wahre Christ bin, der mag einem Kranken in Meinem Namen die Hände auflegen, und es wird besser mit ihm werden.

Und so ein Kranker auch in der Ferne ist, und du betest in Meinem Namen über ihn und streckst nach ihm deine Hände aus, so soll er gesund werden, so es zu seinem Heile gereicht.“ (GEJ.06_180,3)

 

12.2.
Wer aber die Hände auflegt, der muß das in Meinem Namen tun, ansonst seine Behandlung keinen Nutzen brächte und nichts bewirkte.

Es gehört ein fester, unerschütterlicher Glaube und ein ebenso unerschütterlicher, fester Wille dazu.

Aus des Herzens tiefstem Grunde muß solch eine Bestrebung rühren und muß aus der wahren Nächstenliebe ausgehen, dann erfüllt solch eine Kraft der Liebe die Hände des Handauflegers, und sie rinnt dann durch dessen Fingerspitzen und fließt wie ein sanfter Tau in die Nerven des Kranken und heilt den oft stechenden und brennenden Schmerz.“ (GEJ.04_040,4 ff) 3)

 

12.3.

"...Ein drittes Zeichen Meiner Gegenwart bei, in und unter euch wird auch das sein, daß euch allzeit alles gegeben wird, um was ihr den Vater in Mir in Meinem Namen ernstlich bitten werdet. Aber es versteht sich von selbst, daß ihr Mich nicht um dumme und nichtige Dinge dieser Welt bittet; denn so ihr das tätet, da zeigtet ihr ja doch offenbar, daß ihr derlei Dinge mehr liebtet denn Mich, und das wäre dann wahrlich kein Zeichen Meiner Gegenwart bei, in und unter euch.

Ein viertes Zeichen Meiner mächtigen Gegenwart bei, in und unter euch wird auch das sein, daß ihr den leiblich kranken Menschen aus wahrer Nächstenliebe in Meinem Namen die Hände auflegen werdet, es mit ihnen besser werden soll, wenn das Besserwerden zum Heile ihrer Seelen dienlich ist.

Es versteht sich aber auch da von selbst, daß ihr dabei allzeit saget im Herzen: Herr, nicht mein, sondern nur Dein Wille geschehe! Denn ihr könnt es nicht wissen, ob und wann das Besserwerden des Leibes einer Seele zum Heile dienlich ist, und ein ewiges Leben auf dieser Erde im Leibe ist keinem Menschen beschieden! Daher kann das Händeauflegen auch nicht allzeit und jedem Menschen von seinen Lebesübeln Befreiung verschaffen. Aber ihr werdet dennoch keine Sünde dadurch begehen, so ihr jedem Kranken die euch angezeigte Liebe erweiset; den Helfer werde schon Ich machen, so es zum Seelenheile des Menschen dienlich ist, - was Ich allein nur wissen kann.

So ihr irgend aus der Ferne vernommen habt, daß da ein oder der andere Freund von euch krank danierliegt, da betet über ihn, und leget im Geiste die Hände auf ihn, und es soll auch besser werden mit ihm!

Dabei aber bestehe das im Herzen nur auszusprechende Gebet in folgenden wenigen Worten:


`Jesus, der Herr, wolle dir helfen! Er stärke dich, Er heile dich durch Seine Gnade, Liebe und Erbarmung!`


So ihr das voll Glauben und Vertrauen zu Mir über einen noch so ferne von euch sich irgendwo befindenden kranken Freund - oder Freundin - aussprechen und dabei über ihn im Geiste eure Hände halten werdet, so wird es mit ihm zur Stunde besser werden, wenn das zu seinem Seelenheile dienlich ist." (GEJ.09_043,05ff)



13. Über die Homöopathie


Eine zweite Heilweise, auf die noch hingewiesen werden soll, ist die bekannte Homöopathie (von Hahnemann begründet), die auch in den Schriften der Neuoffenbarung empfohlen wird.


13.1.

"...Mitten in diesem materiellen Verfall, welcher, wenn er so fortginge, zum gänzlichen Aussterben der menschlichen Rasse führen würde, erbarmte Ich Mich der Menschheit und erleuchtete einzelne Männer, welche eine andere Heilmethode aufstellten, die nicht auf den körperlichen Organismus des Menschen, sondern auf seinen seelischen wirkt, und so durch eine höhere Potenz die Seelenkraft, den materiellen Körper und das Gleichgewicht in seinem Organismus wiederherstellen sollte.

Diese Heilmethode nannte man Homöopathie, oder wie Ich sie nennen möchte: `Seelen-Heilkunst`. Denn die Seele wirkt hier zur Heilung gerade mit den nämlichen Mitteln im kleinsten Maße, welche im großen die Krankheiten hervorbringen würde - und warum? Ebendeswegen, weil in Meiner Natur nichts Schädliches ist, sondern nur in der Art und Weise, wie es gegeben, und in Qualität und Quantität der Grund liegt, daß das nämliche entweder nutzen- oder schadenbringend ist.

Sehet, das Wasser ist, im gerechten Maß gebraucht, gewiß nicht schädlich. Und doch, im Überfluß angewendet, bringt es euch den Tod. Und so (verhält sich noch) vieles.

Bei den Arzneien, welche in der Homöopathie gegeben werden, wirkt nicht die Materie, sondern nur das Geistige der Materie. Dieses Geistige aber hat sehr viel Verwandtes mit den Stoffen, aus welchen die Seele des Menschen und der Tiere zusammengesetzt ist. Und wo bei Krankheiten das eine oder andere mangelt, da wird homöopathisch das Fehlende der Seele wieder ergänzt und so die Ordnung wiederhergestellt.

Wenn die Allopathen nur ein wenig aufmerksam sein möchten, so könnten sie leicht aus den Wirkungen der homöopathischen Mittel entdecken, was bei ihrer Behandlungsweise gerade das Schädliche für den Organismus des Menschen ist. Allein leider sind die `Doktoren` so eifersüchtig und unzugänglich gegen jede Einrede, daß selbst Meine eigene Zurechtweisung sie auf keinen besseren Standpunkt bringen kann.

Durch die Homöopathie erhält die Seele ihre Kraft wieder; sie ergänzt sich und arbeitet so seelisch, was der Allopath materiell zu bezwecken sucht. (Gottfried Mayerhoferin in "Heilung und Gesundheitspflege", Seite 104)

 

13.2.

"...Durch die Homöopathie wird alsogleich der Seele verwandtes Geistiges der Seele selbst zugeführt, und die Seele selbst, wenn sie irgend etwas in ihr Abgängiges oder wenigstens Geschwächtes von außen her in sich aufgenommen hat, wird dann Arzt ihres Leibes.

Bei der Allopathie aber wird der Leib gezwungen, zuvor ein Arzt seiner Seele zu werden. Und so diese allenfalls durch großen Jammer des Leibes gesund geworden ist, dann erst kann sie sich rückwirkend über die Herstellung ihres Leibes machen, was doch sicher der ungeeignetste Weg zur Wiedererreichung der vollen Leibesgesundheit ist, was jeder aus der langwierigen siechen Rekonvaleszenz des Leibes - und der Seele mit - mit unbewaffneten Augen leicht ersehen kann.

Wie gesagt, ist sonach die Homöopathie eine rechte Heilmethode; aber wohlgemerkt, es gibt eine zweifache Homöopathie, nämlich: Erstens eine spezielle (die von Hahnemann begründete), die in ihren Erfolgen notwendig unsicherer ist, weil selbst ein noch so geschickter Arzt nicht stets sicher erkennen kann, wo und welche Teile in der Seele geschwächt sind. Er kann daher denn auch das rechte Seelenspezifikum nicht in Anwendung bringen. Ein im Geiste wiedergeborener Arzt (in der Gemeinschaft mit Gott*)) kann das freilich wohl; aber für einen noch nicht völlig oder zumeist gar nicht wiedergeborenen Arzt ist so etwas bei all seiner Verstandesgeschicklichkeit schwer oder gar nicht möglich.

Aus diesem Grunde ist dann vorzugsweise der zweiten Art Homöopathie, die Ich, bloß zum Unterschiede von der ersten, die allgemeine benenne, ein volles Augenmerk zu widmen, weil durch sie kein Arzt bei nur einiger Geschicklichkeit fehlen kann." (HS. 01_001,13f) (Lorber, Die Heilkraft des Sonnenlichts)

*) Siehe hierzu linke Randspalte unter "Gebet / Meditation / Gesundheit (1)", Thema "Über die Wiedergeburt des Geistes" sowie die Bücher

"Weg zur geistigen Wiedergeburt". Ein Brevier. Lorber Verlag, Bietigheim.

"Heilung und Gesundheitspflege in geistiger Schau", Teil 3: Von der Heilhilfe mit den Stichworten Allopathie, Homöopathie, Heliopathie, Hydropathie, Magnetismus u.a. Lorber Verlag, Bietigheim.



14. Versuch einer Zusammenfassung

 

Bei der Vielzahl der zitierten Texte ist es sicher hilfreich, eine Art Zusammenfassung zu versuchen, die der praktischen Anwendung dienlich sein kann.


Jesus sagt uns in „Lebensgeheimnisse“: „Wunder gibt es keine, denn alles hängt von den schon längst von Mir geordneten Gesetzen ab!“ (Lg.01_031,31)

 

Das heißt: Gott wirkt durch Seine seit Anfang der Schöpfung ergangene Ordnung, der zwar der Mensch zuwiderhandeln kann mit allen bösen Folgen, aber Gott Selbst kann Seiner eigenen Ordnung, die die ganze Schöpfung trägt, nicht entgegenhandeln.


Wenn wir Heilung von Gott erbitten, müssen wir die Voraussetzung für solche Hilfe erst einmal selbst schaffen, das heißt, der Mensch muss seine Lebensweise auf die natürlichen göttlichen Gesetze der Liebe und Harmonie (Lebensgesetze) ausrichten. Gottes Kraft wird durch Stärkung unserer eigenen Lebenskräfte nur dort zur rechten Entfaltung kommen können, wo der Boden dafür zur Aufnahme bereitet ist. Für eine Heilung müssen wir den Körper von fremden Stoffen (unreinen Geistern) reinigen, damit auch die Seele auf den Körper einwirken kann oder anders ausgedrückt, erst müssen Seele und Geist gereinigt werden*), bevor die natürliche Hilfe Gottes Wurzeln schlagen kann.

*) Siehe unter 5.4.


Was das Fleisch angezogen hat (Sünde), wird dasselbe auch wieder ausziehen müssen. Ob nun mit oder ohne Schmerz, das ist eine ganz gleichgültige Sache.“ (GEJ.05_075,02)


Daher müsset ihr auch vor allem Meinen Willen, der ein wahrer Wille Gottes ist, vollkommen zu dem euren machen, und es wird euch dann unmöglich etwas misslingen, das ihr aus Mir und somit aus Meiner ewigen Ordnung heraus wollen werdet.“ (GEJ.05_075,07)

 

Je mehr des erkannten reingöttlichen Willens du in dein Herz als unablässige Richtschnur deines Lebens – in dein Herz, wohlverstanden – aufgenommen hast, desto wunderbar mächtiger werden die Wirkungen deines Willens aus Gott sein! (GEJ.05_082,05)

 

„Wer da mein Wort (Lehre) liest und lebt danach und hat einen starken, festen Glauben, dem wird das Wort durch seinen Glauben helfen, wie es in den Evangelien gar oft zu ersehen ist.

Fehlt aber der rechte, lebendige Glaube, da wird das `Stehe auf und wandle` nur von geringer Wirkung sein.

Alsonach sind Mein Wort und der lebendige Glaube allezeit das beste Heilmittel auch fürs Fleisch, und es hat keine Apotheke ein besseres.“ (HiG.03_48.09.03,05)

 

Aber daran denkt niemand, dass all das Leiden, alle Krankheiten, alle Kriege, alle Teuerungen, Hunger und Pest lediglich daher rühren, weil die Menschen anstatt für ihre Seelen und ihren Geist nach der Ordnung Gottes alles zu tun, nur alles für ihren Leib tun!“ (GEJ.03_012,06)

 

Wer Hilfe von Jesus erbitten möchte

 

1. Wer Hilfe von Jesus erbittet, der muss die Voraussetzung für die Hilfe schaffen und erst einmal alles tun, was ihm selbst möglich ist. („Soviel ihr selbst vermöget nach dem Maß eurer Kraft, soviel müsset ihr auch selbst tun.“) *)

*) Siehe oben unter 5.7.


2. Für den Erfolg einer jeden Hilfe ist Vertrauen in Jesus und ein fester Glaube nötig. Wer selbst nicht an den Erfolg seiner Bitte glaubt, wie soll dem der Glaube helfen? („Wer da mein Wort liest und lebt danach und hat einen starken, festen Glauben, dem wird das Wort durch seinen Glauben helfen.“) *)

*) Siehe unter 9.


3. Jesus will und wird uns helfen. („Um was ihr den Vater in Meinem Namen und in meiner euch bekannten Ordnung bitten werdet, das wird Euch auch gegeben werden in dem Maße, wie es euren Seelen frommen kann.“) *)

*) Siehe unter  5..


Zu beachten ist zudem immer, daß wir im Herzen sagen: "Herr, nicht mein, sondern Deine Wille geschehe". Oder wie es in "Himmelsgaben" heißt: "Tue daher nur soviel als du magst und kannst, alles übrige überlasse im vollsten Vertrauen nur Mir! Und du kannst versichert sein, daß Ich alles zu einem gerechten Ziele führen werde." (HiG.01_41.01.26,02) Oder wie es in dem Jenseitswerk "Robert Blum" heißt (Von der Hölle bis zum Himmel): "Behaltet nur Jesus in eurem Herzen, so wird euch ehestens die beste Hilfe werden. Nur müßt ihr allen euern von der Welt mitgebrachten Hochmut, Stolz, Eigendünkel, alles Rachegefühl und die leidige Sinnlichkeit in bezug auf das weibliche Geschlecht für ewig von euch verbannen und alles Jesus, dem Herrn, anheimstellen. So werdet ihr für ewig bei Ihm, um Ihn und in Ihm sein! Denn Seine Güte ist unermeßlich." (RB.01_139,27)

 

Jesus also kann und will uns im Rahmen Seiner Ordnung helfen, aber das ob und wann müssen wir Ihm allein überlassen. Jesus allein weiß, wann die rechte Zeit für eine Heilung gekommen ist: "Dein Wille geschehe!"

 


Wann aber das Gebet die gerechte Glaubenskraft erreicht hat, das weiß nur Ich.

Das Gelingen richtet sich allezeit nach der selbsttätigen Glaubenskraft. Je mehr diese fest und unerschüttert anhält an Meinen Namen, desto näher liegt auch das Gelingen, welches allezeit in der gänzlichen, ungezweifelten Ergebung, Geduld und aller Liebe und Sanftmut liegt.

Wann aber diese den rechten Grad erreicht hat, das weiß nur Ich, wie schon gesagt.

Daher darf in jeder Bitte die Geduld nicht ausgeschlossen werden, damit sich ein jeder selbst prüfe, wie stark er an Meinem Namen hält...

Das sage Ich, in dessen Namen alle Macht und Kraft verborgen ist!“

(Aus: HiG.01_41.04.18,01)



Die beste Medizin: Glaube, Liebe, Demut, Geduld, Vertrauen und Zuversicht!


„Alles hängt von dem ernsten Wollen des Menschen ab; so er sich ernstlich bessert und volltrauig Gott bittet um etwas rechtes und Gutes immer in Meinem Namen, so wird es ihm gegeben werden nach dem Maße seiner wahren Besserung und seines Glaubens und Vertrauens. Und du kannst nun mit solcher Meiner allerwahrhaftigsten Verheißung denn auch vollends zufrieden sein.“ (GEJ.06_069,10)


"Wer zu Mir will, der komme, und er wird Mich allzeit zu Hause treffen, und zwar gerade also, wie wenn Ich nichts zu tun hätte, als dem Mich Suchenden allein zu dienen. Also vertrauet und bauet auf Mich! Denn Ich bin ein fester Grund! Wer auf diesen Grund bauet, dessen Haus wird ewig nimmer leck werden. Denn wer das Material aus Mir nimmt, der hat es lebendig, wie Ich Selbst der allein Lebendige bin und das Leben gebe jedem, der es bei Mir sucht. Suchet es auch ihr bei Mir, so werdet ihr leben ewig! Amen. - Das sagt, der allein das Leben hat und gibt. Amen." (HiG.01_41.06.26.b,46)


 

Nachträge:


15. Ein Gleichnis


Als wir aber den Ort schon so ziemlich ferne hinter uns hatten, da fragten Mich die Jünger, sagend:Herr und Meister! Warum hast Du denn so ganz eigentlich diesen Juden nicht geholfen, da sie Dich doch selbst sicher recht inständig gebeten haben und haben nicht Vorbeter und Fürbitter zu Dir gesandt?“


Sagte Ich:Hätte Ich sie in ihrer alten Trägheit und in ihrem Un- und Aberglauben noch mehr bestärken sollen, als sie es ohnehin schon seit gar langem sind? Ich habe ihnen nur den Weg gezeigt, auf dem sie zu wandeln haben. Werden sie das, so wird ihnen auch schon zur rechten Zeit geholfen werden; tun sie das aber nicht, so mögen sie denn auch bleiben, wie sie sind, und ihre Häuser auf dem Sande bauen! Uns wird das wahrlich wenig beirren; denn einem Menschen, der sich selbst gegen den Rat der Weisheit schaden will, dem geschieht kein Unrecht.


Bei diesen aber, deren Bitte Ich unerhört ließ, tut eine Heimsuchung mit allerlei Not und Leid not; denn dadurch werden sie aus ihrer alten Trägheit aufgerüttelt, werden in der Geduld geübt, und ihre Herzen werden sanfter und barmherziger werden, als das bis jetzt der Fall war. Denn Ich bin nicht nur allzeit ein Helfer, sondern da, wo es not tut, auch ein gerechter Richter.


Höret aber nun ein Gleichnis, aus dem ihr noch klarer ersehen möget, warum Ich den Bewohnern jenes von uns nun durchwanderten Ortes ein selbständiges und vertrauensvolles Beten und Bitten so ernstlich ans Herz gelegt habe! (Luk.18,1)


Es war einmal in einer Stadt ein gerechter Richter, der fürchtete sich nicht vor Gott und scheute sich auch vor keinem Menschen. (Luk.18,2) Es war aber in derselbigen Stadt eine Witwe; die kam zum Richter und sprach: ,Rette mich vor meinem Widersacher!‘ (Luk.18,3) Der Richter aber tat, als vernähme er das Wort der Witwe nicht und wollte lange nicht dem Verlangen der Witwe nachkommen. Da aber die Witwe in ihrem Bitten nicht nachließ, so dachte er also bei sich: ,Ob ich mich auch vor Gott nicht fürchte und mich auch vor keinem Menschen scheue, so will ich sie aber doch retten, indem sie mir nun schon so viel Mühe macht, ansonst kommt sie am Ende und übertäubt mich ganz und gar mit ihrem Hilfegeschrei!‘“ (Luk.18,4.5)


Sagte hier Simon Juda: „Auf diese Art muss also ein Mensch, der durch sein Beten und Bitten von Gott etwas erreichen will, Ihm ordentlich lästig und unausstehlich werden? Ich dachte aber, dass es bei Gott, der in Dir wohnt und voll der höchsten Liebe und Erbarmung ist, nur allein eines lebendigen Glaubens und Vertrauens vonnöten hätte, um erhört zu werden eher denn bei einem diesweltlichen Weltrichter?!


Du hast uns zwar einmal ein ähnliches Bild gegeben, und zwar von jenem Hausvater, zu dem in tiefer Nacht ein Hungriger kam, ihn weckte und ihn des großen Hungers wegen um Brot bat. Der Hausvater hätte ihm in solcher Zeit aus Liebe und Erbarmung auch kein Brot gegeben, sondern nur, weil er des unverschämten Geilens des nächtlichen Brotbettlers los werden wollte.


Diese Sache kommt mir, offen gesprochen, denn doch so ein wenig sonderbar vor! So wir Dich um etwas bitten, da erhörst Du uns gleich ohne eines nahe unverschämten Geilens, und also hast Du auch Heiden, Zöllner und eine Menge Sünder erhört und hast der Ehebrecherin Schuld in den Sand gezeichnet; doch diese Deine Lehre, wie man von Gott etwas erbitten solle, stimmt mit allem andern, was Du gelehrt hast, eben nicht zu besonders fein zusammen. Wie sollen wir das nehmen?“


Sagte Ich:So höret denn weiter, was der nach eurem Dafürhalten ungerechte Richter sagt, der nota bene Ich Selbst bin! (Luk.18,6) Dieser Richter sagt: Wenn denn nach dem Gleichnisse ein Weltrichter der jammernden Witwe ihr Recht erteilt, um wieviel mehr wird Gott retten Seine Auserwählten, wenn sie gewisserart Tag und Nacht rufen, dass Er mit ihnen Geduld habe und ihnen gnädig und barmherzig sei! (Luk.18,7) Ich sage es euch: Er wird sie erretten in Kürze! Doch wenn des Menschen Sohn dereinst wiederkommen wird, meinst du, Simon Juda, dass Er Glauben finden werde auf Erden? (Luk.18,8) Ja, Er wird, ebenso wie in dieser Zeit, nahe gar keinen Glauben finden, und man wird die verlachen und verhöhnen, die noch an Ihn glauben werden!


Aber es werden dennoch auch wieder viele sein, die sich von der Weltweisheit nicht werden blenden lassen und Mein Wort (annehmen und) offen verkünden werden; und zu denen werde Ich denn auch kommen bei Tag und Nacht, werde Mich ihnen offenbaren und werde sie beschützen vor den Verfolgungen der Welt und werde ihnen auch geben die Wundergabe, durch die Liebe zu helfen den Bedrängten, den Bresthaften und Kranken. Und es wird also dann lichter und tröstlicher werden auf Erden. – Verstehet ihr diese Weissagung?“ (GEJ.08_161,01ff)



16. "Willst du gesund werden?"

 

"Es war aber ein Mensch daselbst 38 Jahre krank gelegen. Da Jesus denselben sahe liegen und vernahm, daß er so lange gelegen war, spricht Er zu ihm: `Willst du gesund werden?`" (Joh., 5.Kap., 5 und 6.Vers)

 

"Und wie oft frage Ich auch euch, wie einen jeden: `Willst du gesund werden?`Und welche Antwort erhalte Ich in den meisten Fällen?


`Ja, von ganzem Herzen, nur darf`s nicht gar zu viel Mühe kosten!`


So lautet es überall und wenn Ich die Hand anlege, den einen oder anderen wirklich gesund zu machen, besonders wenn es durch bittere Arzneien ist, so sträubt er sich mit Händen und Füßen dagegen.


Der Kranke am Teich zu Bethesda, der dort schon 38 Jahre krank gelegen und wegen seiner Gebrechlichkeit nicht zur rechten Zeit das Wasser erreichen konnte, wann der Engel es bewegte, wußte wohl, was es heißt, lange zu leiden ohne Hilfe; während anderen, welche sich leichter hinbewegen konnten, auch schneller Hilfe ward; eben deswegen erbarmte es auch Mich und obwohl Ich wußte, daß es den Juden nicht recht sein würde, ihn zu heilen und noch dazu an einem Sabbate, so wußte Ich doch nebenbei, daß die Leiden seine Seele mürbe gemacht haben und daß nach der Heilung des Körpers auch die Heilung der Seele vor sich gehen werde.


Was Ich dort bei jenem Kranken tat, das tue Ich jetzt bei vielen, oft nicht ein-, sondern mehrmals; Ich lasse so Menschen durch verschiedene widrige Verhältnisse die Gebrechlichkeit seines Leibes oder die kurze Dauer irdischer Zufriedenheit fühlen, um dadurch ihm das Leere und Eitle dieser irdischen Welt und seiner körperlichen Existenz zu zeigen und um ihm zu beweisen, daß er nicht nur allein für diese Welt geschaffen ist; und wenn er des Leidens müde, den Blick endlich zum Himmel erhebt und dort Trost sucht, so rufe Ich ihm auch zu: `Willst du gesund werden?` Daß die Antwort stets bejahend ausfällt, versteht sich, nur inwiefern im Gesundwerden, da trennen sich gewöhnlich unsere Ansichten, die Meinen sind, seine Seele gesund zu machen, während der Leidende meistens seine irdischen Verhältnisse im Auge hat, um wieder hergestellt dort anzufangen, wo er es vor der Krankheit oder vor seinem Unglück gelassen hat, ja wahrscheinlich es noch ärger zu machen, um das wieder einzubringen, was er versäumt zu haben glaubt.


Und so, Meine lieben Kinder, ist Mein Ruf meistens, wie der des Täufers Johannes in der Wüste, umsonst. Die Menschen kehren sich nicht daran und wenn Ich gleich auch den Undankbarsten noch mit Wohltaten und Gnaden überhäufe, um ihn dadurch von der Nichtigkeit seines falschen Strebens zu überweisen und ihm täglich zurufe: `Willst du gesund werden?`, so hört er entweder Meine Stimme nicht oder wenn er sie hört, legt er die Hilfe anders aus, als Ich sie gemeint habe.


Auch euch und andern habe Ich zugerufen `Willst du gesund werden?`, auch ihr laget alle krank am Teiche von Bethesda, d.h. am Wasser des irdischen Lebens, das, wenn es nicht geistig gebraucht und zu geistigen Zwecken verwendet wird, nur das irdische Leben befördert und erst dann heilsam wird, wenn ein Lichtstrahl des himmlischen Lebens die dort tot liegenden Elemente göttlich belebt und zu Seelenleben verwandelt.


Auch ihr laget krank, manche beachteten den Lichtstrahl des Himmels früher, manche später, manche konnten sich vom Irdischen eher losmachen, manche später, an euch alle erging der Ruf: `Willst du gesund werden?`und wie es Meinem Vaterherzen wohltut, so muß Ich es gestehen, seid ihr - die meisten wenigstens - Meinem Rufe gefolgt und habt euch allen Mitteln geduldig unterzogen, die Ich für den einen oder den andern nötig fand, um ihm die geistige Gesundheit wiederzugeben und ihm den Weg zu Meinem Herzen und seiner Seligkeit zu zeigen.


Beachtet wohl den Ruf eures Vaters, noch öfter wird es in eurem Herzen ertönen: `Willst du gesund werden?`, besonders wenn irdische Verhältnisse euch wanken machen könnten, beachtet den Ruf wohl und ermannet euch so schnell als möglich, um nicht zurückzuweichen von der Stufe, die ihr erreicht habt, denn zum zweiten male wieder vorzugehen ist gewöhnlich doppelt so schwer als das erste mal.


`Wachet und betet!, auf daß ihr nicht in Versuchung fallet!` rief Ich einst Meinen Jüngern in einer schmerzensvollen Stunde zu, auch euch rufe Ich es zu, wollet ihr gesund werden, so wachet und betet, daß ihr Meine Vaterstimme nicht überhöret, wenn Ich euch rufe! Bedenket wohl, es ist eine kurze Spanne, die Zeit dieses Lebens, wo so viel getan und eine große Ewigkeit danach, wo dann von dem hier erlangten Kapital gezehrt werden soll!


Deswegen, Meine lieben Kinder, verlasset den Teich von Bethesda, verlasset diese irdische Welt mit ihren Reizen!, wartet nicht, bis durch das Geistige das Irdische in Himmlisches verwandelt wird, machet es so, wie der 38jährige Kranke, folget Meinem Vaterrufe, nehmet euer Bett und gehet mit Mir, zu Mir! und nach Meinen Worten zur ewigen Seligkeit, durch die Liebe zu Mir und zu eurem Nächsten!


Auch der Kranke am Teiche von Bethesda leistete Verzicht auf das Bewegen des Wassers, glaubte Meinem Rufe und folgte Mir, nachdem der Ruf und Mein Wort ihn gesund machte. Folget auch ihr Meinem Rufe, werfet euch in Meine Arme! Nehmet euer Bett, eure Mängel, welche vom irdischen Leben euch noch anhängen, mit, vertrauet auf Mich, Ich will euch diese Bürde noch erleichtern und das Bett oder die schlechten Gewohnheitern, die in eurem Lebern euch als Unterlage gedient haben, vergessen machen, damit ihr dereinst rein und makellos in Meinen Himmeln von Mir dem Vater würdig empfangen werden möget!


`Willst du gesund werden?` rufe Ich heute noch jedem zu, antwortet alle mit `Ja!`, mit einem freudigen `Liebe-Ja` und ihr werdet, wenngleich die angewandten Mittel oft schmerzen könnten, doch den Arzt, der euch heilen will, nicht verkennen und mit Dank Ihm einst zu Füßen fallen, daß er, der Schöpfer und Vater, es für wert gehalten, euch den kurzen, obwohl beschwerlicheren Weg durch Seine Gnade und Barmliebe zu erlauben, der direkt zu Seinem Herzen führt, statt abzuwarten, bis das Wasser des irdischen Lebensteiches durch himmlische Mächte bewegt euch von allen Sünden und Gebrechen befreit und gereinigt hätte!


Folget also Meinem Rufe: `Willst du gesund werden?` und ihr werdet in bälde sehen, daß Der, Der den Ruf getan, auch die rechte Art zu heilen versteht, d.h. wenn auch vielleicht durch Kreuz und Leiden, doch dabei mit Seinem väterlichen Segen euch unterstützend auf dem rechten Wege, der zu Seinem Herzen führen wird! Amen! Amen! Amen!"

(Gottfried Mayerhofer, "Väterliche Lebenswinke", aus "Festgarten")

 

Siehe auch linke Randspalte unter "Gebet, Meditation, Gesundheit (1)" z.B. "Gesundheit, Krankheit, Tod" sowie unter "Ethisches / Aktuelle Themen", z.B. Thema "Organspende" u.a.

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