Wer ist mein Nächster?



„…Soviel schon über dieses zweite Liebesgebot geschrieben und geredet wurde, so haben doch die wenigsten Menschen eigentlich verstanden, was die Nächstenliebe und wer der Nächste ist.

Der allgemeine Schluß ist gleich gemacht: `Die ganze Menschheit ist mein Nächster, und durch das Gesetz, daß ich den Nächsten lieben soll wie mich selbst, ist auch der Maßstab der Liebe bestimmt!`

Ganz recht, sage Ich; aber jetzt kommt es darauf an: `Inwiefern ist die Menschheit oder jeder Mensch mein Nächster, und was heißt: sich selbst – aber wohlgemerkt – im gerechten Maß lieben?`

In diesen beiden Begriffen liegt der Schlüssel zu Meinem Reich, weshalb Ich unter allen erdenklichen Geboten gerade dieses Gebot der Nächstenliebe zum zweiten Hauptgebot nicht allein für eure Erde, sondern für alle Welten und selbst für das große Geisterreich gemacht habe.

Es ist vor allem deshalb das Gebot der Liebe, weil es ohne Liebe keine Wärme, ohne Wärme kein Leben, ohne Leben keine Schöpfung – was immer für eine denkbare – gibt. Die Liebe ist der erste Trieb, welcher zur Tätigkeit anspornt; die Tätigkeit erzeugt entsprechend Wärme. Die Wärme – Ausdruck für Bewegung, Vibrieren – zeigt sich als Leben, und Leben ist Entstehen, Bestehen und Vergehen, als sichtbares Zeichen des Lebens oder der Schöpfung in ihrer ganzen Ausdehnung.

Die Liebe adelt alle Wesen, die sie fühlen und gegen andere ausüben. Ohne Liebe gäbe es keinen geistigen Maßstab der Handlungen, und ohne Liebe bestände weder Ich, noch etwas Geschaffenes, das ein Bleibendes werden könnte…

Betrachtet Mich! Ich liebe euch Menschen alle, liebe euch mit einer Liebe, die ihr nicht begreifen, nicht fassen und nicht erwidern könnt, und doch sage Ich nicht zu allen Bitten, mit denen ihr Mich überhäuft: `Ja!`, sondern meistens das Gegenteil: `Nein!` Und warum? Weil ihr oft Dinge wünscht, die euch geistig schädlich wären! Und wenn diese Verweigerung dann Leiden und Kämpfe, Unglücks- und Trauerfälle über euch und die Eurigen bringt, so ist sie doch nur Ausfluß der Liebe, der Liebe eures himmlischen Vaters, der euretwegen alles erschaffen, euretwegen so manches erduldet hat und euch stets Undank, Verhöhnung, Verleugnung mit Segen vergilt.

,Hier seht ihr, wie die Liebe aufgefaßt werden muß wenn sie nicht Böses, sondern Gutes bewirken soll. So müßt auch ihr eure Menschen- oder Nächstenliebe auffassen! Wie ein Vater auf Erden seinen unmündigen Kindern nicht alles gewährt, was sie in ihrem Unverstand von ihm verlangen, sondern immer den höheren Erziehungszweck im Auge behält, ebenso sollt auch ihr nur dann eurem Nächsten Gutes tun, wenn ihr überzeugt seid, daß gemäß eurer Einsicht nicht etwa ein Laster genährt oder euer Nächster im Nichtstun bestärkt, statt zur Arbeit gewöhnt wird.
Dies ist die Liebe, mit welcher Ich aus Meiner Weisheit heraus Meine Welten regiere. Ebenso sollt auch ihr mit euren Verstandeskräften den Trieb des Wohltuns bezähmen und regeln, damit nicht das entgegengesetzte Resultat die Folge eures, wenngleich edelsten Willens ist...

 

Nirgends kann soviel Schaden gestiftet werden, als mit dem wörtlich genommenen Begriff der Nächstenliebe." (PH.01_038,04)

(Vollständiger Texte siehe linke Randspalte unter "Texte der Neuoffenbarung zu...", Thema „Selbst- und Nächstenliebe“)

Siehe auch linke Randspalte unter "Texte der Neuoffenbarung zu..." Thema "Die Liebesgebote Jesu" sowie  "Was bedeutet Nächstenliebe"