"Siehe, die Dinge der Natur haben ihre Ordnung und können nur in dieser ihrer eigentümlichen Ordnung bestehen; und so haben auch die Dinge des Geistes ihre höchst eigentümliche Ordnung und können außer solcher Ordnung nicht bestehen, nicht gedacht und nicht ausgesprochen werden." (GEJ.01_042,05)

 

 

Realität und Erscheinlichkeit


Wilfried Schlätz

 

 

1. Allgemeines zu Realität und Erscheinlichkeit

2. Spezielles zu Realität und Erscheinlichkeit

 


1. Allgemeines zu Realität und Erscheinlichkeit

WS-A2907.04

 

1. Jesus durch Jakob Lorber (JL):


[GS.01_059,11] So will Ich dir gleich ein Beispiel geben, auf welche Weise Ich von Meiner Allmacht Gebrauch mache.

[GS.01_059,12] Was die naturmäßige Welt betrifft und was überhaupt die Gestaltung aller Geschöpfe anbelangt, so sind sie Werke Meiner Allmacht. Wenn dann die freien Geister zufolge Meines Wortes und des darnach geführten Lebenswandels das Leben aus Mir in sich aufgenommen haben, so wirket Meine Allmacht, daß alles das, was die frei gewordenen lebendigen Geister als nutzwirkend Gutes und Wahres in sich erkennen, sie alsogleich reell zu ihrem freiwilligen Gebrauche im reichlichsten Maße erschauen und davon eben sogleich den freien Gebrauch machen können.

[GS.01_059,13] Diese untere Gegend ist zumeist ein solches Werk Meiner Allmacht und entspricht in allem dem Glaubenswahren und daraus hervorgehenden Nutzwirkenden, wie solches sich im Inwendigsten dieser seligen Geister vorfindet. Und also ist es der Fall allenthalben, wo du deine Augen nur immer hinwenden willst, entweder über den ganzen endlosen Mittag hin oder über den ganzen Abend hin, wie auch über den ganzen Norden hin.

[GS.01_059,14] Du fragst hier in deinem Gedanken: Ist denn solches nicht auch der Fall mit diesem ewigen Morgen? Nein, dieser steht unter einem ganz anderen Verhältnisse und ist in all seinen Teilen vollkommen unveränderlich fest also, wie eine jede naturmäßige Welt fest ist. Und die unerschütterliche Festigkeit des Morgens steht als inwendige ewige Grundfeste gegenüber der äußeren naturmäßigen Festigkeit. Der Grund davon aber liegt darin, weil fürs erste Ich Selbst in Meinem Wollen ewig unveränderlich bin; und was Ich einmal bestimmt gestaltet habe, das bleibt auch ewig also unveränderlich und bestimmt, wie unveränderlich und bestimmt Ich Selbst in Meinem ewigen Wollen bin.

[GS.01_059,15] Fürs zweite aber ist diese Gegend darum eine unveränderlich feste, weil Meine Kinder, die hierher zu Mir kommen, zufolge ihrer großen Liebe zu Mir in ihrem Wollen und in ihrem Erkennen vollkommen eins sind mit Mir, oder, mit andern Worten gesagt, weil sie sich völlig bis auf den letzten Tropfen gedemütigt und zufolge ihrer Liebe zu Mir ihren Willen völlig hintangegeben und an dessen Stelle Meinen ewig lebendigen in sich aufgenommen haben.

[GS.01_059,16] Daher auch wollen sie hier nichts anderes, als was Ich will. Mein Wille aber ist eine allerklarste, ewig festbestimmte Darstellung des Guten und Wahren. Daher ist denn auch diese Gegend, in der Ich mit den Meinen wohne, eine vollkommen unveränderlich feste und ist in ihr nirgends eine Täuschung. Was du hier ansiehst, das ist auch vollkommen so von innen, wie von außen. Alle die Pflanzen, die Bäume, die Früchte, die Getreidefelder sind hier nicht bloß erscheinliche Entsprechungen, sondern sie sind vollkommene bestimmte Realitäten. Wenn du hier von einem Orte zum andern gehst, so kannst du deine Schritte zählen, und du wirst hin und her dieselbe Entfernung finden.

[GS.01_059,17] Du fragst mich wohl, ob diese Festigkeit mit der Festigkeit der [materiellen] Welt etwas gemein hat? Die Festigkeit dieser Himmelswelt hat mit der Festigkeit der materiellen Welt durchaus nichts gemein, denn die Festigkeit der [materiellen] Welt ist ebenfalls nur eine scheinbare, und dauert für einen betreffenden Geist nur so lange, als er ein Bewohner der Materie ist, hat er aber die Materie verlassen, dann vergeht für ihn auch deren Festigkeit. Aber nicht also ist es hier; denn diese Festigkeit ist eine wahre Festigkeit und ist unveränderlich und unzerstörbar für alle Ewigkeiten der Ewigkeiten, weil sie ist ein vollkommener Ausdruck Meiner ewigen Vaterliebe!

[GS.01_059,18] Du fragst, wie weit diese Gegend wohl geht? Mein lieber Freund, Bruder und Sohn! Diese Gegend, wie du sie gegen den Morgen hin erschaust, hat fürder ewig nimmer ein Ende und ist sonach so groß, daß, wenn auf allen unendlich vielen Weltkörpern ewighin Menschen geboren werden und alle kommen möchten in diese Gegend, so würden sie nach dem Verlaufe von tausend Ewigkeiten im Verhältnisse zu der Größe dieser Gegend noch nicht mehr betragen, als ein Sandkörnchen beträgt im Verhältnisse zu der Unendlichkeit des ewigen Raumes.

2.

 

Es gibt also nur eine  wirkliche und feste Realität, nämlich die wirkliche und feste Realität des 3.Himmels bzw. des Himmlischen Jerusalems. Alle anderen Seinsbereiche: der 2.Himmel (= die Mittagsgegend), der 1.Himmel (= der Vordergrund der Abendgegend), das gesamte jenseitige Mittelreich, alle höllischen Bereiche (Mitternachtsgegend) und vor allem auch die gesamte materielle Welt sind nur Erscheinlichkeiten, die von der Allmacht Jesu für eine kurze oder längere Zeit festgehalten werden, und die alsbald vergehen, wenn Jesus Seinen Willen schnell oder langsam oder ganz langsam wieder zurück zieht.

 


3. Die materielle Welt0


3.1. Die materielle0 Welt0 [die aus materiellen0 Intelligenzspezifika0 (IS0) aufgebaut ist und vom Licht 1.Stufe erwärmt und erleuchtet wird] ist nur eine materielle0 Erscheinlichkeit0 aus der Sicht des 3.Himmels.

3.2. Aber für die materiellen0 Sinnesorgane0 des materiellen0 Fleischleibes (FL0) hat die materielle0 Welt0 eine echte materielle0 Realität0, die nur aus der Sicht des 3.Himmels scheinbar ist.

3.3. Unser im Materieleib0 wohnendes Alltags-Ichbewusstsein+2 [= Menschengeist+2 (MG+2)] kann starke materielle0 Schmerzen0 fühlen, wenn der materielle0 Fleischleib (FL0) verletzt oder zerstört wird.

 


4. Das jenseitige Mittelreich+1


4.1. Das jenseitige Mittelreich1 ([das aus nieder-substanziellen+1 Intelligenzspezifika+1 (IS+1) aufgebaut ist und vom Licht 2.Stufe erwärmt und erleuchtet wird] ist nur eine nieder-substanzielle+1 Erscheinlichkeit+1 aus der Sicht des 3.Himmels.

4.2. Aber für die nieder-substanziellen+1 Sinnesorgane+1 der nieder-substanziellen+1 Naturseele+1 (NS+1) haben das jenseitige+1 Mittelreich+1 und vor allem auch die Höllen eine echte nieder-substanzielle+1 Realität+1, die nur aus der Sicht des 3.Himmels scheinbar ist.

4.3. Unser in der nieder-substanziellen+1 Naturseele+1 wohnendes Alltags-Ichbewusstsein+2 [= Menschengeist+2 (MG+2)] kann starke, nieder-substanzielle+1 Schmerzen+1 fühlen, wenn die nieder-substanzielle+1 Naturseele+1 (NS+1) verletzt oder zerstört  wird.

 

 

5. Der 1. Himmel+2


5.1. Der 1.Himmel+2 [der aus höher-substanziellen+2 Intelligenzspezifika+2 (IS+2) aufgebaut ist und vom Licht 3.Stufe erwärmt und erleuchtet wird] ist nur eine höher-substanzielle+2 Erscheinlichkeit+2 aus der Sicht des 3.Himmels.

5.2. Aber für die höher-substanziellen+2 Sinnesorgane+2 des [einst böse gewordenen], höher-substanziellen+2 Menschengeistes+2 (MG+2) [= unser Alltags-Ichbewusstsein+2] hat der 1.Himmel+2 eine echte, höher-substanzielle+2 Realität+2, die nur aus der Sicht des 3.Himmels scheinbar ist.

5.3. Unser in dem höher-substanziellen+2 Menschengeist+2 wohnendes Höheres-Ichbewusstsein+3 [= Reiner Geist+3 (RG+3)] kann starke, höher-substanzielle+2 Schmerzen+2 fühlen, wenn der höher-substanzielle+2 Menschengeist+2 (MG+2) [= unser Alltags-Ichbewusstsein+2] verletzt oder zerstört  wird oder sich freiwillig selbst auflöst.

 


6. Der 2. Himmel+3


6.1. Der 2.Himmel+3 [der aus nieder-essenziellen+3 Intelligenzspezifika+3 (IS+3) aufgebaut ist und vom Licht 4.Stufe erwärmt und erleuchtet wird] ist also nur eine nieder-essenzielle+3 Erscheinlichkeit+3 aus der Sicht des 3.Himmels.

6.2. Aber für die nieder-essenziellen+3 Sinnesorgane+3 des nie gefallenen, ganz Reinen Geistes (RG+3) [= unser Höheres Ichbewusstsein+3, das sich anfangs nur als das Gewissen äußert] hat der 2.Himmel+3 eine echte, nieder-essenzielle+3 Realität+3,  die nur aus der Sicht des 3.Himmels scheinbar ist.

6.3. Unser in dem nieder-essenziellen+3 Reinen Geiste+3 [im Höheren-Ichbewusstsein+3] wohnendes Höchstes-Ichbewusstsein+4 [= der geschaffene Pfingst-Geist+4 (PG+4)] kann nieder-essenzielle+3 Gefühle+3 wahrnehmen, wenn der nieder-essenzielle+3 Reine Geist+3 (RG+3) [= unser Höheres Ichbewusstsein+3] berührt wird.

 


7. Der 3. Himmel+4


Der 3.Himmel+4 [der aus höher-essenziellen+4 Intelligenzspezifika+4 (IS+4) aufgebaut ist und vom Licht 5.Stufe erwärmt und erleuchtet wird] ist eine echte und feste,  höher-essenzielle+4 Realität+4.

 


8. Jesus durch JL:


[RB.02_292,05] Nur ein Erstes kann ein Erstes sehen, ein Zweites nur ein Zweites – und das Zweite ein Erstes nur dann, wenn das Erste die Gestalt eines Zweiten angenommen hat.

[RB.02_292,06] So könntet ihr Mich als ein rein göttliches Wesen nie sehen. Da Ich aber ein Zweites, Geschöpfliches, angenommen habe, so könnet ihr Mich sehen insoweit Ich ein vollkommenes, bleibendes Zweites aus Mir Selbst geworden bin.

[RB.02_292,07] So wird es auch sein, so ihr in einen der zwei unteren Himmel kommen werdet. Solange ihr nicht das Element dieser Himmel annehmt, werdet ihr stets unsichtbar verbleiben. Hingegen werdet ihr dennoch alles sehen, was sich dort vorfindet, da ihr als Bewohner des obersten Himmels gegenüber einem zweiten und dritten Himmel ein Erstes seid. Sagt Mir nun, ob ihr das alles wohl verstanden habt?“

9.

 

Robert Blum und die ehemaligen Habsburger Kaiser wohnten zunächst im jenseitigen Mittelreich+1 und bestanden dort aus der folgenden geschaffenen Trichotomie1+2+3 (= geschaffene Drei-Körperlichkeit1+2+3):

NS+1 +  MG+2 + RG+3:

9.1. die geschaffene,  nieder-substanzielle+1 Naturseele+1 (NS+1) als ihr Außenleib+1 im jenseitigen Mittelreich+1,

9.2. der geschaffene,  höher-substanzielle+2 (einst böse gewordene) Menschengeist+2 (MG+2) (der erneut böse werden kann) als ihr Alltags-Ichbewusstsein+2,

9.3. der geschaffene nieder-essenzielle+3 (nie gefallene) ganz Reine Geist+3 (RG+3) (der auch in einem Teufel rein bleibt) als ihr geschaffenes  Höheres-Ichbewusstsein+3 = als ihr niederes Gewissen+3.

9.4. Im Innersten wohnte das durch Reflexion gebildete, lebendige, vollkommen ähnliche, kleine ungeschaffene  Abbild des ungeschaffenen Gotteszentrums∞ Jesus-Jehova.

9.5. Dieser kleine ungeschaffene Gottesfunke gehört nicht zu dieser geschaffenen1+2+3 Trichotomie1+2+3:

NS+1 +  MG+2 + RG+3.

9.6. Aber dieser kleine ungeschaffene Gottesfunke ist ein Folge der tatsächlichen wahren kleinen Demut dieser geschaffenen1+2+3 Trichotomie1+2+3:

NS+1 +  MG+2 + RG+3.

9.6.1. Die geschaffene, nieder-substanzielle+1 Naturseele+1 (NS+1) entspricht einem kleinen Hohlspiegel mit sehr wenig Silberschicht, d.h. mit sehr geringer Demut. Dadurch trägt die NS+1 nur sehr wenig zur gemeinsamen Brennpunktbildung dieses einen kleinen ungeschaffenen Gottesfunkens im Innersten bei.

9.6.2. Der geschaffene,  höher-substanzielle+2 Menschengeist+2 (MG+2) entspricht einem größeren  Hohlspiegel mit mehr Silberschicht, d.h. mit  mehr Demut. Dadurch trägt der MG+2 schon mehr zur gemeinsamen Brennpunktbildung dieses einen kleinen ungeschaffenen Gottesfunkens im Innersten bei.

9.6.3. Der geschaffene nieder-essenzielle+3 ganz Reine Geist+3 (RG+3) entspricht einem großen Hohlspiegel mit totaler Silberschicht, d.h. mit sehr großer Demut. Dadurch trägt der RG+3 hier am meisten zur gemeinsamen Brennpunktbildung dieses einen kleinen ungeschaffenen Gottesfunkens im Innersten bei.


10.

 

Robert Blum und die ehemaligen Habsburger Kaiser gelangten durch die Führung Jesu unmerklich und unbewusst vom jenseitigen Mittelreich+1 in den 1. Himmel+2 und bestanden dort jetzt aus der folgenden geschaffenen Trichotomie2+3+4 (= geschaffene Drei-Körperlichkeit2+3+4):

MG+2 + RG+3 + PG+4:

10.1. der geschaffene,  höher-substanzielle+2 Menschengeist+2 (MG+2) als ihr ehemaliges Alltags-Ichbewusstsein+2, das sich nun völlig dem Höheren Ichbewusstsein+3 = dem geschaffenen, nieder-essenziellen+3, ganz Reinen-Geiste+3 (RG+3) untergeordnet hatte und daher jetzt ihren  Außenleib+2 im 1.Himmel+2 darstellt.

Ihre geschaffene,  ehemals nieder-substanzielle+1 Naturseele+1 (NS+1) (als ihr Außenleib+1 im jenseitigen Mittelreich+1) wurde bei diesem Übergang vom jenseitigen Mittelreich+1 in den 1.Himmel+2 vergeistigt1→2 und wurde dadurch zu einem bleibenden nieder-essenziellen+2 Kleid+2 des nieder-essenziellen+2 Menschengeistes+2 (MG+2),

10.2. der geschaffene  nieder-essenzielle+3 ganz Reine Geist+3 (RG+3) als ihr nun dominant und herrschend gewordenes, geschaffenes Höheres-Ichbewusstsein+3,

10.3. der geschaffene  höher-essenzielle+4 Pfingst-Geist+4 (PG+4) als ihr geschaffenes  höheres Gewissen+4.

10.4. Im Innersten wohnte das durch Reflexion gebildete, lebendige, vollkommen ähnliche, größere ungeschaffene Abbild des ungeschaffenen Gotteszentrums∞ Jesus-Jehova.

10.5. Dieser größere ungeschaffene Gottesfunke gehört nicht zu dieser geschaffenen2+3+4 Trichotomie2+3+4:

MG+2 + RG+3 + PG+4.

10.6. Aber dieser größere ungeschaffene Gottesfunke ist eine Folge der tatsächlichen wahren größeren Demut dieser geschaffenen2+3+4 Trichotomie2+3+4:

MG+2 + RG+3 + PG+4.

10.6.1. Der geschaffene,  höher-substanzielle+2 Menschengeist+2 (MG+2) entspricht einem größeren Hohlspiegel mit mehr Silberschicht, d.h. mit  mehr Demut. Dadurch trägt der MG+2 schon mehr zur gemeinsamen Brennpunktbildung dieses einen größeren ungeschaffenen Gottesfunkens im Innersten bei.

10.6.2. Der geschaffene nieder-essenzielle+3 ganz Reine Geist+3 (RG+3) entspricht einem großen Hohlspiegel mit totaler Silberschicht, d.h. mit viel Demut. Dadurch trägt der RG+3 hier sehr viel zur gemeinsamen Brennpunktbildung dieses einen größeren ungeschaffenen Gottesfunkens im Innersten bei.

10.6.3. Der geschaffene  höher-essenzielle+4 Pfingst-Geist+4 (PG+4) entspricht einem sehr großen Hohlspiegel mit totaler Silberschicht, d.h. mit  sehr großer Demut. Dadurch trägt der PG+4 hier am meisten zur gemeinsamen Brennpunktbildung dieses einen größeren ungeschaffenen Gottesfunkens im Innersten bei.

11.

 

Robert Blum und die ehemaligen Habsburger Kaiser gelangten durch die Führung Jesu unmerklich und unbewusst vom 1.Himmel+2 in den 2.Himmel+3 und bestanden dort nun aus der folgenden geschaffenen Trichotomie3+4+5 (= geschaffene Drei-Körperlichkeit3+4+5):

MG+3 + RG+4 + PG+5:

11.1. der nieder-essenziell+3 gewordene Menschen-Geist+3 (MG+3):

11.1.1. der geschaffene, ursprünglich höher-substanzielle+2, jetzt aber nieder-essenziell+3 gewordene Menschen-Geist+3 (MG+3) als Außenleib+3 im 2.Himmel+3,

11.1.2. weil ihr ursprünglich, höher-substanzieller+2 Menschen-Geist+2 (MG+2) für sie unbewusst und unmerklich von höherer Substanz+2 zu niederer Essenz+3 vergeistigt2→3 worden war,

11.1.3. d.h. aus dem ursprünglichen MG+2 war unmerklich ein MG+3 geworden, der jetzt den Außenleib+3 im 2.Himmel+3 darstellt.

11.2. Der höher-essenziell+4 gewordene, ganz Reine-Geist (RG+4),

11.2.1. der geschaffene, ursprünglich nieder-essenzielle+3, jetzt höher-essenziell+4,  gewordene,  ganz Reine-Geist+4 (RG+4),

11.2.2. als ihr nun dominant und herrschend gewordenes, geschaffenes, jetzt auch höher-essenzielles+4 Höheres-Ichbewusstsein+4,

11.2.3. weil ihr ursprünglich, nieder-essenzieller+3 ganz Reine-Geist+3 (RG+3) für sie unbewusst und unmerklich von niederer Essenz+3 zu  höherer Essenz+4 vergeistigt3→4 worden war,

11.2.4. d.h. aus dem ursprünglichen RG+3 war unmerklich ein RG+4 geworden.

11.3. Der höher(2)-essenziell+5 gewordene, Pfingst-Geist (PG+5),

11.3.1. der geschaffene, ursprünglich höher(1)-essenzielle+4, jetzt höher(2)-essenziell+5,  gewordene,  Pfingst-Geist+5 (PG+5)

11.3.2. als ihr höher(2)-essenzielles+5 Gewissen+5,

11.3.3. weil ihr ursprünglich,  höher(1)-essenzieller+4 Pfingst-Geist+4 (PG+4) für sie unbewusst und unmerklich von höherer(1) Essenz+4 zu höherer(2) Essenz+5 vergeistigt4→5 worden war,

11.3.4. d.h. aus dem ursprünglichen PG+4 war unmerklich ein PG+5 geworden.

11.4. Im Innersten wohnte das durch Reflexion gebildete,  lebendige,  vollkommen ähnliche, große ungeschaffene Abbild des ungeschaffenen Gotteszentrums∞ Jesus-Jehova.

11.5. Dieser große ungeschaffene Gottesfunke gehört nicht zu dieser geschaffenen3+4+5 Trichotomie3+4+5

MG+3 + RG+4 + PG+5.

11.6. Aber dieser  große ungeschaffene Gottesfunke ist ein Folge der tatsächlichen wahren großen Demut dieser geschaffenen3+4+5 Trichotomie3+4+5:

MG+3 + RG+4 + PG+5.

11.6.1. Der geschaffene, nieder-essenziell+3 gewordene Menschen-Geist+3 (MG+3) entspricht einem großen Hohlspiegel mit totaler Silberschicht, d.h. mit  viel Demut. Dadurch trägt der MG+3 schon sehr viel zur gemeinsamen Brennpunktbildung dieses einen großen ungeschaffenen Gottesfunkens im Innersten bei.

11.6.2. Der geschaffene, höher-essenziell+4 gewordene, ganz Reine-Geist (RG+4) entspricht einem größeren Hohlspiegel (als der MG+3) mit totaler Silberschicht, d.h. mit  mehr Demut (als der  MG+3 hat). Dadurch trägt der RG+4 hier mehr (als der MG+3) zur gemeinsamen Brennpunktbildung dieses einen großen ungeschaffenen Gottesfunkens im Innersten bei.

11.6.3. Der geschaffene, höher(2)-essenziell+5 gewordene, Pfingst-Geist (PG+5) entspricht einem größeren Hohlspiegel (als der RG+4) mit totaler Silberschicht, d.h. mit  mehr Demut (als der RG+4 hat). Dadurch trägt der PG+4 hier am meisten zur gemeinsamen Brennpunktbildung dieses einen großen ungeschaffenen Gottesfunkens im Innersten bei.

12.

 

Robert Blum und die ehemaligen Habsburger Kaiser gelangten durch die Führung Jesu unmerklich und unbewusst vom 2.Himmel+3 in den 3. Himmel+4 und bestanden dort nun aus der folgenden geschaffenen Trichotomie4+5+6 (= geschaffene Drei-Körperlichkeit4+5+6

MG+4 + RG+5 + PG+6:

12.1. der höher(1)-essenziell+4 gewordene Menschen-Geist+4 (MG+4):

12.1.1. der geschaffene, vorher nieder-essenzielle+3, jetzt aber höher(1)-essenziell+4 gewordene Menschen-Geist+4 (MG+4) als Außenleib+4 im 3.Himmel+4,

12.1.2. weil ihr vorher,  nieder-essenzieller+3 Menschen-Geist+3 (MG+3) für sie unbewusst und unmerklich von niederer Essenz+3 zu höherer Essenz+4 vergeistigt3→4 worden war,

12.1.3. d.h. aus dem vorherigen MG+3 war unmerklich ein MG+4 geworden, der jetzt ihren Außenleib+4 im 3.Himmel+4 darstellt,

12.2. der höher(2)-essenziell+5 gewordene, ganz Reine-Geist+5 (RG+5),

12.2.1. der geschaffene, vorher höher(1)-essenzielle+4, jetzt höher(2)-essenziell+5,  gewordene,  ganz Reine-Geist+5 (RG+5),

12.2.2. als ihr nun dominant und herrschend gewordenes, geschaffenes, jetzt  höher(2)-essenzielles+5 Höheres-Ichbewusstsein+5,

12.2.3. weil ihr vorher, höher(1)-essenzielle+4 ganz Reine-Geist+4 (RG+4) für sie unbewusst und unmerklich von höherer(1) Essenz+4 zu höherer(2) Essenz+5 vergeistigt4→5 worden war,

12.2.4. d.h. aus dem vorherigen RG+4 war unmerklich ein RG+5 geworden.

12.3. Der höher(3)-essenziell+6 gewordene, Pfingst-Geist+6 (PG+6),

12.3.1. der geschaffene, vorher höher(2)-essenzielle+5, jetzt höher(3)-essenziell+6,  gewordene,  Pfingst-Geist+6 (PG+6),

12.3.2. als ihr höher(3)-essenzielles+6 Gewissen+6,

12.3.3. weil ihr ursprünglich, höher(2)-essenzieller+5 Pfingst-Geist+5 (PG+5) für sie unbewusst und unmerklich von höherer(2) Essenz+5 zu  höherer(3) Essenz+6 vergeistigt5→6 worden war,

12.3.4. d.h. aus dem vorherigen PG+5 war unmerklich ein PG+6 geworden.

12.4. Im Innersten wohnt ewig das durch Reflexion gebildete, lebendige, vollkommen ähnliche, sehr große ungeschaffene Abbild∞ des ungeschaffenen Gotteszentrums∞ Jesus-Jehova.

12.5. Dieser sehr große ungeschaffene Gottesfunke∞ gehört nicht zu dieser geschaffenen4+5+6 Trichotomie4+5+6

MG+4 + RG+5 + PG+6.

12.6. Aber dieser  sehr große ungeschaffene Gottesfunke∞ ist ein Folge der tatsächlichen wahren sehr großen Demut dieser geschaffenen4+5+6 Trichotomie4+5+6:

MG+4 + RG+5 + PG+6.

12.6.1. Der geschaffene, höher(1)-essenziell+4 gewordene Menschen-Geist+4 (MG+4):
entspricht einem großen Hohlspiegel mit totaler Silberschicht, d.h. mit  sehr viel Demut. Dadurch trägt der MG+4 schon sehr viel zur gemeinsamen Brennpunktbildung dieses einen sehr großen ungeschaffenen Gottesfunkens∞ im Innersten bei.

12.6.2. Der geschaffene, der höher(2)-essenziell+5 gewordene, ganz Reine-Geist+5 (RG+5):

entspricht einem größeren Hohlspiegel (als der MG+4) mit totaler Silberschicht, d.h. mit mehr Demut (als der  MG+4 hat). Dadurch trägt der RG+5 hier mehr (als der MG+4) zur gemeinsamen Brennpunktbildung dieses einen sehr großen ungeschaffenen Gottesfunkens∞ im Innersten bei.

12.6.3. Der geschaffene, der höher(3)-essenziell+6 gewordene, Pfingst-Geist+6 (PG+6):
entspricht einem größeren Hohlspiegel (als der RG+5) mit totaler Silberschicht, d.h. mit  mehr Demut (als der RG+5 hat). Dadurch trägt der PG+6 hier am meisten zur gemeinsamen Brennpunktbildung dieses einen sehr großen ungeschaffenen Gottesfunkens∞ im Innersten bei.

 


13. Wenn Jesus im 3. Himmel+4 zu Robert Blum und zu den ehemaligen Habsburger Kaisern sagt:


[RB.02_292,05] Solange ihr nicht das Element dieser [unteren] Himmel annehmt, werdet ihr stets unsichtbar verbleiben.

Dann gilt Folgendes:

13.1. Hinabstieg Robert Blums in den 2.Himmel+3

Wenn Robert Blum in den 2.Himmel+3 hinab steigen und dort sichtbar wirken will, dann muss er,

13.1.1. als jetzt eine geschaffene4+5+6 Trichotomie4+5+6: MG+4 + RG+5 + PG+6,

13.1.2. das Element des 2.Himmels+3, nämlich einen nieder-essenziellen+3 Hilfsleib+3 (HL+3) annehmen, um im 2.Himmel+3 gesehen werden können,

13.1.3. denn der Außenleib+3 im 2.Himmel+3 sowie das Äußere+3 (= die Form+3) des 2.Himmels+3 selbst besteht gemäß Ziffer: (6.1.) aus nieder-essenziellen Intelligenzspezifika+3 (IS+3).

13.2. Weiterer Hinabstieg Robert Blums in den 1.Himmel+2

Wenn Robert Blum noch tiefer in den 1.Himmel+2 hinab steigen und dort sichtbar wirken will, dann muss er,

13.2.1. als jetzt eine geschaffene4+5+6 Trichotomie4+5+6: MG+4 + RG+5 + PG+6, jetzt zusätzlich umhüllt von einem nieder-essenziellen+3 Hilfsleib+3 (HL+3),

13.2.2. zusätzlich das Element des 1.Himmels+2, nämlich auch einen höher-substanziellen+2 Hilfsleib+2 (HL+2), annehmen, um im 1.Himmel+2 gesehen werden zu können,

13.2.3. denn der Außenleib+2 im 1.Himmel+2 sowie das Äußere+2 (= die Form+2) des 1.Himmels+2 selbst besteht gemäß Ziffer: (5.1.) aus höher-sustanziellen+2 Intelligenzspezifika+2 (IS+2).

13.3. Weiterer Hinabstieg Robert Blums in das jenseitige Mittelreich+1

Wenn Robert Blum noch tiefer in das jenseitige Mittelreich+1 hinab steigen und dort sichtbar wirken will, dann muss er,

13.3.1. als jetzt eine geschaffene4+5+6 Trichotomie4+5+6: MG+4 + RG+5 + PG+6, jetzt zusätzlich umhüllt sowohl von einem nieder-essenziellen+3 Hilfsleib+3 (HL+3) als auch von einem höher-substanziellen+2 Hilfsleib+2 (HL+2),

13.3.2. zusätzlich das Element des 1.Himmels+2, nämlich auch einen nieder-substanziellen+1 Hilfsleib+1 (HL+1), annehmen, um im jenseitigen Mittelreich+1 gesehen werden können,

13.3.3. denn der Außenleib+1 im jenseitigen Mittelreich+1 sowie das Äußere+1 (= die Form+1) des  jenseitigen Mittelreiches+1 besteht gemäß Ziffer: (4.1.) aus  nieder-substanziellen+1 Intelligenzspezifika+1 (IS+1).

13.4. Weiterer Hinabstieg Robert Blums auf die materielle0 Erdoberfläche0

Wenn Robert Blum noch tiefer auf die materielle0 Erdoberfläche0 hinab steigen und dort sichtbar wirken will, dann muss er wie damals der Erzengel Raphael, als er unter den Jüngern Jesu sichtbar auftreten und wirken wollte,

13.4.1. als jetzt eine geschaffene4+5+6 Trichotomie4+5+6: MG+4 + RG+5 + PG+6, jetzt zusätzlich umhüllt sowohl von einem nieder-essenziellen+3 Hilfsleib+3 (HL+3) als auch von einem höher-substanziellen+2 Hilfsleib+2 (HL+2) als auch von einem nieder-substanziellen+1 Hilfsleib+1 (HL+1)

13.4.2. zusätzlich das Element der materiellen0 Erde0, nämlich auch einen materiellen Hilfsleib0 (HL0), annehmen, um auf der materiellen Erde0 gesehen werden zu können,

13.4.3. denn der Außenleib0 auf der materiellen0 Erde0 sowie das Äußere0 (= die Form0) auf der materiellen0 Erde0 besteht gemäß Ziffer: (3.1.) aus materiellen0 Intelligenzspezifika0 (IS0).

 


14. Entsprechungen zwischen all diesen Seinsebenen:


14.1. Die hier besprochenen fünf Seinsebenen oder Seinsbereiche:

14.1.1. der materiellen0 Welt0 [gemäß Ziffer: (3.)],

14.1.2. des jenseitigen, nieder-substanziellen+1 Mittelreiches+1 [gemäß Ziffer: (4.)],

14.1.3. des höher-substanziellen+2 1.Himmels+2 [gemäß Ziffer: (5.)],

14.1.4. des nieder-essenziellen+3 2.Himmels+3 [gemäß Ziffer: (6.)]  sowie

14.1.5. des höher-essenziellen+4 3.Himmels+4 [gemäß Ziffer: (7.)]

sind durch lauter ENTSPRECHUNGEN miteinander verbunden und können von unserer, zur Zeit tiefsten, materiellen0 Seins-Ebene0 nur durch ENTSPRECHUNGEN begriffen werden:

 


15. Nathanael im Auftrage Jesu durch JL:


[GEJ.01_042,05] Siehe, die Dinge der Natur haben ihre Ordnung und können nur in dieser ihrer eigentümlichen Ordnung bestehen; und so haben auch die Dinge des Geistes ihre höchst eigentümliche Ordnung und können außer solcher Ordnung nicht bestehen, nicht gedacht und nicht ausgesprochen werden. Aber zwischen den Naturdingen und den geistigen Dingen, weil jene aus diesen hervorgegangen sind, ist und besteht eine genaue Entsprechung, die freilich wohl nur der Herr allein am allerbesten kennt.

[GEJ.01_042,06] Wenn nun der Herr uns rein Geistiges verkündet, die wir noch sämtlich in der starren Ordnung der Naturmäßigkeit uns befinden, so kann Er solches ja nur auf dem Wege der gleichnisweisen Entsprechungsbilder geschehen lassen. Um diese aber recht zu verstehen, müssen wir trachten, unsern Geist durch die Beachtung der Gottesgebote zu wecken. Erst in solcher Gewecktheit werden wir darüber ins klare kommen, was der Herr unter einem solchen entsprechenden Gleichnisbilde alles gesagt und geoffenbart hat, und eben darin wird sich Sein göttlich Wort ewig von unserem menschlichen unterscheiden.



2. Spezielles zu Realität und Erscheinlichkeit

WS-A2907.05


0. Voraussetzung:

A2907.04–(Allgemeines zu Realität und Erscheinlichkeit), siehe oben.


1. Materielle0 Erscheinlichkeiten0 auf einem materiellen0 Weltkörper0

aus der Sicht des 3.Himmels.

 

1.1. Aber für die materiellen0 Sinnesorgane0 des materiellen0 Fleischleibes (FL0) hat die materielle0 Welt0 eine echte materielle0 Realität0, die nur aus der Sicht des 3.Himmels scheinbar ist.

1.2. Jesus durch Jakob Lorber (JL):

[GEJ.02_134,06] Auf diese Worte winkte sie gleich einem nächsten Engel, und dieser kam im Augenblick schwebend zu ihr und fragte sie mit der sanftesten und zärtlichsten Stimme: „Jarah, du herrliche Tochter meines Gottes, meines Herrn von Ewigkeit, was wünscht dein liebstes, reines Herz von mir?“

[GEJ.02_134,07] Sagt die Jarah, ein wenig verblüfft von dem Glanze und der Majestät des Himmelsboten: „Ja, ja, ja richtig, der Herr, den du hier siehst, sagt mir, daß jeder von euch gar so wundermächtig sei, und ich möchte mich davon durch eine Probe überzeugen; aber was sollte ich dir für eine Probe angeben, da ich nichts weiß, als was ich erst jetzt in den wenigen Tagen vom Herrn Jesus gehört habe?!“

[GEJ.02_134,08] Sagt der Engel: „Höre, du schöne Blume der Himmel, da werde ich dir im Namen des Herrn gleich aus der Verlegenheit helfen! Siehe da unten das sehr gedehnte und tiefe Meer Galiläas! Wie wäre es denn, so ich es heraushöbe aus seinem weiten und tiefen Becken und hinge es dann in der Gestalt eines großen Wasserballes vor deinen Gliedern und Augen frei in die Luft, etwa auf eine ganze Stunde lang?“

[GEJ.02_134,09] Sagt die Jarah: „Das wäre zwar ungeheuer wunderbar; aber wo kämen unter der Zeit die lieben Fische hin, und endlich die vielen Schiffe, die teils an den Ufern ruhen und vielfach auch auf dem Meere herumschwimmen?“

[GEJ.02_134,10] Sagt der Engel: „Das wird meine Sorge sein, daß darob keinem Fische noch irgendeinem Schiffe ein Schaden zugefügt werde! So du die vorgeschlagene Probe wünschest, wird im Augenblick das beantragte Werk vor dir schweben!“

[GEJ.02_134,11] Sagt die Jarah: „Ja, so dabei keinem Wesen ein Schaden zuteil werden kann, da magst du das wohl ausführen!“

[GEJ.02_134,12] Spricht der Engel: „Sieh dich um! Der See ist leer, und all sein Wasser bis auf den letzten Tropfen schwebt nun frei in der Luft, deinen Augen wohl beschaulich!“

[GEJ.02_134,13] Die Jarah wollte hinab in die Tiefe sehen, kam aber mit der Stirne gleich an die kalte, nasse Wand des frei und ganz knapp neben der Felswand schwebenden Wasserballs, dessen Gesamtdurchmesser nahezu viertausend Klafter betrug. Als sie solches ersah, da fragte sie ganz kleinlaut: „Aber wie, um des Herrn willen, war dir denn so etwas in einem kaum denkbar kürzesten Augenblick möglich? Und ist der See nun wohl wirklich ganz vom Wasser frei?“

[GEJ.02_134,14] Sagt der Engel: „Jarah, komme mit mir und überzeuge dich!“

[GEJ.02_134,15] Sagt die Jarah: „Wie wird das möglich sein?“

[GEJ.02_134,16] Sagt der Engel: „So es mir möglich war, die schwere Masse Wasser in einem Augenblick heraufzuheben, so wird es mir ja wohl auch möglich sein, dich in der schnellsten Schnelle hinab bis auf den tiefsten Grund des Meeres zu bringen, und dann ebenso schnell wieder zurück! Aber es muß dein Wille sein, sonst kann ich nichts tun; denn ein Fünklein der Freiheit des menschlichen Willens respektieren wir alle mehr denn alle unsere, von Gott uns verliehene Kraft und Macht! Darum mußt du zuvor wollen, und ich werde danach handeln!“

[GEJ.02_134,17] Sagt die Jarah: „Nun gut denn also, überzeuge mich!“

[GEJ.02_134,18] In diesem Augenblick befand sie sich auf dem staubtrockenen tiefsten Grunde des Meeres, und der Engel hob vom Boden eine schönste Perlmuschel auf und gab sie der Jarah zum Gedächtnis und zur Belehrung an die andern, die dem Leibe nach zwar fest schliefen, aber das alles im Traume zu schauen bekamen.

[GEJ.02_134,19] Als die Jarah die Muschel noch kaum in dem geräumigen Sack ihrer Schürze untergebracht hatte, fragt sie der Engel: „Glaubst du es nun, daß sich nun alles Wasser dieses Meeres im über uns schwebenden großen Balle befindet, und daß sein weites Bett ganz trocken ist?“

[GEJ.02_134,20] Sagt die Jarah: „Ja, ja, ich hätte es dir auch sonst geglaubt! Aber nun bringe mich nur schnell wieder zum Herrn hinauf; denn ohne Ihn sterbe ich im nächsten Augenblick!“

[GEJ.02_134,21] Kaum war das letzte Wort ausgesprochen, und die liebe Jarah stand schon wieder an Meiner Seite auf der Höhe des Berges; und Ich fragte sie, wie ihr das gefalle, und wie sie das so nach ihrer Beurteilung finde.

[GEJ.02_134,22] Sagt die Jarah: „Herr, daß Dir alle Dinge möglich sind, weiß ich nur zu gut; wie aber in Deinem Willen und durch Deinen Willen auch im Willen des Engels solch eine Macht zu Hause sein kann, das wird dem Engel selbst fremd sein, geschweige, daß ich Dir davon irgendeinen Grund angeben könnte! Es ist im höchsten Grade wundervoll; aber begreifen kann ich's nicht!“

1.3. Diese Hebung des gesamten Galiläischen Meeres, das eine Stunde lang  in der Gestalt eines großen Wasserballes mit einem Durchmesser von fast 4000 Klaftern (= ca. 7,6 km) über oder neben dem Berge Morgenkopf in der Luft schwebte, ohne dass irgendeinem Schiffe oder einem Fische der geringste Schaden entstand, war aus der Sicht des 3.Himmels nur eine materielle0 Erscheinlichkeit0, da sie ja auch nur eine Stunde lang dauerte. Aber diese Szene besaß für die materiellen0 Sinnesorgane0 der hellwach seienden Jarah eine echte materielle0 Realität0, denn die Jahrah kam mit der Stirne gleich an die kalte, nasse Wand des frei und ganz knapp neben der Felswand schwebenden Wasserballs, Nur aus der Sicht des 3.Himmels ist diese materielle0 Realität0 eine nur scheinbare Wirklichkeit, da sie ja nach einer Stunde wieder verschwunden war.

1.4. Der Apostel Johannes im Auftrage Jesu durch JL:

[GS.02_069,02] Wie aber diese Geographie der Erde hier vorgetragen wird, davon wollen wir uns sogleich überzeugen. In der Mitte des großen Saales, in dem wir uns nun befinden, befindet sich auf einem großen, prachtvollen Gestelle ein Erdglobus fast auf die Art, wie bei euch auf der Erde. Ihr müsset das nicht etwa bloß annehmen, sondern unter der überzeugenden Bedingung, daß auf der Erde sich in keinem Fache etwas vorfindet, das nicht entsprechendermaßen schon lange vorher im Geiste vorhanden gewesen wäre. Somit ist auch ein Erdglobus auf der Erde durchaus keine solche Erfindung, die da nicht zuvor im reinen Gebiete des Geistes schon lange, ja ewig lange vorhanden gewesen wäre.

[GS.02_069,03] Solches könnt ihr auch aus dem ganz vollkommen erschauen, so ihr euch selbst fraget: Was war wohl eher vorhanden, die Erde oder ein von Menschen verfertigter Globus, der die gegenwärtige Gestalt der Erde nur höchst mangelhaft und dürftig abbildend darstellt?

[GS.02_069,04] Ich meine aber, da im Geiste des Herrn die Erde sicher schon gar lange bestanden hat, so wird es wohl auch mit dem Bestehen des Abbildes der Erde seine guten, geweisten Wege haben. Sonach kann dieser Globus hier ja auch ganz wohl geistig genommen in seiner Ordnung sein und ist in der Fülle der Wahrheit auch in einer bedeutend größeren Ordnung, als er es bei euch auf der Erde je wird sein können.

[GS.02_069,05] Gehet nur näher hin und betrachtet ihn. Er ist auf seiner Oberfläche nicht also gezeichnet, wie solches bei euch auf der Erde zu sein pflegt, sondern er ist eine förmliche plastische Strahlentypik, gleich euren sogenannten Lichtbildern, welche ebenfalls den allerunscheinbarsten Gegenstand im kleinsten Maßstabe wieder zum Vorscheine bringen. Der große Unterschied aber zwischen der irdischen äußeren Strahlentypik und dieser inneren geistigen ist unberechenbar groß; denn hier darf bei der genauesten Beobachtung auch nicht ein Atom fehlen und muß die ganze Natur der Erde vollkommen genau dargestellt sein.

[GS.02_069,06] Daß aber solches hier bewerkstelligt ist, könnet ihr beim ersten Anblicke in der vollen Nähe hier erkennen; denn sehet, die Bächlein, Flüsse, Ströme und Meere sind hier ganz natürlich; die Bäche, Flüsse und Ströme fließen und das Meer nimmt sie auf.

[GS.02_069,07] Sehet weiter an! Die Gebirge, die ganz getreu in kleinem Maßstabe die der Erde vorstellen, sind ersichtlich aus denselben Stoffen. Die Gletscher haben ihren Schnee und Eis, die Kalkgebirge ihren Kalk, die niederen Alpen ihre Weiden und tiefer hinab ihre Waldungen. Und sehet nur genau, eine jede Stadt ein jedes Dorf ist genau abgebildet.

[GS.02_069,08] Da ist z.B. eben eure Wohnstadt. Betrachtet sie, und ihr werdet finden, daß da nicht das geringste abgeht. Sehet aber auch, wie sogar Wolken und Nebel umherziehen gerade nach den Richtungen und in denselben Formen, wie sie gleichzeitig allzeit auf der wirklichen Erde sich befinden. Sehet, das ist sicher ein vollkommenster Globus. Er ist freilich wohl ziemlich groß; sein Durchmesser dürfte nach eurem Maßstabe bei zwanzig Klaftern haben.

[GS.02_069,09] Wie aber kann er da wohl nach allen Seiten übersehen werden? Sehr leicht; denn sehet, fürs erste hängt oder ruht er vielmehr auf dem großen Gestelle mittels einer mächtigen (horizontalen) Spindel ganz parallel mit einer Rundgalerie, welche gerade die Höhe der Pole erreicht. Auf dieser Galerie befinden sich unsere Schüler, unter ihnen ihre Lehrer, und besichtigen gründlich einen ganzen Meridian. Haben sie diesen gut inne, so wird der Globus um einen Meridian weitergerückt und so fort, bis auf diese Weise die ganze Erde durchstudiert ist.

[GS.02_069,10] Ist aber das der einzige Globus, und haben die Schüler mit dessen Studium das geographische Lehrfach beendet? O nein! Sehet, da weiter vor uns ist schon wieder ein großer Saal; in dem befindet sich ein ähnlicher Globus, die Erde um tausend Jahre früher darstellend, und wieder in einem anstoßenden großen Saale einer, die Erde wieder um tausend Jahre früher darstellend, und das geht so fort bis zu Adam.

[GS.02_069,11] Auf diese Weise erlernen diese Schüler mit der Geographie auch zugleich die Weltgeschichte; nur gehen sie allezeit den umgekehrten Weg. Sie fangen bei der Gegenwart an, und gehen somit von den Erscheinungen auf die Ursache; welches ebensoviel sagen will als von außen nach innen gehen.

[GS.02_069,12] Ihr fraget hier und saget: Auf der Erde aber geschehen ja von Jahr zu Jahr nicht selten ganz gewaltige Veränderungen; wie lassen sich diese wohl auf den großen, allezeit tausend Jahre in sich fassenden Globen erlernen? Da sage ich nichts anderes als: Sehet euch nur ein wenig um und betrachtet, was alles in solch einem überaus großen Saale enthalten ist. Sehet, in einer ziemlichen Entfernung stehen in einem jeden Saale noch zehn etwas kleinere Globen. Diese stellen die Erde von hundert zu hundert Jahren dar, und zwar ebenso lebendig genau, wie solches auf den großen zu ersehen ist. Hinter diesen zehn Globen werdet ihr wieder eine noch große Menge in guter Ordnung entdecken, auf denen die Erde von Jahr zu Jahr verändert dargestellt wird, und hinter diesen die letzte weiteste Reihe, in der ihr ganz kleine, kaum drei Schuh im Durchmesser habende Globen findet, daran die Veränderung der Erde von Tag zu Tag dargestellt wird.

[GS.02_069,13] Im ersten Saale könnet ihr bemerken, daß in dieser letzten Reihe nach eurer Berechnung von Tag zu Tag ein neuer Globus hinzugefügt wird, d.h. im Saale, der euer gegenwärtiges Jahrtausend vorstellt. Damit aber die Schüler nicht so viel mit den kleinen Globen herumzuschaffen haben, so wird ihnen von den Lehrern auf dem großen Globus schon alles vorangedeutet, welche Veränderungen sich hier und da auf der Erde zugetragen haben. Dadurch erfahren die Schüler schon alles und können sich hernach zur eigenen Bekräftigung auf den kleinen Globen selbst überzeugen.

[GS.02_069,14] Am Ende des letzten Saales, darin die Erde zu Zeiten Adams dargestellt wird, befindet sich auch eine Öffnung, durch welche unsere Schüler die wirkliche Erde wie durch einen Tubus erschauen können, um sich dadurch die völlige Überzeugung von allem dem zu verschaffen, was sie in diesen Sälen über die Erde gelernt haben.

1.5. In dem (nieder-substanziellen+1) Saal+1 (in  dem jenseitigen Kinderreich+1, in dem unsere früh verstorbenen Kinder-Geister groß gezogen werden), also in diesem Saal+1, der das Jahrtausend von der Geburt Jesu bis zum Jahre 1000 n. Chr. darstellt, steht so ein kleiner, drei Schuh im Durchmesser habender (nieder-substanzieller+1) Erdglobus+1 für genau diesen Tag im Jahre 30, als der Erzengel Raphael für die Jarah das Galiläische Meer als eine Wasserkugel (Durchmesser: 7,6 km) heraus hob und eine Stunde lang in der Luft neben dem Berge Morgenkopf schweben ließ.

1.6. Und auf genau diesem (nieder-substanziellen+1) Erdglobus+1 ist diese Hebung des Galiläischen Meeres und diese schwebende Wasserkugel (Durchmesser: 7,6 km) in kleinster Form abgebildet, so dass jeder jenseitige Geist diese Szene mit seinen eigenen nieder-substanziellen+1 Augen+1 betrachten kann, so wie sie Jesus uns oben in der Ziffer: (1.2.) geschildert hat.

1.7. Jesus durch JL:

[BM.01_202,01] (Der Herr:) „Nun, Meine Kindlein, aber noch etwas anderes! Martin, Borem und Chorel, tretet näher zu Mir! Ihr habt euch nun durch alle schweren Prüfungen durchgewunden und seid siegreich aus so manchen starken und sehr hitzigen Kämpfen hervorgegangen. Dadurch habt ihr euch völlig tauglich gemacht für Mein Reich aller Himmel!

[BM.01_202,02] Ihr seid nun zu tüchtigen Arbeitern in Meinem Weinberg geworden, und so seid ihr auch eines gerechten Lohnes wert, der euch nun zuteil werden soll. Ich weiß es und lese klar in euren Herzen, daß Ich euer allergrößter Lohn bin und ihr für ewig nach keinem anderen Verlangen tragt. Aber eben diese Gestaltung eurer Herzen macht euch auch für den Empfang jedes anderen Lohnes wert und fähig.

[BM.01_202,03] Meine Ordnung zu eurer höchsten Vollendung aber will es, daß ihr in der Folge nicht außer, sondern in der Ehe der Himmel leben und wirken sollt. Daher muß auch ein jeder aus euch, um vollkommen zu sein in allem, ein Weib haben, auf daß da erfeste für ewig seine Weisheit und aufnehme das Licht, das der Flamme der Liebe im eigenen Herzen entströmt!

[BM.01_202,04] Denn ein Weib ist wie ein Gefäß, aber ein geistiges Gefäß zur Aufnahme und Aufbewahrung des Lichtes aus euren Herzen. Zugleich aber ist das Weib eine Magd in der Lebensküche des Herzens und unterhält das heilige Lebensfeuer auf dem Herde, den Ich in euren Herzen erbaut habe. Und so müsset ihr euch nun auch jeder ein Weib nehmen und mit ihm völlig eins sein für ewig! Martin, Ich meine, das wird dir nicht unangenehm sein?“

[BM.01_202,05] Spricht Martin, vor Seligkeit ganz zerknirscht: „O Herr, Du kennst meine Natur am besten! Was Du mir geben wirst, wird mich endlos selig machen! Chanchah oder Gella, das ist mir gleich; oder wenn's tunlich wäre, so ein Sonnentöchterchen! Oh, das wäre schon über alles!“

[BM.01_202,06] Rede Ich: „Das steht nun bei dir; du bist frei und darfst sonach auch frei wählen!“

[BM.01_202,07] Spricht Martin: „O Herr, ganz allein Dein Wille geschehe!“

[BM.01_202,08] Rede Ich: „Nun, so nimm dir die nächste bei dir!“

[BM.01_202,09] Martin, voll Seligkeit sogleich sich umsehend, erschaut schon die Marelisael, die erste und schönste der drei Sonnentöchter, an seiner Seite. Er führt sie vor Mich hin und fragt: „Herr, ist das die Rechte?“

[BM.01_202,10] Ich sage: „Ja!“ und segne ihn für ewig, womit Martin vollendet ist.

[BM.01_202,11] Voll höchster Seligkeit küßt er sein Himmelsweib und erkennt nun, daß dadurch seine Liebe sich mit der Weisheit für ewig vermählt hat. Beide loben und preisen Mich nun aus einem Herzen und einem Munde. Denn so wird aus dem getrennten Adam erst im Himmel wieder ein vollkommener Mensch, aber in gesonderter, persönlich seligster Wesenheit.

[BM.01_202,12] Nach Martin bekommt Borem die Surahil, die zweite der drei Sonnentöchter, und Chorel die Hanial, die dritte der drei, – und beide sind glücklich und selig über die Maßen!

[BM.01_202,13] Martin, sich vor Seligkeit und süßestem Wonnegefühl kaum fassend, spricht: „O Herr, Du bester, heiligster Vater! Hier möchte ich nun wohl auch, wie einst Petrus auf dem Tabor ausrufen: ,Hier ist gut sein!‘ Aber nur allein Dein Wille geschehe!“

1.8. Diese Szene geschah materiell0 wahrscheinlich im Jahre 1848 (Jesus hat diese Szene am 8.Oktober 1848 dem JL diktiert) auf dem materiellen0 Mittelgürtel unserer materiellen0 Planetarsonne, denn Jesus hat in diesem Jahre 1848 zusammen mit den Aposteln Johannes und Petrus, mit dem ehemaligen Bischof Martin, mit seinem ehemaligen Buchhändler: Borem, mit dem ehemaligen Jesuiten-Anführer: Chorel  sowie mit der gesamten Gesellschaft des Martin den materiellen0 Mittelgürtel unserer materiellen0 Planetarsonne besucht. Dies war nur möglich, weil alle diese jenseitigen Geister vorher aus diesem Anlass zumindest mit einem materiellen0 Hilfsleib0 umkleidet worden waren.

1.9. Wie für den Planeten Erde so gibt es analog auch für unsere materielle Planetarsonne im Jenseits die entsprechenden Sonnen-Globen, die jeden Moment z.B. auf dem materiellen Mittelgürtel unserer materiellen Planetarsonne archivieren und für die Ewigkeit festhalten. Auf diesem entsprechenden jenseitigen Sonnen-Globus kann man nun genau diese Szene, in welcher Martin, Borem und Chorel die drei Sonnen-Töchter als ihre endgültige weibliche Ergänzung für die gesamte Ewigkeit vom Herrn erhalten, erschauen und sogar alle diese Worte genau vernehmen, die Jesus und Martin damals gesprochen haben. Insofern ist dieses Kapitel 202 des Jesuswerkes: „BM“ einwortwörtliches Protokoll dessen, was damals als eine Himmlische Eheschließung von Martin, Borem und Chorel auf dem materiellen Mittelgürtel unserer materiellen Planetarsonne tatsächlich geschah.

1.10. Diese drei Himmlischen Eheschließungen auf dem materiellen Mittelgürtel unserer materiellen Planetarsonne im Jahre 1848 war aus der Sicht des 3.Himmels nur eine materielle0 Erscheinlichkeit0, aber diese Szene, besaß für die materiellen0 Sinnesorgane0 z.B. des materiellen Hilfsleibes des Martin eine echte materielle0 Realität0: Voll höchster Seligkeit küsst er [Martin] sein Himmelsweib [die Marelisael = die schönste der drei Sonnentöchter]. Und dieser materielle Vermählungskuss, den hier die beiden materiellen Hilfsleiber sowohl des Martin als auch der Marelisael durchführten, war für Beide echte materielle0 Realität0, die nur aus der Sicht des 3.Himmels scheinbar ist.

 


2. Nieder-substanzielle+1 Erscheinlichkeiten+1 im jenseitigen Mittelreich+1

aus der Sicht des 3.Himmels.


2.1. Aber für die nieder-substanziellen+1 Sinnesorgane+1 der nieder-substanziellen+1 Naturseele+1 (NS+1) haben das jenseitige+1 Mittelreich+1 und vor allem auch die Höllen eine echte nieder-substanzielle+1 Realität+1, die nur aus der Sicht des 3.Himmels scheinbar ist.

2.2. Jesus durch JL:

165. Kapitel – Cado im Höllenschwitzbad. Des Herrn unverbrüchliche Willensfolgenordnung.

[RB.02_165,01] Als Cado sich nun allein befindet, sagt er bei sich: „Dank der Hölle, daß ich diese beiden Luder endlich losgeworden bin! Ha, da seh ich ja Bekannte, mehrere meiner Gesellen, ja sogar meinen einstigen Häuptling! Das wird ein Jubel sein, so wir zusammenkommen und uns leicht wiedererkennen! Sehen doch noch alle wie auf der dummen Welt aus!“

[RB.02_165,02] Die Schar nähert sich ihm stets mehr und mehr, und sein vormaliger Häuptling stürzt mit großer Hast auf ihn los, packt ihn an der Kehle und schreit fürchterlich: „Ha! Schurke! Elender Hund! Bist du endlich hier, damit ich dir's zahle, daß du dir durch ein schändliches Mittel meine Königstochter zum Weib verschafft hast! Warte, du elender Schurke, diese Schmach sollst du mir nun in einem Schwitzbade büßen, daß dir darob Hören und Sehen vergehen wird! Unbeschreibliche Schmerzen sind mir hier zugefügt worden durch Flammen und Glut. Aber keiner ärger als der, daß ich hier am Orte der Qualen und Schrecken erfahren mußte, daß ein gemeinster Hund meine erhabene Königstochter sich zum Weibe gemacht hat. Aber dafür sollst du Hund auf eine Art gezüchtigt werden, wovon der ganzen Hölle noch nie etwas geträumt hat!“

[RB.02_165,03] Auf diese Worte macht Ludwig Bathianyi folgende Bemerkung zu Dismas, Pater Thomas und dem General: „Nun, das ist ein löblicher Empfang! Der König-Häuptling scheint auch ein ganz starker Kerl zu sein, denn Cado kann sich trotz all seines Ringens aus den Krallen seines Häuptlings nimmer loswinden. Nun kommen auch dessen Helfershelfer herbei, und – o verflucht! – nein, da vergeht wahrhaft dem beherztesten Geiste Hören und Sehen! Mit glühenden Stricken umwickeln sie ihn nun wie die Spinne mit ihrem Fadenschleim eine Fliege. Cado raucht nun von allen Seiten und schreit erbärmlich um Hilfe. O Herr, das ist gräßlich! Da, sehet hin, wie sie ihn vor sich stoßen und hinwälzen! Und dort im finstersten Hintergrund sehe ich einen Thron wie von weißglühendem Metall. Gegen diesen Thron wälzen sie stets heftiger den sehr zu bedauernden Cado. Was wird denn da geschehen? Sollte etwa da das verheißene Schwitzbad sein? O Herr, gar sehr bitte ich dich, vergib mir meine Sünden! Aber das ist zu arg! Sie stellen ihn richtig auf den Thron hinauf, von dem nun auf allen Seiten lichterlohe Flammen schlagen. Und er wird extra noch mit glühenden Ketten gefesselt. – Oh, dies schaudererregendste Schmerzgeheul des geknebelten Cado! Herr, willst Du mir so viel Macht einräumen, daß ich hingehe und den Cado frei mache? – Und da kommen andere mit glühenden Spießen und fangen an, von allen Seiten ihn zu durchstoßen! Von jeder Wunde fließt eine gräßlich dampfende Glühmasse! Herr, ich bitte Dich, gib mir Macht und laß mich hineilen, diesen wahrhaftig ärmsten Teufel zu befreien!“

[RB.02_165,04] Rede Ich: „Lasse das gut sein und sei froh, daß zwischen uns und ihnen eine unübersteigliche Kluft gestellt ist – sonst würden auch die Auserwählten zur Qual kommen. Warte aber nur ein wenig ab! Bald wird diese Sache ein anderes Gesicht bekommen. Denn der zu große, unausstehliche Schmerz wird Cado bald zum Meister seiner Fesseln machen. Dann wirst du den zweiten Akt eines höllischen Dramas zu Gesicht bekommen.“

[RB.02_165,05] Spricht Bathianyi: „Herr, ich bin schon mit diesem über alle Maßen zufrieden und auch alle anderen hier. Auch die liebste Helena scheint mehr als genug zu haben!“ – Spricht Helena ganz erschüttert: „Übergenug! Denn das ist gräßlich, übergräßlich!“

[RB.02_165,06] Rede Ich: „Meine lieben Kindlein, ihr müßt das sehen, damit ihr vollkommen rein werdet. Denn ein jeder Engel muß auch die Hölle kennen, wie sie beschaffen ist und was da für Früchte aus ihrer bösen Liebe erwachsen. Denket nicht, Ich ließe so etwas aus einer Art Zorn und Rache geschehen. O das ist ferne Meinem Vaterherzen! Aber ihr wisset, daß ein jeglicher Same seine bestimmten Früchte trägt und jede Tat auch eine bestimmte Folge haben muß, wie jedwede Ursache ihre bestimmte Wirkung. Und das alles wegen der ewigen Ordnung aus Mir Selbst, ohne die nie auch ein Atom hätte erschaffen werden können und ohne die noch weniger an eine Erhaltung des Geschaffenen zu denken wäre. Nun aber hat dieser Geist so sehr wider die für ihn frei gestellte Ordnung gehandelt, daß er durch solches Handeln sich selbst die notwendigen Folgen hat bereiten müssen. Sie dürfen wir wegen der Erhaltung der ewigen Ordnung nicht früher abändern, als bis dieses nun höchst unglückliche Wesen durch die schmerzhaften Folgen seiner früheren Handlungen aus sich selbst zu anderen Handlungen getrieben wird, die dann auch andere, bessere oder aber auch noch schlimmere Folgen nach sich ziehen werden!

[RB.02_165,07] So jemand einen guten Samen in die Erde legt, wird daraus auch eine gute Frucht erwachsen. Legt aber jemand statt des Weizenkornes den Samen einer Tollkirsche ins Erdreich, so wird er nur wieder eine Tollkirsche und keinen Weizen ernten.

[RB.02_165,08] Es dürfte Mir aber leicht jemand einwenden: ,Wäre alles recht, o Herr; aber Du hättest Deine Ordnung nicht in so ungeheuer grelle Extreme treiben sollen!‘ – Gut, sage Ich und füge aber die Frage hinzu: Ist das Lichtextrem einer Sonne darum als ein Fehler Meiner Ordnung zu beklagen, weil wegen seiner außerordentlichen Stärke jedes Auge erblindet, das da so toll wäre, stundenlang unverwandt in die Sonne zu schauen? Oder ist das alles verzehrende Feuer etwa mit einem zu heftigen Hitzegrad begabt? Ist nicht die Last eines Berges zu gewaltig, die Schnelligkeit des Blitzes zu groß, die Kälte des Eises zu scharf und die Masse des Meerwassers zu ungeheuer? – Wie sähe es aber mit einer Welt aus, auf der die Ordnung in den Elementen nicht so bestellt wäre? Wenn des Feuers Hitzegrad nur lau wäre, könnte es wohl die harten Metalle schmelzen? Wären aber die Metalle weich, wozu könnten sie dann nütze sein? Wäre die ganze Erde etwa so weich wie Butter, welches Geschöpf von nur einigem Gewicht würde auf so einer Welt bestehen können? Und so die Sonne nicht ein so intensivstes Licht besäße, würde sie dann wohl auch imstande sein, auf Entfernungen von sehr vielen Millionen Meilen die für die Planeten erforderliche Wärme und das über alle Maßen nötige Licht zu bieten?

[RB.02_165,09] Es möchte vielleicht jemand sagen: ,Es sollen ja alle Extreme sein und bestehen, aber wozu ist denn beim Menschen die außerordentlich große Schmerzfähigkeit gut?‘ Die Antwort auf diese Frage ist leicht: Stellt euch die Menschheit als schmerzunfähig vor; gebet ihr dann ein freies Erkenntnisvermögen und einen völlig freien Willen. Sanktioniert dann die Gesetze wie ihr wollt, und es wird niemand ein Gesetz beachten! Denn wer keine Empfänglichkeit für Schmerzen hat, der hat auch keinerlei Lust. Und würden wollüstige Menschen, so sie nur mit purer Lustempfindlichkeit begabt wären, sich nicht in aller Kürze gänzlich verstümmeln, so sie bei einem allfälligen Abtrennen eines Gliedes statt des schützenden Schmerzes nur Lust und Wohltun empfänden?

[RB.02_165,10] Dieser aus übergroßem Schmerze heulende Cado wäre sicher für ewig verloren, wäre er schmerzunfähig. So aber wird er in seinem Hochmut vielleicht noch geraume Zeit Trotz bieten. Wenn ihn aber der Schmerz zu gewaltig erfaßt, so wird er am Ende mit sich sehr handeln lassen und wird sich auf bessere Wege begeben.

[RB.02_165,11] Ihr seht nun aus Meinen Worten, daß da jede Fähigkeit und Beschaffenheit eines Menschen wie auch jedes andern Wesens aus Meiner ewigen Ordnung bestens berechnet ist. Es darf an ihr kein Häkchen fehlen, so der Mensch vollkommen werden soll, was er werden kann. Wenn aber alles so sein muß, dann müsset ihr hier neben Mir stets denken: ,Was jemand selbst will, trotz der großen damit verbundenen und ihm wohlbekannten Nachteile, dem geschieht auch ewig kein Unrecht, und ginge es ihm noch tausendmal schlechter!‘ – Nun aber gebt weiter acht auf die vor sich gehende Handlung! Und du, Meine liebste Helena, erzähle uns, was du siehst!“

[RB.02_165,12] Spricht Helena: „O Herr, das ist zu ungeheuer gräßlich! O wohl dir, Robert-Uraniel, daß du das nicht mit uns schauest, du würdest erstarren vor Grauen!“ – Rede Ich: „Sorge dich nicht um Robert! Er sieht diese Szene ebensogut, wo nicht noch besser als du! Denn im Geisterreiche gibt es keine Ferne, von der aus man irgendein Geschehnis weniger klar sehen würde. In dieser Welt gibt es ganz andere Nähen und Fernen, und diese befinden sich lediglich im Herzen eines jeden Geistes. Je inniger sich Geister lieben, desto näher sind sie sich. Je schwächer aber die gegenseitige Liebe ist, desto ferner sind sie sich auch. – Verstehst du das? Sieh jetzt nur mutig die Szene an!“

[RB.02_165,13] Helena schaut nun mit mehr Mut und Ergebung nach der Szene hin, da sie einsieht, daß die Sache unmöglich anders sein kann, als wie sie wegen des Gesamtbestandes der ewigen Ordnung sein muß.

166. Kapitel – Cado wird frei und nimmt Rache. Der Häuptling lenkt ein. Satanischer Höllenplan.

[RB.02_166,01] Es macht aber auch der Franziskaner Cyprian mit dem Grafen Bathianyi und dessen Freund Miklosch eine etwas größere Annäherung zu Mir und richtet seine Augen scharf auf den Schreckensort. Nach einer Weile fängt er unaufgefordert an zu reden: „O du entsetzliche Schwerenot! Cado, von namenlosem Schmerz gedrungen, zerreißt nun alle Fesseln, als wären sie ein lockeres Spinngewebe. Er fällt über seine Peiniger her wie ein wütender Tiger und wen er ergreift, den zerreißt er in kleine Stücke! Die Stücke krümmen sich und hüpfen am glühend aussehenden Boden umher wie abgehauene Stücke einer Schlange! Den glühenden Thron zermalmt er zu Staub! Die Spieße werden vernichtet, und nun stürzt er sich auf seinen irdischen Häuptling, der sich zur Wehr stellt und dem wütenden Cado mit gräßlicher Stimme entgegenruft:

[RB.02_166,02] ,Rühr mich nicht an, Hund, sonst sollst du meine Rache in namenloser Schärfe kennenlernen! Glaube nicht, daß ich hier verlassen und ohnmächtig vor dir stehe. Sowie du mich nur mit einem Finger anrührst, wirst du von Millionen mächtigster Geister umringt und in eine Qual geworfen werden, gegen die alles, was du bis jetzt verkostet hast, ein kühlender Balsam war! Willst du aber, da ich in dir nun einige Kraft entdeckt habe, mit mir gegen einen anderen Fürsten einen Bund machen, so soll dir der auf Erden an mir begangene Frevel völlig nachgelassen werden. Du sollst mein intimer Freund sein und mein königliches Ansehen als mein Schwiegersohn im Vollmaß teilen!‘

2.3. Diese grässliche Höllenszene ist aus der Sicht des 3.Himmels nur eine nieder-substanzielle+1 Erscheinlichkeit+1, aber der Cado hat mit den nieder-substanziellen+1 Sinnesorganen+1 seiner Naturseele+1 (NS+1) und noch mehr mit seinem höher-substanziellen+2 Menschen-Geist+2 (MG+2) diese grässlichsten Höllenqualen tatsächlich erlebt, d.h. diese Höllenqualen waren für ihn eine echte, nieder-substanzielle+1 Realität+1, die nur aus der Sicht des 3.Himmels scheinbar ist. Denn „dieser aus übergroßem Schmerze heulende Cado wäre sicher für ewig verloren, wäre er schmerzunfähig“. [RB.02_165,10]

2.4. Jesus durch JL:

[GS.01_023,02] Nun sehet, da sind wir schon bei unserer engen Kluft; wie gefällt es euch hier? Ihr saget: Eben gerade nicht am besten. Das tut aber nichts zur Sache, wenn wir erst einen schärferen Blick in diese Gegend tun werden, so wird sie euch schon ein wenig besser zu munden anfangen, als es soeben der Fall ist. Sehet, da neben der Kluft geht zur linken Hand ebenfalls ein enger Graben, sich gegen Mittag hinziehend, hinein. Was erblickt ihr da? Ihr sagt, wie ihr sehet: Wir sehen abhängende Gebirgstriften, hier und da sparsame Äcker über denselben; hier und da, mehr in der Niederung, ist ein kleines Häuschen wie gegen den Berg hinzugedrückt erbaut. Hier und da wieder sehen wir große und überaus hoch herabstürzende Wasserquellen; Bäume und Gesträuche gibt es auch hier und da. Dieses Tal hat also das Aussehen einer höchst eingeengten Gebirgsgegend in der Schweiz auf dem Erdkörper.

[GS.01_023,03] Sehet ihr keine Menschen? – Ihr saget: Bis jetzt hat sich noch nichts Ähnliches unseren Blicken dargestellt; aber, wie es uns vorkommt, da nicht ferne bei der ersten Bauernhütte erblicken wir soeben einige ganz armselige Landleute der Hütte entsteigen. Sie sind ebenso mit graulodenem Kleide angetan wie auf der Erde. Auch dort, weiter vorne, erblicken wir ganz ähnliche Landleute, die auf dem Acker damit beschäftigt zu sein scheinen, einiges Unkraut aus dem besseren Getreide zu jäten und, wenn wir uns nicht täuschen, so erblicken wir dort auf einer mehr im Hintergrunde befindlichen Gebirgstrift eine etwas mager aussehende Kuhherde. Das, lieber Freund und Bruder, wie du dich selbst überzeugen kannst, ist aber auch alles, was wir von lebenden Wesen hier erschauen. – Geht dieses Tal noch tiefer hinein oder hat es mit der letzten Ansicht schon ein Ende?

[GS.01_023,04] Liebe Freunde und Brüder, dieses Tal geht noch gar tief hinein, wird nach und nach stets breiter und freundlicher, jedoch nicht zu vergleichen mit denjenigen Gegenden, die wir vor der ersten Säule erschaut haben. Ihr fraget: Was bedeutet denn dieses Tal? Ich sage euch: dieses Tal und noch gar viele seinesgleichen ist nichts als eine vollgültige Enthüllung desjenigen Textes in der Schrift, der also lautet: „Wer sparsam säet, der wird auch sparsam ernten.“ – Ihr fraget mich abermals: Wer waren denn diese Leute auf der Erde? Ich sage euch: Das waren auf der Erde sehr angesehene und wohlhabende Menschen und taten der armen dürftigen Menschheit manches Gute. Die größten Wohltäter aber waren sie dennoch ihrer selbst.

[GS.01_023,05] So war der Besitzer der ersten Hütte, die ihr da im Vordergrunde erschauet, ein überaus reicher Mann. Dieser Mann hat bei jeder Gelegenheit den Armen mitunter ganz ansehnliche Stipendien gegeben. Aber alle diese Stipendien zusammengenommen machten nicht den zehntausendsten Teil seines Vermögens aus. Nun sehet, dieser Mann hatte wohl Nächstenliebe; wäget aber die Nächstenliebe ab mit seiner stark vorherrschenden Eigenliebe, so werdet ihr sobald den Grund einsehen, warum er nun hier ein gar so dürftiger Landmann ist. Ihr saget: Beiläufig sehen wir ihn wohl ein; aber so ganz gründlich noch nicht. – Gut, ich will euch den Grund sogleich ganz klar darstellen. Solches müßt ihr aber zuvor wissen, daß man hier im Reiche des Geistes sich auch ganz außerordentlich wohl auf die Kapital- und Zinsenrechnung versteht, und zwar mit einer solchen Genauigkeit, daß sogar auf die Atome der kleinsten Zinsmünze Rücksicht genommen wird.

[GS.01_023,06] Und so denn merket wohl auf: Dieser hier dürftige ,Landmann‘ besaß auf der Erde ein Vermögen in runder Zahl von zwei Millionen Silbergulden. Nach eurem gesetzlichen Zinsfuße [= 5%] warf ihm dieses ansehnliche Kapital jährlich einmalhunderttausend Silbergulden an Zinsen ab.

 

2 * 106 * 5 = 10 * 104 = 105 = 100.000 = Zinsertrag pro Jahr

. 100

Die Früchte dieses Kapitals hatte dieser Mann auf der Erde volle dreißig Jahre hindurch genossen. Dadurch hat er sich sein ursprüngliches Vermögen noch um drei Millionen Silbergulden vergrößert.

 

30 * 105 = 3 * 106 = 3.000.000 = Zinsertrag in 30 Jahren


Sein Hauswesen bestritt er mit den Zinseszinsen. Von diesen Zinseszinsen, welche ebenfalls sehr ansehnlich waren, machte er auch allerlei wohltätige Spenden, welche am Ende seines Lebens zusammengenommen bei fünfzigtausend Gulden ausmachten. – Wie verhält sich diese Summe zu seinem Hauptkapitale und zu den alljährlichen Zinsen, welche dasselbe abwirft? – Es ist ein Fünftel seines jährlichen Haupteinkommens.

 

Nach 30 Jahren besaß er: 2 * 106 + 3 * 106 = 5 * 106 = 5.000.000. Diese bringen pro Jahr:

5 * 106 * 5 = 25 + 104 = 250.000 Zinsen

. 100

= sein jährliches Haupteinkommen nach 30 Jahren. Ein Fünftel von 250.000 ist 50.000 = Summe aller Spenden in 30 Jahren.


Er bekommt aber das Fünffache [= 250.000] als Hauptzinsenertrag seines Kapitals nach den erworbenen fünf Millionen alljährlich, während diese Summe von fünfzigtausend Gulden, für wohltätige Zwecke verwendet, sich auf seine ganze Lebenszeit erstreckt. Diese Summe wird bei uns genau auf die dreißig Jahre ausgemessen, und was da entfällt auf ein Jahr, wird als Kapital angenommen.

 

50.000

. 30       = 1.666,67


Von diesem Kapitale [= 1666,67] kommen ihm nun die Zinsen zugute.

 

1666,67 * 5

. 100           . = 83,33


Das Kapital [1.666,67] stellt seine ganze Wirtschaft dar, und der Ertrag dieser Wirtschaft [83,33] steht mit den gesetzlichen Zinsen [83,33] stets in der genauen Übereinstimmung. Die zwei Personen, die noch an seiner Seite sind, das sind sein Weib und ein verstorbener Sohn. Diese haben gewisserart mit dem Geiste des Vaters mitgearbeitet, daher haben sie gar kein eigenes Kapital, sondern müssen alle drei von dem Zinsertrage [83,33 pro Jahr] leben, welchen diese Bauernwirtschaft [die einen Wert von 1.666,66 hat] abwirft.

[GS.01_023,07] Ihr fraget: Können diese Menschen nie zu einem größeren Gute gelangen? Die Möglichkeit ist wohl vorhanden; aber es geht solches hier noch ums Bedeutende schwerer als bei euch auf der Erde. Ihr wißt aber, wie schwer es einem ist, auf dem gesetzlichen Zinswege sich mit einem Kapitale von etwas über tausend Gulden zu einer Million zu erheben. Sehet, noch schwerer ist es hier, zu einem größeren Besitztume sich emporzuarbeiten, denn was dieser magere Grund trägt, reicht mit der genauesten Not kaum hin, um diesen drei Personen die allernötigste Subsistenz zu geben. Daher ist da mit der Ersparnis nicht wohl weiterzukommen.

[GS.01_023,08] Es bietet sich nur ein Fall dar, durch welchen sich die armseligen Bewohner dieser Gegend nach und nach emporhelfen können, und dieser Fall besteht darin: Es kommen von Zeit zu Zeit ganz entsetzlich arme Pilger durch diese enge Kluft herein. Diese sind gewöhnlich nackt und voll des drückendsten Hungers. Wenn diese Pilger solche Häuser erblicken, so verlegen sie sich alsbald aufs Betteln. Wenn dann einem solchen Bettler ein solcher Landmann bei aller seiner Dürftigkeit dennoch mit offenen Armen entgegengeht, ihn führt in seine ärmliche Hütte, ihn daselbst mit der nötigen Kleidung versieht und sein kärgliches Mahl brüderlich mit ihm teilt, so wird durch eine solche Unterstützung sein Kapital um die Hälfte vergrößert, jedoch ihm unbewußtermaßen. – Tut er solches öfter oder behält sogar einen gar Armseligen in seiner Pflege, indem er zu ihm spricht: Lieber Bruder! Siehe, ich bin arm und habe wenig; bleibe darum aber dennoch hier, und ich will dieses wenige allzeit brüderlich mit dir teilen solange ich etwas haben werde, und habe ich mit dir alles verzehrt, was ich habe, so will ich dann auch mit dir gern den Bettelstab ergreifen.

[GS.01_023,09] Wenn solches der Fall ist, so wird sobald das Kapital eines solchen Landmannes heimlich verhundertfacht. Und wenn bei einer solchen Gelegenheit noch mehrere Dürftige zu ihm kommen, und er nimmt sie liebfreundlich auf und bietet alles Mögliche auf, sie zu versorgen, so daß er z.B. mit den Pilgern im Falle seiner gänzlichen Versorgungsunfähigkeit zu den andern Nachbarn geht und für sie um Unterkunft und mögliche Versorgung bittet, so wird dadurch sein Kapital vertausendfacht; jedoch ohne sein Wissen.

[GS.01_023,10] Wenn es dann geschieht, daß er zufolge seiner Nächstenliebe sich aller seiner Habseligkeit also entblößt hat, daß er dann im Ernste mit seinem Pilger den Bettelstab ergreift, so wird er einige Zeit belassen, auf daß er bettele um den Unterhalt vorerst seines armen Aufgenommenen und so nebenbei erst auch für sich; – für sich aber dennoch also, daß er stets den größeren Teil seinem armen Bruder zuwendet. Da geschieht es denn, daß ihm unbekanntermaßen vom Herrn ein Engelsgeist entgegenkommt, sich nach seinen Umständen erkundiget und er dann spricht: Lieber Freund, du siehst, daß ich arm bin, jedoch solche Armut drückt mich nicht; aber daß ich diesem meinem Bruder nicht mehr helfen kann, solche Armut drückt mich. – Was glaubet ihr, was da geschieht? – Hier kehrt sich der arme Bruder um und spricht zu ihm: Ich kam nackt zu dir, du hast mich bekleidet, hast mich, den Hungrigen und Durstigen, gespeiset und getränket und achtetest nicht auf deine Gabe, auf daß du sogar mit mir den Bettelstab ergriffest und suchtest allenthalben Brot für mich. Siehe, also bin Ich aber nun auch dein großer Lohn, denn Ich, dein armer Bruder, bin der alleinige Herr Himmels und aller Welten und kam zu dir, auf daß Ich dir helfe.

[GS.01_023,11] Dieweil du auf der Erde warst, hast du zwar sparsam gesät, und eine sparsame Ernte mußte daher notwendig dein Anteil sein. Mit deiner sparsamen Ernte aber hast du keinen Wucher mehr getrieben, sondern hast erweichen lassen dein Herz und mochtest keinen Armen vor deiner Hütte vorüberziehen sehen, ohne mit ihm zu teilen deine sparsame Ernte. Siehe, solches hat dir geholfen und dich zu einem reichen Einwohner des Himmels gemacht. Siehe, dieser Bruder, der dir hier entgegenkam, wird dich führen in dein neues Besitztum.

[GS.01_023,12] Hier verschwindet der Herr, und der abgesandte Bote führt den liebtätigen armen Bewohner dieser Gegend hinüber in den goldenen Mittag, allda für ihn ein dem Kapitale seiner Liebtätigkeit wohl angemessenes neues Besitztum harrt. –

[GS.01_023,13] Wenn der also Beglückte zum Boten spricht: Lieber Freund und Bruder, siehe, ich bin unendlich glücklich, darum mir die unendliche Gnade und Erbarmung des Herrn solches beschert hat; ich weiß, daß dieses neue Besitztum sicher von gar herrlicher und reichlicher Art sein wird. Allein siehe, hier sind andere arme Brüder; an diese trete ich dieses mir bestimmte Gut ab, mich aber lasse wieder zurückziehen in meine ärmliche Hütte; denn es könnte ja geschehen, daß sich unter den vielen Armen, die vielleicht noch meine ärmliche Hütte besuchen werden, wieder einmal der Herr einfinden könnte. Und so will ich zurückziehen und in meiner armen Hütte noch jeglichem armen Bruder mit hundertfach größerer Liebe entgegenkommen, als solches bis jetzt der Fall war. Wahrlich, ich kann dir sagen, wenn ich solch eines Glückes noch einmal in meiner ärmlichen Hütte möchte gewürdigt werden, so werde ich in dieser meiner ärmlichen Hütte in alle Ewigkeit glücklicher sein, als gäbest du mir die größten und herrlichsten Güter in einem allerschönsten Teile des Himmels! Und so denn lasse mich wieder zurückziehen.

[GS.01_023,14] Alsdann geschieht es auch, daß der Geist den armen Landmann mit seiner kleinen Familie zurückziehen läßt. Wenn dieser aber dann in seine ärmliche Hütte kommt, so harrt seiner auch schon der Herr mit offenen Armen und macht ihn sogar zu einem Bürger des ewigen Morgens!

[GS.01_023,15] Sehet, solche Szenen gehen da wohl öfter vor sich, aber ihr möchtet es kaum glauben, welch ein hoher Grad der Selbstverleugnung dazu erfordert wird. Denn die Armut hat nur gar zu häufig die fast notwendige Eigenliebe unzertrennlich bei sich; darum da auch ein Armer nur für sich um Unterstützung bittet. Hat er sich dann ein kleines Stipendium zusammengebettelt, so reicht dieses kaum für seinen Bedarf hin, und die eigene Not und Armseligkeit läßt es ihm beinahe gar nicht zu, seine höchst sparsame Gabe mit einem andern armen Bruder zu teilen; aus welchem Grunde ihr schon auf der Erde unter der armen Klasse der Menschen nicht selten einen verheerenden Neid antreffet. – Aus dem geht aber hervor, daß solche armbestellte Einwohner dieses Tales vor den Bettelnden sich soviel als möglich verbergen. Aus dem Grunde sehet ihr auch wenige außer den Häusern, die ihr aber außerhalb erblicket, sind schon von solch guter Art.

2.5. Diese armseligste Bergbauernwirtschaft (mit einem Ertrag von 83,33 pro Jahr) in einem kargen Hochgebirgstal ist aus der Sicht des 3.Himmels nur eine nieder-substanzielle+1 Erscheinlichkeit+1, aber die ehemals irdisch Reichen und jetzt Bettelarmen erleben diese bittere Armut Jahrzehnte oder Jahrhunderte lang mit den nieder-substanziellen+1 Sinnesorganen ihrer Naturseele+1 (NS+1) als eine echte, nieder-substanzielle+1 Realität+1, die nur aus der Sicht des 3.Himmels scheinbar ist.

2.6. Jesus durch JL:

2.6.1.

[JS.01_52.05.31,21] Der im Herzen der Seele nun gegen die Gelüste der Seele tätige Urgeist schafft nun für die Seele stets mehr und mehr solche Bilder, die einesteils stets das enthalten, was der Seele selbstliebigem und herrsch- und genußsüchtigem Sinne zusagt. Aber sowie sie solches in ihrem Traume, den sie natürlich für Wirklichkeit hält, vollgierig ergreifen will, so wird es entweder zunichte oder es weicht zurück und flieht von dannen. Andernteils aber wird der Seele auch solches produziert, was ihr frommt, und so sie es ergreift und zu ihrem wahren Besten verwendet, so bleibt es, und es fängt also aus dem Traume eine feste und bleibende Welt (für die Seele) sich zu entwickeln an.

[JS.01_52.05.31,22] Je mehr die Seele das ergreift, was ihr von ihrem Urgeiste geboten wird, desto mehr einigt sie sich mit ihm und geht so unvermerkt in ihren Urgeist ein und mit demselben zum Urlichte und aller Wahrheit aus ihm. Und sie erkennt da bald sich vollends wieder und alle ihre Bekannten und Verwandten und wird gewöhnlich durch sie dann zu Mir Selbst hingeleitet, wo ihr dann auch nach dem Maße ihrer Vollendung und Einswerdung mit ihrem Geiste stets mehr Licht und Weisheit gegeben wird und das volle Vermögen, in die Naturwelten schauen und ersprießlich tätig werden zu können. Daß in diesem Falle ein vielseitiges Wiedersehen eine ganz natürliche Folge ihrer geistigen Vollendung ist, bedarf wohl keines weiteren Beweises mehr.

[JS.01_52.05.31,23] Aber was geschieht denn hernach mit jenen Seelen, denen in ihrem jenseitigen Traumleben die vorgespiegelten Bilder und Erscheinlichkeiten, nach denen ihr selbst- und genußsüchtiger Sinn giert, durch die guten Erscheinlichkeiten nicht aus dem Begehrsinne getrieben werden können? Was geschieht, frage Ich, mit solch einer Seele, die darum stets mehr in Wut gerät, weil sie die Gegenstände ihrer Lust, die ihr vorgezaubert werden, nicht erreichen und festhalten kann?

2.6.2.

[JS.01_52.05.31,06] Daß unvollkommene Seelen sich nach ihrem Freiwerden vom Leibe nur zu bald mehr und mehr verfinstern, das liegt in ihrem bösen Willen. Solche Seelen sehen dann freilich von der Welt nichts mehr, was sehr notwendig ist, da sie in einem sehenden Zustande der Welt und namentlich denen, die sie zu ihren Feinden rechneten, einen zu bedeutenden Schaden zufügen würden. Solche Seelen und respektive Geister sehen dann nur das, was sich aus ihrer Phantasie gleich einer niedersten Traumwelt entwickelt. In solcher Phantasiewelt verharren solche Seelen dann oft Hunderte von Jahren, sehen die stets neu ankommenden Seelen, wenn sie auch auf der Erde ihre nächsten Verwandten waren und diese sie sogleich ersehen, nicht. Sie sehen nur ihre lang andauernde Phantasiewelt und sind daher nur den Engeln durch pure Entsprechungen, die die Engel in die Phantasiewelt solcher blinden Seelen hineinzuschieben imstande sind, zur Belehrung zugänglich.

2.7. Diese unreifen Seelen2+1 (= Menschen-Geist+2 + Natur-Seele+1 = MG+2 + NS+1) halten selbstverständlich ihre anfängliche Traum- und Phantasiewelt+1 für eine echte  Wirklichkeit, also für eine echte, nieder-substanzielle+1 Realität+1, die nur aus der Sicht des 3.Himmels eine scheinbare ist!

 


3. Höher-substanzielle+2 Erscheinlichkeiten+2 im 1.Himmel+2

aus der Sicht des 3.Himmels.


3.1. Aber für die höher-substanziellen+2 Sinnesorgane+2 des [einst böse gewordenen], höher-substanziellen+2 Menschengeistes+2 (MG+2) [= unser Alltags-Ichbewusstsein+2] hat der 1.Himmel+2 eine echte, höher-substanzielle+2 Realität+2, die nur aus der Sicht des 3.Himmels scheinbar ist.

3.2. Jesus durch JL:

[GS.01_021,06] Nun kehren wir unsere Blicke wieder nach vorne und setzen unsere Reise ganz ruhig wieder fort. Ihr fraget mich: Was ist denn dort im tiefen Hintergrunde für eine schimmernde Fläche, über welcher sich im noch tieferen Hintergrunde am etwas abendlich dunklen Firmamente eine Menge recht hell leuchtender Sterne zeigt? – Geduldet euch nur; wir werden schon noch dahin kommen. Seht euch aber etwas nach rechts um und saget mir, wie euch solches behagt? Ich lese Beifall aus euren Augen. Ist das nicht ein See, wie sich's gebührt?

[GS.01_021,07] Sehet die Menge der schönen Inseln, welche sich über die ruhige und reine Wasseroberfläche erheben, wie sie alle bebaut sind und eine jede Insel noch dazu mit einem niedlichen Hause geziert ist. Sehet die vielen schönen Fahrzeuge auf dem Wasser, wie dieselben recht gut besetzt sind und sich von einer Insel zur anderen bewegen. Ihr wundert euch, ihr sehet noch nicht den hundertsten Teil; je weiter wir vorwärts dringen werden, desto ausgedehnter wird der See.

[GS.01_021,08] Aber wie ihr sehet, das linke Ufer bildet noch immer eine breite Talgegend bis zur linken Gebirgskette hin, und wir haben noch eine gute Weile zu wandeln, bis wir dieses Tal mehr eingeengt, dafür aber den See mehr ausgebreitet vor uns erschauen werden. Da auf einem schönen grünen Hügel zu unserer linken Seite befindet sich ein recht schöner Tempel mit einem goldenen Dache. Und wie ihr sehet, befindet sich auch eine Menge Menschen in diesem offenen Tempel, die mit weißen Kleidern angetan sind. Ihr möchtet wohl wissen, was sie da tun?

[GS.01_021,09] Sehet aber nur an das nahe Seeufer, da entsteigt soeben einem niedlichen Wasserfahrzeuge eine Gesellschaft, die sich ebenfalls zu diesem Tempel hinbegeben wird. Fraget sie nur, und wir werden sogleich erfahren, was sie zu diesem Tempel hinzieht. So ihr euch aber nicht getrauet, da will ich solches auch wohl tun; und so habet denn acht! Ich will einen anreden.

[GS.01_021,10] Höre, guter Freund und Bruder im Herrn! Was zieht euch hin in den Tempel, der da erbauet ist auf der Höhe des grünen Hügels? Er antwortet: Freund und Bruder in dem Herrn, wie du sagst, woher bist du, daß du solches nicht wissest? Ich entgegne: Was siehst du dahin, woher ich komme? Er antwortet: Ich sehe dahin gegen Morgen. Ich entgegne: Gut, so du gegen Morgen siehst, daher ich komme, wie magst du mich fragen, woher ich käme? Ich aber will es derer wegen, die mit mir sind, daß du mir gegenüber offener Sprache sein sollst.

[GS.01_021,11] Der Gefragte verneigt sich und spricht: Mächtiger Bote des Herrn! Ein Weiser von Morgen her, sicherlich ein dir wohlbekannter Bruder, lehrt hier die Liebe des Herrn; darum gehen wir hin, um zu hören solche hohe Weisheit. Ich sage zu ihm: Wie lange seid ihr schon unsterbliche Bewohner dieser Inseln? Er spricht: Mächtiger Bote des Herrn! Wir bewohnen diese Gegend nach entsprechender Weltrechnung schon über hundert Jahre. Ich entgegne: Möget ihr denn nicht dem Morgen näherrücken?

[GS.01_021,12] Er spricht: Wir sind des Weges unkundig. Diese Insel aber ward uns beschieden zur Wohnung und zu unserem Unterhalte. Es kam niemand, der uns weiterbrächte, und uns gebrach es allzeit am Mute, daß wir aus eigenem Antriebe solch eine uns endlos weit vorkommende Reise hätten unternehmen können. Die Weiseren unter uns sagen, daß der Morgen, dessen Licht wir von hier aus wohl erblicken, endlos weit entfernt ist. Darum gedenken wir, daß solcher für unsere Kräfte nimmerdar zu erreichen ist, und es bleibt uns daher nichts übrig, als unsere große Sehnsucht dahin soviel als möglich zu beschwichtigen. Zudem aber denken wir noch, daß dieses, was wir hier besitzen, schon viel zu viel für uns ist, und ist alles pure Gnade und Erbarmung des Herrn; und darum sind wir auch dankbarst zufrieden mit dem. Nur eines möchten wir einmal genießen, und wir wären für ewige Zeiten ums Unendliche glücklicher, und dieses eine wäre, daß wir nur einmal den Herrn zu sehen bekämen!

[GS.01_021,13] Ich entgegne: Also ziehet nur hin in den Tempel, da die Liebe zum Herrn gelehrt wird; diese ist der Weg, auf welchem sich euch der Herr nahen wird. Sehet, die Gesellschaft zieht nun schon eilend hin über die schönen Felder zum Tempel.

[GS.01_021,14] Ihr fraget mich: Welcher Klasse Menschen haben denn diese bei ihrem Leibesleben auf der Erde angehört? Ich sage euch: das sind die sogenannten gläubigen Christen, welche in dem alleinigen Glauben die Rechtfertigung suchten und die Liebe nicht wohl anerkennen wollten, als tauge sie nichts fürs ewige Leben, sondern allein der Glaube. Und solche Begründung hält sie hier [= die eigentlichen Protestanten, welche in dem alleinigen Glauben die Rechtfertigung suchen]. Der See bezeichnet die Unzugänglichkeit derjenigen, die sich in irgend etwas begründet haben. Die Inseln aber bezeichnen, daß die Begründung aus dem Worte des Herrn hervorgegangen ist. Weil aber die Wahrheit nicht in Verbindung mit der Liebe ist, oder das Glaubenswahre nicht in der wahren himmlischen Ehe steht mit dem Liebeguten, so ist das bewohnbare Ländertum dieser Völker allenthalben durch das dazwischenstehende Wasser getrennt. Die Fahrzeuge, die ihr auf dem See erblicket, bezeichnen die freundlich gute Handlungsweise solcher Menschen auf der Erde. Diese Handlungsweise bringt, wie ihr seht, diese Inselbewohner in wechselseitige Verbindung.

[GS.01_021,15] Diese Gegend hier zur linken Seite aber bezeichnet diejenigen, welche aus den Glaubenswahrheiten nach und nach in einiges Liebtätigkeitsgute übergegangen sind und glauben darum auch an die Liebe des Herrn; aber es bleibt mehr beim Glauben als bei der Liebe. Solches bezeichnen allenthalben die hohen und starken Bäume, welche aber dennoch keine genießbare Frucht tragen; daher die Lebensmittel, wie ihr sehet, nur kleinwüchsig auf dem Boden in gehörig reichlicher Menge vorkommen. So bezeichnen auch die Pyramiden auf den runden Gebirgshöhen zur linken Seite mit den leuchtenden Sternen über den Spitzen, daß das oberste Prinzip dieser Menschen „der Glaube“ ist, und ebenfalls das alleinige Licht. Die mit Zedern wohlbewachsenen übrigen Teile dieser Berge bezeichnen die Macht des Glaubens.

[GS.01_021,16] Daß sie aber keine genießbare Frucht haben, solches besagt, daß der Glaube allein das Leben nicht bewirkt. Und wenn schon in dem Glauben allein für sich ein geistiges Leben waltet, so hat es aber doch nur wenig Früchte, durch deren Genuß sich das Leben zu einer höheren Potenz kräftigen könnte.

[GS.01_021,17] Die Gegend zu unserer rechten Seite mit dem schroffen Gebirge grenzt zunächst an den Norden. Daher ist dieses Gebirge auch so schroff und hoch und bezeichnet die Grenzlinie zwischen dem Abend und Norden.

[GS.01_021,18] Ihr fraget, ob diese Gegend auch bewohnt ist. O ja; aber zumeist von gutmütigen Heiden, wie auch von solchen, die durch den Bilderdienst ihre Herzen bewahrt haben vor Bosheit und dabei übrigens rechtschaffene Weltbürger waren. Die Tempel, die ihr jenseits hier und da über den Waldungen hervorragen sehet, sind ebenfalls Lehrplätze, in denen solche Wesen von ihren Irrtümern befreit werden können, so sie ernstlich wollen!

[GS.01_021,19] Solange aber solches nicht der Fall ist, werden sie belassen wie sie sind, und es wird ihnen kein Zwang angetan.

3.3. Dieser vordere Bereich in der abendlichen Gegend, die uns der Evangelist Markus zeigt,

mit den eigentlichen Protestanten (welche in dem alleinigen Glauben die Rechtfertigung suchen) auf der linken Seite,

und mit den gutmütigen Heiden (alle Angehörige von nichtchristlichen Religionen, die ihre Herzen bewahrt haben vor Bosheit und dabei übrigens rechtschaffene Weltbürger waren.) auf der rechten Seite

stellt den 1.Himmel+2 dar, der aus der Sicht des 3.Himmels nur eine höher-substanzielle+2 Erscheinlichkeit+2 ist.

Aber für die höher-substanziellen+2 Sinnenorgane+2 des höher-substanziellen+2 Menschen-Geistes+2 (MG+2) ist die Gegend dieses 1.Himmels+2 eine echte höher-substanzielle+2 Realität+2, die nur aus der Sicht des 3.Himmels scheinbar ist.

Nur wenn diese eigentlichen Protestanten die Lehrtempel auf dem begrenzenden Höhenzug zur Linken, und nur wenn diese gutmütigen Heiden die Lehrtempel auf dem begrenzenden Höhenzug zur Rechten besuchen und sich dadurch von ihren falschen Begründungen allmählich freiwillig lösen, nur dann können sie in den 2.Himmel+3 aufsteigen.

 


4. Nieder-essenzielle+3 Erscheinlichkeiten+3 im 2.Himmel+3

aus der Sicht des 3.Himmels.


4.1. Aber für die nieder-essenziellen+3 Sinnesorgane+3 des nie gefallenen, ganz Reinen Geistes (RG+3) [= unser Höheres Ichbewusstsein+3, das sich anfangs nur als das Gewissen äußert] hat der 2.Himmel+3 eine echte, nieder-essenzielle+3 Realität+3, die nur aus der Sicht des 3.Himmels scheinbar ist.

4.2. Jesus durch JL:

[GS.01_044,05] Ihr habt sicher nicht Unrecht; dessen ungeachtet aber verdient doch auch solch ein großartiger Palast in dieser Gegend hier seine Beachtung. Sehet nur einmal einen recht an, wie er da erbaut ist aus glänzend weißem Gesteine und hat vollkommen sieben Stockwerke, wovon ein jedes Stockwerk eine Höhe von dreißig Ellen hat. Ein jeder Palast hat vier vollkommene Fronten, und eine jede Front der Reihe nach besteht aus siebzig großen Fenstern, von denen jedes von dem andern sieben Ellen absteht. Aus jeglichem Fenster dringt ein Licht wie das der Sonne, und eine jede Front ist rings herum vor den leuchtenden Fenstern, und zwar an allen Stockwerken, mit einem Säulengange verziert, welcher also leuchtet, als wäre er vom reinsten, polierten, durchsichtigen Golde. Das Dach eines solchen Palastes sieht aus, als wäre es eingedeckt mit großen Diamanttafeln. Um diesen großen Palast ist dazu noch ein verhältnismäßig großer Prachtgarten angelegt, in welchem ihr Tausende und Tausende der wunderbarst herrlichen Blumen erschauet, und wieder Tausende und Tausende von aller Art der herrlichsten Fruchtbäume. Zwischen den Blumen und Fruchtbäumen erblicket ihr in allen Farben glänzende Pyramiden. Die Spitzen der Pyramiden sehet ihr mit großen, stark leuchtenden Kugeln geziert. In der Höhe dieser Kugeln erblicket ihr etwas wie eine Krone, aus deren Spitzen Quellen springen, und zwar, wie ihr sehet, so hoch in die glanzvollen Lüfte empor als da euer Auge reicht. Die kleinen Tropfen vergrößern sich in dieser Glanzluft und sinken dann in allen Farben und in der schönsten Ordnung wieder majestätisch langsam in den Garten herab und verflüchtigen sich in demselben, in die mannigfaltigsten himmlischen Wohlgerüche sich auflösend.

[GS.01_044,06] Wenn ihr ferner eure Augen noch mehr anstrenget, so erblicket ihr auch in einem solchen Garten eine große Menge überschöner, herrlicher und seliger Menschen beiderlei Geschlechtes wandeln. Sehet, da nahe am Eingange in den herrlichen Garten steht ein Mann. Er ist angetan mit weißem Byssus und trägt auf dem Haupte eine glänzende Krone; sein Gesicht ist weiß wie der Schnee, seine Haare sind gefärbt, als beständen sie aus Gold. Sehet, wie herrlich sich dieses alles ausnimmt!

[GS.01_044,07] Gar sehr vorteilhaft ist der Abstich der Hautfarbe von der glänzend roten Verbrämung seines Kleides, und der Gürtel um seine Lenden, spielt er nicht, als bestände er aus vielen Sternen? Und nun sehet, da kommt eben ein weiblicher Geist zum Eingange des Gartens her; wie gefällt euch dieser wohl?

[GS.01_044,08] Ihr saget: Lieber Freund, beim Anblicke dieses Wesens vergehen einem ja alle Sinne; wahrlich, so etwas Vollkommenes kann ein sterblicher Mensch nicht einmal ohne plötzliche Lebensgefahr ansehen, geschweige erst, sich etwas Ähnliches denken! Dieses weibliche Geistwesen ist wahrhaftig über alle menschlichen Begriffe, man könnte sagen, beinahe mehr denn himmlisch schön! Welche endlos erhaben süße Freundlichkeit im Gesichte, welche endlose Weichheit der Form und herrlichste Färbung des Gesichtes! Das glänzend hellblonde, reichliche Haar, auf dem übersinnlich schönen Haupte eine glänzende Krone wie aus den herrlichsten Diamanten, das glänzende himmelblaue Kleid mit blaßroter Verbrämung; ach, wie harmonisch herrlich ist dieses alles! – Wir sehen auch den einen Arm, über welchem dieses herrliche Kleid mittels einer allerschönsten Agraffe in Falten zusammengezogen ist. Welch eine Rundung und Harmonie in diesem Arme! Er scheint so weich wie ein sanfter Hauch der schönsten Frühlingsmorgenröte! Und, o lieber Freund, da erblicken wir ja auch, entgegengesetzt dem Arme, den wir sehen, dieses Engelweibes Fuß bis über das Knie. Wahrlich, solch ein Anblick ist zu viel, selbst für ein geistiges Auge; denn die harmonische Weichheit und Vollkommenheit ist hier ja unaussprechlich. Wahrlich, nur einem Gott kann es möglich sein, solch eine unaussprechliche Harmonie darzustellen! Und, lieber Freund, wir ersehen noch eine große Menge solcher himmlischer Herrlichkeiten im lichten Hintergrunde; wahrlich, in solch einer Gesellschaft ein mitseliger Bruder zu sein, wäre der Seligkeit denn doch etwas zu viel!

[GS.01_044,09] Ja, meine lieben Freunde, solcher Herrlichkeiten gibt es hier in endlos großer Menge; ich aber frage euch: Wie gefällt euch nun ein solcher Palast? Wie es mir vorkommt, so scheint ihr euch etwas hinter den Ohren kratzen zu wollen und wollt damit sagen: Lieber Freund, wenn es auf uns ankäme, so hätten wir bei solcher Ansicht gegen den Palast im Vergleich mit jenen Hügelhäuschen dort über dem Strome beinahe nichts mehr einzuwenden. Wir wären mit solch einer Seligkeit unter dem sich von selbst verstehenden reingeistig sein sollenden Zustande in alle Ewigkeit, wenn es nicht anders sein könnte, zufrieden, besonders wenn man hier auch dann und wann der Gnade gewürdigt wäre, den Herrn zu Gesichte zu bekommen. Wenn aber solches nicht der Fall sein dürfte, da freilich würden wir wohl unser Wort ein wenig zurücknehmen.

[GS.01_044,10] Ja, meine lieben Freunde, so wie es nun euch geht bei dem Anblicke dieser Herrlichkeiten, also ist es schon gar vielen ergangen. Der Unterschied besteht nur darin, daß ihr hier zollfrei durchkommet, wirklich hierhergekommene Geister aber hier eine noch gar sehr starke Prüfung finden, in welcher sie sich, sich selbst verleugnend, behaupten müssen, wenn sie allhier über den Strom in das anderseitige Hügelland mit den niedlichen Häuschen gelangen wollen.

[GS.01_044,11] Ihr fraget, was und woher wohl diese seligen Geister sind, die diesen Palast bewohnen. Das sind Geister teils armer, teils auch reicher Familien der Erde, welche teils vom euch schon bekannten Abende mit der Zeit hierhergelangt sind, teils aber auch zufolge ihrer auf den Glauben an den Herrn streng gerichteten und wohlbegründeten rechtlichen Lebensweise auf der Erde. Weiter gegen den tieferen Mittag hinein würdet ihr auch auf selige heidnische Geister treffen, welche auf der Welt ihrem Glauben getreu gelebt und in der Geisterwelt den Glauben an den Herrn bereitwillig angenommen haben.

[GS.01_044,12] In diesem vor uns stehenden Palaste aber wohnen schon ursprünglich Christgläubige, und zwar aus der Sekte der Kalviner. Drei unter ihnen waren auf der Welt reich; diese sind aber hier eben nicht die reichsten, sondern gehören mehr zu der dienenden Klasse. Die ersten beiden aber, die ihr am Tore erblickt habt und noch dort erschauet, waren gar armselig auf der Erde. Er war ein Alpenhirte in der Schweiz, und sie war ebenfalls eine allerunansehnlichste Kuhmagd. Mit der Zeit lernte dieser fromme Hirte die guten christlichen Eigenschaften der Magd kennen und hat diese dann nach seiner Konfession zum Weibe genommen. Dieses Paar lebte überaus züchtig miteinander bis zur letzten Stunde. Sie hatten auch etliche Kinder. Diese erzogen sie streng nach ihrer christlichen Konfession, und dieser Grund ward dann durch fünf Glieder treu beobachtet. Und so seht ihr hier, was selten der Fall ist, eine selige blutsverwandte Familie von Eltern, Kindern und Kindeskindern. Das vorige Paar ist somit auch das Urgroßelternpaar der ganzen Familie. Die drei Geringeren in dieser Gesellschaft sind zwar auch Verwandte dieser Familie; aber sie sind von solcher Art, welche durch irdische Glücksumstände sich weltlich emporgehoben haben und dadurch zu ansehnlichen und reichen Menschen geworden sind. Durch solchen irdischen Reichtum und irdisches Ansehen haben sie auf der Welt auch viele Vorteile und Lebensbequemlichkeiten genossen, welche den anderen arm gebliebenen Familiengliedern fremd geblieben sind. Darum müssen sie hier eben auch so manches entbehren, was nun die ärmeren Familienglieder im vollsten Maße genießen können. Dessen ungeachtet sind sie hier dennoch auch für euch unaussprechlich glücklich, weil sie ihr weltliches Ansehen und ihren Reichtum zumeist zu guten Zwecken verwendet haben.

[GS.01_044,13] Wir wollen aber, da wir schon einmal hier sind, den beiden ersten vor ihrem Gartentor dennoch einen kleinen Besuch abstatten, und das zwar darum, damit ihr ein wenig erkennet, welches Geistes Kinder sie sind. Und so denn begeben wir uns auf eine kurze Zeit hin. Sehet, sie haben uns schon erblickt und eilen uns entgegen; aber wie ihr sehet, so halten sie nun auch plötzlich inne. Was mag wohl die Ursache sein? Sie wittern noch etwas Sinnliches in euch; daher wollen sie lieber abwarten, daß wir zu ihnen kommen. Nun sehet, wir sind bei ihnen, und der herrlich schöne Mann empfängt uns mit folgenden Worten: Seid mir gegrüßt in der Reinheit des Wortes des Herrn! Darf ich, der unterste Knecht dieser Wohnung, euch fragen, was für ein reiner und guter Sinn euch hierher geführt hat?

[GS.01_044,14] Da ihr hier nicht zu reden vermöget, so muß schon ich an eurer Statt das Wort führen. – Lieber Freund! Deine Frage ist gerecht und billig, und der Ton deiner Rede ist voll reiner Weisheit der Himmel, aber siehe, eines mangelt deinen Worten, und dieses eine ist – die Liebe! Du bist zwar herrlich bestellt in deiner Haushaltung, und deiner reinen Weisheit entstammt dein ganzes herrliches Besitztum; aber siehe, ein Sandkörnchen im Reiche der Liebe des Herrn wiegt schon unendlichfach alle diese Herrlichkeit auf! Siehe, diese da mit mir sind Schüler der Liebe, und ich bin ihnen aus der allerhöchsten Liebe ein Führer im Namen des Herrn; und von diesem Gesichtspunkte aus erkenne und erfasse uns! Siehe, Reinheit der Sitten ist eine herrliche Tugend, und der Gerechte ist ein Freund des Herrn; aber siehe, so einer da ist ein Sünder und tut Buße aus der Liebe zum Herrn, der ist Ihm angenehmer denn neunundneunzig solche, wie du einer bist in aller Reinheit deiner Sitten, der da nie bedurft hat der Buße.

[GS.01_044,15] Und du, reines Weib dieses reinen Mannes! Wahrlich, wie ein allerreinster Stern war dein Lebenswandel, und eine nie gebrochene Keuschheit war dein Weg in dieses herrliche Reich! Aber sieh, im ewigen Morgen wohnen gar viele deines Geschlechtes, welche gar oft wider ihr Fleisch gesündigt haben. Diese Sünderinnen aber haben ihre Schuld erkannt, demütigten sich allerreuigst vor dem Herrn, und erbrannten dann in großer Liebe zu Ihm also sehr, daß sie nichts anderes suchten, als nur so viel Gnade von Ihm, daß Er Sich ihrer erbarmen und sie nach dem Tode aufnehmen möchte zu den Allergeringsten unter denen, die sich Seiner unendlichen Erbarmung zu erfreuen hätten! Und siehe, solche wohnen nun allerseligst in der beständigen Gesellschaft des Herrn in dem ewigen Morgen! Wahrlich, herrlich und überaus prachtvoll ist hier alles; aber eine allergeringste Strohhütte im Reiche, da der Herr wohnt, steht unendlichmal höher, denn alle diese Pracht!

[GS.01_044,16] Nun sehet, wie dieses Paar sich auf die Brust schlägt, und er und sie sprechen einstimmig: O mächtige Freunde des Herrn, ihr habt uns mit wenigen Worten Unendliches gesagt. Wir haben es wohl gar lange schon geahnt, daß es noch etwas Höheres und Erhabeneres geben müsse, als dieses da ist, aber wir wußten keinen Ausweg, denn unsere Weisheit wußte sich hier das Erhabenste zu schaffen. Jetzt aber wissen wir, daß solches alles nur eine Zulassung war, damit wir daraus stets mehr und mehr die Liebe hätten erkennen sollen. Sage uns daher, was wir tun sollen, um nur eines Tropfens der eigentlichen Grundliebe gewürdigt zu werden.

[GS.01_044,17] Nun sage ich zu ihnen: Lieber Freund und du, liebe Freundin! Habt ihr nie gehört, was da der Herr gesprochen hat zum reichen Jüngling: „Gib alles hintan; du aber komme und folge Mir nach!?“ – Ferner, habt ihr nicht gelesen die Stelle im Buche, wo der Herr einen ewig gültigen Vergleich aufgestellt hat, als zu gleicher Zeit vorne im Tempel ein gerechter Pharisäer dem Herrn seine Werke, vollkommen nach dem Gesetze Mosis, vortrug, während im tiefen Hintergrunde ein armer Sünder auf seine Brust schlug und sprach: „O Herr! Ich bin nicht würdig, meine Augen zu erheben empor zu Deinem Heiligtume!“ Welchen hat hier der Herr gerechtfertiget? Ihr saget, den demütigen Sünder. Nun sehet, aus diesem könnet ihr nun gar leicht den eigentlichen Weg zum Herrn finden. Also tut auch ihr, denn das Wort des Herrn hat auch seine volle Geltung in den Himmeln und das für alle Ewigkeiten!

[GS.01_044,18] Sehet ferner: Vor Ihm gibt es nichts Reines und nichts Gerechtes; denn Er allein ist rein, gerecht, gut und barmherzig! Haltet euch nicht für vollkommen, sondern tut, was der Sünder in dem Tempel tat, und was da tat ein euch wohlbekannter Mitgekreuzigter des Herrn, und ihr werdet dann erst die wahre Rechtfertigung, welches ist die alleinige Liebe zum Herrn, finden. Werdet arm, ja werdet vollkommen arm, damit ihr reich werdet in der Liebe des Herrn!

[GS.01_044,19] Nun sehet, das Paar steht auf und kehrt weinend zurück; und nun sehet, wie sich alles vor dem Palaste versammelt und aufmerksamst diesem Großelternpaare zuhört. Sehet, wie sie alle ihren Schmuck niederlegen und auch ihre herrlichen Kleider vertauschen mit ganz dürftiger Leibesbedeckung, und wie das Urgroßelternpaar den drei Ärmsten alle diese Herrlichkeit überantwortet, und nun, wie ihr sehet, sich eine große Gesellschaft von mehreren hundert Köpfen eiligst zu uns herausbegibt.

[GS.01_044,20] Ihr fraget: Aber lieber Freund! Was werden wir wohl mit ihnen machen? Ich aber sage euch: Seid dessen unbesorgt; ihr werdet hier bei dieser Gelegenheit eine wahrhaft himmlische Szene erschauen, daß euch darüber, wie ihr zu sagen pflegt, nahe alles Hören und Sehen vergehen wird! Doch solche Szene wollen wir erst im nächsten Verfolge beschauen. – Und somit gut für heute!

4.3. Diese herrlichsten Paläste inmitten unvorstellbar schöner Parkanlagen stellen den 2.Himmel+3 dar, der aus der Sicht des 3.Himmels nur eine nieder-essenzielle+3 Erscheinlichkeit+3 ist. Aber für die nieder-essenziellen+3 Sinnesorgane+3 des nieder-essenziellen+3 ganz Reinen Geistes+3 (RG+3) sind diese Paläste+3 und ihre Parkanlagen+3 eine echte, nieder-essenzielle+3 Realität+3, die nur aus der Sicht des 3.Himmels scheinbar ist.

(Mit Genehmigung des Verfassers, 4/15)