Gibt es Zufälle?


1
„Hast du schon einmal erlebt, daß ein Haus mit allen Einrichtungen aus bloßem Zufall entstanden ist?

Du sprichst: `Nein, so etwas ist noch nie geschehen!`

Gut, Sage Ich! Wenn der Zufall nicht einmal ein Haus zuwege bringen kann, wie soll er eine ganze Erde erschaffen können, auf der wir doch Wunderdinge in einer Unzahl antreffen, von denen das einfachste schon eine viel zu weiseste Konstruktion aufweist, als daß man auf die Mutmaßung kommen könnte, zu behaupten: Das ist ein Werk des stummen und blinden Fatums!

Bruder, du gibst Mir recht und das freut mich! Aber höre Mich noch weiter an:

Betrachte einmal die wunderbaren Einrichtungen der Pflanzen! Wie strenge und genau sie in ihrer einmal gestellten Form durch Jahrtausende stets gleich vorkommen und ihre Gattung auch nicht um ein Atom ändern! Wie unberechenbar kunstvoll muß schon die Gestaltung eines Samenkorns sein, daß es aus der Erde nur die ihm zusagenden Teile an sich zieht und sich allzeit vervielfältigt fortpflanzt! Von dem übersinnlichen Wesen eines Samenkorns will ich gar nicht reden. Denn wer begreift jene göttliche Berechnung, derzufolge ein einziges Samenkörnchen zahllose Myriaden seinesgleichen in sich faßt.

Oder nimm eine Eichelnuß an! Setze sie ins Erdreich, so wird in Kürze ein ganzer Eichbaum zum Vorschein kommen, und dieser wird dir dann viele Jahre hindurch eine unzählbare Menge Eicheln abgeben. Legst du all diese Nüsse wieder in die Erde, so wirst du schon einen Wald von Millionen Eichen haben, die alle die gleichen Früchte in einer nimmer berechenbaren Vielheit erzeugen. Und das alles liegt wunderbar in einer jeden Eichel vor unseren Blicken verborgen und ist doch unleugbar da! Sage mir, ob ein Fatum eine Eichelnuß wohl so einzurichten vermag?“ (RB.01_054,05ff)

2
„Es ist kein Zufall, wenn der eine in diesen, der andere in jenen Verhältnissen geboren oder erzogen worden ist; es ist kein willkürliches Zusammentreffen von Umständen, welche bestimmten, den einen so, den andern anders zu leben und zu wirken.

Überall, seid versichert, ist ein geistiges `Warum`, welches sodann das praktische `Darum` festsetzte.

Das, was die südlichen Völker `Fatum` und ihr `Schicksal` nennen, wo die Freiheit des Menschen im Handeln dadurch beschränkt wäre, ist nirgends vorhanden.

Wahr ist es, klimatische Verhältnisse, Nahrung, soziale Stellung und Erziehung stempeln den Menschen auf Erden zu dem, was er scheint; aber doch ist ebenfalls wieder der Seele die Macht gegeben und durch den ihr beigegebenen Gottesfunken fest bedingt, alle diese Einwirkungen insofern zu beherrschen und zum geistigen Nutzen zu verwerten, daß das Geist-Seelische stets die Oberhand behält und der Körper, wenn er durch diese Beschränkung auch leidet, doch der Seele gehorchen muß.

Und hier seht ihr oder könnet wenigstens ahnen, wie viele Umstände oft eintreten müssen, um die verschiedenen Seelen mit all ihren verschiedenen geistigen Anlagen doch zu einem gemeinsamen Ziel zu führen.

Hier könnt ihr begreifen lernen, wie Ich das Regiment führe, da Ich alle Handlungen der Menschen, alle ihre Taten doch wieder so verwende, daß Mein Zweck, das heißt ein allmählicher Fortschritt in der ganzen geschaffenen Welt dadurch gefördert wird, indem selbst das Schlechteste, von Menschen ausgeheckt und vollführt, doch nur Gutes hervorbringen muß.“ (SG.01_029,28)

3
Seht, es hängt nichts, was ihr auch immer ansehen möget, ja selbst nicht die Bewegung eines Sonnenstäubchens, von einem sogenannten Zufall ab – sondern dieses alles ist von Mir schon von Ewigkeit her auf das allergenaueste berechnet und bemessen. Und wäre es einem Menschen oder selbst einem Engelsgeiste möglich, darinnen eine Abänderung zu finden, und wirkete dabei Meine ewige Sorge nur einen Augenblick nicht mit, so würdet ihr erfahren, welche Verheerungen aus der unordentlichen Wendung auch nur eines Sonnenstäubchens vor sich gehen würden.

Ich aber sage euch: Der Schwerpunkt einer Zentralsonne hängt in seiner Ordnung auf das intimste von der Wendung eines für eure Augen nicht mehr sichtbaren Stäubchens ab. Denn Meine Ordnung ist so wohl berechnet und Meine Blicke (sind so genau) auf alles gerichtet, daß vom Allergrößten bis zum Allerkleinsten eines da sei zur Erhaltung des andern.

Nun werdet ihr auch fragen: Warum diese großen Wasserbecken unter den Bergen und Flächen, wodurch die Oberfläche keinen Augenblick sicher ist vor dem Versinken in die meilentiefen Fluten solcher Gewässer? –

Allein Ich sage: Es ist alles so eingerichtet, daß es ewig bestehen kann, wenn nicht die freiwillige Bosheit der Menschen Störungen in Meiner ewigen Ordnung verursacht, die Ich nicht hindern darf, da sie von der Freiheit des Willens der Menschen herrühren und weil der freie Wille auch nur eines Menschen (Mir) unendlich höher steht als ein ganzes Sonnengebiet mit allen Planeten, Monden und Kometen.“ (HiG.01_40.09.27,23 bzw. Bd.1, Seite 137, Erdbeben und deren Ursachen)