„`Kommet alle zu Mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch alle erquicken!` - Ich meine, einen größeren Trost kann es für einen reuigen Sünder doch wohl nicht mehr geben. Beachte also diesen und du wirst des Trostes für alle Ewigkeiten in der hinreichenden Menge haben!“ (HiG.02_43.02.02,05)

"So lange du dich sorgen wirst, so lange auch wird Gott nichts tun für dich! Wie du aber alle deine Sorgen auf Ihn legst und dich um nichts anderes kümmerst und sorgst als darnach nur, eben diesen wahren Gott stets mehr zu erkennen und stets mehr zu lieben, da wird dann Er dir in allem zu helfen anfangen, und alles, was du heute noch krumm ersiehst, wird morgen gerade vor dir stehen!" (JJ.01_085,7f)

„Was euch allen mangelt, das ist das Vertrauen zu Mir!“ (Lg.01_010,30)



Trostworte Jesu fürs Leben und Sterben

 


1. Hilfe in der Not

2. Vertrauet, Ich habe die Welt überwunden

3. Die besten Trostworte der Schrift

4. Mahn- und Trostwort

5. Vertrauen zum himmlischen Vater

6. Ein bester Rat und wahrer Trost

7. Trost am Kreuze irdischer Leiden

8. Von der Trauer um Verstorbene

9. Zum Heimgang einer Mutter

10. Euer aller Trost

 


1. Hilfe in der Not


1

Ich werde jedes ernsten Strebens Hilfe, Kraft und Stütze sein. In der Zeit der Not werde Ich niemanden verlassen, der treugläubig und Mich liebend auf Meinen Wegen gewandelt ist. Ist er aber durch allerlei Lockungen der Welt von Meinen Wegen abgewichen, dann muß er es sich schon selbst zuschreiben, wenn für ihn Meine Hilfe zur Zeit der Not unterm Wege verbleiben und das so lange, bis der Gefallene sich reuig an Mich wendet. – Ich werde zwar ewig ein und derselbe treue Hirte verbleiben und nachgehen den Schafen, die sich verloren haben. Aber das Schaf muß zu blöken anfangen und sich finden lassen nach seinem unantastbaren, freien Willen.“ (GEJ.05_169,2-3)


2

Wer mit einer für seine Kraft zu großen Lebensbürde belastet ist, der komme im Herzen zu Mir, und Ich werde ihn stärken und erquicken. Denn Ich gebe eben darum manchem eine größere Bürde zu tragen, auf daß er fühle seine Schwäche und dann im Herzen zu Mir komme und Mich um Kraft bitte. Ich werde ihn dann Stärken in jeglicher Not und ihm ein rechtes Licht geben, zu durchwandeln die finsteren Wege dieser Welt. Wer aber die zu große Bürde wohl fühlt, doch nicht zu Mir kommt im Herzen, der muß es sich selbst zuschreiben, so er erliegt unter der Last des Erdenlebens.“ (GEJ.05_169,4)


3

Wahrlich, um was du den Vater bitten wirst in Meinem Namen, das wird dir auch gegeben. Darum sei stets voll Trost und lebendigster Zuversicht; denn Ich werde, so du im Glauben und in der Liebe zu Mir verharrst, stets bei dir sein und dich führen und stärken.“ (GEJ.08_053,4-5)


4

Wer durch seine Bitte etwas von Mir erhalten will, der bitte ganz still in seinem von Liebe zu Mir erfüllen Herzen, und das Erbetene wird ihm gegeben, wenn es sich mit dem Heil seiner Seele verträgt.“ (GEJ.06_123,9)


5

"Denn wie überall, so ist auch hier an Meinem Segen alles gelegen! - Darum bleibet gleichfort ganz voll Vertrauen auf Mich; möge sich die Zeit gestalten, wie sie will, so werde Ich euch nimmer verlassen und euch soll nicht hungern, weder geistig noch leiblich." (HiG.02_47.05.16,09)


6

Wer Mir in der Stille seines Gemütes entgegengehen wird, der wird Mir begegnen!“ (GEJ.06_008,95)

 

 

2. Vertrauet, Ich habe die Welt überwunden


"Solches habe Ich zu euch geredet, auf daß ihr Frieden habet in Mir. In der Welt werdet ihr Bedrängnis haben; aber vertrauet. Ich habe die Welt überwunden!" (Joh.16,33)

 

"Dieser Text gehört wieder zu denjenigen, die sehr durchsichtig sind und jedermann den geistigen Sinn schon in dem Buchstaben auf den ersten Griff ertappen kann. Ich will euch daher den Sinn dieses Textes alsogleich mit wenigen Worten dartun, und ihr werdet in diesen wenigen Worten erkennen den vollkommen richtigen geistigen Sinn dieses Textes; und so höret!

 

Alles das, was Ich eben jetzt zu euch rede, ist auch von dieser Art, daß es euch in jeder Lage eures Lebens den wahren, inneren Herzensfrieden in der Liebe zu Mir geben muß, wenn ihr eben dieses Gesagte nur einigermaßen werktätig beachtet.

 

Die Welt möchte euch auch bedrängen von allen Seiten; aber sie kann es nicht, weil sie von Mir überwunden ist. So ihr aber durch eure Liebe Mich in euch habet, so habet ihr ja auch den ewigen Überwinder der Welt in euch. Die Welt aber hat Meine Macht erfahren; daher darf und kann sie dem kein Haar krümmen, der wahrhaftig Meinen Frieden in seinem Herzen birgt.

 

Sobald aber jemand sich aus diesem Frieden erheben will und wirft selbst der Welt den Handschuh zum Kampfe hin, der hat sich`s dann nur selbst zuzuschreiben, wenn er von der Welt gefangen genommen und mißhandelt wird. Wer aber wahrhaftig bleibet in Meinem Frieden, der ist geborgen für die Ewigkeit, und kein weltlicher Hauch wird ihm je ein Haar krümmen.

 

Es wird hier freilich mancher sagen: `O Herr! Siehe, die Apostel und Deine Jünger und so viele der ersten Christen und auch in späterer Zeit eifrige Streiter um das reine Evangelium sind zu Märtyrern geworden, und die Welt hat sich schändlichst grauenhaft an diesen von Deinem Frieden Erfüllten gerächt. Warum, o Herr, hat sie Dein Friede nicht geschützt vor den Krallen der Welt? Denn Du hast doch Selbst geredet vor Deinem Leiden, daß der Fürst der Welt gerichtet ist. Wie mochte dann der Gerichtete wohl Gewalt haben, die Welt gegen Deine Friedensträger also grauenhaft zu entrüsten?`

 

Diese Frage ist eitel genug, und wer nur einigermaßen in der Geschichte bewandert ist, der wird es klar finden, daß alle die Märtyrer von den Aposteln angefangen bis in die späteren Zeiten abwärts nicht durch irgeneinen Zwang oder durch irgendeine zulässige Bestimmung von Mir, sondern freiwillig aus einem Liebeheroismus in den Martertod darum gegangen sind, weil Ich, ihr Meister, Selbst gekreuzigt ward.

 

Ich sage euch: Ein jeder Märtyrer hätte auch, ohne ein Märtyrer zu werden, Mein Evangelium ausbreiten können. Aber die Ausbreiter kannten Mich, hatten das ewige Leben vor Augen, und so hatten sie denn auch keine große Lust, lange in der Welt umherzugehen, sondern konnten den Zeitpunkt kaum erwarten, in dem ihnen ihr Fleisch abgenommen würde, auf daß sie dahin gelangen möchten, wohin Ich vorangegangen bin.

 

Johannes aber hatte die größte Liebe zu Mir; darum scheute er die Verfolgungen der Welt nicht und wollte lieber bis auf den letzten Tropfen verzehren, als daß er Mir von seiner bestimmten irdischen Lebenszeit etwas gewisserart abgebettelt hätte.

 

Er war somit mit Meiner Ordnung vollkommen zufrieden, während viele andere Bettler waren und sich lieber die schmählichsten Liebesmartern wollten gefallen lassen, als noch einige Jahre länger zu wirken für Mein Reich.

 

Da aber bei Mir ein jeder das haben kann, um was er ernstlich und vollgläubig bittet, so konnte Ich ja doch auch nicht bei diesen ersten Zeugen Mein Wort zurücknehmen, das da spricht: `Um was immer ihr Mich bitten werdet, das werde Ich euch geben!`

 

Aus dieser Beleuchtung geht nun klar hervor, daß Mein Wort der Blutzeugen nicht bedurfte; denn Ich habe ja den Einen ewigen gültigen Zeugen, Meinen Heiligen Geist Selbst allen denen verheißen, die Meine Lehre annehmen und nach derselben leben werden. Und dieser Zeuge ist der bleibende, während das Blut der ersten Märtyrer schon lange für alle späteren Zeiten sogar geschichtlich spurlos geworden ist.

 

Wenn aber dieser Geist ein ewiger Zeuge ist, wozu sollte Ich die Blutzeugenschaft Meiner Nachfolger verlangen? Wer selbst ein Blutzeuge werden will, der soll es auch werden; aber es glaube ja niemand, daß er Mir dadurch einen Dienst erweist, sondern ein jeder, der das tut, der tut das zum eigenen, aber nicht zu Meinem Vorteile!

 

Es ist, als so ein Vater zu seinen Kindern, deren Kleider noch so gut sind, sagete: `Ich werde euch gar herrliche neue Kleider geben, so ihr diese zuvor abgetragen habt!` Einige Kinder aber lassen sich von der Hoffnung und Vorliebe zu den neuen Kleidern verleiten und schonen die alten Kleider nicht im Geringsten mehr. Wenn die Kleider bald schleußig sind, da schafft ihnen der Vater freilich die verheißenen; aber einige dieser Kinder, die den Vater mehr lieben als die Kleider, schonen weise die alten, um den Vater nicht vor der Zeit in die Unkosten zu sprengen.

 

Obschon aber bei Mir von gewissen Unkosten keine Rede sein kann, so sind aber andere Unkosten, nämlich die einer kleinen Bewerkstelligung einer Unordnung zu berücksichtigen.

 

Denn Ich habe jedem Menschen aus Meiner Ordnung ein bestimmtes Lebensziel gesetzt, und dieses besteht nicht im Schwerte, noch im Feuer; denn der Tod durch Schwert und Feuer ist ein Gericht. Wer aber sonach in was immer Meiner Ordnung eigenwillig und eigenmächtig vorgreift, der muß sich dann freilich insoweit ein kleines Gericht gefallern lassen, insoweit er Meiner gesetzten Ordnung vorgegriffen hat.

 

Daniel wollte nicht sterben; darum ward er auch erhalten in der Löwengrube und desgleichen die Jünglinge im Feuerofen, und mehrere Beispiele. Und sehet, ihnen allen ward kein Haar gekrümmt, und gar vielen Tausenden Meiner Liebhaber ward ebenfalls kein Haar gekrümmt, weil sie die Kraft Meines Friedens in ihrem Herzen ungestört erhielten. Aber ein jeder, der sich über diesen Frieden hinausschwingen wollte, der mußte dafür aber auch den Unfrieden der Welt verkosten.

 

Man wird freilich auch hier sagen: `Wenn also, da ist es ja am besten, die Welt Welt sein zu lassen in all ihrem schändlichen Getriebe, und ein jeder Bessere lebe ganz unbekümmert um die Welt in seinem Frieden fort; und wenn es alle also machen, wird da die Welt nicht bald bis zu den Sternen mit Greueln angefüllt sein?`

 

Gut, sage Ich, berechnet das zurück! Seit den Zeiten der Apostel hat es doch sicher eine Unzahl Eiferer gegeben, die gewisserart mit glühendem Schwerte in der Hand die Welt bessern wollten. Ströme von Blut wurden vergossen. Fraget euch selbst, mit welchem Erfolg? Blicket dann in die Welt hinaus, und sie wird euch von allen Seiten her die sonnenklare Antwort geben.

 

Bis auf eure Zeit sollte die große Zahl der Eiferer doch einen solchen Nachruf hinterlassen haben, daß ihm zufolge die ganze Welt offenbar ein Paradies sein müßte, und dennoch ist die Welt eben in dieser Zeit zehnmal schlechter, als sie zu den Zeiten Noahs war.

 

Warum sagte denn David: `O Herr, wie gar nichts sind alle Menschen gegen Dich, und alle Menschenhilfe ist kein nütze!`? David sagte das, weil er Mich kannte; ihr aber redet anders, weil ihr Mich nicht also kennet, wie Mich David gekannt hat!

 

Meinet ihr denn, Ich weiß nicht, was die Welt tut, und sei zu lau, um die Welt für ihre Untaten zu züchtigen? Ich sage euch: Glaubet etwas anderes, und überlasset die Leitung der Welt Mir!

 

Wer das Schwert zieht, der kommt auch durch das Schwert um. Mit offener Gewalt wird nie jemand etwas ausrichten gegen die Welt; denn wo die Gewalt sieht, da begegnet sie derselben wieder mit Gewalt, und auf diese Weise würgt fortwährend ein Volk das andere.

 

Wer aber die Welt bekämpfen will, der muß sie mit heimlichen Waffen bekämpfen, und diese Waffen sind Meine Liebe und Mein Frieden in euch! Jeder aber muß zuerst mit diesen Waffen die eigene Welt in sich besiegen, dann erst wird er eben diese Waffen allzeit siegreich gegen die Außenwelt gebrauchen können.

 

Wahrlich, wer nicht innerlich ein Meister der Welt ist, der wird es äußerlich um so weniger werden! Jeder aber, der in sich noch einen fluchähnlichen Feuereifer verspürt, der ist noch nicht fertig mit seiner eigenen Welt; denn dieser Eifer rührt noch von dem geheimen Kampf zwischen Meinem Frieden und der Welt im Menschen her.

 

Denn die Welt ist`s die da eifert und richtet und Feuer vom Himmel ruft, um sich dadurch listigerweise für Meine Sache zu maskieren; Mein Geist aber und Mein Friede eifert nicht, sondern wirkt mächtig im stillen nur und gänzlich unbemerkt von aller Welt und hat kein anderes Aushängeschild als die Werke der Liebe und in der Erscheinlichkeit die Demut. Wegen der wahren Liebe und Demut aber ist Meines Wissens seit Meinem Johannes noch nie jemand von der Welt gerichtet worden.

 

Sehet, darin also besteht der wahre innere Friede und darin auch derjenige mächtige Sieg über die Welt, den Ich Selbst erfochten habe! Beachtet demnach diese Erklärung, so werdet ihr die Welt in euch und jede andere allzeit und ewig besiegen durch Meinen Namen und durch Meinen Frieden! Amen." (Ste.01_035,01f)

 


3. Die besten Trostworte der Schrift


O Herr, Du allerbester, gnädigster, liebevollster Vater!

 

Welche Stellen in der Heiligen Schrift bieten einem reuigen Sünder vor Dir den sichersten und größten Trost? O solches möchte ich, als ein großer Sünder vor Dir, wohl erfahren, auf daß ich stets mehr und mehr in der Liebe zu Dir, o heiliger Vater, zunehmen möchte, darum ich stets mehr und mehr erschauete Deine große Güte, Liebe, Gnade und Erbarmung! Wenn es Dein heiliger Wille wäre, da möchtest Du mir armem Sünder ja solches wohl anzeigen!“

 

Jesus: „Dir ist auch am Troste mehr gelegen als an einer Demütigung! Aber es ist die Erde schon also bestellet, daß auf ihrem Boden gar wenige reine Engel fortkommen. Und so bleibt mir freilich nichts andres übrig, als zu trösten da, wo Ich Selbst Mich gedemütigt habe.

 

Siehe, die Schwachen stärke Ich mit sicherem Troste. Die Stärkeren aber demütige Ich, damit sie schwach werden – für Meinen lebendig stärkenden Trost. Denn der Trost ist ja schon eine Gnade des ewigen Lebens aus Mir!

 

Auf daß du und jeder aber die allertröstendsten Stellen aus der Heiligen Schrift wissest, so will Ich sie dir denn kundgeben. Und so höre denn:

Im Propheten Jesaia, Kapitel 54, vom 1.-17.Vers, ganz besonders vom 6.-10.Vers, steht namentlich für dich und vom 6.-10.Vers Vers auch für jeden andern Sünder der größte Trost.

 

Im Neuen Testament aber beachte die Stelle, allda Ich gesagt habe: `Kommet alle zu Mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch alle erquicken.`

 

Ich meine, einen größeren Trost kann es für einen reuigen Sünder doch wohl nicht mehr geben. Beachte also diesen und du wirst des Trostes für alle Ewigkeiten in der hinreichenden Menge haben!

 

Glaube, daß es also ist! Ich bin ein guter Hirte, suche das verlorene Schaf und bereite dem verlorenen Sohne ein großes Gastmahl, daß sich darüber die `Gerechten` ärgern – wenn er nur wieder zu Mir kommt. Und möge er noch so zerlumpt und zerrissen sein, das soll bei Mir keines Unterschiedes sein – wenn er, wie gesagt, nur wieder zurückkehrt!

 

Solches also verstehe, und du mußt ja dadurch einen ewigen Trost haben. Denn bei Mir ist es wahrlich, wahrlich ewig also und wird es ewig bleiben. Amen.“ (HiG.02_43.02.02)

 


4. Mahn- und Trostwort


„…Suche du vor allem nur Mich durch die wahre Selbstverleugnung, innere Liebe, Geduld und Sanftmut! Denn so du Mich allein suchest, wirst du Mich auch finden. Und hast du Mich gefunden, dann hast du alles gefunden. Denn Ich allein bin der größte Schatz aller Schätze und bin mehr als alle Welten und Himmel!

 

So du Mich suchest, da mußt du Mich aber bei dir und nicht bei andern suchen! Denn kann Der in der Fremde gesucht werden, der da beständig in dir zuhause ist und deiner harret!? – Wie du dein Leben nicht lebest in einem fremden Leibe, sondern in deinem eigenen, so mußt du auch Mir in dir zu leben beginnen und Mich in dir suchen! Da wirst du Mich sicher finden! Denn für dich lebe Ich nur in dir! Und wäre es nicht also, wie möchtest du leben, atmen, denken, fühlen, wahrnehmen, empfinden und dann zu Mir beten!?

 

Siehe, das ist der rechte Weg zu Mir! Jeder andere leitet stets auf Abwege.

 

Daher wandle diesen frei, mutig und ohne Furcht, so wirst du das ersehnte Ziel gar leicht und bald finden und wirst dann erst einsehen und erkennen, wie sanft Mein Joch und wie leicht Meine Bürde ist!

 

Nimm aber auch gern das Neue Testament zur Hand und lese es sorgfältig, so wirst du darinnen gar bald des wahren Lebens Schule entdecken. – Und wirst du erst danach zu handeln anfangen, so wirst du mit Strömen des ewigen Lebens übergossen werden und aus deinen Lenden wird fließen lebendiges Wasser!

 

Sei auch allezeit heiter in deiner Dürftigkeit! Denn je geringeren Anteil jemand hat an der Welt und ihren Götzen, desto mehr ist er bei Mir und desto mehr hat er in Mir seinen ewigen, unvergänglichen Anteil zu überaus hohen Wucherzinsen angelegt! – Daher sei du fröhlich, denn Ich bin dir näher, als du es wähnest!

 

So du aber das Neue Testament zur Hand nimmst, da schlage dir zuerst auf das 15.Kapitel des Johannes und betrachte darinnen den 17. bis 23. Vers!*) – In diesen Stellen wirst du einen großen, verborgenen Schatz finden. Er wird dir aufgetan werden und du wirst erschauen mit erstaunten Augen den `wahren Schlüssel`, mit welchem du gar leicht das Kämmerlein eröffnen wirst, darinnen Ich in dir deiner harre! Amen.“ (HiG.01_41.07.31,04f)

*) „17) Dies trage Ich euch auf: Liebt einander! 18) Wenn die Welt euch haßt, dann wißt, daß sie Mich schon vor euch gehaßt hat. 19) Wenn ihr von der Welt stammen würdet, würde die Welt euch als ihr Eigentum lieben. Aber weil ihr nicht von der Welt stammt, sondern weil Ich euch aus der Welt erwählt habe, darum haßt euch die Welt. 20) Denkt an das Wort, das Ich euch gesagt habe: Der Sklave ist nicht größer als sein Herr. Wenn sie Mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen; wenn sie an Meinem Wort festgehalten haben, werden sie auch an eurem Wort festhalten. 21) Das alles werden sie euch um meines Namens willen antun; denn sie kennen den nicht, der Mich gesandt hat. 22) Wenn Ich nicht gekommen wäre und nicht zu ihnen gesprochen hätte, wären sie ohne Sünde; jetzt aber haben sie keine Entschuldigung für ihre Sünde. 23) Wer Mich haßt, haßt auch Meinen Vater.“

 


5. Vertrauen zum himmlischen Vater


„Der Mensch ist ein Denker, doch Ich nur ein Lenker.

Der heiterste Morgen bringt jedem noch Sorgen.

Doch wem da beschieden der Abend im Frieden, der denke am Ziele: Es war so Mein Wille!“

 

„Schreibe nur zu und verkünde Meinen Rat dem bekümmerten Anselm `Wortemsig`, daß er nur ganz allein auf Mich vertrauen und Mir volltrauen solle! Denn Ich weiß es allezeit am besten, wo jemand der Schuh drückt, und bin auch ein sehr verlässiger Wegweiser. Mir sind alle Wege wohl bekannt. Und Ich bin der nächste und kürzeste Weg Selbst! Wer darauf wandeln wird, der wird das rechte Ziel nicht verfehlen ewiglich! Denn wen Ich führe, der hat wahrlich einen sicheren Geleitsmann. Und wer auf Meinen Wegen wandelt, der verfolgt ein sicheres Ziel, ja ein Ziel, das ein Ziel aller Ziele ist. Denn Ich bin der Wegweiser, der Weg und das ewige, lebendige Ziel Selbst!

 

Siehe daher, Mein lieber Wortemsig, du sorgst und bekümmerst dich eitel, wenn du Mich liebst, treu rufst und ungezweifelt glaubst, daß Ich, dein allmächtiger, großer und heiliger Vater, es bin, der dir solches durch diesen Meinen Wortschreiber (Lorber) sagen läßt. Tue daher nur soviel als du magst und kannst, alles übrige überlasse im vollsten Vertrauen nur Mir! Und du kannst versichert sein, daß Ich alles zu einem gerechten Ziele führen werde.

 

Wahrlich, so du Mich eine Stunde lang geliebet und ebenso lange Mir vertraut hast, so hast du mehr getan, als so du dich zehn Jahre vergeblich sorgtest und in solchen Sorgen für nichts und um nichts gar oft von Meinen Gnadenwegen dich abwendetest!

 

Sage, magst du wohl allen deinen Kindern eine Elle hinzufügen? Oder vermagst du die Schwachen zu stärken und die Starken zu schwächen? Oder vermagst du die Großen klein zu machen, oder daß die Blinden sehend und die Sehenden blind werden, die Tauben das Gehör erhalten und die mit offenen Ohren doch nichts hören und verstehen?

 

Siehe, Ich bin ein Herr über Lebendige und Tote! Und so hört der Lebendige allezeit Meine Vaterstimme, versteht sie und kehret sich danach. Aber auch den Toten kann Ich Mich als Herr mit Meiner Donnerstimme allerschütternder Macht gar wohl verständlich machen, wenn es an der Zeit ist. Und es müssen Mir gehorchen die ganze Erde, der Mond und all die Sonnensterne und all das Weltgetümmel um sie!

 

Siehe, so aber solches alles und zahllos mehreres, vom Kleinsten bis zum Größten, abhängt von Meinem Willen, und du aber freiwillig hängest mit deinem Herzen an Meiner Vaterliebe, die da ist der ewige Ursprung aller Dinge – wie kann dich dann noch etwas bekümmern, so du Meiner Liebe allezeit versichert sein kannst, sein sollst und nun über alle Maßen wahrhaft bist!

 

Siehe an Meinen Knecht (Lorber) – er hat kein Vermögen, als das von Mir! Und doch sage Ich dir, daß er in seiner Armut reicher und glücklicher ist, als einer, dem alle Schätze und Wissenschaften der Erde zu Gebote stünden!

 

Siehe, die Ich versorge, die sind wohl versorgt, zeitlich und um desto mehr noch ewig, und werden bei Meiner Kost gar wohl aushalten! Und Mein Amt wird ihnen keine Amtsstuben vorschreiben, sondern die seligste Freiheit ihrer Liebe. Amen.“ (HiG.01_41.01.26,01ff)

 


6. Ein bester Rat und wahrer Trost


Alle Menschen sind nicht für diese Welt erschaffen, sondern für das jenseitige große Vaterhaus – und zwar entweder so oder so! Wie ihr Leben in der Welt, danach ist auch ihr Zustand in jenem ewigen, großen Hause!

 

Wen Ich prüfe – und wahrlich, solches tue Ich nicht umsonst! – den will und werde Ich auch zu etwas machen; denn er ist schon in Meiner Schule. Ein Student aber muß sich die Prüfung gefallen lassen, wenn er etwas werden will.

 

Bei Mir wird niemand in der Prüfung verworfen, sondern jeder kann bestehen, entweder schon hier oder doch sicher im Jenseits.

 

Wer aber Meine sanften Prüfungen flieht und macht einen argen Ausreißer, der wird dann von der Welt und vom Satan geprüft, ob er tüchtig sei zur Bosheit.

Ich nehme jeden zu jeder Stunde in Meine Schule auf. Wer aber nicht mehr denn ein Schweinehirte, ein Eseltreiber oder ein Ochsenfütterer werden will und im Unrate seine Seligkeit findet, wahrlich, der wird je weder im Amte, noch in seinem Vergnügen gestört werden!

 

Ihr aber – höret und begreifet es – seid auf Meiner `Universität`! Ich möchte überaus vieles aus euch machen! Daher müssen euch schon auch manche besondere Prüfungen auf dieser Hochschule nicht befremden.

 

Ich habe die Aussätzige (für die ihr um Hilfe gebeten habt) zu Mir genommen und habe sie erweckt zum Leben, indem Ich ihr die unreine Last des stinkenden Leibes abgenommen habe. -

 

Möchtet ihr sie wieder zum Tode erwecken!?

 

Warum trauerst du, so Ich deine Schwester zu Mir nahm? Ist ihr denn etwas Arges begegnet? – O ihr Kleingläubigen! Meinet ihr, der Verlust eurer Schwester drücke euer Herz? – O nein, sage Ich, euer schwacher Glaube ist noch immer eure größte Not!

 

Denn wer da glaubet und liebet im Geiste und in der Wahrheit, der wird allezeit voll Freude und Dankbarkeit sein im Herzen, da er gar wohl im hellsten Lichte sehen wird, daß Ich, sein ewiger, heiliger, liebevollster Vater, gewiß nur allezeit das Beste tue!

 

O Kinder, erkennet, erkennet doch einmal, daß Ich, euer liebevollster Vater bin, der euch in jeder Prüfung euer Leben ums Tausendfache erhöht und vermehrt!

 

Danket Mir mit freudigem Herzen, daß Ich eurer Schwester umsonst das ewige Leben alsogleich im Reiche der Kinder gegeben habe und ihr von da einen hellen Weg ins große Heiligtum Meiner ewigen Vaterliebe bahne!

 

Wahrlich, es ist also! Wer kann noch trauern, so er Mich liebt und festhält an Meinem Namen!?

 

So seid denn nun fröhlich und voll guten Mutes! Denn eure Schwester ist nun schon überselig in Meinem Schoße! Hier aber in der irdischen Welt wäre sie schon in fünf Monaten samt dem Manne für ewig verloren gewesen! Wieso und warum – wird euch nicht entgehen mit der Zeit!

 

Nun aber ist alles gut und wird ewig gut bleiben! Daher frohlocket und lobpreiset allezeit Meinen Namen!

 

Das sage Ich, euer wahrer Vater und Bruder. Amen! ((HiG.01_41.05.05,01)

 


7. Trost am Kreuze irdischer Leiden


„Trostwort an Elisabeth H. zu ihrem Namenstag“

 

Meinen Vatersegen und Meine Liebe Meiner liebsten Tochter Elisabeth! – Mein allerliebstes, lammfrommes und sehr geduldiges Töchterchen! Wenn du wüßtest, wie endlos lieb Ich dich habe, weil du aus Liebe zu Mir dein großes Kreuzlein so geduldig trägst, da möchtest du es wohl keine Minute auf der finstern und überaus kalten Erde mehr aushalten. Aber sei getrost in deinem Leiden; Ich bin ja stets bei dir und stärke dich und tröste dich! Ich werde dir auch helfen zur rechten Zeit – und helfe dir immerwährend.

 

Freilich sind die dir von Mir angeratenen Mittel, die dir schneller geholfen hätten, stets zu spät in Anwendung gekommen oder auch gar nicht angewendet worden. Aber da habe auch Ich Selbst gewisserart eine kleine Schuld daran, und das aus übergroßer Liebe zu dir, denn du weißt es ja, daß Ich die am meisten prüfe und reinige, die Ich am meisten lieb habe. Und so mache Ich es auch mit dir, dafür aber bist du auch ganz Mein; und wenn du deinen Leib verlassen wirst derzeit und dereinst, so wirst du nimmer den Tod fühlen noch schmecken, sondern wirst sehend und alles vernehmend im hellsten Bewußtsein in Meinen Vaterschoß aufgenommen werden.

 

Daher verschwinde auch auf ewig alle Furcht vor einem Tode aus dir, denn wahrlich, du wirst jetzt und dereinst und ewig nimmer sehen und fühlen und schmecken den Tod; denn wer Mich, wie du, liebt auch am Kreuze irdischer Leiden, der stirbt schon, so er leidet, - und so er aber dann eigentlich sterben solle, da wird er dafür erweckt von Mir alsogleich zum ewigen vollkommensten Leben! – Also bist du nun auch schon gestorben mit Mir am Kreuze, und so du auf dieser Erde noch viele Jahre in wiedergenesenem Fleische lebtest, so wird dir dieser gegenwärtige Tod am Kreuze deines Fleisches angerechnet, und du wirst daraus auch schon auf dieser Erde zum wahren Leben übergehen und wirst fürder nimmer sterben, sondern im stets klarsten Bewußtsein in Mein Reich übergehen!

 

Diese ewig unwandelbare Zusicherung gebe Ich, dein dich segnender und über alles liebender Vater, dir zu deinem Namenstage als ein Angebinde, daß es dich heilen, stärken und trösten solle in aller Meiner Liebe und Wahrheit amen. Mein Vatersegen sei dir für ewig amen, amen, amen.“ --- (HiG.03_48.11.18.a f)

 


8. Von der Trauer um Verstorbene


O Abba Emanuel! Sende aus Deinem liebevollsten Herzen durch Deinen Knecht (Lorber) gnädigst ein väterliches Trostwort an unseren Bruder Carl, dessen Seele betrübt ist über den traurigen Zustand, in dem sich sein vom Schlage gerührter Ohm (Onkel) befindet! – Dein heiligster Wille Amen!“ –

 

„Ja also ist es mit sehr vielen Menschen jetzt, wie es auch schon war mit seltenen Ausnahmen von Adams Zeiten her, daß ihnen einschläfernde Tröstungen lieber waren denn ein das innere Leben erweckender leichter Schmerz. Und also ist es auch noch in einem gemäßigten Zustande wohl mit dir, du lieber C.L., doch siehe, da Ich schon für dich von dir aus, wie von deinem Bruder A.H.W. aus um eine Tröstung angegangen wurde, so will Ich dir auch eine wahre geben und dabei dir aber auch zeigen den stets rechten Weg zu ihr, auf welchem wandelnd du sie nicht leichtlich verlieren wirst. Und solltest du auch solches, da doch wird dir leicht sein das Wiederfinden derselben. – Aber Ich will dir mit der Tröstung keinen Schlaftrunk, sondern einen Wecktrank reichen, ja einen wahren Wecktrank zum ewigen Leben!

 

Und so höre denn und vernimm es mit dem Herzen, was Ich, dein liebevollster Vater, dir nun sagen werde:

 

Siehe, so du einen Trost suchest, dann, wie allzeit, komme du voll Liebe und Vertrauen zu Mir, deinem heiligen guten Vater, ja zu Mir, deinem Jesus, komme, und du wirst allzeit vollkommene tröstende Ruhe für dein leicht leidlich bewegbares Herz finden.

 

Daß deinem Ohm solches geschah und du darum in deinem Herzen voll ängstlicher Wehmut bist, siehe und erkenne es in dir, solches ist Mein Wille und Meine Ordnung. Denn wie Ich bestimmt habe die Zeitigung und danach die Zeit der leiblichen Ausgeburt eines Kindes aus dem Mutterleibe, also nicht minder habe Ich auch die Zeit sicher überaus liebweise vorgesehen, in welcher der lebendige Geist aus dem Leibe des Todes genommen und vollkommen freigestellt werden sollte.

 

So du nun weißt, daß solches alles von Mir herrührt und auch ewig von nirgend woanders herrühren kann denn allein von Mir – wie magst du trauern in deinem Herzen und kleinmütig sein in deiner Seele, so du Mich, deinen und auch sicher deines glücklichen Ohms allerliebevollsten, heiligen, allerbesten Vater kennst? – Glaubst du etwa, der, um den dein Herz klagt, leidet irgend einen brennenden Schmerz – oder er sei tot? O glaube es Mir treu im Herzen, der liebevollste heilige Vater hat keine Freude an den Schmerzen der Kinder – und zu den Toten kommt aber kein lebendiges Wort, wie auch unendlich schwerlich für die Toten, denn allein das ihnen schon gegebene Wort, das sie richtet. Ich aber sage dir nun lebendigen Wortes, daß dein Ohm nun zahllosmal schon glücklicher ist denn du und alle deine noch auf der Erde totem Boden wandelnden Brüder!

 

Siehe, darum sollst du nicht trauern in deinem Herzen, darum Ich deinen Ohm zu Mir nehmen will! – Oder hätte Ich ihn etwa gleich einem Cahin sollen ewig auf der Erde mit dem toten Leibe herumsterben lassen? Oder möchtest du für dich wohl den Fluch aus Meinem Munde vernehmen, dir sei ewig auf der Erde dem Tode zu leben?! –

 

Glaube es nur recht fest und ungezweifelt, wer immer auf die Art deines Ohms von Mir zuletzt besucht wird, der ist von einem lebendigen Feuer der Liebe heimgesucht worden, darum auch in der Vorzeit von den Alten solche Todesart der göttliche Streich oder der göttliche Tod benannt wurde. Ja es ist auch also, denn der Scheidende leidet hier auch nicht den allerleisesten Schmerz und erwacht plötzlich von diesem Erdentraumleben ins hellste Leben des Geistes vollkommen.

 

Doch eines soll bei dieser Art des Übertrittes berücksichtigt werden: daß es nämlich auch neben dieser Art eine Afterart gibt, welche durch den törichten Genuß von allerlei Leckereien und durch die Schwelgerei im Saufen und Huren leiblich herbeigeführt wird. Bei dieser Art aber verhalte Ich Mich wie beim Selbstmorde; denn alle Schwelger, Lecker, Säufer und Hurer entleiben sich selbst und sind sich auch selbst den Tod schuldig. Mit denen habe Ich nichts zu tun, denn sie haben ja ihren eigenen Tod gemästet, damit er sie dann zur schuldigen Danksagung schnell und kräftig in seine Arme aufnehmen solle!

 

Und so ist dann der Lohn der Arbeit ja auch angemessen. Doch diese Art ist kein göttlicher Streich zum Leben, sondern ein tödlicher zum Tode und ist überaus angstquälend und schmerzlich oft noch bis ins Grab bei vollster Gewahrung des Todes selbst und all der vergänglichen äußerlichen Dinge.

 

Doch, da Ich dir in dieser Rede deinen Ohm einen Glücklichen nannte, so wirst du doch etwa nicht das Schlimme auf deinen Ohm beziehen?! –

 

Ich sage dir aber: Sorge dich gar nicht und freue dich in Mir, ob dein Ohm wieder zurückkehren wird in des Todes Haus, oder ob er schon vollends verbleiben wird bei Mir, da er nimmer nötig haben wird, in einem Irrenhaus oft kleinmütig genug zu wohnen; denn Ich – höre es wohl und verstehe es in dir – Ich, Ich, dein allmächtiger, liebevollster Vater, Ich, dein geliebter Jesus, will es ja also; und wie Ich es will, wird es wohl doch sicher am besten sein? Glaubst du es nicht also mit deinem Herzen in Mir? O glaube es, denn es ist wahrlich also!

 

Daß aber du wie andere Menschen einen Schmerz um die heimgeschiedenen nahen Verwandten empfindest, auch solches ist in der Ordnung gegründet. Doch da wäre ein Freudenschmerz besser denn ein undankbarer Trauerschmerz; denn der Trauerschmerz gleicht fast jenem Neidschmerze der gerechten Kinder des Vaters, darum er überfreudig dem wieder zu Ihm nach Hause gekehrten verlorenen Sohne ein großes Freudenmahl bereitete! – Verstehst du solches wohl?! ---

 

Der meisten Menschen Traurigkeit um die Hingeschiedenen aber ist auch zumeist eine Gewohnheits-Traurigkeit, darum sie dann auch um die zumeist trauern, an die sich ihr Herz auch am allermeisten schon von Jugend auf gewöhnt hatte. Es ist aber jede alte Gewohnheit schmerzlich für den, der sie verlassen muß; wie solle es die des Herzens nicht sein?

 

Aber dessen ungeachtet ist die Trauer keine Tugend und wohnet näher der Eigenliebe denn Mir. Denn wäre sie eine Tugend, so müßten die Menschen ja um jeden hingeschiedenen Bruder und jede hingeschiedene Schwester gleich trauern, da Ich doch allen Ein und Derselbe Vater bin. – Allein also ist es nicht, und darum die Verwandten um die Verwandten auch mehr eine Gewohnheitstrauer denn eine Tugendtrauer empfinden.

 

Ich sage aber, es fehlet niemand, wer da trauert, - doch wer Mich recht erkannt hat in seinem Herzen, der wird nimmerdar trauern. Und so erkenne auch du Mich, deinen allmächtigen liebevollsten Vater, Mich, deinen Jesus, im Herzen, so hast du den sichersten Trost voll des ewigen Lebens in dir für alle Ewigkeiten gefunden. Amen. Bedenke, woher dies Wörtlein, und du wirst im Herzen freudig sein. Amen.“ (HiG.03_41.12.08ff)

 


9. Zum Heimgang einer Mutter


„Trostwort nach dem Hinscheiden der Elisabeth H. am 29.11.1848“

 

Ein Trost und eine Stärkung an Meine Kinder.

 

Höret, ihr alle Meine lieben Kinder und Kindlein! Denn so spreche und rede Ich, euer Herr und lieber Vater, zu euch allen, die ihr nun seid voll Trauer und Bangigkeit in euren betrübten Herzen, dieweil Ich eure irdische Leibesmutter wahrhaftigst zu Mir für ewig genommen habe und habe sie dadurch auch für immer erlöst von ihrem Leiden, das sie aus großer Liebe zu Mir allerstandhaftigst und überaus geduldig ertragen hat.

 

Ich aber sage euch: Weinet und klaget nicht so sehr um die in Mir für ewig Auferstandene, denn sie ist mit Mir und in Mir am Kreuze starker Leiden gestorben dem Leibe nach – und ist aber auch im selben Augenblick, als sie für euch dem Leibe nach sichtlich starb, in Mir und an Meiner Seite für ewig zum wahren ewigen Leben auferstanden!

 

Ihre Freude war unbegrenzt, als sie Mich gleich erkennend ihr zur Seite erschaute, und zwar in einem solchen Kleide, in dem Ich ihr sogleich gar wohl erkenntlich war, - und das um so leichter, da Ich sie auch sogleich Meine Wundmale erschauen ließ, was nur jenen zuteil wird, die durch schwere Leiden geprüft in aller Liebe zu Mir ihren Leib verlassen. Sie freute sich auch über die Maßen und konnte gar nicht begreifen, wie sie – da sie doch so lange gelitten – nun so plötzlich gar so überaus gesund habe werden können. In der höchsten und wonnevollsten Entzückung Mir zu Füßen fallend, dankte sie Mir inbrünstigst, daß Ich ihr eine so große Gnade erwiesen habe, und bat Mich, Meine geringste Magd sein zu dürfen. – Ich aber sagte zu ihr, wie Ich es nun auch zu euch sage:

 

`Nicht so, Meine liebe Tochter! Ich sage dir, die Mägde sind jene, die durch klösterliche harte Zucht zu Mir getrieben werden, und ihr Glaube und ihre Liebe zu Mir ist eine harte Schule. Du aber hast Mich frei zum einzigen Gegenstande deines Herzens erwählt, daher sollst du auch nicht Magd, sondern Meine wahre geliebteste Tochter sein, - und siehe, alles, was Ich habe, und alles, was Mein ist, das wirst auch du haben und wird auch alles dein sein für ewig. – Du wirst auch nicht getrennt sein von deinen irdischen Zurückgelassenen; was dein Herz in Meinem Namen ihnen zu tun wünschet, das wirst du ihnen auch allezeit im Vollmaße tun können. Denn alle Meine Töchter haben sich solcher Kraft aus Mir zu erfreuen für ewig, auf daß sie allen Wünschen ihres liebevollsten Herzens nachkommen können.`

 

Sie aber bat Mich darauf inbrünstigst und sprach. `O Du, Mein überguter, bester, heiligster Vater Jesus! Du mein Gott und mein Herr! Aus allen Kräften meines Herzens danke ich Dir für solche große Gnade; aber ich weiß, daß Du all meinen Hinterlassenen endlos besser willst als ich, die ich noch lange nicht weiß und einsehe, was ihnen wahrhaft gut und nützlich ist. – Was Du, o mein Vater Jesus, willst, das ist das Beste, - darum geschehe allzeit und ewig nur Dein heiligster Wille! – Mich lasse nun, o Herr und heiliger Vater Jesus, Dich ungestört stets mehr und mehr ewig lieben, denn ich bin nun über-, über-, überselig! Nur um das Einzige bitte ich Dich, daß Du meinen Hinterlassenen ja recht bald ihre große Trauer um Mich wegnehmen möchtest und ihnen dafür geben einen recht festen und lebendigen Glauben, und daß sie Dich alle ganz erkennen und über alles lieben möchten im Geiste und in der Wahrheit! – O Du mein liebster Vater Jesus, nur das Einzige tue ihnen nach Deinem alleinigen Wohlgefallen!`

 

Hierbei drücke Ich sie an Mein Vaterherz und sage zu ihr: `Meine nun für ewig erlöste Tochter! Ich werde alles tun, was du wünschest, des sei du für ewig versichert. Daß aber deine Hinterlassenen trauen und weinen um dich, das ist auch gut, denn Ich Selbst gebe ihnen Tränen zur Ableitung ihrer Trauer. Und so hart es für sie nun auch ist, da Ich dich nun schon lieber vollends zu Mir nahm, als daß Ich dich noch auf der nun überfinsteren Erde längstens noch ein paar Jahre hätte dahinsiechen lassen, - so wird es ihnen aber bald auch ebenso leicht werden, so sie mehr nüchtern erst recht klar erkennen werden, wie gut es dir nun geht. – Komme aber nun auch alsogleich in Mein Haus; dort wirst du alle deine Vorangegangenen treffen, und die Maria, Meines Leibes Mutter wird dir nebst deiner leiblichen Mutter vier schon ganz großerwachsene und gar wohlerzogene Kinder entgegenführen, an denen du viel Freude haben wirst. Diese haben Mich auch am meisten gebeten, daß Ich dich bald zu ihnen bringen möchte, und so habe Ich auch getan, was Ich sonst erst in zwei Jahren getan hätte. Sie möchten wohl auch die anderen alle bei sich haben, aber sie stellen sich nun schon zufrieden, daß sie nur endlich einmal dich bekommen.

 

Als Ich ihnen eröffnete, daß Ich Selbst nun dich abholen gehe, da war es völlig aus bei ihnen. Sie wollten alle mit Mir dir entgegenziehen, aber sie ließen sich endlich doch beschwichtigen, da Ich ihnen die volle Versicherung gab, daß Ich dich diesmal ganz bestimmt mitbringen werde, - denn es hätte dir irdisch auf ein paar Jahre wohl noch geholfen werden können, wenn alles auf ein Haar befolgt worden, was Ich durch den Knecht (Lorber) und durch die Tochter Lori angeraten habe. Aber Mir Selbst ist es also auch viel lieber, da du sonst auf der Erde noch gar viel hättest zu leiden gehabt. Leiblich wärest du stets siech und schwach geblieben, und in deinem Gemüte hättest du auf der nun überargen Welt gar wenig heitere Stunden mehr durchlebt, daher meine Ich, daß es nun für dich also besser ist.`

 

Spricht sie: `O ja, o ja, Du mein liebster Vater Jesus! Weil ich nur Dich habe, da frage ich um nichts mehr. Mir ekelt es nun gar stark, so ich die Erde tief unter mir erschaue. – O Jesus, ich danke Dir über alles, daß Du mich so sanft von meinem schlechten Fleische erlöset hast! Dein heiliger Wille geschehe!`---

 

Nun führe Ich sie in Mein Haus und tue euch das zu wissen, auf daß ihr wißt, wie es eurer Mutter geht, was euch tröste und stärke in Meinem Namen amen. – Das sei euch in vollster Wahrheit gesagt amen, amen, amen. --- „ (HiG.03_48.11.30 f)

 


10. Euer aller Trost


„An Andr.H.W.am Begräbnistag der Elisabeth H.“

 

Tröste deinen Bruder, dessen Weib Ich zu Mir nahm! Er und sein Haus trauern nun, da Ich Meine liebe Tochter zu Mir zurücknahm. Ich sehe ihre Trauer und habe Freude an ihren Tränen; aber Ich will sie alle trösten und stärken mit Meinem Geiste, mit Meiner großen Liebe! Darum sollen sie fürder nicht weinen; denn Ich werde sie sehr trösten und stärken und werde machen, daß sie sehr jubeln werden und frohlocken in Meiner großen Liebe, - denn Ich allein bin es, der da gibt Traurigkeit und Freude, da Ich ein Herr bin aller Herzen und was in ihnen ist.

 

Wohl hätte Ich sie noch länger können auf der Erde lassen, denn bei Mir sind alle Dinge gar wohl möglich. Aber was würdest du wohl tun, so du eine Tochter irgendwo hättest in der Fremde zur Ausbildung, die Tochter aber sendete dir einen brennendsten Liebesseufzer um den andern zu und gäbe dir aufrichtig kund, wie endlos gern sie zu dir nach Hause käme, obschon ihr die Reise auch noch so beschwerlich scheine? – Siehe, du würdest trotz aller Bitten ihrer guten Erzieher in der Fremde am Ende dennoch den Bitten deiner Tochter all dein Gehör schenken und würdest ihrer großen Sehnsucht Gewähr leisten. – So ist es auch hier. Was Ich hier tat, das tat Ich nicht so sehr Meinet- als vielmehr der großen Sehnsucht Meiner lieben Tochter willen.

 

Darum saget auch nicht, daß Ich hier hart und unerbittlich gewesen wäre, - o nein, gerade das Gegenteil; denn so viele bitten, die einen hin, die anderen her, so gewähre Ich allezeit die Bitte nur dem Teile, der mit der stärksten Liebe zu Mir bittet. Die schwächer Bittenden aber sollen den Trost haben, daß Ich auch ihre Bitten in das Buch des Lebens zeichne und sie einst auch in aller Fülle werde gewähren lassen. Das aber sei euch aller Trost, daß Ich wahrhaft bei euch bin und verbleibe für ewig amen. – „ (HiG.03_48.12.02.a f)


„Deinen Freunden und Brüdern sage ja in aller Liebe: Ich, ihr liebevollster Vater, habe schon Meine beiden Arme ausgestreckt, um sie allesamt an Mein Herz ewig, ewig zu drücken. Sie sollen sich ja nicht mehr von Mir wenden, sondern unverwandt sollen sie in Mein Angesicht schauen, und Mein Auge wird es ihnen sagen, ja laut verkünden wird es ihnen, wie sehr Ich sie liebe, und wie aufrichtig Ich es mit ihnen meine.

Sage ihnen: Ich habe ihre Sünden von Meinen Augen hinweggetan und habe sie gewaschen so weiß wie der Schnee; es ist nun kein Hindernis mehr. Ich will ihnen kein unsichtbarer Vater mehr sein; sie sollen Mich allzeit schauen und mit Mir tändeln und schäkern und sich freuen: alle ihre Sorgen sollen sie nun Mir übertragen. Oh, mit welcher Freude will Ich fernerhin sorgen für sie! Oh, was sind alle Freuden und Seligkeiten Meiner Himmel für Mich, den Vater, gegen die, von Meinen lieben Kindern als einziger, wahrer Vater geliebt zu sein.“ (HGt.01_003,08f)


Siehe auch linke Randspalte unter „Gebet / Meditation (2)“, Thema „Heilung durch Gebet?“