„Was ist eure ganze Astronomie? Ein kaltes Aufzählen der Sterne, ihrer Bahnen, und höchstens ihres verschiedenen Lichtes – allein dieses alles gibt euch noch nicht den Schlüssel zu Meiner Schöpfung. - Wenn Ihr Gesetze entdeckt, so vergesset den Gesetzgeber nicht, Er kann euch erst das Geschaffene wert machen!"

"...Meine Schöpfung und Mich zu begreifen ist nicht Verstandessache, es ist Sache des Herzens, des  Gefühls!“

"O armes Menschengeschlecht!, wie wird es dir in der anderen Welt ergehen?, wenn ihr in jene nicht hineinpaßt und in diese nicht zurückkönnet!?"


 

Ein Blick in den Orion, Sirius und die Plejaden

 

1
Vor einigen Tagen, als du in später nächtlicher Stunde die Fenster deines Zimmers schließen wolltest, sandtest du einen Blick nach dem Sternbild, das bei euch unter dem Namen `Orion` bekannt ist, neben welchem in kurzer Entfernung der Sirius sein helles Licht dir entgegenwarf und auf der andern Seite das sogenannte `Siebengestirn` oder `die Plejaden` dich an deine Jugend erinnerten, wo du im Militär-Erziehungshause (oder `Kadettenschule`) oft in den winterlichen Abenden diese Sterne mit einem ahnungsvollen Gefühl betrachtetest, ohne zu wissen, was sie sind, woher ihr Licht stammt und wie sie in jenen Räumen frei im Äther stets in derselben Entfernung voneinander sich zeigen.

 

Die Zeiten und Jahre verrannen, mancher Winter strich über dein Haupt dahin mit seinen Freuden und Leiden, und jetzt, beinahe am Ende deiner irdischen Laufbahn, sandtest du wieder einen Blick nach diesen Sternbildern, und wenn einst nur Ahnung deine Seele schwellte, so hat jetzt ein geistiger Blick dir zum Teil eröffnet, was du als Jüngling nie hättest begreifen können!

 

So, mein Sohn, reift der Jüngling zum Manne und der Mann zum Greise, so wechseln Ideen und Begriffe, je nach den Lebenserfahrungen und der intellektuellen Bildung; so reift von dem einst gelegten Samen nach und nach die Blüte und Frucht, und so wird von Mir so mancher Mensch nach und nach zum Übergang ins Geisterreich, zur Vorbereitung für höhere Missionen erzogen.

 

So erging es auch dir: durch viele Widerwärtigkeiten geschult, lerntest du nach und nach `ertragen` (dulden), lerntest du die Demut und Sanftmut ausüben, lerntest den Weg erkennen und gehen, der allein zu Mir führt, und so stehst du jetzt als Greis oder gereifter Mann wieder vor einem Stück Meiner Schöpfung, vor einem Sternbild, und erkennst in diesen leuchtenden Welten den großen und mächtigen Geist, Der solche ungeheure Massen frei im Raume erhaltend ruhig ihre Wege führt; und es mögen noch Tausende und Tausende von Jahren vergehen, so werden sie den Einwohnern noch immer als das Erscheinen, was sie jetzt sind: flimmernde Sternchen am dunklen nächtlichen Horizont.

 

Du und das ganze Menschengeschlecht mit eurer kurzen Lebensdauer, was seid ihr gegen solche Welten!, was eure Erde gegen einen solchen Stern nur! Selbst eure Sonne, die doch beinahe hundertmal größeren Durchmesser als eure Erde hat, selbst diese ist gegen den Sirius oder einen Stern im Orion ein Sandkorn nur; was seid dann ihr erst im Vergleich mit den Bewohnern, die jene Sterne bevölkern! An körperlicher Größe wohl ebenfalls nur sehr unbedeutend. Kaum sichtbar, aber an Geist doch mehr als sie.

 

Würde Ich euch diese Welt schildern, ihre Oberfläche, Vegetation, Formation und ihr Licht, ihr würdet zusammensinken in ein Nichts vor der Pracht und Herrlichkeit dieser Schöpfungen und würdet dann erst so recht einsehen, was der Menschenstolz eigentlich wert ist, der hier auf Erden manchen so aufbläht.

 

Allein diese Erklärungen würden höchstens eure Neugier befriedigen; aber moralisch geistig euch nicht weiter befördern, da ihr eben als geistige Menschen Mich auch im Kleinsten erkennen sollet, und es nicht nötig noch angemessen ist, eure Einbildungskraft durch Aufzeichnen von Schöpfungen zu erdrücken, wovon ihr trotz des Erklärens nicht den zehnten Teil fassen oder begreifen könntet; denn ihr müsset stets bedenken, dass ihr Menschen seid und über euren Horizont hinaus alles andere euch schwer begreiflich sein muß.

 

So viel sage ich euch nur, dass diese Sterne, welche für euch das Sternbild des Orion bilden, von ungeheurer Größe sind, und dass eine Masse von anderen Welten um jeden dieser Sterne sich bewegen; und dass der Sirius, als der für euch nächste Fixstern, eben jene Sonne ist, um welche euer ganzes Sonnensystem seine Bahn beschreiben muß*, dass – während eure Sonne Hunderttausende von Meilen im Durchmesser hat – der Durchmesser des Sirius nach Millionen von Meilen gemessen werden muß.
*) Siehe auch linke Randspalte unter „Das Universum“ und „Unsere Erde“

 

Aus diesem könnt ihr folgerecht schließen, dass auf diesen Welten alles so eingerichtet werden muß, dass das nötige Verhältnis zwischen Tier- und Pflanzenwelt auch menschliche Geschöpfe bedingt, die über eure Fassung hinausgehen.

 

Nebenbei muß Ich noch bemerken, dass der Sirius, wie ihr ihn nennt, bei weitem euch näher steht als der Orion, der Millionen Meilen weit von ihm, und das Siebengestirn, ein Sternenkomplex von mehr als fünfhundert Sonnen, noch weiter hinter ihm in seiner Herrlichkeit prangt. –

 

Von dem großen `Nebel im Orion` will Ich gar nicht reden, denn dieser ist ja so nur eine ganze großartige Hülsenglobe*), die nur im nächtlichen Dunkel zwischen den Sternen des Orion hindurch nach vielen tausend Jahren erst (das heißt so lange braucht das Licht) ihr herrliches Licht euch sendet!

*) „`Hülsenglobe` ist die Benennung der Zusammenfassung von Dezillionen mal Dezillionen Sonnen, die als Zentralsonnen erster, zweiter, dritter und vierter Klasse mit den zahllos vielen Planetarsonnen, wie die unserer Erde eine ist, sich alle um einen gemeinsamen, unermeßlich großen Mittelpunkt, der auch eine nahezu endlos große Hauptmittelsonne ist, in großen und weitgedehnten Bahnen bewegen.“ (J.Lorber in einer Fußnote zum Großen Evangelium Johannes, Band 2, Kap.57.) Siehe auch „Himmelsgaben“ Band 1, S.118. „Von der Hölle bis zum Himmel“ (Robert Blum), Band 2, Kap.296-300. Gr.Ev.Joh. Band 2, Kap.57,139; Band 5, Kap.115; Band 6, Kap.248. „Naturkundliches Lorber-Lexikon“, S.67-70.

 

Sehet, in diesem Sternbild des Orion allein steht vor euch ein kleines Stück Meiner Schöpfung, wovon der erste Stern, der Sirius, in nächster Wechselwirkung mit eurem Sonnen-System und demgemäß mit euch selbst steht.

 

Der Orion, scheinbar hinter ihm stehend, zeigt euch in regelmäßgen Linien ein Sternbild, das ebenfalls durch gegenseitige Anziehungskraft auf ungeheure Entfernung verbunden euch stets das nämliche Bild zeigt, und dann die Plejaden, eine kleine Hülsenglobe in einer anderen großen in noch weitere Entfernungen führt, und endlich der Nebel im Orion euch an Distanzen mahnt, wo eure Zahlenrechnung schon längst keine Ziffern mehr hat, sie nur annäherungsweise auszudrücken.

 

Und glaubt ihr vielleicht, dass dort, wo dieser Nebel sich zu Sternenkomplexen gestaltet, schon das Ende Meiner Schöpfung sei? Mitnichten! Weit noch hinter ihm schweben Welten im freien Raum, deren Licht seit Erschaffung der Erde noch nicht zu euren Augen dringen konnte; und wenn es auch einst geschieht, sie den Erdbewohnern mit den schärfsten Fernrohren kaum sichtbar sein werden.

 

Noch lange nicht ist dort der Markstein Meiner materiellen Schöpfung gesetzt, weiter und weiter geht es, von Nebelflecken zu Nebelflecken, sich bildend, sich vervollkommnend, sich auflösend.

 

Dort in jenen Räumen ist selbst euer Maß der Zeit nicht mehr möglich, denn was ist euer Jahr! Schon Moses sagte euch, `bei Mir seien tausend Jahre wie bei euch nur ein Tag`, und Ich setze hinzu – selbst diese tausend Jahre sind noch zu klein für eine Zeitrechnung Meiner Schöpfung! –

So, Mein Sohn, durchdrang dein Auge jene Sternbilder mit geistigem Blick, durchflog die unendlichen Räume eben wie der Gedanke, erkannte in jener stufenweisen Entfernung die langsam fortschreitende Bahn, wie die Materie vom Grob-Gebundenen zum Feineren, vom Seelischen zum Geistigen, vom Geistigen zum Göttlichen sich fort erstreckt – dein geistiger Blick umfasste in diesem Sternbild Meine Allmacht, Meine Größe und Meine Liebe; denn das nämliche Leben blickte dir im Flimmern solcher entfernten Welten entgegen.

 

Du erkanntest im Lichte den Träger des Lebens, aber auch den Grund der Liebe, denn ohne Licht wäre kein Leben und ohne Leben kein Denkvermögen. Um die Wunder eines liebenden Vaters zu begreifen, muß man sie erst sehen können, welches Sehen zum Fühlen und alsdann zum Fassen leitet.

 

So war für dich das Flimmern des Sternenlichtes ein Liebes-Geflüster deines Vaters, und du erinnertest dich an deine Jugendjahre, wo du manchmal jene schöne Sterne fragend anblicktest und gleichsam ihnen sagen wolltest: `Was seid ihr, liebliche Lichter, am dunklen Horizont der Welt? Tausende von Jahren der Erde vergingen, und so manche Generation verging und wusste das ebensowenig wie ich, und tausende von Erdjahren hindurch noch werden euch ihre Bewohner winters im Osten aufsteigen sehen und es ebensowenig wissen wir alle ihre Vorgänger! Unlüftbare Schleier! Nichts als Ahnungen und nicht ein Zollbreit Gewissheit!`

 

So dachtest du oft, wenn diese Sterne jeden Winter wieder am Horizonte standen, und beinahe siebzig Jahre mussten vergehen, ehe du begreifen und fassen konntest, was Ich euch andeutete, wenn Ich sagte: `In Meines Vaters Hause sind viele Wohnungen!`

 

Jetzt weißt du mehr als damals, jetzt kannst du auch mehr ahnen, mehr fassen, aber auch deinen Schöpfer, Deinen Vater mehr lieben als damals; denn jetzt weißt du sicherer, was du einst nur in Ahnung suchen wolltest.

 

Du weißt auch noch mehr, nämlich dass hinter dieser großen materiellen Welt eine noch größere Geisterwelt ist, dass diese Geisterwelt sogar bis in deine Nähe reichend dich umgibt und dass du dort schon Freunde hast, die deiner mit Sehnsucht warten, und dass, wenn du auch mit deinem Verstande eine Unendlichkeit der materiellen Welt begreifen könntest, du jetzt auch mit deinem Herzen eine Unendlichkeit des menschlichen Geistes fühlst, die dir beweist, dass wenn all diese Welten in Äonen von Jahren vergangen oder verwandelt sein werden, du immer doch ein Zeuge ihrer gesetzmäßigen Revolutionen und Umgestaltungen sein wirst.

 

Du hast aus allem ersehen und begriffen, dass neben diesem Heer von Welten ein großer mächtiger Schöpfer ist, der liebend als Vater neben diesen großen Schöpfungen auch die kleinsten Wesen nicht vergisst und im großen wie im kleinen stets der Gleiche ist, dass Liebe Seine Haupteigenschaft, dass Liebe der Grund ist, warum Er solche Welten schuf, dass Liebe der Faktor ist, der alles Materielle zum Geistigen drängt, dass Liebe nur allein dann als Leben betrachtet werden kann, wenn das kleinste Wesen denselben Trieben folgt, welche den Schöpfer bewogen, die ganze Welt zu erschaffen!

 

Der kaltberechnende Verstand mag hundertmal die Distanzen der Welt abmessen, soweit es seine Instrumente und seine Rechenwissenschaft erlauben, und noch umkreisende Planeten entdecken, die alle nur einem Gesetz gehorchen; aber kein einziger Liebesgedanke wird sein Herz erwärmen, er wird vor den Welten, ihren Entfernungen erstaunen; aber vor Bewunderung und heiliger Begeisterung sinkt nur das liebende Herz nieder, welches erkennt, wie mitten durch alle Materie, mitten durch alle leuchtenden Welten und Sonnen nur der Liebe Strahl allein erwärmen kann!

 

Was ist eure ganze Astronomie? Ein kaltes Aufzählen der Sterne, ihrer Bahnen, und höchstens ihres verschiedenen Lichtes – allein dieses alles gibt euch noch nicht den Schlüssel zu Meiner Schöpfung.

 

Wenn ihr Gesetze entdeckt, so vergesset den Gesetzgeber nicht, Er kann euch erst das Geschaffene wert machen!

 

Wenn er aus Liebe schuf, so muß ja ebenfalls wieder `die Liebe` zuerst da sein, die den Strahl der Liebe aufsaugt und, ihn erwidernd, ihr wieder zurückgeben kann.

 

So war dein geistiger Blick in das Sternbild des Orion, du sahst in ihm dein ganzes Leben, deine Mission, deine künftige Bestimmung, es leuchtete dir aus allen flimmernden Strahlen dieser Sterne die Liebe des Vaters entgegen, vor Dem du hättest niedersinken mögen und ausrufen: `Was bin ich, o Herr, dass Du meiner gedenkest!`

 

Und Ich antworte dir: `Steh auf. Mein Kind! Ich kenne dein Herz und weiß, was du sagen willst; deine Sprache hat keine Worte, sie ist irdisches Produkt, mit welchen du überirdische Gefühle nicht ausdrücken kannst.` Beruhige dich, und harre aus auf dem Posten, auf welchen Ich dich gestellt habe; nicht lange mehr wird es währen und du wirst diese unermesslichen Räume mit den geistigen Augen bemessen und begreifen lernen, wirst überall in und auf allen Welten stets deinen Vater finden, der liebend alles geordnet hat, alles weiter führt und alles beseligend um sich vereinigen will.

 

Laß nur das Licht der fernen Welten auf deine Augen einfallen, laß es in dir diese angenehme Regung hervorbringen, die alle Herzen friedlich stimmt; wisse – das Licht aus allen Sternen ist Liebe-Licht!, ist reines geistiges Fluidum, noch nicht verunreinigt mit Grob-Materiellem – es ist geistiges Leben, verwandelt in die feinsten Stoffe des Schöpfungsraumes. So wie deine Sonne der Träger allen Lebens auf deiner kleinen Erde ist, ebenso das Licht der Sterne, obwohl von weit herkommend, stets ein Träger jener geistigen Potenzen, die in dir und euch allen Menschen dasjenige ergänzen müssen, was eure Sonne nicht zu bringen vermag.

 

So regte in dir das Licht des Sternbildes des Orion, des Sirius und der Plejaden die zarten Fäden deines Herzens an; das Licht aus jenen Welten als Liebelicht war deinen Gefühlen geistig verwandt, und so entstand jener geistige Fernblick in die Räume, wo das Zählen aufhört und selbst die Geschwindigkeit des Lichtes zur Null wird.

 

Verwandtes vereinigte sich mit Ähnlichem, und so verstandest du die Sprache eines Lichtstrahls, der von Millionen Meilen weit her dir das nämliche sagte, was dir das winzige Staubkörnchen ebenfalls predigt, das heißt: `Gott ist die Liebe!`

 

So wird es jedem ergehen, wenn er mit rein-kindlichem Gemüt zu seinem Vater und Seiner Schöpfung den Blick erhebt. Meine Schöpfung und Mich zu begreifen, ist nicht Verstandessache, es ist Sache des Herzens, des Gefühls!

 

Die Gefühls-Sprache kennet ihr nicht, ihr ahnet sie nur; aber in anderen geistigen Verhältnissen wird auch diese Sprache dem geistigen Menschen verständlich werden; denn er muß sie ja haben, wenn sie sein eigener Stufengang von Gefühl zu Gefühl, von Seligkeit zu Seligkeit sein soll!

 

Glaubst du denn, diese Seligkeiten, man ertrage sie alle so ganz allein und stumm! - ? --- Nein – nur durch Mitteilung an andere genießt man ganz; so genieße Ich durch die Freude Meiner Kinder, und so müssen auch sie eine Ausdrucksweise haben, sie kundzutun.

 

In einzelnen Momenten eures Lebens fühlt ihr, dass solch eine Sprache existiert; aber ihr fühlt zu gleicher Zeit, dass ihr derselben nicht mächtig seid!

 

Eben deswegen gebe Ich auch dir den Ausdruck eines einzigen Momentes geistiger Erhebung in so vielen Worten, damit auch andere fassen mögen, was ein gefühlvolles Herz in einem Moment empfinden kann, um auch andere anzuregen, Meine Natur doch nicht gar so geistlos zu betrachten, sondern damit sie sich daran gewöhnen sollten, die materiellen Eindrücke von sich zu entfernen, und wenn sie doch wirken, sie geistig zu übersetzen; --- denn die Menschen sind Geister, und Geistiges ist ihre erste Nahrung, und die Geisterwelt am Ende ihr längster Aufenthalt.

 

Wie viele Tausende gehen abends gedankenlos unter Meinem Sternenzelte hin, es keines Blickes würdigend schleichen sie in ihre kalten vier Mauern, rein dem tierischen Bedürfnisse nachjagend, um im Schlafe sich, Mich und Meine Welt zu vergessen.

 

Das Reich der Unendlichkeit, über ihren Häusern ausgebreitet, ist als nicht daseiend betrachtet, das Reich unter ihnen ein verschlossenes Buch; so wandeln sie zwischen zwei Wunderschöpfungen, wo selbst ihre eigene Existenz für sie ein Rätsel ist. So gehen sie Tag für Tag der Auflösung, der Verwandlung entgegen; kamen in die Welt, wussten nicht warum, und gehen wieder aus ihr fort, ohne nur ein Haarbreit gescheiter geworden zu sein!

 

O armes Menschengeschlecht!, wie wird es dir in der andern Welt ergehen?, wenn ihr in jene nicht hineinpasst und in diese nicht zurückkönnet! - ! –

 

Allein so ist es, frei sind sie, und so sollen sie genießen, was sie sich selbst geschaffen haben.

 

Wer ein Tier sein will, der bleibe Tier; und wer Geist werden will, der werde es und erfahre schon im irdischen Leben, in einzelnen Momenten, dass die sichtbare Welt ganz etwas anderes ist als sie scheint; und dass über ihr und inmitten derselben noch ein geistiges Reich ist, welches kein Ende hat und keinen Anfang und wo als Mittelpunkt alles Geschaffenen Ich als Vater, als personifizierte Liebe allen mit Liebe entgegenkomme und sie schon öfter selbst im irdischen Leben fühlen lasse, was eigentlich erst im Geisterreich seinen ganzen Ausdruck finden wird.

 

So war es auch bei dir, Mein Sohn, so möchte Ich es bei allen Meinen Kindern wissen, so nur erlangen sie alle, was sie sehnlichst suchen: Ruhe und Trost im Erdenleben und noch geistigen Genuß in der Geisterwelt!

 

So erzielen sie einen regelmäßigen Fortschritt und so können sie sich die Stunden geistiger Erhebung öfter wiederholen, bis in der andern Welt sie bleibend ihr Leben ausmachen werden.

 

Immer predige Ich: Erhebet euch vom Schlamme des irdischen Lebens! Es ist umsonst, nie werdet ihr in seinen Genüssen dasjenige finden, was ihr sucht. Geister seid ihr, und geistig sollet ihr genießen lernen.

 

Selbst das Materiellste hat geistige Seiten, und wer noch nicht soweit gekommen ist, allem einen geistigen Anstrich zu geben, aus allem geistigen Gewinn zu ziehen, der ist noch weit weg von dem Ziel, welches er als Mensch hier auf Erden erreichen sollte, worauf er dann das andere, höhere im Jenseits erst erreichen kann.

 

Alles, was euch umgibt, sind Wunder; ihr selbst, eure körperliche und geistige Organisation, überall ist Materielles nur die Unterlage eines allgemeinen großen Geisterreiches!

 

Was ist Leben?! Was ist Licht?! Was ist Wärme, was Magnetismus, was Elektrizität?! usw. – lauter Fragen, die Ich euch zur Genüge schon beantwortet habe,*) und doch schleicht ihr wie Blinde in diesem Garten voll herrlicher Produkte einer göttlichen Liebe herum, den Kopf tief gebeugt, vergesset ob eurer materiellen Bedürfnisse eure geistige Mission, eure geistige Ausbildung.

*) Siehe linke Randspalte, „Naturwissenschaftliches (1)“ unter den entsprechenden Themen (Wärme s. unter Licht) oder unter „Themenregister“.

 

O verdorbenes Menschengeschlecht, was wirst du dir für bittere Erfahrungen selbst bereiten! Mein Auge sah es längst voraus, doch aufhalten kann Ich es nicht; und so muß Ich Mich mit den wenigen zufrieden geben, welche, obwohl erst nach harten Prüfungen, Meine Stimme hören und nicht so gedankenlos dahin wandeln wollen, da die Zeit des Wandelns kurz und das Ziel fern ist!

 

Daher beherzigt auch dieses Wort! Es war im Anfang nur an Meinen Schreiber allein gerichtet; aber alles, was Ich sage, ist und muß Gemeingut werden!

 

Und so möge dieser Blick eines einzigen die Augen vieler öffnen, auf dass sie alle erkennen mögen, was ihnen zu Gebote steht (wenn sie nur ernstlich wollen), um sich in diesem Prüfungsleben schon Genüsse zu bereiten, die erst die wahre Deutung finden werden in jenem Leben, wo die Zeit ein anderes Maß, das Maß der Ewigkeit angenommen, unendlichen Geistern auch unendliche Freuden bieten kann! – Amen


2
Im letzten Wort führte Ich dich hinaus in jene Fernen, von wo nach Jahrtausenden erst ein Lichtstrahl zu euch dringt, zeigte dir in einem Sternbild ein kleines Stück Meiner unendlichen Schöpfung, zeigte dir die großen Weltensonnen, die in Nebelflecken zusammengeschart dort ein Reich des Glanzes und der Farbenpracht bilden, wovon keine menschliche Phantasie sich einen Begriff machen kann, noch je ein festgeformtes Bild davon zustande bringen wird.

 

Ich sagte Dir, wie viele Wunder Ich im Raume hingestellt habe, nur um für die Geister, die Mich lieben und erkennen, Seligkeiten vorzubereiten, welche sie nach erfolgtem Sieg als eine geeignete Belohnung für ihr kampf- und sorgenvolles Leben erhalten und genießen sollen.

 

Ich bewies dir durch Aufzählung aller dich selbst umgebenden Wunder, durch die Organisation deines und jedes fühlenden Wesens von Mir euch geschenkten Körpers, wie weit ihr alle entfernt seid trotz aller Worte und faktischen (tatsächlichen) Beweise, euren eigenen geistigen Standpunkt zu erkennen.

 

Ich sage dir, wie die meisten deiner Brüder und Schwestern stumpf und nichtsdenkend oft unter Meinem gestirnten Himmelszelt dahingehen, ohne im mindesten zu ahnen, geschweige zu wissen, was sich über ihren Häuptern ausbreitet und wie viel Lehrreiches dort zu lesen wäre, wenn sie fähig wären, diese großen Schriftzüge Meiner ewigen Liebe zu entziffern!

 

Ich ließ dich beim letzten Wort all die Größe Meiner Schöpfung ahnen und deine eigene Ohnmacht daneben fühlen; Ich sprach Mahn- und Trostworte zu dir und zu allen, und doch ist es nicht genug, was Ich über diesen Geistesblick sagte, welchen du in Meine Schöpfung getan hast. -

 

Noch bleibt viel, ja sehr viel zu sagen übrig, ehe es auch andern verständlich wird, was dieser große Ätherraum ist, welcher sich über ihren Häuptern zu wölben scheint, und was ist der Mensch inmitten dieses unendlichen unbegrenzten Raumes eigentlich für eine Stellung einnimmt.

 

Zahlen reichen nicht aus, Meine Welten und ihre Entfernungen zu messen, die Worte vermögen nicht alle Schönheiten dieser Schöpfungen zu schildern, und kein menschlicher Geist, weder hier noch dort, wird je einen vollkommenen Überblick erhalten über Mein ganzes materielles und geistiges Reich.

 

Unendlich dehnt sich die eine (Welt) – aber noch unendlicher ist die zweite – aus; denn wenn das Materielle teilweise vom Raume beschränkt erscheint, so ist die Ausdehnung des Geister-Reiches eine unbeschränkte, weil eben die aus allen bis jetzt bestehenden Welten absterbenden Menschen ein Geisterreich erfüllen, wo neben ihnen noch eine Unzahl anderer Geister sich ihrer Existenz freuen, welche noch nie in materielle Hülle eingekleidet waren.

 

Dort aber herrschen andere Gesetze und belebt alles eine andere Ordnung, die nicht Zeit und Raum als Maß anerkennt, sondern wo neben der ewigen Existenz selbst alles wie Umgebende den Tempel der Unendlichkeit noch besser ausgeprägt in sich trägt.

 

Du hast einen Blick in und durch ein Sternbild in Meine Schöpfung getan, hast gesehen, wie Millionen Sonnen aus weiter Ferne dir die Strahlen ihres Lichtes zusenden, wo der jetzt in dein Auge fallende Lichtstrahl vor Jahrtausenden aus jenen Räumen hervorging und nun, wo derselbe dir erst bemerkbar wird, dort schon längst wieder tausendfache Veränderungen auf diesen großen Sonnen und in deren Licht vorgegangen sind – so zwar, dass bei allem, was du aus jenen Fernen siehst, nur eine längst vergangene Zeit dir entgegenleuchtet und nur Vergangenheit, nicht Gegenwart noch Zukunft, du aus denselben herauslesen kannst.

 

So ist diese große geistige Kette, welche alles zu Einem verbindet und bis in das Kleinste sich verzweigt, um das ewige Walten aller Meiner Gesetze, wie Ich sie vom Anfang her festsetzte, zur Selbsterhaltung des Geschaffenen zu begründen.

 

Da der Lichtstrahl eben nicht allein zum Leuchten, sondern auch Träger einer ewigen Lebenskraft ist, so verstehst du wohl, dass er ebenfalls, wo er auffällt, einen lebentreibenden Einfluß haben muß; denn keinem Lichtstrahl, selbst von den entferntesten Sonnen und Welten herkommend und etwa erst nach Jahrtausenden auf einen Gegenstand fallend, ist die primitive Kraft verlorengegangen, welche er jedoch erst äußern kann, sobald ein Gegenstand sich seiner Bahn entgegenstellt.

 

So treten neue Welten ins Leben, deren jungfräuliches Licht noch nicht zu euch gelangt ist: und so sehet ihr Sonnen leuchten, deren Existenz schon längst als Sonnen im Raume aufgehört hat.

 

Die sogenannte siderische* Einwirkung der Außenwelt auf euer körperliches und geistiges Leben könnet ihr alle nicht begreifen, noch euch deutlich machen, da diese zu sanft und nicht zerstörend ist.

*) Siderisch = allgemein auf die Sterne bezogen, im besonderen auf den Einfluß und die Wirkungen des Sternenlichtes.

 

Sie sind aber da, diese Einflüsse, und fortwährend wirken sie, dieses kann Ich euch versichern, wenngleich ihr sie nicht fühlt und eure Gelehrten sie ableugnen. Es muß ja eine solche Wechselwirkung vorhanden sein, sonst ließe sich nichts Einheitliches darstellen!

 

Wie wäre bei solchen Entfernungen und bei solchen Größen eine gegenseitige Verbindung möglich, wenn nicht neben der Anziehungskraft auch der immerwährende Austausch der geistigen und materiellen Bestandteile vermittels des Lichtes befördert und bewerkstelligt würde!

 

Das Licht ist der Träger und der Erwecker allen Lebens, ohne Licht wäre kein Bewegen, keine Wärmeentwicklung möglich, wo die Wärme als Erwecker und Zersetzer alles Geschaffenen eben dasjenige bewirkt, was ihr alle `Leben` heißet.

 

Der Zersetzungs- und Verbrennungs-Prozeß befördert alle Elemente von Stufe zu Stufe, vervollkommnet, indem er zerstört, und so ist ewige Neubildung das Resultat des einst geschaffenen Grundprinzips, wodurch die unendliche Fortdauer alles materiell Gebildeten bedingt und festgestellt werden konnte!

 

Was ihr hier alle Tage in der materiellen Welt sehen könnt, das nämliche geht in der Geisterwelt ebenfalls vor sich.

 

Die geistige Verbindung, der schnelle Flug des Gedankens bringt ebenfalls das nämliche Resultat wie das Licht in der materiellen Schöpfung hervor.

 

Die lebendige Kraft, die im geistigen Lichte wohnt, ist der Gedanke – und das materielle des geistigen Lichtes ist das mitgeteilte Wort.

 

Körperlos ist die Kraft, indem sie sich nur in ihren Wirkungen kundgibt, so wie auch der Gedanke erst durch das ausgesprochene Wort oder die ausgeführte Tat dem andern fühlbar wird.

 

Das Reich der Gedanken ist unendlich, kennt keine Grenzen, und der Gedanke selbst hat noch schnelleren Flug als das Licht.

 

Der Gedanke belebt wie die im Lichte geborgene lebenstätige Kraft. Aber wie das Licht erst dann zu wirken anfängt und sichtbar wird, wenn es auf einen festen Gegenstand anprallend davon zurückstrahlt (reflektiert), so ist auch der Gedanke erst dann bemerkbar, wenn er in Form verdichtet, in Worten sich anderen vernehmbar macht. –

 

Und wie im Lichte längst verschwundener Welten doch die Neues gebärende Kraft noch ist, ebenso das Wort, welches, wenngleich vor Jahrtausenden gesprochen, doch seine Wirkung nicht verfehlen wird.

 

Siehe, was Ich vor mehr als tausend Jahren gesprochen habe, und wo nun wieder Mein Daniedersteigen auf eure kleine Welt in einigen Tagen als Erinnerungsfest an jene Zeiten bei euch gefeiert wird – jetzt noch ist es in seiner ganzen Kraft! Und wie das Licht, so bewirkt auch das Wort, wo es auffällt und Wurzel fassen kann, das nämliche, was das Licht hervorbringt, das heißt Wärme oder geistige Liebe und mit der Wärme der Liebe Tätigkeit oder Ausscheidung des Untauglichen und Vervollkommnung des Bessern.

 

Nie hat Mein Wort aus jenen Zeiten seine Macht verloren, sondern, um es besser zu sagen, es hat noch nie seit jener Zeit seine ganze Macht entfaltet, aber bald wird die Zeit kommen, wo es in seinem ganzen Glanze als dasjenige dastehen wird, als was Ich es einst gegeben: als einziges Bindemittel zwischen dem geistigen und materiellen Reich.

 

Bald wird die Zeit kommen, wo von einem Ende der Schöpfung bis zum andern der Licht-Gedanke der Liebe verstanden und ausgeübt werden wird!

 

Auf eurer Erde weht schon der Wind geistiger Erkenntnis. Und wie der Morgenwind jedem Sonnenaufgange vorausgeht, wo die von der Sonne erwärmte Luft mit der kalten der Nacht in Berührung kommt und sich mit ihr ins Gleichgewicht zu setzen strebt, so wird auch Mein göttlicher Gedanke, welchen Ich in jener Zeit als Samen auf diese kleine Erde brachte, Wärme und Licht verbreiten und die kalte Luft des Egoismus und der tierischen Leidenschaften zu vertreiben beginnen.

 

Immer und überall dass nämliche Prinzip – Licht und Wärme im Materiellen, Gedanke und Ausdruck desselben durch Wort und Tat im Geistigen. Das sind die Verbindungsmittel, die alles aneinanderketten, ein jedes vom andern abhängig machen!

 

So besteht Mein Reich im ewigen Fort-Leben, Fort-Bilden und Sich-Vervollkommnen.

 

In allen Räumen lebt und webt die Macht der Liebe, das nämliche im Materiellen wie im Geistigen hervorbringend, und wenn dein Blick die Ferne im Raume nicht ermessen kann, so kann auch deine Einbildung die Wirkungen eines ausgesprochenen Gedankens nicht verfolgen. Ewig fort wirkt das eine wie das andere. Wo Licht einen Gegenstand antrifft, muß er sich seinem Einflusse unterziehen; wo eine Gedanke als Wort ein Herz berührt, da bleibt der Erfolg nicht aus, welcher bei der Verschiedenheit der geschaffenen Wesen, wegen ihrer Individualität ebenfalls nie der gleiche sein kann.

 

So ist auch im Geistigen die Gedankenwirkung eine fortwährende, weil wenngleich sie bei den höher gestellten Geistern das ihrige getan, doch bei allen andern auf niedereren Stufen stehenden ebenfalls einwirkt, sobald ein oder das andere denkende Wesen in ihren Bereich kommt. –

 

Ein Blick in das Sternbild des Orion hat dir geistig die weiten Räume Meiner Schöpfung eröffnet, und du sankst zusammen vor der Größe der Entfernungen, vor der Größe der Weltkörper; und jetzt ein Blick in die Unendlichkeit der Gedankenwelt erfüllt dich mit Andacht und Liebe für Mich, da Ich in väterlicher Huld dir und den andern schon manche geistige Gabe geschenkt habe, aus welcher alle erkennen sollten, was ihre Stellung in dieser Welt sein sollte und könnte, wären sie geistig besser erzogen!

 

Das Weihnachtsfest, der Neujahrswechsel, beide erinnern dich, das erste an Meine große Liebestat, das zweite an den Flug der Zeit, wo ihr euch jetzt weit weg in ganz anderen Räumen befindet als wie im vorigen Jahre, indem eure Sonne samt ihrer Begleitung mit großer Schnelle forttreibend euch anderen kosmischen Räumen entgegenführt, als wie die waren, in deren Nähe ihr euch voriges Jahr befandet.

 

Fraget nicht nach dem Ändern von klimatischen Verhältnissen, nicht nach dem Ändern der Geistes-Gesinnungen der Menschheit sowohl, als des einzelnen Menschen; ihr wisset ja nicht, wo ihr jetzt seid und wohin die Gesetze Meiner Schöpfung euch führen!

 

Im unendlichen Raum bewegen sich die Sonnen um Sonnen, und die Planeten müssen stets unter dem Einflusse derselben auch ihre Veränderungen, auch ihre Wechselwirkungen mitfühlen.

 

Alles hat seinen Zweck, so auch das Kreisen der Welten um Welten. Im ganzen Äther ist nicht ein Ort, wenn auch noch so klein, dem andern völlig gleich, da eben dort bestehende Verhältnisse wieder andere Lebensbedingungen erfordern. *)

*) Siehe hierzu auch linke Randspalte unter „Naturwissenschaftliches (1)“, Thema „Unsere Erde“.

 

Es ist bei euch auf der kleinen Erde ebenso, am Meeresstrande ist ein anderes Leben als im Gebirge, in Sumpfländern anders als in der Steppe oder in der Wüste – überall leidet selbst die Organisation der lebenden Wesen unter diesen klimatisch verschiedenen Verhältnissen, und diese bedingen wieder teilweise die geistige Entwicklung.

 

So wie dieses Beispiel im kleinen, so am Sternenhimmel im großen: auch dort bedingen andere Einflüsse andere Wirkungen und andere Zwecke.

 

Nicht umsonst sind Millionen von Meilen die nötigen Entfernungen für das Bestehende des einen oder anderen Weltkörpers; nicht umsonst sind noch größere Entfernungen für noch größere Sonnen nötig. Sie müssen Raum haben zu ihrer materiellen Ausbildung und zur Vervollkommnung aller von ihnen abhängigen kleineren Welten.

 

Nichts ist umsonst so gestellt, wie es nun eben ist, einst war und ewig sein wird.

 

Ein unendlich dauerndes Werk muß auf breitester Basis gebaut sein, wenn es nebst dem Ins-Leben-treten auch noch sich selbst erhalten, sich selbst vervollkommnen und sich selbst zu einem bestimmten Endresultat bringen muß.

 

Den ersten Impuls des Bestehens gab Ich, das weitere muß sich aus sich selbst entwickeln.

 

In eurem Seelenleben ist es ja ebenso, der erste Lichtstrahl der Liebe zu Gott und Menschen muß vorerst gelegt werden, und dann obliegt es einem jeden Menschen, sich zu dem heranzubilden, zu was Ich ihn eigentlich geschaffen habe; der Gedankenstrahl `das Wort` muß ihn erwecken, den übrigen Zersetzungs- und Vervollkommnungsprozeß muß er demgemäß selbst durchführen.

 

Wie die Welten durch weite Räume geführt werden, um überall aus dem Äther aufzusaugen, was sie zu ihrer Erhaltung und Ausbildung nötig haben, ebenso der Menschengeist im großen Gedankenreich, wo auch er aus den hinterlassenen Worten, seien es göttliche oder menschliche, seine Mission zu begreifen und ihr nachzukommen die Aufgabe hat.

 

Weit hinter der materiellen Schöpfung wohnt `der große Geist` inmitten Seines Geisterreiches, und weit über der Gedankenwelt lebt eigentlich erst der Quell des geistigen Verständnisses der gegebenen Worte!

 

Nicht die Worte, nicht die Gedanken sind es, welche die Menschen zum Ziele führen müssen, sondern deren geistig richtige Auffassung, deren praktische Verwirklichung.

 

Ebenso wie das Licht mit all seiner Schöpfungskraft nur dann erst wirkt, wenn es auf einen festen Gegenstand fällt; ebenso die ganze Gedankenwelt erst dann fruchtbringend wird, wenn sie auf empfänglichen Boden fallend auch Früchte tragen kann.

 

Siehe Meine Lehre an, wie einfach gab Ich sie selbst ungebildeten Leuten, wie Meine Apostel nur Fischer usw. und keine Gelehrten waren! Und heutzutage mit aller Gelehrsamkeit der ganzen Welt gibt es noch niemanden, der sie den Menschen so wiedergeben könnte, wie Ich sie gesprochen und wie Ich sie verstanden sehen möchte; sondern Ich Selbst muß wiederum gleichsam von neuem anfangen und vorerst nur wenigen alles wieder einzeln erklären, wenn Ich will, dass Meine Worte, Worte des höchsten Geistes, auch geistig aufgefasst werden sollen. –

 

Wie oft versuche ich dieses Mittel. Von Jahrhunderten zu Jahrhunderten sprach Ich durch verschiedene Menschen, stets dem Zeitgeiste gemäß, allein vergebens! Meine Worte wurden nicht gehört oder überhört oder falsch ausgelegt; und jetzt bist auch du wieder einer jener Auserwählten, mittels welchen Ich Meinen Lehrplan ergänzen will, und trotzdem, sieh deine Anhänger an, wie wenige verstehen, was du schreiben musst und was Ich ihnen in Meiner unendlichen Gnade sagen lasse.

 

Aus allen Reichen der Natur, aus allen Winkeln der Erde und der Schöpfung suche Ich Gegenstände hervor, welche unter Meiner Hand eine Wichtigkeit empfangen, wie sie noch kein Mensch erahnte.

 

Ich zergliedere ihnen das Nächststehende so gut wie das Fernste, überall zeige Ich ihnen den nämlichen Zweck, den nämlichen liebenden Vater und die nämliche Ursache.

 

Überall erkläre Ich ihnen, was der Urgrund alles Geschaffenen ist, ob nun durchs Mikro- oder Tele-skop (Fernrohr) sie Meine Wunder betrachten wollen – überall ist, war und wird es die Liebe sein, welche alles schuf, alles erhält und alles vervollkommnet.

 

Im Orion wie im kleinsten Atom des Welten-Äthers ruft es euch allen zu, das, was einst Meine Engel bei Meiner Geburt gesungen: `Friede` mit der Welt! `Friede` predigt Meine Schöpfung, `Friede` ist Mein Endziel – und `Friede` soll auch unter euch herrschen! - -

 

Sehet hin, wohin ihr wollt, so werdet ihr finden, dass die Natur stets den Frieden herstellen will, wo er durch Elementarereignisse oder sonst etwas gestört wurde. Nach Frieden sehnt sich jedes geschaffene Wesen.

 

Das herannahende Weihnachtsfest soll auch euch diesen Frieden wieder ins Gedächtnis rufen.

 

`Frieden mit der Welt, mit euch selbst` sei auch euer Losungswort für das kommende Jahr, damit ihr ihn verbreiten möget, wo auch eure Stellung sei! –

 

So möge das Licht aus den letzten Nebeln des Orion euch ebenso den Frieden zusenden, wo Welten prangen, deren Entfernung und Größe zwar für euch unberechenbar, aber deren Tendenz und Existenz ebenso nur Friedensgesetzen gehorchend euch den sanften Liebesstrahl ihres Lichtes herabschicken, damit ihr erkennen sollt, dass auch dort noch das nämliche Gesetz, die nämliche Fürsorge waltet, welche auch hier auf eurer kleinen Erde den letzten Wurm nicht vergisst und überall nur Frieden verbreiten möchte, weil nur im Frieden die Liebe allein tätig sein kann! Amen."

(Aus: Gottfried Mayerhofer, Schöpfungsgeheimnisse)