"Was nun im allgemeinen eine (Re)Inkarantion betrifft, wie manche Geister in spiritistischen Versammlungen davon Kunde geben, und gleichsam eine Notwendigkeit daraus gemacht haben, als könnte man ohne selbe nicht vorwärtsschreiten, so muß Ich (Jesus), Der es doch besser als alle Geister weiß, euch sagen, daß diese Idee eine sehr schwache, menschliche ist, die die verstorbenen und `hinübergegangenen` Geister von hier nach dort (ins Jenseits) mitgenommen haben." (EWL Seite 81)


 

Die Reinkarnationslehre im neuen Licht

 

Gerd Kujoth

 

 

1. Gibt es Reinkarnation?

2. Die Menschen von oben und von unten

3. Die verunreinigte Seelenwanderungslehre

4. Die irrtümliche Regelreinkarnationslehre

5. Die Ausnahmen von der Regel

6. Weitere Irrtümer der Regelreinkarnationslehre

7. Der Entwicklungsverlauf der Kinder der Welt

8. Der abgekürzte Weg der Gotteskinder

9. Weitere Möglichkeiten für eine Reinkarnation

10. Der ewige Tod und die neu zusammengesetzte Seele

11. Können sich manche Menschen an ein früheres Leben erinnern?

12. Wie scheinbare Rückerinnerungen zustande kommen

13. Geistereinflüsse und wie wir uns vor ihnen schützen können

14. Reinkarnationsversuche jenseitiger Geister

15. Die Voraussetzung für eine wirkliche Rückerinnerung

16. Rückführungen

17. Die Problematik der Regelreinkarnationslehre

 


1. Gibt es Reinkarnation?


Im Matthäusevangelium sagt Jesus über Johannes den Täufer: „Wenn ihr es annehmen wollt: er ist der Elia, der da kommen soll.“ (Matth. 11,14) Was Jesus hier über Johannes den Täufer sagt, ist eines der wenigen Hinweise, die in der Bibel über die Reinkarnation zu finden sind. Reinkarnation aber ist nicht das gleiche wie Wiedergeburt. Zwar könnte ein Mensch, nachdem er ein Erdenleben hinter sich gebracht hat, wieder aus einem Mutterleib geboren werden, aber das ist nicht die Wiedergeburt, von der Jesus sprach. Die Wiedergeburt, von der Jesus sprach, bezieht sich nicht auf die Reinkarnation und ist ausschließlich geistig gemeint, denn der Mensch muß aus Wasser und Geist neu geboren oder wiedergeboren werden und das heißt, er muß geistig ein neuer Mensch werden. Reinkarnation aber ist fleischlich gemeint und heißt Wiedereinfleischung oder Wiederverkörperung und bedeutet, daß ein Geist, nachdem er schon einmal in einem fleischlichen Körper lebte und dann starb, wieder einen neuen Körper erhält.

 

Weil Jesus aber sagte: „Wenn ihr es annehmen wollt“, so wird Sein Ausspruch über Johannes den Täufer von den meisten Christen nicht als ein biblischer Beweis für die Reinkarnation anerkannt. In der Neuoffenbarung aber wird die Reinkarnation des Elias eindeutig geschildert. Dort erfahren wir, daß im Johannes dem Täufer, wie auch im Elias der Urerzengel Michael inkarniert war, der darüber hinaus bereits schon zu Adams Zeiten als Sehel auf der Erde lebte und der in der Endzeit noch einmal wiederkommen wird oder bereits schon wiedergekommen ist. Ebenso wurde der Urerzengel, der als Moses auf der Erde lebte, noch einmal Mensch als der Hohepriester Zacharias. Mit diesen Beispielen haben wir bereits ein wiederholtes Leben im Fleische, also eine Reinkarnation.

 


2. Die Menschen von oben und von unten

 

Jesus sagt im „großen Evangelium“:

 

Es wohnen auf dieser Erde zweierlei Art Menschen. Die eigentlichen und meisten sind nach der geordneten Stufenfolge des geschöpflichen Emporklimmens, der Seele und dem Leibe nach pur von dieser Erde, und man kann sie ‚Kinder der Welt’ nennen (obwohl gerade sie besonders zur Kindschaft Gottes berufen sind 4.GEJ 35,3). Ein viel geringerer Teil der Menschen dieser Erde aber ist nur dem Leibe nach von eben dieser Erde, der Seele nach aber entweder aus den verschiedenen Sternenwelten oder mitunter sogar als reinste Engelsgeister aus den reinen Geisterhimmeln. Das sind jedoch bisher die seltensten. Diese zweite und viel edlere Art der Menschen kann man ‚Gotteskinder’ nennen, und diesen allein ist es vorbehalten, die Geheimnisse des Reiches Gottes zu fassen, zu verstehen und nach Bedarf und nach Fähigkeit der Auffassung solche den Kindern der Welt zu lehren und ihnen zu zeigen den Weg, auf dem auch sie zu Kindern Gottes und zu Bürgern Seines Reiches werden können. Diese eigentlichen Weltmenschen, als erst dem Schlamme dieser Erde entwachsen, sind natürlich noch sehr sinnlicher Art, da ihre Seelen noch nie eine irgendwie menschliche Vorschule eines freien, sich selbst bestimmenden Lebens durchgemacht haben.“ (5.GEJ 225,3-6)

 

Es gibt also zweierlei Art Menschen auf dieser Erde, zum einen die von oben und zum anderen die von unten kommen. Die von oben her kommen sind entweder Sternenseelen oder aber Engel aus den Himmeln. Die Engel sind jedoch die seltensten Menschen auf der Erde. Doch kommen am ehesten Urerzengel zu dieser Gnade. Auch ihnen bleibt es nicht erspart, auf dieser Erde Mensch zu werden, wenn sie die volle Gotteskindschaft erwerben wollen. Zudem haben sie die Aufgabe, von Jesus und Seiner Lehre zu zeugen und Seine Lehre der Liebe in dieser Welt zu leben und den Kindern der Welt vorzuleben. Jesus sagt:

 

Mancher Menschen Seelen sind vormalige Engel der Himmel gewesen. Bei denen kann leichtlich nichts verdorben werden! Johannes der Täufer und mehrere Propheten, wie Moses, Elias, Jesaias und noch andere mehr, können als Beispiele dienen... Solche Menschen sind einer schon gar starken Fleischlebensprobe fähig und ertragen sie auch stets mit der größten Aufopferung.“ (4.GEJ 34,9)

 

Im 11. Band des „großen Evangeliums“ sagt Jesus, daß ebendieselben Lehrer, die im Volke der Juden als Seine Diener herniedergestiegen sind, auch in der Zukunft in dem Volke, das als Siegelbewahrer Seines neuen Wortes ausersehen ist, teils im Fleische teils im Geiste wiederkommen werden, um von Ihm zu zeugen, wie sie in der Vergangenheit von Ihm gezeugt haben. Dasselbe verhieß Er auch seinen Jüngern. (11.GEJ 29-30) Und so hören wir in der heutigen Zeit hie und da, daß durch mediale Mitteilungen kundgegeben worden ist, jemand sei der inkarnierte Michael, Raphael, Petrus, Paulus, Johannes oder Maria, die Mutter Jesu. Manche von ihnen existieren sogar zwei- oder dreimal. Daran sehen wir, daß sie zumeist falsch sind, obwohl auch ein Echter unter ihnen sein könnte. Da können wir dann annehmen, daß ein großer Teil solcher Mitteilungen nicht von Jesus oder von Lichtengeln, sondern von geistig noch nicht hochentwickelten Geistern kundgegeben worden sind.

 

Die Sternenseelen, die ebenfalls von oben her kommen, haben vor ihrem Erdenleben schon auf verschiedenen Planeten oder Sonnen ein oder mehrere Leben im Fleisch gelebt. Praktisch alle Planeten und Sonnen sind bewohnt, wenn auch zumeist nicht in der dichten materiellen Form, wie es auf dieser Erde der Fall ist. Das Leben auf anderen Planeten und besonders auf den Sonnen ist höher schwingend und deshalb für uns zumeist nicht sichtbar und ist der Natur dieser Weltkörper angepaßt. Das ist uns aus dem Jenseits kundgegeben worden, denn die besseren jenseitigen Geister können sich die Weltkörper des Universums anschauen. Das Leben auf anderen Planeten und Sonnen ist auch eine wiederholte Einfleischung als Mensch, also eine Reinkarnation, wenn auch nicht auf dieser Erde, so aber doch auf verschiedenen Weltkörpern. Der Grieche Philopold, der uns im ersten Band des großen Evangeliums begegnet, hatte ein zwanzigfaches Vorleben auf anderen Weltkörpern und entschloß sich, auf unserer Erde die Hochschule der Gotteskindschaft zu durchlaufen.

 

Es wandern auch von anderen Welten Seelen ins Fleisch der Menschen dieser Erde“, sagt Jesus, „um im selben sich jene zahllos vielen geistigen Eigenschaften anzueignen, die zur Erreichung der wahren Kindschaft Gottes notwendig sind.“ (6.GEJ 61,5)

 

Es sind schwere Bedingungen, die eingegangen werden müssen, um auf dieser Erde, auf der die Kindschaft Gottes erworben werden kann, inkarniert zu werden. Der größte Schrecken ist der vollständige Verlust der Rückerinnerung, weil die gesamten Erfahrungen, die in den Vorleben schon gesammelt wurden, nicht mehr zur Hilfe des zukünftigen Verhaltens im Erdenleben herangezogen werden können. Das muß aber so sein, weil es sich auf dieser Erde darum handelt, ein ganz neues Leben, mühevoll und beschwerlich, aus sich selbst heraus anzufangen. Auf allen anderen Weltkörpern behalten die Menschen eine traumartige Rückerinnerung an ihre Vorleben. Selbst die Tiere haben noch eine dumpfe Erinnerung an vorhergehende Seinszustände. (4.GEJ 106,3) Aus diesem Grunde entschließen sich nur verhältnismäßig wenige Sternenbewohner dazu, auf dieser Erde die Kindschaft Gottes zu erlangen.

 

Jesus sagt:

Es befinden sich unter hundert (Seelen von der Erde) sicher ein oder zwei Starke von oben, durch welche die schwachen Seelen vor einem gänzlichen Verderben gehindert und geschützt werden.“ (4.GEJ 35,3)

 

Ein bis zwei Prozent der Menschen dieser Erde sind von oben. Das sind von sechs Milliarden Menschen immerhin zwischen 60 bis 120 Millionen, die vorher zum kleineren Teil entweder als Engel im Himmel lebten, oder zum größeren Teil von einem anderen Weltkörper herstammen. Mehr als 98 Prozent der Menschen aber stammen von der Erde ab und sind zumeist das erste Mal als Mensch hier auf diesem Weltkörper inkarniert. Diese, aus der Materie der Erde hervorgegangenen Menschen, in der sie seit dem Geisterfall gefangen waren, haben sich durch die Naturseelenentwicklung aus dem Mineral- Pflanzen- und Tierreich als Seele gebildet.

 


3. Die verunreinigte Seelenwanderungslehre


Die Reinkarnationslehre wird auch Seelenwanderungslehre genannt. Aber mit „Wanderung der Seelen“ ist ursprünglich die stufenweise vieltausendmalige Reinkarnation der Tierseelen und nicht der Menschenseelen bezeichnet worden. Schon zu Jesu Erdenlebenszeit ist diese Lehre sehr verunreinigt gewesen und Jesus weist im „großen Evangelium“ auf die irrtümliche Auffassung dieser Lehre hin, als Er die Entwicklung der Tierseelen zu Menschenseelen im Reiche der Natur erläutert und sagt:

 

Die Seele muß nach einer langen Reihe von Jahren aus einer Unzahl von Seelenpartikeln aus dem Reiche aller Kreaturen auf dieser Erde zusammengefügt werden, und es ist dieses Zusammenfügen der oft endlos vielen Kreaturseelen eben das, was die alten Weisen, die davon wohl Kenntnis hatten, die ‚Wanderung der Seelen’ nannten. Die äußeren materiellen Formen der Kreaturen verzehren sich wohl gegenseitig, dadurch aber werden viele in den Kreaturen wohnende Seelen frei, und es vereinigen sich die gleichartigen und werden in eine nächste, höhere Stufe wieder in eine materielle Form (eines Tieres) eingezeugt, und so fort bis zum Menschen.“ (10.GEJ 184,3-4)

 

Die Seelenwanderungslehre der alten Weisen des Ostens ist also ursprünglich nichts anderes gewesen, als die Naturseelenentwicklungslehre der Neuoffenbarung. Sie enthält aber noch weitere Irrtümer und Jesus erläutert, wie diese alte Lehre der Wahrheit gemäß zu verstehen ist und sagt:

 

Wer von euch etwas zu fassen imstande ist, der wisse, daß auch von anderen Welten Seelen auf dieser Erde ins Fleisch getreten sind und auch die Kinder der Schlange (durch die Naturseelenentwicklung) auf dieser Erde. Sie sind wohl einmal gestorben, und manche schon etliche Male, nahmen aber zu ihrer Vollendung wieder Fleisch an sich. Ihr habt schon oft von einer Wanderung der Seelen gehört. Das ferne Morgenland glaubt noch heutzutage fest daran. Aber es ist solcher Glaube bei ihnen sehr verunreinigt, weil sie die Menschenseelen wieder in ein Tierfleisch zurückkehren lassen. Allein dem ist nicht von Ferne also. Daß sich eines Menschen Seele von dieser Welt wohl aus dem Mineral-, Pflanzen- und Tierreiche zusammensammelt und sich bis zur Menschenseele emporschwingt, das ist euch schon zum größten Teile gezeigt, und auch, wie das in der gefesteten Ordnung geschieht. Aber rückwärts wandert keine noch so unvollendete Menschenseele mehr.“ (6.GEJ 61,3-4)

 

Nach der Naturseelenentwicklungslehre kann eine Menschenseele nie mehr in einen Tierleib reinkarnieren, denn das wäre ein Rückwärtsschreiten in eine niedrigere Existenzform. Den Grund für die Verunreinigung der wahren Seelenwanderungs- oder Seelenentwicklungslehre erklärt uns Jesus folgendermaßen:

 

Die Römer, die Griechen und die Phönizier, wie auch die Ägypter glaubten an eine Seelenwanderung und glauben an sie noch heutzutage so wie die Perser, Indier, die Sihiniten (Chinesen) ...und so noch viele andere Völkerschaften auf der weiten Erde. Aber allenthalben ist die den Urvätern der Erde wohlbekannte Wahrheit durch ihre mit der Zeit aufgestandenen habsüchtigen, anfänglichen Volkslehrer und späteren Priester voll Ehrgeiz und Herrschgier ganz verunstaltet und völlig verkehrt worden, - denn die wahre Art der Seelenwanderung hätte ihnen keine Opfer und Zinsen getragen, und so ließen sie die Menschenseelen in die Tiere zurückwandern und in den Tieren leiden, von welchen Leiden sie nur Priester um große Opfer befreien konnten.“ (10.GEJ 22,8)

 

Die Habsucht der Priester war es also, welche die Seelenwanderungslehre verunreinigt hat. Denn es ist ein Schrecken für die Menschen, wenn eine Menschenseele nach ihrem Tode in ein Tier reinkarnieren müßte, so daß sie dann dem Priester gern etwas in der Meinung opferten, davor bewahrt zu bleiben. Auch ist die vieltausendmalige Reinkarnation bei der Höherentwicklung der Tierseelen auf die komplette Menschenseele übertragen worden, als müßte sie ebenfalls so oft reinkarnieren, um die geistige Wiedergeburt oder die Vollkommenheit zu erreichen. Wir können davon ausgehen, daß die Priester auch dies aus Eigennutz verdreht haben, um dann den Menschen gegen ein Opfer ein paar Reinkarnationen nachlassen zu können.



4. Die irrtümliche Regelreinkarnationslehre


Der Glaube an die vieltausendmalige Reinkarnation kommt in der folgenden indischen Heiligenlegende zum Ausdruck: Es war einmal ein großer Gott-Weiser mit Namen Narada. Eines Tages kam er durch einen Wald und sah dort einen Mann, der so lange meditiert hatte, daß die weißen Ameisen einen großen Haufen um seinen Körper errichten konnten. So lange hatte er in der gleichen Stellung gesessen. Der fragte Narada: „Wohin gehst du?“ Narada erwiderte: „Ich gehe in den Himmel.“ ‚Dann frage doch Gott, wann Er sich meiner erbarmen wird, wann ich befreit sein werde.“ Etwas weiter sah Narada einen anderen Mann. Der sprang singend und tanzend umher und seine Stimme und seine Bewegungen waren voller Wildheit. Er rief: „Narada, wohin gehst du?“ Narada erwiderte: „Ich gehe in den Himmel.“ „Dann frage doch, wann ich befreit sein werde. Nach geraumer Zeit kam er wieder desselben Weges, und da war wieder der Mann, der von dem Ameisenhaufen umgeben meditiert hatte. Und er fragte: „Narada, hast du Gott nach mir gefragt?“ „O ja.“ „Was sagte Er?“ „Er sagte mir, du würdest nach vier weiteren Geburten frei sein.“ Da fing der Mann zu weinen und zu jammern an und sprach: „Ich habe meditiert bis ein Ameisenhaufen um mich herum wuchs, und doch stehen mir noch vier weitere Geburten bevor!“ Narada ging zu dem anderen Mann, und der fragte ihn ebenfalls: „Fragtest du, worum ich dich bat?“ Narada erwiderte: „O ja. Siehst du diesen Tamarindenbaum? Ich soll dir sagen, daß dir noch so viele Geburten bevorstehen, wie Blätter an diesem Baume sind. Dann wirst du frei sein.“ Da fing der Mann vor Freude zu tanzen an und rief: „So bald schon werde ich frei sein!“ Da ließ sich eine Stimme vernehmen: „Mein Kind, noch in diesem Augenblick wirst du frei sein.“ (RY Seite 106) – An dieser Legende kommt der Schrecken des körperlich immer wieder in diese Welt Geborenwerdens zum Ausdruck. Dem ersten Mann waren noch vier Geburten, die er über sich ergehen lassen sollte, zu viel. Der zweite Mann aber ließ sich trotz der zu erwartenden tausendfachen Reinkarnationen nicht entmutigten. Dadurch erlangte er die Befreiung von der Materie oder der Welt.

 

Die aus dem Osten stammende Reinkarnationslehre, so wie sie seit Jahrtausenden gelehrt und geglaubt wird, kann eine Regelreinkarnationslehre genannt werden, denn sie läßt den Menschen regelmäßig, hunderte oder gar tausende Male nacheinander in diese Welt geboren werden. Das höre erst auf, wenn ein Mensch von der Materie befreit und damit die Vollkommenheit erreicht habe. Die Vollkommenheit könne nur nach oftmalig wiederholten Inkarnationen erreicht werden.

 

Aus der Neuoffenbarung dagegen erfahren wir, daß dies ebenfalls ein Irrtum ist. Durch Gottfried Mayerhofer sagt uns dazu der himmlische Vater:

 

Was nun im allgemeinen eine (Re)Inkarnation betrifft, wie manche Geister in spiritistischen Versammlungen davon Kunde geben, und gleichsam eine Notwendigkeit daraus gemacht haben, als könnte man ohne selbe nicht vorwärtsschreiten, so muß Ich, Der es doch besser als alle Geister weiß, euch sagen, daß diese Idee eine sehr schwache, menschliche ist, die die verstorbenen oder ‚hinübergegangenen‘ Geister von hier nach dort (ins Jenseits) mitgenommen haben.“ (EWL Seite 81)

 

Die Reinkarnationslehre des Ostens ist im Laufe der Zeit in den Westen vorgedrungen und wurde von so manchen Menschen geglaubt. Wenn diese Menschen starben, so wurde der Glaube an die Reinkarnation mit ins Jenseits genommen und weiter geglaubt, weil niemand, der hinüber gegangen ist, im Jenseits plötzlich die Wahrheit erkennt und seine Irrtümer ablegt. Diese Jenseitigen verkündeten und verkünden immer noch hie und da durch Medien ihre irrtümliche Auffassung von der Reinkarnation. Auf diese Weise gelangt diese Lehre vom Jenseits aus wieder auf die Erde zurück und verbreitet sich unter den Menschen, da oftmals die Menschen alles für wahr halten, was aus dem Jenseits kommt.

 

Nun sind uns aber in den Werken, die uns Jesus durch Jakob Lorber geoffenbart hat, manche Beispiele von Reinkarnation gezeigt worden. Was sagen nun diese Beispiele aus? Bestätigen sie uns die Lehre von der regelmäßigen Reinkarnation? Dazu sagt der himmlische Vater durch Gottfried Mayerhofer:

 

Wenn ihr in Meinen Worten aus früheren Zeiten (die durch Jakob Lorber gegeben wurden) von Reinkarnationen leset, die stattgefunden haben, so sind selbe einzelne Fälle, die andere Zwecke zum Ziele hatten, und von kurzer Dauer waren. Einzelne Fälle werfen aber das allgemeine Gesetz nicht um, sondern bleiben nur, was sie sind, eine Ausnahme von der Regel.“ (EWL Seite 87)

 

Es ist von Gott so vorgesehen gewesen, daß der Mensch die geistige Wiedergeburt in einer Inkarnation erreichen kann und soll. Durch den Sündenfall des ersten Menschenpaares ist aber der Hang zur Sünde so groß geworden, daß die geistige Wiedergeburt während des Erdenlebens nur noch von wenigen erreicht wird.

 


5. Die Ausnahmen von der Regel


Was geschieht nun mit den noch unvollendeten und unwiedergeborenen Menschen weiter, nach-dem sie ihren Leib verlassen haben? Müssen sie denn wirklich nach einer mehr oder weniger langen Zeit im Jenseits wieder in einen Fleischleib zurückkehren? – Ein jeder Weltkörper im großen Universum ist eine Schule. Das ist auch unsere Erde. Sie ist sogar die Universität Gottes. Sie ist die Hochschule zur Erlangung der Gotteskindschaft. Und wie es auf einer jeden Schule der Fall ist, daß eine Klasse einmal oder zweimal wiederholt werden kann, so ist das auch mit den Inkarnationen der Fall. Aber wie das auf der Schule nicht der normale Weg ist, sondern eine Notmaßnahme wegen mangelnder Befähigung oder Willigkeit des Schülers, so ist auch eine Reinkarnation nur eine Notmaßnahme, außer in den Fällen, wo höhere Engelsgeister zwecks einer Mission wiederholt Mensch werden. So wie kein Schüler hunderte Male die gleiche Klasse wiederholt und der Lehrer sicher schon nach dem zweiten Male sagen würde: „Es hat keinen Zweck, der Schüler muß auf eine Sonderschule“, so macht es auch der himmlische Vater und schickt die unreifen Erdenschüler, oft sogar schon nach der ersten Inkarnation, auf andere Welten, wo sie die Gotteskindschaft zwar nicht mehr so rasch, in schlimmen Fällen auch gar nicht, die geschöpfliche Beseligung aber doch erreichen können.

 

Jesus läßt im „großen Evangelium“ die Jarah erleben, wie die Seelen unreifer Menschen auf eine andere Planetarsonne inkarniert werden und sagt zu ihr:

 

Alle solche unreifen Menschen kommen zumeist in jene von dir nun geschaute Sonne und werden in den weitgedehnten Schulen in allen Dingen, die das Leben betreffen, unterwiesen. Also werden die frühverstorbenen Kindlein im Mittelgürtel unserer Sonne unterwiesen und großgezogen, aber mehr im geistigen Teile der Sonne. Die unreifen Seelen erhalten in der von dir geschauten Sonne wieder einen Leib, jedoch ohne Geburt, und dieser wird dann mit der Seele selbst geistig und kann ins rein Geistige übergehen.“ (2.GEJ 140,1-2)

 


6. Weitere Irrtümer der Regelreinkarnationslehre


Der dritte Irrtum der Regelreinkarnationslehre ist der, daß die Menschenseelen zwangsweise reinkarniert würden, daß ein jeder Mensch viele hundert Reinkarnationen bis zur Befreiung über sich ergehen lassen müsse, ohne ihnen ausweichen zu können. Das geschieht wohl bei der Naturseelenentwicklung mit den Tieren, indem sich niedere Tierseelen vereinigen und zwangsweise so oft in jeweils höhere Tierarten reinkarniert werden, bis sich aus ihnen eine komplette Menschenseele gebildet hat. Auch den Zwang bei den Reinkarnationen der Tierseelen haben vermutlich die damaligen östlichen Priester aus der alten Seelenwanderungslehre auf den Menschen übertragen. Aus der Neuoffenbarung dagegen erfahren wir aber, daß keine Inkarnation und keine Reinkarnation bei den Menschen ohne die freie Willensentscheidung erfolgt. (4.GEJ 124,1) Eine Reinkarnation kann von einem Geist begehrt werden, aber sie wird nur zugelassen, wenn sie die beste Möglichkeit für ihn ist, weiter fortzuschreiten, oder sie kann ihm von leitenden Geistern, nach Gottes Anweisung vorgeschlagen oder empfohlen werden. Aber er hat die Wahlmöglichkeit.

 

Der vierte Irrtum läßt die Regelreinkarnationslehre für diejenigen so annehmbar und hoffnungsvoll erscheinen, die eine große Freude an dieser Welt haben und sie ewig nicht verlassen möchten, und das ist der Glaube, daß die Verstorbenen gerne zurückkehren. Dem ist aber bei weitem nicht so. Die Menschen würden wohl gerne, wenn es ihnen gut geht, auf dieser Erde ewig leben. Wenn aber eine Seele, die nicht mehr im Fleische steckt, im Jenseits erst einmal die Leichtigkeit des dortigen Lebens gespürt hat, so will keine mehr zurück.

 

Dazu sagt Jesus im „großen Evangelium“:

 

Für welch ein größtes Unglück hält man es auf dieser Welt, so da jemand getötet wird! Aber für ein viele tausend Male ärgeres Unglück wird es jenseits angesehen, so eine schon dort seiende, freie Seele wieder in ihren sterblichen, stinkenden und schwerfälligen Leib irgend zurückzukehren genötigt wird! ...Es gibt dort wohl arge Seelen, die man geradeweg Teufel nennen kann. Diesen geht es drüben sicher um 10 000 Male schlechter, als es einem noch so armen und verfolgten Bettler auf dieser Erde ergeht. Aber unter allen den vielen, deren Zahl ganz gut bis jetzt zu 10 000 Millionen angenommen werden kann, ist keine, die noch einmal den Weg des Fleisches durchmachen möchte. Wenn aber schon die Unglücklichen nimmer zurück auf diese Erde wollen, um wie vieles weniger die jenseits Glücklichen!“ (5.GEJ 136,6-7)

 

Dies erfahren wir auch aus dem Buch „Dreißig Jahre unter den Toten“ von Dr. Wickland. Da sagt eine bereits im Jenseits lebende Frau durch ein Medium:

 

Einst glaubte ich an die Wiederverkörperung, ... aber warum sollen wir uns immer wieder auf diesem kleinen Planeten einkörpern? ... Ich hätte auch nicht die geringste Lust, als kleines Kind ins Erdenleben zurückzukehren, und sehe auch nicht ein, wozu ich das tun sollte, denn was sollte ich dadurch lernen? Könnten Seelen wie wir Befriedigung darin finden, als Kinder wiederzukommen? Nachdem man das Leben auf höheren Ebenen erst einmal kennengelernt hat, hat man nicht die geringste Lust, noch einmal wieder in die Materie zurückzukehren. Solange man auf Erden lebt, muß man lernen und genügend Erfahrungen sammeln, so daß man nach dem Hinübergang kein Verlangen mehr hat, zurückzukommen und den Lehrgang zu wiederholen.“ (DJT Seite 423)

 

Der fünfte Irrtum der Regelreinkarnationslehre ist der, daß geglaubt wird, man müsse im nächsten Leben das Karma abtragen oder abbüßen, welches man sich im jetzigen Leben geschaffen hat. Wenn z.B. ein König grausam und ungerecht wäre, so müßte er das im nächsten Leben abtragen. Er würde dann nur Bettler sein, müßte vieles erdulden und es ginge ihm schlecht. Hätte er sich im Bettlerleben bewährt, so ginge es ihm im übernächsten Leben wieder besser, und er wäre auch wieder wohlhabender. Wäre er aber in dem wohlhabenden Leben wieder hartherzig gegenüber den Armen, so ginge es ihm im anschließenden Leben wieder schlechter. Und schließlich müßte er bereits vor seinem Leben als König einmal ein edler Mensch gewesen sein, sonst wäre er erst gar nicht reicher und mächtiger König geworden. Er würde also immer in einem gegenwärtigen Leben ernten, was er im vorhergehenden Leben gesät hätte. So gehe das dann viele dutzende oder hunderte Male so weiter, bis er in einem Leben die Einswerdung mit Gott erreicht hätte.

 

Zwar bedürfen manche Seelen wiederholter Erdenleben, damit es mit ihnen besser werden kann, aber es kann auch in den sich wiederholenden Leben unter Umständen immer nur auf und ab gehen, weil man ja keine Rückerinnerung mehr hat und deshalb kein Lernprozeß aus den zurückliegenden Leben stattfinden kann. Ein Abtragen oder Abbüßen hat den Zweck, einen Menschen zu bessern. Dabei muß er das, was er einem andern zugefügt hat, so lange selbst erleiden, bis er sein Unrecht eingesehen hat. Das Abtragen oder Abbüßen verliert aber seinen Sinn, wenn man in der nächsten Inkarnation nicht mehr weiß, wofür man etwas abzutragen hat. Außerdem berücksichtigt diese Lehre nicht, daß im Jenseits, zwischen den Erdenleben, auch gesät und geerntet wird. Dadurch kann sich ein Karma ändern, und dann ist ein Abtragen des Karmas, das im vergangenen Erdenleben geschaffen wurde, in einem möglichen zukünftigen Erdenleben vielleicht gar nicht mehr nötig. Der Mensch kann auch im Jenseits fortschreiten (wenn zumeist auch langsamer als im Leibe) oder Rückschritte machen, führt dort gute oder schlechte Taten aus, die wieder neue gute oder schlechte Folgen nach sich ziehen. Wir sehen daraus, Karma, das ist die Tat und die daraus entstehenden Folgen, und das ist das gleiche, was Paulus sagte: Was der Mensch sät, das wird er ernten“ (Gal. 6,7) und das wird nicht nur im Erdenleben geschaffen, sondern auch im Jenseits.

 

Auch in der Neuoffenbarung haben wir das typische Beispiel, wie es von den Regelreinkarnationsanhängern immer wieder angeführt wird und wie ich es gerade erwähnt habe. Allerdings verläuft es hier etwas anders.

 

Da war vor langer Zeit ein höchst herrschsüchtiger und grausamer König, der auch sonst allen möglichen Lastern frönte. Nach seinem Leibestode kam seine Seele in die Hölle zu ihresgleichen, wo eine jede Seele genauso herrschsüchtig und grausam ist wie sie selbst. Da will dann eine jede dieser Seelen über alle andern herrschen. Keine aber will sich unterordnen, weil sich eine jede selbst als Herrscher fühlt. Da entstehen dann die heftigsten Kämpfe um die Vorherrschaft, wobei die Seelen die größten Martern und Qualen zu erleiden haben und sich ihr Zorn und ihre Rachsucht zu unglaublicher Höhe steigern.

 

Nach vielen ähnlichen Kämpfen wird hie und da eine solche Seele nüchterner und sucht sich von solch einer Gesellschaft loszumachen. Nun gibt es zwei Wege für solche Seelen. Da kommt sie dann entweder im Jenseits in eine bessere Gesellschaft oder sie wird wieder in ein Fleisch eingezeugt. Der ehemalige herrschsüchtige König wird nun wieder Mensch, kommt in einem ganz anderen Erdteil zur Welt, geboren von irgendeinem armen Weibe und weiß von seinem Vorzustande nicht das mindeste. Das Kind wächst nun in der Armut zum Manne heran und wird mit dürftiger Erziehung und anderer Ausbildung ein ganz ehrlicher und tüchtiger Taglöhner, erkennt Gott und betet zu ihm und dankt ihm für das tägliche Brot. Er findet am Ende eine rechte Lust, den andern Menschen um einen kargen Lohn zu dienen und nützlich zu sein. Nach seinem Tode kommt seine Seele zu den recht guten, arbeitsamen und tätigen Seelen, und sie hat ihre Freude, recht niedrig zu stehen und allen nach Bedarf zu dienen. Solch eine gute Richtung ihres Gemütes hat die baldige Vollendung dieser Seele zur Folge, worauf sie sich an alle ihre Vorzustände erinnert. Da lobt sie Gottes Weisheit, Macht und Liebe, die sie sogar aus den jammervollsten Zuständen wieder zum wahren, ewigen Leben zurückgerufen hat. (5.GEJ 232,3-13)

 

Auch in diesem Beispiel ist der herrschsüchtige König im nächsten Leben ein armer Mensch, aber nicht deshalb, weil er etwas abbüßen muß, das mußte er bereits im Jenseits, sondern weil Gott ihn aus Gnade nicht noch einmal in Lebensverhältnisse kommen läßt, in denen er wieder leicht der Versuchung zur Herrschlust erlegen wäre. Hätte er etwas abtragen müssen, so hätte er in seinem neuen Erdenleben unter einem grausamen Herrscher vieles leiden müssen. Das war nicht der Fall. Hier hat auch der totale Rückerinnerungsverlust einen Sinn, denn die Seele soll unbeschwert von der vorhergehenden Existenz ein ganz neues Leben anfangen. Auch ist in diesem Beispiel keine Rede von hunderten von Reinkarnationen, sondern nur von einer. Die Erdenschule wurde einmal wiederholt. Und was noch an seiner Vollendung fehlte, wurde nicht durch weitere Inkarnationen ergänzt, als könne man nur während eines Fleischlebens fortschreiten, sondern im Jenseits nachgeholt.

 


7. Der Entwicklungsverlauf der Kinder der Welt


Jesus spricht einmal im „großen Evangelium“ über die Naturseelenentwicklung noch nicht ausgestorbener Tiere der Urzeit, wie die große Seeschlange, die jetzt noch in großer Anzahl in den Tiefen der Weltmeere lebt und sagt:

 

In solchen Großtieren sammelt sich der allerroheste Weltseelenlebensstoff und wird in ihnen gemildert und gewisserart zu einem besseren Übergange reifer gemacht. Wenn das Tier dann endlich einmal verendet, so geht sein gesammeltes Leben in viele tausendmal tausend höhere Lebensformen über, in denen es schon in einer kürzeren Frist eine höhere Lebensreife erhält, entweder noch im Wasser, in der Luft oder auf dem Erdboden, und das geht dann also alle Lebensformen hindurch bis zum Menschen herauf.


Aber die Menschenseelen, die sich auf diesem Wege entwickelt haben, stehen dennoch auf einer sehr niederen Stufe und sind bei den alten Weisen ‚Kinder der Schlangen und Drachen‘ benamst worden; denn die alten Weisen wußten in ihrer Einfalt mehr von dem Seelenursprung, denn die Weisen heutzutage. Das sind die Kinder dieser Welt. Sie sind in ihrer Art sehr klug und irdisch reich und mächtig, aber zur Aufnahme des höheren, geistigen Lebens noch lange nicht fähig.“ (6.GEJ 62,12-13) „Sie sind wohl einmal gestorben, und manche schon etliche Male, nahmen aber zu ihrer Vollendung wieder Fleisch an sich.“ (6.GEJ 61,2)

 

Also Menschen, die eine solche Seelenentwicklungsreihe durchlaufen haben, sind weltlich klug und gewandt und wenden sich in ihrem Erdenleben mehr dem Materiellen zu. Ihr ganzes Bestreben ist darauf gerichtet, irdisch reich und mächtig zu werden, was sie zumeist auch erreichen. Ihre größte Freude ist es, wenn sie bei irgendeinem Geschäfte oder einer Unternehmung einen großen Gewinn gemacht haben. Sie haben als Menschen noch sehr vieles von der gefräßigen Natur solch einer Schlange an sich und sind bestrebt fort und fort Schätze auf Schätze zu sammeln. Nach ihrem Tode werden sie im Jenseits gewöhnlich vom materiellen Pole angezogen, d.h. sie geraten in die Hölle und müssen durch eine große Armut und durch Hunger und Durst von ihrer alten Schlangennatur geläutert werden. (6.GEJ 62,14-15) Ihre Umkehr geht zumeist etwas langsam und schwierig vor sich und verläuft bei ihnen nicht ohne eine ein- bis mehrmalige Reinkarnation. Manche von ihnen sind schon „etliche“ Male reinkarniert worden. Das ist aber nicht bei allen Menschen der Fall, sondern kommt hauptsächlich bei der Menschengruppe vor, deren Seelen aus den großen Seeschlangen hervorgegangen sind. Zu diesen gehörte sicher auch der herrschsüchtige König, der ein zweites Mal eine Fleischlebensprobe durchzumachen bekam.

 

Der größte Teil der Seelen, die aus dem ersten Grad der Hölle gerettet werden können, werden auf die Vorderseite des Mondes versetzt. Dort müssen sie die vielen Krater durchwandern, um von ihrer Selbst- und Weltsucht geheilt zu werden. In jedem dieser Krater wird ihnen ein neuer Luftleib gegeben. Am Ende ihres Aufenthaltes eines jeden Kraters legen sie den Luftleib wieder ab und müssen dabei den Tod mit allen seinen Schrecken erleiden.

 

Wenn sie sich bessern, so wird ihr grober Luftleib von Krater zu Krater in einen immer feineren verwandelt. Und wenn ein Geist die oft mehrere tausend Krater durchwandert hat, was nicht so leicht und geschwind geht, weil er in einem Krater nicht selten einen Monat bis ein Jahr und darüber verweilen muß, so werden sie von da weg in höhere Regionen des jenseitigen Mittelreiches geführt. Sie können dann in keine höhere Seligkeitsstufe gelangen, als sie dem Kinderreich entspricht. Jedoch eine höhere Stufe zu erreichen wäre für sie unmöglich, denn ihre beschränkte Eigenschaft wäre nicht fähig, einen höheren Zustand zu ertragen, sowenig als es ein Mensch auf der Erde, solange er noch im Leibe lebt, im feinsten Äther lebend aushalten könnte. (EMM 2+4)

 

Das ist das Los der besten weltgesinnten Menschen“, sagt Jesus, „denn wer der Welt aus Liebe zu Mir nicht freiwillig entsagt, sondern aus dem das Welttümliche durch solche außerordentliche Zwangsmittel ausgetrieben werden muß vermöge Meiner großen Erbarmung, der hat nicht frei gehandelt; wer aber nicht frei handelt, der handelt wie ein Sklave. Wer aber kann die gezwungene Handlung eines Sklaven als eine eigenverdienstliche ansehen? - Aus diesem werdet ihr nun vollends entnehmen können, warum solche Wesen keiner höheren Seligkeit fähig sind als wie die Kinder im Übertritte aus dem irdischen Leben in das geistige.“ (EMM 2)

 

Die weniger Folgsamen bei der Durchwanderung der Krater werden auf der Rückseite des Mondes wieder mit voll materiellen Leibern angetan und müssen sich da sehr armselig und kümmerlich durchbringen. Da alle Mondmenschen das zweite Gesicht haben, so werden sie von innen aus von den dahin beschiedenen Engelsgeistern in der Erkenntnis Gottes unterrichtet, und das ist zugleich ein Unterricht für die in den Mondmenschenseelen innewohnenden Erdmenschengeister. Sie waren auf keinem anderen Wege von ihrer Erdliebe zu heilen, als durch die höchst marterliche Einschichtung in den allerarmseligsten Leib eines Mondmenschen, von wo aus sie dann erst wieder als Geister erneut die luftigen Krater der Vorderseite zu durchwandern haben, ehe sie auf andere Weise weitergeführt werden können. (EMM 2+4)

 

So hat die Mondmenschenseele den Schaden ergänzt, welchen ein Mensch auf der Erde durch seine übertörichte Weltsüchtigkeit an seiner Seele erlitten hat. Solch ein im Monde hart gebesserter Mensch hat dann eine geflickte Seele und wird sich eben dadurch ewig von den vollkommen reinen Geistern unterscheiden. Er wird nie in ihre freien Gesellschaften treten können, sondern sich zu ihnen geradeso verhalten wie der Mond zur Erde, der zwar die Erde beständig begleitet, sich aber ihr doch nie nähern kann wie ein Freund dem Freunde. (EMM 2)

 

Den weiteren Entwicklungsweg einer Seele, die aus der Hölle gerettet wurde, schildert Jesus im „großen Evangelium“:

 

Ist eine solche (Besserung) bis zu einem gewissen Grade erfolgt, über den es dann wegen Mangel an höheren Befähigungen nicht weitergehen kann, so kann solch eine Seele dann in eine bloß geschöpfliche Beseligung auf irgendeinem andern Weltkörper, d.h. in dessen Geistiges, übergehen oder aber auch, so sie es will, noch einmal ins Fleisch der Menschen dieser Erde treten, auf welchem Wege sie sich höhere Befähigungen aneignen und mit ihrer Hilfe sogar die Kindschaft Gottes erreichen kann.“ (6.GEJ 61,4)

 

Es ist für solch eine Seele kein Zwang, nur so sie es will kann sie noch einmal ins Fleisch der Menschen dieser Erde treten. Sie kann aber auch den Weg über andere Weltkörper wählen, wo sie dann zunächst nur eine geschöpfliche Beseligung erreichen kann, wenn sie vor einem nochmaligen Erdenweg zurückschreckt. Der grausame König, in dem von Jesus erzählten Beispiel, war bereits, nachdem er aus der Hölle gerettet wurde, so gutwillig, daß er den Korrektionsweg über den Mond nicht gehen mußte, sondern gleich noch einmal auf der Erde inkarniert werden konnte, womit er auch einverstanden war. Der Geist Cado aus „Robert Blum“ brauchte, nachdem auch er aus der Hölle gerettet wurde, weder auf den Mond noch auf die Erde, sondern wurde im Jenseits durch Jesus persönlich weitergeführt, wo er auch ohne diese Korrektionswege rasche Fortschritte machte. Wir sehen daraus, daß die Seelen nicht alle den gleichen Weg zu gehen haben, sondern daß der himmlische Vater jede Seele individuell nach ihrer Fähigkeit und Willigkeit führt und dabei den freien Willen berücksichtigt.

 

Die weniger gutwilligen Geister, die auf die Rückseite des Mondes inkarniert werden mußten, haben noch einen langen Reinigungsweg vor sich und sind genötigt, den Weg über die Planeten und Sonnen zu gehen. Diesen Weg müssen auch zuallermeist solche großen und gelehrten Männer dieser Welt gehen, in denen sehr viel Eigendünkel und selbstsüchtiger Stolz stecken. (NS 3,14)

 

Diese Geister werden zuerst auf ein, zwei oder auch drei Planeten inkarniert, wo sie zunächst das Gröbste nachholen müssen, was sie zu lernen auf der Erde versäumt hatten, ehe sie in die Sonne übergehen können. Dort werden sie mit steigendem Liebe- und Demutsgrad immer lichter. Nach erfolgreichem Abschluß auf ihr kommen sie in die Zentralsonne, wo sie sich zunächst vor lauter Lichtesfülle, wie völlig lichtlos vorkommen und steigen von da aus, wieder nach Steigerung ihres Liebe- und Demutsgrades, in die nächst höhere Zentralsonne auf, bis sie dann über eine noch höhere Zentralsonne in der Urzentralsonne ankommen. Nach dem dortigen Abschluß werden sie erst in den untersten Weisheitshimmel aufgenommen.

 

Das ist dann auch eine mehrmalige Reinkarnation, wenn auch nicht ins Fleisch dieser Erde, sondern auf anderen Weltkörpern. Dieser Weg dauert sehr lange. Denn je höher in der Ordnung eine Zentralsonne steht, umso länger dauert auf ihr der Fleischesweg und auch der Aufenthalt in ihrer geistigen Sphäre, so daß man sagen kann: dieser Weg dauert wirklich Millionen Jahre.

 

Fast alle Planeten- und Sonnenbewohner und auch so manche Menschen dieser Erde müssen diesen langen Weg gehen und zwar deshalb, weil sie ja auch einst, von der Urzentralsonne ausgehend, diesen Weg stufenweise abwärts gegangen sind und auf jeder tieferen Sonnenstufe immer noch mehr Materielles in sich aufgenommen haben. Aus eben dem Grunde müssen sie den Weg wieder zurückgehen, um auf ihm von Stufe zu Stufe das letzte materielle Atom abzulegen, bis sie dann erst fähig werden, wieder vollkommen in die allerreinste, himmlische Sonnenwelt für alle Ewigkeiten überzugehen. (NS 3,12)

 


8. Der abgekürzte Weg der Gotteskinder


„Die Menschen aber“, sagt Jesus, „welche besonders auf dieser Erde in die reine Liebe zu Mir übergegangen sind und aus dieser Liebe heraus alles Weltliche und Materielle abgelegt haben und nichts anderes wollten als nur allein Mich, diese haben sich dadurch den weiten Weg überaus stark abgekürzt: denn diese sind wahrhaft Meine Kinder und wahrhaft Meine Brüder und Schwestern und kommen daher nach der für sie freudigen Ablegung dieses materiellen Leibes alsogleich vollends zu Mir - und zwar, die in aller Liebe zu Mir sind, sogleich in den obersten, allerhöchsten Himmel, allda Ich selbst wohne wesenhaft.

 

Ähnliches, wenn schon bei weitem seltener, kann auch mit den Bewohnern des Planeten Jupiter, wie auch noch etwas seltener, mit den Einwohnern des Planeten Saturnus, Uranus und Neptun der Fall sein. Jedoch von keinem dieser nachbenannten Planeten kommen die Geister etwa alsogleich in den obersten Himmel, sondern nur in den ersten Weisheitshimmel.“ (NS 3,16-17)

 

Es entschließen sich aber auch so manche Planeten- und Sonnenbewohner dazu, auf der Erde inkarniert zu werden. Das sind die Menschen von oben. Damit können sie sich den langen Weg über die Planeten und Sonnen stark abkürzen.

 

Der oberste Himmel war allerdings für die Menschen bis zu Jesu Himmelfahrt verschlossen, weil Er diesen Himmel für die Menschen erst durch Sein Erdenleben geöffnet hat. (4.GEJ 53,4) In diesem Himmel lebt Gott sichtbar als Jesus unter Seinen Kindern. Denn erst seit und durch Jesu Erdenleben ist der unschaubare Gott Seinen Kindern sichtbar geworden. Aus diesem Grunde können sie auch erst seit Seinem Erdenleben diesen höchsten Vollendungsgrad des Zusammenlebens mit Ihm erreichen.

 


9. Weitere Möglichkeiten für eine Reinkarnation


Petrus stellte einmal die Frage:

 

Können auch die Menschen, die vor dieser Deiner Darniederkunft gelebt haben, und das von Adam an, auch noch zu einer wahren Lebensvollendung gelangen?“ worauf ihm Jesus folgende Antwort gab: „Das ist ganz natürlich! Ich habe nun die Tore zum Leben nicht nur für die nun auf der Erde Lebenden eröffnet, sondern auch für alle, die schon lange hinübergegangen sind. Und viele der alten Sünder werden noch einmal irgendeine kurze Fleischlebensprobe von neuem durchzumachen bekommen.“ (6.GEJ 65,2)

 

Jesus deutet hier an, daß viele der alten Sünder, die vor Seinem Erdenleben gelebt hatten, noch einmal Gelegenheit zur Reinkarnation erhielten. Das sind alle diejenigen, die in der Zeit, in der sie im Jenseits lebten, über eine bestimmte Stufe nicht hinausgekommen waren.

 

Wahrscheinlich haben auch manche Selbstmörder, von denen es je nach Beweggrund des Selbstmordes bessere oder bösere Arten gibt, die Möglichkeit zu einer Reinkarnation, um doch noch die Gotteskindschaft zu erreichen. Die Seelen, die mit den bösen Arten des Selbstmordes behaftet sind, erreichen die volle Gotteskindschaft nie. (4.GEJ 152) Sie haben keine Befähigung dazu, d.h. sie haben die Befähigung durch ihre Selbstentleibung verloren. Sie gehen nach ihrem Hinübertritt ins Jenseits entweder den Weg abwärts bis in die dritte Hölle oder aber aufwärts, denn auch sie haben die Möglichkeit, ihren Zustand zu verbessern und können die geschöpfliche Beseligung erlangen.

 


10. Der ewige Tod und die neu zusammengesetzte Seele


Über den Entwicklungsverlauf der Seelen, die aus dem ersten Grad der Hölle gerettet wurden, haben wir bereits einiges gehört und auch darüber, daß der Fortschritt solcher Seelen zumeist schwierig und langwierig vonstatten geht.

 

Was aber geschieht mit Seelen, die in den 2. und 3. Grad der Hölle gerieten? - Im 2. Grad der Hölle kann eine Seele noch umkehren, aber das geschieht dort nur noch selten. Ist eine Seele aber im 3. Grad der Hölle angelangt, so geht sie zwar nicht gänzlich verloren, aber an eine freiwillige Umkehr ist dann nicht mehr zu denken, weil sie dann völlig vom Gegenpole verschlungen worden ist.

 

Dazu sagt Jesus im großen Evangelium:

 

Die volle Umkehr (so mancher Seele) geht freilich etwas langsam vor sich. Aber es macht das immerhin nichts, weil von einem gänzlichen Verlorengehen einer Seele ohnehin nie eine Rede sein kann. Und sollte sie auch vollends einer zu großen Verstocktheit halber von dem vollen Gegenpole verschlungen werden - was freilich wohl sehr schlimm wäre -, so wird sie nach einem Kreislauf der Zeiten es sich denn wieder gefallen lassen müssen, entweder auf dieser Erde oder auch auf einer andern, deren es im endlosen Raume zahllose gibt, eine abermalige Fleischlebensprobe durchzumachen, ohne zu wissen und auch nur zu ahnen, daß sie schon einmal eine Fleischlebensprobe durchgemacht hat.“ (5.GEJ 232,2)

 

Was bedeutet es aber, wenn eine Seele erst nach einem Kreislauf der Zeiten reinkarniert werden kann? Wir erfahren es aus der „Haushaltung Gottes“, in der es heißt:

 

Wer überhören je wird den Willen Gottes in seinem Herzen, der wird sterben, aber ewig am Leibe nimmer auferstehen. Und da werden kommen Würmer der Erde über sein Fleisch und werden es aufzehren samt Haaren, Haut und Knochen. Seine Seele und Geist aber werden dann wieder zur Unterlage der Berge Jahrtausende als gefestete Körper dienen müssen im finsteren Bewußtsein ihres Elends und ihrer totalen Nichtigkeit, bis sie endlich wieder nach dem gnädigen Willen von oben irgend ein Tier aufnehmen wird, von wo sie dann von Stufe zu Stufe sich durch die ganze Tierwelt werden elend, stumm und sprachlos durcharbeiten müssen, um endlich wieder einmal zur Würde des Menschen gelangen zu können. Dies merket euch wohl; denn da werdet ihr dann viele tausend Male sterben müssen (nämlich als Pflanze und Tier), ehe ihr wieder zum Leben aus der Liebe und Gnade Gottes gelangen werdet!“ (1.HG 33,12)

 

Wenn also eine Seele erst nach einem Kreislauf der Zeiten reinkarniert werden kann, so heißt das, daß sie vorher nochmals die volle Seelenentwicklung durch das Mineral-, Pflanzen- und Tierreich mitmachen mußte. Wenn Jesus an einer anderen Stelle gesagt hat: „Rückwärts wandert keine noch so unvollendete Menschenseele mehr“, so ist hier kein Widerspruch vorhanden, denn damit meinte Er, daß eine Menschenseele z.B. nicht als eine Affen- oder Kuhseele (wie das die Inder glauben) reinkarnieren kann. Eine Menschenseele ist eine komplette Seele, während eine Tierseele noch keine komplett zusammengesetzte Seele ist. Um in ein Tier reinkarnieren zu können, müßten von einer Menschenseele wieder viele Seelenatome weggenommen werden, damit sie wieder zur Tierseele würde. Aber das liegt nicht in Gottes Plan und Willen und ist deshalb nicht möglich, weil es ein Schritt zurück wäre. Eine Seele aber, die noch einmal die Seelenentwicklung durchlaufen muß, wandert nicht rückwärts durch immer niedrigere Stufen des Tierreiches, sondern sie ist als Menschenseele vorher freiwillig geistig rückwärts geschritten, bis sich ihre Seele vollständig aufgelöst hat und alle Seelenfunken wieder zu Materie wurden. Das Durchschreiten der aufgelösten Seelenfunken durch das Mineral-, Pflanzen- und Tierreich ist dann kein Rückwärtswandern, sondern ein Vorwärtsschreiten, bis sie geläutert und wieder zu einer vollständigen Menschenseele zusammengesetzt sind. Das Pflanzen- und Tierreich kann also nur vorwärts, die Seelen vervollkommnend und zusammensetzend durchschritten werden, aber nicht rückwärts, sie auflösend.

 

Jene vielen Menschen, besonders in dieser Zeit“, sagt Jesus in den „Himmelsgaben“, „die es in der Welt- und Selbstliebe und somit in der Lebensfinsternis so weit als nur immer möglich gebracht haben, werden jenseits… nach Umständen immer ärger und materieller. Und so wahr Ich der Herr bin, Der dieses sagt, sie werden wieder in die tote Materie übergehen und zwar durch einen unsäglich schmerzlichen Prozeß und das durch lange und lange Zeiten, bis sie selbst wieder zur harten, starren Materie werden, endlich in viele Teile zerteilt und nach langen Zeiten wieder zu Menschen oder zu Geschöpfen, entweder auf dieser Erde oder auf andere Weltkörper gestellt werden. Denn bei Mir sind tausend Jahre wie ein Tag. Was sich vermöge des ihm innewohnenden freien Willens Meinem allen Menschen geoffenbarten Willen nicht unterordnen will, das geht darum nicht verloren, aber es hat eine große und langwierige ‚Korrektion’ zu erwarten. Es leben gegenwärtig Menschen auf dieser Erde bereits das siebente Mal, und es geht mit ihnen nun das siebente Mal besser. Sie werden aber noch einige Weltkörper mit einem leichten leiblichen Überwurf durchzumachen haben, bis sie in eine rein geistige Sphäre aufgenommen werden, welche ihr das ‚untere Paradies’ nennen könnt.“ (2.Hi Seite 445,6-8)

 

Es kann also von einem gänzlichen Verlorengehen einer Seele nie die Rede sein, aber sie kann im ärgsten Fall ihre Erstzeugung und damit ihre Urindividualität verlieren. An der Beibehaltung der Urindividualität liegt gar unaussprechlich viel, weil ohne sie die höchste Gotteskindschaft - das ist ein Kind aus dem Herzen des himmlischen Vaters – verloren gegangen ist. Dabei verliert die Seele so unendlich viel, daß es praktisch einem ewigen Tode gleichkommt. Das ist dann der Fall, wenn sie im dritten, untersten Grad der Hölle angelangt ist. Da ist dann die Seele so verdorben, daß sie auf keinem anderen Wege gerettet werden kann, als sie aufzulösen und die aufgelösten Seelenfunken erneut die Materie durchschreiten zu lassen und sie schließlich mit ganz neuen zu vermischen, was einer Zweitzeugung gleichkommt. Die Besserung mancher Seelen geht nur sehr langsam vor sich und es gibt Menschen, die bereits sieben Mal auf dieser Erde reinkarniert wurden, bis es besser mit ihnen ging.

 

Jesus sagt zu Robert Blum:

 

Wer als das, was er uranfänglich war, wegen Verkehrtheit seiner Liebe sich im ersten oder zweiten Grad der Hölle befindet, kann nach vielen bittersten Erfahrungen dennoch wieder das werden, was er uranfänglich war. Sein Bewußtsein wird ihm belassen, seine Erinnerung bleibt ihm, er kann zur Vollendung gelangen… Aber aus der alleruntersten Hölle ist in ein- und derselben Urwesenheit kein Herauskommen mehr denkbar. Der Grund eines solchen Zustandes ist der konzentrierteste Hochmut, der alle Grade der Selbstsucht und Eigenliebe durchgemacht hat und sich in solch hochgradiger Verdichtung gewisserart selbst erdrückt und so um das Urleben des Geistes gebracht hat. Und eben darin besteht der eigentliche ewige Tod, der das Schlimmste alles Schlimmen ist, weil da das eigentliche Sein ein völliges Ende nimmt. Solch eine Seele ist dann gänzlich verdorben. Ihre erste Gesamtheit muß durch des Feuers Gewalt in ihre einzelnen Urlebensfunken aufgelöst und darauf, mit ganz neuen gemengt, auf langen Wegen durch die Pflanzen- und Tierwelt eines anderen Planeten in einem ganz fremden Sonnengebiet in eine höchst untergeordnete Form eines Menschen übertragen werden. Auf diese Weise bleibt dann von der Urwesenheit solch einer Seele verzweifelt wenig mehr übrig. Und das ist das eigentlich Schlimmste, denn solch eine Seele kann dann unmöglich mehr je zu Meiner Anschauung gelangen, weil sie dann bloß nur Seele ohne Meinen Geist in ihr ist und bleibt. (2.RB 294,4-7)

 

Eine Seele also, die sich im 3. Grad der Hölle befindet, ist völlig vom Gegenpol verschlungen worden, muß durchs Feuer aufgelöst und mit ganz neuen Seelenfunken vermischt werden, weil sie sich in der früheren Zusammensetzung nicht zum ewigen Leben erwecken ließ. Das Feuer, mit dem solch eine Seele aufgelöst wird, ist wohl kein anderes Feuer, als das des eigenen Zornes und des konzentriertesten Hochmutes, die in solch einer Seele das Höchstmaß erreicht haben. Aber trotz der gänzlichen Verdorbenheit solcher Seelen rettet der himmlische Vater von ihnen, was noch zu retten ist. Die neu zusammengesetzte Seele kann sich nun nicht mehr an die zurückliegenden Zeiten erinnern, da sie ein ganz anderes, neues Wesen geworden ist. Sie bekommt dann nicht mehr einen Geist aus Gott, sondern aus den Engeln, womit sie die höchste Kindschaft Gottes verloren hat, die geschöpfliche Beseligung aber noch erreichen kann.

 


11. Können sich manche Menschen an ein früheres Leben erinnern?

 

In den zurückliegenden Zeiten gab es immer wieder Menschen, denen z.B. ein Ort oder eine Gegend, in die sie kamen, bekannt vorkam und die überzeugt waren: „Hier bin ich schon einmal gewesen“, obwohl sie genau wußten, in ihrem ganzen Leben noch nicht dort gewesen zu sein und auch noch nie etwas von der Gegend gehört zu haben. Ja, manche Menschen können sich an Erlebnisse „erinnern“ die sie in ihrem gegenwärtigen Leben nie erlebt hatten. Und manche behaupten von sich: „Ich habe schon einmal gelebt! Ich kann mich an ein früheres Leben erinnern!“ Viele von ihnen konnten sogar genaue Einzelheiten nennen oder in altertümlichen Sprachen reden. Einiges davon ist später nachgeprüft worden und hat dann auch manches Mal gestimmt, soweit es sich überhaupt noch nachprüfen ließ. Dieses vermeintliche „Erinnern“, schon einmal gelebt zu haben, tritt vorwiegend im Kindesalter auf und verliert sich dann mit dem Älterwerden. Bei den Erwachsenen kommt eine Erinnerung an möglicherweise nicht in diesem Erdenleben Erlebtes zumeist in der Art vor, daß sie meinen, eine Gegend oder einen Ort zu kennen.

 


12. Wie scheinbare Rückerinnerungen zustande kommen

 

Folgende Begebenheit einer Rückerinnerung in Indien wurde als Beweis für die Reinkarnation gehalten: Im Frühjahr 1954 starb Jasbir, ein dreieinhalbjähriger Junge, an Pocken. Als der Junge am anderen Morgen beerdigt werden sollte, lebte er wieder und wurde nach einiger Zeit wieder gesund. Seit dem aber gab er seiner Umgebung zu verstehen, daß er nicht Jasbir sei, sondern der Sohn von Shri Shankar aus dem Dorf Vehedi. Nach und nach erzählte er auch Einzelheiten aus seinem Leben und wie er bei einer Hochzeitsprozession vergiftete Pralinen aß, vom Wagen fiel, mit dem Kopf aufschlug und an der Verletzung starb.

 

Später stellte sich dann heraus, daß in dem 30 km entfernten Vehedi tatsächlich, genau an dem Tag, an dem Jasbir vorübergehend „starb“, ein junger Mann auf die beschriebene Weise ums Leben gekommen ist. Es war der Sohn von Shri Shankar. Bei Besuchen in Vehedi erkannte Jasbir die Gegend, das Haus, beschrieb alles richtig, erkannte seine Verwandten und Bekannten und nannte ihre Namen. Er fühlte sich in Vehedi wohl und mußte beinahe mit Gewalt wieder in sein Dorf zurückgebracht werden. (Re Seite 51-52)

 

Bei dieser Begebenheit kam eine zeitliche Überschneidung vor, denn der junge Mann starb erst, als Jasbir bereits dreieinhalb Jahre war. Um in Jasbir inkarniert werden zu können, hätte der junge Mann ja doch schon vor der Zeugung Jasbirs gestorben sein müssen. Hat hier die verstorbene Seele des jungen Mannes den entseelten Leib Jasbirs durch Besitznahme wiederbelebt, oder war Jasbir nur scheintot, so daß seine eigene Seele wieder in den Leib zurückkehrte und ihn wiederbelebte? Im letzten Fall läge eine Besessenheit oder eine Beeinflussung Jasbirs durch die Seele des jungen, verstorbenen Mannes vor. Im ersten Fall fragt es sich, ob es solch eine Reinkarnation gibt, die vielleicht ausnahmsweise gewährt wurde, weil er unbedingt reinkarniert werden wollte, oder ob dies eine eigenmächtige Besitznahme und Wiederbelebung des Leibes Jasbirs durch die Seele des reinkarnationsgläubigen, verstorbenen, jungen Mannes war? Somit liegt hier ein seltenes Phänomen vor, das wohl nur bei reinkarnationsgläubigen Menschen vorkommen kann.

 

Aber auch wenn keine zeitlichen Überschneidungen vorkommen, müssen solche vermeintlichen Rückerinnerungen nicht unbedingt echte Rückerinnerungen, sondern auch sie können Beeinflussungen von Geistern gewesen sein. Das wird uns in dem Buch „Dreißig Jahre unter den Toten“, von Dr. Wickland bestätigt.

 

Da meldete sich die Gründerin der Theosophischen Gesellschaft Madame Blavatzky, die zu ihrer Erdenlebenszeit die Regelreinkarnationslehre gelehrt hatte, aus dem Jenseits und sagte:

 

Es war mir, als könnte ich mich weit in meine Vergangenheit zurückerinnern, als hätte ich eine Erinnerung an alle meine vergangenen Leben. Doch darin täuschte ich mich. Erinnerungen an ‚vergangene Leben’ werden durch Geister hervorgerufen, die dem Menschen gedankliche Vorstellungen beibringen, in denen sie ihr eigenes vergangenes Leben darstellen. Ein Geist beeindruckt den Menschen mit den Erfahrungen seiner Erdentage. Diese werden dem Menschen so tief eingeprägt, als hätte er sie selbst erlebt. Man glaubt dann steif und fest, es seien Erinnerungen an die eigene Vergangenheit. Sie (die Verstorbenen) sprechen in ihrer Weise zu uns, indem sie ihre Gedanken in uns einfließen lassen, und wir sehen (dadurch) ihre Vergangenheit anschaulich vor uns. Durch gefühlsmäßiges Aufnehmen erlebt man die Vergangenheit der Geister mit und verfällt dabei sehr leicht dem Irrtum, dieses Mitempfinden für Erinnerungen aus eigenen früheren Erdenleben zu halten. Das wußte ich nicht, als ich am Leben war. Ich war fest davon überzeugt, es seien echte Erinnerungen. Als ich aber ins geistige Leben hinübergegangen war, wurde ich eines anderen belehrt.“ (DJT Seite 431-432)

 


13. Geistereinflüsse und wie wir uns vor ihnen schützen können

 

Erdgebundene Geister, welche die Menschen beeinflussen, sind in großen Mengen unsichtbar unter den Menschen vorhanden. Im gleichen Buch sagt ein anderer Jenseitiger:

 

Als wir wieder auf die materielle Ebene kamen, sahen wir die Menschen einhergehen in einem ganz materiellen Leben, ein jeder in irgend einer Weise geschäftig. Es sah aus wie in einem Ameisenhaufen, und jeder Mensch schien einige jener übelgesinnten Geister an sich hängen zu haben. Sie sind wie Muscheln an den Schiffswänden. Schabt man einige ab, setzen sich wieder andere neu an.“ (DJT Seite 386)

 

Fast alle Menschen öffnen sich unbewußt den Einflüssen der erdgebundenen Geister. Wir sind ihnen aber nicht schutzlos ausgeliefert. (10.GEJ 54,2-8) Schützen können und müssen wir uns selbst durch unsere Lebensweise und unser Verhalten, indem wir die Begierden, Leidenschaften und weltlichen Vergnügungen überwinden. (5.GEJ 96,1+8-9) Die Geister haben Einfluß auf uns, wenn sich unser Denken, Wünschen und Handeln nur um unsere eigenen Bedürfnisse dreht, anstatt um Gott und den Nächsten. Jesus sagte ja:

 

Trachtet zuerst nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles hinzugelegt werden.“ (Matth. 6,33)

 

Im Alltagsleben sollten wir allen Enttäuschungen auf positive Weise begegnen und uns durch nichts aus dem Gleichgewicht bringen lassen. Dem Ärger und dem Kummer sollte der Mensch keinen Zutritt gewähren, denn sie entstammen jenseitigen Einflüssen von Geistern aus ganz niederer Sphäre. (DJT Seite 436-437)

 

Paulus schrieb:

 

Saget allezeit Gott, dem Vater, Dank für alles.“ (Eph. 5,20)

 

Wenn wir das in die Tat umsetzen, für alles dem himmlischen Vater freudigen Herzens zu danken, auch für die Widerwärtigkeiten und Leiden, die uns begegnen, und wir uns bewußt sind: es ist Seine Liebe, die alles das zuläßt, um uns von allen Verkehrtheiten zu lösen, damit wir das ewige Leben gewinnen, so können wir über nichts mehr in Ärger, Kummer oder Depression geraten und die niederen Geister um uns herum haben dann keine Möglichkeit, an uns heranzukommen und uns zu beeinflussen.

 


14. Reinkarnationsversuche jenseitiger Geister

 

Dr. Wickland behandelte zahlreiche Fälle von schwerer Besessenheit, die ihre Ursache in Geistern hatten, die sich bei dem Versuch, sich in Kindern wiederzuverkörpern, in deren Aura eingeschlossen fanden und dadurch ihren Opfern und auch sich selber große Leiden schufen. Ein Jenseitiger, dem Dr. Wickland helfen konnte, war in seinem Erdenleben sehr häßlich gewesen. Es hatte ihm jemand gesagt, daß sich die Menschen nach ihrem Tode wiederverkörpern und dann werden könnten, was sie gerne möchten. Das hatte er geglaubt. Sein einziger Wunsch war, gut auszusehen, damit die anderen ihn nicht verabscheuten. Und so hatte er als jenseitiger Geist den Versuch gemacht, sich wieder zu verkörpern. Das Ergebnis dieses Versuchs war, daß er in die seelische Aura eines kleinen Jungen geriet und unfähig war, sich wieder daraus zu befreien. Als er merkte, daß er hilflos gefangen war und nicht imstande, sich verständlich zu machen, bekam er von Zeit zu Zeit derartige Wutanfälle, daß er meinte „zerplatzen“ zu müssen. Diese Wutanfälle übertrugen sich auf den kleinen Jungen, der dann ohne einen für seine Angehörigen erkennbaren Grund ebenfalls Wutanfälle bekam. Die gedankliche Einstellung Dr. Wicklands und seines Kreises auf den Jungen hatte den Geist aus seiner Gefangenschaft befreit, wofür er sehr dankbar war. (DJT, Seite 408-409)

 

Auch Jesus sagt im „großen Evangelium“, daß manche Besessenheiten durch den Wiederverkörperungswunsch Jenseitiger verursacht werden können. Er sagt:

 

Solche Seelen, die schon eine Fleischlebensprobe auf dieser Erde durchgemacht haben, aber ihrer großen Sinnlichkeit und Selbstsucht wegen für ihr jenseitiges Lebensheil nicht nur nichts gewonnen, sondern nur noch dazu vieles verloren haben, ...werden gewöhnlich nach ihrer zu einer Besserung sich hinneigenden Eigenschaft wieder irgend bei einer rechten und tauglichen Gelegenheit zu einer abermaligen Fleischlebensprobe zugelassen. Aber da gibt es welche, die dann nicht mehr erwarten können, bis sie irgend in einen Mutterleib gelegt werden und dann sagen: ‚Ei was, Fleisch ist Fleisch! Wir wollen nun des nächstbesten Menschen Fleisch in Besitz nehmen und es kasteien, soviel es nur möglich ist! Und wenn das Fleisch einmal vor lauter Kasteiung zugrunde geht, so können wir es als völlig geläuterte Seelen verlassen und zur Seligkeit eingehen!‘ Derlei Seelen täuschen sich sehr gewaltig, weil ihnen solch eine Art Afterbesitzung des Fleisches nicht nur nichts nützt, sondern nur schadet, weil sie dann wieder gar lange warten können, bis sie zu irgendeiner wahren abermaligen Einzeugung in einen Mutterleib zugelassen werden können.“ (6.GEJ 121,1-3)

 


15. Die Voraussetzung für eine wirkliche Rückerinnerung


Zu einer wirklichen vollen Rückerinnerung an die Vorexistenz der Seele gehört mehr, als daß sich ein gewöhnlicher, noch ganz der Materie verhafteter Mensch daran erinnern könnte. Der grausame König in unserem Beispiel, der in seinem zweiten Leben ein armer Taglöhner war, erinnerte sich erst nach seiner geistigen Wiedergeburt, die erst im Jenseits stattfand, an seine Vorexistenz. Es heißt im „großen Evangelium“:

 

Ist das einmal der sichere Fall, (daß in der Seele der Geist aus Gott erweckt ist,) so wird die volle Vereinigung mit ihm (nämlich die Seele mit dem Geist) auch nicht lange auf sich warten lassen. Ist diese erfolgt, so kehrt in solch einer Seele erst das volle Bewußtsein wieder zurück und mit ihm die klare Erinnerung an alle ihre Vorzustände.“ (5.GEJ 232,11-12)

 

Auch die Rückerinnerung an seine Vorleben auf verschiedenen Sternen, die der Grieche Philopold hatte, (1.GEJ 214) kann nicht anders zustande gekommen sein, als daß Jesus Philopolds Seele mit dem in ihr schlummernden Geiste aus Gott für kurze Zeit vereinigte.

 


16. Die Rückführungen


Seit einer Reihe von Jahren machen die Rückführungen von sich Reden, bei denen Erinnerungen an frühere Leben vorkommen sollen. Die in einen Hypnosezustand versetzte Person wird in ihrem Leben zurückgeführt. Dabei durchlebt sie ihre Kindheit und Geburt, berichtet von ihrer Zeit als Embryo, - bis jenseits ihrer Zeugung Bilder aus einem anderen Leben auftauchen. Bei weiterer Rückführung können bis acht, zehn oder fünfzehn verschiedene Leben zum Vorschein kommen. Nach dem Aufheben der Hypnose weiß die Person nichts mehr von dem, was sie gesagt hat.

 

Es gibt aber auch noch eine andere Methode, bei der die rückzuführende Person bei Bewußtsein bleibt. Der Therapeut forscht dann nach einem Satz, den die Person öfter wiederholt hat und der ihr ein Problem darstellt. Daraufhin muß sie den Satz so lange wiederholen, bis im Zusammenhang damit ein neuer Satz oder ein Bild im Bewußtsein auftaucht. Das Aufgetauchte soll dann eine Begebenheit aus einem anderen Leben sein.

 

Sind solche Erinnerungen wirkliche Erinnerungen aus einer früheren Inkarnation? – Es gibt Hinweise, daß bei solchen Rückführungen neben Geisterbeeinflussungen auch wirkliche Erinnerungen stattfinden. So gibt es Erinnerungen beim Vorgang der Geburt, was während der Schwangerschaft die Eltern miteinander gesprochen haben. Dann können verschiedene Inkarnationen zum Vorschein kommen, oder noch weiter zurückliegend sieht sich der Rückgeführte als Tier oder Pflanze. Dies ist einerseits eine Bestätigung für die Naturseelenentwicklung, andererseits aber auch für echte Erinnerungen.

 


17. Die Problematik der Regelreinkarnationslehre

 

Nach allem, was wir nun gehört haben, ist die Reinkarnation nicht die Regel, wenn sie auch in diesem materialistischen Zeitalter öfter vorkommt, als es wünschenswert wäre. Sie ist nur eine Notmaßnahme für alle diejenigen, die ihre Seele in ihrem Erdenleben zu materiell werden ließen. Wie könnten auch alle Menschen regelmäßig Hunderte Male immer wieder Mensch werden, wenn täglich eine große Anzahl neuer kompletter Naturseelen aus dem Tierreich hervorgeht, denen, wenn sie es wollen, die Möglichkeit zur Inkarnation als Mensch gegeben werden muß? Diesen ständen aber viel zu wenig neue Zeugungen von Menschen zur Verfügung, in denen sie inkarnieren könnten, weil dann die meisten für die sich reinkarnierenden Menschenseelen gebraucht würden.

 

Die ein- bis mehrmalige Reinkarnation kann bei einem Teil der Menschen vorkommen. Das kommt in der Neuoffenbarung zum Ausdruck. Aber die Lehre von der regelmäßigen Reinkarnation ist ein Irrtum, der nach dem Tod noch schwerwiegende Folgen nach sich ziehen kann. Wer an sie glaubt, hat nach seinem Tod das Verlangen, zurückzukehren. Das sucht er dann auf eigene Faust durchzuführen, dringt zumeist in ein Kind ein und macht es besessen. Er weiß nicht, daß eine Reinkarnation nur in Ausnahmefällen gewährt wird und somit eine Gnade ist, die wohl von ihm begehrt werden kann oder zu der er zumindest seine Zustimmung geben muß, die aber nur von Gott angeordnet und von höheren Geistern durchgeführt werden kann.

 

Wer der Regelreinkarnationslehre anhängt, dem steht sie so fest im Mittelpunkt seines Denkens, daß sich seine Gedanken immer wieder nur um sie drehen. Sie ist wie ein um den Hals gehängter Sandsack, der ihn immer wieder nach unten zieht, heißt es in „Dreißig Jahre unter den Toten“; und so kommt der Mensch nicht voran, sondern bleibt auf dem alten Fleck stehen. Wie will man denn auch in seiner geistigen Entwicklung vorwärtskommen, wenn man sich immer wieder mit seinem nächsten Wiederkommen in die Materie beschäftigt und dann im Jenseits als Seele wieder nach der Erde zurückverlangt? Das Verlangen nach der Wiederkehr auf die Erde ist ein auf die Materie und auf das eigene Selbst gerichteter Gedanke (DJT Seite 428-429) und somit Selbstsucht. Wir aber sollen geistig werden, indem wir uns von allem materiellen Verlangen und aller Selbstsucht frei machen durch die wahre Gottes- und Nächstenliebe.

(Mit Genehmigung des Verfassers, 6/12. Weitere Kommentare von Gerd Kujoth siehe unter "Links")


Quellenverzeichnis

GEJ    Das große Evangelium Johannes, Jakob Lorber, 10 Bände,
Band 11, Leopold Engel
HG    Haushaltung Gottes, Jakob Lorber, 3 Bände
GS    Die geistige Sonne, Jakob Lorber, 2 Bände
RB    Von der Hölle bis zum Himmel, Robert Blum, Jakob Lorber, 2 Bände
Hi    Himmelsgaben, Jakob Lorber, 2 Bände
NS    Die natürliche Sonne, Jakob Lorber
EM    Erde und Mond, Jakob Lorber
EMM    Erde und Mond, Der Mond,
Lorber Verlag, 74321 Bietigheim-Bissingen
EWL    Es werde Licht, 1899,
Lorber Verlag, 74321 Bietigheim-Bissingen
DJT    Dreißig Jahre unter den Toten, Dr.med.Carl Wickland, 1957,
Otto Reichl Verlag, 5480 Remagen
RY    Raja Yoga, Swami Vivekananda, Rascher Verlag, Zürich und Stuttgart, 1963
Re    Reinkarnation, Jan Stevenson, 1979,
Aurum Verlag, 7800 Freiburg















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